Er gehörte zu den ersten Transfers des 1. FC Köln in diesem Sommer. Nach seiner WM-Teilnahme mit Ghana wechselte Gideon Mensah an das Geißbockheim. Seine Aufgabe: Die Baustelle auf der Position des Linksverteidigers nach Jahren zu schließen. Mit der Rückennummer 14 tritt er damit in die Fußstapfen von Jonas Hector. Nach einem holprigen Start konnte der 28-Jährige in den ersten Ligaspielen überzeugen.
Die Kölner Abwehrreihe erlebte einen durchwachsenen Saisonstart. Die gesuchte defensive Stabilität fehlt noch und bereits neun Mal schlug es im FC-Tor ein. Gideon Mensah gehörte bisher jedoch zu den wenigen Lichtblicken. Der Ghanaer überzeugte bisher durch gute Arbeit gegen den Ball und schaltete sich auch vermehrt in der Offensive ein. Für einige Fans womöglich überraschend, da der Außenverteidiger zunächst als Defensivspezialist angekündigt wurde. Das Gefühl und die Zahlen sagen bisher jedoch anderes.

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Am Abend steht das nächste Highlight an. Nach der WM ist vor dem Afrika-Cup und für den will sich Ghana natürlich qualifizieren. Mit dabei ist der Linksverteidiger der Kölner, der sich längst zum Stammspieler gemauert hat. Die Auftritte von Gideon Mensah gehören bisher zu den wenigen positiven Eindrücken beim 1. FC Köln in dieser Saison. Der Ghanaer hat sich auf der linken Abwehrseite schnell etabliert und zeigte in den ersten vier Bundesliga-Spielen gute Leistungen. Während sich die Kölner Defensive immer wieder Unsicherheiten leistete, ist Mensah bislang der zuverlässigste Spieler der Viererkette. Dass ausgerechnet der 28-Jährige diese Rolle einnimmt, war nach der Vorbereitung nicht unbedingt absehbar. Vielmehr hatte der Linksverteidiger zunächst einige Fragezeichen hinterlassen – umso bemerkenswerter ist, wie schnell sich das Bild seit dem Saisonstart verändert hat. Gideon Mensah gehört zu den Konstanten beim 1. FC Köln.
Denn bereits kurz nach seiner Verpflichtung gab es erste Zweifel. Mensah war ablösefrei vom AJ Auxerre gekommen und hatte aufgrund der Weltmeisterschaft, bei der er für Ghana auflief und das Sechzehntelfinale erreichte, sowie einer hartnäckigen Erkrankung verspätet mit der Vorbereitung in Köln begonnen. Diese Rückstand zeigte sich auch in den ersten Testspielen, sodass zwischenzeitlich die Frage aufkam, ob seine Qualität für die Bundesliga überhaupt ausreichen würde. Diese Zweifel kamen wohl auch bei den FC-Verantwortlichen auf. Statt einem klaren Backup verpflichteten die Domstädter mit Borna Sosa einen Spieler, der ebenfalls den Anspruch hat in der Startelf zu stehen. Mit dem Saisonstart änderte sich dieses Bild jedoch grundlegend. Mensah überzeugte schon beim Auftakt gegen die TSG Hoffenheim und bestätigte diesen Eindruck anschließend auch in den weiteren Partien. Aus dem Neuzugang, bei dem zunächst die Bundesliga-Tauglichkeit zur Diskussion stand, ist damit innerhalb weniger Wochen eine feste Größe geworden. Für Sosa hingegen blieb erst einmal nur der Bankplatz.
Mehr als nur ein defensiver Außenverteidiger?
Im Zuge seiner Verpflichtung versprach man sich von Mensah vor allem, dass er dem FC defensive Stabilität auf der linken Seite gibt. Seine Physis, seine Zweikampfstärke und seine konsequente Arbeit gegen den Ball gehören dabei zu seinen zentralen Qualitäten. Genau diese hat der Ghanaer in seinen ersten Bundesliga-Spielen sofort unter Beweis gestellt. Mensah verteidigte aufmerksam, ging resolut in die Duelle und verlieh der linken Seite bislang die Stabilität, die man sich von ihm erhofft hatte. Gegen den HSV war allerdings noch eine weitere Facette zu erkennen: Der 27-Jährige rückte immer wieder weit nach vorne und suchte sichtbar die Beteiligung am Offensivspiel. Das kann auch mit der Spielanlage der Hamburger zusammengehangen haben, die sich über weite Strecken tief zurückzogen. Trotzdem entstand der Eindruck, dass Mensah nicht nur absichern, sondern sich durchaus aktiv in die Angriffe einschalten wollte.
Erkennbare Steigerungen
Ein Blick auf die Daten aus den ersten vier Bundesliga-Spielen liefert dafür zumindest eine gewisse Grundlage. Mensah schlägt beim FC bislang 3,05 Flanken pro 90 Minuten, bei Auxerre waren es in der vergangenen Saison 2,14. Auch bei den erfolgreichen Pässen ins letzte Drittel überbietet er mit 5,08 pro 90 Minuten seinen letztjährigen Wert von 4,53. Die Steigerungen sind damit durchaus erkennbar, gleichzeitig aber auch nicht so groß, dass sich daraus schon ein völlig anderes Spielprofil ableiten ließe. Hinzu kommt, dass die Datenmenge aus gerade einmal vier Ligaspielen stammt. Für eine belastbare Aussage darüber, ob der ghanaische Nationalspieler beim FC tatsächlich offensiver agiert als noch bei Auxerre, ist das schlicht eine zu kleine Stichprobe. Die Zahlen stützen den Eindruck aus Hamburg aber zumindest in Ansätzen.
Gerade deshalb ist es spannend, diese Entwicklung in den kommenden Spielen weiter zu beobachten. Mit einer größeren Datenbasis lässt sich zunehmend besser beurteilen, ob Mensah tatsächlich offensiv mehr Einfluss nimmt als noch in Frankreich oder ob die bisherigen Werte vor allem durch die ersten Gegner und jeweiligen Spielverläufe zustande gekommen sind. Noch ist die Aussagekraft dafür begrenzt. Fest steht aber, dass der Linksverteidiger der Black Stars beim FC bislang genau das zeigt, was man sich von dem Außenverteidiger erhofft hatte.
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