CAS-Urteil: Sportrechtler teilt FC-Optimismus nicht

, ,
Startseite » Profis » Seite 583

CAS-Urteil: Sportrechtler teilt FC-Optimismus nicht

Kommt die Transfersperre oder nicht? Die Frage war natürlich auch ein Thema auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend. Die Kölner Bosse hörten sich sehr optimistisch an. Sportrechtler Gregor Reiter ist deutlich skeptischer.

Am Mittwochabend nahmen die Kölner Verantwortlichen erstmals Stellung zu der CAS-Verhandlung im Fall Jaka Cuber Potocnik – und hörten sich dabei doch recht optimistisch an bezüglich des CAS-Urteil: Sportrechtler Gregor Reiter teilt den FC-Optimismus allerdings nicht.

Dass das Thema CAS-Urteil im Fall Jaka Cuber Potocnik auf der Mitgliederversammlung auf den Tisch kommen würde, überraschte nicht wirklich. Wie ein Damoklesschwert schwebt die mögliche Transfersperre über dem 1. FC Köln und seltsamerweise auch über der aktuellen sportlichen Situation. Dass die Kölner Verantwortlichen aber Stellung bezogen, verwunderte dann doch. Schließlich hatte der Klub bislang immer darauf verwiesen, dass man sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern werde.

Diesen Hinweis gab FC-Vizepräsident Carsten Wettich auch am Mittwochabend, um dann aber doch einige Worte über das Urteil und den möglichen Ausgang zu finden. „Aus unserer Sicht haben unsere Zeugen bestätigt, dass der Sachverhalt wie von uns vorgetragen richtig ist. Das heißt, sie haben bestätigt, das schriftliche Zusagen Olimpija Ljubljanas an den Spieler Jaka Potocnik nicht eingehalten wurden“, erklärte Wettich und betonte, dass der Spieler überzeugt gewesen sei, verschiedene Zusagen bekommen zu haben, die nicht eingehalten worden seien. Demzufolge habe der Spieler rechtmäßig gekündigt. Tatsächlich hatte Potocnik einen Tag vor der Unterschrift beim FC sein altes Arbeitspapier in Ljubljana gekündigt. Unter anderem war dem Spieler versprochen worden, er könne am Training der ersten Mannschaft teilnehmen. Dazu sei es dem Vernehmen nach aber nicht gekommen.

Sportrechtler Dr. Gregor Reiter glaubt weiterhin an eine Sperre

Die zeitliche Nähe zwischen Kündigung und neuem Kontrakt stellt den FC vor ein Problem. Vor allem deswegen wirft die FIFA dem FC Anstiftung zum Vertragsbruch vor. Anfang Februar hat die FIFA den FC tatsächlich für schuldig befunden, die Kündigung von Seiten der Mutter sei „ohne Rechtsgrund“ erfolgt. Der FC ging vor dem CAS in Berufung, es folgte das Aussetzen der Strafe und zuletzt die Verhandlung. Und die scheint aus Kölner Sicht positiv verlaufen zu sein. „Genauso wurde von den Zeugen bestätigt, dass wir den Spieler nicht angestiftet haben. Dieser Sachverhalt ist am Ende aber unerheblich, wenn die Kündigung wirksam ist. Was bedeutet das? Der CAS wird seine Entscheidung treffen.“ Aufgrund der Zeugenaussagen und der von Experten sei der Klub zuversichtlich, „dass unsere Argumentation auf positives Gehör trifft und der CAS dann die Kündigung von Jaka als rechtsmäßig erachtet und die Spielsperre gegen den Spieler und die Transfersperre gegen den FC aufheben wird“, erklärte Wettich am Mittwoch.

Klingt aus Sicht des FC erst einmal gut. Der renommierte Sportrechtler Gregor Reiter teilt den Optimismus der Kölner Verantwortlichen aber nicht. „Die Argumentation des 1. FC Köln ist und bleibt einfach zu dünn. Der Kündigungsgrund ist nicht ausreichend“, sagt Reiter zu come-on-fc.com. „Mal angenommen, Ljubljana hätte die Gehälter nicht bezahlt und somit gegen seine Hauptleistungspflicht gegenüber dem Spieler verstoßen. Dann hätte ein außerordentlicher Kündigungsgrund für den Spieler vorgelegen und die Nähe zwischen Kündigung und neuem Vertrag würde weniger ins Gewicht fallen“, sagt Reiter. „In diesem Fall wäre der FC vielleicht mit einer Verwarnung oder einer geringen Geldstrafe davon gekommen. Aber bei den vorgetragenen Kündigungsgründen, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass der CAS von einer Transfersperre vollständig absieht.“

