Aussortiert, Formkrise, Youngsters: Neuer Coach, neues Glück?

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Aussortiert, Formkrise, Youngsters: Neuer Coach, neues Glück?

Seit vergangenem Freitag läuft beim 1. FC Köln die Suche nach einem neuen Trainer. Nach zweieinhalb Jahren Steffen Baumgart eine Herausforderung, aber für einige Spieler eine neue Chance. 

In den vergangenen zweieinhalb Jahre hat Steffen Baumgart den 1. FC Köln geprägt wie nur wenige Trainer zuvor. Der 51-Jährige hat dem FC ein neues Gesicht gegeben und mit attraktivem Fußball aus der Kellerkind-Lethargie geholt. 1. FC Köln: Neue Motivation durch neuen Trainer?

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Christian Keller machte am vergangenen Freitag keinen Hehl aus dem Anforderungsprofil des neuen Kölner Trainers. „Wir haben eine klare Spielidee, die unter Steffen implementiert wurde. Diese Spielidee soll sich nicht verändern. Ganz im Gegenteil: Sie soll gestärkt und stabilisiert werden. Wir müssen also einen Trainer finden, der zu dieser Idee passt“, sagte Keller am Freitag. „Zudem muss der Trainer die Qualität in der Mannschaft sehen, die wir alle sehen – die sich auch die Spieler wieder zutrauen müssen, um in der Liga zu bleiben.“ Zudem wolle man auf junge Spieler setzen. Inwiefern diese Punkte aber am Ende zutreffen, ist fraglich. Zwar betonte der Sportdirektor, dass ihm bereits reichlich Trainer angeboten worden seien, dass die 1A-Lösung aber dabei ist, ist bislang eher unwahrscheinlich. Dennoch wird es einige Veränderungen bei den Kölnern geben. Und das offenbart auch neue Chancen.

Motivation als Schlüssel

So mögen Statistiken und Studien belegen, dass ein Trainerwechsel nur selten einen nachhaltig positiven Effekt mit sich bringt, eine kurzfristige motivierende Wirkung ist aber genauso belegt. Und die könnte einen nicht ganz unerheblichen Effekt gerade auf die kriselnden Leistungsträger haben. Auf Spieler wie Florian Kainz, der als neuer FC-Kapitän eigentlich topmotiviert in die neue Saison gegangen ist, sich aber seit dem ersten Pflichtspiel auf Formsuche befindet. In der Vorsaison mit 16 Punkten noch Topscorer, suchte Steffen Baumgart bis zuletzt krampfhaft und vergeblich nach der richtigen Position für den Mittelfeldmann. Krampfhaft auch der Versuch, möglichst viele Leistungsträger auf den Platz zu bringen, unabhängig ihrer Form und Eignung für die auserwählte Position.

Auch Dejan Ljubicic wirkte nach starkem Auftritt gegen Dortmund zunehmend verunsichert, war nur ein Schatten der vergangenen Saison, hatte keinen Einfluss auf das Spiel der Kölner. Ob Wechselgedanken dazu beigetragen haben, ist fraglich. Ljubicic ist Profi genug. Zwar war Luca Waldschmidt bislang sehr bemüht und insgesamt wohl auch der gefährlichste Part der Kölner Offensive, doch auch der 27-Jährige bleibt mit zwei Treffern und einen Assist hinter den zählbaren Erwartungen zurück. Ob der neue Trainer der richtige Motivator für das verunsicherte Team sein kann, wird sich zeigen. Mit diesen drei Spielern in Topform wäre dem FC auf jeden Fall sehr geholfen. 

Chance für ehemalige Stammspieler?

Eine neue Chance wird sich auf jeden Fall auch den Akteuren bieten, die ihren Stammplatz in den vergangenen Wochen verloren haben. So startete Benno Schmitz gesetzt in die neue Saison – sogar kommuniziert. Immerhin betonten die Kölner Verantwortlichen im Sommer, sie wollten einen weiteren Rechtsverteidiger als Backup für Schmitz verpflichten. Es wurde mit Rasmus Carstensen mehr als nur ein Konkurrent. Der Däne hat dem Routinier, der vor zwei Spielzeiten noch als der Kölsche Cafu gefeiert wurde, den Rang abgelaufen. Schmitz erhielt zuletzt nur noch wenig Spielzeit, stand zumindest gegen Freiburg wieder in der Startelf und machte seine Sache in der Defensive gut.

Auch Leart Pacarada hat seinen Stammplatz verloren. Nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig wetterte der Kölner Trainer gegen Spieler, die mit der falschen Körpersprache auf dem Platz unterwegs waren. „Ich habe zum ersten Mal in meiner Zeit hier eine solche Körpersprache erlebt. Da bin ich der Falsche. Körpersprache, Einstellung, Mentalität – all diese Dinge gehören im Fußball immer dazu. Wenn ich Körpersprache nicht auf den Platz bringe, dann habe ich ein Problem“, sagte der Trainer damals. Mögliche personelle Veränderungen trafen vor allem Leart Pacarada, der bis dato gesetzt war und nach dem Debakel nur noch auf 60 Minuten Spielzeit kam. Pacarada könnte möglicherweise von einem Wechsel der taktischen Ausrichtung profitieren. Immerhin spielte der 27-Jährige bei St. Pauli in der Dreierkette. Nicht wenige Experten hatten vor der Saison vermutet, dass der Abwehrspieler eher sogar Probleme mit Baumgarts Viererkette bekommen würde.

Neue Chance für Limnios und Co.?

Möglicherweise wittern nun aber auch Akteure, die unter Steffen Baumgart nahezu komplett außen vor waren, ihre Chance. Dimitrios Limnios erhielt unter dem 51-Jährigen keine Chance. Dabei waren gerade die Auftritte in den Testspielen – wenn auch meist gegen unterklassige Amateurteams – vielversprechend. Der Grieche sorgte auch in den Testspielen in der Vorbereitung für viel Wirbel, drängte sich auf und sah sich dennoch nie in der Nähe eines Einsatzes. Nicht umsonst wurde schon viel über einen Abschied des Mittelfeldspielers diskutiert. Zuletz vor vier Wochen, als das griechische Portal „Sporttime“ Limnios mit niederländischen und polnischen Klubs sowie Vereinen aus der 2. Bundesliga in Verbindung gebracht hatte. Auch andere Spieler wie Sargis Adamyan, Mathias Olesen oder Luca Kilian kamen unter Baumgart auf wenig Einsatzzeit – sicherlich auch bei dem ein oder anderen zu recht. Natürlich wird auch der neue Coach nach seinem Leistungsverständnis aufstellen. Das kann aber ein anderes sein als das von Steffen Baumgart.

Wie geht es weiter mit dem Nachwuchs?

„Wir können jetzt auch mal Dinge angehen, die man in einer normalen Situation vielleicht nicht angegangen wäre“, sagte Keller zum Thema „Nachwuchsarbeit“. „Vielleicht muss jetzt der Mut erzwungen werden, auch mal Spieler reinzuschmeißen, bei denen man normalerweise vielleicht gesagt hätte, sie sind nicht so weit.“ Der FC wird also notgedrungen auf den eigenen Nachwuchs setzen müssen. Selbst wenn Christian Keller betonte, dass ein Großteil seiner Akteure auch Verträge für die zweite Liga habe, ist fest davon auszugehen, dass einige Spieler den Verein verlassen werden. Zumal viele Verträge, wie zum Beispiel der von Benno Schmitz, 2024 auslaufen. Max Finkgräfe feierte in dieser Saison genauso wie Damion Downs sein Debüt. Gut möglich, dass ein neuer Coach auch schon in der Rückrunde einigen Youngsters den Einsatz bei den Profis ermöglicht. Zumal weitere Abgänge, wie bei Pierre Nadjombe, zuletzt spekuliert wurden.

