Joel Schmied im Interview: „Wenn du dann da bist, siehst du erst, was Wucht wirklich bedeutet“

Joel Schmied im Trainingslager in La Nucia
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Joel Schmied im Interview: „Wenn du dann da bist, siehst du erst, was Wucht wirklich bedeutet“

Der Schweizer wechselte vor knapp einem Jahr an den Rhein. Mit come-on-fc.com spricht der 27-Jährige über den Wechsel, sein Vorbild und seine Rolle beim 1. FC Köln: Joel Schmied im Interview.

Nach einem guten Start bei den Geißböcken hat der Schweizer auch harte Kritik einstecken müssen. Nach seiner Verletzung fuhr der 27-Jährige mit ins Trainingslager nach La Nucia und sprach mit come-on-fc.com über seine Rückkehr und die Wucht des 1. FC Köln: Joel Schmied im Interview.

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Das Gespräch führte come-on-fc.com
Herr Schmied, als erstes natürlich die Frage: Wie geht es Ihnen?

Joel Schmied: Vielen Dank der Nachfrage. Es wird von Tag zu Tag besser. Ich habe in der kommenden Woche noch ein MRT und wenn da alles gut aussieht, kann ich mit unserem Athletiktrainer Leif Frach wieder trainieren.

Wann dürfen die Fans Sie denn wieder bei einem Spiel erwarten?

Joel Schmied: Vielleicht ist es im Februar schon wieder so weit. Prognosen sind im Fußball jedoch immer so eine Sache, aber der Februar ist durchaus realistisch.

Am Samstag saßen Sie während des Trainings am Rand und haben beseelt, glücklich das Training beobachtet. Waren Sie froh, dass es nun generell wieder losgeht oder happy, dass Sie noch nicht die Intensität des Trainers spüren müssen?

Joel Schmied: (Lacht.) Ich bin grundsätzlich ein sehr positiver Mensch. Natürlich ist es schön, dass es wieder losgeht. Urlaub tut zwar jedem gut, aber der Drang, wieder aufs Feld zurückzukehren und Siege einzufahren, ist groß. Es tut einfach gut, mit den Jungs zusammen zu sein, sich auszutauschen. Als ich gefragt wurde, ob ich trotz der Verletzung mitreisen wolle, war das für mich keine Frage. Das war mir sehr wichtig.

Als Sie vor einem Jahr Ihr erstes Training absolviert haben, berichteten Sie später von Seitenstichen, dass Sie schnell an Ihre Grenzen kamen. Haben Sie sich an die Intensität der Bundesliga gewöhnt?

Joel Schmied: Die Intensität ist deutlich höher als in der Schweiz. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. So hart es am Anfang ist, so schnell bis du dann auch drin. Man lernt die Übungen kennen, weiß, wie das Training aufgebaut ist und dann kann man es sich besser einteilen. Als neuer Spieler gibt man von Beginn an immer 100 Prozent Vollgas. Das sieht man jetzt auch bei den Jungs aus dem Nachwuchs. Die erzählen mir beim Essen, dass sie auch mal am Anschlag sind.

Sie sind jetzt ein Jahr beim FC, nicht mehr einer der „Neuen“. Übernehmen Sie auch – gerade gegenüber den jungen Spielern – Verantwortung? Immerhin waren Sie ja Vize- und Interimskapitän in Sion…

Joel Schmied: Ich sehe mich schon ein wenig als Bindeglied im Team. Ich bin 27 Jahre alt und habe eine gute Connection zu jung und alt. Verantwortung ist aber auch Teil meiner Persönlichkeit. Es ist einfach wichtig, einen guten Teamspirit zu haben und dann ist es egal, ob du 17 oder 37 bist – jeder hat seinen Platz.

In einer knappen Woche sind Sie nun genau ein Jahr beim FC. Wie kam es überhaupt zu dem Wechsel nach Köln? Wie war Ihr Gefühl, als ein Bundesligist angeklopft hat?

Joel Schmied: Das war ein unglaublich schönes Gefühl. Ich war schon ein wenig überrascht, als mein Berater mir vom Kölner Interesse erzählt hat. Gerade im Winter ist das Transferfenster nicht so einfach und Sion auch nicht bekannt dafür, viele Spieler in die Bundesliga oder 2. Liga zu bringen. Wir haben uns lange ausgetauscht, aber jetzt bin ich überglücklich, hier zu sein. Man merkt erst, wenn man hier ist, dass man nicht mehr zurück will. Denn alles ist viel professioneller, viel größer und cooler. Es ist ein absoluter Traum, der in Erfüllung gegangen ist. 

Joel Schmied vom 1. FC Köln
Joel Schmied vom 1. FC Köln (Foto: Lars Baron/Getty Images)
In Sion ging es über lange Zeit sehr turbulent zu. Das kann man vom FC – wenn auch anders gelagert – wohl auch behaupten. Jetzt kennen Sie Köln. Haben Sie diese Wucht der Stadt, des Vereins so erwartet?

Joel Schmied: Christian Keller und Thomas Kessler haben versucht, mich in unseren ersten Gesprächen vor einem Jahr bestmöglich auf die Wucht des Vereins vorzubereiten. Darüber zu sprechen, ist immer leicht und als Spieler denkst du erst einmal, damit kommt man locker klar. Wenn du dann aber da bist, siehst du erst, was „Wucht“ wirklich bedeutet. Das kann einen schon überrumpeln, gleichzeitig aber auch Energie bringen, weil du diesen Support einfach spürst. Obwohl wir aufgestiegen sind, hatten wir viele Aufs und Abs. Das war zum Reinkommen gar nicht schlecht, denn in einer Woche bist du der King, in der nächsten bist du vielleicht der Schlechteste. Die Fans im Stadion stehen aber immer hinter der Mannschaft, egal, wie wir spielen.

In der Rückrunde der vergangenen Saison gab es auch den ein oder anderen kritischen Kommentar – gerade nach dem verursachten Elfmeter gegen Düsseldorf. Die Welle, die einem da entgegen schwappt, dürfte auch größer sein als in Sion. Wie stecken Sie solche Nebenschauplätze weg?

Joel Schmied: Erst einmal kann ich das absolut verstehen. Wenn man den Verein liebt und ein Verteidiger so einen Blackout hat, dann ärgert das natürlich. Mich auch, ich will ja auch gewinnen – gerade in einem Derby. Das darf man nicht persönlich nehmen. Vielleicht muss man dann die Social-Media-Kanäle mal zwei, drei Wochen runterfahren. Es gibt aber auch immer Menschen, die über das Ziel hinausschießen, das gehört leider beim Fußball dazu. Ich habe vor kurzem eine Hand-Aktion von Virgil van Dijk gesehen – das war Eins-zu-Eins das gleiche. Es tut einem dann gut, wenn das auch den Besten der Welt passiert (lacht).

Seitdem ist viel passiert. Bis zu Ihrer Verletzung waren Sie unumstrittener Stammspieler. Vielleicht eine Rolle, die Ihnen Kritiker so nicht zugetraut hätten. Fühlen Sie eine Spur von Genugtuung?

Joel Schmied: Es tut immer gut, wenn man Kritikern mit Leistungen und Performance entgegentreten kann. Ich habe immer gewusst, was ich kann. Gerade gegenüber den neuen Spielern sollte man aber auch Geduld aufbringen. Es ist immer schwierig, nach drei oder vier Monaten schon zu hinterfragen, ob ein Spieler etwas kann oder eben nicht, denn man befindet sich in einem Integrationsprozess. Jetzt bin ich angekommen und man merkt auch im Team, dass das Standing steigt, wenn man gute Leistungen bringt. Ich sehe mich nicht mehr als Neuling, sondern als ein Spieler, der versucht, die Neuen zu integrieren.

Welche Rolle spielt Lukas Kwasniok in Ihrer Entwicklung?

Joel Schmied: Eine sehr große. Wenn man einen Trainer hat, der auf einen baut, dann ist alles viel einfacher. Dieses Vertrauen versuche ich aber auch zurückzuzahlen. Wir sind vom Typ her sehr ähnlich, haben einen ähnlichen Humor und können auch neben dem Platz unsere Späße machen. Es ist eine richtig gute Beziehung zwischen uns.

Joel Schmied vom 1. FC Köln
Joel Schmied vom 1. FC Köln grüßt aus dem Kraftraum
Nach außen wirkt Lukas Kwasniok oft so, als wäre er für jeden Spaß zu haben. Auf der anderen Seite ist er ein Mensch, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Wie ist er zur Mannschaft? Vielleicht auch gerade in dieser etwas schwierigen Phase?

Joel Schmied: Man muss sich immer selbst treu bleiben. Lukas hat auch auf den Tisch gehauen, als wir die sieben Punkte aus drei Spielen eingefahren haben. Er war damals nicht mit allem zufrieden. Er hat einen sehr hohen Anspruch – vor allem an sich selbst. Wir dürfen uns Fehler erlauben, der Trainer will aber, dass wir daraus lernen und uns weiterentwickeln. Das braucht seine Zeit.

Er ist aber auch für die ein oder andere Überraschung gut. Hatten Sie schon den Moment, bei dem Sie sich bei Ihrem Nebenmann gefragt haben, was macht der denn hier hinten?

Joel Schmied: Ich habe nicht den Anspruch, die Aufstellung in Frage zu stellen (lacht). Es ist positiv, dass jeder, der im Profikader steht, weiß, dass er auch zum Einsatz kommen kann. Wenn du eine gute Trainingswoche hast und körperlich in einer guten Verfassung bist, weiß jeder, dass ab Montag der Konkurrenzkampf für Samstag anfängt. Das pusht einen. Da ist keiner, der sich ausruhen kann. So sind wir gleichzeitig auch nicht so leicht auszurechnen.

Das Variable ist das eine, unter den Fans wird aber auf der anderen Seite diskutiert, ob das nicht einer vermeintlichen Eingespieltheit schadet. Was würden Sie diesen Kritikern sagen?

Joel Schmied: Wir trainieren jeden Tag zusammen. Jeder von uns kennt seinen Mitspieler sehr gut. Wir haben ein Grundgerüst von Spielern, die immer auf dem Platz stehen, wenn sie 100 Prozent fit sind. Zusätzlich spielen die, die am besten trainiert haben. Ich sehe das sehr positiv.

Sie haben in Ihrer Karriere viel erlebt. Bei der Verletzung von Timo Hübers standen Sie auf dem Platz. Was geht einem als Spieler in so einem Moment durch den Kopf?

Joel Schmied: Das war für uns alle ein Schock. Ich stand auf dem Spielfeld. Wenn man einen 29-jährigen Mann so am Boden sieht, dem die Schmerzen im Gesicht anzusehen sind, dann weißt du sofort, dass es ganz heftig sein muss. Hübi ist zum Glück ein sehr, sehr positiver Mensch. Er kam mit Krücken in die Umkleidekabine und hatte wieder ein Lächeln im Gesicht. Jetzt kann ich mit ihm gemeinsam die Physio-Einheiten absolvieren und bin froh, nicht alleine zu sein. Teilweise war Dominique Heintz auch dabei – da hatten wir unsere Dreierkette wieder beisammen. Für unseren Reha-Trainer war das sicher nicht einfach, uns machte das schon Spaß. Ich freue mich darauf, wenn ich auch auf dem Platz wieder neben ihm stehen kann.

In einem Interview haben Sie Mal über Ihre „Big Five for Life“ gesprochen, Dinge, die auf Ihrer Fußball-Bucket-Liste stehen. Ihre Auslandsstation ist nun also schon einmal abgehakt. Doch es stand noch mehr auf der Liste. Sie wollen alle Kontinente bereisen, ein Spiel in der Nati absolvieren. In fünf Monaten spielt die Schweiz gegen Katar. Dort wäre ein Kontinent drin. Vor allem aber die WM. Ist das ein Ziel?

Joel Schmied: Für jeden Schweizer Fußballer ist es das Ziel, mal in der Nati aufzulaufen – gerade bei einer WM. Das ist das größte aller Gefühle und das Größte, das man als Fußballer erleben kann. Ich war noch nie dabei, deswegen wäre es vermessen zu sagen, ich warte auf den Anruf des Nationaltrainers. Ich werde einfach Woche für Woche performen, damit ich für den Coach ein Thema werden kann. Und wenn nicht, werde ich die Spiele im Urlaub vom Strand aus verfolgen und mitfiebern. 

