1. FC Köln: Die Comeback-Könige vom Rhein

OF Jakub Kaminski im Duell mit Frankfurts Ritsu Doan (Foto: Neil Baynes/Getty Images)
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1. FC Köln: Die Comeback-Könige vom Rhein

Der 1. FC Köln zeigt in Frankfurt einmal mehr seine Comeback-Qualitäten. Doch warum braucht der FC oft erst den Rückstand, um gefährlich zu werden, und gelingt gegen Werder Bremen endlich auch ein Spiel ohne Drama? 1. FC Köln: Die Comeback-Könige vom Rhein

Der 1. FC Köln untermauerte in Frankfurt einmal mehr seine Comeback-Qualitäten und mentale Widerstandskraft. Doch weshalb entfaltet der FC seine größte Gefahr so oft erst nach Rückständen? Und wird es gegen Werder Bremen diesmal gelingen, ohne Zittern bis zum Schluss zu spielen?

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Für einen kurzen Moment schien es, als sei die Niederlage für die Kölner am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt ausgemachte Sache. In der 66. Minute brach Frankfurts Stürmer Jonny Burkhardt den Torbann und nur drei Minuten später erhöhte Arnauld Kalimuendo mit einem wuchtigen Schuss auf 2:0. Doch der Mannschaft von René Wagner gelang es, nach dem Doppelschlag zurückzukommen. Mit Treffern von Jakub Kaminski und Alessio Castro-Montes entführten die Kölner schließlich einen Punkt aus dem Deutsche-Bank-Park. Dieses Comeback könnte aber auch abseits der Tabelle für seine Spieler von enormer Bedeutung werden, ist sich Wagner sicher: „Wir haben in der ersten Halbzeit auch umstellen müssen, weil wir gemerkt haben, dass wir Probleme gegen den Ball hatten. Das haben wir dann getan, da haben die Jungs super mitgezogen. Und ja, dann kommen wir nach dem 2:0 so zurück. Wir haben uns bewiesen, dass wir in solchen Spielen auch noch zurückkommen können. Das sollte uns viel Kraft für die nächsten Spiele geben. Und daran werden wir festhalten.“

Köln kann Comeback

Die Comeback-Qualitäten der Geißböcke haben sie in dieser Saison bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Tatsächlich ist die Wagner-Elf in dieser Kategorie sogar im Bundesliga-Vergleich fast absolute Spitze. In dieser Bundesliga-Saison holte der FC bereits zum neunten Mal nach einem Rückstand noch Punkte. Das gelang nur den Bayern häufiger (zehnmal). In Frankfurt waren die Kölner erstmals in dieser Saison einem Rückstand von zwei Toren gewachsen.

Mit 0,183 Toren pro Schuss ab der 76. Minute liegt die Abschlussausbeute in diesem Zeitfenster deutlich über der der übrigen Spielphasen. Zum Vergleich: In den ersten 15 Minuten beträgt die Quote noch solide 0,167, fällt dann aber insbesondere zwischen der 61. und 75. Minute drastisch auf lediglich 0,051 Tore pro Abschluss ab. Gerade diese Phase wirkt wie ein klarer Bruch im Offensivspiel. Zwar kommt Köln hier auf immerhin 59 Abschlüsse, doch nur drei davon finden den Weg ins Tor. Das ist die schwächste Verwertung aller Spielabschnitte und deutet auf mangelnde Präzision oder Entscheidungsqualität im letzten Drittel hin.

