Baumgart: „Ich fiebere extrem mit“

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Baumgart: „Ich fiebere extrem mit“

Gut anderthalb Monate nach seinem Aus beim 1. FC Köln hat Steffen Baumgart in einem Podcast über seine Zuneigung zum FC, die Trennung und seinen Nachfolger gesprochen.

Zweieinhalb Jahre hat Steffen Baumgart die Geschicke beim 1. FC Köln geleitet. Kurz vor Weihnachten folgte das Aus. Nun hat sich der ehemalige Trainer der Kölner im Podcast von Ewald Lienen und Michael Born geäußert. Das sagt Steffen Baumgart zum FC und zu Timo Schultz.

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Gut anderthalb Monate nach seinem Aus beim 1. FC Köln wirkt Steffen Baumgart aufgeräumt, aber auch gewohnt locker. In der aktuellen und unterhaltsamen Episode des Podcasts „DerSechzehner“ von Trainer-Legende Ewald Lienen und DAZN-Kommentator Michael Born plauderte der 52-Jährige über sein Verhältnis zu Schiedsrichtern und seine Zeit als Spieler unter Lienen. Natürlich wurde der Trainer auch auf seinen Abschied vom FC angesprochen. Es gehe ihm gut, sagt Baumgart. „Es gehört in unserem Job nun mal dazu, dass es irgendwann nicht mehr weitergeht. Wir haben das sauber gelöst. Das ist eine Situation, die ich im Fußball mehr als einmal erlebt habe“, so der 52-Jährige weiter. „Es ist aus meiner Sicht alles vernünftig gelaufen – gerade auch für Kölner Verhältnisse.“ Nun freue er sich aber, wenn eine neue Tür aufgehe.

Baumgart: „Dass wir 40 Punkte holen, hätte ich uns auch zugetraut“

Baumgart beschreibt, dass es bereits nach dem Freiburg-Spiel erste Gespräche gegeben habe und man weitere Gespräche nach dem Berlin-Duell führen wollte. „Du kannst so einen Verein nicht einfach abstürzen lassen“, betont Baumgart. „Es ging einfach darum, ob wir gemeinsam die hundertprozentige Überzeugung haben, dass es geht. Und der Überzeugung war ich nicht mehr. Wir haben dann gemeinsam entschieden, dass wir jemanden finden müssen, der diesen absoluten Glauben hat, den du in der Situation brauchst.“ Anfang Januar präsentierten die Kölner Verantwortlichen Timo „Schulle“ Schultz als neuen Coach. „Mit Schulle haben sie jemanden gefunden, der das sehr gut verkörpert und aus meiner Sicht auch sehr gut macht. Und dann hoffen wir mal, dass das alles gut geht“, sagt Baumgart (Der Podcast wurde vor dem Frankfurt-Erfolg ausgezeichnet, Anm. d. Red.).

Zwar verfolge Baumgart die Spieler „nicht mehr so wild“, schließlich „ist es nicht mehr meine Truppe“, der Trainer schaut sie aber immer noch und das auch intensiv. „Ich gucke das schon und fiebere auch extrem mit. Nach zweieinhalb Jahren kannst du dich diesem Verein nicht mehr entziehen. Dieser Verein macht etwas mit dir. Ich habe zweieinhalb gute Jahre gehabt – auch das letzte halbe Jahr. Ich habe mich sehr wohl gefühlt“, sagt Baumgart, der merkt, „dass mir das insgesamt fehlt.“ Nun verfolgt der gebürtige Rostocker die Arbeit seines Nachfolgers. „Die Veränderung ist natürlich da. Du hast keinen Mittelstürmer mehr vorne drin. Davie Selke ist raus, dadurch haben nun andere Spieler die Chance“, sagte der ehemalige FC-Coach. So wie Jan Thielmann, der am vergangenen Samstag gegen Frankfurt das 2:0 erzielte. „Jan hat uns einfach bis Oktober gefehlt. Wer Jan Thielmann kennt, der weiß, dass der immer bei 100 Prozent ist. Der gibt Gas und das brauchst du im Moment.“

Baumgart: „Dann müssen Leute führen, die das noch gar nicht können“

Der Ex-Trainer betonte noch einmal, dass ihm mit Ellyes Skhiri und Jonas Hector zwei Ankerpunkte verloren gegangen seien. „Dann müssen Leute führen, die das noch gar nicht können“, so Baumgart, der sich weiterhin nicht vorstellen kann für diese Saison eine 50-Punkte-Marke in Aussicht gestellt zu haben. „Ich habe mehr Punkte eingerechnet als zehn. Dass wir 40 Punkte holen, hätte ich uns auch zugetraut“, sagt Baumgart. „Wenn du zwei Spieler wie Skhiri und Hector verlierst und die würden jedem Bundesliga-Team fehlen, dann kannst du nicht international träumen. Für einen Schwachmaten halte ich mich nicht.“

Heute FC-Profi, Bundesliga-Debüt für Hoffenheim

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Heute FC-Profi, Bundesliga-Debüt für Hoffenheim

Gleich sechs Kölner Profis trugen bereits das Trikot der TSG Hoffenheim. Drei von ihnen starteten in Sinsheim auch ihre Bundesliga-Karriere.

Auch wenn am Sonntag nicht alle, die einst im Trikot der Sinsheimer aufliefen, im Kader der Kölner nach Hoffenheim mitreisen, hat die TSG für einige FC-Profis eine besondere Bedeutung. Europa League, Jugendnationalmannschaft oder Bundesliga-Debüts. Diese Verbindungen haben Spieler des 1. FC Köln zu Hoffenheim.

