Inselfieber beim 1. FC Köln: Ist der FC auch an diesem englischen Talent interessiert?
Hendrik Broschart
Die Gerüchte aus England reißen nicht ab beim 1. FC Köln: Pokert der FC um England-Talent David Ozoh? Der Mittelfeldspieler soll auf der Liste der Geißböcke stehen. Das berichten englische Medien. Ozoh wäre ein weiteres englisches Talent.
Der FC soll an einer festen Verpflichtung von Mittelfeldspieler David Ozoh interessiert sein, muss sich dabei aber gegen prominente Konkurrenz durchsetzen.
Ist der 1. FC Köln an David Ozoh interessiert? (Foto: Jasper Wax/Getty Images)
In den letzten Tagen hatten Medien darüber berichtet, dass sich der 1. FC Köln, Tottenham Hotspur und das englische Supertalent Mikey Moore auf ein Leihgeschäft geeinigt hätten. Wenn man den aktuellsten Gerüchten glaubt, dann kann man am Geißbockheim offenbar nicht genug bekommen von vielversprechenden Nachwuchskickern von der Insel. Denn laut Informationen des Londoner Evening Standard hat der 1. FC Köln Interesse an David Ozoh bekundet. Der defensive Mittelfeldspieler steht aktuell beim Londoner Traditionsclub Crystal Palace unter Vertrag.
David Ozoh wurde bereits im Alter von acht Jahren bei Palace unter Vertrag genommen. Ursprünglich war er Offensivspieler, rückte jedoch im Laufe der Jahre während seiner Zeit in der Akademie ins zentrale Mittelfeld zurück und entwickelte sich zu einem vielseitigen Mittelfeldspieler. Während seiner gesamten Entwicklung spielte er mit älteren Jahrgängen. Seine Beliebtheit bei Trainern und Mannschaftskollegen abseits des Platzes stehe im Gegensatz zu seiner Aggressivität auf dem Platz, heißt es in einem Porträt Ozohs auf der Vereinswebsite der Eagles. Er ist groß, kräftig und technisch versiert und verbindet beeindruckende Athletik mit einem guten Blick für Raum und Ball. Der 21-Jährige verfügt zudem über ausgefeilte Pressing-Fähigkeiten.
Weitere Interessenten aus England und Frankreich
Ozoh verbrachte die abgelaufene Spielzeit beim Championship-Klub Derby County, stand in 43 Spielen für die Rams 24-mal von Beginn an auf dem Platz und erzielte dabei drei Tore. Angaben der Plattform Transfermarkt.de zufolge beträgt der Marktwert des Abräumers 2,2 Millionen Euro. Laut Informationen des Evening Standards würde der FC im Rennen um eine feste Verpflichtung mit Premier-League-Aufsteiger Hull City, Derby County und dem Ligue-Un-Klub Olympique Marseille konkurrieren.
75.000 statt 50.000: Präsident Stobbe erklärt die große Stadion-Vision für den FC
Hendrik Broschart
Präsident Jörn Stobbe denkt beim Stadionausbau nicht in halben Sachen: Statt auf 60.000 will er das RheinEnergieStadion gleich auf 75.000 Plätze bringen. 1. FC Köln: Präsident Stobbe erklärt die große Stadion-Vision
Klein, aber geliebt, so beschreibt Jörn Stobbe das aktuelle Stadion des 1. FC Köln. Sein Plan dagegen ist alles andere als klein: 75.000 Plätze, Anschluss an die Allianz Arena, Platz zwei der Liga. Der Präsident erklärt, warum nur die große Lösung wirtschaftlich Sinn ergibt.
Der Stadionneubau war eines der zentralen Themen im Vorfeld der Vorstandswahl. Mittlerweile im Amt, scheint Präsident Jörn Stobbe diese Angelegenheit weiterhin stark zu beschäftigen. Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ legte der 60-Jährige seinen Plan dar, wie die Spielstätte des 1. FC Köln erneuert und vergrößert werden könnte. „Der Punkt ist, dass ein Ausbau im ersten Moment total kompliziert klingt. Wenn Sie zehn Leute fragen, sagen Ihnen alle zehn, warum es nicht geht: Lärmschutz, Anwohner, Baumbestand, Zuwegung. Und alle haben erst einmal gute Gründe“, so Stobbe.
Der erfahrene Immobilienmanager begegnet den Bedenken zum Bauvorhaben am RheinEnergieStadion mit Pragmatismus: „Aber bei so einer Projektentwicklung muss man als Erstes auf den Ist-Zustand gucken: Sind wir mit unserem Stadion zufrieden? Und nein, das sind wir nicht. Wir lieben es, aber es ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Und es ist ganz einfach zu klein. Ein Schritt wäre, frühzeitig mit den Anwohnern zu sprechen und herauszufinden, welche Probleme sie jetzt schon haben und wie wir ihnen dabei helfen könnten, diese zu lösen. Dafür muss man ins Gespräch kommen.“
Stobbe: „Wirtschaftlich macht es nur Sinn, wenn man auf 75.000 geht“
Stobbe erläutert, dass es wirtschaftlich nur Sinn ergebe, die verfügbaren Plätze nicht etwa von 50.000 auf 60.000, sondern gleich auf 75.000 aufzustocken. Damit würde der Verein mit der Allianz Arena gleichziehen, die bereits über 75.000 Plätze verfügt, und die zweitgrößte Bühne der gesamten Liga bieten. Diesem attraktiven Gedanken stehen laut Stobbe jedoch zahlreiche Hindernisse im Weg: „Wenn man sagt, wir bauen aus, provoziert man natürlich, dass Anwohner sagen: ‚Moment mal, es gibt doch jetzt schon Stress, und dann sollen noch 25.000 Zuschauer dazukommen?‘ Dennoch sehen wir da Möglichkeiten.“
Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung komme es darauf an, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen, sondern ein Problemfeld nach dem anderen zu bearbeiten, so Stobbe. „Einnahmenseite, Kostenseite, Statik. Es wurde schon viel berechnet, und für mich ist nirgendwo ein Showstopper. Wenn man aber versucht, alle Bretter gleichzeitig durchzubohren, scheitert man. Man muss sie isolieren, mit den richtigen anfangen und die richtige Reihenfolge finden. Dann halte ich das für möglich.“ Bereits bei der nächsten Mitgliederversammlung soll über die Pläne für das Stadion berichtet werden.
