Kevin Ekweribe im Trainingsspiel der Profis des 1. FC Köln
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Sturm-Not beim 1. FC Köln: Kann Kevin Ekweribe wirklich zur Option werden?

Nach den Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache sucht der FC nach einer Alternative für das Sturmzentrum. Kevin Ekweribe wurde nun für das Training der Profis hochgezogen. Deswegen ist der Spieler aber nicht zwangsläufig schon eine Alternative.

Ein neues Gesicht am Geißbockheim? Kevin Ekweribe trainierte am Dienstag bei den Profis mit. Der Junioren-Spieler dürfte von den Ausfällen der etatmäßigen Mittelstürmer profitieren. Doch kann der 18-Jährige schon Bundesliga? Daten aus 48 Spielen zeigen, was für – und was gegen – den Nachwuchsstürmer spricht.

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Mit sichtbar viel Spaß kehrten Said El Mala und Mikey Moore von den Länderspielen mit ihren Nationalmannschaften zurück. Kein Wunder, beide hatten positive Erlebnisse gesammelt. Obwohl die Offensivhoffnungen mit einer kompletten Trainingswoche also genug Zeit haben, sich auf das Derby gegen Gladbach vorzubereiten und wohl alternativlos sind, waren einige Nachwuchskräfte weiterhin bei den Profis. Und dazu mit Kevin Ekweribe noch ein neues Gesicht. Der Offensivspieler wurde nun ebenfalls zu den Profis hochgezogen. Mit großer Wahrscheinlichkeit als Reaktion auf die Ausfälle von Ragnar Ache und Thijs Dallinga. Denn Ekweribe ist nominell ein Mittelstürmer, der in dieser Saison in fünf U19-Ligaspielen bereits drei Tore erzielt hat und ein weiteres vorbereitete. Für viele FC-Fans wohl ein neues Gesicht, doch der Angreifer ist am Geißbockheim kein Unbekannter. Seit 2019 kickt das Nachwuchstalent für den FC, durchlief seit der U12 sämtliche Stationen und ist nun in der U19 angekommen, sammelte aber auch schon Minuten in der U21.

Kevin Keweribe ist beim FC vor allem Mittelstürmer

Stefan Ruthenbeck lieferte darauf Anfang des Jahres eine ziemlich eindeutige Antwort. Der U19-Trainer bezeichnete seinen Angreifer damals als „Neuner“ und nannte gleich mehrere Eigenschaften, die den Spieler auszeichnen. Der Youngster bringe ein gutes Tempo mit, könne mit beiden Füßen Tore erzielen und aufgrund seiner Größe auch als Zielspieler eingesetzt werden und Bälle festmachen. Gerade letztere Worte dürften FC-Coach René Wagner gerade gut in den Kram passen. Denn durch die Ausfälle von Ache und Dallinga fehlt dem FC genau das – ein Zielspieler, der die Bälle festmachen kann. Doch es gibt einen kleinen Haken. Die Daten sprechen bislang noch eine andere Wahrheit. come-on-fc.com liegen die Daten aus 48 Spielen Ekweribes seit März 2024 vor. Die Stichprobe umfasst mehr als 2300 Einsatzminuten aus verschiedenen Wettbewerben und inzwischen auch der U21. Allerdings bildet sie nicht sämtliche Pflichtspiele des Angreifers in diesem Zeitraum ab, ist aber umfangreich genug, um eindeutige Tendenzen zu erkennen.

In jenen Begegnungen erzielte der Stürmer 14 Tore, hochgerechnet erzielt der Spieler 0,5 Treffer in 90 Minuten. Bemerkenswert: In diesen Spielen kommt der Stürmer auf einen xGoals-Wert von 14,1. Er traf also genau so oft, wie es die Qualität seiner Chancen erwarten ließ. Dabei kommt er im Schnitt auf zwei Abschlüsse pro Spiel, einer kommt auch aufs Tor. Zum Vergleich: Ache kommt auf etwas mehr als drei Abschlüsse pro Spiel, Dallinga auf etwas mehr als zwei. Soweit so gut. Doch dann gibt es eben noch weitere Daten. In den ausgewerteten Begegnungen bestritt Ekweribe 89 Kopfballduelle und gewann davon 38 – eine Quote von knapp 43 Prozent. Bei sämtlichen erfassten Zweikämpfen liegt seine Erfolgsquote bei knapp 39 Prozent. Das widerspricht nicht Ruthenbecks Einschätzung eines möglichen Zielspielers. Die Werte liefern aber zumindest keinen Hinweis darauf, dass Ekweribe sein Spiel bislang hauptsächlich über körperliche Dominanz oder die Lufthoheit definiert.

Mit Tempo über die Flügel

Für seine bislang auffälligsten Stärken gibt es handfeste Belege. So aus dem Februar 2025 als der Angreifer mit einem 90-Meter-Solo im Spiel gegen den FC Augsburg in der U17 nahezu die komplette Hintermannschaft der Fuggerstädter abschüttelte und eiskalt einschob. Auch in anderen Begegnungen kam der Offensivspieler mit Tempo über die Flügel, bereitete so auch einige Treffer vor. Heißt: Ekweribe kann auch mit Tempo über die Flügel kommen und sucht zudem auch mal gerne den Weg in die Tiefe. Allerdings wird er in seinen Mannschaften nicht vorwiegend als Außenstürmer eingesetzt. Im Gegenteil. In nahezu neun von zehn Spielen ist der Angreifer der „Neuner“, den Ruthenbeck in ihm sieht. Und der Torerfolg gibt dieser Maßnahme auch recht: Zwölf seiner 14 Treffer erzielte der Spieler als nomineller Mittelstürmer – das heißt aber nicht, dass er diese Tore auch als klassischer Knipser verwertete. Er erscheint also als Mittelstürmer, der aufgrund seines Tempos und seiner Beweglichkeit auch aus anderen Räumen Gefahr entwickeln kann.

Seien Torgefahr bewies der Spieler auch, als er im Halbfinale um die Deutsche U19-Meisterschaft gegen den SC Paderborn in der Verlängerung traf. Ruthenbeck lobte anschließend ausdrücklich die Wirkung seiner Einwechselspieler. Nur wenige Wochen später setzte der Verein ein weiteres Signal. Der FC verlängerte den Vertrag mit seinem Nachwuchsstürmer langfristig. Der Technische Direktor Lukas Berg erklärte dabei, Ekweribe sei mit seinem Potenzial „noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt“. Und so dürfte der Stürmer auch nicht wirklich als ernsthafte und dauerhafte Alternative für die Bundesliga gelten. Zwischen Nachwuchs- und Profifußball liegen Welten – gerade auf einer Position, auf der Körperlichkeit, Handlungsschnelligkeit und Zweikampfhärte besonders gefragt sind. Dennoch: Der FC verfügt aktuell nicht über viele gelernte Mittelstürmer, Ekweribe ist einer. Ob nach der U19, nun der U21 auch der Schritt bei den Profis erfolgt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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