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Wenn bis Sonntag alles den gewohnten Weg geht, dann wird Philipp Pentke wie gewohnt den FC zum Auswärtsspiel begleiten, wohlwissend, dass der Keeper das Spiel von der Reservebank aus verfolgen wird. Für der 38-Jährigen wohl kein Problem, der Torhüter wurde genau für die Aufgabe verpflichtet. Und dennoch wird die Begegnung am 21. Spieltag eine ganz besondere für den gebürtigen Freiberger. Philipp Pentke kehrt erstmals wieder zurück an alte Wirkungsstätte. Und das nicht an irgendeine. Pentke wechselte erst im zarten Alter von 34 Jahren nach Sinsheim. Am 18. Spieltag kam der Keeper zu seinem ersten Einsatz für die TSG und damit auch im fortgeschrittenen Fußballer-Alter zu seinem Bundesliga-Debüt. Der Torwart spielte acht Mal in der Bundesliga, immer für Hoffenheim. Dazu gegen die Bayern im DFB-Pokal und sogar in der Europa League gegen Gent.

Uth spielte mit Hoffenheim gegen Liverpool um die Königsklasse

Der Keeper ist aber nicht der einzige FC-Profi, der wichtige Meilensteine mit Hoffenheim feierte. Auch Mark Uth spielte erstmals im Trikot der TSG Bundesliga. Nachdem der Durchbruch beim FC nicht gelingen wollte, ging Uth den Umweg über die Niederlande. Mit 20 Pflichttoren in der Spielzeit 14/15 stieg das Interesse aus der Bundesliga. Der Porzer wechselte nach Hoffenheim. Uth debütierte gegen Leverkusen, spielte sogar gegen den FC Liverpool in der Qualifikation zur Champions League und erzielte gegen die Reds auch zwei Tore. Für die Sinsheimer lief der gebürtige Kölner öfter auf als für den FC. „Die Anfangszeit in Hoffenheim war zwar nicht ganz so rosig für mich, die letzten zweieinhalb Jahre aber würde ich als nahezu perfekt bezeichnen“, sagte Uth einst in einem Interview und betonte, dass Julian Nagelsmann ihn in dieser Zeit besser gemacht habe. Dem Vernehmen nach soll damals auch Borussia Dortmund ein Auge auf den Angreifer geworfen haben.

Wie Pentke wird auch der Stürmer bekanntermaßen nicht gegen Hoffenheim auflaufen, der 32-Jährige ist nach wie vor verletzt und wird wohl erst gegen März wieder ins Training einsteigen. Chancen auf einen Einsatz, wenn auch eher nicht von Beginn an, hat dagegen Sargis Adamyan. Und auch der 30-Jährige feierte spät und bei den Sinsheimern sein Bundesliga-Debüt. 2019 kam der Armenier zur TSG, im September feierte er gegen Wolfsburg seine Premiere in der höchsten deutschen Spielklasse und spielte später mit Hoffenheim immerhin in der Europa League.

Auch Marvin Schwäbe, Matthias Köbbing und Davie Selke haben bereits das Trikot der TSG getragen – allerdings nie in der Bundesliga. „Ich habe da meine Base aufgebaut“, sagt Selke vor einiger Zeit, der heute noch von seiner Gastfamilie in Hoffenheim schwärmt. Und: „Dort bin ich Jugend-Nationalmannschaftsspieler geworden.“ Sein Profi-Debüt hätte der Kölner Angreifer mit Sicherheit auch dort feiern können. Doch Selke war ungeduldig, wechselte nach Bremen und schaffte dort den Durchbruch. Von den ehemaligen TSG-Spielern wird zu Beginn nur Marvin Schwäbe zum Einsatz kommen.

FC-Karnevalssitzung in Bildern

Luca Waldschmidt, Davie Selke und Jeff Chabot
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Das Schneckenrennen geht weiter und der FC kann profitieren

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Das Schneckenrennen geht weiter und der FC kann profitieren

Auch nach dem 1:1 zwischen Mainz und Union Berlin am Mittwochabend bleibt der Abstiegskampf weiter eng. Der FC könnte schon am Wochenende davon profitieren.

Selten war den Abstiegskampf so spannend und knapp wie in dieser Saison, selten haben die Keller-Kinder so wenig Punkte eingeheimst. Davon könnten die Kölner profitieren. Der 1. FC Köln will vom Schneckenrennen profitieren.

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Viele, aber natürlich nicht alle Prophezeiungen, die Steffen Baumgart in den Jahren beim FC von sich gegeben hat, sind eingetroffen. Im Herbst vergangenen Jahres sprach der ehemalige Kölner Coach von einem Schneckenrennen um den Abstieg, das er erwarte. Nach dem 20. Spieltag deutet viel daraufhin, dass der 52-Jährige damit vollkommen recht behalten soll. Denn obwohl die Schere zwischen Topclubs und Keller-Kindern immer größer wird, ist der Abstand zwischen Abstiegsplätzen und rettendem Ufer nach wie vor gering. Zumindest hat der FC nach dem 20. Spieltag drei Punkte Vorsprung auf Rang 17, dem FSV Mainz, und drei Zäher Rückstand zu Union Berlin. Das Nachholspiel zwischen Mainz und Union Berlin endete am Mittwochabend 1:1-unentschieden – besser hätte das Schneckenrennen für die Geißböcke wohl kaum laufen können.

Schwere Aufgaben für die Konkurrenz

So kann der FC mit einem Erfolg über die kriselnde TSG am Sonntagabend den Rückstand auf die Eisernen weiter verkürzen, sogar gleichziehen. Voraussetzung wäre ein Erfolg gegen den vermeintlichen Angstgegner sowie eine Niederlage der Köpenicker im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Die Niedersachen befinden sich allerdings ebenfalls in der Krise, haben von den vergangenen acht Pflichtspielen nur eins gewonnen. Bei Union werden gleich mehrere Leistungsträger fehlen. Kevin Vogt und Janik Haberer sahen am Mittwochabend ihre fünfe Gelbe Karte und sind genauso gesperrt wie Kapitän Christopher Trimmel, der bei der 0:2-Niederlage gegen Leipzig die Rote Karte gesehen hatte.

