DFB räumt Fehler ein – Dennoch: Der 1. FC Köln, der VAR und eine fast schon unendliche Geschichte

Lukas Kwasniok kann die Entscheidung nicht verstehen
,
Startseite » Elfmeter 1. FC Köln

DFB räumt Fehler ein – Dennoch: Der 1. FC Köln, der VAR und eine fast schon unendliche Geschichte

Es war wohl die Szene des Spiels. Yan Couto bekam in der Nachspielzeit den Ball an die Hand, einen Elfmeter gab es nicht. Nicht die erste VAR-Entscheidung gegen die Geißböcke. Nur dieses Mal war sie besonders ärgerlich, denn der 1. FC Köln war offensichtlich im Recht: DFB räumt Fehler ein.

Das Handspiel von Yan Couto in der Nachspielzeit sorgte verständlicherweise bei den FC-Protagonisten für viel Ärger. Nun räumte der DFB gegenüber dem SID auch den Fehler der Unparteiischen ein. Beim möglichen Handspiel von Couto spreche aus Sicht der Schiri GmbH „deutlich mehr“ für eine strafbare Bewertung, eine Intervention wäre daher angebracht gewesen. Die Geschichte mit dem VAR und dem FC geht damit in dieser Spielzeit in die nächste Runde.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Es gibt durchaus Statistiken und Untersuchungen die beweisen sollen, dass sich Glück und Pech in einer Saison bei den Clubs nivellieren. Und sollte das beim 1. FC Köln auch der Fall sein, dann können sich die Geißböcke auf eine hohe Anzahl an Entscheidungen pro Köln freuen. Denn tatsächlich gab es in dieser Spielzeit schon einige VAR-Eingriffe oder eben Nicht-Eingriffe, die von Kölner Seite durchaus verständlicherweise kritisiert wurden. Alleine Ragnar Ache hätte in den Begegnungen gegen Leipzig und Stuttgart zwei Elfmeter für die Kölner zugesprochen bekommen können. Gegen den VfB vor drei Wochen wurde der Angreifer beim Sprung geschubst, gegen Leipzig einen Spieltag zuvor wurde dem 27-Jährigen laut Trainer Lukas Kwasniok „das Trikot zerrissen und unten noch das Bein weggeflext“.

FC immer wieder im VAR-Pech

Sicherlich „Kann-Entscheidungen“ – deutlicher war dagegen gegen die Sachsen das Handspiel von Christoph Baumgartner. Der Österreicher verhinderte auf der Linie ein klares Tor, doch es gab weder Elfmeter noch die Rote Karte. Und das, weil die Unparteiischen auf Abseits entschieden hatten. Eine Millimeter-Entscheidung, die auch Marvin Schwäbe am Samstagabend wieder aus der Erinnerungskiste hervorkramte. Und zwar, weil gleich zwei Aspekte zur Diskussion führten. Zum einen die Frage, ob zuvor David Raum den Ball als gewollte Abwehraktion verteidigt hatte, denn dann wäre es eine neue Spielsituation gewesen und Abseits hätte nicht gelten dürfen. Zum anderen steht nach wie vor die Frage nach der richtigen Kalibrierung im Raum.

Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, eine genaue Abseits-Linie sei gar nicht exakt möglich – folglich eine klare Linie bei Millimeter-Entscheidungen auch kein klarer Beweis. Genauso gibt es aber auch Experten, die die Linie durchaus als exakt bezeichnen. Zwei Mal war in diesem Jahr auch schon Alessio Castro-Montes von VAR-Entscheidungen betroffen. Zunächst wurde der Belgier im Spiel gegen Heidenheim vor dem zweiten Tor des Tabellenletzten gefoult. Der Pfiff blieb aus, das Tor zählte – kein Eingriff des VAR. Gegen Freiburg bekam der Schienenspieler die Kugel an den Arm, es gab Elfmeter. Und das, obwohl die Kugel von der Hüfte gegen den Arm sprang und das laut Regelwerk in dem Fall dann kein zwingendes Handspiel ist. Auch Kristoffer Lund bekam nach einem Handspiel im Rheinderby einen Elfmeter gegen sich gepfiffen.

Sehr selten Glück mit dem VAR

Und das, nachdem der US-Amerikaner zuvor bereits einen Foul-Elfmeter verursacht hatte. Beide Entscheidungen äußert hart, beide Entscheidungen wieder im Bereich des Möglichen. Das erste Mal sorgte der VAR in dieser Spielzeit im Duell der Kölner in Wolfsburg für Unmut. Damals trafen die Kölner früh, das Tor wurde aber zu recht zurückgenommen, weil Joel Schmied seinen Gegenspieler umgeschubst hatte. Das Ärgerliche: Vor dem 1:1 der Wolfsburger wurde Timo Hübers ähnlich zu Fall gebracht und der Video-Assistent griff nicht ein. „Die 50:50-Aktionen haben wir im Moment gegen uns“, sagte Marvin Schwäbe am Samstagabend. Schwäbe war im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart ebenfalls in eine VAR-Situation verwickelt. Damals kam der Keeper gegen Ermedin Demirović einen Schritt zu spät. Es gab zu recht Elfmeter.