Sie werden viel Spielzeit benötigen. Der FC reagiert auf die Verletzungsmisere in der Hintermannschaft mit neuen Spielern. Jahmai Simpson-Pusey ist verpflichtet worden. Neue Konkurrenz auch für Sie… Wie geht man als arrivierter Spieler damit um?

Joel Schmied: Das ist einfach „daily business“ im Fußball. Ich bin nicht mehr ganz jung und kenne solche Situationen. Es ist normal, dass neue Spieler nachrücken, gerade auch nach dem Ausfall von Hübi. Dass da etwas passiert, war klar, da Eric ja auch kein gelernter Innenverteidiger ist. Ich hätte es Thomas Kessler jedenfalls genauso empfohlen (lacht).

Es werden weitere Namen spekuliert. Beschäftigen Sie sich mit Gerüchten?

Joel Schmied: Nein, ich beschäftige mich mit Neuzugängen eigentlich erst, wenn die Spieler dann auch da sind. Dann heiße ich sie herzlich Willkommen und helfe ihnen, sich schnell zu integrieren. 


Martel, Ache, Zu- und Abgänge – das sagt Thomas Kessler über mögliche Winter-Transfers beim 1. FC Köln

Thomas Kessler im Trainingslager in La Nucia
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Martel, Ache, Zu- und Abgänge – das sagt Thomas Kessler über mögliche Winter-Transfers beim 1. FC Köln

Am Rande des Trainingslagers in La Nucia sprach der Sportdirektor des 1. FC Köln auch über den Kader: Thomas Kessler äußert sich über mögliche Winter-Transfers in beide Richtungen sowie Personalien wie Eric Martel und Ragnar Ache.

Nachdem der erste Wintertransfer beim FC eingetütet ist, äußert sich der Sportdirektor der Geißböcke zu weiteren möglichen Zu- und Abgängen beim 1. FC Köln: Thomas Kessler äußert sich über Winter-Transfers.

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come-on-fc.com berichtet vom Trainingslager in La Nucia

Fynn Schenten, Said El Mala oder Isak Johannesson – gleich mehrere Spieler bestätigten in den vergangenen Tagen, dass das Trainingslager in La Nucia schon recht intensiv gewesen ist. Das aber offensichtlich nicht nur für die Akteure. Denn auch Thomas Kessler hatte allerhand zu tun. Der Sportdirektor der Geißböcke telefonierte hier, führte Einzelgespräche da.

„Man muss ihm jetzt auch die Zeit geben“

Kein Wunder, denn für den ehemaligen Kölner Keeper geht es auch darum, eine schlagkräftige Truppe für den zweiten Teil der Bundesliga zu formen. Und da stehen hinter einigen Personalien noch Fragezeichen. Auf der Zugangs-Seite hat Kessler den ersten Transfer bereits fix gemacht: Jahmai Simpson-Pusey wurde von ManCity ausgeliehen. Und prompt stellt sich die Frage, ob die Kölner damit ihre Soforthilfe für die Defensive verpflichtet haben.

„Er war gefühlt zweieinhalb Tage unterwegs, weil da auch nicht alles glatt gelaufen ist. Man muss ihm jetzt ein bisschen Zeit geben, um hier auch anzukommen. Ich glaube, der erste Eindruck ist sehr positiv“, sagte Kessler. Ob der Engländer aber eine Soforthilfe ist, wollte der Kölner Sportdirektor nicht direkt beantworten: „Ich glaube, dass er eine hohe Grundqualität hat, gerade auch mit dem Ball. Das ist sicherlich ein Element, nach dem wir auch nachgesucht haben. Es ist aber natürlich jetzt eher ein Transfer, der unter der Kategorie Talent einzuordnen ist.“

Und so könnte es durchaus weitere Verpflichtungen gerade in der Defensive geben. „Ich habe den Eindruck, dass jetzt ein Stück weit ein bisschen Fahrt reinkommt“, sagt Kessler zum Transfermarkt und betont, dass es schon einen Zielmarkt bei den Spielern gäbe, die bei „einem vermeintlich besseren Clubs mit besseren finanziellen Möglichkeiten eben nicht zum Einsatz kommen, die jetzt in der Rückrunde auf der Suche sind nach Spielpraxis, gerade mit dem Blick auf eine Weltmeisterschaft. Da wird sicherlich das ein oder andere Profil auch noch aufgehen, wo wir auch schon vernünftige Gespräche geführt haben.“

Gespräche sollen unter anderem mit Sebastiaan Bornauw geführt worden sein. Der Belgier gilt nach wie vor als realistisches Transferziel. Den Namen wollte Kessler erwartungsgemäß nicht kommentieren. Ins Profil würde der Belgier aber schon sehr gut passen. Weitere Neuverpflichtungen sind aber wahrscheinlich. „Wir schauen uns auf dem Transfermarkt um, wie wir den Kader in Gänze für die Rückrunde noch optimieren können“, so Kessler.

Abgänge beim FC durchaus möglich

Auch auf der Abgangsseite sind Veränderungen noch möglich. Laut Kessler ein „völlig normaler Prozess. Die Spieler bei uns werden sicherlich auch ganz genau betrachten, was wird in den ersten Wochen hier passieren und dann werden wir sicherlich das ein oder andere Gespräch führen.“ Es könnte durchaus sein, dass sich der „ein oder andere Spieler“ seine Gedanken mache.

Eine schnelle Einigung in der Causa Eric Martel scheint es jedenfalls nicht zu geben. Zumindest haben noch keine Gespräche laut Kessler stattgefunden. Wie berichtet, hatte sich Martel Bedenkzeit bis zum Winter erbeten. Der Sechser hat noch bis zum Sommer Vertrag, wäre dann ablösefrei zu haben. Will der FC in dem Fall noch eine Ablöse einstreichen, wäre ein Transfer nur jetzt denkbar. Interessenten soll es geben.

Doch im Winter wird der Mittelfeldspieler den Verein nicht verlassen. „Im Winter ist es kein Thema für uns, dass wir den Spieler abgeben werden“, sagte Kessler. „Wenn die Transferphase jetzt vorbei ist und die Bundesliga dann auch wieder läuft, dann werden wir sicherlich auch die Gespräche mit Eric noch einmal intensivieren.“

Zwar hatte sich der Kölner Sportdirektor unter der Woche mit Uwe Fuchs, dem Berater von Ragnar Ache und Dominique Heintz, unterhalten, dabei scheint es aber nicht um einen verfrühten Abschied des Stürmers gegangen zu sein. Vielmehr hat sich Kessler auch persönlich bei dem Stürmer für dessen Einsatz zu Saisonbeginn bedankt. In einer Phase, in dieser noch „Nacholbedarf“ gehabt habe. „Ich finde, das war alles andere als selbstverständlich, dass er ohne Murren jede extra Einheit mitgemacht hat.“

In Spanien es zwischen Sportdirektor und Stürmer ein Gespräch gegeben. „Ich habe Ragnar nur gesagt, wenn ich die Entscheidung heute noch mal treffen müsste, würde ich sie genau wieder treffen. Weil ich ihn für einen wichtigen Spieler für uns halte und ich auch davon überzeugt bin, dass er mit seinen Qualitäten in der Rückrunde für uns extrem wichtig sein wird.“

Grundsätzlich war Kessler mit dem Trainingslager und vor allen Dingen den Bedingungen sehr zufrieden. Jetzt muss die Mannschaft auch liefern. „Wir sind alle in der Bringschuld, den bestmöglichen Job zu machen“, sagte Kessler. „Es war von vornherein klar, dass wir besser sein müssen als die Konkurrenz, die mit uns um den Klassenerhalt kämpft“, so Kessler weiter. „Das Wichtigste ist aber einfach, dass wir absolut davon überzeugt sind, dass die Qualität mit der Truppe, mit der wir zusammen sind, unabhängig von dem, was im Januar auf dem Transfermarkt noch passieren kann, absolut zufrieden sind.“


Said El Mala im Interview: „Ich habe auch noch Luft nach oben“

Said El Mala im Interview mit come-on-fc.com
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Said El Mala im Interview: „Ich habe auch noch Luft nach oben“

Der Kölner Shootingstar blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Mit come-on-fc.com und weiteren Medien spricht der 19-Jährige über sein WG-Leben, seine Karriereträume und den Umgang mit dem Hype um ihn beim 1. FC Köln: Said El Mala im Interview.

Nationalmannschaft, Marktwert-Explosion und Top-Scorer. Seit Sommer hat sich viel verändert beim Kölner Shootingstar. Der 19-Jährige spricht über seine Familie, den Trubel und seine Rolle beim 1. FC Köln: Said El Mala im Interview.

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Said El Mala im Gespräch mit come-on-fc.com und weiteren Medien

Herr El Mala, der Großteil des Trainingslagers ist rum. Wie hart war die Vorbereitung auf Heidenheim?

Said El Mala: Wenn man nach zehn Tagen Urlaub wieder einsteigt und direkt Gas gibt, ist das schon intensiv. Ich finde, dass wir sehr hart und konzentriert arbeiten. Das Testspiel war auch in Ordnung, jetzt gilt der volle Fokus Heidenheim. Da wollen wir wieder in die Spur finden.

Der Jahreswechsel ist traditionell die Zeit, wo man zurückblickt. Wie haben Sie die vergangenen sechs Monate erlebt?

Said El Mala: Es ist extrem viel passiert in meinem Leben. Im Urlaub hatte ich Zeit, mal alles zu reflektieren. Erst dort habe ich realisiert, was in den letzten Monaten bei mir los war. Ich muss sagen, das fühlt sich alles sehr gut an und ich genieße diese Zeit sehr.

„Es ist eine Auszeichnung für mich“

Müssen Sie sich angesichts Ihrer rasanten Entwicklung ab und zu kneifen?

El Mala: Ich würde nicht sagen, dass ich mich wie in einem Film fühle, aber ich weiß schon, dass das nicht alles normal ist für einen jungen Spieler, der aus der 3. Liga kam.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass Sie vor nicht allzu langer Zeit beinah mit dem Fußball aufgehört hätten?

El Mala: Über dieses Thema lache ich sehr oft mit meinem Bruder – weil mittlerweile alles so anders gekommen ist. Dass alles doch noch diese Wendung genommen hat, ist einfach richtig cool. Nicht nur ich, wie beide genießen das sehr.

Inzwischen haben Sie Ihren Marktwert auf 40 Millionen Euro hochgeschraubt. Was macht die Zahl mit Ihnen?

El Mala: Es ist eine Auszeichnung für mich, dass ich so hoch bewertet werde. Ich muss aber dazu sagen, dass dies ohne meine Mitspieler nicht möglich gewesen wäre. Das ist aber nur eine Momentaufnahme. Ich bin ehrgeizig: Mein Ziel ist es weiterzumachen und noch besser zu werden.

Said El Mala mit Tom Krauß auf dem Trainingsgelände in La Nucia
Said El Mala mit Tom Krauß auf dem Trainingsgelände in La Nucia (Foto: come-on-fc.com)
Wie gehen Sie und Ihre Familie mit dem Trubel um Ihre Person um?

El Mala: Auch für meine Eltern ist alles neu. Sie sind immer noch nervös, wenn mich Leute auf der Straße ansprechen. Ich merke aber, dass sie sehr stolz auf mich sind. Sie haben mir früh mitgegeben, dass ich für meine Träume hart arbeiten muss, das war schon so in der Jugend bei Gladbach. Sie geben mir viel auf dem Weg mit. Zum Beispiel, dass ich ruhig und demütig bleiben und das Drumherum ausblenden soll. Gerade ist vieles extrem, vor allem im Vergleich zu früher, aber dafür habe ich meinen Bruder, meine Familie und die Mannschaft, die mir allesamt zur Seite stehen.

Wird Ihnen der Hype auch manchmal zu viel?

El Mala: Nein, mich nervt das ganz und gar nicht. Ich freue mich eher über die Aufmerksamkeit. Ich genieße es, wenn Leute zu mir kommen und ein Foto mit mir machen wollen. Ich bin der Letzte, der so etwas ablehnen würde. Das ist etwas Schönes und sicher nicht selbstverständlich.

„Ich war immer schon ein selbstbewusster Typ“

Welche Eigenschaften haben Sie von Ihrer Mutter und welche von Ihrem Vater?

El Mala: Von meiner Mama habe ich auf jeden Fall meine Hilfsbereitschaft. Von meinem Vater habe ich eher die Coolness und die trockene Art.