Gleichzeitig könnten die Geißböcke mit einem Erfolg den Abstand auf Mainz und Darmstadt vergrößern. Die beiden direkten Abstiegskonkurrenten stehen vor deutlich schwereren Aufgaben. Mainz ist zu Gast beim VfB Stuttgart. Die Schwaben wollen nach dem unglücklichen Pokal-Aus gegen Leverkusen sicherlich Wiedergutmachung betreiben. Darmstadt spielt bei Borussia Mönchengladbach. In der Liga hat der SV zuletzt 1978 gegen die Fohlen gewonnen. Zwar hat der FC mit dem Remis gegen Wolfsburg die schlechteste Bilanz der Vereinsgeschichte eingefahren – mit 15 Punkten nach dem Erfolg gegen Frankfurt haben die Geißböcke aber nach dem 20. Spieltag wieder mehr Zähler als in der Katastrophen-Spielzeit 17/18. Allerdings hatte seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel der Tabellensechszehnte zum gleichen Zeitpunkt der Saison noch nie weniger als 15 Punkte gehabt. Um den Abstand zu vergrößern, müssen die Kölner aber erst einmal die eigenen Hausaufgaben lösen.

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Karneval: Mehr Katerstimmung als Feierlaune

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Karneval: Mehr Katerstimmung als Feierlaune

Am Sonntagabend steht für den 1. FC Köln das Duell gegen Hoffenheim auf dem Programm. Für Trainer Timo Schultz ist klar: Die Konzentration der Kölner liegt auf dem anstehenden Spiel und nicht auf Karneval. Die Vergangenheit zeigt warum.

Auf der FC-Karnevalssitzung gab es von unter anderem Timo Schultz für die FC-Profis ein klares Zeitlimit. Um 23 Uhr mussten die Spieler nach Hause. Nach dem trainingsfreien Mittwoch geht es heute wieder auf den Trainingsplatz. Der Fokus liegt auf dem Spiel, nicht auf Karneval. Und dies ist verständlich: Der FC punktet über und nach Karneval oft wenig.

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Die Aussage von Trainer Timo Schultz hätte am vergangenen Samstag nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt kaum deutlicher ausfallen können. Der Coach gab eine klare Marschroute für die Woche vor dem Hoffenheim-Spiel, in der Woche in der Köln zur Hochburg des Karnevals mutiert, vor. Der Ostfriese stellte klar: „Ich bin nicht hier, um Karneval zu feiern und ich werde nicht in kölsche Euphorie verfallen.“ Das erwartet er auch von seiner Mannschaft. So beorderte er die Spieler am Dienstag vor der alljährlichen FC-Karnevalssitzung gleich zweimal auf den Trainingsplatz, um sie auf der anschließenden Vereins-Karnevalssitzung um 23 Uhr nach Hause zu schicken. Der Fokus läge voll auf der Vorbereitung für das anstehende Auswärtsspiel gegen Hoffenheim. „Ich gehe davon aus, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben und sich bewusst sind, dass sie hier nicht die Woche durchfeiern können,“ fügte Schultz seinen Ausführungen von Samstag hinzu. Klare Worte.

Verliert der FC an Karneval öfter?

Im vergangenen Jahr hatte sich Steffen Baumgart kritisch zur Teilnahme am bunten Treiben geäußert und war der Meinung, der Karneval hätte der Mannschaft nicht gutgetan. Kein Wunder, der 1. FC Köln befand sich nach den Karnevalstagen in einer Mini-Krise, holte inklusive Nelkensamstag aus fünf Spielen einen Punkt. Die Vorgabe, nun nicht mehr so ausgiebig Karneval zu feiern, ist dementsprechend verständlich. Ob mit oder ohne Feierei – die Spieltage rund um das Kölner Kulturgut sind ohnehin nicht gerade die erfolgreichsten Wochen. In den vergangenen 25 Jahren gewann der FC genau vier Karnevalsspiele, also die Duelle unmittelbar vor Rosenmontag. Zuletzt in der Saison 2019/20 – mit 5:0 bei Hertha BSC. Schaut man sich die fünf Spiele – also jenen Zeitraum der Kölner Vorjahreskrise – an, so blieben die Geißböcke 18 von 25 Mal unter sechs Zählern. Der Punkteschnitt liegt in diesen 25 Jahren bei 5,5 Zählern. In der Saison 2018/19 holten die Kölner 13 Punkte aus den fünf Spielen, allerdings in Liga zwei.

49 Niederlagen stehen 33 Siegen gegenüber. Damit in diesem Jahr gar keine Katerstimmung aufkommt, hat der Kölner Trainer frühzeitig erklärt, dass nur mit angezogener Handbremse gefeiert werden darf. Um 23 Uhr war am Dienstag für die Spieler Schicht im Schacht. Der Mittwoch war spielfrei. Allerdings wohl aus Gründen der Belastungssteuerung. Am Donnerstag soll ab 13 Uhr wieder trainiert werden. Denn bis zum Duell am Sonntag gegen Hoffenheim bleibt nicht viel Zeit und die Bilanz ist bekanntermaßen nicht besonders gut. Schon am nächsten Tag folgt der Rosenmontagszug. Dann fahren neben Timo Schultz auch Linton Maina, Eric Martel, Jeff Chabot und Davie Selke von den Kölner Profis auf dem FC-Festwagen mit. Auch das mit angezogener Handbremse. Dafür wird der Zirkusdirektor Timo Schultz schon sorgen.

