Reigan Heskey feiert mit Sebastian Sebulonsen und Marius Bülter
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1. FC Köln: Reigan Heskey liefert erstmals – doch der große Plan braucht Zeit

Beim 5:0 gegen Union Berlin bereitete Reigan Heskey sein erstes Tor für den 1. FC Köln vor. Ein Durchbruch ist es noch nicht. Die Konkurrenz auf den Flügeln ist groß, und der FC will den 18-Jährigen behutsam aufbauen. Das hatte auch René Wagner schon durchblicken lassen.

Vier Pflichtspiele, ein Scorerpunkt: Reigan Heskey hat beim 5:0 des 1. FC Köln gegen Union Berlin erstmals eine Torvorlage beigesteuert. Die Erwartungen an den jungen Engländer sind seit seiner Verpflichtung hoch. Seine Einsatzzeiten fallen dagegen bislang überschaubar aus. Warum die Kölner bei Heskey auf einen langfristigen Plan setzen.

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Der erste Weg von Marius Bülter ging zu Reigan Heskey. Der Routinier hatte den Treffer mit eingeleitet, der Youngster vorbereitet. Sebastian Sebulonsen vollendete den Angriff mit seinem ersten Treffer und gleichzeitig mit seinem ersten Scorer für die Geißböcke. Der Norweger brauchte dafür 41 Begegnungen, Neuzugang Heskey vier. Das hat natürlich auch mit den Positionen der beiden Spieler zu tun. Sebulonsen ist gelernter Rechtsverteidiger, von dem sich die Kölner als Wingback, wie Lukas Kwasniok zu sagen pflegte, durchaus mehr Torgefahr versprochen haben. Heskey ist ein klassischer Flügelspieler, dessen Kernaufgabe es nun mal ist Torgefahr zu erzeugen. Das Versprechen bei dem jungen Engländer ist eins in der Zukunft. Nicht umsonst wurden die Kölner Verantwortlichen in den vergangenen Wochen nicht müde zu betonen, dass der Youngster behutsam aufgebaut werden soll.

Großes Talent, große Konkurrenz: Heskeys schwieriger Weg beim 1. FC Köln

In Zeiten, in denen Erwartungshaltung beim FC ein großes Thema ist, ist „behutsam“ ein komplizierter Begriff. Das hat vielschichtige Gründe. Und die liegen auch schon in der Verpflichtung. Geschäftsführer Thomas Kessler bezeichnete Heskey damals als einen der international besten Offensivspieler seines Jahrgangs. Trainer René Wagner schwärmte ebenfalls von den Qualitäten des Engländers, der Tempo, Dribbelstärke und Torgefahr mitbringe. Das zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht klar war, ob Said El Mala künftig in Dortmund, Leipzig oder doch in anderen Teilen Europas spielen würde. Somit war auch die Erwartungshaltung bei den Fans möglicherweise eine Alternative für den Kölner Shootingstar gefunden zu haben. Immerhin versprachen seine ersten Eindrücke im Trainingslager in Kitzbühel schon deutliche El-Mala-Vibes.

Wagner erklärte im Interview mit come-on-fc.com noch eine andere Ebene. Denn auch der Engländer ist mit einer gewissen Erwartung ans Geißbockheim gewechselt. „Er kommt hier nach Deutschland, er ist neu in der Mannschaft, er ist neu in einer Top-5-Liga. Er gibt jeden Tag Gas, kennt seine Themen, an denen er arbeiten muss. Gegen Stuttgart hat er gespielt, dann streiche ich ihn aus dem Kader. Das war bitter für ihn“, sagte Wagner und betonte, dass ihm diese Entscheidung besonders wehgetan hätte. Dass der Offensivspieler einen Vertrag bis 2031 unterschrieben hat, zeigt allerdings sehr deutlich, welchen Plan die Kölner mit dem Spieler verfolgen. Denn Heskey ist ein perfektes Beispiel für den eingeschlagenen Weg. Der Youngster soll beim FC aufgebaut werden, um mittelfristig sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg zu bringen. Denn natürlich ist so ein Akteur auch ein Investment in die Zukunft.

Reigan Heskey beim 1. FC Köln: Warum Wagner auf Geduld setzt

Auf dem Platz war davon bislang allerdings wenig zu sehen. Nach einem Kurzeinsatz gegen Stuttgart verschwand Heskey zunächst wieder aus dem Profikader, kam zwischenzeitlich auch für die U21 zum Einsatz. Erst im Oktober rückte der Engländer wieder näher an die erste Mannschaft heran. Gegen Frankfurt und Schalke durfte er jeweils für wenige Minuten ran. Zusammen mit seinem Einsatz in Stuttgart standen vor dem Pokalspiel gerade einmal 31 Bundesligaminuten zu Buche. Laut Wagner müsse Heskey körperlich zulegen, um den Anforderungen der Bundesliga gerecht zu werden. Doch seine geringe Einsatzzeit hängt wohl in erster Linie mit der großen Konkurrenz auf seiner Position zusammen. Said El Mala ist gesetzt, Linton Maina hat sich festgespielt und auch an Marius Bülter hält der Trainer fest. Auch Mikey Moore wäre auf Außen eine Option. Für den jungen Engländer bleibt da wenig Raum, sich über längere Einsätze zu empfehlen.

Der Auftritt gegen Union wird daran zunächst kaum etwas ändern. Die Partie war beim Stand von 4:0 praktisch entschieden, als Heskey eingewechselt wurde. Die Berliner hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst ihrem Schicksal ergeben. Dennoch zeigte der 18-Jährige bei seiner Vorlage eine Qualität, die im Offensivspiel durchaus gefragt ist. Statt selbst den Abschluss zu suchen, behielt er die Übersicht und fand den besser positionierten Mitspieler. Die Vorarbeit wird seine Situation in Köln nicht eklatant verbessern. Für den FC ist die Entwicklung des Engländers ohnehin ein längerfristiges Projekt. Kessler hatte bei dessen Verpflichtung ausdrücklich von einem gemeinsamen Weg und einem klaren sportlichen Plan gesprochen. Die erste Vorlage kann dem Engländer aber keiner mehr nehmen.  

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