Glücklicher Punkt für den 1. FC Köln: Keine Lösungen im letzten Drittel, Probleme mit dem Matchplan

Jubel des 1. FC Köln nach dem Duell gegen St. Pauli
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Glücklicher Punkt für den 1. FC Köln: Keine Lösungen im letzten Drittel, Probleme mit dem Matchplan

Beim 1:1-Unentschieden gegen den FC St. Pauli bot der FC eine durchwachsene Leistung an. Am Ende stand ein glücklicher Punkt und die Gewissheit, dass sich die Situation sogar minimal verbessert hat. Der 1. FC Köln tut sich gegen St. Pauli auch unter René Wagner schwer.

Nach dem 1:1 gegen St. Pauli hat sich die tabellarische Situation für die Geißböcke eher positiv verändert. Die Leistung war dagegen bedenklich.

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Überschwänglich fiel der Jubel nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli bei den Spielern nicht aus, als sie sich nach der Begegnung vor den mitgereisten Kölner Fans aufbauten. Zumindest war nicht allen Gesichtern eine Erleichterung nach dem Punktgewinn anzusehen. Dabei hatte der FC durchaus Schlimmeres verhindert. Bis in die Schlussminuten führten die Kiezkicker das Kellerduell 1:0 an. Und tatsächlich erweckte nicht viel den Eindruck, als würde sich an dem Spielstand noch etwas ändern können. „Uns ist heute nicht alles gut gelungen, gerade mit Ball haben wir nicht immer gute Entscheidungen getroffen“, sagte Thomas Kessler. Und das konnte man getrost so unterschreiben. Viel zu oft versuchten es die Kölner mit langen Bällen auf Ragnar Ache oder Said El Mala, doch die Versuche fanden nur selten einen Abnehmer. In den ersten Minuten kam der FC noch zu einigen Abschlüssen, im Laufe des Spiels wurden die Kölner harmloser und harmloser.

„Dann sah es nicht mehr so gut aus“

Und das offenbar entgegen der Marschroute. „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, mit Ball gefährlich zu werden. Wir haben zu viel die langen Bälle gespielt, das war eigentlich nicht der Plan“, sagte Kölns Coach René Wagner. Tatsächlich gewann der Gastgeber nach dem Wechsel zunehmend die Überhand, drückte den FC phasenweise tief in die eigene Hälfte. „In der zweiten Halbzeit haben wir es dann nicht geschafft, hinten rauszukommen. Dann wurde es schwer. Es kommen immer mehr Ecken rein und wir bekommen nach einem Standard das Gegentor“, so der Coach weiter. Allerdings war der Eckball von Jahmai Simpson-Pusey und Eric Martel sehr schlecht verteidigt, der Treffer von Karol Mets eine folgerichtige Entwicklung. Und in diesem Moment schwand die Euphorie einer möglichen Vorentscheidung der vergangenen Tage. Im Gegenteil, der angestrebte Acht-Punkte-Vorsprung schrumpfte auf zwei Zähler zusammen. „Wenn man kurzfristig auf die Tabelle geschaut hat, sah es dann nicht mehr so gut aus“, stellte Kapitän Marvin Schwäbe fest, der gerade im ersten Abschnitt Schlimmeres gegen Andréas Hountondji verhindert hatte.

„Das war für uns sehr wichtig“

Auch nach der Führung blieb Pauli Spiel bestimmen, wenn auch nur selten richtig gefährlich. Den Kölnern fiel offensiv herzlich wenig ein. „Ich kann es mir zum Teil selbst nicht erklären. Wir haben im letzten Drittel nicht die Lösungen gefunden“, sagte Schwäbe. Doch, wenn die Kölner zwei Dinge können, dann Comeback und späte (Joker)-Tore. Wagner wechselte unter anderem Luca Waldschmidt ein. Nach einem Foul von Mets an Jakub Kaminski entschied Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck nach Ansicht der Bilder auf Elfmeter und eröffnete dem FC die Chance auf einen Punkt. Der Joker trat an und verwandelte sicher. „Ich habe gedacht, das ist meine Ecke, die nehme ich mir. Ich wollte keine großen Experimente bei der Wichtigkeit des Tores machen“, so Waldschmidt. So rettete der ehemalige Nationalspieler dem FC noch den Zähler. „Das war für uns sehr wichtig. Der Spielverlauf hätte auch ehrlich gesagt nicht mehr hergegeben“, sagte Thomas Kessler.