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Bericht: Steht mit Pierre Nadjombe das nächste FC-Talent vor dem Absprung?

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Bericht: Steht mit Pierre Nadjombe das nächste FC-Talent vor dem Absprung?

Nach der Transfersperre darf der 1. FC Köln in den kommenden Transferperioden keine Spieler registrieren, die Sanktion gilt aber nicht für Abgänge. Nach einem Online-Artikel könnte Talent Pierre Nadjombe ein Kandidat sein.

Zwar darf der FC für ein Jahr keine neuen Spieler aufnehmen, abgeben darf der Klub Akteure aber sehr wohl. Das Online-Portal fussballeuropa.com berichtet von einem möglichen Weggang beim 1. FC Köln: Verliert der FC mit Pierre Nadjombe ein weiteres Talent?

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Laut dem Artikel werde der FC nach „aller Wahrscheinlichkeit“ Pierre Nadjombe verlieren. Der U21-Stammspieler der Kölner stehe demnach in Gesprächen mit einem Zweitligisten, die Verhandlungen seien „sehr konkret“. Der 20-jährige Nationalspieler der U23 von Togo kam in der Regionalliga West in jeder Begegnung zum Einsatz, nur zwei Mal von der Bank. Gegen den Spitzenreiter aus Bocholt erzielte der Rechtsverteidiger den 1:0-Siegtreffer, insgesamt kommt Nadjombe in dieser Saison auf zwei Tore und drei Assists. Der Kölner Youngster trainierte bereits bei den Profis mit und kam unter anderem in den Testspielen gegen Bergisch Gladbach und Reusrath auch zum Einsatz. Gegen Reusrath legte der Außenbahnspieler Sargis Adamyan sogar ein Tor auf.

Kommt der FC zu spät?

Doch laut Online-Artikel soll der Youngster schon bald für einen anderen Klub im Einsatz sein. Nadjombe strebe einen Wechsel in diesem Winter, spätestens im kommenden Sommer an. fussballeuropa.com berichtet weiter, dass Nadjombe aus dem Profitrakt nicht die nötige Rückendeckung und Unterstützung erhalte. Ähnlich wie bei Justin Diehl will laut Artikel auch Nadjombe seinen Vertrag bis Sommer 2024 nicht bei den Kölnern verlängern. Gerade angesichts der Transfersperre ein herber Schlag. Denn Nadjombe gilt als ein großes Talent auf der rechten Außenbahn, könnte in Zukunft eine wichtige Rolle auch bei den Profis spielen. Zumal der Vertrag von Benno Schmitz im kommenden Sommer ausläuft, genauso wie die Leihe von Rasmus Carstensen, für den der FC immerhin eine Kaufoption besitzt. Nadjombes Chancen auf eine Rolle bei den Profis stünde also gar nicht schlecht.

Erst auf der Pressekonferenz am vergangenen Freitag betonte Christian Keller, wie wichtig der Unterbau der Geißböcke in Zukunft angesichts des Registrierungsverbots sein werde. „Wir können jetzt auch mal Dinge angehen, die man in einer normalen Situation vielleicht nicht angegangen wäre“, sagte Keller zum Thema „Nachwuchsarbeit“. „Vielleicht muss jetzt der Mut erzwungen werden, auch mal Spieler reinzuschmeißen, bei denen man normalerweise vielleicht gesagt hätte, sie sind nicht so weit.“ Eine Äußerung, die der Sportdirektor durchaus in Bezug auf Baumgart gesagt haben dürfte, dem einige Fans zu wenig Mut gerade in Bezug auf die Youngster nachsagten. Eine wichtige Rolle werde dabei natürlich auch der neue Trainer spielen, betonte Keller.

Laut Artikel könnte der FC in dieser Hinsicht aber zu spät kommen. Demnach habe sich Nadjombe bereits für einen Wechsel fest entschieden, an der Entscheidung gäbe es „nichts mehr zu rütteln“. Wohin es den 20-Jährigen verschlägt, nennt fussballeuropa.com nicht. Das Online-Portal liga-zwei.de spekuliert bereits mit einem Wechsel zum VfL Osnabrück.

 

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Die Lichtblicke der Hinrunde

Jan Thielmann beim 1. FC Köln wieder eine feste Größe
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Die Lichtblicke der Hinrunde

Das Trainer-Aus und die Transfersperre in der vergangenen Woche rundeten ein ohnehin schon enttäuschendes Jahr 2023 ab. Bei aller Enttäuschung gab es aber auch Lichtblicke.

17. Tabellenplatz, zehn Punkte, zehn Tore, dazu die Transfersperre, kein Trainer und die horrenden Strafen für Pyrotechnik im Stadion – den 1. FC Köln hat es in dieser Hinrunde gefühlt auf allen Ebenen hart getroffen. Sportlich ist das Team nahezu in allen Mannschaftsteilen hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Und dennoch gab es auch positive Erscheinungen beim 1. FC Köln: Die Lichtblicke der Hinrunde.

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Auch wenn die Begegnung gegen den 1. FC Heidenheim bekanntlich erst im kommenden Jahr ausgetragen wird, ist die Hinserie der aktuellen Saison wohl in einer enttäuschenden, bis frustrierenden Kategorie einzuordnen. Eigentlich hatten die Kölner Fans, natürlich auch die Verantwortlichen, gehofft, solche Spielzeiten hinter sich gelassen zu haben. Doch die Landung auf dem Boden der Realität ist hart. Der FC ist in den vergangenen Wochen regelrecht abgeschmiert – sowohl sportlich als auch anderen Ebenen. Doch trotz der schlechten Hinserie gab es auch einige Lichtblicke.

Der eigene Nachwuchs

Max Finkgräfe: Noch in der vergangenen Saison hatte Christian Keller angedeutet, dass er in dem jungen Talent das größte Potenzial der Youngsters sieht. Der Außenbahnspieler bestätigte genau das und lieferte bereits in der Vorbereitung beeindruckend ab, war eine der positiven Erscheinungen des Sommers. Mutig spielte sich Finkgräfe in den Fokus und schon vor dem ersten Pflichtspiel gegen Osnabrück kündigte der damalige (!) Trainer Steffen Baumgart an, dass Finkgräfe vielleicht sogar ein wenig mehr als nur eine Ergänzung, eben auch mal ein Spieler der Startelf, werden könne. Das Debüt gab es eine Woche später gegen Borussia Dortmund. In der Schlussminute hätte sich Finkgräfe beinahe für seine engagierte Leistung auch belohnt. Mittlerweile kommt der 19-Jährige auf sieben Einsätze, die jüngsten beiden von Beginn an. Erst am vergangenen Freitag lobte Keller den Youngster einmal mehr und nannte ihn als gutes Beispiel für eine mögliche künftige Ausrichtung. 

