Vorteil für den Schlussspurt? In dieser Statistik ist der 1. FC Köln Spitze und so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr

Luca Waldschmidt nach dem Ausgleich
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Vorteil für den Schlussspurt? In dieser Statistik ist der 1. FC Köln Spitze und so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr

Gegen St. Pauli sicherte Luca Waldschmidt dem FC spät noch einen Zähler. Zum wiederholten Mal. Die Kölner holten schon zehn Rückstände in der Saison auf und das meist durch späte Treffer. Eine besondere Qualität des 1. FC Köln: Der FC trifft besonders oft in der Schlussphase.

René Wagner und Thomas Kessler betonten nach dem 1:1 gegen St. Pauli, wie wichtig der Punkt gewesen sei. Und wieder einmal konnte sich Köln auf eine ungewohnte Stärke verlassen. Die Torgefahr in der Schlussphase. Seit knapp 30 Jahren waren die Geißböcke in den letzten Minuten einer Partie nicht mehr so gefährlich.

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Es deutete nicht mehr viel auf einen Punkt gegen den FC St. Pauli hin. Doch der FC kam in den Schlussminuten unerwartet noch einmal zurück. Jakub Kaminski wurde von Karol Mets von den Beinen geholt, Luca Waldschmidt verwandelte den fälligen Strafstoß und glich für den FC aus. Allerdings sollte man die Geißböcke in dieser Saison nicht zu früh abschreiben. Bei den Kölnern ist gerade in der Schlussphase immer mit einem Treffer zu rechnen. Bereits zum zehnten Mal in dieser Spielzeit holte der FC einen Rückstand noch auf, meist eben in der Crunchtime. Schon gegen Frankfurt kamen die Geißböcke nach einem 0:2-Rückstand noch einmal zurück, holten einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt, nun gegen St. Pauli den nächsten. 18 Tore erzielten die Kölner in dieser Saison in der Schlussphase, nahezu jeder zweite Treffer fiel also ab der 75. Minute. Mehr Tore in der letzten Viertelstunde erzielten nur die Bayern (31) und Stuttgart (21), Borussia Dortmund kommt ebenfalls auf 18. Prozentual ist keiner kurz vor Ende des Spiels so gut wie der FC.

Könige der Nachspielzeit

Gerade in der Nachspielzeit zeigen sich die Kölner besonders torfreudig. Acht Treffer fielen nach der regulären Spielzeit – Ligabestwert. Bayern, der BVB und Bremen kommen jeweils auf sieben Nachspielzeit-Tore, dann folgen die nächsten Teams mit vier. Dabei ist es nicht so, dass sich die Mannschaft von René Wagner bei den späten Toren nur auf ihre Joker verlässt. Zwar erzielten die FC-Einwechselspieler starke elf Joker-Tore, aber eben nicht nur in der Schlussphase und eben keine 18. Zum Vergleich: St. Pauli kommt kurz vor Spielende auf fünf Tore, Hamburg und Wolfsburg auf jeweils sechs. So fuhren die Geißböcke in dieser Saison bereits wichtige Punkte ein. In drei der vergangenen vier Spiele brachte der späte Treffer noch das Remis. Eine Qualität, die für die Kölner im Abstiegskampf ein entscheidender Faktor werden könnte und eine Qualität, die gefühlt neu ist für den FC. In der vergangenen Spielzeit trafen die Geißböcke genau einmal in der Nachspielzeit, neun Mal in der Schlussphase.

Tatsächlich hat der FC zuletzt vor 29 Jahren öfter in der Crunchtime getroffen. In der Saison 1996/97 kam das Team auf 19 Tore in der Schlussviertelstunde. Köln wurde unter Peter Neururer Zehnter. Beides Ziele, die die Geißböcke in dieser Saison noch erreichen können. Vor allem aber dürften die Spieler die Gewissheit haben, dass mit dem FC immer zu rechnen ist – gerade in der Schlussphase. Und wann würde ein Treffer in der Nachspielzeit nicht besser passen als gegen Laterkusen.


