Nur ein Sieg in zehn Jahren beim HSV: 1. FC Köln zwischen Auswärtsflaute, schwacher Bilanz, aber einer Offensivhoffnung

1. FC Köln gegen den HSV
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Nur ein Sieg in zehn Jahren beim HSV: 1. FC Köln zwischen Auswärtsflaute, schwacher Bilanz, aber einer Offensivhoffnung

Am Nachmittag spielt der FC beim Hamburger SV: Das Tabellenschlusslicht hat die bislang schwächste Defensive der Liga. Eigentlich gute Voraussetzungen für die zuletzt immer wieder aufblitzende Kölner Offensivqualität. Aber die Bilanz der Geißböcke in Hamburg sowie die anhaltende Auswärtsschwäche sprechen eine andere Sprache für den 1. FC Köln. Ist der HSV der passende Gegner zur passenden Zeit?

Ein Sieg, zwei Unentschieden, vier Niederlagen: Für den FC war wettbewerbsübergreifend beim HSV in den letzten zehn Jahren nicht viel zu holen. Doch es gibt auch Mutmacher.

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Sowohl beim VfB Stuttgart als auch zuhause gegen Werder Bremen bot der 1. FC Köln in der Offensive zeitweise ansehnliche Vorstellungen. Gleichzeitig offenbarte das Angriffsspiel aber auch grundlegende Probleme. Erstens dauerten die kölschen Drangphasen jeweils nur etwa 15 bis 20 Minuten. Und vor allem gegen Werder war die anschließende Passivität der Wagner-Elf kaum nachvollziehbar. Zweitens schlug der FC mit je einem Tor in beiden Spielen und insgesamt einem Punkt zu wenig Kapital aus seinen Möglichkeiten. Da könnte man meinen, die Partie beim Hamburger SV käme nun gerade recht. Schließlich stehen die Hanseaten punkt- und torlos am Tabellenende und stellen mit zwölf Gegentreffern neben Mönchengladbach die derzeit schwächste Defensive der Liga. Genau der richtige Gegner also für die talentierten Kölner Offensivkräfte um Said El Mala, Mikey Moore, Thijs Dallinga und Co.? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Nur ein FC-Sieg beim HSV in den letzten zehn Jahren

Die Bilanz der Kölner Gastspiele beim HSV in den vergangenen zehn Jahren schaut nämlich weitaus weniger verheißungsvoll aus als die aktuelle Tabellenposition des Kontrahenten aus dem Norden. Aus dem Volksparkstadion haben die Geißböcke zuletzt kaum Zählbares mitnehmen können. Zudem präsentiert sich der Effzeh in der Hafenstadt seit geraumer Zeit kaum in Torlaune. Der letzte Kölner Erfolg datiert ausgerechnet aus der Abstiegssaison 2017/18, als Simon Terodde sein Team mit einem Doppelpack zum 2:0-Auswärtssieg bei den Rothosen schoss. Ansonsten spielte man in der Bundesliga in Hamburg seit 2016 zweimal 1:1 (2015/16 und 2025/26) und unterlag in der Saison 2016/17 mit 1:2. Hinzukommen eine 0:2-Pleite im DFB-Pokal-Achtelfinale 2017 sowie je eine 0:1-Schlappe in den Zweitligasaisons 2018/19 und 2024/25.

Summa Summarum liest sich die Bilanz der letzten zehn Jahre also ziemlich mau: ein Sieg aus sieben Spielen, in denen der FC gerade einmal fünf Tore schoss. Klar, vergangene Partien geben nicht unbedingt Aufschluss über zukünftige Ergebnisse. Aber die Tatsache, dass der FC in Hamburg zuletzt oft mit Gegenwind zu kämpfen hatte, wird um die generelle Kölner Auswärtsflaute ergänzt.

Letzter Kölner Auswärtssieg im Oktober 2025

Der letzte Bundesligaerfolg auf fremdem Platz liegt nun nämlich schon fast ein Jahr zurück: Am 3. Oktober 2025 holte der 1. FC Köln mit einem 1:0 in Hoffenheim letztmals einen Sieg in der Fremde. Mangelnde Torausbeute, fehlendes ‚Hamburg-Momentum‘, Auswärtsschwäche: Einiges scheint dafür zu sprechen, dass die Zeichen auch beim kommenden Gastspiel in der Hansestadt wieder mal auf Sturm stehen.

Allerdings gibt es auch ein paar Mutmacher. Neben den (zugegeben kurzen) Drangphasen gegen Stuttgart und Bremen hat auch der 3:2-Auftaktsieg gegen Hoffenheim gezeigt, dass der Kölner Angriff Potenzial hat. Er zeigt es momentan allerdings noch zu selten und vor allem nicht über einen längeren Zeitraum während der Spiele. Zugutehalten muss man dem FC allerdings, dass seine vermeintliche Wunschoffensive noch gar nicht gemeinsam auf dem Platz stand.

El Mala und Moore: hoffen auf Kölner Offensiv-Duo

Allen voran dürften die Hoffnungen auf dem Duo El Mala/Moore ruhen, das bislang noch gar nicht zusammenspielen konnte. El Mala fehlte in Stuttgart krankheitsbedingt, während Moore erst nach der Halbzeit ran durfte. Und gegen Bremen wurde die offenbar noch nicht ganz fitte kölsche Nummer Zehn erst relativ spät eingewechselt – dafür musste dann aber Moore vom Platz.

Eine Startformation mit El Mala auf der linken Seite, Moore auf der Zehnerposition, dem derzeit formstarken Maina auf rechts und Ragnar Ache oder Thijs Dallinga in der Sturmspitze dürfte dem Wunsch-Angriff der Kölner Verantwortlichen recht nahekommen. Und würde zudem die FC-Chancen erhöhen, vom schwachen Hamburger Saisonstart zu profitieren und dem HSV im Volksparkstadion nach vielen Jahren mal wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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Ähnlichkeiten auf den ersten Blick, aber dann? Kölner Offensivdrang trifft auf Bremer Beton

Said El Mala im Zweikampf gegen Werder Bremen
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Ähnlichkeiten auf den ersten Blick, aber dann? Kölner Offensivdrang trifft auf Bremer Beton

In der vergangenen Saison retteten sich der FC und Werder im Gleichschritt über die Bundesliga-Ziellinie. Nun treffen die ‚32-Punkte-Partner‘ am Samstagabend im RheinEnergieStadion aufeinander. Auf den ersten Blick suggerieren die Zahlen ein Duell auf Augenhöhe. Beim genaueren Hinsehen offenbaren die jüngsten Auftritte aber einige Unterschiede zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln: Die Geißböcke schwanken vor dem Heimspiel zwischen Angriffs-Lust und Defensiv-Sorgen.

Trotz punktgleichem Saisonstart zeigen Köln und Bremen Gegensätze in der Spielanlage. Während der FC offensiv zwar zeitweise mutig nach vorne spielt, aber defensiv noch wackelt, setzt Werder auf neue Stabilität: ein Härtetest für die Kölner Chancenverwertung.

