Nach der eher enttäuschenden Nullnummer gegen Schalke am vergangenen Samstag hat der FC einen verdienten Erfolg im DFB-Pokal eingefahren und souverän das Achtelfinale erreicht. Der 1. FC Köln setzte sich am Dienstagabend gegen den 1. FC Union Berlin 5:0 durch und stimmte die Fans wieder versöhnlich.
FC-Trainer René Wagner hatte am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Union Berlin angekündigt, dass es für die FC-Fans vielleicht wieder etwas zum Feiern gäbe. Er sollte recht behalten. Im Kölner Dauerregen setzten sich die Geißböcke verdient gegen die Eisernen durch und stehen im Achtelfinale des DFB-Pokals. Said El Mala mit einem Doppelpack, Linton Maina, Isak Johannesson und Sebastian Sebulonsen erzielten die Tore.

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Es war angerichtet. Im gleißenden Flutlicht waberte seichter Nieselregen, der sich bedächtig auf den Rasen herabließ. Die Luft im RheinEnergieStadion war erfüllt von der euphorischen Vorfreude auf eine magische Nacht im DFB-Pokal. Bei bestem Fritz-Walter-Wetter schickte René Wagner eine Elf auf den Rasen, die ohne ausschweifende Rotationen daherkam. Selbst der eigentlich sicher geglaubte Einsatz von Jan Thielmann in der Anfangsformation blieb aus. Stattdessen rückten immerhin Schmied, Castro-Montes und Okon-Engstler neu in die Startelf der Domstädter. Nach einem aufreibenden Spiel gegen Schalke 04 reiste mit den Eisernen nun ein Gegner von einem ähnlichen Schlag nach Müngersdorf, gegen den keine Mannschaft in Deutschland gerne antritt. Für das Team um René Wagner ging es darum, das zu vollbringen, was gegen Schalke nicht gelingen wollte: Das Bollwerk zu knacken und das Runde ins Eckige zu befördern.
1. FC Köln gegen Union Berlin: El Mala bringt den FC in Führung
Dieser Mission nahm sich die Mannschaft in Weiß gegen rotgekleidete Berliner vom Start weg an. Interessant war dabei die Positionierung von Tom Krauß, der sowohl mit als auch gegen den Ball als linker Innenverteidiger in einer Dreierkette agierte. Doch trotz des taktischen Kniffs wussten die Geißböcke mit dem runden Leder zu Beginn relativ wenig anzufangen. Als Mittel der Wahl griff der FC häufig zum langen Ball in Richtung Bülter, der gegen körperlich agierende Köpenicker aber seine Schwierigkeiten hatte, den Ball festzumachen. Großchancen suchte man in der Anfangsphase ebenfalls vergeblich. Wenn die Gäste aus Berlin mal vors Tor kamen, dann nur mittels eines Standards. Die Bedeutsamkeit der Partie lastete wie Blei auf den Beinen der Spieler. Keiner wollte den ersten Fehler in einem Spiel machen, in dem Kleinigkeiten über Weiterkommen oder Ausscheiden entscheiden können.
DFB-Pokal: Said El Mala trifft doppelt gegen Union Berlin
Nach 25 Minuten taute die Begegnung mit einem Mal auf. El Mala schickte den eingerückten Maina auf links hinter die Berliner Abwehrkette in die Tiefe und plötzlich hatte der Kölner viel Platz und Zeit – vielleicht zu viel. Frei vor Matheo Raab visierte der 27-Jährige das lange Eck mit der Innenseite an, eigentlich eine dankbare Abschlussposition. Jedoch rutschte Maina beim Abschluss noch leicht weg. Der Unioner Schlussmann bekam mit einer spektakulären Aktion seinen Handschuh an die Kugel und lenkte das Spielgerät so an den Pfosten. Die Wagner-Elf ließ sich von der verpassten Gelegenheit allerdings keineswegs entmutigen. Stattdessen zeigte Said El Mala in der 32. Spielminute, wie man es richtig macht. In umgekehrter Reihenfolge bediente Maina Kölns Nummer 10 mit einem perfekt temperierten Pass. Halblinks im Strafraum kontrollierte El Mala die Kugel, legte sie sich einmal mit dem Außenrist in die Mitte und platzierte sie über den ausgestreckten Fuß von Raab hinweg zur 1:0-Führung im rechten Eck.