Und woher kommt Ihre selbstbewusste Art?

El Mala: Ich war immer schon ein selbstbewusster Typ, auch abseits des Platzes. Das hat sich dann mit der Zeit auf den Fußball übertragen. Wenn man gute Leistungen bringt, Tore schießt und Vorlagen gibt, kommt das von alleine. Und wenn man dann auch noch Leute in seinem Umfeld und in der Mannschaft hat, die einen pushen, dann zieht man da sehr viel für sich raus.

Wie sind mittlerweile Ihre Ansprüche nach so einem starken Halbjahr?

El Mala: Ich will einfach da weitermachen, wo ich aufgehört habe. Ich habe auch noch Luft nach oben, denn nicht all meine Spiele waren gut. Ich muss noch mehr Konstanz in meine Leistungen reinbringen, um der Mannschaft dauerhaft zu helfen. Ich möchte natürlich wie alle anderen auch am liebsten immer von Anfang an spielen, die Joker-Rolle ist aber auch okay. Denn ich habe den Eindruck, dass ich meinen Job von der Bank auch sehr gut mache.

Wann haben Sie nach Ihrem Wechsel aus der 3. Liga gespürt, dass Sie auch in der Bundesliga mithalten können?

El Mala: Es hat mir geholfen, dass ich nach einer starken Saison mit Viktoria mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein zum FC kam. Ich wollte von Anfang an alles geben, um mir den Traum von der Bundesliga zu erfüllen. Mein Motto am Anfang war: kicken, Spaß haben und alles geben. Ich habe dann aber sehr schnell gemerkt, dass ich das kann und noch mehr geht.

Hatten Sie keinen Respekt vor den großen Namen?

El Mala: Respekt natürlich schon, aber ich habe einfach den Kopf ausgeschaltet und Spaß an dem gehabt, was ich seit meiner Kindheit liebe. Denn man muss als junger Spieler eine gewisse Frechheit und Unbekümmertheit haben, sonst überlebt man in der Bundesliga nicht. Die hatte ich auch schon in der 3. Liga, da hatte ich auch vor keinem Gegenspieler Angst.

Lukas Podolski hat kürzlich gesagt: „Er ist wie ich ein Straßenfußballer“. Stimmen Sie dem zu?

El Mala: Ich höre den Vergleich mit Poldi oft. Ich habe ehrlich gesagt nicht so viel von ihm gesehen, ganz einfach, weil ich damals noch zu klein war. Ich weiß aber, dass er hier eine absolute Legende ist. Ich habe ihn schon einmal getroffen, wir haben uns kurz ausgetauscht. Dass ich ein Straßenfußballer bin, der sich auf dem Platz auf seine Instinkte verlässt, würde ich auch sagen.

„Ich konnte es erstmal gar nicht glauben“

Im Oktober wurden sie erstmals zur Nationalmannschaft eingeladen. Was war das für ein Gefühl?

El Mala: Ich konnte es erstmal gar nicht glauben, als der Anruf von Julian Nagelsmann kam. Ich bin zunächst gar nicht dran gegangen, weil es eine unbekannte Nummer war. Als ich dann das Profilbild des Bundestrainers bei WhatsApp gesehen habe, habe ich zu meinem Bruder gesagt: ‚Malek, ich glaube, meine Vermutung wird wahr.‘ Es war ein krasses Gefühl, den Bundestrainer zurückzurufen, ich war total aufgeregt. Im Gegensatz zu meinem Bruder, der ist total ruhig geblieben. Als ich nach dem Telefonat aufgelegt habe, habe ich es dann sofort meinen Eltern erzählt.

Wie steht es um Ihren WM-Traum?

El Mala: An erster Stelle steht, mit dem FC wieder in die Spur zu finden und Spiele zu gewinnen. Darauf liegt aktuell mein Fokus. Wir wollen die Klasse halten und dafür werde ich alles geben. Von der WM bin ich noch weit entfernt. Ich wurde zwar eingeladen, bin aber noch nicht zum Einsatz gekommen. Ich muss erstmal konstant meine Leistungen bringen und wenn ich dann nochmal eingeladen werde, auch beim DFB-Team überzeugen. Dann wird man sehen, was passiert.

Wo sehen Sie noch Entwicklungspotenzial bei sich?

El Mala: Bei der Defensivarbeit muss ich definitiv noch zulegen und noch konstanter über 90 Minuten werden.

Ihr Bruder ist ein Orakel, er hat das Tor gegen Hoffenheim auf die Minute genau vorhergesagt. Wie sieht seine WM-Prognose für Sie aus?

El Mala: Es gibt keine, die WM ist zwischen uns beiden überhaupt kein Thema. Wir haben noch kein Wort darüber geredet.

Apropos Malek: Sie sind mittlerweile einen Schritt weiter als Ihr Bruder. Wirkt sich das auf Ihr Verhältnis aus?

El Mala: Nein, das spielt keine Rolle zwischen uns. Er gönnt mir alles von Herzen. Wenn er in meiner Situation wäre, würde ich das genauso tun. Wir leben in einer WG zusammen und sehen uns jeden Tag. Wir glauben gegenseitig an uns und unterstützen uns bedingungslos.

Was fehlt ihm noch für den großen Durchbruch?

El Mala: Ich kann versprechen, dass er eines Tages auch da hinkommt, wo ich gerade bin. Er hat Qualitäten, die es so nicht oft gibt. Er hatte leider zuletzt einige Rückschläge durch Verletzungen, die er jetzt erstmal verarbeiten muss. Er braucht noch ein bisschen Zeit, aber ich glaube, dass er beim FC bestens aufgehoben ist, um den nächsten Schritt zu gehen. Er hat in der Reha viel gearbeitet und ich bin mir sicher, dass er wieder Vollgas geben wird, wenn er bald wieder auf dem Platz steht.

Wie sieht die Aufgabenverteilung in der El-Mala-WG aus?

El Mala:  Wir haben da einen guten Weg für uns gefunden. Wenn ich zum Beispiel die Waschmaschine anmache, räumt Malek sie aus. Wenn ich staubsauge, macht er es beim nächsten Mal. Es ist ein Geben und Nehmen.

„Ich habe eine starke Bindung zur Stadt und zum FC entwickelt“

Sie sind zwar kein gebürtiger Kölner, aber was bedeutet Ihnen der FC?

El Mala: Ich habe eine starke Bindung zur Stadt und zum FC entwickelt. Köln lebt vom Fußball. Die Menschen sind positiv verrückt, wenn es um den Verein geht. Es ist immer geil, vor den eigenen Fans zu spielen und 50.000 im Rücken zu haben. Ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann. Ich spüre das Vertrauen des Vereins und den Fans. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Ich hoffe, dass es so weitergeht.

Welche Träume haben Sie in Ihrer Karriere?

El Mala: Ich will so viel erreichen, wie es nur geht. Ich will mir am Ende der Karriere nicht vorwerfen, dass ich nicht alles herausgeholt habe. Ich bin sicher: Wenn ich dranbleibe, dann werden sich meine Ziele und Wünsche erfüllen.


Isak Johannesson im Interview: „Deswegen bin ich den Hatern dankbar“

Isak Johannesson im Interview mit come-on-fc.com
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Isak Johannesson im Interview: „Deswegen bin ich den Hatern dankbar“

Der Isländer fühlt sich wohl in Köln – und das nicht nur fußballerisch. Mit come-on-fc.com spricht der 22-Jährige über den Wechsel, sein Vorbild und seine Rolle beim 1. FC Köln: Isak Johannesson im Interview.

Nach einem starken Saisonstart lief es zuletzt weniger rund für den 22-jährigen Sommerzugang. Doch der Isländer fühlt sich wohl in Köln und blickt positiv in die Zukunft. Mit come-on-fc spricht der isländische Nationalspieler über seine bisherige Zeit bei den Geißböcken, seine Position im Team und seine Entscheidung für den 1. FC Köln: Isak Johannesson im Interview.

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Das Gespräch führte come-on-fc.com
Herr Johannesson, wenn wir es hier im Training am Samstag richtig mitbekommen haben, mussten Sie bei einer Trainingsform laut auf Deutsch zählen. Wie weit ist es mit Ihrem Deutsch?

Isak Johannesson: Ich verstehe alles und versuche auch möglichst oft und viel Deutsch zu sprechen. In Island habe ich gerade erst einen Deutschen kennengelernt, mit dem ich mich gut unterhalten konnte. Ich habe schon sehr gute Fortschritte gemacht.

Besonders deutsch ist es, Fondue oder Raclette an Silvester zu machen. Zudem gibt es Feuerwerk. Wie feiert man den Jahreswechsel in Island?

Isak Johannesson: Dort gibt es viele Menschen, die sich verkleiden. Tatsächlich schaut man in Island traditionell eine Comedy-Show, in der Späße über die Politik und Politiker des vergangenen Jahres gemacht werden. Das sehen sich bestimmt 95 Prozent aller Isländer an. Die Sendung geht bis 23.30 Uhr und dann machen alle ein großes Feuerwerk. Das ist schon ein wenig verrückt. Wenn man das das erste Mal erlebt, ist es überwältigend.   

„Ich bin im Sommer zu einem Topclub gewechselt“

Ein Feuerwerk war das Jahr 2025 nicht immer. Sie sind mit dem FC stark in die Saison gestartet, der Trend zeigte zuletzt aber nach unten. Mit der Nationalmannschaft gab es den Achtungserfolg gegen Frankreich, die Siege gegen Aserbaidschan und dann das Aus gegen die Ukraine. Von außen betrachtet war es für Sie wohl ein wenig eine Achterbahn der Gefühle…

Isak Johannesson: Für mich persönlich lief das Jahr schon sehr gut. Ich bin im Sommer schließlich zu einem Topclub gewechselt. Wir sind richtig gut gestartet, dann kamen leider auch ein paar schlechtere Ergebnisse dazu. Man darf aber nicht vergessen, dass wir gerade erst aufgestiegen sind und da gehört eine Achterbahnfahrt schon mal dazu. Wir müssen weiter hart arbeiten, ruhig und fokussiert bleiben, dann werden wir auch wieder Spiele gewinnen. Auch in der Nationalmannschaft war es vermutlich mein bestes Jahr. Ich bin dort Stamm- und Schlüsselspieler.

Und dennoch steht da das WM-Aus auf dem Papier. Wie groß war der Traum von den USA, Mexiko und Kanada für Sie persönlich?

Isak Johannesson: Natürlich war das ein großer Traum von mir. Insofern ist es auch hart, dass wir uns nicht qualifiziert haben. Es hat vielleicht zwei, drei Tage gebraucht, um es zu verarbeiten. Rückschläge gehören zum Sport genauso wie zum Leben einfach dazu. Es ist aber nicht der erste Rückschlag meiner Karriere.

Isak Johannesson im Trainingslager in La Nucia
Isak Johannesson im Trainingslager in La Nucia
In Island hofft man wieder auf eine goldene Ära wie 2016 oder 2018 mit großem Turnieren. Jetzt kam das Aus – wie weit ist das aktuelle Team von einer Teilnahme an einem Endturnier entfernt?

Isak Johannesson: In Island vergleicht man die Situation jetzt mit der von 2014. Damals war die Nationalmannschaft auch in den Playoffs gescheitert und es folgten die großen Turniere. Wir sind ein sehr junges Team. Wir haben sehr gute Spieler, die in Frankreich und in Italien spielen – alle im besten Fußballeralter. Ich habe auch zwei, drei richtig gute Freunde im Team, die in starken Ligen spielen und auch erst 22 oder 23 Jahre alt sind. Es ist schon eine sehr positive Entwicklung. Mein Ziel ist aber schon länger die Europameisterschaft in England 2028. Es wäre großartig, wenn wir uns dafür qualifizieren könnten. Und der Weg zur EM ist ja auch ein bisschen leichter als der zur WM.

Sie sind unter Islands Trainer Arnar Gunnlaugsson absoluter Schlüsselspieler – und das mit gerade einmal 22 Jahren. Ist das für Sie eher eine Ehre oder auch ein Haufen Verantwortung?

Isak Johannesson: Arnar Gunnlaugsson ist für uns junge Spieler in erster Linie ein Vorbild. Er ist ein hervorragender Trainer, der mich immer wieder mit seinem taktischen Wissen überrascht. Es ist für mich eine Ehre unter ihm zu spielen. Er hat mich zum Schlüsselspieler gemacht und ich fühle mich sehr wohl mit ihm als Trainer.