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In der vergangenen Saison waren sowohl der 1. FC Köln als auch Werder Bremen lange in Abstiegsgefahr. Dass es am Ende für beide Teams trotzdem zum Klassenverbleib reichte, lag auch an reichlich Schützenhilfe. Denn je 32 gesammelte Punkte waren nicht gerade ein souveränes Zeugnis eigener Stärke. Vielmehr profitierten beide Vereine ein stückweit davon, dass gleich drei andere Mannschaften diese eher dürftige Punktausbeute noch unterboten. Und so beendeten der Effzeh und Werder die Spielzeit 2025/26 punktgleich als Tabellennachbarn.

Köln und Bremen auf Augenhöhe?

Als solche gehen die beiden Clubs auch in das Duell am Samstagabend (18:30 Uhr im RheinEnergieStadion, im Liveticker bei come-on-fc.com), denn beide sind nahezu identisch in die neue Saison gestartet. Der FC und Werder haben nach zwei Spieltagen jeweils drei Punkte auf dem Konto und vier Tore geschossen. Bremen hat allerdings mit fünf Gegentoren einen Treffer weniger kassiert und liegt deshalb auf Platz zehn knapp vor den Geißböcken.

All das spricht auf dem Papier zunächst mal für eine Begegnung auf Augenhöhe. Und das eine Gegentor mehr beim FC dürfte ja zu vernachlässigen sein. Oder etwa nicht? Nun, zumindest gibt es ein wenig Aufschluss über aktuelle Unterschiede. Und in der Tat: Vor allem die Auftritte in der Defensive hätten bei Köln und Werder am vergangenen Wochenende unterschiedlicher kaum sein können.

Gegensätze bei der Abwehrleistung

Köln kassierte beim VfB Stuttgart vier Tore und war mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient. Egal ob Luka Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey in der Innenverteidigung, Alessio Castro-Montes und Gideon Mensah (noch der beste Defensivspieler) auf den Außenpositionen oder die Mittelfeld-Dreierkette um Isak Jóhannesson, Tom Krauß und Paul Okon-Engstler: Bei der Abwehrarbeit stieß der FC bei Stuttgart über weite Strecken der Partie an seine Grenzen. Die Kölner Spieler strahlten weder Stabilität noch Ruhe aus.

Unterdessen überzeugte Bremen im Heimspiel gegen RB Leipzig mit einem 4-4-2-System und disziplinierter Defensive. Nach der frühen 1:0-Führung bot die Thioune-Truppe eine taktisch und kämpferisch reife Vorstellung. Man hatte eines der Top-Teams der Liga größtenteils im Griff. Und auch wenn die Leipziger deutlich mehr Ballbesitz hatten, konnten sie damit gegen tief stehende und kompakt verteidigende Werderaner kaum etwas ausrichten.

Kölner Angriffs-Optionen fordern Bremer Defensive

Fakt ist aber auch, dass RB an der Weser nicht gerade einen Sahnetag erwischte, während Stuttgart nach der deutlichen Niederlage bei den Bayern gegen den FC schweres Geschütz auffuhr. Hinzukommt: Alles schlecht war bei Köln auch im Schwabenland nicht. Nach den Umstellungen und Wechseln zur Halbzeit zeigte der FC in der Offensive ein Gesicht, das schon den 3:2-Auftaktsieg gegen Hoffenheim ermöglicht hatte. Köln erspielte sich nämlich auch gegen den VfB teils hochkarätige Torchancen und kam auf einen beachtlichen xGoals-Wert von 2,86 (Durchschnitt nach zwei Spielen: 2,40). Zum Vergleich: Bremen brachte es nach den ersten beiden Partien gerade mal auf einen durchschnittlichen Wert von 0,74.

Stellt man also Kölns Möglichkeiten im Angriff und Bremens Defensivleistung gegen Leipzig gegenüber, verspricht das tatsächlich eine Begegnung auf Augenhöhe. Und in der könnte die Offensive zum Trumpf der Domstädter werden. Vor allem, wenn die beim VfB krankheitsbedingt fehlenden Saïd El Mala und Thijs Dallinga sowie der in Stuttgart überzeugend debütierende Mikey Moore erstmals gemeinsam auf dem Platz stehen sollten.

Für einen kölschen Erfolg müssten dann allerdings noch zwei Voraussetzung erfüllt werden: erstens sollten die Geißböcke endlich nachweisen, dass sie auch gegen einen – eventuell erneut – tiefer stehenden Gegner wie Bremen in der Lage sind, ausreichend Tormöglichkeiten zu erspielen; und zweitens bräuchte der 1. FC Köln dann noch eine bessere Chancenverwertung als zuletzt in Stuttgart.

Wie endete das letzte Aufeinandertreffen zwischen dem FC und Werder?

In der Rückrunde der vergangenen Saison gewann der FC gegen Werder Bremen in Müngersdorf mit 3:1. Damit war diese Partie der erste Sieg für René Wagner als Cheftrainer beim 1. FC Köln.

Wer ist der nächste Gegner des FC?

Nach dem Heimspiel gegen Bremen müssen die Geißböcke nach Hamburg. Im Volksparkstadion wartet der HSV. Anschließend folgt eine Länderspielpause, bevor Borussia Mönchengladbach für das Derby in die Domstadt kommt.

Wann findet das Rückspiel statt?

Das Auswärtsspiel in Bremen ist in dieser Saison das Karnevalsspiel der Kölner. Am Wochenende des 05.-07. Februars geht es für den FC an die Weser.

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Vom Lieblingsgegner zum Stolperstein: Ein Blick auf die Bilanz des 1. FC Köln beim VfB Stuttgart in den vergangenen 30 Jahren

1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart
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Vom Lieblingsgegner zum Stolperstein: Ein Blick auf die Bilanz des 1. FC Köln beim VfB Stuttgart in den vergangenen 30 Jahren

Nach dem erfolgreichen Heimauftakt gegen Hoffenheim tritt der FC am Freitag beim VfB Stuttgart an. Gastspiele bei den Schwaben waren für die Geißböcke rund zwei Jahrzehnte lang eine Punktegarantie. Doch nach sieben sieglosen Duellen in Folge ist der einstige Lieblingsgegner zum Stolperstein geworden für den 1. FC Köln: Ein Blick auf die Bilanz der letzten 30 Jahre.

14 Siege, zwölf Unentschieden, 23 Niederlagen: Bei keinem der aktuellen Bundesligisten gewann der 1. FC Köln häufiger als in Stuttgart. So liefen die Partien gegen Stuttgart in der Vergangenheit.

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Auswärtsspiele in Stuttgart waren in der Bundesliga etwa zwei Jahrzehnte lang ein perfect Match für den 1. FC Köln. Ausgerechnet 1998, im Jahr des ersten Bundesligaabstiegs, starteten die Geißböcke mit dem 1:1 beim VfB eine Serie, die das Schwabenland zu einem der beliebtesten Away-Spots für kölsche Fans machte. Was Toni Polster mit seinem Ausgleichstor im April `98 begann, setzten Christian Springer, Markus Kreuz und Miroslav Baranek mit ihren Treffern im Frühjahr 2001 fort: Damals stand der eindrucksvolle 3:0-Erfolg in Stuttgart sinnbildlich für den teils sehr sehenswerten Fußball, den die Lienen-Elf in der ersten Saison nach dem Wideraufstieg auf den Rasen brachte.