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Luca Waldschmidt, Davie Selke und Jeff Chabot
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FC-Startelf unter Schultz die jüngste der Bundesliga

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FC-Startelf unter Schultz die jüngste der Bundesliga

Gegen Eintracht Frankfurt standen am vergangenen Samstag gleich fünf Spieler in der Startformation des 1. FC Köln, die nicht älter als 22 Jahre waren. Nach vier Spielen unter dem neuen Trainer zeigt sich, dass Timo Schultz auf den eigenen Nachwuchs setzt.

Beim 2.0-Erfolg über Eintracht Frankfurt standen mehrere Youngsters im Mittelpunkt des 1. FC Köln. Ein spannender Nebeneffekt: Die FC Startelf ist die jüngste der Liga.

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Im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt rief der 1. FC Köln am Samstagabend die beste Saisonleistung ab. Gleich mehrere Profis überzeugten gegen die favorisierten Hessen. Max Finkgräfe überragte einmal mehr als Linksverteidiger mit mutigem Spiel und konsequenter Defensivarbeit. Jan Thielmann und Faride Alidou erzielten die beiden Treffer der Kölner. Drei Spieler, die der Begegnung eine entscheidende Wendung gaben und drei Spieler, die im Schnitt noch nicht einmal auf 21 Jahre kommen. Timo Schultz setzt bereits das um, was Christian Keller noch vor Weihnachten von einem künftigen Trainer mittelfristig gefordert hat: den Einbau von jungen Spielern. Am Samstagabend liefen gegen die Eintracht gleich fünf Spieler auf, die 22 Jahre alt oder jünger waren. Die Kölner Startelf kam auf einen Schnitt von 25,2 Jahren – einzig die Formation des VfB Stuttgart war noch jünger.

Schnitt von Baumgart lag bei 26,5, der von Schultz bei 25,1 Jahren

Dabei setzte der Trainer die fünf Jungakteure noch nicht einmal nur notgedrungen als Ersatz für die verletzten Routiniers Mark Uth, Luca Waldschmidt oder Davie Selke ein. Auch, wenn die Verletzungen den jungen Spielern die Chancen bietet, „in die Lücke reinzuspringen“, sagte Schultz. Einig haben diese schon genutzt. Finkgräfe (19) ist längst Stammspieler, Leart Pacarada wird es auch nach seiner Rekonvaleszenz schwer haben. Eric Martel (21) und Jan Thielmann (21) sind ebenfalls gesetzt. Dazu baut Schultz mit Denis Huseinbasic (22) auf einen weiteren jungen Spieler auf der Doppelsechs. Steffen Baumgart hatte gleich mehrere Akteure auf der Sechs ausprobiert, unter anderem Dejan Ljubicic und Florian Kainz. Zudem setzte Schultz zuletzt auf Faride Alidou (22), dafür saß Linton Maina, ebenfalls erst 23, auf der Bank.

Schon bei seinem Amtsantritt hatte Christian Keller betont, dass er den FC mittelfristig als Ausbildungsklub sehe. Durch die Transfersperre wird der FC diese Marschroute notgedrungen einschlagen. Spätestens im Sommer ist nach der Rückkehr der Leihspieler sogar mit einer weiteren Verjüngung zu rechnen. Dabei setzt Schultz im Schnitt schon jetzt auf die jüngste Startelf der Liga. In den bisherigen vier Spielen des neuen Coaches lag der Schnitt der Anfangsformation bei 25,1 Jahren. Es folgen der VfB Stuttgart mit 25,4 und Eintracht Frankfurt mit 25,5 Jahren. Unter Steffen Baumgart, der gegen Union Berlin ebenfalls auf vier Spieler im Alter von 22 Jahren oder jünger setzte, lag der Schnitt noch mit 26,5 mehr als ein Jahr darüber. Der VfL Bochum erreicht sogar einen Altersdurchschnitt von 29,6 Jahren.

Fünf U22-Spieler auch bei anderen Klubs

Dabei ist der FC nicht der einzige Klub, der in dieser Saison schon fünf Spieler in die Startelf beordert hat, die nicht älter als 22 Jahre sind. Auch Bayer Leverkusen, der SC Freiburg und Eintracht Frankfurt setzen regelmäßig auf die Youngsters. Bei den Hessen gab es bereits 70 Startelf-Einsätze der „U22″, bei den Kölner waren es gute 52, Werder Bremen setzte erst in drei Spielen jeweils einen derart jungen Spieler ein. Zwar betonte Timo Schultz mehrfach, dass es gerade im Abstiegskampf auf die erfahrenen Spieler ankomme, der Trainer sagte aber auch, dass er nicht auf das Alter achte. „Mir ist es egal, ob jung oder alt – die sollen im Training Gas geben, dann können sie am Wochenende spielen“, erklärte Schultz. Auffallend, dass der Altersdurchschnitt bei der direkten Konkurrenz im Abstiegskampf zwischen 27 und 28 Jahren deutlich höher liegt.

Und weitere junge Spieler können beim FC schon bald folgen. So erklärte Schultz vor knapp zwei Wochen, dass Justin Diehl an der Startelf-Nominierung „nah dran“ sei. Diehl fiel zuletzt krank aus, wird aber mit Sicherheit noch sein Startelf-Debüt geben. Andere Youngsters stehen ebenfalls bereit. Meiko Wäschenbach und Damion Downs gelten beispielsweise als aussichtsreiche Kandidaten. Beide schafften es unter Schultz aber noch nicht in den Spieltagskader.