„Das ist schon die perfekte Position für mich“

Gerade zu Saisonbeginn warst du auch in Köln unumstrittener Stammspieler. Wie siehst du deine Rolle beim FC?

Isak Johannesson: Ich stand in 15 Spielen auf dem Platz, deswegen bin ich sehr glücklich. Ich übernehme auf der Doppelsechs eine wichtige Aufgabe, kann mich in das Spiel nach vorne einschalten. Das ist schon die perfekte Position für mich.

Trotzdem haben Sie sich bei der Fortuna häufiger in die Scorerliste eingetragen. Gerade weil Ihre Rolle deutlich offensiver war. Wie wohl fühlen Sie sich auf der Sechs?

Isak Johannesson: Auf der Sechs fühle ich mich extrem wohl. Aber es stimmt schon, ich habe in Düsseldorf mehr Tore geschossen. Jetzt habe ich eine etwas andere Aufgabe. Ich bin eher für den Spielaufbau mitverantwortlich, spiele die Pässe zu den Jungs, die die Tore erzielen sollen. Zudem spiele ich diese Saison das erste Mal in der Bundesliga. Natürlich würde ich gerne mehr Tore schießen oder vorbereiten, aber meine Rolle ist jetzt eben anders. Ich bekomme nicht mehr die drei, vier Abschlüsse im Spiel wie noch in Düsseldorf. Bislang sind es sechs oder sieben in der gesamten Saison.

Zuletzt lief es in Köln aber auch nicht rund. Sechs sieglose Spiele in Folge. Woran machen Sie den negativen Trend fest?

Isak Johannesson: Das gehört bei einem Aufsteiger dazu. Es gibt Höhen und Tiefen. Wir wollen jetzt wieder zu dem zurückkehren, was uns am Anfang der Saison stark gemacht hat. Daran arbeiten wir hier im Trainingslager. Das ist ein klarer Matchplan, gegen den man nur schwer bestehen konnte. Da haben wir die Gegner überrannt, waren voller Energie. Zu diesen Basics müssen wir zurückfinden. Denn da haben wir Punkte geholt. Vielleicht fehlte uns zuletzt auch ein wenig Glück.

Lukas Kwasniok hat Sie schon vor Ihrer Verpflichtung als seinen Lieblingsspieler betitelt. Was bedeutet Ihnen das?

Isak Johannesson: Wenn ein Trainer so etwas sagt, fühlt sich das natürlich gut an. Ich glaube, er sieht die Fähigkeiten, die in mir stecken, meine Stärke mit dem linken Fuß und mein Spielverständnis. Ich will möglichst viele Spiele für den Club aber auch für ihn gewinnen.

Isak Johannesson jubelt mit dem 1. FC Köln
Isak Johannesson jubelt mit dem 1. FC Köln

„Es ist also ein perfektes Match“

Die Gespräche über Ihren Wechsel wurden aber an anderer Stelle geführt. Wie hat Sie Thomas Kessler – oder war es noch Christian Keller – überzeugt?

Isak Johannesson: Das war Thomas Kessler. Aber es brauchte gar nicht viel, um mich zu überzeugen. Der Club hat von Beginn an an meine Entwicklung geglaubt. Der FC hat mir einen Vertrag bis 2030 gegeben, weil wir diesen Weg gemeinsam gehen wollen. Ich will ein guter Spieler der Bundesliga werden, der Verein will sich wieder fest etablieren. Es ist also ein perfektes Match.

Der Wechsel nach Köln war erwartungsgemäß von einigen Störgeräuschen der Düsseldorfer Fans begleitet. Was machen solche Hasskommentare mit einem so jungen Spieler? Die werden ja nicht spurlos an Ihnen vorüber gegangen sein.  

Isak Johannesson: Die Kommentare haben mich und meine Familie noch stärker gemacht. Ich habe da etwas durchgemacht, dass noch nicht viele 22-Jährige erlebt haben. Wie gesagt, jetzt bin ich noch stärker. Deswegen bin ich den Hatern auch dankbar.

Neben dem Lob des Trainers gab es zuletzt auch ein Lob Ihres Vaters. Er sei unheimlich stolz auf Sie. Wie eng ist die Verbindung, welchen Anteil hat er an Ihrer Karriere?

Isak Johannesson: Er hat den wohl größten Anteil an meiner Karriere. Er hat mir bei meiner Entwicklung extrem geholfen. Ich war noch sehr jung, als ich aus meiner Heimat weg bin. Aber mein Vater war immer für mich da, ich konnte ihn immer um Rat fragen. Er war auch zwei Jahre mein Nationaltrainer. Und vor allem war er mein Vorbild, als ich als kleines Kind Spiele der Premier League gesehen habe.

Wenn Sie schon von Ihrem großen Vorbild sprechen. Ihr Vater hat für 15 Vereine gespielt. Eine beeindruckende Bilanz. Wäre das etwas für Sie?

Isak Johannesson: Ich habe einen Vertrag bis 2030. Und das sagt eigentlich schon alles. Ich bin sehr glücklich, noch für so viele Jahre beim FC zu spielen.

„Die Fans, die Stadien, das Gesamtpaket ist fantastisch“

Aber Sie sind in England groß geworden, Ihr Vater hat dort erfolgreiche Jahre verbracht. Reizt die Premier League gar nicht?

Isak Johannesson: Für jeden jungen Spieler ist es ein Traum, in der Premier League zu spielen. Aber ich würde meine gesamte Karriere gerne in Deutschland verbringen. Es ist wirklich schön – die Fans, die Stadien, das Gesamtpaket ist fantastisch. Meine Freundin und ich fühlen uns wohl, und das ist das Wichtigste. Natürlich weiß man nie, was passiert, im Fußball kann sich alles sehr schnell ändern.

Nicht so schnell ändern soll sich das Dasein als Bundesligist. Was ist für den FC im kommenden halben Jahr möglich?

Isak Johannesson: Wir wollen einen erfolgreichen Start ins neue Jahr hinlegen. Das würde uns schon helfen. Wir sind aktuell Elfter. Es wäre stark, wenn wir am Ende in der oberen Tabellenhälfte landen. Aber unser erstes Ziel ist der Klassenerhalt. Darauf kann man dann aufbauen.


Jakub Kaminski im Interview: „Am Ende sind wir alle happy mit der Entscheidung“

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Jakub Kaminski im Interview: „Am Ende sind wir alle happy mit der Entscheidung“

Der Offensivspieler fühlt sich wohl in Köln – und das nicht nur fußballerisch. Mit come-on-fc.com spricht der 23-Jährige über seine Ziele, die „polnische Connection“ mit Trainer Lukas Kwasniok und die bisherige Zeit beim 1. FC Köln: Jakub Kaminski im Interview.

Nach wenigen Monaten sind die Sympathien, die dem Kölner Offensivspieler entgegenschlagen, in der Domstadt große. Der 23-Jährige ist bei den Geißböcken angekommen und fühlt sich wohl in Köln und beim FC. Mit come-on-fc spricht der polnische Nationalspieler über seinen WM-Traum, Teamkollege Said El Mala und seine Entscheidung für den 1. FC Köln: Jakub Kaminski im Interview.

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Das Gespräch führte Simon Bartsch
Herr Kaminski, wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Würden Sie lieber mit Polen im Sommer bei der WM starten oder mit dem FC in der kommende Saison Europa League spielen?

Jakub Kaminski: Am liebsten beides! (lacht) Mit Polen haben wir im März das Playoff-Spiel gegen Albanien. Und wenn wir das gewinnen, geht es gegen die Ukraine oder Schweden. Da ist etwas möglich für uns. Mit dem FC müssen wir schauen, dass wir weiterhin punkten. Dann wird das eine gute Saison.

Für den Traum mit dem FC in Europa zu spielen, müssten allerdings zwei Dinge zusammenkommen. Köln muss sich qualifizieren und Sie hier am Geißbockheim bleiben. Wie ist da aktuell der Stand? Hat Ihnen Thomas Kessler schon eine Einladung für ein Gespräch geschickt?

Jakub Kaminski: Nein, noch nicht. (lacht) Es ist ja noch sehr früh in der Saison. Aber wenn wir unsere Ziele erreichen, würde ich gerne hier bleiben. Ich fokussiere mich zurzeit erst einmal auf das nächste Spiel, auf das nächste Training. Momentan läuft es gut für mich. Ich bin gerade bei der Nationalmannschaft und hier in Köln in Topform. Aber ich bleibe auf dem Boden.

“Die Fans sind immer mit Feuer und Flamme dabei“

Verfolgen Sie die Entwicklung des VfL noch?

Jakub Kaminski: Ich habe schon noch viele Kontakte nach Wolfsburg. Und es gibt einige, die mir die Daumen drücken. Ich bin ja auch im Guten weggegangen. Auch, wenn es in Wolfsburg gerade nicht so gut läuft, drücke ich dem VfL natürlich auch die Daumen. 

Was haben Sie in den ersten Monaten in Köln zu lieben gelernt?

Jakub Kaminski: Es ist schon eine große Stadt, ein großer Verein. Die Fans sind immer mit Feuer und Flamme dabei. Die Südkurve, das ganze Stadion ist immer voll. Die Unterstützung ist immens. Das ist natürlich schon ganz anders als in Wolfsburg. Meine Freundin und ich fühlen uns hier in der Stadt wohl und sind gut angekommen.

Den ersten Kulturschock haben Sie verpasst. Linton Maina als Michael Jackson, Tom Krauß als Obelix, der Trainer als Schlumpf – den 11.11. haben Sie aufgrund der Länderspielreise vor zwei Wochen nicht mitbekommen. Die Enttäuschung wird sich in Grenzen gehalten haben. Immerhin ging es mit Polen um das WM-Ticket…

Jakub Kaminski: Ich habe auf Instagram verfolgt, wie sich die Jungs verkleidet haben. Karneval ist für die Stadt und Köln offenbar sehr wichtig. Im Februar bin ich dann dabei – vielleicht sogar ja auf dem Wagen.

Sie haben die EM 2024 in Deutschland verpasst, weil Sie in Wolfsburg nicht mehr viel gespielt haben. War Ihnen der Tapetenwechsel vor der anstehenden WM daher auch noch mal wichtig?

Jakub Kaminski: Damals hatte ich eine schwierige Phase in Wolfsburg. Ich habe nicht so oft gespielt, deswegen war ich nicht bei der EM dabei. So ist der Fußball, so ist das Leben. Es geht mal auf, mal ab. Das muss man akzeptieren. Sportlich lief es nicht mehr. Darum habe ich mich für eine Veränderung entschieden. Ich freue mich, dass es jetzt wieder besser läuft. Nach den drei Jahren war es für mich einfach besser, den nächsten Schritt zu gehen. Am Ende sind wir alle happy mit der Entscheidung.

Jakub Kaminski erzielte gegen den VfL Wolfsburg den bislang spätesten Bundesliga-Treffer jemals. (Foto: Bucco)
Jakub Kaminski vom 1. FC Köln freut sich über sein Tor. (Foto: Stuart Franklin/Getty Images)
Jakub Kaminski spielt für den 1. FC Köln
Jakub Kaminski und Said El Mala
Sie haben sich ganz bewusst für den FC entschieden. Wie kam es dazu?

Jakub Kaminski: Mein Ziel war es, in der Bundesliga zu bleiben. Mein Berater hat damals gesagt, dass der FC als Aufsteiger eine interessante Idee wäre – gerade mit der Option der Leihe. Dann habe ich abgewartet, wer der neue Trainer wird. Die Gespräche mit Lukas Kwasniok über meine Person, meine Rolle in der Mannschaft, meine Position auf dem Platz waren so gut, dass mir die Entscheidung leicht gefallen ist.

“Mir gibt das Vertrauen“

Jakub Kaminski: Das war ein Punkt, der mir wichtig war. Ich spiele gerne in der Offensive. Ich spüre das Vertrauen des Trainers und spüre dadurch auch wieder mehr Selbstvertrauen. Nicht umsonst habe ich jetzt fünf Tore erzielt. In den vergangenen beiden Spielzeiten habe ich gar nichts getroffen.

Es ist nun auch das erste Mal, dass Sie für einen Verein deutlich mehr Tore als Assists erzielt haben. Woran würden Sie das festmachen? An den Positionen kann es ja eigentlich nicht liegen, sie haben ja für jeden Verein gefühlt überall gespielt.