Stuttgart auch in Kölner Fahrstuhljahren ein gutes Pflaster

Von diesem Zauber war in den Abstiegssaisons 2001/02 und 2003/04 nichts mehr übrig: „Nix bliev wie et wor“ eben. Nur eins blieb auch in diesen Katastrophenjahren bestehen: Die Kölner hielten sich auf ihren Reisen ins damalige Gottlieb-Daimler-Stadion schadlos und erkämpften immerhin zwei torlose Remis. Nach dem Aufstieg 2005 wurde dann Uwe Rapolder Chefcoach beim Effzeh und hatte einen kühnen Plan: Konzeptfußball wollte man der rot-weißen Anhängerschaft bieten. Das ging zumindest am zweiten Spieltag im Ländle auf: Die Kölner siegten durch Tore von Markus Feulner und Albert Streit (2) mit 3:2 und setzten eine echte Duftmarke – die allerdings allzu schnell wieder verflog. Denn am Ende konnten auch die drei in Stuttgart gewonnenen Zähler den erneuten Gang in die zweite Liga nicht verhindern.

Auf Siegesserie folgt Trendwende

Aber die rot-weißen Stehaufmännchen kehrten einmal mehr zurück – und sammelten noch ein paar Mal mehr fleißig Punkte in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Egal ob unter Christoph Daum im Jahr 2008 (3:1) oder mit Zvonimir Soldo 2009 (2:0) und 2010 (1:0): Der 1. FC Köln fuhr in Stuttgart Sieg um Sieg ein. Und weigerte sich auch in der fünften Abstiegssaison (2011/12) weiterhin bei den Schwaben zu verlieren (2:2).

Da konnte Peter Stöger in den Bundesliga-Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 zunächst gar nicht anders als mit seiner Truppe die immer beeindruckendere Auswärtsbilanz in Stuttgart weiter aufzupolieren: Die 2:0- und 3:1-Siege läuteten dann aber gleichzeitig das Ende einer Ära ein. Denn vor der schlechtesten Bundesliga-Hinrunde der Kölner Vereinsgeschichte in der Saison 2017/18 war selbst die so lange Serie beim VfB nicht mehr sicher. Zum ersten Mal seit über 20 Jahren (0:4 im September 1996) verlor der FC ein Bundesligaspiel in Stuttgart. Und mit dieser 1:2-Pleite im sechsten Abstiegsjahr wendete sich das Blatt.

FC gegen VfB seit sieben Spielen sieglos

Denn abgesehen vom 2:0-Erfolg in der zweiten Runde des DFB-Pokals 2021/22 konnte der FC danach nicht mehr in Stuttgart gewinnen. Schlimmer noch: In den letzten sieben Partien gelang den Geißböcken weder auswärts noch zuhause ein Dreier gegen den einstigen Lieblingsgegner. Statistisch gesehen reist der 1. FC Köln also mit einem Negativtrend im Gepäck nach Stuttgart – der für den Ausgang des Spiels aber freilich nichts heißen muss. Schließlich sind gerade zu Saisonbeginn viele Szenarien denkbar.

Einerseits wird der VfB nach der 1:5-Klatsche in München auf Wiedergutmachung vor den eigenen Fans brennen. Zumal man sich bei den Bayern über weite Strecken teurer verkauft hat, als das Ergebnis aussagt. Ob der Champions-League-Teilnehmer sein Vorjahresniveau aber aktuell schon voll abrufen kann, ist noch fraglich. Und genau das könnte eine Chance für die Kölner bedeuten, den Saisonstart zu vergolden und an eine ehemals historisch lange Erfolgsserie in Stuttgart anzuknüpfen.

Wie ist die Bilanz des 1. FC Köln gegen Stuttgart?

14 Siege, zwölf Unentschieden, 23 Niederlagen: Bei keinem der aktuellen Bundesligisten gewann der 1. FC Köln häufiger als in Stuttgart.

Wann spielt der 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart?

Das Duell der Hinrunde findet am 04. September um 20:30 Uhr in der MHP Arena statt.

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Fluch oder Mythos? Was die Geschichte des 1. FC Köln über das zweite Bundesligajahr verrät

Kölner Spieler feiern die Zweitliga.Meisterschaft
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Fluch oder Mythos? Was die Geschichte des 1. FC Köln über das zweite Bundesligajahr verrät

Es ist wieder so weit: Der FC geht schon zum siebten Mal in die zweite Bundesligasaison nach einem Aufstieg. Ein verflixtes zweites Jahr, sagen die einen. Alles halb so wild, meint die Statistik. Denn tatsächlich stiegen bislang mehr als doppelt so viele Aufsteiger nach ihrem ersten Jahr Bundesliga wieder ab wie nach dem zweiten. Und auch ein Blick in die FC-Geschichtsbücher zeigt, viel Grund zur Sorge besteht zumindest statistisch nicht für den 1. FC Köln 26/27: Fluch des zweiten Jahres – Fakten statt Mythos.

Laut einer alten Fußballweisheit ist die zweite Saison die kniffligste. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache: Bis 2025/26 stiegen 43 Prozent der Bundesliga-Aufsteiger direkt wieder ab, während lediglich 19 Prozent nach der zweiten Spielzeit in Liga Zwei zurückkehrten. Auch Köln hat die zweiten Bundesligajahre meistens überstanden.

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Ende der 90er Jahre mutierte Ewald Lienen zur Kölner Kultfigur: Zunächst führte er die Geißböcke in der Saison 1999/00 aus dem Tal der Tränen zurück in die Bundesliga. Dort erreichte er mit seiner Mannschaft im ersten Jahr den zehnten Tabellenplatz – und damit den sicheren Klassenerhalt. Von Dauer war dieses scheinbar perfekte Match allerdings nicht. In der Spielzeit 2001/02 verzettelte sich Lienen in Köln und bekam nach dem 19. Spieltag und einer Negativserie die Papiere. Eine Kehrtwende war das freilich nicht: Der 1. FC Köln stieg trotz teurer Transfers und Leihen von Spielern wie Marco Reich, Marc Zellweger, Rigobert Song und Lilian Laslandes ab – und das zum ersten und einzigen Mal in der Vereinsgeschichte im verflixten zweiten Bundesligajahr.

Abstiege nach der ersten und vierten Bundesligasaison

Unterdessen musste der Effzeh nach den Aufstiegen 2003 und 2005 schmerzhaft erfahren, dass die erste Saison für Bundesligaaufsteiger oft die gefährlichste ist. Weder Trainer wie Friedhelm Funkel, Marcel Koller, Uwe Rapolder und Hanspeter Latour noch kölsche Spieler-Ikonen wie Podolski, Lottner, Scherz oder Cullmann konnten die direkten Abstiege nach nur einem Jahr im Fußball-Oberhaus verhindern.

Runder lief es für die Kölner dagegen in der zweiten Saison nach der Bundesligarückkehr 2008. Und das, obwohl Christoph Daum „seinen“ FC vor der Spielzeit 2009/10 überraschend Richtung Fenerbahçe Istanbul verlassen hatte und sein Nachfolger Zvonimir Soldo einen Fehlstart nach Maß hinlegte: ein Punkt aus den ersten fünf Spielen – am Geißbockheim schrillten mal wieder sämtliche Alarmglocken.

