Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Jeder möchte irgendwann in seiner Karriere dorthin gelangen“ – Teil 2

Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln
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Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Jeder möchte irgendwann in seiner Karriere dorthin gelangen“ – Teil 2

Der Engländer wechselte im Winter leihweise an den Rhein. Mit come-on-fc.com spricht der 20-Jährige über die Zeit bei Manchester City, seine Karriereziele und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview – Teil 2

Der 20-Jährige kam im Winter aus England und wurde von Manchester City bis zum Sommer an den 1. FC Köln ausgeliehen. Wie es für den Innenverteidiger weitergeht, ist bislang noch offen. Im ersten vereinsexternen Exklusiv-Interview sprach der Engländer mit come-on-fc.com über seine Karriereziele, die Zukunft beim FC und die Zeit bei Manchester City. Jahmai Simpson-Pusey im Interview – Teil 2.

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Das Gespräch führte come-on-fc.com
In den Spielen für den FC haben Sie absolut überzeugt. Und das mit 20 Jahren. Ganz Köln fragt sich, wieso hat so ein Innenverteidiger mit dieser Klasse genau ein Spiel für Celtic gemacht. Was waren die Gründe, dass es nicht funktioniert hat?

Jahmai Simpson-Pusey: Es lief einfach nicht wie geplant. Ich hatte schon die Hoffnung, auf Einsatzminuten zu kommen. Im  Grunde habe ich alles gemacht, was von mir verlangt wurde und irgendwann kam ich einfach nicht mehr zum Einsatz. Dann kam ein neuer Trainer und auch unter ihm spielte ich keine Rolle. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich mich ganz gut geschlagen habe. Auch, weil ich nicht auf meiner Stammposition gespielt habe. Letztendlich hat es zwischen mir und Celtic einfach nicht gepasst.

Sie beschreiben die Zeit in Schottland dennoch als sehr wichtig…

Jahmai Simpson-Pusey: Das war sie definitiv. Viele Spieler machen eine solche Erfahrung mit 23, 24 oder 25 Jahren und lernen, mental damit umgehen. Für 18- oder 19-Jährige ist es hart, keine Spielzeit zu bekommen, nicht im Kader zu stehen und mit der Jugendmannschaft trainieren zu müssen. Das kann ziemlich demoralisierend sein. Ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben. Irgendwann bekommt man seine Chance. Es gibt diese Redewendung: Bevor du ganz oben ankommen kannst, musst du immer erst einmal unten gewesen sein. Diese Erfahrung war für mich wichtig. Das bringt mir einiges für die Zukunft.

Sie sind 20 Jahre alt und strahlen eine beeindruckende Ruhe am Ball aus, lösen Druck-Situationen spielerisch. Woher kommt diese Ruhe? Ist das die Schule von ManCity?

Jahmai Simpson-Pusey: Ja, definitiv. Diese Spielweise gehört zur Philosophie bei der Ausbildung in Manchester. Ich war aber auch nicht immer Innenverteidiger und denke, dass ich am Ball wahrscheinlich etwas besser bin als der durchschnittliche Innenverteidiger. Vielleicht hilft es, dass ich schon zahlreiche andere Positionen gespielt habe, im zentralen Mittelfeld oder als Kind im Sturm. Ich habe das Gefühl, dass Dribblings und der Druck von anderen Spielern mich nicht so sehr aus der Ruhe bringen.

Dann ist dies eine Ihrer Stärken, wo liegen Ihre Schwächen?

Jahmai Simpson-Pusey: Gerade in der Phase, in der ich nicht gespielt habe, gab es einige Themen. Ich habe aber das Gefühl, dass ich jetzt wieder an mein altes Niveau anknüpfen kann. Aber natürlich gibt es auch noch Themen, an denen ich arbeite.

Im Moment haben wir noch sehr gute Chancen, in der Liga zu bleiben

Gibt es bei Pep Dinge, die Sie von ihm gelernt haben, die Sie der Mannschaft weitergeben können?