Der eigentliche Königstransfer

Rasmus Carstensen: Der Däne ist der nicht mehr ganz so heimliche Königstransfer des vergangenen Sommers. Als der Name in einer ersten Meldung aufploppte, hatten ihn die meisten Fans und Experten gar nicht auf dem Schirm. Der Blick in die Statistik war dann alles andere als verheißungsvoll. Vier Mal war Carstensen in der Vorsaison für Genk aufgelaufen, spielte überhaupt keine Rolle bei seinem damaligen Arbeitgeber. Doch Keller setzte sich bei der finalen Entscheidung intern durch und landete einen guten Griff. Als Backup für Benno Schmitz gekommen, ist der 22-Jährige längst Stammspieler. Zwar fehlt auch dem Dänen in der bisherigen Spielzeit noch der Zug zum Tor, die letzte Präzision im finalen Drittel, dennoch könnte sich Carstensen als wahrer Glücksgriff entpuppen. Die Kölner haben den Rechtsverteidiger für ein Jahr ausgeliehen und dem Vernehmen nach eine Kaufoption in Höhe von 1.5 Millionen Euro vereinbart. Der 22-Jährige hat seinen Marktwert laut Gool.ai aber innerhalb weniger Monate von 1.2 Millionen Euro auf 6.8 in die Höhe geschraubt. Das Online-Portal prophezeit Carstensen bis zum Sommer 25 sogar einen Marktwert von zwölf Millionen Euro.  

Der Abwehrchef

Jeff Chabot: Schon in der vergangenen Spielzeit war der Innenverteidiger für den FC immens wichtig. In dieser Saison scheint sich der Abwehrspieler noch einmal verbessert zu haben. Gegenüber der Vorsaison konnte Chabot seinen Zweikampfwert um vier Prozent auf mittlerweile 68 steigern. Er ist in dieser Kategorie der beste deutsche Innenverteidiger. Auch seine Passquote hat der 25-Jährige noch einmal auf 88 Prozent nach oben geschraubt. Chabot ist bei den Kölnern unumstrittener Abwehrchef und einer der wenigen Feldspieler, die zum Großteil der Hinrunde ablieferten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass auch der Innenverteidiger in einigen Spielen kräftig wackelte. Mit seiner Gelb-Roten Karte gegen Freiburg hat der Abwehrspieler den Kölnern zudem einen Bärendienst erwiesen. Durch seine Leistungen scheint Chabot Interesse geweckt zu haben. Unter anderem sollen Premier-Klubs an dem 25-Jährigen interessiert sein. Laut dem Portal transfermarkt.de ist Chabot mittlerweile der zweitwertvollste FC-Spieler (9 Millionen Euro) hinter Dejan Ljubicic.

Der Rückhalt

Marvin Schwäbe: Die Europameisterschaft im kommenden Jahr wird mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Marvin Schwäbe stattfinden. Die Konkurrenz des Kölner Keepers ist einfach brutal groß. Zu der Länderspielreise im November berief Bundestrainer Julian Nagelsmann Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) und Janis Blaswich (RB Leipzig). Die beiden gesetzten Keeper Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) und Manuel Neuer (Bayern München) waren gar nicht erst dabei. Doch der Kölner Keeper gehört in dieser Saison wieder zu den besseren Torhütern der Liga. Schwäbe vereitelte in der bisherigen Hinrunde bereits 21 Großchancen. Kein anderer Keeper kommt auch nur annähernd auf einen ähnlich gut Wert. Auf Rang zwei liegt Marcel Schuhen mit 16. Insgesamt wehrte der Kölner Torwart bereits 57 Schüsse ab und liegt damit ebenfalls auf einem Top-Platz der Liga. Gerade in den Begegnungen gegen die Bayern, Bochum und Leverkusen verhinderte Schwäbe mit überragenden Paraden Schlimmeres. Der Keeper ist der konstante Rückhalt in dieser Saison.

Der Hoffnungsträger

Jan Thielmann: Der Pechvogel des Sommers ist wieder zurück im Kader des 1. FC Köln. Im Sommer hatte sich der Offensivspieler in der Vorbereitung auf die U21-EM eine muskuläre Verletzung zugezogen und war monatelang ausgefallen. Ausgerechnet Thielmann, dem einige Experten eine starke Karriere voraussagen. Schon im Pokal gegen Lautern ließ der 21-Jährige nach wenigen Sekunden aufblitzen, warum viele Fans so viel Hoffnung in das Eigengewächs stecken. Thielmann hat sich umgehend auf der rechten Seite festgespielt und verkörpert genau die Eigenschaften, die es im Abstiegskampf braucht: Wille, Körpersprache und Leidenschaft. Zudem scheint der Youngster kaum zu bremsen – und das unabhängig seiner Position. Unter anderem gegen die Bayern lief der Offensivspieler sogar auf der rechten Abwehrseite auf.

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Dieser Deal platzte offenbar aufgrund der Transfersperre

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Dieser Deal platzte offenbar aufgrund der Transfersperre

Nur wenige Tage nach der bestätigten Transfersperre gegen den 1. FC Köln taucht der erste Name eines offenbar geplatzten Deals auf. Wie slowenische Medien berichten, soll Žan Celar vom FC Lugano ein Ziel der Kölner gewesen sein.

Trotz der damals noch drohenden Transfersperre haben die Kölner Verantwortlichen in den vergangenen Wochen mit Hochdruck an Verstärkungen gearbeitet. Sowohl Christian Keller als auch Ex-Coach Steffen Baumgart betonten mehrfach, man habe seine Hausaufgaben gemacht, zweigleisig geplant. Nach dem bestätigten Urteil stoppten die Gespräche mit dem 1. FC Köln: Dieser Deal platzte offenbar aufgrund des Urteils.

Foto: JURE MAKOVEC/AFP via Getty Images

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Die bittere Nachricht folgte am vergangenen Donnerstag, wenige Minuten nachdem der FC die Trennung von Steffen Baumgart bekannt gegeben hatte. Der internationale Sportgerichtshof hat die Transfersperre gegen den FC bestätigt. „Was für eine Scheiße, auch das noch an diesem Tag“, waren laut Christian Keller die ersten Worte des Sportdirektors, nur eine Minute später sei die Stimmung aber schon wieder auf Angriff gewesen. Doch der Angriff wird mit stumpfen Schwertern gefochten – zumindest bei der direkten Kaderplanung und auf dem Transfermarkt. Denn die Sperre gegen den 1. FC Köln gilt ab dem Moment des Schuldspruchs, den Kölnern sind in Sachen Neuverpflichtungen bereits jetzt schon die Hände gebunden. Dabei scheint es durchaus interessante Namen und offenbar auch schon weit gediehene Gespräche gegeben haben.

Vier Millionen für Žan Celar?

Wie slowenische Medien unter anderem das Portal nogomania.com berichten, stand der FC vor der Verpflichtung des Stürmers Žan Celar vom FC Lugano. Das Interesse soll „ernsthaft“ gewesen sein. Demnach waren die Geißböcke bereit, drei bis vier Millionen Euro für den Angreifer zu zahlen. Das Online-Portal gool.ai berechnet den Marktwert des Angreifers auf 6 Millionen Euro. Für den Schweizer Erstligisten erzielte der Slowene zehn Tore in 26 Spielen. Für Celar sei der Deal von Interesse gewesen, um sich noch einmal in der Bundesliga in den Fokus der Nationalmannschaft zu spielen. Slowenien nimmt an der EM in Deutschland teil, trifft unter anderem in der Gruppenphase auf England. Der Deal sollte laut slowenischer Medien in der Wintertransferphase finalisiert werden.

Wie berichtet, darf der FC zwei Transferperioden lange keine Spieler neu registrieren. Allerdings gilt die Sperre ab sofort und bis zum Beginn der nächst möglichen Transfersperre im Januar 2025. Der 24-jährige Mittelstürmer hätte in Anforderungsprofil der Kölner gepasst. Doch die Spielersuche ist dahin, Keller wird seinen Angriff nun Richtung neuer Trainer ausrichten müssen.