Startelf-Altersdurchschnitt der Bundesligisten 23/24:
  • VfB Stuttgart 25,4 (50 Einsätze von U20-Spielern)
  • Borussia Mönchengladbach 25,5 (59)
  • Eintracht Frankfurt 25,5 (70)
  • RB Leipzig 25,9 (40)
  • VfL Wolfsburg 26 (26)
  • 1. FC Köln 26,2* (52)
  • FC Augsburg 26,4 (13)
  • Bayer Leverkusen 26,5 (69)
  • 1. FC Heidenheim 27 (19)
  • SC Freiburg 27,2 (61)
  • FSV Mainz 27,3 (38)
  • SV Darmstadt 27,4 (13)
  • Borussia Dortmund 27,6 (23)
  • Werder Bremen 27,7 (3)
  • FC Bayern München 27,9 (26)
  • TSG Hoffenheim 28,6 (21)
  • 1. FC Union Berlin 28,8 (19)
  • VfL Bochum 29,5 (5)
  • * FC unter Schultz 25,1 (18)

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Ausgerechnet jetzt gegen Hoffenheim

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Ausgerechnet jetzt gegen Hoffenheim

Der 2:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt hat neue Hoffnung im Abstiegskampf bei den Geißböcken entfacht. Ausgerechnet jetzt treffen die Kölner auf Hoffenheim und damit auf einen Angstgegner.

Das 2:0 gegen Eintracht Frankfurt hat die Stadt wieder in Euphorie versetzt. Fünf Punkte holte Timo Schultz mit den Geißböcke in vier Spielen und damit vier Zähler weniger als in den 16 Spielen zuvor. Doch die kommende Aufgabe wird nicht leicht für den 1. FC Köln: Jetzt geht es zum Angstgegner Hoffenheim.

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Das letzte Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim wird den FC-Fans wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Nach dem 3:1-Erfolg über die Sinsheimer verkündete Jonas Hector seinen Abschied zum Ende der Saison. Emotionale Worte hatte der Kapitän für sein Team im Gepäck, die später auch die Fans in den Sozialen Medien erreichten. „Er hat der Mannschaft bekannt gegeben, dass er im Sommer aufhören wird“, sagte der damalige FC-Trainer Steffen Baumgart sichtbar ergriffen. Nicht ahnend, dass diese Personalie in gewisser Weise auch Einfluss auf seine haben würde. Hector wurde bekanntlich genauso wenig adäquat nachbesetzt wie Ellyes Skhiri – sicherlich auch Gründe für den Kölner Absturz. Der FC hatte mit dem 3:1-Erfolg, nach Toren von Jan Thielmann, Florian Kainz und Davie Selke sowie dem Gegentreffer von Christian Dolberg, den Klassenerhalt so gut wie in trockenen Tüchern, 35 Zähler auf dem Konto.

FC stoppte Negativlauf

Der 3:1-Erfolg war aber auch besonders, weil die Kölner damit eine lange Durstrecke beendeten. Denn Hoffenheim ist für den FC alles andere als ein Lieblingsgegner. 30 Pflichtspiele bestritten die Teams bislang, der FC verbuchte neun Siege und 14 Niederlage. Von den aktuellen Bundesligisten fuhren die Geißböcke nur gegen Bayern, Leipzig, Wolfsburg und Union Berlin im Schnitt weniger Punkte ein. Vor dem Erfolg im vergangenen Jahr hatten die Geißböcke zuletzt 2014 in Hoffenheim gewonnen. Insgesamt hat der FC von den vergangenen 15 Duellen gegen die TSG nur zwei gewonnen, eins davon im Pokal. Im Schnitt kassierten die Kölner in diesem Zeitraum 2,5 Gegentore gegen die Hoffenheimer. Zwischen 2017 und 2022 verloren die Geißböcke sogar acht Spiele in Serie gegen die TSG.

Hoffenheim zur Unzeit?

Für Baumgart war es der erste Sieg gegen Hoffenheim und damit eine Genugtuung. „Ich habe da immer den Arsch voll gekriegt. Das würde ich jetzt gerne vermeiden“, so der 52-Jährige vor dem Spiel. Im Hinspiel gab es dann aber wieder eine 3:1-Niederlage. Die Zeichen stehen also nicht zwingend auf Erfolg am Sonntag. Nach dem jüngsten Aufschwung mit dem verdienten Erfolg und selbstbewussten Auftritt in Frankfurt könnte alleine aufgrund der Bilanz der Gegner aus Hoffenheim nun zur Unzeit auf dem Spielplan stehen. Für den FC wäre es schließlich nicht unwichtig, nachzulegen.

Zumal die direkte Konkurrenz ebenfalls vor schweren Aufgaben steht. Der FSV Mainz ist zu Gast beim VfB Stuttgart und Darmstadt spielt bei Borussia Mönchengladbach. Union Berlin steht vor einem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Der FC hätte tatsächlich die Chance, einen weiteren Schritt Richtung rettendes Ufer zu machen und gleichzeitig die Gegner auf Distanz zu halten. Hoffnung macht sicherlich der Auftritt gegen die favorisierte Eintracht am Wochenende sowie eben der 3:1-Erfolg im April vergangenen Jahres – allerdings befand sich Hoffenheim damals im freien Fall und steuerte auf die Abstiegsränge zu. Ganz anders ist die Situation jetzt auch nicht. Von den jüngsten zwölf Pflichtspielen hat die TSG nur eins gewonnen, holte seit Anfang November acht Punkte. Angst muss das dem FC nicht machen.


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Schwerer Stand für Luca Kilian

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Schwerer Stand für Luca Kilian

Luca Kilian war einst ein Paradebeispiel für einen Spieler, den Steffen Baumgart entwickelt hat. Zuletzt lief es für den Innenverteidiger aber nicht mehr so rund. Unter Timo Schultz kam Kilian noch gar nicht zum Einsatz.

Zahlreiche Spieler scheinen unter Timo Schultz wieder zu alter Form zu finden. Luca Kilian gehört bislang noch nicht dazu. Auch, weil die Konkurrenz so stark ist. Der Innenverteidiger kam unter Schultz noch zu keiner Einsatzminute beim 1. FC Köln: Wie geht es weiter mit Luca Kilian?