Finanzierung mit Fingerspitzengefühl
Die Frage der Finanzierung stellt sich bei mitgliedergeführten Vereinen angesichts der Anziehungskraft von Investoren stets als heikle Angelegenheit dar. Entsprechend gefragt ist Fingerspitzengefühl: „Eine Immobiliengesellschaft könnte in diesem Fall aus meiner Sicht Sinn ergeben. Da könnte man über Crowdfunding nachdenken, könnte überlegen, ob man einen Finanzierungspartner mit ins Boot holt, solange er auf Vereinsebene kein Mitspracherecht hat.“ Nutznießer, verspricht Stobbe, sollen allein der Verein und seine Mitglieder sein: „Eine solide, vielleicht innovative Immobilienfinanzierung, die zu Köln passt. Wenn jemand kommt und sagt, er baut uns ein Stadion, 20 Jahre Pacht à 10 Millionen, den würden wir sofort wieder wegschicken. Wir wollen den sportlichen Erfolg dadurch ja nicht schmälern, sondern fördern.“
Trainingsstart am Montag: Profi muss pausieren, diese „Young Goats“ sind weiterhin dabei
Hendrik Broschart
Der 1. FC Köln startet am Montag in die Trainingswoche vor dem Testspiel gegen Real Sociedad San Sebastian. Ein Profi muss krankheitsbedingt pausieren. 1. FC Köln: Personalupdate zum Trainingsstart am Montag
Die Zeit bis zum Saisonstart rennt. Zum Auftakt in die Trainingswoche am Montag kann Coach René Wagner fast auf die gesamte Teamstärke zurückgreifen.
Bis auf zwei Profis kann FC-Coach Wagner zum Trainingsauftakt am Montag auf die volle Teamstärke zurückgreifen. Wie der Verein bekannt gab, arbeitet Timo Hübers in der Reha weiter an seinem Comeback. Abwehrkollege Elias Bakatukanda muss aufgrund einer Erkrankung pausieren. Aus der U21 dürfen Maik Afri Akumu, Jonathan Friemel, David Fürst, Patrik Kristal und Kristyan Irmiev, die auch schon in Österreich dabei waren, weiterhin mit der ersten Mannschaft mittrainieren. Talent David Fürst selbst erklärte im Interview mit den Vereinsmedien kürzlich, was die Nominierung für die Reise ins Trainingslager der Bundesliga-Auswahl für ihn bedeutete: „Das war alles ziemlich spontan, wir haben es kurzfristig erfahren. Zwei Wochen vorher waren wir schon mit der U21 im Trainingslager. Zwischendurch hat man mitbekommen, dass ein paar Spieler von unten hochkommen. Als ich die Info bekommen habe, dass ich dabei bin, war ich überglücklich.“
U21-Auswahl weiterhin im Wagner-Team dabei
Der Außenbahnspieler betonte zudem, dass der U21-Block, den Wagner zum Trainingsstart am Montag ebenfalls hochgezogen hat, einen positiven Effekt auf die Leistung der jungen Fußballer hat: „Es ist richtig cool, dass wir mit sechs Spielern aus der U21 dabei sind. Dadurch hat man noch einmal zusätzlichen Rückhalt, und wenn irgendetwas ist, kann man immer zu den Jungs gehen. Aber nicht nur das: Es ist einfach schön zu sehen, dass ich jetzt gemeinsam mit den Spielern oben bin, mit denen ich in der vergangenen Saison noch um die Meisterschaft in der U19 gespielt habe. Das freut mich wirklich sehr.“ Fürst und seine Mitstreiter aus der FC-Nachwuchsabteilung können sich gute Chancen ausrechnen, auch im Testspiel gegen den spanischen Pokalsieger und Europapokalteilnehmer San Sebastián kommenden Samstag (08.08., Anpfiff 15:30 Uhr) im RheinEnergieStadion auf dem Rasen zu stehen.
Kessler unter Zugzwang: Der FC und seine offenen Baustellen
Hendrik Broschart
Drei Wochen vor dem Bundesligastart klaffen im Kölner Kader noch große Lücken. Während Thomas Kessler Kandidaten sondiert, drängt die Zeit. 1. FC Köln: Hier muss Kessler noch nachlegen
Wenige Wochen vor Saisonstart gibt es beim Kaderumbau des FC noch einiges zu tun. Wo besteht Handlungsbedarf bei den Domstädtern?
Nach einer quälend langen Sommerpause läutete die offizielle Saisoneröffnung am vergangenen Samstag den Start der Geißböcke in die neue Spielzeit ein. Nur noch wenige Wochen vergehen, bis im RheinEnergieStadion wieder Bundesligafußball gespielt wird. In einer Woche steht die Generalprobe der Kölner an: Im Test gegen Copa del Rey Sieger Real Sociedad San Sebastián treffen die Domstädter auf das Team von Coach Pellegrino Materazzo. Am 28. August folgt dann das erste Pflichtspiel der Saison. Im DFB-Pokal trifft die Mannschaft von Cheftrainer René Wagner in der ersten Runde auf die Würzburger Kickers. Für Sportgeschäftsführer Thomas Kessler stehen damit Wochen der Wahrheit an. An ihm liegt es, Wagner rechtzeitig ein wettbewerbstaugliches Team zusammenzustellen.