Jahmai Simpson-Pusey: Er hat mir sehr viel mit auf den Weg gegeben. Als Innenverteidiger sagte er mir immer, dass es die kleinen, einfachen Dinge sind, die einen zum Top-Spieler machen. Den Gedanken lasse ich in mein Spiel einfließen, auch wenn ich wahrscheinlich riskanter spiele als andere. Aber es sind immer die einfachen Dinge, die die Defensive zusammenhalten. Die Abwehrreihe ist quasi das Herzstück des Teams.

Sie haben Ihre Ausbildung bei einem der besten Vereine der Welt erlebt. Sie standen für ManCity schon einige Male auf dem Platz, haben Champions League gespielt. Und das unter einem der besten Trainer der Welt. Stellt die Ausbildung die Weichen für Karriereziele?

Jahmai Simpson-Pusey:  Ich habe mit den besten Spielern und dem besten Trainer auf höchstem Niveau gespielt, da bekommt man einen Einblick in deren Arbeitsweise. Jeder möchte irgendwann in seiner Karriere dorthin gelangen. Ich würde sagen, dass diese Erfahrung eine gute Voraussetzung ist, um auf Top-Niveau anzukommen. Aber ich lasse die Dinge einfach auf mich zukommen.

Sebastian Sebulonsen und Jahmai Simpson -Pusey vom 1 FC Köln
Was sind denn Ihre langfristigen Karriereziele?

Jahmai Simpson-Pusey: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil man daran später auch gemessen wird. Ich will einfach mein Bestes geben und dann schauen wir, wohin das führt.  

Und kurzfristig? Wie stehen die Chancen aus Ihrer Sicht, dass wir Sie nächste Saison in Köln sehen werden? Der FC hat eine Kaufoption…

Jahmai Simpson-Pusey: Dazu kann ich aktuell nicht viel sagen. Ich weiß es selbst noch nicht. Es liegt ja auch nicht alles in meiner Hand. Im Fußball kann so viel passieren. Es macht keinen Sinn, Dinge zu versprechen, die dann doch anders kommen.

Der Weg mit ManCity ist zwangsläufig ein erfolgreicher. Bei Celtic ging es auch um Titel. Nun stecken Sie das erste Mal mit einer Mannschaft im Abstiegskampf. Wie erleben Sie das mental?

Jahmai Simpson-Pusey: Ich denke da eigentlich nicht drüber nach. Ich spiele einfach die Spiele und versuche, immer mein Bestes für die Mannschaft zu geben. Ich glaube, meine Mitspieler machen das genauso. Deshalb beunruhigt mich die Situation im Moment auch nicht. Es sind ja noch ein paar Spiele zu gehen. Ich bin mir sicher, dass wir weiterhin gut performen werden. Im Moment haben wir noch sehr gute Chancen, in der Liga zu bleiben.

Wer ist fußballerisch Ihr Vorbild? Welche Eigenschaften hätten Sie gerne von ihm?

Jahmai Simpson-Pusey: Was die Qualitäten auf dem Platz angeht, ist es John Stones. Ich mag seine Spielweise sehr, besonders die der letzten Saison. Er spielt genauso, wie ich selbst gerne spielen würde. Seine Rolle auf dem Platz ist mit viel Verantwortung verbunden. Über die gesamte Saison hinweg war er ein herausragender Spieler.

Sie kennen Erling Haaland von ManCity, haben gegen Harry Kane gespielt. Wer ist der unangenehmere Stürmer? Und wie unangenehm ist es gegen „Mr Fallrückzieher“ Ragnar Ache im Training zu spielen?

Jahmai Simpson-Pusey: Persönlich würde ich sagen, Erling Haaland ist definitiv schwerer zu bespielen. Weil er eher ein Stürmer ist, der sich in deinem Rücken immer wieder davonstehlen kann. Er ist super athletisch, springt einfach über dich hinweg, um zu köpfen. Und Kane – Kane ist ein wahnsinnig guter Spieler, aber er spielt eigentlich nie gegen die letzte Abwehrkette. Er lässt sich immer zurückfallen und holt sich den Ball. Er ist eher ein Spielmacher im Sturm. Die beiden spielen sehr unterschiedlich. Ragy ist einfach eine Bestie, ein Top-Spieler und ein sehr aufgeschlossener Typ. Er ist immer bereit, an Dingen zu arbeiten, von denen er denkt, er könne da besser werden. Da habe ich größten Respekt vor.