 

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Warum der Trainerwechsel auch ein wenig Hoffnung birgt

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Warum der Trainerwechsel auch ein wenig Hoffnung birgt

Mit der 0:2-Pleite bei Union Berlin endete die Ära Steffen Baumgart beim FC. Die Geißböcke begeben sich als 17. auf Trainersuche. Studien belegen, dass der Einfluss eines Trainerwechsels ohnehin nicht besonders groß ist. Und doch birgt er auch eine gewisse Hoffnung.

Seit Freitag befindet sich der 1. FC Köln auf der Suche nach einem neuen Trainer. Studien belegen, dass ein Wechsel des Übungsleiters nur selten einen nachhaltigen Einfluss auf die Ergebnisse einer Mannschaft hat. Keine gute Aussichten also für den 1. FC Köln: Warum der Trainerwechsel aber dennoch Hoffnung macht.

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Der Abschied von Steffen Baumgart wiegt auch nach einigen Tagen noch schwer. Der 51-Jährige hat einen bleibenden Eindruck beim FC hinterlassen. Doch der Blick ist bei den Kölnern bereits nach vorne gewandt. Auch, wenn Christian Keller bei der Pressekonferenz eine durchaus interessante Wortwahl diesbezüglich fand, bleibt den Kölner Verantwortlichen tatsächlich nicht viel Zeit für die Suche. Das Anforderungsprofil ist ausgearbeitet und klar benannt. „Wir haben eine klare Spielidee, die unter Steffen implementiert wurde. Diese Spielidee soll sich nicht verändern. Ganz im Gegenteil: Sie soll gestärkt und stabilisiert werden. Wir müssen also einen Trainer finden, der zu dieser Idee passt“, sagte Keller am Freitag. „Zudem muss der Trainer die Qualität in der Mannschaft sehen, die wir alle sehen – die sich auch die Spieler wieder zutrauen müssen, um in der Liga zu bleiben.“ Außerdem solle der neue Trainer auch mit jungen Spielern gut können.

Trainerwechsel machen oft keinen Unterschied

Die Suche wird also keine leichte werden. Er halte sich alle Optionen offen, erklärte der Sportdirektor auf die Frage, ob auch eine interne Lösung eine realistische sei. Dennoch hat sich am Freitag eine Art Aufbruchstimmung angedeutet. Dabei ist die Sinnhaftigkeit hinter einem Trainerwechsel durchaus fraglich. Zahlreiche Studien renommierter Sportwissenschaftler belegen, dass sich die Auswirkungen auf den Erfolg einer Mannschaft in Grenzen halten. Unter anderem untersuchte Professor Andreas Heuer von der Uni Münster mehr als 150 Trainerwechsel über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren. In die Analyse gingen jeweils die zehn Spieltage vor und die zehn Spieltage nach dem Wechsel ein. Das Ergebnis war recht eindeutig. Egal ob der Trainer gewechselt wurde oder nicht, unterm Strich gab es keinen signifikanten Unterschied.

Eine große Wahl hatten die Kölner wohl ohnehin nicht. Nach den veröffentlichten Stimmen der Beteiligten folgte der Wechsel offenbar auf einen Impuls des Trainers. Dennoch sind nach den Studien die Aussichten also für den neuen Coach und den 1. FC Köln keine besonders guten. Zumal sich das spielende Personal, das in der bisherigen Spielzeit erst zehn Punkte einsammelte, in den kommenden Monaten aufgrund der Transfersperre nicht verbessern wird. Der neue Coach muss mit dem aktuellen und verunsicherten Kader das Unterfangen Klassenerhalt angehen, den Worten Kellers folgend wohl auch auf den ein oder anderen Nachwuchsspieler setzen. Gerade in der Offensive fehlte zuletzt die Fantasie, wie sich die Geißböcke verbessern sollten.

Trainerwechsel kann aber für Motivationsschub sorgen

Und doch birgt der Trainerwechsel durchaus Hoffnung. „Steffen hat letzten Endes gesagt, dass es für ihn schwer ist, die Mannschaft aus der Situation noch herauszuziehen und vorwegzugehen, wie er es immer getan hat. Wenn nicht alle der vollen Überzeugung sind, haben wir gesagt, dass es der richtige Zeitpunkt ist, um offen, ehrlich und respektvoll zu sagen, dass wir die Herausforderung dann in einer neuen Konstellation angehen“, erklärte Christian Keller. Baumgart war offenbar nicht mehr in der Lage, mit der richtigen Motivation für mehr Sicherheit und Selbstvertrauen bei den Spielern zu sorgen – selbst wenn die ersten 60 Minuten gegen Union Berlin bis ins letzte Drittel recht vielversprechend waren. Laut den Ergebnissen von Heuer kann gerade ein psychologischer Schub aber eine kurzfristige Rolle spielen.

Immer wieder hatten die Kölner Verantwortlichen in den vergangenen Monaten betont, dass sich bei den Spielern mittlerweile auch etwas im Kopf abspiele. Kein Wunder, beim Blick auf die Tabelle. „Negative Ergebnisse verbunden mit negativen Erlebnissen können das Selbstvertrauen beeinträchtigen und gleichzeitig Einfluss auf die Motivation nehmen. Das kann sich wiederum negativ auf die Leistung auswirken, da Zweifel und Ängste die Überzeugung an die eigenen Fähigkeiten erschüttern können“, erklärte auch der sportpsychologische Berater Thorsten Loch gegenüber come-on-fc.com. „„Die Gefahr, nach einer Niederlagenserie in eine Abwärtsspirale zu fallen, ist durchaus vorhanden“, erklärt Loch und: „Man reibt sich auf, strengt sich an und dennoch belohnt man sich nicht und steht am Ende mit leeren Händen da.“

Genau so werden sich die Kölner Akteure in den vergangenen Wochen gefühlt haben. Ein neuer Trainer kann einer Mannschaft gerade in dieser Hinsicht durchaus einen anderen Impuls geben. So gibt es in der Psychologie zum Beispiel den Begriff des Honeymoon-Effekts, der auf den Sport adaptierbar ist. Gerade Akteure, die zuletzt eher außen vor waren oder kritisiert wurden, zeigen sich dementsprechend mehr, scheinen motivierter, die Leistung innerhalb der Mannschaft steigert sich. Ob das aber ausreicht, um den FC wieder auf die Erfolgsspur zu heben, muss sich erst noch zeigen.

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Social Media: Fangemeinde gespalten – ein Teil macht mobil, ein anderer unterstützt

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Social Media: Fangemeinde gespalten – ein Teil macht mobil, ein anderer unterstützt

Baumgart-Aus, Abstiegsplatz, CAS-Urteil und eine heiß diskutierte Pressekonferenz – die vergangenen Tage boten für die Fans des 1. FC Köln wahrlich nicht viel Grund zur Freude. Einige Fans machen auf Social Media mobil und fordern den Rücktritt der FC-Bosse. Doch es gibt auch eine andere Stimmungslage.

Auf Social Media laufen die Diskussionen um die Verantwortung und deren Übernahme zur Lage des 1. FC Köln besonders nach der Pressekonferenz von Freitag nach wie vor auf Hochtouren. Die Meinungen sind zwischen Rücktrittsforderungen bis hin zu vollständiger Unterstützung breit gefächert. Die Stimmung bei den Fans ist gespalten, von Einigkeit keine Spur. Social Media: Christian Keller wird heiß diskutiert.