Tatsächlich erinnerte der Auftritt an einige trostlose Begegnungen der vergangenen Wochen. Wenn man so will hat sich trotz der schwachen Leistung die Situation sogar noch ein wenig verbessert. Der Abstand von fünf Zählern zum Relegationsplatz ist der gleiche geblieben, die Anzahl der Spiele hat abgenommen. Ein Hauch Zufriedenheit dürfte sich also zumindest aufgrund des Ergebnisses einstellen.


Eine Fünf, zwei Zweien – Die Einzelkritik des 1. FC Köln gegen St. Pauli

Marius Bülter im Duell gegen St. Pauli
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Eine Fünf, zwei Zweien – Die Einzelkritik des 1. FC Köln gegen St. Pauli

Vor dem Duell am Millerntor hofften die Fans auf einen Acht-Punkte-Vorsprung – die Vorentscheidung. Am Ende waren die Kölner froh über einen Punkt. Wirklich überzeugen konnten nicht alle Spieler: Die Einzelkritik des 1. FC Köln beim FC St. Pauli.

Wenn man so will sind die Kölner mit einem blauen Auge davon gekommen. Der FC spielte 1:1 am Millerntor und rettete sich durch einen Elfmeter kurz vor Spielende.

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Schwäbe wieder bester Kölner

Marvin Schwäbe, Einzelkritik 2

Marvin Schwäbe

Stand früh richtig gegen Hountondji bei einem Kopfball, rettete dann weltklasse gegen den 23-Jährigen im Eins-gegen-eins. War anschließend auch gegen Ritzka zur Stelle und nach dem Wechsel bei einem viel zu harten Rückpass von Simpson-Pusey. Als er nach einer knappen Stunde geschlagen war, war Bülter für ihn auf der Linie zur Stelle. Bei Mets Gegentor machtlos.


Alessio Castro-Montes Einzelkritik 4

Alessio Castro-Montes

Rückte für Kristoffer Lund in die Anfangsformation. Wirkte nicht immer sattelfest. Etwas als Pyrka ihn nach einer halben Stunde viel zu leicht stehen ließ. Rettete dafür aber bei einer scharfen Flanke von Sinani nur wenige Minuten später. Seine Flanken verpufften meist wirkungslos.


Cenk Özkacar Einzelkritik

Cenk Özkacar

Sah gegen Hountondji nicht immer gut aus. Hatte bei einer Drehung Glück, dass Schwäbe weltklasse parierte. War aber im Zweikampfverhalten ansonsten routiniert, gewann starke 70 Prozent der Duelle.


Jahmai Simpson-Pusey Einzelkritik 4+

Jahmai Simpson-Pusey

War in der Anfangsphase einmal mehr die Ruhe selbst. Seine langen Bälle waren oft zu ungenau, fanden weder Ache noch El Mala. War auch defensiv nicht immer auf der Höhe. Stellte seinen Keeper mit einem erstaunlich harten Rückpass auf die Probe und verlor Mets beim 0:1 aus den Augen. Hatte auf der anderen Seite die meisten Ballkontakte und spielte mit Abstand die meisten Pässe (80).


Sebastian Sebulonsen, Einzelkritik 3-

Sebastian Sebulonsen

Fiel nicht sonderlich auf, was für einen Defensivspieler gerade in der Rückwärtsbewegung meist ein gutes Zeichen ist. Hatte aber auch recht wenig mit dem Spielaufbau zu tun.


Keine gute Leistung

Einzelkritik Eric Martel, Note 4

Eric Martel

Spulte die meisten Kilometer von allen Spielern ab und führte die meisten Zweikämpfe. War aber dennoch weit von seiner Topform entfernt. Setzte in der Vorwärtsbewegung gar keine Ausrufzeichen. Klammerte Wahl bei dessen Vorlage zum 1:0. Vielleicht wäre „mit zum Kopfball hochsteigen“ die bessere Wahl gewesen.