Die fehlende Achse
Bislang hat der FC fünf neue Spieler unter Vertrag genommen (Stand: 3. August 2026): Innenverteidiger Luka Lochoshvili, Linksverteidiger Gideon Mensah, Mittelfeldspieler Paul Okon-Engstler, Linksaußen Reigan Heskey sowie Torwart Martin James. Gleichzeitig muss der Verein bereits mehrere Abgänge verkraften. Besonders schmerzhaft wiegen die Abschiede von Jakub Kaminski, dem zweitbesten Scorer der vergangenen Saison, und Schlüsselspieler Eric Martel. Beide waren in der abgelaufenen Spielzeit gesetzt und wichtige Faktoren im Kampf um den Klassenerhalt. Hinzu kommt, dass in der Personalie Said El Mala noch längst nichts entschieden ist. Ob der 19-Jährige über den Sommer hinaus in Köln bleibt, steht weiterhin in den Sternen.
Blickt man auf den aktuellen Kader, zeigt sich eine Achse, die Kessler bis zum Saisonstart noch neu besetzen muss. Sie beginnt beim Linksverteidiger. Mit dem von AJ Auxerre verpflichteten Gideon Mensah steht zwar ein neuer Stammspieler bereit, für die Position wird aber noch ein gleichwertiger Konkurrent gesucht. Im Zentrum wartet die nächste Baustelle. Um das Mittelfeldensemble aus Tom Krauß, Isak Johannesson und Neuzugang Paul Okon-Engstler (kam vom Sydney FC) zu vervollständigen, fehlt weiterhin ein zusätzlicher Sechser. Ganz vorne braucht Topstürmer Ragnar Ache, der in der abgelaufenen Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, endlich einen echten internen Herausforderer. Und sollte sich Said El Mala tatsächlich für einen Wechsel entscheiden, benötigt Wagner zusätzlich einen Akteur, der dessen Rolle auf dem Flügel oder im Zentrum übernehmen kann.
Die Gerüchteküche brodelt weiter
Marcel Regula vom polnischen Erstligisten Zaglebie Lubin bleibt nach wie vor ein Kandidat für einen Wechsel in die Domstadt. Das Team aus der Ekstraklasa verlangt für den offensiven Mittelfeldspieler rund acht Millionen Euro. Aber: Laut Medienberichten soll das Talent um jeden Preis verkauft werden. Beim FC setze man nun auf das Prinzip Abwarten, zumal schon einige Interessenten abgesprungen seien. Das zeigt aber auch die Gefahr. Denn dem Vernehmen nach gibt es noch zahlreiche Interessenten. Vor allem englische Vereine dürften vor der hohen Ablöse nicht zurückschrecken. Konkretes Interesse der Geißböcke wurde in den vergangenen Tagen auch am Brasilianer Vini Souza kolportiert. Ein erstes Kölner Angebot für den Abräumer soll sein derzeitiger Arbeitsgeber, zweitligist VfL Wolfsburg, allerdings ausgeschlagen haben. Am Sonntagabend berichtete der Transferjournalist Fabrizio Romano von einer Annäherung zwischen dem 1. FC Köln und Mikey Moore von den Tottenham Hotspurs. Der FC stehe kurz vor der Leihe des englischen Talents.
Nur drei Wochen bleiben Thomas Kessler, um seine Mannschaft bis zum ersten Pflichtspiel mit den nötigen Verstärkungen auszustatten. Der August wird für den Funktionär einmal mehr zur Zerreißprobe.
FC-Neuzugang Luka Lochosvilli: „Manchmal verstehen Fußballspieler nicht, wie viel das für die Fans bedeuten kann“
Hendrik Broschart
Ein Monat in Köln, und Neuzugang Luka Lochoshvili fühlt sich schon sehr wohl. Nur bei der Hymne hakt es beim Neuzugang noch. 1. FC Köln: Neuzugang Luka Lochoshvili gerät ins Schwärmen
Beim Autogrammeschreiben während der Saisoneröffnung am Samstag kam der 28-Jährige ordentlich ins Schwitzen. Beim Mitsingen der Hymne hat er eigener Aussage nach noch Nachholbedarf.
Luka Lochoshvili machte im Trainingslager des 1. FC Köln einen sehr guten Eindruck (Foto: come-on-fc.com)
Es ist rund einen Monat her, dass Luka Lochoshvili in Köln seine Zelte aufgeschlagen hat. Der Georgier wechselte aus der zweiten Bundesliga vom 1. FC Nürnberg ins Rheinland und soll die Defensive der Geißböcke verstärken. Geschäftsführer Thomas Kessler legte rund fünf Millionen Euro für den 28-Jährigen auf den Tisch, der wie die Neuzugänge Gideon Mensah (Ghana) und Paul Okon-Engstler (Australien) Nationalspieler ist. In den Trainingseinheiten, Testspielen und im Trainingslager in Kitzbühel hat der Abwehrspieler seinen Anspruch auf einen Platz in der Startelf von Trainer René Wagner unterstrichen und gezeigt, dass er beim FC eine Führungsrolle in der Abwehr übernehmen kann. Anlässlich der Saisoneröffnung am vergangenen Samstag sprach der 28-Jährige über seinen Eindruck von den Anhängern und der Wucht des Vereins.