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Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Es war ein perfektes Match“ – Teil 1

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Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview: „Es war ein perfektes Match“ – Teil 1

Der Engländer wechselte im Winter leihweise an den Rhein. Mit come-on-fc.com spricht der 20-Jährige über die Ankunft in Köln, seine Rolle und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview – Teil 1.

Nach seiner Ankunft bei den Geißböcken wurde der Engländer vom damaligen Coach Lukas Kwasniok sofort in kalte Wasser geworfen. Der 20-Jährige machte seine Sache ordentlich und überzeugte in der Kölner Innenverteidigung durch Ruhe und Übersicht. Im ersten vereinsexternen Exklusiv-Interview sprach der 20-Jährige mit come-on-fc.com über den Trainerwechsel beim 1. FC Köln und das anstehende Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

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Das Gespräch führte come-on-fc.com
Herr Simpson-Pusey, seit drei Monaten sind Sie jetzt in Köln. Wie ist Ihr Eindruck von der Stadt und vom Verein?

Jahmai Simpson Pusey: Mein erster Eindruck von den Menschen und der Stadt ist durchweg positiv. Ich bin herzlich empfangen worden – auch von den Mitspielern. Sie waren unglaublich freundlich. Ich bin dankbar und glücklich, jetzt in diesem Umfeld sein zu dürfen.   

Es waren turbulente erste Wochen. Sie haben in diesen drei Monaten am Geißbockheim schon viel miterlebt. Man sagt, die Menschen in Köln schwanken in ihrer Stimmung schnell zwischen „Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt“. Würden Sie das so unterschreiben? 

Jahmai Simpson-Pusey: In gewisser Weise schon. Die Fans freuen sich für uns und leiden auf der anderen Seite mit uns mit. Es hängt natürlich viel von den Ergebnissen ab. Die waren zuletzt nicht so gut. Wir wissen, dass wir besser werden müssen.

Sind die Emotionen der Fans anders als die in England?

Jahmai Simpson-Pusey: Es ist ein ganz anderes Niveau. Es ist hier lauter, viel lauter und verrückter. Die Fans singen 90 Minuten am Stück. Das spürt man im Spiel. Egal, ob man gewinnt, verliert oder unentschieden spielt, man wird immer unterstützt. Die Fans in Köln sind großartig.

Bei Ihrer Ankunft im Trainingslager in La Nucia, in Spanien warteten nachts eine Handvoll Journalisten auf Sie, haben Fotos und Videos gemacht. Was haben Sie in dem Moment gedacht?

Jahmai Simpson-Pusey: Das war für mich schon neu. Ich kam aus Schottland, war dort praktisch ein Niemand. Ich habe eine halbe Saison nicht gespielt, saß auf der Bank, stand nicht im Kader, war aber trotzdem topfit. Dann bin ich an einen Ort gekommen, an dem ich mich vom ersten Tag an willkommen gefühlt habe – von meiner Landung in Köln am Flughafen bis hin zur Ankunft im spanischen Trainingslager. Es war ein großer Unterschied, aber es war eine sehr sehr gute Erfahrung für mich.

Wer hat Ihnen beim FC von Ihren Mannschaftskollegen besonders bei der Eingewöhnung geholfen und wer sind die Spieler, mit denen Sie den engsten Kontakt haben?

Jahmai Simpson-Pusey: Die Mannschaft hat mich komplett gut aufgenommen. Aber es gibt schon ein paar Spieler wie Ragnar Ache, Denis Huseinbasic, Rav van den Berg oder Kristoffer Lund, mit denen ich mehr zu tun habe.

Ihr Wechsel im Winter hat den ein oder anderen FC-Fan überrascht. Wie liefen die Gespräche ab? Was hat den Ausschlag für den FC gegeben?

