Der deutsche Fußball-Meister der Frauen könnte ab der Saison 2027/28 erstmals in einer Endrunde mit Halbfinale und Finale ermittelt werden. Für die Vereine geht es dabei vor allem um höhere Medienerlöse. Kölns Trainerin Britta Carlson steht dem möglichen neuen Format allerdings kritisch gegenüber, begrüßt jedoch eine andere Neuerung ab der kommenden Spielzeit.
Die Frauen-Bundesliga bekommt ab der Saison 2027/28 einen neuen Fernseh-Vertrag – und dieser bringt auf jeden Fall Veränderungen mit sich. Wie groß diese ausfallen, das entscheiden die interessierten Medien-Unternehmen, deren Wünschen die Vereine letztlich folgen dürften.

Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.
Eine der Optionen sieht vor, dass die vier besten Mannschaften der regulären Saison in einer Endrunde mit Halbfinals, Spiel um Platz drei und Finale um die deutsche Meisterschaft kämpfen. Hinzu könnten Relegationsspiele zwischen erster und zweiter Liga kommen. Die Gesamtzahl der Spiele pro Saison würde inklusive Supercup bei diesem Modell von aktuell 183 auf 190 steigen. Der FBL e.V., dem auch der 1. FC Köln angehört, hat am Mittwoch die Gespräche mit interessierten Medienunternehmen aufgenommen. Im November sollen die Anbieter verbindliche Angebote vorlegen. Anschließend soll die Mitgliederversammlung des Frauen-Fundesliga FBL e.V. am 30. November final abstimmen.
Britta Carlson zu den Playoffs: „Es macht die Liga für mich nicht unbedingt interessanter“
Hinter den Überlegungen stehen natürlich wirtschaftliche Interessen. Die Medienerlöse der Frauen-Bundesliga liegen derzeit bei 5,2 Millionen Euro pro Saison und sollen fortan signifikant steigen. Zudem könnte das Modell mit einer Endrunde um die Meisterschaft für mehr Abwechslung bei den Titelträgern sorgen. Seit 2013 gewannen ausschließlich der VfL Wolfsburg und Bayern München die Bundesliga, die Münchnerinnen zuletzt sogar vier Mal in Folge. Kölns Trainerin Britta Carlson sprach sich jedoch zuletzt gegen Playoffs aus: „Es macht für mich die Liga nicht unbedingt interessanter. Vielleicht bin ich da oldschool, aber für mich ist eine Meisterschaft immer noch eine komplette Saisonleistung und nicht abhängig von irgendwelchen Playoffs.“
Zwar könnten kleinere Vereine, zu denen sie auch den 1. FC Köln zählen würde, von einer solchen Reform möglicherweise profitieren, „aber ich sehe das große Ganze. Ich sehe es nicht als Mehrwert für die Spielerinnen, es ist noch mal mehr Belastung.“ Der Frauenfußball müsse zwar wirtschaftlich wachsen. Dies dürfe aber nicht um jeden Preis geschehen: „Genau das hat den Frauenfußball die Jahre abgegrenzt von den Männern. Jeder Verein und auch der Liga-Verband hat andere Möglichkeiten, weiter Geld zu generieren. Du hast eine Europameisterschaft in Deutschland und ich glaube nicht, dass jetzt die Playoffs so viel Geld einbringen, dass wir dadurch noch besser werden und wieder konkurrenzfähiger England gegenüber.“
Britta Carlson „Eine Konferenz ist sicher zielführend“
Um den Abstand zu Bayern München zu verkleinern, verwies Carlson deshalb auf einen anderen Ansatz als eine Reform des Wettbewerbs: „Andere Vereine können nachziehen, das tun wir ja auch gerade, dass wir in gute Trainer, in gute Ausbildung investieren, in die Akademie, in den Nachwuchs. Dann obliegt es jedem Verein, da mehr zu investieren, um auch dem FC Bayern gegenüber vielleicht konkurrenzfähiger zu werden.“ Eine andere Änderung im Spielplan begrüßte die Kölner Trainerin jedoch. Ab der kommenden Saison soll es nur noch drei feste Anstoßzeiten geben: ein Einzelspiel am Freitagabend, eine Partie am Samstagmittag sowie fünf Begegnungen am Sonntagnachmittag. Die fünf Sonntagsspiele sollen parallel ausgetragen und – wie in der Männer-Bundesliga – in einer Konferenz übertragen werden. Der bislang wenig beliebte Montag als Spieltermin fällt weg. „Für mich sind Montagsspiele genauso bescheiden wie es auch bei den Männern war. Eine Konferenz ist sicherlich zielführend“, sagte Carlson.
Verpasse keinen Artikel mehr und markiere come-on-fc.com als bevorzugte Quelle
