Zwischen ratlos und planlos: Wer übernimmt die Führung beim 1. FC Köln?

Wer übernimmt die nötige Verantwortung beim FC?
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Zwischen ratlos und planlos: Wer übernimmt die Führung beim 1. FC Köln?

René Wagner gilt als großer Kommunikator, wurde auch deswegen unter Vertrag genommen. Aussagen von Linton Maina lassen aber darauf schließen, dass es vielleicht gerade in der Kommunikation Probleme gibt beim 1. FC Köln: Wer übernimmt die Führung beim FC?

Beim 1:1 gegen Bremen verloren die Kölner die Kontrolle über das Spiel und bekamen sie auch nicht mehr zurück. Nun stellt sich die Frage, wer in diesen Momenten die Führung übernimmt.

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Wie kompliziert die Suche nach dem Trainer im Sommer beim FC wirklich gewesen ist, lässt sich von Außen nur schwer beurteilen. Es bestand jedoch nie ein Zweifel daran, dass große Teile der Entscheidungsträger René Wagner in der besten Position sahen, während viele Fans ihre Kritikpunkte hatten. Die Kölner Anhänger beurteilten verständlicherweise das Gesehene. Und das war in dieser Phase nicht gut. Die Bilanz von einem Sieg aus den von ihm betreuten sieben Spielen waren genauso wenig beeindruckend, wie die Spielweise der Geißböcke unter Wagner. Die FC-Bosse schenkten dem bisherigen Interims-Trainer dennoch Gehör, als dieser seine Idee mit der Mannschaft vorstellte und anschließend auch das Vertrauen.

Im Nachhinein haben Wagners Art im Umgang mit den Spielern, seine Kommunikation und sein Verständnis von einem „Wir“ sicherlich einen großen Einfluss auf die Entscheidung gehabt. „In den ersten Tagen als Cheftrainer hat René einen sehr unaufgeregten und kommunikativen Eindruck hinterlassen. Genau das brauchen wir gerade auf der Position“, sagte Marvin Schwäbe kurz nach der Beförderung des Trainers.

Liegt das Kommunikationsproblem in der Kabine?

Auch Thomas Kessler lobte bereits die kommunikative Art des Trainers. Aktuell scheint es aber ein kleines Kommunikationsproblem zu geben. So erklärte Linton Maina am Samstagabend nach dem 1:1 gegen Bremen, man habe „irgendwie den Faden verloren. Wir haben abgewartet, sind vielleicht zu tief angelaufen, hatten Abstimmungsfehler – da kam einiges zusammen, sodass wir gar nicht mehr gut ins Spiel gefunden haben. Eigentlich haben wir es in der Kabine angesprochen“, sagte der Flügelspieler, der das 1:0 erzielt hatte. „Die Sachen, die von uns nicht so gut waren, waren kommunikativ – dass keiner so richtig wusste, was zu tun ist. Ich will nicht sagen, dass wir uns auch mal anschreien müssen, aber es darf nicht so dahinplätschern, dass wir gefühlt warten, bis ein Tor fällt.“

Eine bemerkenswerte Aussage, gerade, weil Wagner ein kommunikativer Trainer ist, der seinen Spielern immer einen Plan mit an die Hand gibt. Wagner erklärte, dass manche Situationen nicht wie „am Reißbrett“ zu lösen seien.

Welche Spieler übernehmen Verantwortung?

„Die Jungs müssen es in den Phasen, in denen es nicht für sie läuft, in denen sie nicht rauskommen oder das Pressing nicht funktioniert, wie Bälle verlieren, dann auch Führung übernehmen“, so Wagner. „Es wird sich im Laufe der Saison der Kern so festigen, dass in den Phasen, wo es vielleicht ein wenig unschlüssig ist, Spieler auf dem Feld sind, die genau das lösen können.“ Doch welche Spieler können genau das am Ende des Tages sein? Welcher Spieler kann das Team in der 55. Minute weiter nach vorne schieben, wenn der Gegner nach und nach die Kontrolle übernimmt? Liegt das vermeintliche Kommunikationsproblem am Ende nur auf dem Platz?