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In seiner Not probierte Steffen Baumgart gegen Ende des vergangenen Jahres viel. Der Kölner Coach wich von Prinzipien ab, der er jahrelang als unausweichlich gepredigt hatte. Ende November wählte Baumgart ausgerechnet gegen den FC Bayern München eine für ihn eher kuriose Spielweise. Der 52-Jährige holte die Fünferkette aus der Schublade. Der Versuch scheiterte und dennoch dürfte die Begegnung für Luca Kilian eine besondere gewesen sein. Nach fünf Kurzeinsätzen stand der Innenverteidiger erstmals in dieser Spielzeit von Beginn an in der Startformation. Der Versuch scheiterte. Zwar verlor der FC „nur“ 0:1, hätte sich aber ehrlicherweise auch nicht über ein deutlicheres Ergebnis beschweren dürfen. Eine Woche später dürfte Kilian wieder ran, dieses Mal in der Viererkette gegen Darmstadt, allerdings auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers.

Kilian konnte an Leistungen aus Premieren-Saison nicht anknüpfen

Zurückblickend haben die Maßnahmen viel von Verzweiflung – zumindest griffen sie nicht. Weder für Baumgart noch für den FC und auch nicht für Luca Kilian. Der Innenverteidiger konnte sich nicht in den Fokus spielen, ist meilenweit von der Form entfernt, die ihn in der Spielzeit 21/22 zum absoluten Stammspieler gemacht hat. Baumgart kannte den Abwehrspieler noch aus Paderborner Zeit, setzte sich für die Leihe damals und später wohl auch für die feste Verpflichtung ein. Bei Mainz noch ausgemustert, wurde Kilian wichtiger Bestandteil des Kölner Gefüges. Kilian galt als ein Paradebeispiel für die Entwickler-Fähigkeiten von Steffen Baumgart. So avancierte der Abwehrspieler zum oft ernannten Ziehsohn des Trainers. Eine Geschichte, die ein neues Kapitel erhielt, als der vom Trainer als „Holzfuß“ betitelte Kilian gegen Ex-Klub Mainz den entscheidenden Treffer erzielte.

Schon in der vergangenen Saison lief es bei dem Abwehrspieler aber nicht mehr so rund. Aus verschiedenen Gründen. So war Kilian sicherlich nicht ganz unschuldig an der derben 0:5-Klatsche gegen Mainz im Oktober 22. Kilian sah nach 27 Minuten die Gelb-Rote Karte, hatte zudem einen Elfmeter verschuldet. Es war bereits der zweite Platzverweis in der noch jungen Saison. Dann zog sich der Abwehrspieler einen Muskelbündelriss zu und fiel lange aus. In seiner Abwesenheit avancierte Jeff Chabot zunehmend zum Leistungsträger, machte sich unabdingbar. Nach der Rückkehr war es für Kilian nahezu unmöglich das Innenverteidiger-Duo Chabot/Hübers anzugreifen. So kam Kilian nach seiner Verletzung in der vergangenen Saison nur noch auf 24 Einsatzminuten. Im Dezember betonte Christian Keller auf vermeintliche Neuverpflichtungen angesprochen, dass neben einem Stürmer und einem Sechser auch ein Innenverteidiger dem FC weiterhelfen würde.

Wie geht es weiter mit Luca Kilian?

Baumgart hielt lange weiterhin an seinem Abwehrspieler fest, gab ihm immer wieder einige Minuten. Nun ist der Kult-Coach nicht mehr in Köln und in den Überlegungen von Timo Schultz scheint Kilian aktuell noch keine große Rolle zu spielen. Gegen Heidenheim war der Innenverteidiger nach einer kurzen Erkrankung gar nicht erst im Kader. Aber auch in den folgenden Partien saß er jeweils 90 Minuten auf der Bank. Da Jeff Chabot und Timo Hübers aktuell aber wichtige Stützen im Abwehrverbund der Kölner sind, wird sich die Situation für Kilian so schnell wohl auch nicht verändern.


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Alidou, Kainz und Ljubicic – Schultz entwickelt sich zum Formfinder

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Alidou, Kainz und Ljubicic – Schultz entwickelt sich zum Formfinder

Zunächst Florian Kainz, dann Faride Alidou und nun Dejan Ljubicic – nach und nach finden die Kölner Profis wieder zurück zu alter Stärke. Und das auch Dank Timo Schultz.

Nach den schwachen Wochen des 1. FC Köln gegen Ende des vergangenen Jahres zeigt die Formkurve bei einigen Spielern momentan wieder nach oben. Die Neubewertung der Mannschaft durch Trainer Timo Schultz scheint dem ein oder anderen Aufwind zu geben. Die FC-Spieler finden wieder zu alter Form.

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Keine 150 Meter haben gefehlt und Dejan Ljubicic hätte am Samstagabend sogar Ellyes Skhiri in Sachen Laufleistung übertroffen. 11,89 Kilometer spulte der Kölner Mittelfeldspieler ab, war gefühlt überall unterwegs und das als Außenbahnspieler. Zudem suchte der Österreicher auch die meisten Abschlüsse – nach einer Flanke von Faride Alidou nach sechs Minuten noch dürftig. Kurz vor dem Seitenwechsel rauschte dann ein Ball knapp am Tor vorbei. Der nächste Abschluss landete unfreiwillig an Alidous Bein und dann im Tor. Kurz danach bereitete der 26-Jährige auch das 2:0 durch Jan Thielmann vor. Das erste Mal in dieser Saison riss der Österreicher das ab, was sich die Kölner Verantwortlichen seit dem Abgang von Ellyes Skhiri versprochen hatten. Ljubicic war ein absoluter Leistungsträger. „Das ist ein Spieler, der ein sehr großes Herz hat, extrem laufstark ist, sich aber auch clever zwischen den Linien bewegen kann“, sagte Timo Schultz: „Wenn er die Leistung bestätigen kann, haben wir einen Top-Bundesliga-Spieler hier im Kader.“