Jahmai Simpson-Pusey: Das Transferfenster rückte immer näher und ich hatte keinerlei Spielpraxis gesammelt. Ich wollte spielen, mich beweisen und Einsatzzeit sammeln. Dann bekam ich im Dezember eine Nachricht von meinem Berater: „Du bekommst heute Abend oder morgen einen Anruf“, hieß es. Meine Agentur hat mir viel über Club und Stadt erzählt – und das hat sich gut angehört. Seit meiner Kindheit wollte ich immer im Ausland spielen. Es war ein perfektes Match. Es gab viele Gespräche mit meinem Berater und dann war klar: Das passt. So ein Angebot kann man eigentlich nicht ablehnen, vor allem nicht nach einer langen Spielpause. Man wechselt von der schottischen Liga in die Bundesliga – ein riesiger Sprung. Eigentlich eine klare Sache.

Er hat von der ersten Minute an mich geglaubt

Wie haben Sie Lukas Kwasniok als Trainer wahrgenommen? Immerhin hat er Ihnen direkt den Kaltstart zugetraut, nachdem Sie bei Celtic nicht gespielt haben?

Jahmai Simpson-Pusey: Für mich ist er ein Top-Trainer. Ich bin ihm sehr dankbar für die Chance, die er mir gegeben hat. So konnte ich mich direkt beweisen. Er hat von der ersten Minute an mich geglaubt. Wahrscheinlich hat er mich vorher nicht oft spielen gesehen.

Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln
Drei Monate später hat sich die FC-Welt weitergedreht. Wie haben Sie persönlich den Trainerwechsel wahrgenommen?

Jahmai Simpson-Pusey: Als ich in Schottland war, hatte ich bereits drei Trainer in einer Halbserie. Ein Trainerwechsel ist für mich also nichts Neues – solche Dinge gehören im Fußball dazu.

Mit René Wagner kommt der Nachfolger aus den eigenen Reihen. Was ist er für ein Trainer-Typ? Was macht er anders?

Jahmai Simpson-Pusey: Er hat sehr gute Ansätze. Er ist ebenfalls ein toller Typ, der mir sehr geholfen hat. Er spricht sehr gut Englisch, versteht, dass ich kein Deutsch spreche und es mir daher schwerfällt, manchmal die anderen Trainer zu verstehen. Er ist sehr hilfsbereit und ab und zu auch ein bisschen nachsichtiger mit mir (lacht). René weiß einfach, wie es ist, in ein anderes Land zu kommen. In den Trainingseinheiten haben wir einen ersten Eindruck gewonnen, aber wir haben noch kein Spiel unter ihm bestritten. Am Sonntag werdet Ihr sehen, was er vorhat.

Sie mussten zuletzt zwei Spiele zuschauen. Rav van den Berg und Cenk Özkacar haben ihre Sache aber gut gemacht, Joel Schmied ist wieder fit. Jetzt der Trainerwechsel. Machen Sie sich Gedanken darum, dass sie unter dem neuen Trainer eine andere Rolle einnehmen können?

Jahmai Simpson-Pusey: Egal, wie die Entscheidung ausfällt, werde ich sie respektieren. Wenn ich nicht berücksichtigt werde, werde ich mich nicht hinsetzen und aufgeben. Dann werde ich noch  härter an mir arbeiten, um Teil des Teams zu sein.  

Am kommenden Sonntag steht das Spiel gegen Frankfurt auf dem Plan. Was rechnet sich das Team aus? Worauf wird es ankommen?

Jahmai Simpson-Pusey: Wir müssen zusammenhalten. In fast allen Spielen seitdem ich hier bin, haben wir eine gute Leistung gezeigt. Uns fehlen manchmal einfach die Tore. Und damit meine ich nicht, dass es etwas mit den Angreifern zu tun hat, sondern ich sehe das eher strukturell. Am Sonntag werden wir wieder unser Bestes geben.

In Teil 2 des Interviews spricht Jahmai Simpson-Pusey über seine Karriereziele und die Zukunft beim 1. FC Köln. Das Interview erscheint am Dienstag.