Wagner wünscht sich Eigeninitiative, Eigenverantwortung von seinen Akteuren. Gerade, wenn sein Wort bei 50.000 Fans nicht immer Gehör findet. Nur kann man diese Rolle nicht zwingend von dem 19-jährigen Talent, das erstmals in Deutschland spielt, erwarten. Kandidaten gibt es beim FC dennoch einige.

Zahlreiche Kandidaten für die Leaderrolle

Marvin Schwäbe natürlich, der allerdings zum ein oder anderen Akteur einen weiten Weg hat. Neuzugang Ellyes Skhiri, vielleicht aber auch Routiniers wie Marius Bülter. Spieler wie Tom Krauß gehen mit ihrem Willen, ihrer Leidenschaft voran. Luka Lochoshvili hatte angekündigt, vor allem mit guten Leistungen vorangehen zu wollen. Dass es aktuell jene vermeintlichen Diskrepanzen in der Verständigung gibt, kann am Ende natürlich auch mit einer neuen Hierarchie zusammen hängen, die ein personeller Umbruch im Sommer nun einmal mit sich bringt. Die Eingespieltheit im Team ist am Ende dann erkennbar, wenn die Antwort auf schwierige Phasen nicht an der Seitenlinie geholt werden. Auch das wird Wagner seinem Team mit an die Hand geben. Als herausragender Kommunikator sollte es also schon bald weder Planlosigkeit noch Ratlosigkeit auf dem Platz geben – ob das eine erfolgreichere Leistung mit sich bringt, wird sich aber eben auch erst dann zeigen.

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Der 1. FC Köln muss sich noch finden – Dabei werden wichtige Punkte schon längst verteilt: Ein Kommentar zum Duell gegen Werder Bremen

René Wagner vom 1. FC Köln
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Der 1. FC Köln muss sich noch finden – Dabei werden wichtige Punkte schon längst verteilt: Ein Kommentar zum Duell gegen Werder Bremen

Nach dem 3. Spieltag der Bundesliga steckt der FC immer noch in der Findungsphase. Abläufe auf dem Feld scheinen teils noch unklar, der Matchplan nicht verinnerlicht. Nun ist es die Aufgabe von René Wagner, durch seine häufig hervorgehobene Stärke der Kommunikation, der Mannschaft schnell einen Weg zu weisen, denn die Zeit rennt. Ein Kommentar zum Duell des 1. FC Köln gegen Bremen.

Die Ratlosigkeit nach den zwei unterschiedlichen Halbzeiten im Heimspiel gegen Werder Bremen kommunizierten die Akteure deutlich. Die Mannschaft sei noch in der Findungsphase, heißt es. Dass diese noch nicht abgeschlossen ist, liegt sicherlich auch an den spät zur Mannschaft gestoßenen Zugängen und der fehlenden Teilnahmean der Vorbereitung. Doch wieviel Zeit zur Findung kann sich der FC noch erlauben?

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René Wagner ist keine Person der lauten Worte – wenn, dann zumindest sehr selten. Der Trainer kann dann und wann schon mal anders, auch aus der Haut fahren. Aber in aller Regel schlägt er die ruhigen Töne an. Auch deswegen wollten die FC-Verantwortlichen mit dem Coach weiter arbeiten, als die Kritik von Außen im Sommer doch nicht überhörbar war. Die Punkteausbeute alleine sprach zumindest nicht für den Coach. Wagner gilt als guter Kommunikator, der eine gute Verbindung in der Mannschaft voraussetzt. Es muss im Team stimmen, damit Erfolge eingefahren werden. Von „sozialem Leim“ sprach Wagner im Sommer, dass er alle abholen wolle. Nichts anderes bestätigten die Spieler auch seitdem und die ein oder andere Personalie wird in der Entscheidungsfindung sicherlich auch mit dem sozialen Gefüge im Team zusammen gehangen haben. Nach vier Punkten aus drei Spielen, insgesamt höchst unterschiedlichen Leistungen, ist sicherlich nicht der Zeitpunkt, das in Frage zu stellen.

Zu viel Provisorium?