Zunächst aussortiert, jetzt Hoffnungsträger

Wenn er denn die Leistung bestätigen kann – und das ist alles andere als sicher. Bereits nach dem verdienten 3:1-Erfolg über Borussia Mönchengladbach, bei dem unter anderem die ebenfalls formschwachen Luca Waldschmidt und Florian Kainz aufblühten, war die Hoffnung groß, dass der Knoten geplatzt sei. War er aber nicht. Es folgte die derbe 0:6-Klatsche gegen RB Leipzig und das bittere Pokal-Aus gegen Zweitligist Lautern. Von Kainz‘ und Waldschmidts ansteigender Form fehlte genauso jede Spur wie von Ljubicics Normalform. Die Hoffnung, dass es sich nun um mehr als nur einen positiven Ausreißer handelt, liegt beim FC dieser Tage in den eigenen Reihen begründet. Denn Timo Schultz scheint bei den kleinen Stellschrauben, von denen er bei seinem Amtsantritt gesprochen hat, große Hebel gefunden zu haben. Gleich mehrere Akteure hat der 46-Jährige aus dem Formtief geholt.

Schultz erfüllt gerade auf beeindruckende Art und Weise genau den Job, für den wiederum Steffen Baumgart in den vergangenen beiden Spielzeiten gefeiert worden war. „Ich bin kommunikativ, ehrgeizig und möchte etwas entwickeln“, hatte Schultz bei seiner Vorstellung Anfang Januar gesagt und betont, dass er alle Spieler entwickeln wolle. Auch die Spieler, die unter Steffen Baumgart keine Chance mehr erhalten haben. Baumgart wiederum hatte im Podcast von Jonas Hector und Fabian Köster erklärt, dass ein neuer Trainer Spieler auch durchaus anders bewerten könne, als er. So wie Faride Alidou, der unter Baumgart ausgemustert war, keine Chance mehr erhielt. Nach seinem zweiten Treffer beim zweiten Startelf-Einsatz zeigt auch bei dem 22-Jährigen die Formkurve eindeutig nach oben. So sehr, dass der Außenbahnspieler bei vielen Anhängern plötzlich als Hoffnungsträger, als gefühlter Neuzugang, gehandelt wird.

Schultz hat der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben

Wie schnell es von Zero zu Hero gehen kann, erfuhr zu Beginn des Jahres auch Florian Kainz. Der Kölner Kapitän stand in der Hinrunde neben sich, überzeugte genau in einer Begegnung. Im letzten Spiel von Steffen Baumgart als FC-Coach saß Kainz zunächst nur noch auf der Bank. Nach seinem erfrischenden Einsatz als „Freigeist“ gegen Heidenheim war der 31-Jährige schon bald wieder ein Hoffnungsträger. Auch Denis Huseinbasic ist aus der aktuellen Startelf nicht wegzudenken, genauso wie ein Jan Thielmann. Timo Schultz hat der Mannschaft wieder Selbstvertrauen, Sicherheit gegeben. „Ich muss gucken, an welchen Stellschrauben ich drehen kann, um der Mannschaft Sicherheit zu geben“, sagte der Coach im Januar und über seine Vorgehensweise: „Ich bin recht fix am Laptop, aber ich rede lieber mit den Spielern.“ Und damit scheint er genau den richtigen Schlüssel gefunden zu haben.

Steffen Baumgart hat seine Spieler motiviert, sie so lange stark geredet, bis sie stark waren. Nun ist es Timo Schultz, der seiner Mannschaft das Vertrauen ausspricht und diese zahlt es ihm durch Leistung zurück. Mal sehen, wer der nächste wiedererstarkte FC-Profi ist. Die Liste ist noch lang.

 

Bilder zum Spiel 1. FC Köln – Eintracht Frankfurt


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Die FC-Karnevalssitzung in Bildern

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Die FC-Karnevalssitzung in Bildern

Am Dienstagabend fand die alljährliche Karnevalssitzung des 1. FC Köln statt. Zwei Tage vor Weiberfastnacht hüllten sich die FC-Profis in verschiedene Kostüme.

Nach dem 2:0-Sieg gegen die Eintracht am Wochenende können die Kölner etwas Durchatmen. Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem anstehenden Spiel gegen Hoffenheim. Dennoch gab es die alljährliche Sitzung. Die FC-Karnevalssitzung in Bildern.

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Nach dem Sieg der Geißböcke am vergangenen Samstag betonte Trainer Timo Schultz im Anschluss an das Spiel, dass der Fokus dieser Woche trotz Karneval auf dem Hoffenheim Spiel liege. „Ich bin nicht hier, um Karneval zu feiern und ich werde nicht in Kölsche Euphorie verfallen. Ich gehe davon aus, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben“, sagte Schultz. Am Dienstagabend fand dennoch im Maritim die alljährliche Karnevalssitzung der Geißböcke stand. So verkleideten sich FC-Profis, Trainer und Vorstand. Am Mittwoch hat die Mannschaft trainingsfrei.

