„Das sah im ersten Moment nicht gut aus“

1. FC Köln: Stimmen zum Leverkusen-Spiel
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„Das sah im ersten Moment nicht gut aus“

Der 1. FC Köln verliert gegen Leverkusen 0:2. Nach dem Spiel äußerte sich unter anderem der Trainer. Die Stimmen zum Leverkusen-Spiel.

Am Sonntagnachmittag spielte der FC gegen Beyer Leverkusen 0:2 und steht aktuell mit 17 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz. Der FC spielte durch eine Rote Karte für Jan Thielmann ab der 14. Minute in Unterzahl. Die Stimmen zum Leverkusen-Spiel.


 Ich hätte das Spiel über 90 Minuten gerne elf gegen elf gesehen. Nichtsdestotrotz hatten wir unsere Chancen, die müssen wir gegen Leverkusen nutzen, um was mitzunehmen. Man sieht schon, dass die eine extreme Qualität haben. Mit elf Mann war es schon schwer, gegen die anzulaufen. Mit zehn noch schwieriger. Da muss man sich kompakt hinstellen und probieren, keinen zu kriegen und auf die wenigen Chancen lauern. Es ist bitter, dass der Ball genau gegen den Pfosten und raus geht. Das beschäftigt einen noch ein, zwei Tage und dann muss es abgehackt werden, um gegen Gladbach alles rauszuhauen. Ich habe mich sehr gefreut, wieder in der Startelf zu stehen.

Sargis Adamyan

1. FC Köln: Stimmen zum Leverkusen-Spiel


 Wenn man die Woche durch Köln gegangen ist, das war komplett rot und weiß, das macht schon was mit einem. Echt super Support. Unseren großen Faustpfand konnten wir den Fans heute nicht zurückgeben, aber nächste Woche steht das Derby an und dann hoffen wir, dass wir da was zurückgeben können. Wenn einer runterfliegt, dann möchte man den schon lieber auf dem Platz haben. Dennoch hatten wir unsere Kontersituationen eigentlich ganz gut ausgespielt, aber die Jungs können dann schon ganz gut den Ball laufen lassen von Leverkusen. Sie haben es dann zweimal ausgenutzt. Ich muss aber vom Gefühl her sagen, dass es nicht das typische „an die Wand spielen“ war, trotz der Überzahl haben wir dem Spielverlauf entsprechend das Beste draus gemacht und gehen aber trotzdem mit einer Niederlage runter heute. Ich sehe Schick in meinem Rücken auftauchen, habe dann Angst, dass ich ihn treffe, da kann es dann mal schnell Elfmeter geben. Die Positionierung passt nicht 100 Prozent und dann klingelt es halt. In Sachen Engagement, Laufbereitschaft und Wille können wir uns nichts vorwerfen. Wir müssen schauen, dass wir nächste Woche elf Mann bleiben und dann sieht das Ganze auch schon wieder anders aus.

Timo Hübers

Das Spiel ist für uns heute maximal unglücklich gelaufen. Wir kommen eigentlich ganz gut rein, haben vor dem Platzverweis gleich eine riesen Chance durch Dejan Ljubicic, wo er am zweiten Pfosten vorbei köpft. Dann die unglückliche Szene, ich denke es war keine Absicht, er trifft ihn trotzdem deutlich über dem Knöchel und dann ist das heutzutage so, dass man dafür vom Platz fliegt. Die Mannschaft hat sich über die restlichen fast 90 Minuten mit Nachspielzeit bravourös gewehrt, hat immer wieder Nadelstiche setzen können. Wir haben drei riesige Chancen, die wir leider nicht nutzen können und dementsprechend verlierst du dann so ein Spiel 2:0. Was den Einsatz, die Bereitschaft die taktische Disziplin angeht, die Ordnung, die Kompaktheit, war es ein sehr sehr gutes Spiel von uns gegen einen Top-Gegner, der natürlich in Überzahl deutlich mehr Spielanteile hat. Jan ist selbst der Unglücklichste. Das war überhaupt keine Absicht. Xhaka kreuzt seinen Laufweg, trotzdem trifft er ihn oberhalb des Knöchels. Ich glaube der Schiri will erst gar nichts geben und gibt dann aufgrund eines Anrufs aus dem Kölner Keller doch noch Rot. So ist es heutzutage. Trotzdem, wir haben es auch mit zehn Mann gut gemacht. Bei Justin wird das was Muskuläres sein, ich hoffe nicht schlimmer, aber das sah im ersten Moment nicht gut aus.

Timo Schultz

Bilder zum Spiel 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen

Alles zum Spiel

Einzelkritik

Großer Kampf, aber bittere Niederlage

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Großer Kampf, aber bittere Niederlage

Der 1. FC Köln hat das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen verdient 0:2 verloren. Gegen den bislang ungeschlagenen Spitzenreiter agierte der FC nach einer Roten Karte mehr als 75 Minuten in Unterzahl.

Die Überraschung ist ausgeblieben: Der 1. FC Köln verliert das Duell gegen Bayer Leverkusen 0:2. Das aber durchaus bitter. Bereits in der Anfangsphase sah Jan Thielmann die Rote Karte (14.) und verstärkte die ohnehin schwierige Situation der Geißböcke. Jeremie Frimpong (37.) und Grimaldo (73.) trafen für den weiterhin ungeschlagenen Spitzenreiter.