In der Folge wirkte das Offensivgespann um den deutschen Nationalspieler wie angezündet. Mit einer ungewohnten Dringlichkeit versuchten die Kölner, die Führung noch vor dem Pausenpfiff auszubauen. Zunächst verpasste in der 42. Minute Bülter eine Hereingabe von El Mala, da Matheo Raab die Flugkurve des Balles noch entscheidend veränderte. Nur eine Minute später präsentierte sich der Keeper erneut hellwach und klärte vor El Mala, der die Kugel am herauseilenden Torhüter vorbeilegen wollte. Schließlich chippte Maina das Leder in der letzten Aktion des ersten Durchgangs nach einem Eckball aus rund 16 Metern auf das Dach des Berliner Tores. Somit gingen die Hausherren mit einer verdienten Führung in die Kabine.
1. FC Köln zieht nach 5:0 gegen Union Berlin ins Achtelfinale ein
Gemäß des in dieser Saison praktizierten Phasenmodells hätte es nicht überrascht, wenn der FC sich nach dem Seitenwechsel urplötzlich in der Defensive verschanzt hätte. Doch das Gegenteil war der Fall. Ein langer Abschlag von Schwäbe kam in der 51. Spielminute am rechten Strafraumrand bei Köhn an, der die Kugel gegen Bülter vertändelte. Das Spielgerät prallte ins Zentrum, wo Querfeld eine Sekunde zu lang überlegte. Gedankenschnell schnappte sich El Mala den Ball und legte quer zu Maina, der das Leder zum 2:0 über die Linie grätschte.
Doch auch damit begnügten sich die Domstädter nicht. In der 60. Minute spielte Bülter auf dem rechten Flügel Said El Mala an, der sich hinter die Abwehr geschlichen hatte. Isoliert stand der Nationalspieler an der Grundlinie Berlins Innenverteidiger van den Bosch gegenüber. Zahlreiche kleine Finten später hatte dieser einen Knoten in den Beinen und konnte den 19-Jährigen somit nicht mehr daran hindern, was nun folgen sollte. Blitzschnell kappte El Mala plötzlich nach innen und hatte das Leder damit auf dem linken Fuß. Ohne lange zu fackeln schlenzte er die Kugel aus spitzem Winkel traumhaft hoch ins lange linke Eck.
Union Berlin findet keine Antworten und geht unter
In der Folge nahmen die offensiven Bemühungen sichtbar ab. Dennoch schleifte sich diesmal keine Passivität ins Kölner Spiel ein. Ehrlicherweise stellten die Eisernen die Domstädter aber auch kaum vor ernstzunehmende Aufgaben. Die kleinen Nadelstiche in Form Kölner Gegenangriffe sorgten konstant für Gefahr. Eine dieser Aktionen mündete in der 78. Spielminute in einer kleineren Belagerungsphase um den Sechzehner. Tom Krauß spitzelte die Kugel rechts im Sechzehner auf Marius Bülter. Der Angreifer behielt den Kopf oben und legte vor dem Kasten quer auf den mitgelaufenen Johannesson. Aus wenigen Metern hatte der Isländer keine Probleme, den Ball über die Linie zu drücken und auf 4:0 zu erhöhen.
Doch damit nicht genug. In der 88. Spielminute erklang die Hymne ein fünftes Mal. Der eingewechselte Heskey bediente rechts am Rand des Sechzehners den ebenfalls eingewechselten Sebulonsen. Der schloss mit dem ersten Kontakt ab und setzte den Ball perfekt ins lange linke Eck. Der Kantersieg markiert eindeutig die beste Saisonleistung des FC. Durch einen überzeugenden Auftritt verdiente sich die Elf von René Wagner den Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals. Am Sonntag trifft man erneut auf die Eisernen, diesmal in der Liga. Im Stadion an der Alten Försterei dürfte es dann aber nicht so einfach werden.
1. FC Köln: Schwäbe – Sosa (81. Mensah), Simpson-Pusey, Schmied, Castro-Montes (63. Sebulonsen) – Okon-Engstler, Krauß, Moore (72. Johannesson) – Bülter, Maina (72. Thielmann), El Mala (81. Heskey); Tore: 1:0, 3:0 El Mala (32., 60.), 2:0 Maina (51.), 3:0 El Mala (60.), 4:0 Johannesson (78.), 5:0 Sebulonsen (88.)
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