Jakub Kaminski: Auf dem Platz komme ich aktuell immer wieder in gute Positionen. Und natürlich spiele ich unter Lukas ein wenig offensiver. Dadurch komme ich öfter in Eins-gegen-Eins-Situationen mit dem Torwart und in Aktionen im Strafraum.

Im Zusammenhang mit ihrer positiven Entwicklung wird immer wieder das spezielle Verhältnis zu Lukas Kwasniok genannt. Dass er Ihnen Vertrauen schenkt. Einen Freifahrtschein haben Sie aber nicht…

Jakub Kaminski: Es ist ja nicht so, dass ich zur Vorbereitung gekommen bin und der Trainer sofort gesagt hat, egal was er hier macht, Kuba spielt. Vom ersten Tag und vom ersten Training an wollte ich beweisen, dass ich die Qualität habe, Bundesliga zu spielen. Die Jungs sagen immer, dass der Trainer und ich eine polnische Connection hätten. (lacht) Unabhängig davon will ich meine Qualitäten für die Mannschaft einbringen und alles geben, egal auf welcher Position. Natürlich gibt es aber auch immer wieder Gespräche mit dem Trainer – alleine oder in der Gruppe. Das ist wichtig für die ganze Mannschaft. Mir gibt das Vertrauen, aber ich muss das dann auf dem Platz auch zurückgeben.

Sie sind beim FC unter den Feldspielern der absolute Dauerbrenner, standen in der Liga als einziger Feldspieler jede Minute auf dem Platz. Das ist doch auch ein unausgesprochenes Vertrauen des Trainers?

Jakub Kaminski: Klar, aber dafür muss ich hart arbeiten. Meine körperliche Form ist gut. 90 Minuten zu laufen, ist für mich kein Problem.

Was macht das mit einem, vom Trainer öffentlich als „bester Spieler“ des Kaders benannt zu werden? Erhöht das nicht gleichzeitig den Druck?

Jakub Kaminski: Ich freue mich natürlich, wenn der Trainer das in der Pressekonferenz sagt. Und natürlich erhöht das den Druck, aber ich kann damit umgehen. Umgekehrt nimmt es auch ein wenig den Druck von der Mannschaft. In schwierigen Momenten kann ich dann die anderen unterstützen und bin für das Team da.

“Das wäre schon ein Traum“

Viele Tore wecken Begehrlichkeiten. Sie haben schon gesagt, Sie würden gerne irgendwann in der Premier League spielen. Warum gerade England?

Jakub Kaminski: Es ist nun mal die beste Liga der Welt – mit hohem Tempo und hoher Intensität. Die Fans leben Fußball in England. Das wäre schon ein Traum. Aber aktuell liegt der Fokus auf dem FC.

Ein Traum könnte mit der Nationalmannschaft im Sommer wahr werden. Dort spielen Sie gemeinsam mit Robert Lewandowski. Sehen Sie ihn als absoluten Weltstar oder verblasst die Ehrfurcht irgendwann?

Jakub Kaminski: Es ist absolut besonders mit ihm zu spielen – sowohl als Mensch auch als Spieler kann ich richtig viel von ihm lernen. Lewa ist der beste und wichtigste Spieler in der Geschichte der polnischen Nationalmannschaft. Er ist 37 Jahre alt, spielt in Barcelona und ist körperlich topfit. Ich spiele wirklich gerne mit ihm zusammen und wir ergänzen uns gut. Deswegen sind wir auch viel im Austausch. Ich bin zwar noch ein junger Spieler, habe mit 27 Einsätzen in der Nationalmannschaft aber schon viel Erfahrung gesammelt. Auch da will ich Verantwortung übernehmen und versuche so, Lewa ein wenig zu unterstützen.

Auch in der Nationalmannschaft sind Sie mittlerweile Leistungsträger. Den Großteil Ihrer Karriere haben sie im Ausland, hier in der Bundesliga gespielt. Wie ist es dann für die Heimat aufzulaufen?

Jakub Kaminski: Es ist für mich immer eine große Ehre. Mein erstes großes Turnier war die Weltmeisterschaft in Qatar. Das wollen wir wieder nächstes Jahr wieder schaffen. In Polen sind wir sehr patriotisch und stolz, für die Nationalmannschaft zu spielen. Beim ersten Mal habe ich mich aber schon gefühlt, wie ein kleines Kind dessen Traum in Erfüllung geht.

Gegen die Niederlande haben Sie in der Quali zwei Mal 1:1 gespielt. Polen kann die Großen also offensichtlich ärgern. Sollte es mit der Quali klappen, kann Ihr Team bei der WM die große Überraschungsmannschaft werden?

Jakub Kaminski: Warum nicht. Seit September haben wir einen neuen Trainer, die Stimmung ist wirklich gut und es läuft bei uns. Bis März sind es noch dreieinhalb, vier Monate. Wir wissen nicht, wer dann in guter Form, gesund oder auch nicht einsatzbereit ist. Wir müssen erst einmal gegen Albanien zu Hause gewinnen und dann noch zum Gewinner des Duells Schweden gegen die Ukraine. Für Isak Johannesson und seine Mannschaft hat es gegen die Ukraine leider nicht gereicht, es wäre natürlich schön, wenn wir das schaffen.

Da „war ich schon genervt“

Der FC sah zu Beginn der Saison ebenfalls wie die große Überraschungsmannschaft aus. Zuletzt ist der Motor ein wenig ins Stocken geraten. Woran liegt das?

Jakub Kaminski: Wir machen aktuell zu viele individuelle Fehler. Aber das ist im Fußball schon mal so. Wir müssen als Mannschaft lernen, mit manchen Situationen besser umzugehen. Wir sind Aufsteiger, haben nach elf Spielen 14 Punkte – das ist okay. Trotzdem bin ich nicht zufrieden. Manchmal müssen wir cleverer sein, dann hätten wir jetzt vielleicht schon vier, fünf Punkte mehr auf dem Konto. Als wir zum Beispiel gegen Frankfurt die Führung abgegeben haben, war ich schon genervt.

Dennoch gab es zuletzt vier Niederlagen in fünf Spielen? Steigt der Druck, nun gewinnen zu müssen?

Jakub Kaminski: Das ist in der Bundesliga immer so. Manchmal verliert man eine Reihe von Spielen, manchmal gewinnt man Spiele in Serie. Es wäre schön, wenn wir wieder eine starten. Dafür werden wir alles tun, um in den kommenden vier Spielen möglichst viele Punkte zu sammeln.

Ihre Bilanz gegen Bremen ist mit zwei Remis und zwei Niederlagen nicht die beste, der FC hat auch seine Probleme im Weserstadion. Was macht Sie optimistisch, die Bilanz aufzupolieren?

Jakub Kaminski: Auswärtsspiele sind immer schwer. Werder hat jetzt 15 Punkte, daher ist das ein wichtiges Spiel für uns. Wenn wir gewinnen, dann können wir Bremen überholen. Ich kann nicht sagen, ob wir Favorit sind oder nicht. Fest steht, dass wir 90 Minuten dafür kämpfen werden, um das Spiel zu gewinnen.

Alle reden über Said El Mala. Sie auch? Gab es schon ein internes Wettrennen, wer schneller ist?

Jakub Kaminski: Für Said ist es die erste Saison in der Bundesliga und es läuft super für ihn. Ich drücke ihm die Daumen, dass es so weitergeht. Und wenn du so gut spielst, dann ist es im Fußball normal, dass andere Clubs aufmerksam werden und viel über ihn gesprochen wird. Und zum Wettrennen: Ich denke… wir sind beide einfach super schnell (lacht).

Können Sie uns sagen, ob Sie lieber mit Lewa oder Said spielen?

Jakub Kaminski: Nein, das kann ich nicht sagen. (lacht)

Oder wollen Sie das nicht sagen?

Jakub Kaminski: Nein, das will ich nicht sagen. (lacht)


Dominique Heintz im Interview über seine Zukunft und die Zuneigung der Fans – Teil 2

Die Spieler des 1. FC Köln feiern mit Trainer Funkel die Meisterschaft
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Dominique Heintz im Interview über seine Zukunft und die Zuneigung der Fans – Teil 2

Der Abwehrspieler fühlt sich wohl in Köln – und das nicht nur fußballerisch. Mit come-on-fc.com spricht der 32-Jährige über seine weiteren Karrierepläne, die Vertragssituation und die Zuneigung der Fans des 1. FC Köln: Dominique Heintz im Interview – Teil 2.

Die Sympathien, die dem Kölner Abwehrspieler entgegenschlagen, sind in der Domstadt große. Und der 32-Jährige fühlt sich mit seiner Familie wohl in Köln und beim FC. Mit come-on-fc spricht der Pfälzer über seine Zukunftspläne, die Vertragssituation beim FC und die Liebe der Fans des 1. FC Köln: Dominique Heintz im Interview – Teil 2.

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Das Gespräch führte Simon Bartsch
Herr Heintz, Lukas Kwasniok hat Sie jetzt wieder spielen lassen, zu Beginn saßen auch mal Linton Maina oder Luca Waldschmidt draußen. Welche Signale sendet der Coach mit dieser Art der Rotation?

Dominique Heintz: Die Rotation zeigt doch, dass man durch harte Arbeit im Training und gute Präsenz, die Chance bekommt, reingeschmissen zu werden. Auf der anderen Seite spricht das natürlich auch für die Qualität in unserer Mannschaft. Jeder Spieler ist wichtig, jeder Spieler bekommt auch die Chance, sich zu zeigen und diese dann auch zu nutzen. Wir haben es selbst in der Hand zu zeigen, wie stark wir im Training sind, wie stark wir im Spiel sind.

„Wir haben aber auch einfach geile Jungs in der Mannschaft“

Der Kader hat sich komplett verändert. Dennoch wirkt es von außen so, als sei er komplett eingespielt. Wie würden Sie den bisherigen Erfolg erklären?

Dominique Heintz: Es ja nicht so, dass alle Spieler der vergangenen Saison weg sind und wir sind ja auch nicht umsonst aufgestiegen (lacht). In erster Linie hat es etwas mit dem guten Teamgeist in der Mannschaft zu tun. Der steht über allem und ist die Voraussetzung für guten Fußball. Wir haben aber auch einfach geile Jungs in der Mannschaft, die schon lange in Köln sind und die es den neuen Spielern einfach machen. Du brauchst bei uns nur zwei, drei Tage und dann hast du das Gefühl, dass du schon länger bei uns im Team bist.

Im Sommer wurden gleich zwei, mit Tom Krauß sogar im Grunde drei Innenverteidiger verpflichtet. Mit Rav van den Berg sogar der teuerste Abwehrspieler der Vereinsgeschichte. Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?

Dominique Heintz: In jeder Mannschaft, in der ich gespielt habe, waren die Jungs stark und schwere Konkurrenz. Da muss man sich einfach durchsetzen. Das gehört zu dem Business dazu, egal auf welcher Position. Konkurrenz belebt das Geschäft und bringt dich auch weiter nach vorne. Ich habe mir da eigentlich keine großen Gedanken gemacht. Im Sommer habe ich eigentlich nur die Meisterschaft der 2. Bundesliga genossen.

Dominique Heintz in der Saison 2015/16 gegen Borussia Dortmund
Dominique Heintz in der Saison 2015/16 gegen den FC Bayern München
Dominique Heintz gegen Hertha BSC
Dominique Heintz nach dem Spiel vom 1. FC Köln

Dennoch erscheint die Konkurrenz nun besonders groß…

Dominique Heintz: Klar, das ist sie. Da muss man auf dem Platz dann Gas geben. Aber im Ernst: Das sind gute Jungs. Ich freue mich, dass sie da sind. Wir werden sie brauchen. Denn die Saison ist lang. Wir sind gerade erst beim sechsten Spieltag. Es sind noch viele schwere Spiele zu bestreiten und von daher bin ich froh, dass wir so einen breiten Kader haben. Man sieht ja auch an den späten Wechseln, welchen Impuls wir dann noch mal bringen können.

Sie sind jetzt 32 Jahre alt, haben viel erlebt. Europa, Aufstieg, Abstieg – Welche Ziele haben Sie als Fußballer noch?