>>>Die Stimmen zum Spiel<<<


Einzelkritik Isak Johannesson, Note 4-

Isak Johannesson

Hatte in der Offensive kaum Impact, stopfte dafür in der Rückwärtsbewegung zunächst einige Löcher. Sammelte alleine in den Anfangsminuten vier Zweikämpfe, die er alle gewann. Seine Leistung flachte mit der Länge des Spielverlaufs zunehmend ab.


Einzelkritik Jakub Kaminski, Note 2

Jakub Kaminski

Setzte den ersten Abschluss, wurde aber geblockt. Wieder ein absoluter Aktivposten. Spulte seine Kilometer ab, kam auf drei Torschussbeteiligungen und holte den Elfmeter zum Ausgleich heraus.


Einzelkritik Jan Thielmann, Note 5

Jan Thielmann

Spielte wieder eher den rechten Part einer Fünferkette. Stand dort in der Defensive zunächst gut. Bis Ritzka ihn viel zu leicht stehen ließ, bevor er den Ball stark auf Hountondji brachte, der aber vergab. Nach vorne passierte über seine Seite so gut wie gar nichts. Auch deswegen war für das Eigengewächs zur Halbzeit Schluss.


Einzelkritik Ragnar Ache, Note 4

Ragnar Ache

Wurde immer wieder mit langen Bällen gesucht, aber viel zu selten gefunden. War somit kein Faktor im Spiel. Kam auf zehn Ballkontakte, ein Torschuss war nicht dabei. Nach 50 Minuten musste der Angreifer verletzt raus.


Einzelkritik Said El Mala, Note 4+

Said El Mala

Setzte sich früh gegen zwei Gegenspieler durch, brauchte beim Abschluss dann aber mehr als nur Feinjustierung. War viel unterwegs, aber eher selten mit Ball und noch seltener gefährlich. Steigerte sich nach dem Wechsel, setzte die Kugel an die Latte.


Einzelkritik Linton Maina, Note 4

Linton Maina

Kam zur Halbzeit für Thielmann und sorgte für deutlich mehr Tempo. War aber in seinen Situationen auch nicht glücklich.


Marius Bülter, Einzelkritik 3-

Marius Bülter

Kam für den verletzten Ache und setzte sich sofort in Szene. Allerdings mit einer Rettungsaktion auf der eigenen Linie.

Es wurden lediglich die Spieler bewertet, die mindestens 30 Minuten der regulären Spielzeit gespielt haben


René Wagner will mit Kommunikation und einem Matchplan „die Riesenchance“ nutzen

Tom Krauß im Hinspiel gegen St. Pauli
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René Wagner will mit Kommunikation und einem Matchplan „die Riesenchance“ nutzen

Nach dem 3:1-Erfolg über Werder Bremen kann der FC am Freitagabend einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Die Aufgabe wird am Millerntor kein Selbstläufer. Doch René Wagner hat sich einen Matchplan zurechtgelegt. So will der 1. FC Köln bei St. Pauli punkten.

Acht Spiele haben die Kölner auf den ersehnten Sieg gewartet, nun soll es zwei in Serie geben. Denn mit einem Erfolg bei St. Pauli ist der Klassenerhalt fast sicher. Doch leicht wird die Aufgabe nicht.

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Jonas Hector hatte die Champions-League-Hymne mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen, die nach dem 3:1-Erfolg über Werder Bremen im Kölner Stadion erklang. Wie der ehemalige FC-Kapitän in seinem Podcast erklärte, „beschreibe das Köln ganz gut“. Natürlich sind die Träume vom internationalen Wettbewerb wieder einmal viel zu hochgegriffen und mit einer gehörigen Portion Humor behaftet, doch der erste Erfolg seit Ende Januar hat die Gemütslage in Köln tatsächlich deutlich verändert. Der drohende Abstieg ist gefühlt ein Stückchen in die Ferne gerückt. Und mit einem Erfolg über den FC St. Pauli, den direkten Konkurrenten, am Freitagabend, ist der Klassenerhalt ebenfalls gefühlt so gut wie sicher. Tatsächlich hätte der FC acht Punkte Vorsprung bei noch zwölf zu vergebenden Zählern. Bei dem aktuellen Torverhältnis müsste Pauli aus den dann verbleibenden vier Spielen neun Zähler holen und der FC alles verlieren.