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Timo Schultz sorgte zumindest bei der Startelf für die ein oder andere Überraschung. Erstmals saß Florian Kainz unter dem neuen Trainer nur auf der Bank. Für den Kapitän startete Sargis Adamyan im Angriff – für den Armenier der erste Startelf-Einsatz seit der 1:6-Pleite gegen Dortmund vor etwa einem Jahr. Zudem spielten Timo Hübers für Luca Kilian sowie Faride Alidou und Linton Maina für Denis Huseinbasic und Justin Diehl. Die Rolle von Huseinbasic auf der Sechs übernahm zunächst Dejan Ljubicic, Jan Thielmann startete zumindest auf dem Papier auf der rechten Seite, Faride Alidou neben Adamyan im Angriff.

Thielmann sieht Rot

Wenig überraschend kam aber der Gast zur ersten Möglichkeit. Patrik Schick legte den Ball zurück auf Jonas Hofmann, der aus kurzer Distanz die Kugel neben das Tor (3.) schob. Leverkusen gab erwartungsgemäß den Ton an, Köln stand extrem tief. Und konterte. So nahm Maina Tempo auf der rechten Seite auf, brachte die Flanke aus dem Halbfeld auf Ljubicic, der das Tor knapp verfehlte (10.). Doch die Kölner Hoffnung erlebte einen frühen Dämpfer. Jan Thielmann kam gegen Granit Xhaka deutlich zu spät, trat dem Mittelfeldspieler von hinten in die Hacke und sah nach Ansicht der Videobilder die Rote Karte (14.). Nur eine Minute später holte sich Ljubicic für Meckern seine fünfte Gelbe Karte ab, beide Spieler fehlen dem FC im Derby gegen Gladbach.

Frimpong eiskalt

Leverkusen erhöhte den Druck, fand aber gegen die kompakt verteidigenden Kölner lange kein Mittel. Grimaldo probierte es Mitte der ersten Halbzeit mit einem direkten Freistoß, verzog aber deutlich (23.). Näher kam der Leverkusener mit dem nächsten Versuch von der Strafraumgrenze. Der Ball streifte das Tornetz (31.). Der FC fand nur wenige Konter zur Entlastung. Alidou spielte nach einem Umschaltmoment Adamyan frei. Der Angreifer zögerte einen Tick zu lange, legte sich den Ball auf den stärkeren rechten Fuß, wurde dann aber geblockt (35.).

>>>So bewerten wir die Spieler des 1. FC Köln gegen Leverkusen>>>

Auf der anderen Seite rettete Schwäbe zunächst noch mit einem starken Reflex gegen Florian Wirtz (36.). Beim nächsten Angriff war der Kölner Keeper chancenlos. Grimaldo brachte von der linken Seite eine scharfe Hereingabe, Schick spitzelte den Ball gemeinsam mit Chabot weiter und Frimpong war vor Max Finkgräfe zur Stelle (37.). Noch vor dem Wechsel probierte es erneut Wirtz aus spitzem Winkel (41.), scheiterte aber wieder an Schwäbe. Köln konterte noch einmal über Alidou, auf dessen Flanke wartete Adamyan, wurde aber von Grimaldo abgeräumt. Schiedsrichter Tobias Stieler sah aber keinen Grund, die Szene zu überprüfen. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff brachte Carstensen eine Flanke auf Alidou, der aber nicht genug Druck hinter den Ball bekam (45.+2).

Adamyan trifft nur den Pfosten

Das Bild änderte sich erwartungsgemäß auch nach dem Wechsel zunächst nicht. Leverkusen trat weiterhin dominant auf, spielte bis weit in die Kölner Hälfte eine gute Kugel, tat sich im Strafraum weiterhin schwer. Auf der anderen Seite setzte Alidou Rechtsverteidiger Carstensen perfekt ein. Der Däne flankte genau auf Adamyan, der den Ball direkt nahm und gegen die Laufrichtung von Lukas Hradecky aufs Tor brachte. Doch die Kugel knallte nur an den Innenpfosten (51.). Leverkusen fiel weiterhin nicht viel ein. Erst Timo Hübers lud den Gegner wieder ein. Der Abwehrspieler spielte weit aufgerückt Hofmann an, dessen Querpass der Innenverteidiger aber selbst abfing (59.). Schultz reagierte nach einer guten Stunde, brachte Justin Diehl für den ordentlich agierenden Adamyan.

Für den Angreifer war bereits 180 Sekunden später schon wieder Schluss. Diehl musste verletzt vom Platz. Schultz brachte Leart Pacarada, Fingräfe rückte ins linke Mittelfeld. Der FC gab sich nicht auf, wurde aber erneut kalt erwischt. Armine Adli tankte sich problemlos auf der linken Seite gegen Carstensen durch und brachte die Kugel in die Box. Grimaldo zog direkt ab, die Kugel wurde von Chabot noch unhaltbar abgefälscht (73.). Die Werkself schaltete sichtbar einen Gang herunter, hielt den Ball in den eigenen Reihen, sorgte nur noch für wenig Gefahr. Bayer ließ auf der anderen Seite aber auch nicht mehr viel zu. Am kommenden Samstag ist der FC zu Gast bei Borussia Mönchengladbach.

Bilder zum Spiel Köln gegen Leverkusen


FC: Schwäbe – Finkgräfe, Hübers, Kilian, Carstensen – Martel (82. Schmitz), Ljubicic – Maina (82. Tigges), Thielmann – Adamyan (64. Diehl, 69. Pacarada), Alidou (82. Tigges) – Tore: 0:1 Frimpong (37.), 0:2 Grimaldo (73.) Rote: Karte: Thielmann


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Adamyan in der Startelf, Kainz auf der Bank

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Adamyan in der Startelf, Kainz auf der Bank

Timo Schultz hat den Konkurrenzkampf vor dem Spiel gegen Leverkusen betont und offenbar auch genau so gesehen. Einige Überraschungen in der Startelf.