Dominique Heintz: Da gibt es schon noch einige, die ich jetzt aber nicht verrate (lacht). Ich stecke mir aber auch hohe Ziele. Das finde ich wichtig. Ich bin in erster Linie froh, hier zu sein und versuche, einfach Gas zu geben, mit meiner Leistung zu überzeugen. Alles andere wird man sehen. Aber, dass ich mich in dem Alter noch mal rangekämpft, dass ich mich eigentlich von ganz unten jetzt nach oben gekämpft habe, mir dann noch mal eine Chance erarbeitet habe, macht mich schon stolz. Die Chance möchte ich jetzt erneut nutzen.

„Der Verein weiß, was er an mir hat und ich weiß, was ich an dem Verein habe“

Allerdings läuft Ihr Vertrag beim FC im kommenden Sommer aus. Wie ist der Stand der Dinge?

Dominique Heintz: Ich habe schon oft gesagt, dass ich gerne hier spiele. Jeder weiß, wie wohl ich mich auch mit meiner Familie in Köln fühle. Das ist kein Geheimnis und das muss auch gar kein Geheimnis sein. Wir sind aber auch erst beim sechsten Spieltag, noch nicht mal in der Winterpause. Ich habe da keinen Stress. Der Verein weiß, was er an mir hat und ich weiß, was ich an dem Verein habe. Zum richtigen Zeitpunkt werden sich die richtigen Personen zusammensetzen und dann werden wir da eine Entscheidung treffen.

Sie sind in der Pfalz nach wie vor sehr verwurzelt. Könnten Sie sich dennoch ein Karriereende beim FC vorstellen?

Dominique Heintz: Es wäre natürlich ein Traum, wenn meine Kinder hier im Kindergarten bleiben, meine Frau wieder arbeiten gehen kann und ich hier meine Karriere beende. Ob es am Ende so kommt, das kann ich jetzt noch nicht beantworten.

Was macht Dominique Heintz denn nach seiner Karriere?

Dominique Heintz: Ich möchte meine Trainerscheine machen und dann schauen, wie weit der Weg da geht. Ich kann mir gut vorstellen, mit dem Nachwuchs zu arbeiten. Ob ich dann irgendwann ins Profigeschäft einsteige, das gucken wir dann mal. Mein Ehrgeiz wird sich sicher auch da zeigen (lacht). Aber so weit denke ich eigentlich noch nicht. Ich fühle mich noch fit und es macht mir noch so viel Spaß, Fußball zu spielen. Ich möchte das einfach so lange genießen, bis mein Körper irgendwann sagt, dass die Grenze oder das Alter erreicht sind.

„Deswegen spiele ich so gern für den 1. FC Köln“

Nach dem Spiel in Hoffenheim gab es für Sie viel Zuspruch, viel Lob, Anerkennung. Wie erklären Sie sich diese Zuneigung?

Dominique Heintz: Das ist schwer zu sagen. Vielleicht ist es meine Art, wie ich Fußball spiele oder wie ich bin. Vielleicht mögen es die Leute, dass da ein Spieler ist, der nicht gleich abhaut, sich der Situation stellt und versucht, sich durchzubeißen. In der vergangenen Saison kam ich nach dem zehnten Spieltag so richtig rein. Die Fans haben das nicht vergessen. Ich freue mich, dass die Menschen so eine gute Meinung von mir haben und das spüre ich auch. Deswegen bin ich so gerne hier und deswegen kann ich auch eine so gute Leistung bringen. Meine Familie fühlt sich wohl, ich habe hier ein gutes Standing, die Leute sind überzeugt von mir und das macht dann auch etwas mit dem Spieler. Deswegen spiele ich so gern für den 1. FC Köln.

Zum ersten Teil des Interviews geht es hier.


Dominique Heintz im Interview: „Wenn du in ein Loch fällst, dann hast du im Grunde schon verloren“ – Teil 1

Dominique Heintz im Interview mit come-on-fc.
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Dominique Heintz im Interview: „Wenn du in ein Loch fällst, dann hast du im Grunde schon verloren“ – Teil 1

Am vergangenen Spieltag stand der Routinier gegen Hoffenheim erstmals diese Saison in einem Pflichtspiel auf dem Platz und machte seine Sache gut. Mit come-on-fc.com sprach der 32-Jährige über seine seine Einstellung zum Fußball und seine Rolle beim 1. FC Köln: Dominique Heintz im Interview – Teil 1.

Die Nominierung für die Startelf gegen die TSG Hoffenheim kam nicht nur für die Fans überraschend. Auch der Kölner Abwehrspieler war durchaus erstaunt, aber nicht verwundert. Mit come-on-fc sprach der Pfälzer über seine Arbeitseinstellung, den Kader und den neuen Trainer des 1. FC Köln: Dominique Heintz im Interview – Teil 1.

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Das Gespräch führte Simon Bartsch

Herr Heintz, nach dem Spiel gegen Hoffenheim sprachen sie davon, dass es Ihr Traum gewesen sei, noch einmal Bundesliga zu spielen. Der ist wahr geworden. Was war schwerer? Die Beine oder der Sack an Kurznachrichten?

Dominique Heintz: Beides war schwer (lacht), aber natürlich vor allem die Beine. Ich habe in letzter Zeit nicht so viel gespielt. Zuletzt 15 Minuten im Test gegen Bergamo. Das merkst du dann schon. Man kann zwar viel trainieren, macht mal Extra-Läufe und versucht, dranzubleiben, aber das Training ersetzt  keine Spiele. Das ist noch einmal ein anderes Level. Ich war zufrieden, dass ich so lange durchgehalten habe und habe mein Bestes gegeben. Nach zwei Spielen ist man dann aber auch wieder bereit, um auch 90 Minuten durchzuhalten.

Es war ihr erster Einsatz in dieser Saison. Sie haben durchklingen lassen, dass der Trainer sie mit der Aufstellung nach dem Mittagessen überrascht hat. Was ist Ihnen von da an durch den Kopf gegangen?

Dominique Heintz: Ich habe mich einfach auf das Spiel gefreut. Es ist schön, wenn du für deine harte Arbeit belohnt wirst und dass der Trainer gesehen hat, dass ich nie aufgegeben habe und er auf mich setzen kann. Dann habe ich meiner Familie Bescheid gegeben, die gerade auf dem Weg zum Stadion war. Die hat sich natürlich gefreut, mich wieder live auf dem Platz zu sehen. Ich habe mich dann aber auch schnell auf das Spiel fokussiert. Wenn du schon ein bisschen länger im Geschäft dabei bist, dann weißt du, was du zu tun hast.

In der Abstiegs-Saison war die Situation für Sie ähnlich. Da haben Sie zu Beginn auch so gut wie gar nicht gespielt. Zwischenzeitlich mehr, dann wieder kaum. Vergangene Spielzeit waren Sie aus dem Nichts dann wieder Stamm. Was machen diese Auf und Abs mit einem? Vielleicht auch gerade mit einem routinierten Spieler, der ja schon einiges in seiner Karriere geleistet hat?

Dominique Heintz: Das gehört nun mal zum  Profifußball dazu. Es kommt ja auch immer darauf an, welches System der Trainer bevorzugt. Und ein neuer Coach muss sich erst ein Bild von der Mannschaft machen. Aber egal, in welcher Phase du bist, ob Du spielst oder nicht, du musst immer dran bleiben. Du darfst einfach nichts in deiner Mentalität oder an deiner Art in der täglichen Arbeit ändern. Dann wirst du irgendwann wieder belohnt. Dazu versuche ich  immer, die Mannschaft zu unterstützen.

„Wenn du in ein Loch fällst, dann hast du im Grunde schon verloren“

Als sie 2023 nach Köln zurückgekommen sind, haben Sie gesagt, dass Sie Ihre Rolle darin sehen, da zu sein, wenn die anderen Sie bräuchten. Ist dieses Mannschaftsverständnis manchmal auch hart, wenn man im Umkehrschluss dann auf dem Platz auch mal nicht gebraucht wird?

Dominique Heintz: Auch dann muss man immer weitermachen. Nur so erarbeitet man sich ja die Chance, sich wieder zu zeigen. So habe ich das in meiner ganzen Karriere gemacht.

Dominique Heintz gegen den FC Bayern München 2025/16


Und da bestand nie die Gefahr, in ein Loch zu fallen?

Dominique Heintz: Wenn du in ein Loch fällst, dann hast du im Grunde schon verloren. Dann bestätigst du ja, dass du am Anschlag bist und vielleicht eben nicht die Haltung oder die Bereitschaft hast, im Training alles zu geben. Vielleicht erwartet der Trainer aber gerade eine Reaktion vom Spieler. Wie geht er mit einer Nicht-Berücksichtigung um? Wie zeigt er sich danach? Dann muss man zeigen, dass man sich nicht unterkriegen lässt.

Gerhard Struber hat sie in der vergangenen Saison als Rotwein beschrieben, der immer besser werden würde. Würden Sie sich als den unverwüstlichen oder den immer wieder aufstehenden Dominique Heintz beschreiben?

Dominique Heintz: Das macht ihr Medien ja dann (lacht). Ich brauche keine Bestätigung von außen oder dass die Medien mich immer als den Spieler beschreiben, der nicht aufgibt. Auf der anderen Seite entsteht dieser Eindruck ja durch die harte Arbeit und schafft so ein positives Gefühl. Das kannst du aber nur schaffen, wenn du täglich in der Arbeit sauber bleibst, eine gute Haltung hast, gut zu deinen Mitstreitern bist. Es ist nicht so, dass mir das nicht gefällt. Es ist natürlich schön, so etwas zu lesen oder zu hören, weil es eine Bestätigung für die Arbeit ist.

Schwingt bei solchen Einsätzen wie am Freitag auch ein Hauch Genugtuung im Sinne von „Seht ihr, ich kann es noch“ mit?

Dominique Heintz: Nein, das wäre zu viel. Ich sehe es als Belohnung. Man sitzt auf der Tribüne, kommt zurück in den Kader und dann vom Kader in die Startelf – das tut gut. Ich habe es am Freitag einfach genossen. Darauf habe ich mich seit dem Aufstieg gefreut.

„Jeder Spieler ist wichtig“

Gerhard Struber hat Sie damals als sehr verlässlich, loyal beschrieben. Eigenschaften, die Sie von außen betrachtet perfekt beschreiben. Sind das Tugenden, die es im aktuellen Fußball noch häufig zu finden gibt?

Dominique Heintz: Manchmal liegen Entscheidungen nicht beim Spieler. Zum Beispiel, wenn er gerne bleiben will und der Verein andere Pläne hat – oder es ist genau andersherum. Ich bin schon immer so gewesen, egal bei welchem Verein ich gespielt habe. Hier in Köln habe ich angefangen, habe dann meine Reise gemacht und bin jetzt wieder hier. Ich glaube, ich habe mich in dieser Zeit nicht groß verändert.

Verändert hat sich aber das Umfeld, in diesem Sommer der Kader…

Dominique Heintz: Wir haben viele gute Typen in unserer Mannschaft und du brauchst diese gute Mischung. Du brauchst ein paar jüngere Spieler, ein paar bodenständige. Du brauchst auch ein paar ausgefallene Spieler, so wie es jede Mannschaft hat, das ist sehr wichtig. Du musst immer aufpassen, dass du einen guten Stamm hast und dass du eine gute Mischung hast.

Das ist jetzt Ihre sechste Saison beim FC. Sie haben viele Trainer kommen und gehen sehen. Ist Lukas Kwasniok noch einmal anders? Und wenn ja, inwiefern?

Dominique Heintz: Ich vergleiche Trainer nicht gerne, weil jeder seine eigene Philosophie, seine eigenen Standards, seine eigenen Werte hat. Die Spieler müssen den Trainer erst einmal kennenlernen und der Trainer die Spieler. Jetzt sind wir schon ein paar Monate zusammen und man merkt, dass es immer besser und besser wird. Eigentlich ist es immer gut, wenn du zwei, drei Jahre am Stück mit einem Trainer arbeitest. Dann läuft viel automatisiert.

Haben sich das Training und das Spiel denn so deutlich verändert?

Dominique Heintz: Das ist schwer zu sagen, weil sich in erster Linie unsere Situation verändert hat. In der vergangenen Saison haben wir einen Fußball gespielt, bei dem die Gegner meist tief standen. Da waren wir Favorit. Diese Saison sind wir eher der Außenseiter, der Aufsteiger. Da haben wir wiederum nichts zu verlieren. Die Mannschaften laufen uns jetzt schon sehr hoch an, geben uns Druck, pressen früh. Es ist schon anders. Uns ist schon klar, dass wir vielleicht mal weniger den Ball haben, sondern eher die Umschaltmomente suchen müssen. So wie wir das gegen Hoffenheim gemacht haben.

