Zu Saisonbeginn spielte er unter René Wagner eher die kleine Rolle, in den vergangenen Wochen hat sich Joel Schmied wieder einmal in der ersten Elf des 1. FC Köln festgespielt. Am Sonntag empfangen die Geißböcke mit Leverkusen eine der stärksten Offensiven der Liga. Dazu und zu seiner Rolle in der Mannschaft äußerte sich der Schweizer am Mittwoch am Rande des Trainings.
In drei der vergangenen vier Spiele stand Joel Schmied in der Kölner Startelf und sorgte mit für die Stabilisierung der FC-Defensive. Davon, dass er jetzt einen Stammplatz hat, möchte der Schweizer aber noch nichts wissen.

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Die Bilanz war eine beeindruckende: Nicht einen einzigen Gegentreffer hatten die Kölner bis zum vergangenen Wochenende gefangen, wenn Joel Schmied auf dem Platz stand. Das hat sich gegen Union am Sonntagnachmittag geändert. Und nicht nur das, der Schweizer war auch unmittelbar an dem Gegentreffer beteiligt, wurde vor dem 0:1 von seinem Gegenspieler getunnelt. Nach zwei, drei kleineren Wacklern fing sich Schmied aber wieder und knüpfte an die Leistungen der Vorwochen an. So holte der FC noch einen wichtigen Punkt in einer engen Tabelle. „Gewinnt man mal ein Spiel, ist man fast auf einem europäischen Platz. Verliert man, ist man fast auf einem Abstiegsplatz. Es ist extrem eng“, sagte der Innenverteidiger am Mittwoch am Rande des Trainings. Der Abwehrspieler sieht seine Mannschaft aber auf einem guten Weg: „Ich finde, in den letzten Wochen hat man auch gemerkt, dass wir uns stabilisiert haben.“
„Konnte zum Glück meine Chance nutzen“
Daran hatte der 28-Jährige seinen Anteil. Schon gegen Eintracht Frankfurt stärkte der Abwehrspieler die Defensive, verlieh ihr Stabilität. Der Gegentreffer fiel erst nach der verletzungsbedingten Auswechslung. Im Pokal gegen die Eisernen war Schmied überragend, in der Liga eben nach anfänglichen Schwierigkeiten gut. Und mit diesen Leistungen dürfte der 28-Jährige den Stammplatz vorerst sicher und Luka Lochoshvili verdrängt haben. Auch wenn er da selber noch zurückhaltender ist. „Ich würde jetzt aufpassen mit dem Begriff Stammplatz. Ich glaube, in den letzten Wochen ging es auch bei mir wieder bergauf. Dann ist natürlich klar, dass man dann auch eher mit einem breiten Lächeln aufsteht, als wenn man nicht so viele Minuten sammelt“, so der Innenverteidiger.
Entscheidend dafür ist, dass sich der Schweizer auch zu Saisonbeginn, als er weniger gefragt war, nicht hat hängen lassen. „Was René (Wagner, Anm. d. Red.) allen Spielern mitgibt, ist selbst wenn man nicht spielt, hau dich jedes Wochenende und jede Woche rein, auch im Training. Genau das habe ich gemacht und konnte zum Glück meine Chance nutzen“, erklärte der 28-Jährige. Diese wird er wohl auch in den kommenden Wochen bekommen. Auch wenn der Defensivspezialist sich daher nicht zurücklehnen darf. Schließlich kann seine Konkurrenz wie Lochoshvili sich wiederum umgekehrt über gute Trainingsleistungen empfehlen.
Harter nächster Gegner mit Leverkusen: „Kann uns entgegenkommen“
Am Sonntag wird es die Kölner Defensive mit einer anderen Hausnummer als noch in der Vorwoche zu tun bekommen. Denn mit Leverkusen kommt eine der kaltschnäuzigsten Offensiven der Liga. 18 Tore erzielte die Werkself in den bisherigen Ligaspielen. Nur Leipzig und die Bayern mehr. Aber die Leverkusener Spielweise könnte auch Vorteile für den FC bieten im Vergleich zu den vorherigen Gegnern, die tiefer gestanden haben. „Es ist ein Fakt, dass wir sehr schnelle Offensivspieler haben, die es mögen, wenn wir viel Raum dahinter ist. Ich glaube, das ist auch etwas, was uns entgegenkommen kann: Große Gegner, die den Anspruch haben, das Spiel zu dominieren“, sagt Schmied. Der FC müsse wegen des „sehr, sehr guten“ Leverkusener Angriffs einen guten Mix zwischen einer stabilen Defensive und offensiven Nadelstichen finden.
Dabei freut sich der Innenverteidiger auch auf die Atmosphäre im Duell mit dem Nachbarn. „Derbys sind immer sehr besonders“, meinte der Abwehrspieler. „Die wollen wir immer gewinnen. Ganz klar, auch wenn wir der Underdog sind. Wir werden alles wieder reinwerfen und einen guten Matchplan haben und dann hoffentlich auch das Stadion wieder anzünden.“ Dafür könnte bestimmt auch Schmied mit der ein oder anderen guten Defensivaktion gegen die starke Leverkusener Offensive sorgen.
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