Lochoshvili: „Manchmal verstehen Fußballspieler nicht, wie viel das für die Fans bedeuten kann.“
Mit Lochoshvili hat Kesseler einen erfahrenen Spieler verpflichtet. Vor seiner Zeit in Köln spielte er bei Vereinen in der italienischen Serie A, in der österreichischen Bundesliga und in der Slowakei. In Nürnberg schaffte er schließlich den Durchbruch in der 2. Bundesliga. Die Clubberer ließen ihn nur ungern gehen. Auch Lochoshvili fühlte sich bei den Unterfranken wohl, aus deren Fanlager er viele Sympathien erhält. Umso erfreuter ist er, dass beim FC die Unterstützung von den Rängen ebenfalls einzigartig ist: „Beide sind traditionsreiche Vereine mit einer großen Fangemeinde. Ich finde, beide haben großartige Fans. Davon werde ich in Zukunft im Stadion noch mehr erleben. Was ich heute gesehen habe, war einfach fantastisch.“
Sympathiepunkte sammelte der Abwehrhüne bei der Autogrammstunde am Samstag. Zusammen mit einigen seiner Mannschaftskollegen und einer Auswahl der Frauen des 1. FC Köln verschaffte er den Fans mit einer Unterschrift glückliche Momente. Er selbst sagte dazu: „Für meinen Rücken war es ein bisschen anstrengend. Aber es hat sich gelohnt, denn ich glaube, die Fans sind glücklich, und das bedeutet ihnen sehr viel. Manchmal verstehen Fußballspieler nicht, wie viel das für die Fans bedeuten kann. Deshalb hoffe ich, dass sie glücklich sind und den Tag genossen haben.“
Leidenschaft für Verein und Stadt
In einem Punkt tut sich Lochosvilli allerdings noch schwer: Beim Mitsingen der Hymne hat er eigenen Aussagen zufolge noch Nachholbedarf. „Einiges davon kann ich nachvollziehen, ich bin ja noch dabei, dazuzulernen. Aber ich sehe, mit wie viel Gefühl die Leute singen. Wie viel Liebe sie da hineinstecken. Das ist das Wichtigste. Ich sehe es in ihren Augen. Sie haben so viel Leidenschaft für diesen Verein und diese Stadt. Deshalb hoffe ich, sie jeden Tag glücklich zu machen.“ Bereits am kommenden Samstag hat der Neuzugang die nächste Gelegenheit, den überaus positiven Eindruck seiner ersten Wochen beim FC in der Generalprobe der Kölner gegen Real Sociedad San Sebastián auf heimischem Rasen zu bestätigen. Vielleicht läuft es dann auch mit der Hymne schon ein wenig besser.
In welche Richtung geht es? So plant der 1. FC Köln mit Malek El Mala
Hendrik Broschart
Anstatt mit den Profis ins Trainingslager nach Kitzbühel zu reisen, blieb Malek El Mala in Köln bei der U21. Der Youngster soll sich in der Kölner „Reserve“ für höhere Aufgaben empfehlen beim 1. FC Köln: Das ist der Plan mit Malek El Mala.
Am Samstag startete Malek El Mala mit der U21 in die neue Regionalligasaison – und war alles andere als zufrieden. Geschäftsführer Thomas Kessler hat für den Youngster einen speziellen Plan für die gemeinsame Zukunft ausgearbeitet.
Die U21 des 1. FC Köln bestritt am Samstagmittag erfolgreich den Saisonauftakt vor heimischem Publikum und gewann mit 2:1. In der Anfangsformation der „Young Goats” gegen den SC Wiedenbrück stand auch Malek El Mala. Wirklich überzeugen konnte der ältere der El-Mala-Brüder aber nicht. Für den 21-Jährigen ist ein Einsatz für den Nachwuchs der Geißböcke nichts Neues. Schon in der vorangegangenen Saison sammelte der Stürmer Spielminuten, damals noch unter Evangelios Sbonias. Doch mit neuen Details bekommt sein Einsatz für die U21 mehr Gewicht.
In einer Medienrunde äußerte sich Geschäftsführer Thomas Kessler am vergangenen Donnerstag zur Entscheidung, El Mala nicht mit ins Trainingslager der Profis nach Kitzbühel reisen zu lassen. Was nach Ausbootung klingt, folgt einem konkreten Plan für eine gemeinsame Zukunft mit El Mala. Laut Kessler gehe es darum, den Youngster behutsam aufzubauen und ihm langfristig die Möglichkeit zu geben, sich für mehr zu empfehlen. So soll El Mala hauptsächlich in der U21 eingesetzt werden. Insbesondere die Verletzungshistorie des 21-Jährigen spiele eine ausschlaggebende Rolle: „Malek muss jetzt einfach mal über einen längeren Zeitraum gesund bleiben. Er kam ja schon aus einem Jahr voller Verletzungen bei der Viktoria zu uns. Leider hat er es auch nicht geschafft, im letzten Jahr bei uns tatsächlich das ganze Jahr zur Verfügung zu stehen.“
„Eines Tages beide El Malas im großen Stadion sehen“
U21-Coach Manuel Hartmann wird die zusätzliche Option in der Offensive seiner Mannschaft sicherlich begrüßen. Die Kölner starten mit hohen Ambitionen in die hart umkämpfte Regionalliga. Wie der technische Direktor Lukas Berg zuletzt in einem Interview mit dem „Kicker“ mitteilte, sind sie auch einem Aufstieg in die dritte Liga nicht abgeneigt. Laut Kessler ist dies ein Umfeld, das perfekt zu den individuellen Zielen El Malas passt: „Viel Spielzeit in der U21 bringt ihn jedes Spiel ein Stück weiter. Die U21 spielt eben auch eine gute Rolle in der Regionalliga. Das steht auf der Hand, aber das gilt nicht nur für ihn, sondern natürlich auch für die anderen Spieler, die hier sind oder in der U21 spielen. Wir beobachten diese Prozesse permanent, und sie müssen sich dem Wettbewerb natürlich stellen.“
Dazu halten die Verantwortlichen des Vereins dem 21-Jährigen alle Türen offen, um das nächste Kapitel seiner Karriere zusammen mit seinem Bruder zu schreiben: „Wenn er über einen längeren Zeitraum hinweg das nötige Volumen mitbringt, um auf diesem Niveau wettbewerbsfähig zu sein, dann hat er sicherlich Potenzial. Wir würden uns freuen, wenn wir eines Tages beide El Malas im Trikot des FC im großen Stadion sehen würden.”