Im zweiten Teil des Interviews spricht Dominique Heintz über seine Zukunft, die Vertragssituation beim FC und die Zuneigung der Fans.


Interview: „Für mich war relativ schnell klar, dass mein Weg mit dem FC weitergeht“

Eric Martel gibt beim 1. FC Köln den Ton an
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Interview: „Für mich war relativ schnell klar, dass mein Weg mit dem FC weitergeht“

Am Samstag steht für den Sechser der Geißböcke die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte an. Mit come-on-fc.com blickt der 23-Jährige auf den Saisonstart zurück und spricht über seine Rückkehr nach Leipzig mit dem 1. FC Köln: Eric Martel im Interview.

Die Rolle, die der Mittelfeldspieler bei den Kölner übernimm, ist eine große. Für seine Leistungen wurde Eric Martel jüngst von Lothar Matthäus mit Joshua Kimmich verglichen. Mit come-on-fc spricht der 23-Jährige über das Lob und die Last-Minute-Qualitäten des 1. FC Köln: Eric Martel im Interview.

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Das Gespräch führten Hendrik Broschart und Simon Bartsch

Herr Martel, mit ein paar Tagen Abstand: Fühlt sich der wilde Ritt in Wolfsburg wie ein Sieg an oder wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen?

Wenn man sich das Spiel von Anfang an anschaut, kann man natürlich sagen, dass mehr drin gewesen wäre, weil wir in der Anfangsphase vielleicht das ein oder andere Tor hätten erzielen können. Dann führst du vielleicht schon das 2:0. Wir hatten sehr viele Pausen im Spiel, in denen kein richtiger Spielfluss entstehen konnte. Auch die Abseitssituation und das Foulspiel waren ärgerlich für uns. Wir haben erneut gezeigt, dass wir bis zum Schluss an uns glauben und auch spät noch Tore erzielen können. Das ist die Stärke einer Mannschaft, die zusammenhält. Wenn man so spät ein Tor macht, fühlt sich das auf jeden Fall eher nach Sieg als nach Unentschieden an.

In den vergangenen Spielzeiten waren späte Tore eher eine Qualität des von den Fans ungeliebten Nachbarn. Woher kommt diese plötzliche Stärke auf dieser Rheinseite?

Eric Martel:  Unsere Einwechselspieler geben einen enormen Input. Man merkt einfach, dass die Mannschaft durch sie noch einen Energieschub bekommt. Dadurch schaffen wir es meiner Meinung nach, in den letzten Minuten noch einmal, einen Zahn zuzulegen und Tore zu erzielen.

„Es gibt auch keinen, der weniger als 100 Prozent gibt“

Die Mannschaft ist im Sommer wild durcheinandergewürfelt worden. Inklusive Said El Mala wurden zwölf Spieler integriert und doch macht das Team gerade nicht den Eindruck, als müsse es sich noch lange finden…

Eric Martel: Die Mannschaft wurde einfach sehr gut zusammengestellt. Die Spieler haben den richtigen Charakter und wollen Fußball spielen, wie es der Trainer vorgibt. Es gibt auch keinen, der weniger als 100 Prozent gibt. Deshalb hat es auch nicht lange gedauert, bis wir zueinander gefunden haben.

In der vergangenen Saison spielte oft die gleiche Elf und dann meist im gleichen taktischen System. Jetzt rotiert der Coach, zeigt sich flexibel in der Ausrichtung. Ist das nicht eigentlich eine große Umstellung? Immerhin gibt es auch harte Entscheidungen.

Eric Martel: Natürlich ist es eine gewisse Umstellung, aber bei uns ist das eigentlich kein großes Thema. Die Ergebnisse geben dem Trainer recht. Wir vertrauen ihm da zu 100 Prozent. Er stellt uns immer top auf das Spiel ein.

Die Ergebnisse sind in der Tat vielversprechend. Sieben Punkte aus drei Spielen. Hat Sie dieser Start überrascht?

Eric Martel: Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich damit gerechnet hätte. Vor der Saison hätte ich das so sofort unterschrieben. Jetzt wissen wir alle, dass wir überraschen können. Das zeigen die Ergebnisse und die Spielweise. Aber letztendlich ist das bisher nur ein guter Start. Vor uns liegt noch ein ganz langer Weg. Natürlich ist es für die Mannschaft und unser Selbstvertrauen top, gleich sieben Punkte in drei Spielen zu holen. Trotzdem wissen wir genau, dass die Bundesliga qualitativ sehr hochwertig ist und man sich keine Schwäche erlauben darf. Wenn man nur ein bisschen lockerlässt, kann es ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen.

Die ersten Experten sprechen schon von einer sorgenfreien Saison, vielleicht sogar vom FC als potenziellen Überraschungsteam. Neben Thomas Kessler hat auch Lukas Kwasniok einen ganz neuen Wind in das Team gebracht. Sie haben in den vergangenen Jahren schon viel in Köln miterlebt. Wie groß ist der Anteil des Trainers am aktuellen Erfolg?

Eric Martel: Lukas Kwasniok hat einen sehr hohen Anteil an der aktuellen Situation. Er stellt uns von Spiel zu Spiel immer wieder neu auf die Gegner ein. Man sieht auf dem Feld, was da an Input von ihm kommt und wie wir dann zusammen versuchen, gegen die Mannschaften zu spielen. Das funktioniert bisher ganz gut. Daher kann man schon sagen, dass das ein großer Verdienst des Trainers ist.

„Über seine Zukunft macht man sich ja immer Gedanken“

Der Coach hat ein sehr laufintensives Spiel implementiert. Ist das auch ein Grund, warum das mit der Mannschaft aktuell so ein perfekter Fit ist?

Eric Martel: Ich mag es, so intensiv zu spielen. Wir haben bewusst Spieler dazu verpflichtet, die diese Eigenschaften besitzen. So kannst du einfach viel Energie erzeugen. Jeder, der die Spiele zuletzt gesehen hat, der sieht, dass man mit einer hohen Intensität eine hohe Energie auslösen kann.

War dieser intensive Fußball denn auch Thema bei den ersten Gesprächen, die Sie mit Lukas Kwasniok im Sommer geführt haben.

Eric Martel: Natürlich war das ein wichtiger Punkt.

Als Sie im Trainingslager den Verbleib in Köln angekündigt haben, war das auf Ihre Art sehr sachlich. Es wirkte ein bisschen, wie im Vorbeigehen gedroppt. War es so eine einfache Entscheidung?

Eric Martel: Über seine Zukunft macht man sich ja immer Gedanken. Für mich war jedoch relativ schnell klar, dass mein Weg mit dem FC weitergeht.

Am Wochenende ploppten in türkischen Medien dennoch noch einmal Gerüchte über einen Blitz-Wechsel zu Besiktas auf. Vermutlich brodelte da mehr als gekocht wurde. Wie gehen Sie mit dieser Art des Transfer-Journalismus um? Ist da auch mal ein Schmunzeln dabei?

Eric Martel: Ich nehme das zwar wahr, aber letztendlich spielt das für mich keine Rolle. Ich habe klar gesagt, dass ich jetzt erstmal für den FC weiterspielen werde. Das ist jetzt einfach in meinem Kopf drin. Ich denke gar nicht ans Wechseln, sondern für mich steht die Entwicklung mit dem FC im Fokus. Und ja, mein voller Fokus liegt auf der Bundesliga.

Apropos Entwicklung: Thomas Kessler hat sich am Sonntag im „Doppelpass“ gewünscht, dass Sie und Michael Reschke doch mal einen Blick auf die aktuelle Entwicklung beim FC werfen könnten und es dann vielleicht ein wenig früher den nächsten Kaffee geben solle. Ist schon ein Termin vereinbart?

Eric Martel: Wie gesagt, ich will die Hinrunde abwarten, um zu sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Der Start in die Saison war natürlich ein guter, erster Schritt. Aber wie gesagt: Das ist erst der Anfang. Die Hinrunde ist noch lang. Wir werden sehen, wie es sich weiterentwickelt. Es ist aber ein positiver Trend zu erkennen.

„Natürlich fühle ich mich geehrt“

Positiv ist auch Ihre Entwicklung in den vergangenen Jahren beim FC. Auf dem Platz sind Sie einer der absoluten Leader und Leistungsträger. Sie sind nicht in den Mannschaftsrat gewählt worden. Eine Enttäuschung oder braucht es dieses Amt nicht, um eine Leader-Rolle zu übernehmen?

Eric Martel: Wir haben einen von den neuen und einen von den Spielern in den Rat gewählt, die schon da waren – so hat die Mannschaft es entschieden. Für mich ist das überhaupt kein großes Thema. Das hat keine Auswirkung auf meine Herangehensweise im Spiel oder in der Kabine.

Jüngst hat Sie Lothar Matthäus mit Joshua Kimmich verglichen, Sie als „Kimmich des 1. FC Köln“ bezeichnet und als einen der besten Sechser der Bundesliga hervorgehoben. Solches Lob von ganz oben: Wie gehen Sie persönlich mit solchen Vergleichen und Wertschätzungen um?

Eric Martel: Natürlich fühle ich mich geehrt, wenn so große Namen über mich sprechen. Das nehme ich auf und das freut mich auch. Letztendlich heißt es für mich aber, dass ich es weiterhin bestätigen muss. Und so gehe ich meine Aufgaben auch an: Ich versuche einfach, gut zu spielen und zu performen.

Am Samstag wartet die nächste schwere Aufgabe. Es geht gegen Leipzig und damit auch gegen Ihren Ex-Verein. Gibt es noch Verbindungen? Wie sehen Sie die Entwicklung?

Eric Martel: Nicht direkt zum Verein, aber die Familie meiner Verlobten wohnt in Leipzig und einige enge Freunde von uns. Deswegen ist das für mich schon ein besonderes Spiel.

„Wir müssen uns also auf einen starken Gegner einstellen“

RB wird in dieser Saison sicherlich den Anspruch haben, wieder ganz oben mitzuspielen. Was erwartet euch am Samstag?

Eric Martel: Die Mannschaft verfügt über sehr hohes Tempo und über eine sehr hohe individuelle Qualität. Wir müssen uns also auf einen starken Gegner einstellen. Wir spielen auswärts in Leipzig. Wir wollen wie in den letzten Spielen mit 100 Prozent ins Spiel gehen, weil wir sonst Probleme bekommen werden.

Sie haben im Nachwuchs in Leipzig gespielt. Die Nachwuchsarbeit in Köln ist seit einigen Jahren ein Thema, das immer wieder hochkocht. Wie nehmen Sie den Kölner Nachwuchs wahr?

Eric Martel: Allein die Ergebnisse zeigen schon, was für eine gute Arbeit bei uns geleistet wird. Es kommen immer wieder Jungs zu uns hoch in den Profikader. Zuletzt gab es die Deutsche Meisterschaft. Es ist doch schön zu sehen, dass unsere jungen Burschen auch so einen guten Job machen. Das spricht für die Jugendarbeit des FC.

Sie gehören ebenfalls noch zu den jüngeren Akteuren im Kader, haben einige Pflichtspiele aber schon abgespult und übernehmen Verantwortung. Stehen Sie den jungen Spielern da mit Rat zur Seite oder kommen die Jungs gar nicht mehr mit ihren Fragen?

Eric Martel: Wie Sie schon sagen, bin ich selbst noch relativ jung (lacht). Ich versuche schon, als Vorbild voranzugehen. Für mich ist es das Wichtigste, kontinuierlich Leistung abzurufen, im Training immer am Limit zu sein und wenn ich die Einsatzzeit bekomme, diese dann auch zu nutzen. Man muss immer versuchen, sich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Gerade als junger Spieler ist es wichtig, viel aufzusaugen – vor allem von den Profis, die viel Erfahrung haben.

In der Rolle scheinen Sie sich sehr wohlzufühlen. Ihre Leistungswerte sind immer top. Sie gehören zu einem der laufstärksten Spieler der Liga. Jetzt ist Laufen essenziell für den Fußball, aber unter den Spielern nicht immer der beliebteste Part. Wie ist es bei Ihnen?

Eric Martel: Das liegt schon ein wenig an meiner Genetik. Ich konnte schon immer gut laufen. Es war nicht so, dass ich mir das erarbeiten musste. Es gehört natürlich auch Disziplin dazu. Aber ehrlich gesagt, Joggen, in der Freizeit, das ist gar nichts für mich. Wenn es um den Ball geht, mache ich das sehr gerne, außerhalb vom Fußball eher nicht (lacht).



