Said El Mala als Joker? Zurรผck zur alten Marschroute, aber die Probleme bleiben die gleichen beim 1. FC Kรถln

Lukas Kwasniok mit Denis Huseinbasic und Said El Mala
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Said El Mala als Joker? Zurรผck zur alten Marschroute, aber die Probleme bleiben die gleichen beim 1. FC Kรถln

Etwas รผberraschend war die Aufstellung der Kรถlner gegen Union Berlin am Samstagnachmittag schon. Lukas Kwasniok entschied sich gegen seinen Topscorer in der Startelf, wollte zunรคchst wie schon zu Beginn der Saison Abarbeiten. Erst schien der Plan auch aufzugehen beim 1. FC Kรถln: Es gibt wieder Diskussionen um die Rolle von Said El Mala.

Die 0:1-Niederlage gegen Union Berlin dรคmpfte die vorweihnachtliche Stimmung im Stadion schon sehr. Gegen die Mannschaft von Ex-Trainer Steffen Baumgart wollte der FC wieder punkten und sich mit einem guten Gefรผhl in die Winterpause verabschieden. Coach Lukas Kwasniok versuchte, wie zu Beginn der Saison durch ein Abarbeiten und frische Einwechselspieler zu bestehen mit dem 1. FC Kรถln: Es gibt wieder Diskussionen um die Rolle von Said El Mala.

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Eine gute Viertelstunde schien der Plan von Lukas Kwasniok aufzugehen. Gegen Union Berlin startete der FC druckvoll, kรถrperbetont und vor allem dominant. So kamen die GeiรŸbรถcke in der Anfangsphase gegen die Eisernen auf einen Ballbesitz von 80 Prozent, hatten bereits zwei Mal den freien Torabschluss gesucht und 60 Prozent der Zweikรคmpfe fรผr sich entschieden. Union wirkte dagegen fahrig, hatte zu diesem Zeitpunkt im Schnitt nur etwas mehr als jeden zweiten Pass zum Mitspieler gebracht. Der Beginn war also durchaus verheiรŸungsvoll. Und dennoch war es durchaus รผberraschend, dass Said El Mala den Beginn des Spiels von der Bank aus beobachten sollte. Lukas Kwasniok hatte den Shootingstar zunรคchst nicht aufgestellt, dafรผr agierte Jakub Kaminski mal wieder in vorderster Front.

Zurรผck zur alten Marschroute

Eine durchaus รผberraschende MaรŸnahme. Denn El Mala war in den vergangenen Wochen eine Art Lebensversicherung der Kรถlner. Mit sechs Toren und drei Vorlagen hatte der 19-Jรคhrige maรŸgeblichen Anteil an einigen Punkten, war mitunter Spiel entscheidend. Nicht umsonst bekam er bereits hier und da den Beinamen „Kรถlner Lebensversicherung“ verpasst. Und dennoch war die Rรผck-Beorderung von Kaminski in die Offensive offenbar eine sehr gute MaรŸnahme. Der Pole war sofort wieder Aktivposten und erinnerte an die starken Auftritte zu Saisonbeginn, die dem 23-Jรคhrigen immerhin ebenfalls fรผnf Tore und einen Assist eingebracht hatten. Kwasniok hatte bereits auf der Pressekonferenz am Donnerstag angedeutet, dass er in Sachen Aufstellung wieder ein wenig „Back to the roots“ wolle. Eben zu den Formationen, die in der Anfangsphase Punkte beschert hatten.

Und so erklรคrte Kwasniok auch spรคter die MaรŸnahme, El Mala erst einmal auf die Bank zu setzen. „Wir haben unsere beste Phase in dieser Saison gehabt, als wir uns einfach darauf fokussiert haben gegen Mannschaften so zu spielen, dass wir abarbeiten“, erklรคrte der Coach. „Dass wir Spieler aufs Feld bekommen, die in der Lage sind, in allererster Linie die โ€“ auf gut Deutsch gesagt โ€“ โ€žDrecksarbeitโ€œ zu verrichten, um dann hinten raus eben noch ein paar Kรผnstler mehr auf dem Feld zu haben, die dann die Spiele fรผr uns entscheiden.“ Eine MaรŸnahme, die gerade zu Saisonbeginn regelmรครŸig aufging. Immerhin kommen die Kรถlner auf 15 Torbeteiligungen durch eingewechselte Spieler in dieser Saison, sieben davon erzielten die Joker selbst.

Der FC erzeugt kaum Torgefahr

Wiederum sechs Torbeteiligungen erzielte Said El Mala als Joker. Es scheiden sich aber die Geister, ob der Kรถlner Youngster effektiver von der Bank oder von Beginn an ist. Kaminski belebte die Kรถlner Offensive sichtbar, war ein Aktivposten. Allerdings auch gegen eine erschreckend schwach aufspielende Berliner Mannschaft. Und die Kรถlner Offensivbemรผhungen nahmen nach dem vielversprechenden Beginn von Minute zu Minute ab, kamen in der zweiten Halbzeit nahezu komplett zum Erliegen. Auch Kaminski baute sichtbar ab, wurde in der Schlussphase zum ersten Mal in dieser Saison ausgewechselt. Dagegen witterte das Team von Steffen Baumgart im zweiten Abschnitt seine Chance und nutzte sie nach der berechtigten aber unnรถtigen Roten Karte und wieder einmal nach einer Standardsituation.

Zur Wahrheit gehรถrt aber auch, dass die Kรถlner trotz einem gefรผhlten Chancenplus in Halbzeit eins auf einen xGoals-Wert von 0,5 kamen – die Qualitรคt der Chancen insgesamt also noch nicht einmal einen Treffer hรคtte annรคhernd erwarten lassen, ganz anders als die 1,5 der Berliner. Wie gehabt zeigte sich einmal mehr, dass die Kรถlner groรŸe Probleme haben, ein Spiel selbst zu gestalten, sich Mรถglichkeiten zu erspielen.