Doch Soldo bekam die – nicht gerade pflegeleichte – Truppe um Typen wie Faryd Mondragón, Miso Brecko, Petit, Maniche, Milivoje Novakovic und den mal wieder heimgekehrten Lukas Podolski in den Griff. Der FC überstand die schwere zweite Saison mit 38 Punkten (13. Tabellenplatz) nach anfänglichen Fehlzündungen am Ende unfallfrei. Der Crash mit reichlich schwarzem Rauch und dem Gang in Liga Zwei folgte dann ‚erst‘ nach dem vierten Bundesligajahr 2011/12.

Zweite Jahre in der Bundesliga: Obere Tabellenhälfte und Relegation

Im zweiten Jahr nach dem fünften Aufstieg (2014) brachte FC-Coach Peter Stöger dann Historisches zustande: Der 1. FC Köln erreichte mit 43 Zählern und dem neunten Rang einen einstelligen Tabellenplatz. Das hatte es in der Domstadt zuletzt 24 Jahre vorher gegeben: Damals hieß der Kölner Trainer Jörg Berger und der FC qualifizierte sich für den UEFA-Cup. Ein ähnliches Kunststück gelang Stöger dann 2016/17 im dritten Bundesligajahr, als er sein Team um Horn, Heintz, Höger und Hector in die Europa League führte. Doch weil Freud und Leid in Köln bekanntlich eng verknüpft sind, ließ der Absturz nicht lange auf sich warten: 2018 fuhr der Fahrstuhl mit den Geißböcken an Bord wieder eine Etage tiefer – erneut nach vier Jahren in der ersten Liga.

2020/21 spielte der 1. FC Köln dann seine bis dato letzte zweite Saison nach einem Aufstieg (2019). Und diese Spielzeit war so prekär, wie es die alte Fußballweisheit prophezeit. Denn es brauchte ein Kopfballtor von Sebastiaan Bornauw am letzten Spieltag gegen Schalke, zwei Relegationsspiele gegen Kiel und ganz viel Friedhelm Funkel, um dem erneuten Abstieg mit einem blauen Auge davonzukommen.

In der nächsten Saison geht der FC nach dem Aufstieg 2025 einmal mehr in ein zweites Bundesligajahr. Sowohl statistisch gesehen als auch mit Blick auf die Vereinshistorie spricht einiges dafür, dass Köln die Klasse halten kann. Damit das aber auch faktisch eintrifft, ist Thomas Kessler gut beraten, in diesem Sommer noch einige Kader-Schwachstellen zu beseitigen. Und FC-Coach René Wagner wird beweisen müssen, dass er tatsächlich in der Lage ist, den 1. FC Köln dauerhaft in der obersten Spielklasse zu etablieren.


Verträge bis 2027 – bei diesen FC-Profis muss Thomas Kessler bald eine Entscheidung treffen

Thomas Kessler hat mit seinen Transfers bereits Euphorie ausgelöst
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Verträge bis 2027 – bei diesen FC-Profis muss Thomas Kessler bald eine Entscheidung treffen

Am 30. Juni 2027 laufen die Verträge von gleich sieben FC-Profis aus. Marvin Schwäbe ist Kapitän und unumstrittener Stammtorwart, Offensivtalent Youssoupha Niang gilt als Versprechen für die Zukunft. Unterdessen kommen Luca Waldschmidt und Marius Bülter nicht über ihre Rollen als Ersatzspieler hinaus. Bei allen Spielern gibt es Gründe für und gegen einen Verbleib beim 1. FC Köln: Diese Vertragsentscheidungen stehen bald an.

Die Situationen der Spieler, deren Verträge auslaufen, sind geklärt. Es wurden Kaufoptionen gezogen, Leihen beendet, Kontrakte ausgeweitet. Neben den fehlenden Neuzugängen dürfte der Fokus aber auch auf den Verträgen liegen, die 2027 auslaufen. Denn wenn die Geißböcke noch an diesen Spielern verdienen wollen, wäre jetzt der letzte Zeitpunkt. Die Alternative sind wohl Vertragsverlängerungen, aber auch da müsste Kessler aktiv werden.

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Die Spieler mit auslaufenden Verträgen sind eine der Baustellen, die FC-Sportchef Thomas Kessler im Rahmen der Kaderplanung angehen muss. Bei manchen Profis stehen die Zeichen auf Verlängerung. Andere Kandidaten kommen für einen vorzeitigen Abschied in Frage. Erst einmal vom Tisch ist auf jeden Fall die Causa Timo Hübers. Zwar hat das Arbeitspapier des Innenverteidigers auch nur eine Gültigkeit bis zum 30. Juni 2027, allerdings wurde der Vertrag des Ex-Kapitäns erst vor ein paar Wochen bis zu ebenjenem Zeitpunkt verlängert (come-on-fc.com berichtete). Hübers hatte sich im vergangenen Jahr schwer am Knie verletzt und arbeitet derzeit an seinem Comeback. Wann er wieder in einem Bundesligaspiel auf dem Platz stehen kann und wie der Innenverteidiger danach Fuß fasst, steht noch in den Sternen.

Drei offene Torwart-Fragen

Ganz anders ist die Situation bei Marvin Schwäbe. Der gebürtige Dieburger gehört als Stammtorwart und Kapitän zweifellos zu den Stützen des FC-Teams. Ein Abgang wäre menschlich und sportlich ein Verlust. Dank seiner Fähigkeiten auf der Linie und in 1-zu-1-Situationen muss er sich vor den besten Bundesliga-Torhütern nicht verstecken. Und im Spielaufbau hat Schwäbe ebenfalls Stärken. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der FC-Keeper in punkto Strafraumbeherrschung nicht immer den sichersten Eindruck macht.

Schwäbe selbst kann sich eine Zukunft in Köln vorstellen, wurde von seinem Managment angeblich aber auch schon auf dem Markt angeboten. Offenbar ist der FC hinsichtlich einer vorzeitigen Vertragsverlängerung aber gar nicht im Zugzwang. Denn laut einem Bericht der BILD-Zeitung besagt eine Vertragsklausel, dass sich Schwäbes Kontrakt bis 2028 verlängert, wenn er in der kommenden Spielzeit rund zwanzig Mal zum Einsatz kommt. Kessler könnte hier also erst einmal die weitere Entwicklung abwarten und zunächst die weiteren Kader-Baustellen angehen.

Ron-Robert Zieler und Mathias Köbbing komplettieren das Torwart-Trio mit auslaufenden Verträgen. Aber auch hier drängt eine zeitnahe Entscheidung aus Sicht des 1. FC Köln nicht, zumal beide Keeper für die Position als Nummer 1 im FC-Tor ohnehin nicht in Frage kommen.

Offensiv-Routiniers mit Zukunft beim FC?

In der Offensive stehen mit Luca Waldschmidt und Marius Bülter zwei erfahrene Akteure im Fokus, deren Verträge ebenfalls 2027 enden. Waldschmidt ist ein feiner Techniker und zudem variabel einsetzbar. Er machte vor allem in der zweiten Saisonhälfte 2025/26 mit einigen Scorer-Punkten auf sich aufmerksam – allerdings in erster Linie als Joker. Denn als Stammspieler konnte sich Waldschmidt beim FC bislang nicht etablieren, dafür sind seine Leistungen zu inkonstant. Das spricht auch gegen eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Zumal Waldschmidt mit der Rolle des Ergänzungsspielers ohnehin unzufrieden sein dürfte. Sollte es also einen Markt für den Spieler geben, könnten die Zeichen im Sommer eher auf Trennung stehen, bei der Köln dann noch Transfereinnahmen generieren könnte.