Mit einigen Überraschungen startet der 1. FC Köln das Spiel gegen Bayer Leverkusen. Unter anderem sitzt Florian Kainz zunächst nur auf der Bank, Davie Selke steht nicht im Kader. So spielt der FC gegen Leverkusen.

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Bislang hat Timo Schultz in weiten Teilen der gleichen Anfangsformation vertraut, musste jüngst in erster Linie aber seine Abwehr umbauen. Am vergangenen Freitag rief der Trainer dann den Konkurrenzkampf in seiner Mannschaft aus, den er auf gleich mehren Positionen sehe. Von einem Luxusproblem sprach er explizit in der Abwehr. Denn mit Timo Hübers kehrte der eigentliche Stammspieler zurück, Luca Kilian machte seine Aufgabe in den vergangenen Spielen aber gut. Die Entscheidung ist nun zu Gunsten von Timo Hübers gefallen. Zudem spielt Rasmus Carstensen erneut für Benno Schmitz auf der rechten Abwehrseite.

Adamyan in der Startelf

Aber auch in der Offensive sind die Positionen mittlerweile deutlich umkämpfter als noch in der Hinrunde. Klar war nur, dass Davie Selke kein Kandidat für die Startelf gegen Leverkusen ist. Der Stürmer steht am Sonntag noch nicht im Kader der Geißböcke. Dafür überrascht Schultz aber mit einigen anderen Personalien. Florian Kainz erhält eine Pause. Der Kapitän spielt bislang außer Form. Die Mannschaft wird von Marvin Schwäbe aufs Feld geführt.

Dafür rückt Faride Alidou in die Startelf. Im Sturm vertraut der Coach auf Sargis Adamyan. Auch diese Personalie hatte Schultz bereits unter der Woche zumindest leicht angedeutet. Adamyan dränge sich auf, hatte der Trainer gesagt. Ebenfalls nicht mit dabei: Denis Huseinbasic und Justin Diehl. Huseinbasic erwischte zuletzt einen eher schwachen Tag. Gut möglich, dass Dejan Ljubicic den Part der Doppelsechs neben Eric Martel übernimmt. Zudem beginnt Linton Maina auf der Außenbahn. Auch dort hatte der Coach von einem engen Konkurrenzkampf gesprochen.

So spielt der FC gegen Leverkusen

Timo Hübers

Jeff Chabot

Rasmus Carstensen

Linton Maina

Dejan Ljubicic

Dejan Ljubicic

Faride Alidou

Sargis Adamyan

Jan Thielmann beim 1. FC Köln wieder eine feste Größe

Jan Thielmann

Nachbarschafts-Duell: Diese vier Gründe dürfen dem FC Hoffnung machen

Diese vier Gründe dürfen dem FC gegen Leverkusen Hoffnung machen
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Nachbarschafts-Duell: Diese vier Gründe dürfen dem FC Hoffnung machen

Die Tabelle ist aktuell erbarmungslos für den 1. FC Köln. Während der Rückstand auf Rang 15 auf acht Zähler angestiegen ist, prangt die Werkself von der Spitze des Tableaus. Auf dem Papier dürfte der Sieger des Duells feststehen. Doch es gibt auch Hoffnung.

Wirklich viel spricht am Sonntagnachmittag nicht für den 1. FC Köln im Duell gegen den Nachbarn aus Leverkusen. Bayer ist in dieser Saison das Non plus Ultra der Liga. Doch es gibt auch einige wenige Dinge, die für eine Überraschung sprechen. Diese vier Gründe dürfen dem FC Hoffnung machen.

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1. Der neue Trainer: Timo Schultz hat dem FC ein neues Gesicht verpasst. Auch, wenn der Trainer bei seinem Amtsantritt betonte, die DNA von Steffen Baumgart weitertragen zu wollen, ist das Kölner Spiel mittlerweile ein ganz anderes. Köln agiert aus einer stabilen Defensive, steht deutlich sicherer und ist bei Umschaltmomenten durch das kompaktere Mittelfeld nicht mehr so anfällig. Dabei ist die Intensität der Kölner noch immer hoch. Auch unter Schultz ist der FC eine der laufstärksten Mannschaften der Liga. Das schlägt sich bislang auch in den Punkten nieder. Von den sieben Begegnungen unter dem neuen Coach verlor der FC nur zwei Spiele, holte immerhin sieben Punkte und überraschte zuletzt den VfB Stuttgart. Auch gegen Dortmund spielten die Kölner lange gut mit, gingen dann aber 0:4 unter.

2. Das Gesetz der Serie: Jede Serie endet einmal und jede Mannschaft muss auch irgendwann mal wieder verlieren. Zweiteres betonte jedenfalls Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung, am Freitag auf der Spieltags-Pressekonferenz. Warum sollte das nicht ausgerechnet nach 33 Spielen in Köln passieren. Dass der FC Serien der Leverkusener brechen kann, bewiesen die Kölner schon mehrfach. Zuletzt erst in der vergangenen Spielzeit, als Bayer wettbewerbsübergreifend 14 Spiele in Folge nicht verlor. Davie Selke machte dem Ganzen mit einem Doppelpack ein Ende. Köln bezwang Leverkusen. Bis zum Saisonende gewann Leverkusen kein Spiel mehr. Auch in den Jahren zuvor haben die Kölner manche Serie des Nachbarn durchbrochen. Und gerade unter dem Druck des Abstiegskampfs gab es schon einige Überraschungen.