Ein Monat René Wagner als Cheftrainer des 1. FC Köln: In der Offensive gibt es statistische Veränderungen, in der Defensive nicht

René Wagner beim Training des 1. FC Köln
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Ein Monat René Wagner als Cheftrainer des 1. FC Köln: In der Offensive gibt es statistische Veränderungen, in der Defensive nicht

Genau ein Monat ist René Wagner nun beim FC als Cheftrainer im Amt. Fünf Punkte holten die Kölner in dieser Zeit, ohne spielerisch zu glänzen. Und doch scheint sich nicht nur etwas in der Kommunikation verändert zu haben. Zumindest nach den Zahlen: Die Statistik zum Trainerwechsel beim 1. FC Köln.

Spielerisch war die Begegnung gegen den FC St. Pauli alles andere als ein Leckerbissen. Am Ende hat der FC aber wieder einen Punkt eingefahren. Zwar ist die Statistik noch mit Vorsicht zu genießen, doch nach einem Monat René Wagner zeigen sich rein von den Zahlen schon Unterschiede.

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FC-Kapitän Marvin Schwäbe wirkte nach der Begegnung gegen den FC St. Pauli ein wenig ratlos. Er könne sich auch nicht erklären, warum man im Schlussdrittel keine Lösungen gefunden habe, so der Kölner Keeper. Tatsächlich war der Auftritt am Millerntor wohl einer der schlechteren in dieser Spielzeit. Und es dauerte nicht lange und in den Sozialen Medien kritisierten die ersten FC-Anhänger, dass sich durch den Trainerwechsel spielerisch wenig verändert habe. Die Begegnung in Hamburg war durchaus trostlos, Fans, Spieler und Verantwortliche hatten nach dem 3:1-Erfolg über Bremen auf mehr gehofft. Immerhin hatte René Wagner zuvor von einer Riesenchance bei den Kiezkickern gesprochen und meinte die Vorentscheidung im Kampf um die Klasse, die dem FC mit einem Sieg wohl gelungen wäre. Auch, wenn es gegen St. Pauli nicht unbedingt zu sehen war, hat sich durchaus etwas an der Spielweise der Kölner verändert.

Gefährlicher, aber nicht so kaltschnäuzig

Zumindest sprechen dafür die Zahlen – sofern diese nach drei Spieltagen unter René Wagner schon aussagekräftig sind. Tendenzen lassen sich aber allemal erkennen – vor allem in der Offensive. Unter Lukas Kwasniok kamen die Kölner auf einen durchschnittlichen xGoals-Wert von 1,4 pro Spiel, bei René Wagner liegt dieser mittlerweile bei 3. Die Qualität der Kölner Torchancen hat sich also wenn man so will verdoppelt. Vielleicht auch, weil sich die Anzahl der Torschüsse erhöht hat. Der FC versuchte es unter Kwasniok zwölf Mal pro Spiel, nun sind es 17 Abschlüsse. In den 27 Spielen zuvor hat sich der FC 17 Großchancen erspielt, bei Wagner waren es an den Spieltagen 28 bis 30 acht. Nur ließen die Geißböcke Gute aus. Die xGoals-Effizienz entsprach unter Kwasniok den geschossenen Toren, aktuell hinkt der FC dem xGoals-Wert von neun mit drei Treffern hinterher. Auffallend ist aber auch die Anzahl der Konter. Bei Kwasniok kamen die Geißböcke zu 24 Abschlüssen nach Kontern in 27 Spielen, nun sind es zehn in drei Partien.

Dabei ist der FC deutlich mehr auf Ballbesitz aus, auf Spielkontrolle. Dieser hat sich um zehn Prozent erhöht. Und das Spiel scheint nun deutlich intensiver zu sein. Der FC läuft deutlich mehr als unter Lukas Kwasniok, zieht mehr Sprints, mehr intensive Läufe an. In der Defensive sind in der Statistik noch keine großen Unterschiede zu erkennen. Der gegnerische xGoals-Wert ist nahezu der gleiche geblieben (1,6 : 1,8), die gefangenen Tore auch (beide 1,3). Auch die Bilanzen der prozentual gewonnenen Zweikämpfe (49% : 48%), der Anzahl der Foulspiele pro Spiel (je 8) und der gegnerischen Abschlüsse pro Spiel (13,5) ist exakt gleichgeblieben. Unterm Strich spielen die Kölner bislang kontrollierter, mit mehr Ballbesitz, dafür aber intensiver. Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass in die Bilanz das Überzahl-Spiel gegen Bremen einfließt.