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Eigentlich sollten die Tage vor Weihnachten eine besinnliche, versöhnliche und friedvolle Zeit sein, die das Jahr 2023 ausklingen lassen. Beim 1. FC Köln hingegen ist nicht nur der weihnachtlich geschmückte Tannenbaum in Schieflage geraten. Er steht symptomatisch für die Stimmung im und rund um das Geißbockheim. Denn trotz der bisher desaströsen Punkteausbeute hat die Kölner Fan-Gemeinschaft noch mehrheitlich hinter der Mannschaft und vor allem dem Trainer gestanden. Nach den schweren Stürmen des Trainerweggangs, dem Abstiegsplatz vor der Winterpause und dem harten Urteil des CAS sowie der Pressekonferenz am Freitag, haben die Diskussionen in den Sozialen Medien verständlicherweise noch einmal beachtlich zugenommen und bilden damit wohl einen Gradmesser des aktuellen Gemütszustands rund um den Verein : in Schieflage und dabei gespalten.

Fangemeinde des 1. FC Köln macht mobil

So wurden bereits in den vergangenen Wochen die Rufe nach einem Wechsel in der Vereinsführung lauter. Nach Einschätzung einiger Fans in den Sozialen Netzwerken gibt es nur einen Hauptverantwortlichen des Desasters, dessen Namen immer öfter mit dem Wunsch nach einem Rücktritt genannt, wenn nicht sogar gerufen wird: Christian Keller. Und nun machen die Fans in den Foren mobil. Die Möglichkeit der Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wird genauso heiß diskutiert wie deren Sinnhaftigkeit. Ein weiterer Schritt ist eine Online-Petition, die dazu aufruft, mit einer Unterschrift die „sofortige Entlassung von Keller“ zu fordern. In der Beschreibung zur Petition wird die Führung des Vereins als das „wahre Problem“ benannt. Darüber hinaus stünde die Existenz des Vereins auf dem Spiel, heißt es. Die Petition wird in den Sozialen Medien aber auch seht kritisch betrachtet. Andere Fans erwarten von Keller und Co. nun die „richtige Antwort“, eine Reaktion, Verantwortung.

Gespaltene Fanmeinungen auf Social Media

Zusätzlich wird auf Social Media die Möglichkeit der Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gefordert. Laut Satzung und Beitragsordnung reiche ein „schriftliche[r] Antrag von fünf Prozent der Mitglieder des Vereins, berechnet nach der vom Verein veröffentlichten Mitgliederzahl zum Ende des dem Antrag vorangehenden Geschäftsjahrs, wobei 1.000 Mitglieder in jedem Falle“ aus. Der Sinn hinter einer solchen Versammlung wird allerdings ebenfalls sehr kontrovers diskutiert. Neben den Initiatoren und Unterstützern gibt es Gegenstimmen, die der Meinung sind, dass nun ein Zusammenstehen als geschlossener Verein die einzige Lösung sein könne, man vollständige Unterstützung leisten müsse und der sportlichen Leitung alles weitere überlassen solle. Andere Fans erklären bis „zur letzten Sekunde“ hinter dem FC zu stehen, aber nicht hinter handelnden Personen, die dem FC Schaden zufügen würden. Die Stimmung ist also auch im Fanlager in Schieflage geraten.

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2023: Ein Jahr mit wenigen Höhen, aber folgeschweren Tiefen

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2023: Ein Jahr mit wenigen Höhen, aber folgeschweren Tiefen

Der Auftakt war fulminant, der Absturz hätte nicht fataler sein können. Der FC blickt auf ein Jahr mit wenig Höhen, aber erschreckenden Tiefen zurück. Pünktlich zu Weihnachten hängt der Haussegen am Geißbockheim mächtig schief.

In Schieflage ist er geraten, der Weihnachtsbaum vor der Geschäftsstelle des 1. FC Köln und das erwartungsgemäß am „schwarzen Donnerstag“. Schief, vor allem aber symptomatisch stand der Baum für den traurigen Abschluss einer durchwachsenen Saison, einer Achterbahnfahrt für den 1. FC Köln: Es war eine Spielzeit mit wenigen Höhen, aber vielen und erschreckenden Tiefen. 

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Es war ein Befreiungsschlag, ein beeindruckender zugleich und der dann auch noch zum Auftakt des Jahres. Auf die bis dato abgelieferte Saison hätte er nicht besser folgen können. 7:1 fertigten die Kölner Werder Bremen ab. Vor der verfrühten WM-Pause hatte der FC in der Liga einen Zähler aus fünf Spielen eingefahren, war auf den 13. Tabellenplatz abgeschmiert. Köln hatte in den fünf Begegnungen ganze zwei Treffer erzielt, aber zwölf kassiert – symptomatisch für die Sturmflaute befand sich in den Köpfen der Fans noch der klägliche Versuch von Sargis Adamyan gegen Hertha. Auch aufgrund der schwachen Torausbeute hatte der FC mit Davie Selke nochmal nachgebessert. Held des Abends wurde mit zwei Treffern aber Steffen Tigges, der unter anderem aus knapp 50 Metern einnetzte. Ein Erfolg zur rechten Zeit und ein Erfolg, der offensichtlich motivierte. Denn Köln punktete gegen Bayern, Schalke, Leipzig und Frankfurt. Der FC belegte Rang elf, vier Punkte hinter den europäischen Plätzen. Köln konnte sich mit internationalen Träumen in dem Karneval verabschieden.

Erste Baumgart-Krise, Post von der Fifa

Doch der Kater war groß. Es folgte ein Zähler aus fünf Spielen, eine derbe 1:6-Klatsche gegen den BVB und die erste ernsthafte Krise für Steffen Baumgart. Erstmals wurde der Kölner Coach von einigen Fans in Frage gestellt, wirkte angezählt. Der Zauber der vergangenen zwei Jahre schien verloren. Die Diskussion geriet aber vollkommen in den Hintergrund, war plötzlich gefühlt nichts gegen das anstehende Fiasko, gegen den Beginn des grausamen Jahresendes: die Transfersperre. Die Fifa hatte zugeschlagen, den FC mit einem Registrierungsverbot für zwei Perioden belegt. Die FIFA warf dem FC in Bezug auf den Spieler Jaka Potocnik Anstiftung zum Vertragsbruch vor. Die Kölner hatten den jungen Spieler nur einen Tag nach dessen Kündigung bei Olimpija Ljubljana unter Vertrag genommen. Der FC legte Einspruch ein. 

Emotionaler Abschied der FC-Ikonen

Immerhin zeigten die Kölner eine sportliche Reaktion. Die Achterbahnfahrt ging wieder aufwärts. Und als der Klassenerhalt gefühlt in trockenen Tüchern steckte, bewahrheitete sich der nächste Rückschlag. Emotional verabschiedete sich Joans Hector von seinen Mitspielern, erklärte den Rücktritt zum Ende der Saison und verkündete damit das Ende seiner Karriere. Kurz darauf gab Timo Horn seinen Abschied bekannt, später folgte auch Ellyes Skhiri. Der Aderlass durch die Abgänge des Kapitäns und des Tunesiers war abzusehen. Zwar wollten die Kölner Verantwortlichen zu diesem Zeitpunkt bereits Ersatz suchen und finden, die Hände waren dem FC aber aufgrund der Transfersperre gebunden. Und wie sich zeigte hatte diese aus Kölner Sicht auch schnell Folgen. Während Hector und Horn nach dem Duell gegen die Bayern emotional verabschiedet wurden, sprangen wohl die ersten sicher geglaubten Neuzugänge wieder ab. Das Thema vor dem Trainingsauftakt zur neuen Saison hieß etwa Benedict Hollerbach. Der Außenbahnspieler wechselte schließlich zu Union Berlin, obwohl man sich mit ihm schon ziemlich einig war.