FC fährt zweigleisig

Der Sportrechtler erlebte einen ähnlichen Fall, allerdings vor einem deutschen Arbeitsgericht. Auch in diesem Fall wurden mündliche Absprachen nicht eingehalten, das Arbeitsgericht sah keinen gerechtfertigten Grund für eine Kündigung. „Dazu kommt dann die zeitliche Nähe der Kündigung und des neuen Vertrags. Ich habe schon viele Transfers mit abgewickelt. Auch am Deadline Day. Aber, dass ein Spieler einen Vertrag unterschreibt, der am gleichen Morgen erstmalig Kontakt zu dem neuen Club hatte, das habe ich noch nicht erlebt. Das heißt nicht, dass es das nicht geben kann. Aber der FC wird hier echte Überzeugungsarbeit leisten müssen, um die Vermutung der Anstiftung aus der Welt zu schaffen.“ Reiter glaubt, dass der CAS auch aus rechtspolitischen Gründen bei der Strafe bleibt. „Sollte der CAS dem FC recht geben, dann wird dieses Urteil von den Juristen der Vereine sehr genau studiert werden. Es öffnet meiner Meinung nach die Möglichkeit zum Missbrauch“, so Reiter. „Dann will ich nicht wissen, wie andere Klubs mit diesem Urteil umgehen.“

Reiter weiter: „Aus meiner Sicht wäre eine Reduktion des Strafmaß auf ein Transferfenster für den FC schon ein gutes Ergebnis.“ Hoffnung hatte den Kölnern eine Entscheidung des CAS bei Olympique Marseille gemacht. Auch der französische Erstligist war mit einer Transfersperre belegt worden, diese wurde aber gänzlich aufgehoben. Marseille legte offenbar gute Gründe vor, die eine vermeintliche Anstiftung zum Vertragsbruch widerlegten. Ob der FC die vorlegen kann, ist fraglich. Nun warten die Kölner auf das Urteil aus Lausanne. „Sollte der CAS den FC mit einer Transfersperre von einer Periode belegen, gehe ich davon aus, dass das Urteil vor der Wintertransferperiode verkündet wird“, sagt Reiter. „Der CAS wird den FC nicht mit dieser einen Sperre im Sommer belegen. Ein Sommer ohne Transfers wäre sportlich wesentlich schwerer zu verkraften, als ein Winter. Sollte die Verkündung erst im neuen Jahr anstehen, wäre das vielleicht ein gutes Zeichen. Persönlich würde ich mich für den FC freuen, wenn ich Unrecht hätte, nur mir fehlt der Glaube.“

Komplett überzeugt sind die FC-Verantwortlichen auch nicht und fahren sicherheitshalber zweigleisig. „Um alle Eventualitäten abzudecken, denken wir in allen Szenarien“, erklärte Keller am Mitwoch.

 

Serhou Guirassy: Vom Kölner Entwicklungsspieler auf Juves Wunschzettel

,
Startseite » Profis » Seite 583

Serhou Guirassy: Vom Kölner Entwicklungsspieler auf Juves Wunschzettel

Am Samstag kehrt Serhou Guirassy nach Köln zurück. 2016 verpflichteten die Kölner Verantwortlichen den Stürmer, in der Hoffnung ihn entwickeln zu können. Das gelang dem FC nicht. Nun, sieben Jahre später ist er der Top-Torjäger der Liga und wird von Klubs wie Juventus Turin umworben.

Seine vergebene Chance gegen Werder Bremen 2017 wird den meisten Kölnern noch im Sinn sein. Serhou Guirassy überzeugte beim FC eher selten. Aktuell startet der Stürmer durch. Serhou Guirassy: Vom FC-Entwicklungsspieler auf Juves Wunschzettel.

Möglicherweise war Peter Stöger seiner Zeit im Jahr 2016 schon ein wenig voraus. Seine Worte würden zumindest auch heute noch perfekt zum FC, zu Steffen Baumgart und Christian Keller passen. „Wir wollen ihn als jungen Spieler bei uns weiterentwickeln, wir glauben an sein Potenzial“, sagte der damalige Kölner Cheftrainer, als Serhou Guirassy seinen Vertrag bei den Geißböcken unterschrieb. Der Stürmer war damals zarte 20 Jahre alt, also im besten Entwicklungsalter, hatte zunächst Probleme mit dem Medizincheck und wurde dann für (damals wohl nicht sonderlich verwunderlich) fünf Jahre verpflichtet. 3,8 Millionen Euro soll das Talent, der damalige U20-Nationalspieler Frankreichs gekostet haben.

