Ragnar Ache verpasst ein Tor gegen Werder Bremen
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Köln und die mangelnde Chancenverwertung: Dem FC fehlen nicht nur die Stürmer

Der 1. FC Köln hat in den ersten Wochen der neuen Saison bereits einige unterschiedliche Leistungen gezeigt. Mal überzeugte die Mannschaft zumindest temporär mit ihrer offensiven Wucht, mal tat sie sich über weite Strecken schwer, in gefährliche Situationen zu kommen. Wenn sie in diese kam, ließ der Abschluss mitunter zu Wünschen übrig. Wie effizient ist der 1. FC Köln bislang?

Der FC kommt in seinen bisherigen fünf Pflichtspielen dieser Saison auf acht Torerfolge. Davon fiel wie berichtet lediglich eines vor der Pause, sieben weitere erzielten die Domstädter in der zweiten Halbzeit. Das ist ohnehin schon eine auffällige statistische Verteilung, wird bei genauerem Hinsehen aber noch interessanter und offenbart noch eine andere Auffälligkeit.

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Thijs Dallinga stand schon ziemlich frei, als Gideon Mensah eine butterweiche Flanke auf seinen Kopf servierte. Der Niederländer vergab, obwohl der xGoals-Wert dieser Chance bei 0,45 lag. Die Qualität der Chance bedeutet also, dass jeder zweite Treffer mit jenem Wert auch ein Tor ist. Mikey Moores Riesenchance gegen die Rothosen war von ähnlicher Qualität, hätte ebenfalls ein Treffer sein können, wenn nicht müssen. In den vier Bundesliga-Spielen kommt Köln in der ersten Halbzeit auf einen gesamten xGoals-Wert von 2,45 – auf dem Torkonto steht für die ersten 45 Minuten ein Tor, nach dem Seitenwechsel liegt der Wert bei 5,35. Pro Partie entspricht das durchschnittlich 0,61 xG vor der Pause und 1,34 danach. Köln entwickelt nach dem Seitenwechsel damit im Schnitt mehr als doppelt so viel Torgefahr wie in den ersten 45 Minuten. Nimmt man das Pokalspiel bei den Würzburger Kickers hinzu, wird der Unterschied sogar noch deutlicher: Über alle fünf Pflichtspiele kommt der FC auf 3,20 xG in der ersten und 6,46 xG in der zweiten Halbzeit.

1. FC Köln mit Problemen bei der Chancenverwertung

Auch unabhängig von der auffälligen Verteilung auf die beiden Halbzeiten lohnt sich deshalb ein Blick auf die Effizienz. Gegen den VfB lag der xGoals-Wert der Kölner bei überragenden 2,8 – die Geißböcke erzielten gerade einmal einen Treffer. In den vier Bundesliga-Spielen hat der FC bislang insgesamt 7,80 erwartete Tore produziert, tatsächlich aber nur sechsmal getroffen. Zwischen der Qualität der herausgespielten Möglichkeiten und dem tatsächlichen Ertrag liegt damit eine Differenz von 1,80 Toren. Köln liegt also bei der Effizienz deutlich im Minusbereich – und im Ligavergleich auf dem vorletzten Platz. Einzig der FC Schalke 04 ist minimal schwächer. Auf der anderen Seite zeigt sich der FC Augsburg extrem kaltschnäuzig. Die Fuggerstädter erzielten bereits elf Tore, obwohl die Qualität der Chancen gerade einmal sieben Tore erwarten ließ. Eine höhere Effizienz kann kein Team aufweisen.

Damit ergibt sich ein durchaus interessantes Gesamtbild vom bisherigen Saisonstart. Köln braucht häufig Zeit, um offensiv richtig in die Partie zu finden, entwickelt nach dem Seitenwechsel aber deutlich mehr Gefahr und kommt dann auch wesentlich häufiger zu hochwertigen Möglichkeiten. Die sieben von acht Pflichtspieltoren nach der Pause sind deshalb nicht nur eine statistische Kuriosität, sondern werden von den xG-Werten zumindest teilweise gestützt. Gleichzeitig bleibt die Chancenverwertung ein Faktor, der den Unterschied zwischen einer guten zweiten Halbzeit und einem entsprechend guten Ergebnis ausmachen kann. Die zwei Gesichter des FC zeigen sich damit bislang nicht nur auf dem Platz, sondern lassen sich nach den ersten fünf Pflichtspielen auch ziemlich deutlich anhand der Zahlen ablesen. Im internen Teamvergleich kommen Marius Bülter und Mikey Moore auf einen xGoals-Wert von jeweils 1,48 – getroffen haben beide noch nicht.

Ausgerechnet jetzt fallen mit Dallinga und Ragnar Ache zwei Spieler aus, die drei der bisherigen sechs Ligatore erzielt haben. Und in der Defensive? Dort liegt der Wert der gefangenen Tore über dem gegnerischen xGoals-Wert. Die Qualität der gegnerischen Chancen ließ acht Tore erwarten, stand jetzt sind es neun. Es gibt also in beiden Bereichen noch Luft nach oben.

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