Desolater Saisonauftakt

Doch es gab Neuzugänge, einen namhaften noch dazu. Luca Waldschmidt wurde als Königstransfer aus dem Hut gezaubert, unmittelbar nachdem der Sportgerichtshof die Sperre ausgesetzt hatte. Dazu verpflichteten die Kölner einige junge und einige weniger junge Spieler, die erfolgsversprechend erschienen, den Beweis in der verkorksten Saison bislang aber weitestgehend schuldig geblieben sind. Der FC startete vielversprechend in die Testspiele der Vorbereitung und mit einem Zittersieg über Osnabrück in die Pflichtspielphase. Nachdem es unglücklich keine Punkte gegen Dortmund gab, rutschte die Leistung der Kölner Spieler aber zunehmend ab, es wurde immer mehr zu einer Kopfsache. Und obwohl es erste Anzeichen gab, dass der Kader in der Breite nicht gut genug erschien, sich zudem mit Davie Selke und erneut Mark Uth Hoffnungsträger verletzten, zudem die Transfersperre nach wie vor im Raum stand, wurde auf dem Transfermarkt nicht mehr nachgebessert. Abgesehen von dem 3:1-Erfolg im Rheinderby gab es wenig Grund zur sportlichen Freude. Und auch dort profitierten die Kölner unter anderem von zwei (eigentlich drei) Elfmetern.

Erste Risse und das Ende einer kurzen Ära

Immerhin hatten die Kölner Verantwortlichen bis dahin auf den schweren Saisonauftakt verweisen können, der allerdings mit dem desolaten Auftritt beim 0:6 gegen Leipzig ein Ende gefunden haben sollte. Der schwere Saisonauftakt war passé, die Krise aber noch lange nicht. Von den von Baumgart ausgerufenen Endspielen gewann Köln nur eins. Und in Steffen Baumgart reifte sichtbar die Idee, dass er doch nicht für jede Situation eine Lösung parat hatte. Der Kölner Coach wirkte zunehmend ratlos, reagierte mitunter dünnhäutig und traf für ihn untypische Personalentscheidungen. Zudem gab es zunehmend Anzeichen, dass der kolportierte gemeinsame Weg, nicht ganz so gemeinsam war. Schon im Sommer hörte sich die Tonlage bei Baumgart und Keller in Bezug auf Neuverpflichtungen unterschiedlich an. Spätestens nach Baumgarts deutlichen Worten zur Transferpolitik war das Verhältnis zwischen ihm und seinem Sportdirektor aber belastet.

Nach dem 0:2 gegen Union Berlin deutete sich dann auch das Ende der Beziehung zwischen Baumgart und dem 1. FC Köln an. Keine 24 Stunden später kam es zur erwarteten Trennung, von der nach den Worten der Beteiligten ein Steffen Baumgart wohl eher überzeugt war, als Christian Keller. Damit endete die Ära Steffen Baumgart beim 1. FC Köln nach nur zweieinhalb Jahren. Eine besondere Ära, die aus der Sicht der meisten Fans viel zu früh zu Ende ging. Das Trainer-Aus war gerade kommuniziert, da folgte die Hiobsbotschaft aus Lausanne. Die Transfersperre war bestätigt, das Fiasko perfekt.

Was bleibt?

Der FC steht wohl vor dem größten Scherbenhaufen der Vereinsgeschichte. Scherben, die durch Fehleinschätzungen, Fehlbewertungen entstanden sind. Die Kölner haben ihre Spielidee und den schwächelnden Kader an einen Trainer geknüpft, von dem man geglaubt hat, er könne Wunder vollbringen, eben sämtliche Spieler zur Bundesligatauglichkeit entwickeln. Nun ist Baumgart nicht mehr da und die Kölner Verantwortlichen befinden sich in der misslichen Lage, einen Trainer finden zu müssen, der mit dem vorhandenen Kader das Wunder Klassenerhalt vollbringen soll, aber in den kommenden beiden Transferperioden keinen einzigen Spieler verpflichten darf. Das ist nochmal besonders bitter, weil die Transferhistorie unter Keller keine besonders glückliche ist. Die FC-Bosse sind angezählt, haben im Kampf um die Transfersperre, in Personalentscheidungen und auch im Umgang mit der Pyrotechnik im Stadion erstaunlich viele Fehler gemacht, für die sie in erstaunlich wenigen Fällen die Verantwortung übernommen haben. Wenig Geld, kein Trainer, keine Neuzugänge – was die restlichen Tage des Jahres noch für Überraschungen bereithalten, bleibt abzuwarten. Der Haussegen hängt an Weihnachten am Geißbockheim mächtig schief, mindestens genauso schief wie die Tanne vor der Geschäftsstelle.


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Das bedeutet die Transfersperre für den Kölner Kader

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Das bedeutet die Transfersperre für den Kölner Kader

Nur wenige Minuten nach dem offiziellen Aus von FC-Trainer Steffen Baumgart erfuhren die Kölner Verantwortlichen von der Bestätigung der Transfersperre. Laut Christian Keller sieht man darin nun aber auch eine Herausforderung. Doch wie kann der FC diese überhaupt bestreiten? Wir haben die Fragen und Antworten gesammelt.

Nun ist sie also da. Die Transfersperre gegen den 1. FC Köln – Wir haben Fragen und Antworten gesammelt.

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Die Bombe platzte am Donnerstagnachmittag – nur wenige Minuten nachdem der FC die Trennung von Steffen Baumgart bekannt gegeben hatte, trudelte die E-Mail aus Lausanne ein: Transfersperre bestätigt, der FC darf ein ganzes Jahr lang keine Spieler verpflichten – und das in der aktuellen sportlichen Situation. „Ach du Scheiße“, waren die ersten Worte, die Christian Keller in den Sinn kamen, erklärte der Sportdirektor am Freitag auf der Pressekonferenz. Dann habe er den Blick aber umgehend nach vorne gerichtet, getreu dem Motto „jetzt erst recht“. Genau diesen Kampfgeist werden die Kölner Verantwortlichen in den kommenden Monaten auch bitter nötig haben, denn der FC steht vor einer herausfordernden Zeit. Die akute Schieflage wird jedenfalls nicht durch neue Spieler wieder auf die richtige Bahn geschoben. Tatsächlich droht den Kölnern der sportliche Super-Gau.

Wie ist die aktuelle Vertragssituation?

Die Kölner Verantwortlichen sehen das erwartungsgemäß anders. Man schwimme nicht, erklärte FC-Präsident Werner Wolf am Freitag. Vielmehr habe man sich auf jegliche Szenarien vorbereitet. So ergänzte Keller habe man bewusst die Verträge der Leistungsträger frühzeitig verlängert. Das gilt für Spieler wie Marvin Schwäbe, Timo Hübers, Davie Selke oder Jan Thielmann. Auch Jeff Chabot verfügt nach seinem festen Kauf noch über einen langfristigen Kontrakt – genauso wie Eric Martel. Bis 2025 laufen noch die Verträge von Akteuren wie Florian Kainz, Mark Uth, Linton Maina oder Dejan Ljubicic. Gerade letzterer wird im Winter nun wohl nicht verkauft werden können. Ob er dann im Sommer als Transferkandidat gilt, ist angesichts der Konstellation ebenfalls fraglich. Es wäre vermutlich die letzte Chance, dass der FC für seinen wertvollsten Spieler noch einmal richtig abkassieren kann. Welche Verträge für die 2. Bundesliga gelten, ist indes nicht bekannt. Bei einem Abstieg würden aber mit großer Sicherheit einige Spieler den Klub verlassen. Die Verträge von Philipp Pentke, Dominique Heintz und Benno Schmitz laufen zudem im kommenden Sommer aus. Vertragsverlängerungen haben per se nichts mit der Strafe zu tun.