Der Wunsch des Entwickelns hielt sich für die Kölner aber in Grenzen. Auch, weil der Offensivspieler oft verletzt war, sehr oft. Guirassy kam in zweieinhalb Jahren auf 45 Einsätze, erzielte in diesen neun Tore und bereitete zwei vor. Wirkliche Torgefahr strahlte der junge Stürmer zu Beginn der FC-Zeit nur selten aus, vielmehr fiel er in dieser Phase mit technischen Schwierigkeiten auf. So wie beim 0:0 gegen Werder Bremen im Oktober 2017. Eine flache Hereingabe von Tim Handwerker schoss der frei stehende Franzose erstaunlich weit über anstatt ins leere Tor. Erstaunlich, weil er eigentlich nur einen Meter vom Kasten entfernt stand und Werder-Keeper Jiri Pavlenka längst geschlagen war. Guirassy fehlte die Technik, dabei war unbestritten, dass er ein Rohdiamant war. Dennoch: zu wenig Entwicklung, vielleicht auch eine zu langsame für den ambitionierten Aufstiegskandidaten. Bestimmt auch, weil sein späterer Trainer Markus Anfang in ihm eher einen Außenspieler als einen Stürmer sah.

Guirassy wird zur Stuttgarter Lebesnversicherung

Das Duo Simon Terodde und Jhon Cordoba war gesetzt und die Rückkehr von Anthony Modeste wohl nur noch eine Frage der Zeit. Der Franzose war bereits in Köln, wartete noch auf die Spielgenehmigung. Der FC suchte einen Abnehmer für Guirassy und fand ihn beim SC Amiens. „Dieser Wechsel ist für beide Seiten eine gute Lösung. Serhou ist ein junger, talentierter Spieler, der für seine Entwicklung regelmäßige Spielpraxis benötigt. Die können wir ihm derzeit nicht bieten“, hieß es damals von Kölner Seiten. Worte, die ebenfalls von Christian Keller hätten stammen können, aber von Armin Veh, dem damaligen Sportdirektor ausgesprochen wurden.

Zur guten Lösung wurde die Leihe in erster Linie allerdings für Amiens. Denn die Vertragspartner hatten eine Kaufpflicht in dem Kontrakt verankert, die im Falle des Klassenerhalts der Franzosen greifen würde. So musste der SC den Stürmer verpflichten. Sechs Millionen Euro brachte der Verkauf den Geißböcken und damit nicht einmal die Hälfte von dem, was die Franzosen für den Stürmer einstrichen. Denn nach anderthalb Jahren und neun Saisontoren wechselte der Stürmer zu Stade Rennes, für 15 Millionen Euro. Bis heute ist nicht vollends geklärt, ob die Kölner noch einmal mit verdienten. Auf eine ordentliche Spielzeit 20/21 folgte eine durchwachsene beim französischen Erstligisten. Die Leihe zum VfB Stuttgart wurde möglich. Der schlaksige Stürmer sollte die Nachfolge von Sasa Kalajdzic antreten, wurde aber so viel mehr. Mit elf Toren in 22 Spielen war Guirassy plötzlich die Lebensversicherung der Schwaben.

Juve soll an Guirassy interessiert sein

Und diese ließ sich der VfB nicht nur in diesem Sommer als Kaufoption rund neun Millionen Euro kosten. Dem Vernehmen nach wurde mit der Unterschrift das Gehalt ordentlich in die Höhe geschraubt. So sehr, dass die ersten namhaften interessierten Klubs erschrocken das Portemonnaie wieder geschlossen haben. Unter anderem waren der FC Fulham und Ajax Amsterdam im Sommer an einer Verpflichtung interessiert. Nun bleibt der Stürmer in Stuttgart. Zum Glück für die Schwaben. Denn Guirassy hat in den ersten fünf Saisonspielen zehn Tore geschossen, den VfB damit jetzt schon in erstaunlich ruhige Fahrgewässer geführt. Ein Konkurrent im Abstiegskampf wird Stuttgart für den FC in dieser Saison wohl nicht mehr. Und Guirassy hat weiteres Interesse geweckt. Wie gleich mehrere italienische Medien berichten, ist unter anderem Juventus Turin an dem einstigen Entwicklungsspieler der Kölner interessiert, er soll eine Ausstiegsklausel in Höhe von 20 Millionen Euro besitzen. Gut möglich, dass es den Angreifer schon im Winter Richtung Italien zieht. Der Marktwert wird von Gool.ai mittlerweile auf 18 Millionen Euro gerechnet. Allerdings soll es beim VfB angeblich Überlegungen geben, Guirassy die Ausstiegsklausel abzukaufen.

Aber was macht den Stürmer so stark? In erster Linie ist die Torquote von zehn Treffern in fünf Spielen mehr als nur beeindruckend. Zumal er sowohl aus der Distanz, mit dem Kopf und als Abstauber traf. Guirassy hat ein beeindruckendes Stellungsspiel, aktuell ein Gespür für die richtigen Laufwege und er findet immer wieder die Räume, um zu Chancen zu gelangen. Dabei initiiert er diese auch selber, tritt als Torschussvorlagengeber in Erscheinung. Er ist stark im Eins-gegen-eins, das er auch immer wieder sucht und absolviert erstaunlich viele Sprints. In den vergangenen Jahren hat der Angreifer zudem massiv an seiner Physis gearbeitet. Die aktuell einzig offenkundige Schwäche ist die Defensivarbeit des Angreifers.