Blasser Auftakt gegen Wiedenbrück
Zum Auftakt gegen Wiedenbrück gestern gelang es El Mala noch nicht, seine Qualitäten aufblitzen zu lassen. Bis auf eine Großchance gegen Ende der ersten Halbzeit blieb er gegen den ostwestfälischen Gegner blass. Zum Matchwinner avancierte dagegen sein Teamkollege Luis Labenz, der mit zwei Toren in einer durchwachsenen Partie den erfolgreichen Start in die neue Regionalligasaison perfekt machte. Ob der Plan des Youngsters und der Verantwortlichen des 1. FC Köln in der Personalie El Mala von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten.
Ex-FC-Profi Eric Martel durch Knieverletzung ausgebremst
Hendrik Broschart
Eric Martel ist erst seit wenigen Wochen bei seinem neuen Club, dem FSV Mainz 05. Nun fällt er mit einer Knieverletzung wochenlang aus. 1. FC Köln: Bittere Nachrichten für Ex-Spieler Eric Martel
Kurz vor dem Saisonstart mit seinem neuen Verein hatte sich der Sechser in einem Testspiel verletzt. Mainz 05 hat nun die Diagnose veröffentlicht.
Droht ein längerer Ausfall? Eric Martel verletzte sich
Eric Martel gehörte im Sommer zu den ersten Abgängen des 1. FC Köln. Der Mittelfeldspieler absolvierte jüngst mit seiner neuen Mannschaft, dem 1. FSV Mainz 05, die Vorbereitung auf die anstehende Bundesligasaison. Zum Abschluss des Trainingslagers in Tirol testete das Team von Urs Fischer testete hierfür am Freitag gegen Shabab Ahli. Gegen den Verein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte Martel in der ersten Halbzeit Pech: Der 23-Jährige blockte im eigenen Strafraum einen Torschuss des Gegenspielers Santos de Oliveira ab und verdrehte sich dabei das Knie. Für ihn war das Spiel damit sofort beendet. Nach einer längeren Behandlung auf dem Platz konnte der Mittelfeldakteur das Feld eigenständig verlassen. Über die genaue Diagnose und die mögliche Ausfalldauer herrschte zunächst Unklarheit.
Zwangspause zum Saisonstart
Wie Mainz am Samstagmorgen nun mitteilte, hat sich der defensive Mittelfeldspieler eine Innenbandverletzung im rechten Knie zugezogen und fehlt den Rheinhessen in den kommenden Wochen. Schlimmste Befürchtungen über ein vorzeitiges Saisonaus wurden damit nicht bestätigt. Bereits einen Tag nach dem Saisonfinale der abgelaufenen Saison hatte der 1. FC Köln den ablösefreien Abgang von Martel nach Mainz bekanntgegeben. Martel spielte vier Jahre lang für den FC und absolvierte in dieser Zeit 90 Bundesliga- sowie 31 Zweitliga-Spiele für die Kölner. In der vergangenen Saison kam der gebürtige Straubinger in 31 Bundesliga-Spielen zum Einsatz. Der 23-Jährige hatte mehrfach Vertragsangebote abgelehnt, wollte sich Zeit lassen, um in Ruhe die Entwicklung bei den Kölnern abzuwarten. Diese hatte offenbar nicht seinen Planungen entsprochen. Es folgte der ablösefreie Wechsel zu den Rheinhessen. Dort wolle er den „nächsten Schritt“ seiner Karriere gehen.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Gerüchte über einen Wechsel ins Ausland. Unter anderem soll die AC Florenz an Martel interessiert gewesen sein.
Erstaunlich viel Insel-Flair beim 1. FC Köln – Die Transfer-Zukunft des FC entscheidet sich in England
Hendrik Broschart
Noch vier Wochen bleiben bis zum Auftakt im DFB-Pokal in Würzburg. Der 1. FC Köln wartet weiter auf Neuzugänge. Dazu rückt immer mehr ein Markt in den Fokus, der längst im Visier ist beim 1. FC Köln: Warum sich die Transferpläne von Thomas Kessler in England entscheiden.
Mit Tim und Moritz Steidten und den Personalien Said El Mala und Jakub Kaminski auf der einen aber Jahmai Simpson-Pusey und Reigan Heskey auf der anderen Seite rückt der englische Markt immer mehr in den Fokus beim 1. FC Köln.
In vier Wochen beginnt für den 1. FC Köln die neue Saison. Bis dahin bleibt Sportchef Thomas Kessler zwar noch etwas Zeit, doch weitere Neuzugänge stehen noch aus. Luka Lochoshvili, Gideon Mensah und Reigan Heskey sowie Paul Okon-Engstler wurden bislang verpflichtet. In diesem Sommer gab es bislang vor allem auf der Abgangsseite Bewegung. Auf der Zugangsseite tat sich zwar etwas, allerdings bei elf Abgängen verhältnismäßig wenig.
Transfers in England
Das Transferfenster wird sich erst zum „Deadline Day” am 1. September schließen. Bis dahin haben Kessler und Co. also reichlich Zeit, um weiter nachzurüsten – und gerade der Markt in England dürfte ein Thema werden oder bleiben. Dass der FC den englischen Markt für sich entdeckt hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Ebenso wenig, dass man am Geißbockheim bereit ist, für junge Spieler mit Entwicklungspotenzial aus England tiefer in die Tasche zu greifen. So streckten sich die Domstädter für die Verpflichtung Rav van den Bergs enorm und legten ganze (kolportierte) acht Millionen Euro auf den Verhandlungstisch, um den Niederländer vom englischen Zweitligisten Middlesbrough loszueisen. Es folgte im vergangenen Winter die Leihe von Jahmai Simpson-Pusey, der dann im Sommer Manchester City fest abgekauft wurde. Nun eben mit Reigan Heskey der nächste Spieler von den Skyblues. Auch Chido Obi von Manchester United und Mikey Moore von den Tottenham Hotspur gerieten in den Fokus der Kölner.