Wie geht es weiter mit den Leihspielern?

Aktuell verfügt der FC über fünf Spieler, die an andere Klubs verliehen sind. Die Transfersperre hat keinen Einfluss auf diese Akteure, sie können alle problemlos zum FC zurückgeholt und bei Bedarf die Verträge auch verlängert werden, allerdings erst mit dem Ende des Leihvertrags. „Fünf Leihen auf einmal ist schon relativ viel. Natürlich haben wir diese Spieler verliehen, damit sie im Sommer 2024 zurückkommen und um einen Bundesligaplatz konkurrieren werden“, sagte Keller am Freitag. „Sie werden alle im Sommer zurückkommen und dann schauen wir, wie weit sie sind.“ Die Leistungen sind – wenn auch in unteren Ligen – durchaus ordentlich. Torwart Jonas Urbig blieb bei Greuther Fürth in acht von 16 Spielen zu Null – Liga-Bestwert. Der Keeper würde dem FC in der aktuellen Situation aber ohnehin nicht weiterhelfen. Tim Lemperle, ebenfalls an Fürth verliehen, würde schon eher ins Muster passen. Der Angreifer hat in dieser Saison schon vier Tore erzielte und drei vorbereitet.

Marvin Obuz kommt bei RWE auf vier Tore und sechs Vorlagen – allerdings in Liga drei. Für Maxi Schmid läuft es bei Roda Kerkrade ebenfalls gut, er traf bereits vier Mal, legte zwei Tore auf. Und auch Innenverteidiger Nikola Soldo hat sich beim 1. FC Kaiserslautern festgespielt. Allerdings wäre eine verfrühte Rückkehr auch ohne Transfersperre nur bei einer entsprechenden Klausel im Vertrag möglich. „Wir haben ganz bewusst keine Rückhol-Möglichkeit für den Winter eingeräumt, weil es um die Entwicklung der Spieler geht“, sagte Keller. „Ein junger Spieler braucht schon ein wenig Zeit. Alle fünf Spieler haben impact auf ihre Mannschaft, trotzdem wird es für ihren Entwicklungsprozess besser sein, wenn sie die vier Monate noch mitnehmen.“ Ohnehin glaubt Keller nicht, dass einer der Spieler, trotz ihrer Qualität, das Zeug zum „Heilsbringer“ habe.

Darf der FC die geliehenen Spieler fest verpflichten?

Ja. Bei der Sperre geht es ausschließlich um Neu-Registrierungen. Dazu zählt technisch und formell auch die feste Verpflichtung eines bislang geliehenen Spielers, der beim Auslaufen des Vertrags rein rechtlich zurück zu seinem Verein und bei dem dann (wieder) aufnehmenden Klub ein neues Arbeitspapier unterschreiben muss. Obwohl es sich also um eine Neuregistrierung handelt, erlaubt die FIFA dieses Vorgehen ausdrücklich. Akteure wie Luca Waldschmidt oder Rasmus Carstensen dürfen die Kölner festverpflichten. Dem Vernehmen nach liegt in den meisten Fällen der Leihspieler ja auch eine Kaufoption vor. Bei Carstensen soll sie bei 1.5 Millionen Euro liegen, bei Luca Waldschmidt bei rund vier Millionen.

Was ist mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs?

Darin liegt offenbar die große Hoffnung der Kölner. „Wir können jetzt Dinge angehen, die wir in einer normalen Situation nicht angegangen wären. Vielleicht sind wir jetzt auch gezwungen, mehr auf junge Spieler zu setzen“, sagte Keller und betonte die Qualität der eigenen Jugendarbeit. Tatsächlich ließ es sich der 45-Jährige auch nicht nehmen, vielleicht auch unbeabsichtigt, einen kleinen Seitenhieb Richtung Steffen Baumgart abzufeuern. „Vielleicht muss jetzt der Mut erzwungen werden, auch mal Spieler reinzuschmeißen, bei denen man normalerweise vielleicht gesagt hätte, sie sind nicht so weit. Vielleicht muss man es jetzt einfach mal machen.“ Mit Max Finkgräfe und Damion Downs feierten bereits zwei Youngsters ihr Profidebüt in dieser Spielzeit. Weitere können folgen. Denn laut FIFA darf der Verein Spieler ab 16 Jahren im Profiteam einsetzen. Ob diese aber die Qualität haben, dem Klub direkt zu helfen, steht auf einem anderen Blatt.

Dürfen vertragslose Spieler jetzt oder unmittelbar nach der zweiten Transferperiode – also im September 24 verpflichtet werden?

Nein. Das Urteil gilt ab dem Moment des Eingangs. Es dürfen keine Spieler jetzt noch verpflichtet werden. Und auch im September ist die Sperre noch nicht rum. In den Regularien der Fifa steht: „Dem Verein ist es national sowie international untersagt, neue Spieler zu registrieren und zwar für zwei aufeinanderfolgende Registrierungszeiträume. Der Klub kann neue Spieler erst ab dem nächsten Registrierungszeitraum nach vollständiger Verbüßung der betreffenden sportlichen Sanktion registrieren“.

Auf Grund vermehrter Nachfrage: Die Transfersperre bezieht sich nur auf Spieler, nicht auf einen neuen Trainer.

Kommentar: Die Verantwortlichen machen es sich zu leicht, in einer schweren Zeit

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Kommentar: Die Verantwortlichen machen es sich zu leicht, in einer schweren Zeit

Das Baumgart-Aus, die Transfersperre – am Freitagmittag äußerten sich die Bosse des FC zur Zukunft der Geißböcke. Eine Antwort lieferten sie nicht. Wer neben Steffen Baumgart nun die Verantwortung übernimmt. Ein Kommentar.

Der 1. FC Köln steht vor einem Scherbenhaufen und vielen Fragezeichen. Antworten sollte die Pressekonferenz am Tag nach Trainer-Entlassung und Veröffentlichung der Transfersperre bringen. Eine wichtige Frage blieb unbeantwortet. Die nach der Verantwortung. Ein Kommentar zur Verantwortung an der Kölner Krise.

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Einfach wollte es sich Christian Keller nicht machen, sagte der Sportdirektor zumindest am Freitagnachmittag auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Geißbockheim. Es wäre zu einfach, den entlassenen Steffen Baumgart als den Alleinverantwortlichen für die prekäre Situation rund um den 1. FC Köln auszumachen, hieß es. Ein berechtigter, wenn auch überraschend patzig vorgetragener Einwand des 45-Jährigen. Nur vergaß der Sportdirektor die weiteren Verantwortlichen der Misere zu benennen. Dabei hatte der fragende Reporter den Ball via Steilvorlage mit den Worten einer Selbstreflektion bereits auf den Elfmeterpunkt gelegt. Keller lief noch nicht mal an, um die Vorlage zu verwerten. Baumgart solle die Verantwortung also sicher nicht alleine übernehmen, ihm ein Stück davon abzunehmen, kam den anwesenden FC-Bossen aber auch nicht in den Sinn.