Die Entwicklung war so natürlich nicht abzusehen

Vom Kölner Chancentod auf den Wunschzettel von Juventus Turin – hat der FC bei diesem Transfer also alles falsch gemacht? Das ist definitiv zu einfach gedacht und im Nachhinein leicht zu sagen. Auch, wenn es den Anschein macht, als habe der FC Millionen in den Wind gesetzt. Nicht jeder junge Spieler schlägt ein. Als der FC Guirassy ziehen ließ, war die heutige Entwicklung beim besten Willen nicht abzusehen. Und auch in der Folgezeit in Frankreich war der Stürmer kein schlechter Spieler, aber bislang eben bei keiner Station ein überragender. Nicht umsonst konnte der VfB Guirassy problemlos ausleihen. Rennes hatte damals für knapp 50 Millionen Euro zwei Angreifer verpflichtet, Guirassy drohte die Bank, wenig Einsatzzeit – nur noch die Rolle des Jokers.

Der Stürmer erzielte zwar auch in der Vorsaison elf Tore, die technischen Schwierigkeiten schimmerten aber auch in der vergangenen Spielzeit immer wieder durch. Unterm Strich kassierten die Kölner mindestens sechs Millionen Euro für einen Spieler, den sie für vier Millionen verpflichtet hatten und der in Köln aus diversen Gründen nicht zünden wollte. Für die damalige Zeit ein guter Deal. Der FC hat zumindest schon schlechtere eingefädelt. Am Samstag kehrt der Angreifer zurück nach Köln. Mit Akteuren wie Benno Schmitz, Dominique Heintz und Florian Kainz trifft er auf einige alte Bekannte. Ob das hilft, den Angreifer in den Griff zu bekommen, wird man dann sehen.

So könnte der FC gegen Stuttgart spielen

Pressekonferenz beim FC: Das sagt Baumgart zu Stuttgart und seinem Personal

,
Startseite » Profis » Seite 583

Pressekonferenz beim FC: Das sagt Baumgart zu Stuttgart und seinem Personal

Fünf Spiele, ein Punkt. Das soll sich am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart ändern. Auf der Pressekonferenz äußerte sich Steffen Baumgart zum Gegner und seinem Personal.

Nach der Niederlage gegen Bremen steht am kommenden Samstag das Heimspiel gegen Stuttgart auf dem Spielplan. Das sagt Steffen Baumgart zu Stuttgart und dem Personal.

Ungewohnt nachdenklich, vielleicht sogar ratlos wirkte FC-Trainer Steffen Baumgart am vergangenen Samstag nach der Pleite gegen Werder Bremen. Der Trainer hatte ganz offensichtlich noch Probleme, vor allem die zweite Halbzeit, vielmehr den Leistungsabfall seiner Profis in eben jener, einzusortieren. Das Spiel hatte Spuren und Fragen hinterlassen. „Die Fragen und Antworten waren uns schnell klar. Sie waren uns aber auch schon auf dem Platz zum Teil klar. Es ist immer die Frage, wie du die Antworten dann auf dem Platz umgesetzt bekommst, wenn es mal nicht so läuft“, sagte der Trainer am Donnerstag, nachdem er am Mittwoch eine lange Video-Analyse für sein Team anberaumt hatte.

Der Trainer will sich aber nicht länger mit den schlechten Dingen aufhalten, er will wieder die positiven Aktionen auf dem Platz sehen und in den Vordergrund rücken. „Ich habe die Jungs gebeten, dass wir jetzt auch Schluss mit den Auswertungen machen. Wir haben noch einmal die Sachen angesprochen, die für unser Spiel wichtig sind. Entscheidend ist die Umsetzung auf dem Platz. Wir wissen schon was wir machen. Es ist uns bislang aber in 90 Minuten nicht gelungen.“

Baumgart: „Sie haben ja nicht nur einen Torschützen“

Das soll nun aber gegen den VfB Stuttgart gelingen. Keine leichte Aufgabe, denn der VfB hat einen Lauf. „Die Stuttgarter spielen einen sehr guten Fußball. Die gewinnen ja nicht nur deutlich, sondern sind dem Gegner in Phasen auch überlegen“, sagte der Trainer. Vor allem in der Offensive scheinen sie aktuell den meisten Bundesligisten überlegen zu sein. Serhou Guirassy erzielte bereits zehn Treffer in fünf Spielen, wird mittlerweile von halb Europa gejagt. „Sie haben ja nicht nur einen Torschützen. Der ist zwar sehr auffällig durch die geschossenen Tore, aber sie haben vier Offensivkräfte da vorne. Es ist schon interessant zu sehen, wie sie gemeinsam agieren. Da sieht man klare Abläufe. Sie machen es einfach sehr sehr gut. Sie erarbeiten sich viele Torchancen“, sagt Baumgart. „Am Ende sind wir aber in der Bundesliga und da kann jeder jeden schlagen.“ Man wolle nun wieder erfolgreicher Fußball spielen: „Und das bedeutet für uns, drei Punkte gegen Stuttgart holen.“

