Während die Profis des 1. FC Köln jede Woche um wertvolle Punkte zum Klassenerhalt in der Bundesliga kämpfen, läuft es für die beiden ältesten Jugendteams wesentlich besser. Sowohl die U17 als auch die U19 führen ihre Vorrunden-Gruppen aktuell souverän und ungeschlagen an.
Die gute Jugendarbeit in Köln wurde in den letzten Jahren zu einem der Aushängeschilder des Vereins. Die U19 von Stefan Ruthenbeck krönte sich 2025 zum deutschen Meister, ein Jahr später platzte der Traum der Titelverteidigung erst im Endspiel. Die U17 blieb zwar titellos, gehört aber ebenfalls seit einigen Jahren zur nationalen Spitze. Auch in der aktuellen Saison überzeugten beide Teams bisher und steuern direkt auf die Meisterrunde zu. Spielen hier die Bundesliga-Stars von morgen?

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In jedem Dorfclub gilt derselbe Grundsatz: Die Jugend ist das Fundament des Vereins. Zwar ist ein Bundesligaclub nicht mit einer Kreisliga-Mannschaft zu vergleichen, dennoch kann eine erfolgreiche Jugendarbeit dem gesamten Verein zugute kommen. Die jungen Talente können sich am Geißbockheim entwickeln und später für die Profi-Abteilung interessant werden oder durch einen Verkauf Erlöse generieren. Obwohl nicht jeder Jugendspieler irgendwann in der Bundesliga aufläuft, machen viele der Youngster am Geißbockheim jetzt schon Lust auf mehr.
Meisterrunde im Visier
Die Kölner U17 ist bisher das Maß aller Dinge in ihrer Vorrundengruppe. Nach zehn Spielen hat das Team von Benedikt Hammans 28 Punkte auf dem Konto bei einer Tordifferenz von +32. Lediglich gegen den SV Darmstadt reichte es nur zu einem 3:3-Unentschieden. Die Quittung folgte jedoch im Rückspiel: Am vergangenen Samstag wurden die Lilien mit einer 6:2-Pleite vom Geißbockheim zurück nach Hause geschickt. Besonders auffällig war bisher Mittelstürmer Isaiah Izuagie, der in zehn Spielen bereits zwölfmal traf. Trotz vier verbleibender Partien ist dem FC der Einzug in die Meisterrunde praktisch kaum noch zu nehmen.
Die U19 lieferte bisher vergleichbare Ergebnisse ab. Von sieben Spielen gewann die U19 sechs, dazu kommt ein Remis zum Auftakt gegen Mainz 05. Zudem ließ die Kölner Hintermannschaft um Torwart-Talent Jacob Esser bisher erst vier Gegentore zu. Neben Stützen der Vorjahre wie Benjamin Ley und Lennard Völp spielt ein Großteil der Mannschaft ihre erste Saison in der A-Jugend. Seit dem zweiten Spieltag steht die Ruthenbeck-Truppe an der Tabellenspitze und hat den Vorsprung auf den ersten Verfolger bereits auf sieben Punkte ausgebaut.
Top-Torschütze ist bisher Kevin Ekweribe, der nicht nur mit seinen fünf Treffern einen großen Anteil am bisherigen Erfolg hat, sondern zuletzt sogar von Profi-Trainer René Wagner zum Training der ersten Mannschaft eingeladen wurde. Ob dem Team zum dritten Mal in Folge der Einzug ins Meisterschaftsendspiel gelingt, entscheidet sich erst nach dem Jahreswechsel in der Meisterrunde. Dass die Mannschaft dazu in der Lage ist, hat sie allerdings schon bewiesen.
Eigengewächse als Identifikationsfiguren
Der 1. FC Köln hat in seiner langen Geschichte schon viele junge Talente zu Bundesliga-Profis gemacht. Die Liste an legendären Eigengewächsen der Geißböcke ist lang. Insbesondere in einer emotionalen und positiv verrückten Stadt wie Köln ist die Verbindung der Fans zu Eigengewächsen oft größer als bei kleineren Vereinen. Diese besondere Beziehung ist aber keineswegs einseitig. Für viele junge Kölner ist es ein Traum, eines Tages mit dem Geißbock auf der Brust ins Müngersdorfer Stadion einzulaufen. Obwohl der FC wie jeder andere Bundesligaverein die meisten Spieler extern verpflichtet, gibt es doch immer wieder Beispiele von eigenen Talenten, denen der Sprung zu den Profis gelingt. Salih Özcan, Jan Thielmann und Ismail Jakobs sind einige Beispiele der letzten Jahre. Durch die Verbundenheit zu Stadt und Verein ist der Weg zum Fanliebling oft sehr kurz.
Womöglich dauert es gar nicht mehr lange, bis das nächste Eigengewächs sein Profi-Debüt gibt. Innenverteidiger Assad Kotya-Fofana stand gegen Frankfurt im Kader und könnte durch die Ausfälle von Rav van den Berg und Joel Schmied aktuell der erste Ersatzmann im Abwehrzentrum sein. Vorbilder gibt es für die aktuellen U17- und U19-Spieler also genug.
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