Der 1. FC Köln, der VfL Wolfsburg und das Problem einer 1:0-Führung

Luca Waldschmidt traf früh gegen den VfL Wolfsburg, am Ende gab es ein Remis
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Der 1. FC Köln, der VfL Wolfsburg und das Problem einer 1:0-Führung

Gegen den SC Freiburg ging der FC zum vierten Mal in dieser Saison in der Anfangsphase in Führung. Gewonnen haben die Kölner keins dieser Spiele. Und das ist nicht alles: Der 1. FC Köln und das Problem der 1:0-Führung.

Trotz Führung haben die Geißböcke schon zahlreiche Spiele aus der Hand gegeben. Genauso wie der VfL Wolfsburg. Vor allem nach frühen Treffern will es für den 1. FC Köln nicht so recht laufen.

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Knapp anderthalb Minuten währte die Freude über die Führung der Geißböcke am vergangenen Sonntag. Linton Maina hatte mit einem beherzten Sololauf das Kölner 1:0 eingeleitet. Max Rosenfelder brachte den FC tatsächlich letztendlich in Front, als er die Kugel ins eigene Netz drosch. Gebracht hat der Treffer dem FC herzlich wenig. Denn eben anderthalb Minuten später lupfte Derry Scherhant die Kugel über Marvin Schwäbe zum Ausgleich ein. Kurz vor dem Seitenwechsel traf die Mannschaft von Julian Schuster dann den 2:1-Siegtreffer. Die Kölner gaben den Sieg also trotz des frühen 1:0 noch aus der Hand. Und das ist in dieser Spielzeit offensichtlich ein grundsätzliches Problem des FC. Denn Niederlagen oder Remis nach frühen Treffern gab es in dieser Spielzeit schon mehrere.

Vier mal früh in Führung, vier Mal nicht gewonnen

Vier Mal erzielten die Geißböcke in der Anfangsphase das 1:0. Gegen Frankfurt hieß es am Ende 3:4, gegen den VfB Stuttgart 1:2, in Wolfsburg 3:3 und eben gegen Freiburg 1:2. Damit nicht genug: Inklusive des Pokalspiels gegen die Bayern gingen die Kölner in dieser Spielzeit bereits sieben Mal 1:0 in Führung, ohne am Ende als Gewinner vom Platz zu gehen. Nach Führungen verloren die Kölner sogar vier Liga-Spiele. Das ist der Liga-Höchstwert, gemeinsam mit den Wölfen. Dem gegenüber stehen allerdings auch vier Dreier nachdem die Kölner das 1:0 erzielten, fünf nach genereller Führung. Die Wölfe verspielten sogar in der Liga sieben Mal eine Führung. Auch die Niedersachsen punkteten natürlich wenn sie in Front lagen, holten dann sogar einen Zähler mehr als der FC.

Im Schnitt gab es für den VfL genau 1,5 Zähler nach einer Führung. In dieser Statistik liegt Wolfsburg auf Rang 18, und damit zwei Plätze vor den Kölnern, die gerade einmal 1,55 Punkte holten. Heißt: Beide Teams wissen durchaus, in Führung zu gehen, allerdings haben die Clubs Schwierigkeiten, dann nachzulegen. „Wir haben in der Vergangenheit einfach selten zu Null gespielt, weil wir genau in diesen Momenten da die Situation vielleicht ein wenig falsch einschätzen“, sagte der Kölner Coach. Auch Wolfsburg hat Zähler wieder abgegeben. Der VfL sammelte im bisherigen Saisonverlauf gerade einmal 19 Punkte – so wenig wie noch nie in der Bundesliga-Geschichte der Wölfe.

Im Hinspiel beim VfL war es der FC, der früh in Führung ging. Und dem Gesetz der Serie nach drehten die Wölfe die Begegnung zwischenzeitlich, sahen sogar nach dem späten Freistoßtreffer von Maximilian Arnold in der Nachspielzeit wie der Sieger aus. Dann schlug aber ausgerechnet Jakub Kaminski gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber zu und rettete dem FC den Punkt. Und das ist dann der andere Teil der Wahrheit – denn keine Mannschaft trifft nach wie vor öfter in der Nachspielzeit.