Personell sieht sich der Kölner Trainer für diese Aufgabe den Umständen entsprechend gerüstet. „Es sieht eigentlich sehr gut aus. Bis auf die Langzeitverletzten sind alle mit dabei“, sagt der Trainer. „Rasmus Carstensen wird wieder dabei sein. Es sind alle bereit.“ Eric Martel fällt dagegen weiterhin aus. Der Sechser war zu Reha-Einheiten in Augsburg, wird aber in der kommenden Woche wieder am Geißbockheim verweilen. „Dann werden wir mit ihm ins Training gehen und dann werden wir erste Prognosen abgeben können“, sagt Baumgart. Aber: „Wir gehen davon aus, dass er in der Länderspielpause zurückkehrt.“ Ob der Kölner Trainer die Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche umstellt, ließ er bewusst offen. „Ob es große Wechsel gibt, will ich noch nicht sagen. Da lassen wir uns überraschen“, sagt Baumgart. „Es wird aber auf jeden Fall entscheidend sein, über einen langen Zeitraum Intensität auf den Platz zu bringen.“

Aufgrund mangelnder Leistung wird der Trainer jedenfalls keine Wechsel vornehmen. „Ich habe bisher keinem etwas vorzuwerfen“, sagt Baumgart. „Es gibt also keine Gedankengänge, wer das vielleicht besser macht. Es gibt Gedanken, wer passt besser auf das Spiel.“

 

Folgt uns auf:

Krise des 1. FC Köln weckt Erinnerungen: Hoffen statt Bangen

,
Startseite » Profis » Seite 583

Krise des 1. FC Köln weckt Erinnerungen: Hoffen statt Bangen

Mit nur einem Punkt aus fünf Spielen ist der FC denkbar schlecht in die Saison gestartet. Erinnerungen werden wach. Allerdings ist man rund um das Geißbockheim (noch) guter Dinge.

Die Bilanz ist alles andere als vielversprechend. Nur ein Zähler zum Saisonauftakt – das weckt Erinnerungen an einige schlechte Spielzeiten. Am Geißbockheim herrscht aber offenbar ein Motto in der Kölner Krise: Hoffen statt Bangen.

So ganz wohl fühlte sich Steffen Baumgart mit dem Begriff „Krise“ noch nicht. Laut Definition könne man die aktuelle Situation mit fünf Spielen und einem Punkt wohl durchaus als „Krise“ betrachten, sagte der Trainer, er wisse aber nicht, ob das Wort richtig sei, immerhin gab er aber zu, dass man sich sehr dicht an einer Krise befände. Die ist wohl punktetechnisch nicht von der Hand zu weisen. Einzig in der Spielzeit 2017/2018 standen die Kölner noch schlechter da. Der FC hatte nach dem fünften Spieltag noch keinen Punkt auf dem Konto, erst einen Treffer erzielt, 13 kassiert. Am Ende der Spielzeit stiegen die Kölner bekanntlich sang- und klanglos ab. Rund um das Geißbockheim ist von Panik aber keine Spur. „Es war jetzt nicht so, dass uns irgendeine Mannschaft an die Wand gespielt hat. Wir haben in der Mannschaft alles, was es braucht, um Bundesliga zu spielen“, sagte Timo Hübers am Mittwoch nach einer langen Analyse-Einheit. „Es wäre gut, wenn wir das jetzt mal über 90 Minuten zeigen und dann auch drei Punkte mitnehmen.“

FC will den Stiefel weiter herunterspielen

Tatsächlich zeigten die Kölner gerade in den Begegnungen gegen Dortmund und Hoffenheim ansprechende Leistungen. Nur eben nicht über die angesprochenen 90 Minuten. Das reiche nicht, um in der Bundesliga Spiele zu gewinnen, hatte Steffen Baumgart zuletzt gesagt. Die Kritik, dass der Kader nicht mehr zu der Spielidee von Trainer Baumgart passe, wollte Sportdirektor Christian Keller auf der Mitgliederversammlung am Abend nicht gelten lassen. „Es ist sicher nicht so, dass aktuell die Spiele nicht erfolgreich ausgetragen werden, weil die Spielidee nicht zu Kader passt. Es liegt nicht an der Spielidee, es liegt an der konsequenten Umsetzung dieser Idee“, erklärte der 46-Jährige. „Plastisch ausgedrückt: Vorne sind ein paar Jungs gelaufen, hinten waren einige geparkt, dazwischen gab es eine große Lücke. Dann bekommst du keinen Zugriff mehr. Damit bekommt der Gegner Dominanz, aber nicht weil er besser spielt. Das macht er, weil wir nicht konsequent unsere Spielidee umgesetzt haben. Wir müssen unsere Prinzipien konsequenter umsetzen.“

