Said El Mala hat den 1. FC Köln zum Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach geschossen. Doch hinter dem Treffer steckt möglicherweise mehr als das Ende einer Torflaute. René Wagner erklärte nun, wie eine veränderte Rolle den Offensivspieler gefährlicher machen soll – und warum El Mala selbst Interesse daran hat.
Said El Mala beendet seine Torflaute im Derby gegen Gladbach. Warum es ausgerechnet jetzt wieder klappte, hat mehrere Gründe. Und schon wartet Frankfurt.

Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.
Als der Ball im langen Eck einschlug, war bei Said El Mala kein Halten mehr. Der ausufernde Jubel vor der Südkurve nach seinem Treffer zum 2:1 im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach zeigte, wie viel sich beim 20-Jährigen in den vergangenen Wochen angestaut hatte. „Ich hatte in den letzten Wochen ein bisschen Scheiße am Fuß”, gab der Nationalspieler nach dem Spiel unumwunden zu. Der Treffer sei ein Befreiungsschlag gewesen, ihm sei „ein Stein vom Herzen” gefallen. Erzielt hatte El Mala das Tor auf eine Weise, die er in der Bundesliga längst zu seinem Markenzeichen gemacht hat, ganz in der Tradition von Arjen Robben: über links nach innen ziehen und den Ball ins lange Eck schlenzen.
René Wagner erklärt die neue Rolle von Said El Mala
Dabei hatte der Nachmittag für El Mala alles andere als vielversprechend begonnen. Schon in der 16. Minute hatte Sosa ihn auf links in die Tiefe geschickt, doch sein Schlenzer auf das lange Eck hatte nicht genug Schnitt und segelte am Pfosten vorbei. Kurz nach dem Wechsel flog ein Abschluss aus 18 Metern über das Tor. Mitte der zweiten Hälfte schnappte er sich nach einem zu kurzen Rückpass von Gladbachs Daiki Hashioka den Ball und lief auf Torhüter Moritz Nicolas zu. Statt quer zum mitgelaufenen Bülter zu legen, schloss er selbst ab und wurde im letzten Moment von Jan Leszczynski geblockt. Es war ein Auftritt mit Sand im Getriebe, nicht jeder Handgriff und nicht jeder Laufweg saß.
Das Derby kam für El Mala genau zur rechten Zeit, denn die Länderspielpause hatte er sich anders vorgestellt. In der zweiten Hälfte von Bundestrainer Jürgen Klopps 40-Mann-Experiment wirkte der 20-Jährige gehemmt und fand nur schwer in die Partie. Während er in Köln als Joker regelmäßig für Impulse sorgt, blieb sein Einfluss im Trikot der DFB-Auswahl überschaubar. Womöglich spielte auch die Nervosität eine Rolle. Hinzu kommt, dass im Nationalteam nicht alles auf ihn zugeschnitten ist: Beim FC sucht seine Mannschaft ihn bei fast jedem Angriff, beim DFB-Team musste er auf seine Momente warten. Für den Rhythmus und die Konzentration war das wenig förderlich.
Said El Mala gegen Frankfurt: Die nächste Bewährungsprobe
Dass El Mala im Derby aufblühte, lag auch an einem taktischen Eingriff von Trainer René Wagner. Sportjournalist Tobias Escher hat die Partie ausgewertet und sieht in der Systemumstellung den entscheidenden Hebel: Wagner ließ seine Mannschaft in einer klassischen Raute auflaufen und begegnete damit der Gladbacher Mischung aus 5-2-3 und 4-4-2. In der ersten Hälfte griffen die Abläufe noch nicht sauber ineinander. Erst mit Tom Krauß auf der Sechs, der für den verletzten Ellyes Skhiri ins Team gerückt war, bekam das Kölner Spiel laut Escher Struktur. „Wir haben in der zweiten Hälfte dann ein wenig angepasst und Bülti ein wenig nach vorne gezogen“, erklärte René Wagner am Mittwoch auf der Spieltags-Pressekonferenz. „Beide konnten rotieren und Said sich seine Momente dann schnappen. Wenn er außen steht und dann auf dem Flügel glatt verteidigt werden kann, hat er dann schon mal Probleme, weil er einfach gegen zwei Spieler spielen muss. Ich glaube, wenn er aus dem Zentrum nach außen schwimmen kann und aus dieser Positionierung kommt, dann findet er eher mal einen Moment, wo er frei wird.“
Von da an fand der Ball auch den Weg zu El Mala, der somit eine neue Rolle bekleidete. Eine passende Antwort auf die Kölner Formation fand Gladbach nach Eschers Einschätzung nicht. „Wir müssen es am Ende schaffen, dass Said genau diese Freiräume bekommt und sich diese Freiheiten auch erarbeitet. Wenn wir ihn durch eine Position zentraler auch dazu zwingen können, dass er sich auch mal andere Positionen auf dem Feld suchen muss, macht das ihn als Spieler besser“, so Wagner. „Er hat nach den Ausfällen gefragt, ob er da auch in Frage kommt. Und das, weil er sich da selbst auch wohlfühlt. Said will da auch besser werden. Deswegen glaube ich, gibt es uns nochmal eine andere Komponente im Offensivspiel.“
Frankfurt als nächste Prüfung
Der Zeitpunkt für das Ende der Flaute könnte kaum besser sein. Als Nächstes wartet Eintracht Frankfurt, die Mannschaft von Trainer Adi Hütter steckt in der Krise. Nach der 0:6-Niederlage gegen RB Leipzig steht die Eintracht auf dem 14. Tabellenplatz und hat in fünf Bundesligaspielen bereits 16 Gegentore kassiert. Seit dem 1:0 gegen Heidenheim am 14. März wartet Frankfurt zudem auf einen Heimsieg in der Bundesliga. Gegen eine so wacklige Abwehr dürfte ein selbstbewusster El Mala besonders gefährlich werden. Wenn der Dribbler seinen Rhythmus gefunden hat und Wagner und sein Staff erneut die richtigen Mittel und Wege finden, könnte für die Frankfurter ein unangenehmer Nachmittag bevorstehen.
Verpasse keinen Artikel mehr und markiere come-on-fc.com als bevorzugte Quelle

…ab und zu mal den kopf hoch nehmen und den besser positionierten Mitspieler sehen