Auch für Marius Bülter könnte man in diesem Sommer noch eine marktgerechte Ablöse kassieren. „Bülti“ legte beim FC mit vier Scorerpunkten in den ersten beiden Saisonspielen einen Traumstart hin. Anschließend wurde es aber lange Zeit ziemlich ruhig um den Offensivakteur, der erst Richtung Saisonende wieder Fahrt aufnahm und bei Union Berlin ein Traumtor schoss. Bülter fehlt aber genau wie Waldschmidt die Konstanz, um eine dauerhafte Startelf-Option zu sein. Zudem ist er mit 33 Jahren auch schon im gehobenen Fußballalter.

Für einen Verbleib des gelernten Linksaußen könnte aber sprechen, dass Thomas Kessler mit Said El Mala und Jakub Kaminski seine besten linken Offensivspieler möglicherweise noch verkauft. Zwar werden sich die Geißböcke dann zweifellos nach Alternativen umschauen, könnten aber mit Bülter als Backup planen. Eine Vertragsverlängerung würde aber wohl nur zu leistungsbezogenen Konditionen Sinn ergeben.

Wie geht es weiter mit Niang?

Bliebe noch Youssoupha Niang. Das junge Sturmtalent gilt als Versprechen für die Zukunft, deshalb wäre ein ablösefreier Wechsel im Sommer 2027 besonders schmerzhaft. Unter Lukas Kwasniok gab Niang in der Rückrunde gegen den BVB sein Startelfdebüt in der Bundesliga. Bei René Wagner kam er aber bislang nur zu einigen Kurzeinsätzen.

Trotzdem würde eine Vertragsverlängerung Sinn machen. Damit könnte der 1. FC Köln verhindern, im nächsten Jahr ein weiteres Talent ohne angemessenen Transfererlös zu verlieren. Und sollte Niang in Wagners Kaderplanungen für die kommende Saison keine Rolle spielen, könnte man dem jungen Spieler mit einer Leihe mehr Einsatzzeit und den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen.



Nächster Versuch: Der 1. FC Köln steht beim Spiel in München vor dem finalen Charaktertest

Jahmai Simpson-Pusey im Zweikampf mit Harry Kane
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Nächster Versuch: Der 1. FC Köln steht beim Spiel in München vor dem finalen Charaktertest

Wenig Kreativität, viel Krampf: Der FC hat sein letztes Heimspiel der Saison mit einem fahrigen Auftritt gegen Heidenheim verbockt. Am Samstag treffen die Domstädter nun bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit auf München. Dann wird Köln vor allem in Sachen Einstellung und Engagement ein anderes Gesicht zeigen müssen, will man den Saisonabschluss beim 1. FC Köln nicht komplett in den Sand setzen: Das Spiel gegen die Bayern wird zum Charaktertest.

Köln hat den Abstieg vorzeitig verhindert, weshalb die letzten Saisonspiele in erster Linie zur Charakterfrage werden. Auf die konnte der FC zuletzt keine überzeugende Antwort liefern, bekommt aber bei Bayern München eine weitere Chance.

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Simpson-Puseys Versäumnis kein Wachrüttler gegen Heidenheim

Ja, der 1. FC Köln hatte bereits vor seinem letzten Heimspiel den Klassenerhalt geschafft und das Saisonziel damit relativ sicher erreicht. Dafür gebührt dem Verein und allen Beteiligten Respekt. Trotzdem war vielen der sonst so jecken kölschen Fans nach der 1:3-Pleite gegen den 1. FC Heidenheim nicht zum Feiern zumute. Denn die Gäste aus Baden-Württemberg gaben die Party-Crasher, was aber nicht allein am zielstrebigen Auftritt der Frank-Schmidt-Truppe lag.

Vielmehr hatte man im Verlauf der Partie das Gefühl, dass sich die Kölner Mannschaft mehr oder weniger von Jahmai Simpson-Puseys Schlafmützigkeit hatte anstecken lassen. Der Defensiv-Spezialist war morgens zu spät zum Anschwitzen erschienen, woraufhin ihn Köln-Coach René Wagner aus dem Spieltagskader gestrichen hatte. Ein Weckruf für die Teamkollegen des Ausgemusterten? Leider nein!

Die Geißböcke waren anschließend nämlich auch auf dem Platz nicht so recht bei der Sache und zeigten sowohl spielerische als auch kämpferische Defizite. So gab selbst Marius Bülter, der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1, nach der Begegnung zu, „dass am Ende zwei, drei Prozent gefehlt haben, um das Ding unbedingt gewinnen zu wollen.“ Das ist durchaus bedenklich, weil das Spiel auch eine Frage der Einstellung war: Schließlich geht es im Abstiegskampf noch um viel für Heidenheim, St. Pauli und Wolfsburg. Letztgenannte dürften vom Kölner Auftritt am vergangenen Sonntag folglich ähnlich irritiert gewesen sein, wie der ernüchterte rot-weiße Anhang.

Köln mit soliden Auftritten gegen Bayern

Mit dem letzten Saisonspiel beim FC Bayern hat der 1. FC Köln nun erneut eine Begegnung vor der Brust, in der es – zumindest auf dem Papier – nicht mehr um viel geht. Und doch entscheidet auch dieser Auftritt darüber, mit welchem Jeföhl der Verein und die Fans aus dieser Spielzeit gehen. Denn eine ähnlich schwache Leistung wie gegen Heidenheim könnte in München böse bestraft werden. Und so wird auch diese Partie für die Domstädter zum Charaktertest, bei dem der Effzeh nun allerdings krasser Außenseiter ist. Sprich: Man hat beim Deutschen Meister nicht so viel zu verlieren wie im letzten Heimspiel.

Aber besteht wirklich eine realistische Chance auf einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss? Für die Kölner spricht, dass sie sich in dieser Saison gegen die bestplatzierten Mannschaften der Liga oft teuer verkauft haben und zeitweise sogar auf Augenhöhe agierten.

Auch in den bisherigen beiden Spielen gegen Bayern wusste der 1. FC Köln größtenteils zu überzeugen. Sowohl in der 2. Runde des DFB-Pokals als auch im Liga-Hinspiel hielten die Geißböcke ordentlich dagegen und gingen in beiden Begegnungen sogar mit 1:0 in Führung. Auch wenn man am Ende 1:4- und 1:3-Niederlagen hinnehmen musste, legte der FC engagierte Vorstellungen hin.

Partie in München eine Einstellungs- und Trainerfrage?

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es für Köln gegen die Top-Mannschaften bislang wenig zu holen gab. Ausgenommen der 1:0-Erfolg in der Hinrunde bei Hoffenheim – allerdings weilte die TSG zu diesem Zeitpunkt noch in der zweiten Tabellenhälfte. Sollte der FC nun ausgerechnet bei der Meisterfeier des FC Bayern punkten, wäre das mindestens überraschend.

Wichtiger als das Resultat wird aber ohnehin die Art und Weise sein, mit der sich der 1. FC Köln in München präsentiert. Schließlich geht’s auch noch um was: Die sportliche Zukunft einiger Leihspieler bei den Geißböcken ist noch offen (come-on-fc.com berichtete). Und auch René Wagners Trainerstuhl dürfte nach dem schwachen Auftritt gegen Heidenheim etwas wackliger geworden sein.