Und das am besten schon gegen den VfB am Samstag. Die Schwaben befinden sich in einer erstaunlichen Form, stehen mit zwölf Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Auf die Zahlenspielchen will sich Timo Hübers nicht einlassen. „Vor einem Jahr hatten die Stuttgarter die Sorgen, die wir jetzt haben. Wir hatten ganz andere Probleme, über die wir uns jetzt freuen würden. So schnell kann es im Fußball gehen“, sagte der Innenverteidiger. FC-Trainer Baumgart sieht jedenfalls keinen Grund auf die Misere mit einer Änderung der Spielidee zu reagieren. Seinen Prinzipien würde er treu bleiben. „Uns hat die letzten Jahre ausgezeichnet, dass wir unabhängig vom Gegner unseren Stiefel heruntergespielt haben“, sagte auch Hübers. Und Baumgart: „Ich habe schon öfter die Situation gehabt, dass ich gegen die Wand gelaufen bin und die Wand hat sich nicht geöffnet. Ich habe so lange weitergemacht, bis sie sich geöffnet hat. Ich hoffe, dass sie sich rechtzeitig öffnet.“ Das Vertrauen haben Mannschaft dun Trainer zu 100 Prozent, wie Keller am Mittwochabend noch einmal betonte.

Keller: „Es gibt keine Alternative zum Optimismus“

Zwar erinnert die Situation in Teilen an die Spielzeit vor sechs Jahren, doch der Blick in die Kölner Historie darf auch Hoffnung machen. Denn der FC ist schon mehrfach mit einem Punkt aus fünf Spielen in die Saison gestartet, abgestiegen ist er in diesen Fällen nicht. Ein weiterer Baustein der Kölner Hoffnung liegt in den Rekonvaleszenten, die in den kommenden Wochen und Monaten alle nach und nach zurückerwartet werden. Bereits zur Länderspielpause Anfang Oktober könnte sich das Lazarett deutlich lichten, sollten sich nicht weitere FC-Profis eben auf diesen Reisen verletzen. So erwartet der Kölner Coach schon bald Eric Martel, Mathias Olesen und anscheinend auch Mark Uth zurück. Florian Dietz wird bereits am Wochenende bei der U21 zum Einsatz kommen. „Es gibt keine Alternative zum Optimismus“, sagte Christian Keller am Mittwoch. „Im Fußball ist ganz viel Psychologie. Ich möchte, dass unsere Mannschaft in jedes Spiel geht, mit dem Glauben, dieses Spiel gewinnen zu können. Es darf dich nie die Angst antreiben, dass du etwas verlieren kannst, vielmehr musst du an die Chance glauben, dass du etwas gewinnen kannst.“

Folgt uns auf:

Keine neuen Spieler, aber Hoffnung im CAS-Urteil

, ,
Startseite » Profis » Seite 583

Keine neuen Spieler, aber Hoffnung im CAS-Urteil

Sportdirektor Christian Keller schließt eine weitere Neuverpflichtung so gut wie aus. Stattdessen hoffen die Kölner auf ein aus ihrer Sicht positives Urteil des CAS.

Viele Themen wurden auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln angesprochen. Ein zentrales Thema war natürlich die Kaderplanung der Kölner. Dazu gab es auch konkrete Antworten: Keine neuen Spieler, aber Hoffnung im CAS-Urteil

Christian Keller benötigte zuletzt oft ein dickes Fell. Wenn er denn die Kritik in den Sozialen Medien, in so machen Kommentaren gelesen hat. Hat er offenbar, denn Keller nahm auf der Mitgliederversammlung direkte Stellung zu den Kritikpunkten. „Ich glaube, die Punkte sind wichtig“, sagte der Sportdirektor, er wolle direkt auf die Kritik eingehen. Und dann erklärte der 46-Jährige souverän, warum er den akuten Kurs beim FC fahre und den Klub eben nicht kaputt spare. Ob man den Ausführungen des Geschäftsführers folgen wollte oder nicht, Keller machte einen souveränen Eindruck. „Es ist richtig, dass wir den Kaderetat massiv reduziert haben. Wir haben bereits in der vergangenen Spielzeit den Kaderetat um knapp 25 Prozent reduziert. Das sind absolut fast 15 Millionen Euro gewesen“, sagte Keller und rechnete dann vor, dass der Klub ohne diesen Sparkurs wohl nur schwer hätte überleben können. Die Alternativen wären ein Investor gewesen oder „Zukunftseinnahmen zu verfrühstücken“, für Keller also beides keine Alternativen. „Unsere Aufgabe ist es, die Überlebensfähigkeit des Vereins sicherzustellen. Wenn wir diese Aufgabe ernst nehmen. Und das tun wir, dann müssen wir länger denken. Wir brauchen ein gesundes Fundament“, so Keller.