Glück mit dem VAR hatten die Kölner in dieser Saison eher selten, sie hatten es aber. So zum Beispiel als Ache im Derby gegen Borussia Mönchengladbach einen Strafstoß zugesprochen kam. Einer, der ganz sicher keiner war. Dennoch hat das Pech aktuell deutlich die Überhand.


Marvin Schwäbe nach Elfer-Patzer: „In dem Moment die falsche Entscheidung“

Marvin Schwäbe ungewohnt unsicher
, ,
Startseite » Elfmeter 1. FC Köln

Marvin Schwäbe nach Elfer-Patzer: „In dem Moment die falsche Entscheidung“

Der FC hat am Sonntag seine zweite Saison-Niederlage hinnehmen müssen. Und das unterm Strich verdient. Diskussionen gab es aufgrund einer VAR-Entscheidung beim 1. FC Köln: Das sagt Marvin Schwäbe zu seinem Elfer-Patzer.


Über den Elfmeter wurde viel diskutiert. Dass ein Foulspiel vorgelegen hat, war aber unstrittig. Auch beim 1. FC Köln: Das sagt Marvin Schwäbe zu seinem Elfer-Patzer.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier


Gewohnt aufgeräumt und souverän trat Marvin Schäbe nur wenige Minuten nach der 1:2-Pleite gegen Stuttgart in den Katakomben des Kölner Stadions zum Gespräch mit den Medienvertretern an. Dabei machte der Keeper keinen großen Hehl daraus, dass die viel diskutierte Szene mit Ermedin Demirovic durchaus als Elfmeter zu werten gewesen ist. „Ja, natürlich treffe ich ihn. Er läuft dann aber auch weiter. Da habe ich ein Stück weit die Hoffnung, dass es einfach weitergeht“, sagte der Kapitän des 1. FC Köln. „Aber ich treffe ihn und wenn man die Bilder sieht, glaube ich, muss man ihn dann auch einfach geben.“ Der Keeper hatte versucht, einen Ball zu klären, dabei den Stuttgarter Stürmer an der Wade erwischt. Demirovic spielte zunächst weiter, das Spiel lief weiter. Schließlich intervenierte der Video-Assistent. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied auf Strafstoß. 

Martel zunächst wieder in der Innenverteidigung

Und die Diskussion entbrannte. Nicht ob des Fouls, das war wohl weitestgehend unstrittig. Vielmehr ploppten die Fragen auf, ob es noch einen Elfmeter hätte geben dürfen, wenn der Stürmer gemäß einer Vorteilssituation weiterspielt, ob der Assistent überhaupt hätte eingreifen dürfen, ob wirklich eine klare Fehlentscheidung vorgelegen hätte. Auch die Kommunikation zwischen Stuttgarter Bank und den Unparteiischen wurde vor allem von Thomas Kessler moniert. Dabei gehört zur aller Wahrheit, dass der Verursacher des Elfmeters gar nicht erst in die Situation hätte kommen müssen. „Ich lege den Ball ein bisschen zu weit vor. Ich hätte ihn im ersten Kontakt einfach direkt wegschlagen müssen“, sagte Schwäbe. 

Tatsächlich neigt der Kölner Keeper schon mal gerne dazu, das Spiel bei Rückpässen ein wenig zu verlangsamen. Meist ohne jegliche Gefahr. Dieses Mal ging es nicht gut. „Ich wollte das Spiel dann irgendwie flach wieder weiter eröffnen, um ihn rauszuspielen. Das war in dem Moment dann die falsche Entscheidung“, sagte der Keeper. Dabei war schon das Zuspiel von Sebastian Sebulonsen sicher nicht optimal. Insgesamt war der Kölner Torhüter eigentlich wieder ein starker Rückhalt. Schwäbe parierte unter anderem mit einem starken Reflex einen Fallrückzieher von Tiago Tomas und der Kölner Kapitän hielt zudem einen weiteren Versuch von Demirovic weltklasse. Allerdings stand der Stürmer bei der Aktion im Abseits. An dem 1:1 hatte Schwäbe dann aber ganz sicher seine Mitschuld. Schon gegen RB Leipzig erwischte der Keeper nicht seinen allerbesten Tag.