Britta Carlson im Interview: „Druck haben wir sowieso immer“

Britta Carlson beim Training des 1. FC Köln
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Britta Carlson im Interview: „Druck haben wir sowieso immer“

Die Fußballerinnen des FC sind mit einer 0:2-Heim-Niederlage gegen Leipzig in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Wir haben vor dem anstehenden Auswärtsspiel am Freitagabend (18:30 Uhr) beim SC Freiburg mit der Trainerin über ihre Analyse des Auftaktspiels und die Auswirkungen auf die kommende Aufgabe gesprochen. 1. FC Köln: Britta Carlson im Interview.

Nach der Pleite gegen Leipzig gilt der Fokus der nächsten Begegnung des 1. FC Köln: Trainerin Britta Carlson äußert sich im Interview zur Auftakt-Niederlage, der kommenden Aufgabe und dem Personal des FC. Das Gespräch führte Daniel Mertens.

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Frau Frau Carlson, wie sehr hat das Ergebnis auf die Stimmung geschlagen?

Schon im ersten Moment. Wir wollten einen anderen Start in die Saison haben, wollten mit einem Sieg starten. Die Niederlage war auf jeden Fall unnötig, aber verdient, weil wir uns nicht auf unsere eigenen Stärken besonnen haben. Gerade in der zweiten Halbzeit in Unterzahl haben wir eigentlich ein besseres Spiel gemacht als vorher. Leider ist uns manchmal noch der Kopf etwas im Weg. Wir haben das Spiel analysiert, jetzt geht der Blick nach vorne Richtung Freiburg.

Das führt uns zur nächsten Frage: Was erwarten Sie am Freitag von Ihrer Mannschaft?

Wir wollen anders auftreten. Wie gesagt, die Reaktion war ja gut, das hat man ja auch in der zweiten Halbzeit gesehen, dass wir uns die Chancen erarbeitet haben, aber ich möchte noch mehr Intensität, viel mehr Mut auf dem Platz haben – im eigenen Spiel und gegen den Ball.

Der SC Freiburg ist eine etablierte Bundesliga-Mannschaft, hat zuletzt eine gute Saison mit dem fünften Platz gespielt. Was erwarten Sie am Freitag für einen Gegner?

Freiburg war ganz verdient letztes Jahr auf dem fünften Platz, hatte jetzt aber auch einen kleinen Umbruch. Insofern wird es spannend. Sicherlich ist der SC Freiburg der Favorit, aber wir brauchen uns auch auswärts nicht zu verstecken und wollen die Ansätze, die wir jetzt gezeigt haben, um einiges besser machen. Wir wollen mehr Kontrolle im Spiel.

Die Kapitänin Marina Hegering konnte am vergangenen Samstag kurzfristig nicht spielen. Wie geht es ihr, trainiert sie wieder und kann sie am Freitag spielen?

Ja, Marina hätte wahrscheinlich sogar auch am letzten Spieltag schon spielen können, aber wir wollten kein Verletzungsrisiko eingehen. Sie ist jetzt wieder im Training, es sieht also gut aus. Auch bei den anderen Spielerinnen warten wir jetzt ab, wie die Tage verlaufen. Wir sind auf jeden Fall guten Mutes, dass Marina zurückkehrt. Und auch Amelie Bohnen wird wohl wieder mit dabei sein.

Gibt es Ausfälle für das nächste Spiel, die schon feststehen?

Nur die etwas längeren Ausfälle Dora Zeller, Paula Hoppe und Taylor Ziemer.

Wie sieht es im Tor aus? Bleibt Lisa Schmitz zwischen den Pfosten oder kann Aurora Mikalsen zurückkehren?

Lisa ist für uns extrem wichtig ist, weil sie ein sehr gutes Aufbauspiel hat, sehr viel Ruhe für die Mannschaft reinbringt. Ich weiß, welche Verlässlichkeit und welche Qualität ich mit ihr habe. Aurora ist nach ihrer Verletzung noch nicht so weit, unabhängig davon gibt es aber im Moment auch keinen Bedarf, an der Torhüterposition etwas zu ändern.

Sehen Sie Ihre Mannschaft in Freiburg schon unter Druck, weil danach das schwere Heimspiel gegen Wolfsburg ansteht?

Ich schaue erst mal nicht auf das übernächste Spiel, weil für mich das nächste Spiel zählt. Und ich empfinde sowieso immer Druck, weil ich jedes Spiel gewinnen möchte und die Mannschaft genauso. Was danach kommt, ist jetzt erstmal egal für den Moment, weil wir das Spiel erstmal angehen, ohne jetzt über das übernächste Match zu sprechen. Ich glaube, dann würde man auch das Ziel etwas aus den Augen verlieren. Wir brauchen den Fokus nur auf Freiburg zu richten. Und Druck haben wir sowieso immer.



Transfer-Experte und Ex-Spielerberater Dominik Schneider im Interview: „Er zeigt, dass der FC bereit ist, zu investieren.“

Ragnar Ache mit den Spielern des 1. FC Köln
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Transfer-Experte und Ex-Spielerberater Dominik Schneider im Interview: „Er zeigt, dass der FC bereit ist, zu investieren.“

Der Transferexperte Dominik Schneider hat früher selbst als Spielerberater gearbeitet und ist heute für Fussballtransfers.com tätig. Mit come-on-fc.com sprach er über den aktuellen Transferjournalismus, die Informationsbeschaffung und die Neuzugänge der Geißböcke: Interview mit einem Transferexperten zu den Transfers des 1. FC Köln.

Der Transferjournalismus hat aktuell Hochkonjunktur. Wer wechselt wohin, wer ist an wem interessiert, wie hoch sind die Ablösen? Um nicht nur zu spekulieren, braucht es gute und zuverlässige Quellen. Come-on-fc.com führte ein Interview mit einem Transferexperten zu den Transfers des 1. FC Köln.

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Dominik Schneider gilt als einer der „Transferexperten“ in Deutschland. Wie kommt man zu so einem Ruf.
Dominik Schneider:
Das weiß ich auch nicht (lacht). Ich habe lange in der Spielerberater- und Spielervermittlerbranche gearbeitet. Seit knapp fünf Jahren bin ich als Sportjournalist tätig, arbeite bei Fussballtransfers.com und bin auf Transfernews und das Geschehen rund um den Transfermarkt spezialisiert.

In deiner Rolle geht es viel um Informationen und Informationsaustausch. Der Transferjournalismus hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Wie kommst du an Informationen und wie verifizierst du diese?
Es gibt viele Wege. Ähnlich wie als Berater oder Vermittler muss man ein gutes Netzwerk pflegen – zu Spielern, Beratern, Vereinsverantwortlichen, Journalisten und Medienleuten. Daraus ergeben sich Gelegenheiten, Informationen zu erhalten, die noch nicht öffentlich sind. Wichtig ist das Drei-Quellen-Prinzip: Eine Information muss von mehreren verlässlichen Quellen bestätigt werden. Es reicht nicht, wenn eine Person sagt, ein Spieler wechsle – man braucht Bestätigungen aus dem eigenen Netzwerk.

Woran erkennt man gute Quellen?
Eine gute Quelle ist beispielsweise ein Sportdirektor, der Informationen bestätigen oder dementieren kann. Schlechte Quellen sind Personen ohne direkten Einblick, etwa Bekannte von Bekannten.

Wie kommt man an Kontakte wie Sportdirektoren heran?
Manche Verantwortliche sind medienoffener und sehen Transferjournalismus als Chance, die Vereinsmarke zu stärken. Andere sind verschlossener. Der Kontaktaufbau läuft vertraulich, ein guter Journalist gibt seine Quellen nicht preis. Kontakte entstehen durch Networking – man lernt sich kennen, tauscht sich aus. Kaltakquise funktioniert selten, da Vertrauen entscheidend ist.



Wie laufen internationale Transfers ab?

Du warst früher als Spielerberater tätig. Wie laufen internationale Transfers ab?
Auf kleinerer Ebene geht es darum, dem Spieler möglichst viele Optionen zu bieten. Dafür nutzt man sein Netzwerk, um passende Vereine zu finden. Marktkenntnis ist entscheidend: Man muss wissen, welcher Verein welches Profil sucht. Der richtige Zeitpunkt ist ebenfalls wichtig – etwa, wenn ein Verein genau die gesuchte Position besetzen will. Ziel ist es, Interesse zu wecken und den Spieler ins Gespräch zu bringen.

Gibt es auch den umgekehrten Fall, dass Vereine Berater ansprechen?
Ja. Vereine wissen oft, welche Berater in bestimmten Regionen gut vernetzt sind. Sie kontaktieren diese gezielt, um Informationen zu Spielern zu erhalten – etwa zur Verfügbarkeit oder zu finanziellen Vorstellungen.

Es heißt oft, Berater hätten große Macht. Stimmt das?
Meiner Meinung nach sitzen die Spieler am längeren Hebel. Ein Berater gibt Ratschläge zur Karriereplanung, aber die Entscheidung liegt immer beim Spieler. In Deutschland gibt es kein exklusives Vermittlungsrecht, Spieler können Berater leicht wechseln. Daher ist der Berater eher abhängig vom Vertrauen des Spielers.

Du hattest im Winter 2024 exklusiv die Information, dass Tim Lemperle den 1. FC Köln verlassen und zu Hoffenheim wechseln wird. Wie kam diese Meldung zustande?
Die genauen Quellen kann ich nicht nennen. Ich hatte die Information über den Flurfunk und ließ sie mir von zwei verlässlichen Quellen bestätigen. Da Lemperles Vertrag auslief, durfte er offiziell erst ab dem 1. Januar mit anderen Vereinen sprechen – trotzdem sondieren Vereine oft frühzeitig den Markt. Der Berater dementierte damals öffentlich, was verständlich ist. Für mich war entscheidend, die Information korrekt zu bestätigen.

Transferexperte Dominik Schneider

Überraschende Transfers

Welcher Transfer des FC Köln hat dich in diesem Sommer am meisten überrascht?
Die Verpflichtung von Ragnar Ache. Er hat das Potenzial, in der Bundesliga einige Tore zu erzielen. Überraschend war, dass er nicht nach Italien gewechselt ist, obwohl dort bereits im Winter ein hohes Angebot vorlag. Auch der Transfer von Johannesson von Düsseldorf ist stark – er zeigt, dass der FC bereit ist, zu investieren.

Jüngst wurde Cenk Özkacar verpflichtet, ein in Deutschland eher unbekannter Spieler. War das aus deiner Sicht ein gezielter „Berater-Transfer“?
Schwer zu sagen. Der Spieler kommt vom FC Valencia, ein großer Name in Spanien. Solche Transfers entstehen oft aus Listen möglicher Kandidaten, die Vereine vorbereiten, oder durch Beraterhinweise, wenn eine andere Option scheitert. Wie genau dieser Transfer zustande kam, weiß ich nicht.

“Der FC hat gute Chancen auf den Klassenerhalt“

Wie schätzt du den FC-Kader für die kommende Saison ein?
Der FC hat gute Chancen auf den Klassenerhalt, was das primäre Ziel sein sollte. Das Testspiel gegen Atalanta war vielversprechend, aber das Startprogramm ist anspruchsvoll. Die Verstärkungen auf wichtigen Positionen sind gut, dennoch muss die Mannschaft sich schnell einspielen – gerade, weil der Kader noch nicht komplett ist.

Gibt es aktuell eine exklusive Information zu Transfers beim 1. FC Köln?
Derzeit nicht. Ich gehe davon aus, dass noch ein Innenverteidiger kommen soll, aber dazu habe ich momentan keine konkreten Informationen. (Anm. der Redaktion: Das Interview wurde vor der Verpflichtung von Rav van den Berg geführt, der 1. FC Köln hat den angesprochenen Innenverteidiger bereits verpflichtet)

Ist es schwieriger geworden, an Transferinformationen zum 1. FC Köln zu kommen?
Nein, es ist gleichgeblieben. Viele Vereine sehen Transferjournalismus heute als Chance, die eigene Marke zu stärken – ähnlich wie Drafts in den USA. Ständige Präsenz in den Medien ist auch außerhalb der Spielzeit ein Vorteil, weshalb Vereine weniger blockieren.

Das Interview führte Cedrik Kaiser.