3. Die Brisanz des Duells: Thomas Kessler sprach am Freitag ebenfalls davon, die Begegnungen gegen Leverkusen und Gladbach losgelöst der Tabelle betrachten zu wollen. Das ist angesichts der aktuellen Lage natürlich nur schwer möglich. Doch tatsächlich haben gerade diese brisanten Duelle einen anderen Charakter, Gesetzmäßigkeiten werden ausgehebelt. Eine wahre Leistungsexplosion wie im Rheinderby gegen Gladbach in der Hinserie hatten wohl auch nur wenige Experten von den Kölnern nach dem desolaten Saisonauftakt erwartet. Auch, wenn sich die Kölner gegen den Begriff Derby in dem Duell gegen die Werkself wehren, birgt die Begegnung ordentlich Zündstoff. So gab es in den bisherigen Duellen bereits 20 Platzverweise (Zehn auf jeder Seite).

4. Die Rolle des Underdogs: Auch wenn es schwer fällt, den Kölnern in der bedrohlichen sportlichen Situation einen gewissen Druck abzusprechen, gehen die Geißböcke in das Duell mit Leverkusen als absoluter Underdog. Bei der aktuellen Tabellensituation, dem beeindruckenden Spiel der Werkself ist alles andere als eine Niederlage wohl eine Überraschung. Unterm Strich haben die Kölner im Heimspiel gegen Leverkusen also zumindest moralisch nichts zu verlieren.


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Bloß nicht mit angezogener Handbremse

 Diese FC-Spieler stehen vor einer Gelbsperre.
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Bloß nicht mit angezogener Handbremse

Gleich drei Kölner Profis gehen mit der Belastung von vier Gelben Karten in das Duell gegen Leverkusen. Ausgerechnet. Denn im Nachbarschafts-Duell sind weitere Verwarnungen zu erwarten.

Bisher sah die Mannschaft von Timo Schultz erst 33 Gelbe und drei Gelb-Rote Karten und ist somit eins der fairsten Teams der Liga. Ausgerechnet vor dem Nachbarschaftsduell gegen Leverkusen und dem folgenden Derby haben drei Stammspieler des 1. FC Köln vier Gelbe Karten auf dem Konto. Diese FC-Spieler stehen vor einer Gelbsperre.

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Eigentlich war die Messe bereits gelesen. Im Heimsiel gegen Werder Bremen lief bereits die Nachspielzeit. Dem FC war in der Offensive so gut wie gar nichts eingefallen, an den späten Ausgleichstreffer wollten die Fans nicht so recht glauben – die Kölner Spieler möglicherweise auch nicht. Zunächst entlud sich der Frust bei Denis Huseinbasic, der nach einem Foul an Felix Agou die Gelbe Karte sah. Nur drei Minuten später holte sich Timo Hübers auch den Gelben Karton ab. Für die Kölner unnötige Verwarnungen. Vor allem aber Verwarnungen, die sich nun rächen könnten, denn für beide Spieler war es bereits die vierte. Ausgerechnet im Nachbarschafts-Duell droht der fünfte Karton und damit die Sperre fürs Derby. Ein ähnliches Schicksal droht auch Dejan Ljubicic. Der Mittelfeldspieler sah schon gegen Wolfsburg Ende Januar seine vierte Gelbe Karte.

Schon 20 Mal Rot im Nachbarschafts-Duell

Dass das Nachbarschafts-Duell gegen Leverkusen ohne weitere Verwarnungen und Karten auskommt, ist nicht nur angesichts der lokalen Brisanz eher unwahrscheinlich. Die Begegnungen der beiden Kontrahenten ist in aller Regel hitzig. So gab es bereits 20 Platzverweise in den Duellen der beiden Klubs – jeweils zehn für Köln und Leverkusen. Zuletzt beim 2:0-Erfolg der Kölner im Dezember 2019. Damals hatte Leverkusens Aleksandar Dragovic die Ampelkarte unmittelbar vor der Führung durch Jhon Córdoba gesehen. Anschließend gab es glatt Rot für Leon Bailey. Kurz vor Spielende erhöhte Sebastiaan Bornauw zum 2:0 Endstand. Auf Kölner Seite sah Leonardo Bittencourt gleich zweimal glatt Rot gegen Leverkusen. Unvergessen ist wohl der Rote Karton gegen Toni Polster, der bei der Berufungsverhandlung vor dem DFB-Sportgericht mit einem Bläck-Fööss-Video aufwartete.

Bislang gehört der FC in der Liga zu den fairsten Mannschaften in dieser Saison. Die Kölner sahen erst 33 Gelbe Karten. Keine andere Mannschaft kam mit weniger Verwarnungen aus. Auf der anderen Seite gab es für den FC aber schon drei Ampelkarten. Jeff Chabot sah gegen Freiburg am 15. Spieltag Gelb-Rot, Rasmus Carstensen bereits am vierten Spieltag gegen Hoffenheim und Mathias Olesen nach zehn gespielten Minuten gegen Leipzig am neunten Spieltag. Mehr Platzverweise gab es in dieser Spielzeit nur für Union Berlin (5), Eintracht Frankfurt (4) und der SV Darmstadt (4). Große Rücksicht werden die Kölner auf ihre Vorverwarnung gegen die schnellen Leverkusener aber nicht nehmen können. Selbst, wenn das Aus für das Rheinderby droht.


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Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leverkusen

Wer überträgt Köln gegen Leverkusen? Wie lautet die Bilanz der Teams? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leverkusen
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Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leverkusen

17 Punkte aus 23 Spielen und Platz 16 in der Tabelle lautet die überschaubare Bilanz des FC in der bisherigen Saison. Nun folgt das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Alles Wissenswerte rund um die Partie gibt es hier.

Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen Bayer geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leverkusen.

Wer überträgt Köln gegen Leverkusen? Wie lautet die Bilanz der Teams? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leverkusen

Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen?

In der Bundesliga standen sich Köln und Leverkusen bislang 71 Mal gegenüber. Die Bilanz spricht dabei für die Werkself, die 28 Partien für sich entscheiden konnte. Demgegenüber stehen 25 Unentschieden und 18 Erfolge des FC. Auch die Torbilanz spricht mit 113:92 Treffern für Bayer. Neben den Bundesliga-Duellen trafen beide Clubs noch dreimal im DFB-Pokal aufeinander; hier setzte sich Leverkusen zweimal und Köln einmal durch. Hinzu kommen zwei Spiele in der ehemaligen Oberliga West, in der es ein Remis und einen Leverkusener Sieg gab.

Wer überträgt die Begegnung des 1. FC Köln in Leverkusen im TV?

Das Spiel beginnt am Sonntag um 15.30 Uhr. Das Spiel zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln wird vom Streamingdienst DAZN live und exklusiv ausgestrahlt. Die Übertragung beginnt um 14.45 Uhr mit der Vorberichterstattung. Zusammenfassungen gibt es wie immer unter anderem bei der Sportschau im WDR Fernsehen.

Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen Leverkusen?

Zweimal setzte sich der FC mit 4:0 gegen den rechtsrheinischen Rivalen durch: Zunächst am 1. März 1980 und dann nochmal am 24. Mai 1997. 1980 schossen Gerd Strack, Herbert Neumann, Dieter Müller und Holger Willmer die Geißböcke mit ihren Toren zum Sieg. Beim deutlichen Erfolg im Jahr 1997 war Stürmer Toni Polster der gefeierte Mann: Der Österreicher erzielte beim 4:0 drei Tore, zudem traf Janosch Dziwior.

Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen Leverkusen?

Insgesamt unterlag der FC dem Rivalen drei Mal mit vier Toren Unterschied: Ausgerechnet am 11. November 1997, also dem Auftakt der Karnevalssession, kassierten die Kölner eine 0:4-Auswärtspleite. Nicht besser lief es am 29. November 2014 (1:5 in Leverkusen) und am 16. Dezember 2020, als die Mannschaft des damaligen Trainers Markus Gisdol im Rheinenergiestadion ebenfalls mit 0:4 unterlag.

Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen Leverkusen?

Die meisten Tore im FC-Dress erzielte Klaus Allofs gegen Bayer, der ehemalige Nationalspieler war gleich sechsmal erfolgreich. Auf die doppelte Anzahl an Treffern kommt allerdings ein Akteur des Rivalen: Leverkusens Ulf Kirsten erzielte gegen den FC zwölf Tore. Davie Selke traf bereits drei Mal gegen Leverkusen, Mark Uth war sogar fünf Mal in zwei Spielen erfolgreich – allerdings in der U19.

Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen Leverkusen?

Für die Geißböcke stand keiner so oft gegen Leverkusen auf dem Feld wie Pierre Littbarski. Der Weltmeister von 1990 bestritt 26 Spiele gegen die Werkself. Auf der anderen Seite verfügt Torwart Rüdiger Vollborn mit 25 Einsätzen über die größte Derbyerfahrung.

Wie hoch liegen die Kaderwerte vom FC und von Leverkusen?

Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des 1. FC Köln auf gut 83.5 Millionen Euro. Der FC liegt damit im unteren Drittel der Liga. Leverkusens Marktwert berechnet das Portal auf 565 Millionen Euro. Victor Boniface ist der wertvollste Leverkusener mit rund 80 Millionen Euro. Der Stürmer ist allerdings momentan von einer Muskelsehnenverletzung im Adduktorenbereich betroffen und wird am Wochenende nicht auflaufen. Beim FC ist Dejan Ljubicic der wertvollste Spieler mit 9.2 Millionen Euro.

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FC-Startelf gegen Leverkusen: Diehl vs. Maina und Kilian vs Hübers?

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FC-Startelf gegen Leverkusen: Diehl vs. Maina und Kilian vs Hübers?

Für große Veränderungen steht Timo Schultz in dieser Spielzeit eher nicht. Dennoch könnte gegen Leverkusen eine veränderte Startelf auflaufen. Denn Schultz hat den Konkurrenzkampf ausrufen.

Überrascht Timo Schultz nochmal mit seiner Startelf des 1. FC Köln gegen Leverkusen oder greift der Trainer wieder auf weite Teile seiner vermeintlichen Stammaufstellung zurück? So könnte der FC gegen Leverkusen spielen.

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Relativ schnell hatte sich Timo Schultz nach seinem Amtsantritt im Januar für eine Stammelf entschieden. Zumindest in weiten Teilen stellte der Trainer in den vergangenen Wochen die gleiche Mannschaft auf. Am Freitag klangen die Worte des Trainers jedoch ganz anders. Timo Schultz hat den Konkurrenzkampf in seiner Mannschaft ausgerufen, gab sich glücklich über das Luxusproblem, das sich ihm neuerdings bietet. Vor allem in der Defensive. So kehrt mit Timo Hübers zwar ein Stammverteidiger wieder in den Kader zurück, Luca Kilian löste seine Aufgabe aber in den vergangenen Wochen so gut, dass ein Einsatz von Hübers zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher ist. Ganz im Gegenteil zu Jeff Chabot, der genauso wie Max Finkgräfe in der Hintermannschaft gesetzt ist. Auf der rechten Seite streiten sich Benno Schmitz und Rasmus Carstensen um den Platz in der Anfangsformation.