Allerding steht der Coach nicht nur bei Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler, sondern wohl auch bei großen Teilen der Kölner Mannschaft hoch im Kurs. Die hat nun mit einem wachen und leidenschaftlichen Auftritt bei den Bayern nochmal die Gelegenheit, ihre Sympathie für Wagner auch auf dem Platz zu demonstrieren und die Saison trotz vorzeitigem Klassenerhalt angemessen zu Ende zu spielen.

Von wegen Frühjahrs-Kick: Der 1. FC Köln will einen positiven Abschluss, für Heidenheim geht es um alles

Die Mannschaft des 1. FC Köln feiert mit den Fans in der Kurve
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Von wegen Frühjahrs-Kick: Der 1. FC Köln will einen positiven Abschluss, für Heidenheim geht es um alles

Die leidigen Rechenspiele der letzten Wochen haben ein Ende – zumindest fast. Mit sechs Zählern Vorsprung auf Wolfsburg und St. Pauli sowie dem deutlich besseren Torverhältnis ist dem FC der Klassenerhalt nur noch theoretisch zu nehmen. Trotzdem dürfte das bevorstehende Heimspiel gegen Heidenheim alles andere als ein lauer Frühlingskick werden – und das hat mehrere Gründe für den 1. FC Köln: Deswegen wird das Duell gegen Heidenheim noch spannend.

Während der FC praktisch gerettet ist, geht es für den 1. FC Heidenheim am Sonntagabend im RheinEnergieStadion im Abstiegskampf noch um alles. Aber auch für die Domstädter steht beim letzten Heimauftritt in dieser Saison noch etwas auf dem Spiel.

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Köln kann Revanche nehmen

Erstens ist da noch eine offene Rechnung aus der Saison 2023/24: Als der FC am letzten Spieltag in Heidenheim antrat, war ein Kölner Klassenerhalt noch möglich. Hätte man beim damaligen Aufsteiger mit mindestens zwei Toren Unterschied gewonnen und Union Berlin gleichzeitig sein Heimspiel gegen Freiburg mit einer Zwei-Treffer-Differenz verloren, wäre der 1. FC Köln in letzter Minute auf den 16. Platz gesprungen. Dann wäre die Rettung über die Relegation gegen Elversberg noch greifbar gewesen. Doch der 3. Paragraph des kölschen Grundgesetzes „Et hätt noch emmer joot jejange“ war den Geißböcken einmal mehr nicht hold: Während Union sein Spiel gewann, schickte Heidenheim Köln mit 4:1 endgültig in Liga Zwo und qualifizierte sich selbst für die Conference League.

Im Duell der beiden Vereine am kommenden Wochenende ist erneut sportlicher Überlebenskampf angesagt – diesmal allerdings in erster Linie für die Truppe um Trainer-Legende Frank Schmidt. Die Heidenheimer haben aktuell drei Zähler Rückstand auf St. Pauli und Wolfsburg: Die treffen am letzten Spieltag aber noch aufeinander, sodass mindestens einer der beiden Kontrahenten noch punkten wird.

Heißt: Heidenheim braucht in Köln mindestens einen Zähler – und je nachdem, wie St. Pauli am Samstag in Leipzig und Wolfsburg gegen Bayern spielt, sogar zwingend drei – um seine Chancen auf den Relegationsplatz zu wahren. Diese Konstellation verspricht einen heißen Tanz in Müngersdorf. Revanchiert sich der so gut wie gerettete 1. FC Köln dabei mit einem Sieg für die Klatsche Anno 2024, wäre der Heidenheimer Abstieg besiegelt.

FC will versöhnlichen Saisonabschluss

Zweitens dürfte dem Effzeh daran gelegen sein, die Klasse aus eigener Kraft zu halten. Dafür fehlt lediglich ein Punkt. Wahrscheinlich will die Mannschaft ihren Fans im letzten Heimspiel der Saison aber eher einen Heimsieg schenken. Schließlich war die rot-weiße Anhängerschaft nicht gerade begeistert, dass ihr Herzensclub zuletzt bei Union Berlin eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab.

Mit drei Punkten gegen Heidenheim könnte man die kölsche Seele also wieder versöhnlich stimmen. Das wäre zudem in einer Saison, in der die Domstädter ihr Ziel „Klassenerhalt“ erreicht hätten, ohne auch nur ein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz zu stehen, ein würdiger Abschluss – zumindest zuhause. Denn ein erfolgreicher Schlusspunkt am letzten Spieltag beim FC Bayern München ist wohl – bei allem Respekt vor Heidenheim – eine ungleich schwerere Herausforderung.

Drittens werden die letzten Partien einer Spielzeit oft auch zum Charaktertest. Als der 1. FC Köln am 34. Spieltag in der Saison 2019/20 in Bremen 1:6 unterging und die Werderaner so noch an Düsseldorf vorbei auf den Relegationsplatz kletterten, hallte diese Packung in der Sommerpause spürbar nach. Zumal in den sozialen Medien teils auch „Wettbewerbsverzerrung“-Rufe laut wurden. Derartigen Vorwürfen aus Richtung St. Pauli und Wolfsburg durch einen erfolgreichen Auftritt gegen Heidenheim vorzubeugen, dürfte also im Interesse des FC sein.

Ein Heimsieg könnte Wagners Position weiter stärken

Viertens würde sich ein Sieg gegen Heidenheim auch gut in der Bewerbungsmappe von René Wagner machen. Der FC-Trainer sammelt noch Argumente für eine Weiterbeschäftigung über die aktuelle Spielzeit hinaus. Zwar hat der 37-Jährige das Saisonziel mit seinem Team so gut wie erreicht und steht zudem offenbar hoch in der Gunst von Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler, abschließend geklärt ist die Trainerfrage derzeit allerdings noch nicht (come-on-fc.com berichtete).

Last but not least ist eine bessere Tabellenposition auch für die zu erhaltenen Fernsehgelder von Bedeutung. Je besser der FC abschneidet, desto mehr Prämien fließen – vor allem perspektivisch – in die Kölner Kassen. Ein weiterer Grund, warum für den 1. FC Köln trotz praktischer Rettung am Sonntag noch etwas auf dem Spiel steht und sich eine Revanche gegen Heidenheim auszahlen könnte.


Kölns Försterei-Fluch: Warum der 1. FC Köln trotz schlechter Bilanz bei Union punkten kann

Spielt Tom Krauß wieder gegen Union Berlin
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Kölns Försterei-Fluch: Warum der 1. FC Köln trotz schlechter Bilanz bei Union punkten kann

Nein, viel zu lachen hatte der FC in der Bundesliga gegen Union Berlin bislang wahrlich nicht. In den fünf Begegnungen im Stadion An der Alten Försterei holten die Domstädter bei vier Niederlagen gerade mal ein mageres Pünktchen. Und doch gibt es Chancen für den 1. FC Köln: Das sind Mutmacher gegen Union Berlin.

Ein Sieg, zwei Unentschieden, acht Niederlagen: Die Bundesligabilanz des 1. FC Köln gegen den 1. FC Union Berlin liest sich ziemlich mau. Und trotzdem spricht einiges dafür, dass die Geißböcke bei den Eisernen zumindest nicht als Verlierer vom Platz gehen werden.