Am Samstagabend wurde das Thema Kommunikation eins, wenn auch auf anderer Ebene. So sprach etwa Linton Maina davon, dass man nicht so richtig wusste, was zu tun gewesen sei, obwohl Wagner immer wieder betont, den Akteuren den richtigen Plan mit an die Hand zu geben. De facto wirken die Kölner auf dem Platz dann ab und an planlos, mitunter ratlos. Es kann also tatsächlich irgendwo ein Kommunikationsproblem zwischen Sender und Empfänger geben. Möglicherweise sind die gesendeten Infos zu komplex, möglicherweise die empfangenen nicht einfach umzusetzen. Wagner erklärte am Samstag, dass es ja schon einige neue Spieler gäbe und man sich noch finden müsse. Nur darf dann durchaus die Frage erlaubt sein, ob der dritte Spieltag wirklich noch der richtige Zeitpunkt einer Findungsphase ist. Es wäre sicherlich vermessen, jetzt schon ein perfektes Ineinandergreifen der Zahnrädchen zu fordern. Selbst Vincent Kompany sagte erst in der vergangenen Woche inhaltlich, dass die Bayern noch an der Abstimmung arbeiten müssten.

Dennoch hatte man die gesamte Vorbereitung, vor allem im Trainingslager in Kitzbühel, das Gefühl, dass viel Provisorium beim FC mitschwang. Wagner und sein Team taten viel für das Gemeinsame, den sozialen Leim. Doch fehlte zu diesem Zeitpunkt noch ein Großteil der Mannschaft. Mit Ellyes Skhiri, Mikey Moore, aber auch Thijs Dallinga sind erst kurz vor Toreschluss Spieler dazugekommen, die durchaus für eine Startelf vorgesehen sind. Wichtige Bausteine des Kaders wurden also erst spät gefunden. Gerade Skhiri soll zudem eine Führungsrolle übernehmen – und ist dafür kurz vor Saisonstart geholt worden. Auch dort fehlen offenbar noch ein paar Prozent. Der Transfermarkt ist kein Wunschkonzert. Manchmal müssen die Sportchefs warten, um die gewünschte Qualität überhaupt bekommen zu können. Es macht keinen Sinn, im Juli den Plan B zu ziehen, nur damit dieser mit ins Trainingslager genommen wird, um den „sozialen Leim“ anzudicken.

Der Weg ist noch ein weiter

Insofern ist es verständlich, dass sich der FC noch in einer Findungsphase befindet. Es ist dann vielleicht auch verständlich, dass die geforderte Fitness noch nicht bei 100 Prozent liegt, Krämpfe, muskuläre Probleme könnten so erklärbar sein. Dass die Mannschaft eigentlich auf einem guten Weg ist, hat die erste Hälfte gegen Bremen gezeigt. Genauso wie die zweite gezeigt hat, dass der Weg noch ein weiter ist. Nur sind nun die ersten Begegnungen schon gespielt und die Punkte lassen sich nicht mehr korrigieren. Das 1:1 gegen Bremen steht, also gegen einen Gegner, den viele Experten eher im unteren Tabellendrittel ansiedeln, gegen den man im Heimspiel drei Zähler hätte einfahren können, vielleicht müssen. Überspitzt gesagt hat man den Eindruck, dass die letzte Vorbereitungsphase für den ein oder anderen Spieler unter Wettbewerbsbedingungen stattfindet. Das ist ohne Frage ungünstig, aber auch unumgänglich, also jetzt nicht mehr abzuwenden.

Thomas Kessler und Co. scheinen sich im Sommer für die nötige Qualität und gegen eine komplett gemeinsame Vorbereitung entschieden zu haben. Ein spektakulärer Deadline Day kann den Kader stärken, er kann aber nicht die fehlenden Wochen einer gemeinsamen Vorbereitung ersetzen. Der Findungsprozess ist also auch eine Folge des Transfersommers. Nun muss Wagner schnell den richtigen Ton treffen und aus vielen Einzelteilen eine funktionierende Einheit formen. Dass dafür eine klare Kommunikation nötig und Wagner genau für diese Stärke verpflichtet wurde, klingt nach einer gewissen Logik.

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