Diehl oder Maina?

Die Doppelsechs durfte auch in dieser Woche an Eric Martel und Denis Huseinbasic gehen. Der 22-Jährige erwischte gegen Stuttgart nicht seinen besten Tag. So könnte Dejan Ljubicic auch eine Position zurückgezogen werden. Denn auch auf der rechten Seite ist der Startelf-Platz nicht eindeutig vergeben. Timo Schultz empfindet Faride Alidou als belebendes Element, trotz der vergebenen Chance gegen den VfB. Auf der linken Seite treten Justin Diehl und Linton Maina in das direkte Duell. Nach seiner Vorlage zum 1:1 am vergangenen Samstag könnte Maina eigentlich die Nase vorne haben. Allerdings ist Diehl ein ständiger Unruheherd, sucht das Eins-gegen-eins und vor allem den direkten Abschluss. Die Chancen, dass Diehl sein zweites Spiel in Serie in der Startelf bestreitet, stehen nicht schlecht.

Davie Selke wird dagegen zu Beginn der Partie noch keine Rolle spielen. Der Doppeltorschütze aus dem vergangenen Jahr war lange verletzt und hat auch diese Woche keine komplette Einheit mit der Mannschaft absolviert. Als Joker könnte der Angreifer dann doch zum Einsatz kommen. So wird mit großer Wahrscheinlichkeit Jan Thielmann zunächst auflaufen.

So könnte der FC gegen Leverkusen spielen

Timo Hübers

Jeff Chabot

Benno Schmitz

Dejan Ljubicic

Dejan Ljubicic

Justin Diehl

Jan Thielmann beim 1. FC Köln wieder eine feste Größe

Jan Thielmann

„Wir müssen sehen, dass wir uns ein wenig abkapseln können“

Das sagt Jan Thielmann zu Bayer Leverkusen, dem Abstiegskampf und seiner Position im Sturm.
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„Wir müssen sehen, dass wir uns ein wenig abkapseln können“

Wie schon unter Steffen Baumgart ist Jan Thielmann auch unter Timo Schultz Stammspieler und Leistungsträger beim 1. FC Köln. Allerdings spielt der Youngster aktuell im Sturm. In einem Interview verrät Thielmann, was er von der Position hält.

Sein Einsatz und sein Willen sind unermüdlich. Auch wenn der Ertrag noch überschaubar ist, ist der 21-Jährige einer der Leistungsträger beim 1. FC Köln. Das sagt Jan Thielmann zu Bayer Leverkusen, dem Abstiegskampf und seiner Position im Sturm.

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Mit seinen 21 Jahren ist Jan Thielmann einer der großes Hoffnungsträger beim 1. FC Köln. Und die Kölner Allzweckwaffe. Thielmann spielte unter Steffen Baumgart mal auf der rechten Seite offensiv, sogar mal defensiv. Aktuell setzt Timo Schultz den Youngster in der Sturmspitze ein. Auch wenn der Ertrag bislang überschaubar ist, für Thielmann ist der Positionswechsel kein großes Problem, wenn auch eine kleine Umstellung. „Der Größenunterschied von den Gegenspielern ist beachtlich. In der Innenverteidigung spielt man schonmal gegen die Zwei-Meter-Brocken“, sagte der Angreifer dem TV-Sender „Sky“. „Ich habe es in der Jugend auch schon gespielt, deswegen war es dann nur eine kleine Umstellung und mittlerweile kenne ich die Abläufe ganz gut.“

Jan Thielmann: „Die Intensität bleibt die gleiche“

Wie schon unter Steffen Baumgart ist Thielmann auch unter dem neuen Coach gesetzt. Und das, obwohl sich seit Anfang des Jahres einiges beim FC geändert hat. „Das Spiel ist unter Timo Schultz ein anderes. Die Intensität bleibt aber dennoch die gleiche“, sagt Thielmann. „Wir sind eine intensive Mannschaft, wir können viel laufen und unser Trainer hat das jetzt ein bisschen angepasst. Wenn wir jetzt noch viel laufen und die richtigen Laufwege machen, dann kann es noch besser werden.“ Doch Schultz hat sein Augenmerk auch auf die stabilere Defensive gelegt. „Wenn du defensiv gut stehst, hast du immer bessere Chancen, als wenn du hinten Gefahr läufst, dass du direkt das erste oder zweite Gegentor bekommst“, sagt Thielmann. „Deswegen ist es ein bisschen ein risikominimierteres Spiel als noch unter Steffen.“ 

Jan Thielmann: „Deswegen schauen wir, dass wir den Fans etwas zurückgeben können“

Doch ausgerechnet jetzt bekommen es die Kölner mit dem Spitzenreiter zu tun. „Das Duell gegen Leverkusen ist immer etwas besonderes. Ich glaube nicht nur für uns, auch für die“, sagt Thielmann. „Wir müssen schauen, dass wir das auf den Platz bekommen, was uns auszeichnet. Dann wird man sehen, was dabei rauskommt.“ Denn auch gegen Leverkusen ist der FC eigentlich zum Punkten verpflichtet. Acht Zähler Rückstand zum rettenden Ufer ist viel, zwei Punkte Vorsprung auf Mainz nicht wirklich. Zumal die Rheinhessen im Duell gegen Mönchengladbach vor einer vermeintlich lösbaren Aufgabe stehen. „Da unten wird des jetzt Woche für Woche enger. Wir müssen schauen, dass wir uns vielleicht sogar ein bisschen abkapseln können und nochmal Anschluss an die oberen Plätze haben können“, sagt der 21-Jährige. „Aber die Situation ist uns bewusst und wir müssen von Woche zu Woche schauen, dass wir punkten.“

Und das nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für die Fans. „In erster Linie ist ihnen wichtig, dass wir alles geben und für den Verein brennen. Auch wenn nicht immer alles klappt, sehen sie, dass wir für den Verein brennen. Deswegen schauen wir, dass wir den Fans schnell etwas zurückgeben können.“


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Die Kölner Chance liegt in der Brisanz

So will Timo Schultz gegen Leverkusen punkten.
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Die Kölner Chance liegt in der Brisanz

Wenn es nur nach dem Papier geht, hat der FC am Sonntag im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen nur eine geringe Chance auf Punkte. Doch genau diese wollen die Geißböcke nutzen.

Nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende blickt der FC-Coach optimistisch auf das anstehende Duell gegen Bayer. So will Timo Schultz gegen Leverkusen punkten.

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Marvin Schwäbe saß auf dem Rasen in der Leverkusener Arena und verstand die Welt nicht mehr. Der Keeper des 1. FC Köln war einmal mehr über sich hinausgewachsen, hatte einige Großkaliber entschärft und sich zumindest bei vielen Fans wieder in Sichtweite der Nationalmannschaft gebracht. Und doch prangte dort ein dickes 3:0 für die Werkself von der Anzeigetafel. Der 1. FC Köln hatte die volle Macht der Leverkusener an diesem Nachmittag zu spüren bekommen. Nur Dank der überragenden Partie des Kölner Torhüters erlebten die Kölner nicht schon Anfang Oktober das Debakel, das dann gegen Leipzig auf die Geißböcke wenige Wochen später wartete. Auch, wenn sich kein Feldspieler mit Ruhm bekleckerte, einen großen Vorwurf konnte man dem FC nicht machen: Leverkusen spielte einfach in einer anderen Liga.

Leverkusen ist in dieser Spielzeit unberechenbar

Eine Saisonhälfte später steht fest, dass der damalige Eindruck kein flüchtiger war. Und die Werkself spielt nicht nur aus Kölner Sicht einen Fußball aus einem höheren Regalfach. 33 Pflichtspiele in Folge ungeschlagen, mittlerweile acht Punkte Vorsprung auf die Bayern, dazu weitere Rekorde wie acht Liga-Siege in Serie – auch wenn es die Kölner Fan-Seele schmerzt, ist Leverkusen in dieser Spielzeit das Non plus Ultra der Liga. Am Sonntag könnte die Werkself den Vorsprung auf zehn Zähler ausbauen. Nicht umsonst wird sich Xabi Alonso im kommenden Sommer die Crème de la Crème Europas als künftigen Arbeitgeber aussuchen dürfen. Neben den Bayern und Real Madrid befinden sich auch der FC Liverpool und Manchester City in der Verlosung um die Gunst des Erfolgstrainers.

Die Vorzeichen vor der 77. Pflichtspiel-Auflage der Partie sind also eindeutiger denn je. 44 Punkte Vorsprung – noch nie war der Abstand der beiden Clubs vor einer Partie so groß. Leverkusen kassierte erst 16 Tore in der Spielzeit, der FC hat bislang 17 geschossen. Die Werkself lässt gerade mal sieben Schüsse und nur 0,4 Großchancen pro Spiel zu. Für die lahmende Kölner Offensive spricht also am Sonntag ebenfalls nicht besonders viel. Dagegen wird die Kölner Defensive bis aufs Höchstmaß gefordert sein. Bei keinem anderen Bundesligisten gibt es so viele unterschiedliche Torschützen. Das Spiel der Werkself ist mit Dreh- und Angelpunkt Florian Wirtz sowie den schnellen Außen wie Jeremie Frimpong, technischen Feingeistern wir Palacios und einem Stoßstürmer der Marke Patrik Schick oder dem verletzten Victor Boniface nicht ansatzweise berechenbar.

Rollenverteilung ist klar definiert

Auf dem Papier ist die Ausgangslage klar definiert, die Rollen klar vergeben, Leverkusen klar im Vorteil. Und doch warnt Alonso vor dem FC: „Wir erwarten ein sehr intensives Spiel in Köln. Es ist für beide Mannschaften ein wichtiges Spiel“, sagte der Leverkusener Trainer. „Wir respektieren Köln. Das Derby müssen wir mit klarem Kopf, aber auch mit viel Herz spielen.“ Kopf und Herz also – auch dem Spanier ist die Bedeutung der Begegnung durchaus bewusst. Es ist mehr als nur eine Phrase, dass das Nachbarschafts-Duell seine eigenen Gesetze hat. Der FC hat schon so manches Mal eine Serie der Leverkusener durchbrochen. Und auch auf der Pressekonferenz am Freitag betonte Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung, dass jede Mannschaft auch mal ein Spiel verlieren würde. Warum sollte also nicht der FC die erste Mannschaft sein, die Bayer schlägt.