Keine Spur von Selbstkritik

Eine seltsame Einstellung der Kölner „Verantwortlichen“, die mit großer Sicherheit einen Teil des Kölner Fiaskos sehr wohl zu verantworten haben. Christian Keller saß beispielsweise auf den Tag genau 17 Wochen zuvor an selber Stelle und beantwortete mit einem seltsam breiten Grinsen die Nachfrage eines Journalisten, ob der FC denn wirklich den Kader nicht noch einmal nachjustieren wolle. Die Frage war durchaus legitim, immerhin machten sich nicht nur die Fans nach den ersten Auftritten der Kölner Sorgen um die Qualität des Kaders. Keller reagierte mit einem süffisanten Lächeln und beantwortete die Frage zunächst mit der Gegenfrage, ob denn überhaupt Bedarf bestünde, um dann zu erklären, dass man nicht die zwingende Notwendigkeit gesehen habe, etwas zu verändern. Schon damals bestand eine – wenn auch noch unbeachtete – Diskrepanz zwischen seinen und den Worten von Steffen Baumgart, der nur wenige Sekunden später betonte, man habe durchaus geschaut, was auf dem Transfermarkt geht und was eben nicht geht. Es ging offensichtlich nicht viel, vor allem aber nicht genug.

Schon damals bestand der leise Verdacht, dass man ein mögliches Versäumnis mit einer gespielten, vielleicht auch erhofften Selbstsicherheit kaschierte. Denn, auch wenn damals noch keiner erahnen konnte, dass sich vermeintliche Leistungsträger wie Florian Kainz oder Dejan Ljubicic im Dauer-Formtief befinden würden, erschien die Qualität der Breite des Kaders zumindest fragwürdig. Nach 16 Spieltagen und einer sehr enttäuschenden Hinrunde sind Kellers Worte sowie ein Großteil seiner Neuverpflichtungen als grobe Fehleinschätzung zu werten. Dieses liegt mindestens zum Großteil eben doch in den Kompetenzen eines Sportdirektors. Diese Erkenntnis teilte Keller offensichtlich nicht – zumindest nicht öffentlich mit. Von Selbstkritik fehlte am Freitag nämlich jede Spur. Genauso wie bei Philipp Türoff, der sein Unverständnis für die harte Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs sowie für einige Handlungen der Streitpartei aus Ljubljana zum Ausdruck brachte, anstatt sich zu hinterfragen, ob er oder der FC in dieser Causa alles richtig gemacht hat. Die Bestrafung durch das internationale Sportgericht liefert eine eindeutige Antwort.

Angriff statt Verteidigung

Das Motto lautet eher „Angriff ist die beste Verteidigung“. Statt sich also eine Teilschuld am Systemausfall in Köln zu geben, zeigten die FC-Bosse ihre Stärke im Umschaltspiel und gingen in die Offensive. Statt Apokalypse lieber Tag1, nannte es Keller, der einen flammenden, emotionalen Appell an die Fans richtete. Man könne sich darauf verlassen, dass die Mannschaft alles für die Rettung des FC geben werde. Man werde es schaffen, sagte der Sportdirektor. Wichtig wäre für die Geißböcke, dass auch die Verantwortlichen alles für die Rettung der Geißböcke tun werden. Denn die Stimmung kippt bei den Fans vollends. Nicht wenige hatten sich personelle Konsequenzen gewünscht. Nun gilt es für Keller und Co. auf anderer Ebene Verantwortung zu übernehmen. Die Suche nach dem neuen Trainer ist bereits der erste Gradmesser.


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Und immer wieder Finkgräfe…

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Und immer wieder Finkgräfe…

Einmal mehr deutete Max Finkgräfe im Testspiel gegen Porz seine Qualitäten an. Der Youngster drängt sich weiterhin für höhere Aufgaben auf.

Einer der Gewinner des Mittwochabends war wieder einmal Max Finkgräfe. Der Youngster schoss ein sehenswertes Tor, war an anderen Offensivaktionen beteiligt. Nicht umsonst, gilt er als erfolgversprechendes Talent beim 1. FC Köln: Max Finkgräfe drängt sich auf

Nein, ein großer Erkenntnisbringer ist ein Testspiel eines Bundesligisten gegen einen Mittelrheinligisten sicherlich nicht. Das dürfte auch für den souveränen 8:0-Erfolg des 1. FC Köln über Porz am Mittwochabend gegolten haben. Der deutliche Triumph kam jedenfalls alles andere als überraschend. Und dass die Kölner Abwehr zu Null spielte, war ebenfalls erwartbar gewesen. Porz war Köln in allen Belangen deutlich unterlegen, kam nicht mal annähernd in die Kölner Gefahrenzone. Ob Steffen Baumgart Spielabläufe einstudieren wollte, ist angesichts der durchmischten Mannschaften, die jeweils 45 Minuten spielten, ebenfalls eher unwahrscheinlich. Und so könnte man mit einer gehörigen Portion Galgenhumor auf der Such nach Erkenntnissen festhalten, dass der FC doch noch gewinnen und zu Null spielen kann und dass die zuletzt eher harmlosen Stürmer doch noch wissen, wo das Tor steht.

Finkgräfe erneut mit sehenswertem Tor

Zudem gab der Kölner Trainer aber einigen Spielern die Chance, sich für höhere Aufgaben zu bewerben. Spieler, die zuletzt wenig oder gar nicht mehr spielten. Denis Huseinbasic machte mit einem Doppelpack auf sich aufmerksam, auch Dimitrios Limnios war wieder ein Aktivposten und Noah Katterbach deutete nach langer Verletzung an, dass er durchaus auch wieder zu einer Kölner Option werden kann. Und dann blieb da doch wieder ein besonderer Eindruck. Nämlich der, dass der FC einen sehr besonderen Spieler in den Reihen der Talente hat. Max Finkgräfe. Wieder einmal Max Finkgräfe. Der 19-Jährige kam zur Halbzeit, spielte im linken Mittelfeld und hatte einen enormen Offensivdrang. Unter anderem legte er Luca Waldschmidt einige Dinge auf, die dieser aber nicht vollendete. Und dann schlug er mal wieder mit einer Art Seitfallzieher zu. Ein ganz ähnliches Tor hatte der Kölner Nachwuchsspieler erst vor gut drei Wochen für die U21 im Duell gegen den SC Wiedenbrück in der Regionalliga erzielt.

Die Unbekümmertheit des jungen Spielers ist beeindruckend. Denn der Sprung zu den Profis ein schwerer und gerade Finkgräfe blickt nicht auf das Paradebeispiel eines Nachwuchs-Musterschülers zurück. Wie berichtet, hatten die Kölner Verantwortlichen dennoch die Stärken des Youngsters schon länger auf der Liste, sahen ihn deutlich vorne im Kampf der Talente um einen Platz im Profikader. Und schon im ersten Ligaspiel der Saison gegen Dortmund feierte der 19-Jährige sein Profidebüt. Mittlerweile sind es vier Kurzeinsätze. Und wenn es nach vielen Fans ginge, dann wären es jetzt schon deutlich mehr. Kein Wunder: Das Talent des gebürtigen Gladbachers ist eindeutig, das Selbstbewusstsein, die Spielfreude machen Lust auf mehr und wecken gerade in der Krise Hoffnungen. Zudem ist Finkgräfe in der U21 ein Leistungsträger.

Der Youngster drängt sich auf

Doch es geht bei der Aufstellung bekanntlich nicht um die Meinung der Fans. Baumgart betonte zuletzt einmal mehr, dass er ja für die Aufstellung verantwortlich sei. Der Kölner Coach ist nach wie vor der Meinung, die Youngsters sind in erster Linie U21-Spieler, die lieber in der Regionalliga 90 Minuten als in der Bundesliga fünf Minuten spielen sollen. Eine These, die viele Sportwissenschaftler unterstützen. Bundesliga-Luft schnuppern auf jeden Fall, mehr aber auch nicht, lautet die These. Gerade die Phase nach der A-Jugend gilt als besonders fragil. Max Finkgräfe drängt sich dennoch für mehr auf. Das Spiel gegen Porz war ein weiterer Fingerzeig.


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