„Wir haben ein schweres Auswärtsspiel“

Der Erfolg über Bremen hat also eine Tür geöffnet, die noch vor einigen Wochen fest verschlossen schien. „Erstmal haben wir jetzt drei Punkte mehr, das hat natürlich der Mannschaft auch ein Stück weit Selbstvertrauen gegeben“, sagte René Wagner am Mittwoch. Der Fokus sei dadurch aber nicht verloren gegangen. „Die Jungs wirken noch ein Zacken fokussierter, weil sie einfach wissen, dass wir jetzt in St. Pauli eine riesen Chance haben und die wollen wir gemeinsam nutzen“, so Wagner weiter. Aber: „Wir schauen nur auf das Spiel am Freitag und machen uns jetzt keine Gedanken, was danach sein könnte. Mit St. Pauli haben wir einen schweren Gegner, wir haben ein schweres Auswärtsspiel.“ Wie schwer die Spiele am Millerntor sein können, erfuhren in dieser Spielzeit schon andere Mannschaften wie Stuttgart (2:1), Leipzig (1:1) oder Hoffenheim (8:7 i.E. im Pokal). Zuletzt schwächelten die Kiezkicker aber wieder – auch im eigenen Stadion.

Einen Selbstläufer erwartet der Kölner Coach aber dennoch nicht. „St. Pauli ist erstmal eine Mannschaft, die es immer wieder schafft aus einem kompakten Block gefährlich umzuschalten. Sie haben aber auch mit dem Ball ganz viele Lösungen und da müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu oft in deren Lösungen reinrennen“, sagte der Kölner Coach. „Da wird die Mannschaft natürlich auch einen Plan mit an der Hand haben, wie wir das verhindern wollen. Die Hamburger haben aber auch Geschwindigkeit auf der letzten Linie und dann kommt es wieder auf die Restverteidigung an.“ Diese sei gegen Bremen besonders gut gewesen, erklärte der 37-Jährige weiter. Die ganz große Torgefahr strahlten die Kiezkicker in dieser Saison bislang aber ohnehin nicht aus. Erst 28 Tore erzielte St. Pauli, gab die wenigsten Torschüsse ab.

Youngster bei der U21

Ein weiterer Schlüssel ist unter Wagner die offene Kommunikation, wie der Coach nicht müde wird zu betonen. „Ich glaube, es ist wichtig, dass die Jungs wissen, woran sie sind“, sagt der Trainer. „Ich versuche, mit den Jungs alle zwei, drei Wochen zu sprechen, dann bekommen sie ein klares Feedback, ob sie die Rolle angenommen haben.“ Und diese Kommunikation kommt an. Gleich mehrere Spieler loben das entgegen gebrachte Vertrauen, deuten immer wieder die Gespräche mit dem Coach an. Und der jüngste Erfolg gibt der Maßnahme recht.

Personell kann Wagner nahezu aus dem Vollen schöpfen. Einzig Luca Kilian und Timo Hübers werden weiterhin fehlen, die drei Youngster Youssoupha Niang, Fynn Schenten und Cenny Neumann sind für die U21 im Einsatz. Es wird also wieder harte Entscheidungen geben. Der Coach muss einige Spieler aus der Formation streichen. Das könnten die gleichen Spieler wie zuletzt sein. Wagner hatte bereits angekündigt, dass es Florian Kainz und Dominique Heintz schwer haben würden, sich in den Kader zu spielen. Eine Einsatzgarantie sprach der Trainer zwar nicht aus, Tendenzen aber schon. So dürften Jahmai Simpson-Pusey, Cenk Özkacar und Said El Mala erneut auflaufen. Eine mögliche Veränderung zur Vorwoche wird wohl Alessio Castro-Montes sein, der für Kristoffer Lund in die Startelf rücken dürfte.