Pierre Littbarski war am Samstag im Stadion
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„Das war Not gegen Armut“: FC-Legende Pierre Littbarski über den Auftritt gegen Schalke 04

Nach dem ernüchternden 0:0 gegen Schalke 04 ließen nicht nur viele Fans des 1. FC Köln ihren Frust raus. Pierre Littbarski, Weltmeister von 1990 und FC-Legende, teilte ebenfalls auf Instagram seine Gedanken zu der Partie. Das Fazit des 66-Jährigen fiel dabei unerwartet deutlich aus. Er kritisierte insbesondere die Qualität des Spiels, sowie die Wechsel und Taktik von Trainer René Wagner. Für Littbarski ist klar: Gegen diese Schalker Mannschaft „muss der FC unbedingt drei Punkte holen.“

Mit acht Punkten aus den ersten sieben Spielen befindet sich der 1. FC Köln aktuell im Tabellenmittelfeld der Bundesliga. Dennoch ist die Gefühlslage am Geißbockheim gemischt. Gegen Teams wie Werder Bremen, den HSV oder Schalke wurden bereits Punkte gegen direkte Konkurrenten liegen gelassen, die fest eingeplant waren. Nach dem schwachen Auftritt gegen die Königsblauen nahm die Kritik in den Medien noch einmal zu. Auch Pierre Littbarski ließ seinem Unmut freien Lauf.

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Die goldenen Zeiten des 1. FC Köln liegen nun schon einige Jahrzehnte in der Vergangenheit. Im Vorfeld der Partie wurde an diese Zeit jedoch erinnert. Im Rahmen der Präsentation des Sondertrikots zu Ehren von Willi Ostermann, standen vor Anpfiff einige FC-Legenden auf dem Rasen. Darunter auch Spieler der Double-Mannschaft von 1978 und Pokalsieger von 1983. Zu den ausgewählten Club-Ikonen zählte auch Littbarski. „Das war natürlich eine Freude, die Jungs zu sehen. Nicht so eine große Freude war es dann, das Spiel zu sehen“, kommentierte der Weltmeister die Zusammenkunft.

Kein gutes Fußballspiel in Müngersdorf

Nach ein wenig hin und her in der Anfangsphase flachte die Partie schnell ab. Weder den Gastgebern, noch den Kickern aus dem Ruhrgebiet gelang es, Torchancen herauszuspielen. Stattdessen fand das Spiel zu weiten Teilen im Mittelfeld statt. „Das war Not gegen Armut. Da war fußballerisch nicht sehr hohe Qualität drin und auch gegen eine biedere Schalker Mannschaft, muss der FC unbedingt drei Punkte holen“, fasste Littbarski das Duell zusammen. Besonders über die verschenkten Punkte ärgerte er sich und fügte an: „Die könnten am Ende dann fehlen.“ Das Endergebnis von 0:0 stand dabei sinnbildlich für das ereignisarme Spiel am Samstagnachmittag. Aufgrund des frühen Zeitpunkts innerhalb der Saison zählt aktuell jeder Punkt. Dem 1. FC Köln ist es dabei gegen Schalke zum wiederholten Male nicht gelungen zählbares mitzunehmen, obwohl die Königsblauen an diesem Tag keineswegs unschlagbar waren.

Wechsel- und taktische Entscheidungen

Littbarski bemängelt in seinem Statement auch die Wechsel von Wagner in der Schlussphase. „Man muss natürlich jetzt auch mal den Finger in die Wunde legen, wenn der vielleicht beste Spieler Moore schon vorher ausgewechselt wird, obwohl er wirklich gute Aktionen hatte und auch noch noch einigermaßen frisch aussah“, kritisierte der ehemalige Offensivspieler. Verständnis habe er für diese Entscheidungen des Trainer keine. „Vielleicht waren die Computerdaten nicht ganz so top“, vermutete der gebürtige Berliner ironisch. Auch Said El Mala verließ den Platz erneut nach 80 Minuten und konnte seinem Team dadurch in der Schlussphase nicht mehr helfen. Für Littbarski ebenfalls unverständlich: „Den würde ich ja nur runternehmen, wenn er zusammengebrochen wäre und ich müsste ihn vom Platz ziehen.“ Für El Mala durfte der junge Reigan Heskey für die letzten Minuten ran. Trotz vielversprechenden Ansätzen des Engländers zuletzt, war dieser Wechsel für den Weltmeister ebenfalls unverständlich. „Es geht ja nicht darum, dass alle Friede, Freude, Eierkuchen da ihre Spielzeit kriegen und so ein armer, junger Spieler Heskey, dann in so ein Spiel reingeworfen wird. Das ist natürlich jetzt auch nicht unbedingt Hilfebringend“, behauptete Littbarski.

Doch nicht nur an den Wechseln, auch an der taktischen Ausrichtung hat der 73-fache Nationalspieler etwas auszusetzen. In der Offensive bemängelte er die Positionierung und den die generelle Ausrichtung der Akteure. Defensiv fehlte seiner Meinung nach speziell die Dynamik der Außenverteidiger, die zu lange am Ball brauchten und sich kaum ins Angriffsspiel einschalteten. „Wer dem Simpson-Pusey gesagt hat, er soll mal auf den Ball treten und das Spiel lahm machen, dann musst du mit diesen Leuten auch nochmal sprechen“, kommentierte Littbarski das Kölner Aufbauspiel. Trotz der harten Kritik blicke „Litti“ auch in die Zukunft, wobei sich seine Euphorie für die nächsten Wochen in Grenzen hielt: „Wir haben natürlich immer noch die Hoffnung, dass es irgendwann mal wieder besser wird.“ Sein abschließendes Fazit zu der Partie gegen Schalke fiel dafür umso deutlicher aus: „Das Spiel heute kannst du in die Mülltonne schmeißen.“

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