Bekräftigt wird dieser Kurs auch durch eine Personalentscheidung in der sportlichen Führung: Seit März dieses Jahres verstärkt mit Tim Steidten ein ausgewiesener England-Kenner das Team um Kessler. Vor seinem Engagement in Köln war Steidten zuletzt Technischer Direktor beim Premier-League-Klub West Ham United. Für den Club aus dem Londoner East End war er bis Anfang Februar 2025 tätig. Doch damit nicht genug. Anfang Juni wurde bekannt, dass der Verein auch dessen jüngeren Bruder Moritz Steidten an den Rhein holt. Dieser verdiente sein Geld zuletzt als Leiter der Scouting-Abteilung der Hammers unter der Regie seines älteren Bruders Tim. Die doppelte Steidten-Entscheidung ist als klares Bekenntnis zur Internationalisierung zu lesen – auch im Scouting. Mit den Steidten-Brüdern soll sich der Blick des FC nun spürbar über den deutschen Markt hinweg weiten, insbesondere in Richtung England.
Das Warten nimmt (k)ein Ende
Der Fokus auf England hat natürlich einen einfachen Grund. In keiner anderen Liga in Europa werden so viele Millionen bewegt, nirgends ist der Markt so lukrativ. In junge Spieler Millionen zu investieren, um sie dann für ein Vielfaches nach England zurückgehen zu lassen, klingt nach einem stemmbaren Risiko. Wobei die Wahrheit doch deutlich komplizierter sein dürfte. Wie lukrativ der Markt wiederum auf der Abgangsseite ist, zeigt sich an den kolportierten Wunschvorstellungen der Ablöse für Abschiedskandidaten. Said El Mala soll den Kölnern 50 Millionen aus England einspielen – wenn er denn noch verkauft wird, Jakub Kaminski hätte aus der Premier League 20 Millionen gebracht, es wurden 17 aus Portugal. Bis dahin wird sich zeigen, wie ernst es der FC mit dem englischen Markt tatsächlich meint.
Um zu verstehen, wann und in welchem Umfang der FC in diesem Sommer auf dem Transfermarkt aktiv werden kann und will, kommt man also kaum daran vorbei, den Blick über den Ärmelkanal zu richten und die Bewegungen in dieser Liga der Superlative zu verfolgen. Genau das hat man beim FC spätestens mit der Verpflichtung der beiden Steidtens verinnerlicht. Und lange dürfte es nicht mehr dauern, bis daraus noch weitere konkrete Ergebnisse folgen.
Bleibt Marvin Schwäbe beim 1. FC Köln? Die Antwort ist komplexer als man denkt
Hendrik Broschart
Neben denen um Said El Mala und Jakub Kaminski drängt sich eine weitere Entscheidung um einen Schlüsselspieler der Geißböcke auf. Denn die Zukunft der Kölner Nummer Eins ist ebenfalls nicht gänzlich geklärt. Und so stellt sich durchaus die Frage zu Marvin Schwäbe beim 1. FC Köln: Verlängerung oder Abgang?
Der Kontrakt des Keepers läuft im kommenden Jahr aus. Gerüchten Zufolge gibt es bereits Interessenten an den Diensten des 31-Jährigen Kapitäns der Domstädter.
Wie geht es weiter mit Marvin Schwäbe und dem 1. FC Köln? (Photo by Lars Baron/Getty Images)
In den letzten Tagen war in den Medien rund um den 1. FC Köln an ihnen kein Vorbeikommen: Said El Mala und Jakub Kaminski gehören zu den wichtigsten Personalfragen. Sie lassen dem Verein, Sportdirektor Thomas Kessler und den Anhängern keine Zeit, um in der Sommerpause nach den Strapazen der abgelaufenen Saison durchzuatmen. Bei all den Push-Mitteilungen, Eilmeldungen und exklusiven News zu den beiden Top-Spielern der Geißböcke gerät schnell in Vergessenheit, dass den Domstädtern in diesem Sommer mit Stammkeeper Marvin Schwäbe eine weitere essentielle Stütze verloren gehen könnte. Der Vertrag des 31-Jährigen läuft im kommenden Jahr aus. Ein Abgang gegen eine Ablöse erfordert, dass sich beide Parteien noch im laufenden Transfersommer trennen müssten. Was spricht für einen Verbleib der Nummer eins im Kölner Kasten, was könnte die Verantwortlichen beim 1. FC Köln vielleicht zum Zögern bringen?
Torwartfrage ohne einfache Antwort
Auch bei der Frage nach der Zukunft der aktuellen Nummer eins wird die Führungsetage sicherlich nichts überstürzen wollen. Neben dem unbestreitbaren emotionalen Stellenwert des Keepers, der innerhalb der Mannschaft und unter den Anhängern besondere Anerkennung genießt, wird man die Saison des Torhüters auch nüchtern in Zahlen betrachten. Dabei müssen sich die Entscheidungsträger auch mit unbequemen Wahrheiten auseinandersetzen. Mit einer Save-Rate von lediglich 60,4 Prozent zählt der 31-jährige Schwäbe nämlich zu den schwächsten Torhütern der Liga. Klar ist, dass diese Kennzahl alleinstehend mit Vorsicht zu genießen ist. Sie berücksichtigt weder Schwierigkeit der einzelnen Schüsse noch die Qualität der Chancen. Für eine fundierte Bewertung muss die Save-Rate daher im Zusammenhang mit weiteren Daten, etwa den erwarteten Gegentoren (xG), betrachtet werden. Dann wird klar: Mit Schwäbe zwischen den Pfosten kassierten die Kölner rund acht Treffer mehr, als es der Chancenqualität der Gegner entsprochen hätte.