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Köln auswärts mehr als zwei Monate unbesiegt

Bekanntlich sind Statistiken immer nur so aussagekräftig wie man sie liest. So hat der FC seit elf Spielen auswärts nicht mehr gewonnen. Auf der anderen Seite ist der FC bei Auswärtsspielen wiederum aber auch schwer zu schlagen. Seit der 0:2-Niederlage Ende Februar in Augsburg haben die Geißböcke 1:1 beim Hamburger SV, 2:2 bei Eintracht Frankfurt und 1:1 beim FC St. Pauli gespielt. Und das hat gute Gründe: Dabei zeigten die Kölner Mentalitätsmonster nämlich in allen drei Spielen Comeback-Qualitäten und kämpften sich jeweils nach einem Rückstand zurück.

Klar, spielerische Offenbarungen waren diese Begegnungen größtenteils nicht. Aber die Mannschaft legte genau die Tugenden an den Tag, auf die es auswärts und im Abstiegskampf ankommt: Einsatzbereitschaft, Teamgeist, mentale Stärke und Moral. Genau diese Eigenschaften wird es auch An der Alten Försterei brauchen, um dort zu punkten. Und die letzten Resultate auf fremden Plätzen machen Hoffnung, dass dem EffZeh das auch gelingen wird.

FC-Joker um Waldschmidt als späte Trümpfe

Köln kann in dieser Saison stets nochmal nachlegen. Bisher zeichneten eingewechselte FC-Spieler schon für 13 Tore verantwortlich: Das ist Vereinsrekord. Ob Alessio Castro-Montes in Frankfurt oder Luca Waldschmidt auf St. Pauli und gegen Bayer Leverkusen: Die FC-Joker stechen regelmäßig und hatten in den letzten Wochen großen Anteil daran, dass die Geißböcke regelmäßig Punkte eingefahren haben.

Unter René Wagner hat vor allem Waldschmidt seine Rolle als späte Offensivwaffe von der Bank angenommen und spielt zurzeit stark auf. Seine spielerische Finesse und feine Schusstechnik könnten auch gegen die robusten Berliner Abwehrhünen einen Unterschied machen. Aber egal welche Reservisten der FC-Trainer im Verlauf des Spiels am Samstag noch auf den Rasen schicken wird: Union dürfte gewarnt sein.

Stabile Formkurve, spielerische Verbesserungen

Zudem präsentieren sich die Kölner Richtung Saisonende insgesamt in einer guten Verfassung. Kommunikativ scheint es zu passen zwischen Wagner und seiner Truppe. Der FC hat von den letzten sechs Spielen nur eins verloren und zeigte sich im Nachbarschaftsduell gegen Bayer trotz Niederlage auch spielerisch verbessert.

Der xGoals-Wert, also die Qualität der erspielten Torchancen, konnte sich in den vergangenen Wochen – von der schwachen Partie gegen St. Pauli mal abgesehen – ebenfalls sehen lassen: Gegen Leverkusen lagen die „Expected Goals“ von Köln bei 2,67, in Überzahl gegen Bremen bei 4,31 und in Frankfurt bei 3,01.

Mit diesen überzeugenden Werten als Mutmacher im Gepäck muss der FC nun auch gegen einen unbequemen Gegner wie Union Berlin versuchen, spielerische Lösungen zu finden und die teils hochkarätigen Torgelegenheiten etwas konsequenter zu nutzen. Gelingt das in Kombination mit der derzeitigen Auswärts-Stabilität, spricht wenig dagegen, dass der 1. FC Köln an der bislang ungeliebten Alten Försterei etwas Zählbares mitnehmen kann.

Abstiegskampf, geplatzte Träume, packende Duelle: 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen in den vergangenen zehn Jahren

Die Abwehr des 1. FC Köln im Pokalspiel gegen Leverkusen
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Abstiegskampf, geplatzte Träume, packende Duelle: 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen in den vergangenen zehn Jahren

Nicht nur aufgrund der geographischen Nähe beider Clubs sind Partien zwischen dem FC und Bayer besonders brisant. In den Nachbarschaftsduellen stand und steht oft viel auf dem Spiel. So auch am Samstag: Die Geißböcke brauchen noch Punkte für den sicheren Klassenerhalt, der Werksverein will in die Champions League. Ein Blick auf die jüngere Historie des Aufeinandertreffens zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen.

18 Siege, 25 Remis, 30 Niederlagen: In der Bundesliga durchkreuzte der FC mehrfach Bayers Meisterpläne, musste aber auch manch bittere Pille schlucken. Allerdings waren die Domstädter in den vergangenen zehn Jahren in wichtigen Spielen gegen „Lev“ immer wieder erfolgreich.

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In der Saison 2016/17 trennte sich der 1. FC Köln zweimal Unentschieden vom rheinischen Nachbarn (1:1 zuhause, 2:2 auswärts) und feierte mit dem Einzug in die Europa League den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte. Die Lieder von Kopenhagen, Mailand und Teneriffa verstummten aber allzu schnell wieder: In der Spielzeit 2017/18 stürzte der FC krachend ab.

Von der Europa League in Liga Zwei – und wieder nach oben

Dabei machte ausgerechnet das Rückrundenspiel gegen Bayer Hoffnung, dass der berühmte Bock vielleicht doch noch umgestoßen und der sechste Bundesligaabstieg verhindert werden könnte: Der FC setzte sich nämlich zuhause durch Tore von Yuya Osako und Simon Zoller mit 2:0 durch. Damit gaben die Geißböcke nicht nur die rote Laterne an den HSV ab, sondern verkürzten den Abstand auf den Relegationsplatz zudem auf fünf Punkte. Und das bei noch sieben ausstehenden Spielen. Der Sieg im Nachbarschaftsduell blieb für Köln allerdings der letzte Dreier in einer Saison, nach der man sich aus der Bundesliga als Schlusslicht verabschiedete.

Als solches ging der FC nach dem direkten Wiederaufstieg gut anderthalb Jahre später wieder in die Begegnung mit der Werkself. Vor der Partie in Müngersdorf lagen die Kölner mit acht Pünktchen aus 14 Spielen erneut auf Platz 18 – und schafften erneut einen 2:0-Heimsieg gegen Bayer. Bei dem engagierten Auftritt der Kölschen erzielten Jhon Córdoba und Sebastiaan Bornauw die Tore. Und diesmal läutete der Erfolg die rot-weiße Wende im Abstiegskampf ein. Der 1. FC Köln gewann auch die drei folgenden Partien und sicherte sich am Ende der Saison 2019/20 mit 36 Punkten und dem 14. Tabellenplatz den Klassenerhalt.

Zurück nach Europa – und zurück in die 2. Liga

Nachdem Leverkusen die folgenden drei Duelle klar gewinnen konnte, schlug 2021/22 wieder die Stunde der Geißböcke. Beim Hinspiel im RheinEnergieStadion machte Köln dank eines Modeste-Doppelpacks aus 0:2 ein 2:2. Und beim Rückspiel bereiteten die Geißböcke dem Team vom Bayer-Kreuz noch mehr Kopfschmerzen als Ex-FC-Coach Steffen Baumgart den 1:0-Sieg quasi von der Bank brachte: Dejan Lubicic stand erst wenige Minuten auf dem Platz, als er eine Flanke nach innen schlug, die der ebenfalls erst kurz zuvor eingewechselte Kingsley Schindler volley in die Maschen wuchtete. Wichtige Punkte im Kampf um den siebten Tabellenplatz, den der FC auch am Saisonende innehatte und sich mit seiner ersten Conference-League-Qualifikation in die Fußball-Geschichtsbücher eintrug.