Warum der FC erst spät gefährlich wird

Ein Blick auf die Chancenqualität mittels xG-Werten zeichnet ein differenzierteres Bild. In der Schlussphase generiert Köln mit 12,27 Expected Goals den höchsten Wert. Das spricht für eine starke Effizienz vor dem Tor oder eine zunehmende Spielkontrolle in den letzten Minuten, die mutmaßlich durch das Ausnutzen der Wechselfenster entsteht und die gegnerischen Abwehrketten zunehmend ermüdet und mürbe macht. Dadurch können schnelle Kölner Umschaltmomente mehr Durchschlagskraft entfalten. Dazu verfügen die Geißböcke über die passenden, offensive Spielerprofile auf der Bank, welche es dem ehemaligen Coach Lukas Kwasniok und nun auch Wagner überhaupt erst ermöglichen, dieses taktische Mittel zu nutzen. So brachte Wagner gegen Frankfurt beispielsweise erst Linton Maina in der 75. Minute und kurz darauf noch Castro-Montes, Marius Bülter sowie Luca Waldschmidt. Mit frischen Kräften wurde dann Frankfurts Verteidigung um Arthur Theate, Aurélien Amenda und Robin Koch – die es bis dahin bereits mit dem unermüdlichen Jakub Kaminski, Said El Mala und Ragnar Ache zu tun hatte – geknackt.

Steigt am Sonntag das nächste Spektakel?

Diese besondere kölsche Qualität könnte für das anstehende Heimspiel gegen den SV Werder Bremen wieder gefragt sein. Denn die Rheinländer gewannen keines der letzten vier Heimspiele, holten daraus nur zwei der zwölf möglichen Punkte. In jeder dieser vier Partien kassierte der FC mindestens zwei Gegentore. In dieser Bundesliga-Saison spielten die Kölner nur einmal zu null, am 20. Spieltag beim 1:0 gegen Wolfsburg. Dazu kommt, dass nach zehn erfolglosen Gastspielen in der Bundesliga zuletzt der Bremer Knoten platzte. Es gab zwei Auswärtssiege in Folge – dem 4:1 bei Union folgte ein 1:0 in Wolfsburg. Werder-Coach Daniel Thioune hatte seine ersten drei Bundesliga-Spiele mit Werder verloren, in den folgenden fünf Spielen gelangen drei Siege, jeweils gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte.

Vieles spricht also dafür, dass die Geißböcke am Sonntag erneut ihre herausragenden Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen müssen. Es spräche aber natürlich auch nichts gegen einen unaufgeregten 2:0-Heimsieg. Den könnten die Domstädter nach mittlerweile neun sieglosen Spielen sicher gut gebrauchen.


Der 1. FC Köln zeigt zuletzt Moral und Comeback-Qualitäten – aber es braucht mehr für Punkte

Die Spieler des 1. FC Köln jubeln nach dem Tor gegen RB Leipzig
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Der 1. FC Köln zeigt zuletzt Moral und Comeback-Qualitäten – aber es braucht mehr für Punkte

Auch gegen Leipzig hat der FC einen Rückstand aufgeholt – nicht das erste Mal in dieser Saison. Für einen Punktgewinn hat es aber nicht gereicht. Dennoch: Der 1. FC Köln zeigt Moral und Comeback-Qualitäten. Gegen den VfB sollen so auch Punkte erreicht werden.

Den ersten Rückstand konnten die Geißböcke noch aufholen, den zweiten dann aber – auch wegen des VARs – nicht mehr. Trotzdem bewiesen die Geißböcke nach der ersten Führung der Leipziger am vergangenen Sonntag zum wiederholten Mal dieses Jahr, dass sie zurückkommen können. Darauf könnte es auch in Stuttgart ankommen.

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Aufopferungsvoll hatte der 1. FC Köln am Sonntagnachmittag gekämpft, am Ende reichte es aber nicht für Punkte gegen RB Leipzig. Dabei wäre bei der 1:2-Niederlage ein Punktgewinn für den FC nicht unverdient gewesen. Denn die Geißböcke zeigten gegen die Leipziger eine gute Leistung und vor allem Moral – wieder einmal. So ließen sich die Kölner von der ersten Leipziger Führung nicht beirren und kamen in der 51. Minute zum Ausgleich durch Jan Thielmann. Und auch nach dem zweiten Treffer von Christoph Baumgartner für RB steckten die Domstädter nicht auf, sie erspielten sich mehrere Chancen auf das 2:2, schafften dieses am Ende aber auch wegen einer umstrittenen VAR-Entscheidung nicht.