Zusätzlich musste Köln 63 Gegentore hinnehmen, obwohl der erwartete Wert bei 55,48 lag. Ein Fakt, der bei Vertragsverhandlungen definitiv eine Rolle spielen könnte. Dennoch dürfte man am Geißbockheim nicht in Verlegenheit geraten, von einem Torhüterproblem zu sprechen. Denn es gelang Schwäbe in der jüngsten Saison, sein Spiel insbesondere in einer Hinsicht auf ein neues Level zu heben. Er gehört im Spielaufbau zur Ligaspitze. Mit einer Progressive-Pass-Quote von 82,3 Prozent und 1 036 gespielten Pässen erzielte er die drittbeste Leistung aller Bundesliga-Torhüter. Für einen modernen Fußball, in dem der Torhüter als erster Spieleröffner verstanden wird, ist das ein bedeutender Wert. Hinzu kommt, dass der gebürtige Darmstädter auf der Linie und im Eins-gegen-Eins zu den besten Torhütern der Liga gehört und seiner Mannschaft bekanntlich mit spektakulären Paraden mehrfach überlebenswichtige Punkte gesichert hat. Auftritte wie beim 1:1 gegen St. Pauli, als er im Eins-gegen-Eins mit Paulis Andreas Hountondji den Ball herausragend mit dem Fuß parierte, haben Eindruck geschunden.
FC in der Causa Schwäbe unter Zugzwang
Auf Kesslers langer To-do-Liste muss man den Namen Schwäbe nicht lange suchen. Von Spielerseite aus kann es aber nicht schnell genug gehen. Laut einem Bericht der Sport Bild wird der Stammtorwart von seinem Management „Neblung Network“ aktiv auf dem Markt angeboten – womöglich, um am Geißbockheim endlich eine Verlängerung anzustoßen. Laut Informationen des Kickers gibt es bereits konkretes Interesse an Schwäbe aus England, allerdings für eine ablösefreie Verpflichtung ab Sommer 2027. Der Spieler selbst äußerte sich ebenfalls sehr eindeutig, wie er zur eine Verlängerung seines Arbeitspapiers, die vielleicht letzte große seiner Karriere, steht: „Jeder ist ambitioniert, ich bin ehrgeizig. Jeder will so hoch und gut spielen wie möglich“, teilte er im Anschluss an das Spiel gegen den FC Bayern München am letzten Spieltag mit und fügte dann hinzu: „Und das will ich am liebsten mit dem FC.“
„Ein modernes NLZ am Geißbockheim und die olympische Idee entspringen demselben Gedanken“ – FC-Präsident Stobbe hofft auf Schub für Geißbockheim und Stadion-Ausbau
Hendrik Broschart
Heute ist Stichtag für das Einreichen der Olympia-Bewerbungen und auch Köln ist mit im Rennen. FC-Präsident Jörn Stobbe sprach mit come-on-fc.com unter anderem über die Chancen einer Austragung in Köln. Was kann der FC tatsächlich beitragen, was würden die Spiele die Stadt kosten – und wem würden sie am Ende nützen? Der 1. FC Köln und Olympia: Jörn Stobbe hofft auf Fortschritte beim FC.
Vereinspräsident Jörn Stobbe spricht von einer gemeinsamen Vision für die Stadt und macht keinen Hehl daraus, dass er sich vom olympischen Schwung auch Fortschritte am Geißbockheim erhofft. Was kann der FC zur Bewerbung beisteuern, was könnten die Spiele die Stadt kosten und wie bewerten Kritiker die Pläne?
Jörn Stobbe bei der Kickoff-Veranstaltung zur Kölner Olmypia-Bewerbung
Vor einigen Wochen stimmten die Kölner Bürgerinnen und Bürger darüber ab, ob sie sich Olympische Spiele vor der eigenen Haustür vorstellen können und mit dem heutigen 4. Juni erreicht die deutsche Olympiabewerbung einen wichtigen Meilenstein. Bis zum Ablauf des Tages müssen die interessierten Regionen ihre Bewerbungsunterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen. Für die Initiative KölnRheinRuhr bedeutet der Stichtag den Übergang in die nächste Phase. Das knappste Ergebnis aller 17 am Referendum beteiligten Kommunen kam aus Köln: 57 Prozent. Hätte die sogenannte „Leading City“ mit ihren vielen angedachten Disziplinen mit „Nein“ gestimmt, wäre das Konzept gescheitert. Das knappe „Ja“ der Kölnerinnen und Kölner hat auch beim 1. FC Köln für Begeisterung gesorgt. Präsident Jörn Stobbe ließ sich dazu in einem euphorischem Statement wie folgt zitieren: „Mein Vater Horst hat mir als ehemaliger Olympionike oft vom olympischen Geist erzählt – heute spüre ich einen Hauch dieses Geistes in unserer Stadt. Jetzt liegt es an uns allen, diesen Schwung zu nutzen, um Köln schneller, effizienter und mutiger zu machen. Wir als FC sind bereit, unseren Teil beizutragen“.
Doch worin könnte dieser Beitrag konkret bestehen – und welche Effekte erhofft man sich am Geißbockheim, sollten tatsächlich Spiele in Köln stattfinden?
FC-Präsident Stobbe: „Wir spüren einen klaren politischen Willen“
Den Verantwortlichen und Unterstützern des Vereins beschäftigt der Erhalt und Ausbau des Geißbockheims seit Jahren. Noch am letzten Heimspieltag gegen Heidenheim zeigte die Südkurve Banner mit bekannten Appellen an die Entscheidungsträger. Von der Olympia-Bewegung erhofft man sich in dieser Angelegenheit Fortschritte, wie Stobbe auf Anfrage von come-on-fc.com erläuterte: „Wir wollen und müssen uns bekanntermaßen am Geißbockheim weiterentwickeln, um in der Bundesliga dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Ebenso gehört dazu, dass wir seriös und intensiv alle Optionen prüfen, das RheinEnergieSTADION zu modernisieren und langfristig sogar auszubauen. Unter der Führung von Oberbürgermeister Torsten Burmester spüren wir einen klaren politischen Willen, dem Sport in Köln mehr Bedeutung beizumessen. Dieser Kurs hat durch das Votum für Olympia abermals eine Legitimation durch die Bürgerinnen und Bürger Kölns erhalten.“
In den Plänen des Organisationskomitees ist das RheinEnergieSTADION als Veranstaltungsort für Fußball und Siebener-Rugby vorgesehen, auf der angrenzenden Jahnwiese soll Bogenschießen stattfinden. Einen Ausbau des Stadions sehen die Olympia-Planungen dabei nicht vor. Dennoch, so Stobbe, wirkten Großereignisse dieser Art häufig als Beschleuniger für Prozesse, die unter normalen Umständen Jahre dauerten. Der FC-Präsident macht dazu deutlich: „Wenn Köln als ‚Leading City‘ einer so wichtigen Bewerbung auftritt, muss auch der Anspruch steigen, die Infrastruktur der Stadt in allen Bereichen zu verbessern“.