Keine vertragslosen Spieler nach Köln

Der Sportdirektor hatte sich offenbar gut vorbereitet, reagierte souverän auf Zwischenrufe, hatte die Antworten parat. Kein Wunder, er weiß, welche Themen den Mitgliedern unter den Nägeln brennen. Unter anderem treibt die Kölner Fans nach wie vor die aktuelle Personaldecke um. Und so gab Keller auch ähnlich offen wie am Deadline Day bekannt, dass es keine weiteren Neuverpflichtungen geben würde. „Nein, das tun wir nicht. Wir planen es nicht, wir schließen es aber auch nicht aus. Passieren kann immer alles“, sagt Keller. Aber: „Vertragslose Spieler sind zum aktuellen Zeitpunkt schon rund vier Monate aus dem Trainingsbetrieb raus. Vier Monate kannst du nicht einfach aufholen. Wenn du diesen Spieler jetzt verpflichtest, ist die Wahrscheinlichkeit sehr sehr hoch, dass bis wir diesen Spieler auf unsere hohe Spielintensität und auf unsere Automatismen gebracht haben, es Winter ist und sich das nächste Transferfenster öffnet.“ Ähnlich hatte sich am Dienstag Steffen Baumgart geäußert, der zusätzlich noch erwähnte, dass seine verletzten Akteure zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich auch wieder fit sein würden.

Ob der FC aber von dem geöffneten Transferfenster profitieren wird, ist nach wie vor offen. Das Urteil des internationalen Sportgerichtshofs in der Causa Jaka Cuber Potocnik ist noch nicht gesprochen. Experten rechnen mit einer Reduktion der Sperre auf eine Transferperiode. Die Kölner Verantwortlichen wirken allerdings deutlich optimistischer. „Aus unserer Sicht haben die benannten Zeugen bestätigt, dass der Sachverhalt von uns vorgetragen wurde, richtig ist. Der Spieler ist davon überzeugt, bei dem Vertragsabschluss verschiedene Zusagen bekommen hat. Diese wurde trotz mehrfacher Aufforderung nicht eingehalten. Demzufolge hat Jaka Potocnik rechtmäßig gekündigt. Genauso wurde von den Zeugen bestätigt, dass wir den Spieler nicht angestiftet haben. Dieser Sachverhalt ist am Ende aber unerheblich, wenn die Kündigung wirksam ist“, sagte FC-Vizepräsident Carsten Wettich. „Was bedeutet das? Der CAS wird seine Entscheidung treffen. Aufgrund der Zeugenaussagen sind wir zuversichtlich, dass unsere Argumentation auf positives Gehör trifft und der CAS dann die Kündigung von Jaka als rechtsmäßig erachtet und die Spielsperre gegen den Spieler und die Transfersperre gegen den FC aufheben wird.“

Keller: „Es ist ein Drahtseilakt“

Für die von vielen Fans ausgemachten Lücken im Kölner Kader wird es so oder so also keine schnelle Lösung geben. Schon am Deadline Day hatte Keller betont, dass er dem aktuellen Kader vertraue. Daran hat sich auch in der sportlichen Krise nichts geändert. „Wir kaufen nicht im höchsten Regal ein. Daraus folgt, dass es einem an Erfahrung im Kader fehlt, man nicht so viel Konstanz abliefert. Ich weiß aber, weil ich die Mannschaft und das Trainerteam jeden Tag sehe, die identifizieren sich zu 100 Prozent mit dem FC und geben ihr Bestes für diesen Club. Wir müssen dieser Mannschaft und diesem Trainerteam Vertrauen schenken. Im Fußball wird sehr schnell hinterfragt, in den seltensten Fällen ist das erfolgreich“, sagte Keller. „Wenn man Vertrauen gibt, wird das zurückgezahlt. Es ist ein Drahtseilakt, wir probieren wirtschaftliche Gesundung und sportlichen Erfolg in eine Balance zu bringen, um den FC langfristig nach vorne zu bringen. Wir werden das hinkriegen, wenn wir zusammenhalten und zusammen agieren. Dann ist die Wahrscheinlichkeit immens hoch, dass wir es diese Saison wieder hinkriegen.“ 

So bewerten wir die Kölner Spieler – die Einzelkritik

Das sagen die FC-Bosse zur Kaderplanung, CAS und Geißbockheim

, ,
Startseite » Profis » Seite 583

Das sagen die FC-Bosse zur Kaderplanung, CAS und Geißbockheim

Auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend sprachen die Kölner Verantwortlichen und äußerten sich unter anderem zur Kaderplanung und zum Geißbockheim.