Bei aller vermeintlichen Übermacht sieht auch Timo Schultz eine realistische Chance, Leverkusen wehzutun. Gerade aufgrund der lokalen Nähe und damit der Brisanz der Begegnung. „Ich glaube schon, dass es am Sonntag in unserem Stadion, mit unseren Fans im Rücken ein ganz spezielles Spiel werden wird. Das Spiel geht bei Null los. Wir haben die Möglichkeit, das Spiel siegreich zu gestalten“, so Schultz, der Leverkusen „ein Stück stärker“ als Stuttgart einschätzt, aber gleichzeitig auch warnte. „Wir werden aber schon eine sehr gute Leistung brauchen.“ Schon gegen den VfB Stuttgart hatte der FC in der Vorwoche bewiesen, was mit einer guten Leistung möglich ist. „Wir sollten schon das Selbstvertrauen haben, selbst aktiv zu sein, Leverkusen zu fordern. Wir dürfen ihnen nicht viele Räume geben.“

Timo Schultz: „Wir werden unseren eigenen Plan haben“

Den starken Auftritt der Mainzer gegen Leverkusen in der Vorwoche wollte der Coach nicht als Blaupause sehen. „Wir werden unseren eigenen Plan haben und unsere eigenen Ideen haben, wie wir Leverkusen wehtun können“, sagte Schultz. Die Spiele gegen Leverkusen und Gladbach wolle man ohnehin losgelöst der Tabelle sehen, betonte Kessler. Die Kölner Chance liegt also in der Brisanz der Begegnung. Dabei fielen die Frotzeleien der vergangenen Jahre eher gering aus. „Die Werkself ist diese Saison sehr gut unterwegs und der Favorit auf zwei große Titel, in meinen Augen auf das Double. Stand heute ist das eine Mannschaft, die diese beiden großen Titel im deutschen Fußball holen muss und vielleicht auch in der Europa League noch sehr weit kommt. Ich glaube, in Europa gibt es wenige Mannschaften, die solch eine Formkurve wie Bayer Leverkusen haben“, sagte Kessler, möglicherweise auch, um ein wenig Druck vom FC abzuleiten.

Die aktuelle Tabellensituation ist aber Druck genug. Gegen Leverkusen wird es am Sonntag jedenfalls mehr brauchen, als einen überragenden Torhüter.


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Kainz plötzlich nicht mehr unantastbar?

Steht Florian Kainz gegen Leverkusen in der Startelf?
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Kainz plötzlich nicht mehr unantastbar?

Lange hat Timo Schultz an seinem formschwachen Kapitän festgehalten. Vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen gibt es allerdings kein Treuebekenntnis für Florian Kainz. Spielt der 31-Jährige gegen Leverkusen von Beginn an?

Nach dem ordentlichen Auftritt gegen den 1. FC Heidenheim zu Beginn des Jahres befindet sich der Kapitän des 1. FC Köln wieder im Formtief. Steht Florian Kainz gegen Leverkusen in der Startelf?

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Die Statistik gegen den VfB Stuttgart war für Florian Kainz alles andere als erfreulich. Ganze 19 Ballkontakte, spielte zehn Pässe und führte vier Zweikämpfe – auch wenn der Kölner Kapitän zumindest nominell mit Jan Thielmann eine Art Doppelspitze einnahm, lief die Begegnung bei den Schwaben einmal mehr am Kölner Kapitän vorbei. Nur einmal fiel Kainz positiv auf, als Thielmann eine scharfe Hereingabe des Mittelfeldspielers nur knapp verpasste. Doch die schwache Begegnung gegen den VfB ist alles andere als nur ein schlechter Ausreißer, Kainz Auftritt am vergangenen Samstag reiht sich in die Spiele des bisherigen Saisonverlaufs gnadenlos ein. Im Derby gegen Gladbach überzeugte der Kölner Kapitän mit zwei verwandelten Elfmetern, gegen Heidenheim als Freigeist mit Vorarbeit zur Kölner Führung. Ansonsten war wenig in den bisherigen Spielen dabei, dass an die Form der vergangenen Spielzeiten erinnern.

FC-Trainer Timo Schultz: „Auch er ist aufgefordert, im Training Gas zu geben“

Und so stellt sich bei dem 31-Jährigen die Frage, inwiefern der Kölner Kapitän seinem FC in dieser Verfassung weiterhelfen kann. Wie Steffen Baumgart bereits zu großen Teilen in der Hinrunde hält auch Timo Schultz bislang an seinem Kapitän fest, sah bis zuletzt keinen Grund für eine Veränderung und stärkte dem Kapitän den Rücken. „Ich bin sehr froh, dass wie Florian Kainz hier haben, der sowohl im Training als auch im Spiel, gerade in Stuttgart, immer vorweg geht“, sagte Schultz am Freitag. „Er hat extrem viel investiert, auch im Spiel gegen den Ball. Seine Qualitäten würden noch viel mehr zum Tragen kommen, wenn wir mehr Ballbesitz haben, wenn wir mehr im letzten Drittel sind. Da muss er sich selber auch mehr in die Verantwortung nehmen, aktiver zu sein, noch spielbestimmender zu sein.“ Davon ist aber gegen Leverkusen ähnlich wie schon gegen den VfB Stuttgart nicht zwingend auszugehen.

Unantastbar scheint Kainz nun nicht mehr zu sein. „Grundsätzlich bin ich immer froh, wenn Kainzi auf dem Platz steht. Ich schließe aber auch nicht aus – und das gilt für jeden Spieler im Kader – dass er mal auf der Bank sitzt, oder mal nicht von Anfang an dabei ist“, sagte der Trainer. „Das hat häufig auch etwas mit der eigenen Form zu tun. Aber auch mit der Taktik, was erwartet uns für ein Gegner, wie soll unser eigenes Spiel aussehen?“ Gerade bei der Form hapert es beim Kapitän. Ob Schultz am Sonntag wieder mit Florian Kainz neben Jan Thielmann beginnt, ist mindestens fraglich. „Auch er ist aufgefordert, im Training Gas zu geben. Das macht er und dann ist er ein sehr sehr wichtiger Bestandteil als Kapitän unserer Mannschaft, den wir brauchen werden, um unsere Ziele zu erreichen.“ 


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