Das macht den FC unersetzlich für Kölns Olympia-Pläne
Dabei betont er ausdrücklich, dass der Verein seine Strahlkraft nicht als Verhandlungsmasse verstehe: „Es geht hier nicht um ‚Deals‘ oder taktische Gegengeschäfte. Es geht um eine gemeinsame Vision für Köln. Wenn die Stadt den Anspruch hat, Gastgeberin für die Welt zu sein, muss sie auch die Rahmenbedingungen für ihre lokalen Leuchttürme schaffen. Ein modernes NLZ am Geißbockheim und die olympische Idee entspringen demselben Gedanken: Wir wollen den Sport in Köln stärken und zukunftsfähig machen. In diesem Geiste führen wir die Gespräche mit der Politik über mögliche Synergien“, teilte der Präsdent come-on-fc.com mit.
Den größten Beitrag des Vereins sieht Stobbe in der kulturellen Verankerung des FC mit der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern: „Wir sehen uns als konstruktiver Partner der Stadt Köln. Wir signalisieren den Verbänden: Der 1. FC Köln steht hinter dieser Vision. Mit unserer Infrastruktur, unserer Erfahrung und unserer riesigen Fan-Basis sind wir ein Aktivposten, der eine Bewerbung glaubwürdig und lebendig macht.“
Eine Frage der Glaubwürdigkeit
Das Land NRW und die Stadt Köln können den 1. FC Köln als Glaubwürdigkeits-Booster im Bewerbungsprozess für die Spiele gut gebrauchen. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass Olympische Spiele nicht selten zur Belastungsprobe für das Vertrauen zwischen Verein, Stadtpolitik und Bevölkerung werden. „In der Vergangenheit hat es immer wieder Fälle gegeben, in denen Städte im Zusammenhang mit Großveranstaltungen ihre Glaubwürdigkeit verspielt haben. Deshalb ist es entscheidend, dass die Stadt den gesamten Prozess von Anfang an transparent gestaltet und aktiv Vertrauen aufbaut“, sagt Dr. Kirstin Hallmann vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln, die unter anderem zu Mega-Events und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen forscht.
Die Sportökonomin mahnt, mögliche Herausforderungen nicht zu unterschätzen: „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Öffentlichkeit zunächst mit allzu optimistischen Versprechen besänftigt wird, nur damit am Ende eine massive Kostenexplosion ans Licht kommt. Denn genau das ist die Befürchtung vieler Bürgerinnen und Bürger. Natürlich lässt sich nicht jede Kostensteigerung im Voraus kalkulieren. Doch die Erfahrungen aus vergangenen Spielen sprechen eine deutliche Sprache: Die tatsächlichen Kosten lagen mitunter um 150 bis 170 Prozent über den ursprünglichen Schätzungen“. Das jüngste Beispiel sind die Spiele von Paris 2024, wo die Kosten von geplanten 2,4 auf 6,6 Milliarden Euro stiegen.
Das sagen Olympia-Kritiker
Auch Kritiker der Kölner Bewerbung verweisen auf diese Erfahrungen. So weist etwa die Initiative „NOlympia Köln” darauf hin, dass die Stadt bereits heute mit knappen Mitteln haushalten muss. Es fehle an Geld für sanierte Schulen, ausreichend Kita-Personal, eine leistungsfähige KVB, Radwege sowie intakte Schwimmbäder, Turnhallen und Sportplätze. Zusätzliche Olympia-Kosten könnten das bestehende Haushaltsdefizit weiter vergrößern. Auch am versprochenen wirtschaftlichen Nutzen bestehen Zweifel. „Die Argumentation, Olympia bringe Investitionen, ist schlichtweg falsch. Es rechnet sich nicht, am Ende zahlt man drauf“, sagt Jörg Detjen von NOlympia Colonia gegenüber dem ZDF. Als mögliche Nebenwirkungen nennen Ökonomen zudem steigende Preise und Mieten sowie Wohnraumverknappung, indessen Wohnraum bereits heute dringend gebraucht wird.
Nächste Schritte erst im September
Der innerdeutsche Wettbewerb geht unterdessen weiter. Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welcher Bewerbung sich Deutschland um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 beim Internationalen Olympischen Komitee bewirbt. Neben KölnRheinRuhr sind auch München und Berlin im Rennen, in Hamburg fiel das Votum gegen eine Olympiabewerbung aus. Stobbe ist überzeugt, dass der 1. FC Köln bei der DSOB-Entscheidung eine Rolle spielen wird: „Der FC ist ein emotionaler Motor dieser Stadt. Unser Beitrag liegt in der Mobilisierung der Menschen und der Vermittlung der olympischen und paralympischen Werte – Leistung, Fairplay und Zusammenhalt. Wir stellen unser Know-how in der Organisation von Großevents zur Verfügung und sind bereit, den Standort Müngersdorf als lebendigen Bestandteil der Spiele mitzugestalten“. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist heißt es nun vorerst aber erst einmal Abwarten.