Kölner Comeback-Qualitäten

Diese Moral, sich selbst nach Rückschlägen nicht beirren zu lassen, hat die Kölner Mannschaft speziell in den vergangenen Wochen immer mehr verinnerlicht. Denn durch das 1:1 von Thielmann war das Spiel gegen die Leipziger bereits das dritte von insgesamt sechs Pflichtspielen in diesem Jahr, in dem der FC (zwischenzeitlich) einen Rückstand aufholen konnte. Bereits zum Jahresauftakt beim 1. FC Heidenheim und gegen den 1. FSV Mainz 05 zeigten die Geißböcke Comeback-Qualitäten. Und während der Einsatz gegen RB am Ende nicht mit einem Punkt belohnt wurde, sah es bei den beiden anderen Begegnungen besser aus.

In Heidenheim reichte es immerhin noch zu einem Unentschieden. Dafür holten die Kölner gleich zwei Rückstände auf. Erst erzielte Eric Martel nur drei Minuten nach der ersten Führung der Gastgeber das 1:1. Kurz nach der Pause glich dann Said El Mala den erneuten Führungstreffer von Julian Niehues aus. Später in der Partie hatte der FC dann sogar noch Chancen auf den Sieg, ließ diese aber liegen. Das machten sie dann zwei Spiele danach gegen Mainz besser. Mit einem Doppelpack von Ragnar Ache drehten die Geißböcke die Begegnung. Zuvor hatte Stefan Bell das 0:1 erzielt.

Moral ein Trumpf im Kampf um den Klassenerhalt

Diese Moral wird besonders Trainer Lukas Kwasniok sehr gefallen. So verlangt der Trainer von seinen Schützlingen immer als Grundlagen für den Erfolg maximalen Einsatzwillen und Leidenschaft. Dazu gehört für den Coach mit Sicherheit auch, nach Rückständen weiterzumachen und sich nicht hängen zu lassen. Und diese Einstellung impft Kwasniok seinen Spielern immer wieder ein. Selbst gegen einen starken Gegner wie RB lässt sich die Mannschaft nach Rückschlägen nicht hängen und zieht weiter ihr Spiel durch. Diese Einstellung kann im Kampf gegen den Abstieg zu einem wichtigen Trumpf werden. Denn gerade in engen Partien gegen Mannschaften wie eben Heidenheim und Mainz, die im Abstiegskampf stecken, kann es entscheidend sein, sich nicht von einem Rückstand aus der Bahn werfen zu lassen.

So sicherten die Comeback-Qualitäten den Domstädtern in diesen Partien zum einen vier Punkte und kosteten zum anderen den Gegnern zwei beziehungsweise drei. Allerdings haben die Geißböcke in diesem Jahr ebenfalls zweimal nach einer Führung noch verloren. Davon war jedoch ein Spiel gegen Bayern München. Und auch in der Begegnung gegen Freiburg ließen sich die Kölner nach dem Rückstand nicht hängen und hatten Chancen auf den Ausgleich – ähnlich wie zuletzt gegen Leipzig. So kann man den FC-Profis bei den Niederlagen trotz vorheriger Führung definitiv nicht fehlende Moral vorwerfen.

Comeback-Qualitäten auch gegen Top-Teams wichtig

Die Comeback-Qualitäten, die die Domstädter dieses Jahr bereits gezeigt haben, können aber nicht nur in Duellen gegen Abstiegskandidaten von Bedeutung sein. Gerade in den kommenden Partien gegen einige starke Gegner könnten sie auch wichtig werden. Denn in den nächsten vier Begegnungen treffen die Kölner auf die Top-Teams Stuttgart, Hoffenheim und Dortmund. Spiele, in denen der FC schnell mal in Rückstand geraten kann. Dann wird es für die Geißböcke darauf ankommen, dass sie die Comeback-Qualitäten und ihre Moral erneut zeigen – und sich dieses Mal wie gegen Heidenheim und Mainz auch dafür belohnen und nicht wie gegen Leipzig leer ausgehen.