Im vergangenen Jahr machte auch Steffen Baumgart seine Erfahrungen mit dem Kölner Karneval und sagte damals „Der Karneval hat uns nicht gutgetan“, nachdem der FC am Karnevalssamstag 2023 gegen den VfB Stuttgart 0:3 verloren hatte. Auch in den folgenden Spielen konnte der FC nicht überzeugen und stürzte in eine Mini-Krise. Timo Schultz ließ die Mannschaft heute gleich zweimal zum Training antreten. Die Marschrichtung ist klar. „Ich werde am Dienstag sicherlich die FC-Sitzung genießen und freue mich auf die Zeit – aber ich bin hier, um mit der Mannschaft zu trainieren und auch das Spiel am nächsten Sonntag in Hoffenheim erfolgreich gestalten zu können.“ Dann also: Kölle Alaaf!

FC-Karnevalssitzung in Bildern

Luca Waldschmidt, Davie Selke und Jeff Chabot
Jeff Chabot
Vorstand und Geschäftsführung
Jan Thielmann
Thomas Kessler
Timo Schultz
Philipp Pentke, Mathias Köbbing und Marvin Schwäbe
Eric Martel
Florian Kainz
Max Finkgräfe
Dominique Heintz
Dejan Ljubicic und Denis Huseinbasic
Markus Rejek, Philipp Türoff und Christian Keller
Davie Selke
FC Frauen
Damian Downs

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Denis Huseinbasic: „Uns ist es scheißegal, was die Gegner machen“

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Denis Huseinbasic: „Uns ist es scheißegal, was die Gegner machen“

Auch Denis Huseinbasic lebt unter Timo Schultz auf, ist wieder Stammspieler. Am Dienstag äußerte sich der 22-Jährige am Rande des Trainings zu seiner Rolle und der Situation beim FC.

Seit fünf Begegnungen gehört Denis Huseinbasic wieder fest zum Stammpersonal des 1. FC Köln, spielte in diesen Begegnungen immer 90 Minuten (gegen Frankfurt nur 89). Das war so zu Beginn der Saison nicht abzusehen. Da suchte auch der 22-Jährige seine Form. Das sagt Denis Huseinbasic über seine Rolle und die Situation.

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Mit strahlendem Gesicht stand auch Denis Huseinbasic am Samstagabend vor der Südkurve und ließ sich von den Fans feiern. Der erste Sieg seit Anfang Dezember war schon „ein sehr schönes Gefühl“, sagte der Mittelfeldspieler am Dienstag nach der ersten Trainingseinheit, um dann aber, ähnlich wie sein Coach am Samstag, den Fokus schon auf die kommende Begegnung zu richten. „Wir haben das schon wieder abgehakt. Uns steht eine neue Woche bevor, mit einem neuen Spiel. Da wollen wir alles geben.“ Das ist auch weiterhin nötig. Zwar hat der FC inklusive seines Umfelds nach dem 2:0 neue Hoffnung geschöpft, die Ausgangslage in der Tabelle hat sich nicht dramatisch verbessert, wird sich aber am Mittwoch mit dem Nachholspiel zwischen der direkten Konkurrenz aus Mainz und Berlin aber auch wieder verschlechtert – unabhängig des Ausgangs.

Huseinbasic: „Wir fokussieren uns nur auf uns. Wir müssen Punkte holen“

Darüber macht sich der Kölner Mittelfeldspieler überhaupt keine Gedanken. „Wir fokussieren uns nur auf uns. Wir müssen Punkte holen. Da ist es scheißegal, was die Gegner machen“, sagt Huseinbasic. „Wir brauchen Punkte. Wir geben Gas, um am Wochenende den größtmöglichen Erfolg zu haben. Wir müssen bereit sein. Ich glaube, dass werden wir auch sein.“ Bereit ist auch der 22-Jährige, der nach seinem starken ersten Jahr in der Bundesliga in dieser Saison nicht so recht in Form kam. Die Vorbereitung lief eigentlich noch gut, aber: „Man muss schon sagen, dass die Spiele, die ich gespielt habe, nicht so gut waren“, sagt Huseinbasic. „Ich habe auf meine Chance gewartet.“ Und die hat der Spieler auch genutzt. Wie Faride Alidou oder Florian Kainz scheint auch Huseinbasic unter Timo Schultz wieder zu alter Form zu finden.

Seitdem Schultz die Fäden beim FC in der Hand hat, bildet der 22-Jährige gemeinsam mit Eric Martel das starke zentrale Duo im Mittelfeld, die Doppelsechs. Und scheint dort auch unangefochten zu sein. Vor allem die enorme Passsicherheit und die starke Übersicht sind Stärken des Youngsters, der sich als flexiblen Spieler sieht, der die Bälle verteilt, den Weg in die „Box“ sucht, aber auch druckvoll gegen den Ball agiert. Zurzeit weist der 22-Jährige mit über 90 Prozent die beste Passquote aller FC-Profis auf, läuft im Schnitt 11,8 Kilometer pro Spiel, ebenfalls mehr als seine Mannschaftskollegen. Aktuell scheint er die Nase gegenüber dem im Sommer so hoch gehandelten Jacob Christensen deutlich vorne zu haben. Und das soll auch so bleiben. „Ich spiele im Moment und versuche, auch weiterhin zu spielen. Ich gebe im Training alles, um mich jede Woche zu empfehlen“, sagt Huseinbasic.

Huseinbasic: „Das tut unserem Spiel gut“

Das Duo mit Martel schein für das Kölner Spiel jedenfalls gut zu passen. Eine genaue Aufteilung haben er und der Kapitän der U21-Nationalmannschaft nicht, sagt Huseinbasic, aber einen wichtigen Job. Denn für den jüngsten Erfolg ist auch die Kölner Doppelsechs mitverantwortlich. „Ich würde sagen, dass wir in manchen Phasen des Spiels einfach kompakter stehen, den Gegner kommen lassen und dann auf den Auslöser warten. Das tut unserem Spiel gut“, sagt der gebürtige Hesse. Am Sonntag steht das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf dem Spielplan. Eine schwere Aufgabe. Aber der Fokus liegt nur auf dem eigenen Team.


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