Historisch wurde es durch den 2:1-Erfolg bei Bayer (nach einer 1:2-Pleite im Hinspiel) auch in der folgenden Spielzeit: Denn zwei Auswärtssiege in Leverkusen hintereinander hatten die Kölner in der Bundesliga bis dato noch nicht geschafft. Unterdessen würden alle, die es mit dem „feinen Klub“ aus Kölle halten, das Kapitel „Saison 2023/24“ am liebsten aus der Vereinshistorie streichen: Der FC verlor beide Nachbarschaftsduelle (0:3 auswärts, 0:2 zuhause) und stieg am Ende zum siebten Mal aus der Bundesliga ab, während Leverkusen ungeschlagen Deutscher Meister wurde.

Duell im DFB-Pokal: Sekunden fehlten zur FC-Sensation

Trotz des Abstiegs spielten die Kölner aber auch im folgenden Jahr bei Bayer. Im Viertelfinale des DFB-Pokals machten die Geißböcke ihr bestes Saisonspiel und führten nach Toren von Damion Downs und einem überragenden Linton Maina bereits mit 2:0. Köln hatte den Dom in d’r Täsch, Leverkusen dafür den Papst. Tief in der Nachspielzeit schaffte die Werkself noch den Ausgleich und gewann am Ende 3:2 nach Verlängerung.

In Erinnerung bleibt aber eine leidenschaftliche Leistung eines aufopferungsvoll kämpfenden FC. Mit einem ähnlichen Auftritt (inklusive verbesserter Defensive) könnte die Wagner-Truppe am kommenden Samstag den entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen. Das Hinspiel gewann Leverkusen 2:0 – genug Gründe für eine Revanche hat der 1. FC Köln also allemal.


Brisanz und Besonderheiten: Ein Blick auf wegweisende Duelle zwischen dem 1. FC Köln und St. Pauli

Florian Kainz gegen St. Pauli
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Brisanz und Besonderheiten: Ein Blick auf wegweisende Duelle zwischen dem 1. FC Köln und St. Pauli

Kaum hat der FC das erste Kapitel der Endspiele um den Klassenerhalt erfolgreich geschrieben, wird schon das nächste aufgeschlagen. Nach dem Sieg gegen Werder treten die Geißböcke bei St. Pauli an. Und ein Blick in die Bundesliga-Geschichtsbücher zeigt: Zum Saisonende gab es schon manches Mal entscheidende Duelle zwischen den Paulianern und dem 1. FC Köln: Erneut ein richtungsweisendes Spiel gegen St. Pauli.

Mit 21 Siegen, sieben Unentschieden und vier Niederlagen ist die Pflichtspielbilanz des 1. FC Köln gegen den FC St. Pauli ziemlich positiv. In den häufig umkämpften Partien stand des Öfteren Abstiegskampf auf dem Programm – allerdings nicht immer.

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Duelle um Meisterschaft und UEFA-Cup-Teilnahme

Vor dem 34. Spieltag der Saison 1977/78 war für den 1. FC Köln alles angerichtet: Ein Sieg auf St. Pauli sollte doch zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft locker reichen. Zwar lag Borussia Mönchengladbach punktgleich hinter dem FC auf dem zweiten Tabellenplatz, hatte aber das deutlich schlechtere Torverhältnis. Klare Verhältnisse also? Denkste! Der Titel stand für den Effzeh plötzlich auf Messers Schneide: Die Elf vom Niederrhein zerlegte Borussia Dortmund mit 12:0 und war drauf und dran, den Geißböcken das Kölsch zu versalzen. Das schmeckte Köln-Coach Hennes Weisweiler freilich so gar nicht. Und weil ein knapper FC-Sieg am Millerntor unter diesen Umständen nicht mehr gereicht hätte, machte er seinen Profis weiter Dampf. Mit Erfolg: Die Kölner Mannschaft legte nach und dank eines 5:0-Auswärtssieges war der Meister-Braten am Ende dann doch gar.

Weniger Erfolg hatten die Rheinländer bei ihrem Trip an die Elbe am 31. Spieltag der Saison 1990/91. Der 1. FC Köln lag als Tabellenfünfter klar auf UEFA-Cup-Kurs, als er bei den akut abstiegsbedrohten Kiez-Kickern baden ging. Die gewannen nämlich nach Toren von Jan Kocian und Dirk Zander 2:0. So wurde der FC am Ende nur Siebter und verpasste die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Allerdings schwammen auch St. Pauli trotz der Punkte gegen die Geißböcke am Ende die Felle davon: Man scheiterte in der Relegation an den Stuttgarter Kickers und stieg in die 2. Bundesliga ab.

Von Abstiegsk(r)ampf und Aufstiegsfeiern

Das Abstiegsgespenst geisterte in der Spielzeit 1995/96 auch durch die Domstadt, als im Müngersdorfer Stadion am 29. Spieltag der FC St. Pauli gastierte. Die Millerntor-Truppe hatte zu diesem Zeitpunkt fünf Punkte mehr auf dem Konto als der 1. FC Köln, bei dem mit Bodo Illgner, Olaf Janßen und Toni Polster der Kult-Faktor auf dem Platz hoch war. In einer allerdings eher krampfigen statt kultigen Partie erlöste kurz vor Spielelende Holger Gaißmayer die Geißböcke mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg. Der Torschütze wurde ein paar Wochen später endgültig zum FC-Retter, weil sein Tor in Rostock den Klassenerhalt bedeutete. Der FC St. Pauli sicherte sich mit Platz 15 ebenfalls den Ligaverbleib.

Für die Rettung reichte es bei beiden Vereinen in der Saison 2001/02 unterdessen nicht mehr. Am 31. Spieltag trafen sich die beiden Krisenclubs zum Kellerduell in Köln. Zwar schoss Ex-Pauli-Stürmer Mathias Scherz die Geißböcke in der Nachspielzeit zu einem 2:1-Erfolg, wodurch die Domstädter ihre Minimal-Chance auf den Klassenerhalt wahrten. Am Ende ging es für den FC aber zusammen mit den Paulianern runter in Liga Zwei.

Und dort setzten die Teams nur ein Jahr später ihre brisanten Begegnungen kurz vor Saisonende einfach fort. Dabei behielt der EffZeh nach Toren von Carsten Cullmann und Francis Kioyo sowie einem Gegentreffer von Fabian Gerber zuhause erneut knapp die Oberhand. Der 2:1-Sieg führte am 30. Spieltag zur vorzeitigen Kölner Rückkehr ins Fußball-Oberhaus, während St. Pauli den bitteren Gang in die Regionalliga antreten musste.

Die nun anstehende Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Köln steht einmal mehr im Zeichen des Abstiegskampfes. Ein wegweisendes Spiel allemal. Ob es auch wieder Stoff für die Fußball-Geschichtsbücher bietet, wird sich am Freitag zeigen.