Auf der Mitgliederversammlung des FC wurden viele Themen besprochen: Das sagen die FC-Bosse zur Kaderplanung, CAS und Geißbockheim

Thema Kader und Sparen beim 1. FC Köln

Christian Keller zum Sparen: Ich möchte damit starten, was ich in den vergangenen Wochen immer mal wieder gehört habe. Ich glaube, die Kritikpunkte sind wichtig. Der erste Kritikpunkt ist, Keller spare den Verein kaputt und keiner mache etwas dagegen. Der zweite Kritikpunkt, der daran gekoppelt ist: Der Kader ist auf einzelnen Positionen zu dünn besetzt. Zu Punkt 1: Es ist richtig, dass wir den Kaderetat massiv reduziert haben. Wir haben bereits in der vergangenen Spielzeit den Kaderetat um knapp 25 Prozent reduziert. Das sind absolut fast 15 Millionen gewesen. Wir haben 12.4 Millionen Euro Gewinn gemacht. Wir haben gehört, dass wir zwei Sondereffekte a zehn Millionen Euro zum Ergebnis beigetragen haben. 12.4 minus zwei Mal 10 ab, sind wir negativ. Ziehen wird davon noch einmal die 15 Millionen ab, sind wir akut negativ. Das hätte für uns tief rote Zahlen bedeutet. So rote Zahlen, dass der FC sie nach der Pandemie nicht verkraftet hätte. Die Überlebensfähigkeit wäre akut gefährdet. Das sind einfach nackte Fakten.

Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir eine negative Liquidität ausgewiesen. Es hätte sonst nicht nur Auflagen sondern auch Bedingungen gegeben. Wenn sie mich fragen, war es alternativlos. Nein, es war nicht alternativlos. Option 1: Man kann immer versuchen, einen Investor mit an Bord zu holen. Wir sind uns alle einig, dass das der FC nicht machen möchte. Option 2: Wir hätten das machen können, was wir in der Pandemie gemacht haben und/oder weitere Erträge aus der Zukunft zu verfrühstücken. Und über diesen Punkt kann man streiten. Wir sagen, und da schließe ich den Vorstand und meine Kollegen aus der Geschäftsführung mit ein: nein, das können wir nicht weitermachen. Und warum? Unsere größte Aufgabe ist es, einen guten Tabellenplatz zu erzielen. Den hätte ich auch gerne. Unsere Aufgabe ist es, die Überlebensfähigkeit des Vereins sicherzustellen. Wenn wir diese Aufgabe ernst nehmen. Und das tun wir, dann müssen wir länger denken. Wir brauchen ein gesundes Fundament. Wir haben damit angefangen. Wir brauchen keine Sondereffekte mehr.

Keller zur Kaderplanung: Wir kaufen nicht im höchsten Regal ein. Daraus folgt, dass es einem an Erfahrung im Kader fehlt, man nicht so viel Konstanz abliefert. Ich weiß aber, weil ich die Mannschaft und das Trainerteam jeden Tag sehe: Die identifizieren sich zu 100 Prozent mit dem FC und geben ihr Bestes für diesen Club. Wir müssen dieser Mannschaft und diesem Trainerteam Vertrauen schenken. Im Fußball wird sehr schnell hinterfragt, in den seltensten Fällen ist das erfolgreich. Wenn man Vertrauen gibt, wird das zurückgezahlt. Es ist ein Drahtseilakt, wir probieren wirtschaftliche Gesundung und sportlichen Erfolg in eine Balance zu bringen, um den FC langfristig nach vorne zu bringen. Wir werden das hinkriegen, wenn wir zusammenhalten und zusammen agieren. Dann ist die Wahrscheinlichkeit immens hoch, dass wir es diese Saison wieder hinkriegen. Und dass der eine oder andere, der sich einen Stürmer wünscht, nächste Saison zufriedengestellt wird. Ich finde unsere Stürmer übrigens okay.

Thema CAS und Verhandlung Jaka Cuber Potocnik

Wettich und Keller zum CAS: „Es war ein sehr strukturiertes Hearing beim CAS. Jetzt war erstmals die Möglichkeit, die Zeugen zu hören. Am Ende sind alle Parteien bei ihren Anträgen geblieben. Aus unserer Sicht haben die benannten Zeugen bestätigt, dass der Sachverhalt von uns vorgetragen wurde, richtig ist. Der Spieler ist davon überzeugt, bei dem Vertragsabschluss verschiedene Zusagen bekommen hat. Diese wurde trotz mehrfacher Aufforderung nicht eingehalten. Demzufolge hat Jaka Potocnik rechtmäßig gekündigt. Genauso wurde von den Zeugen bestätigt, dass wir den Spieler nicht angestiftet haben. Dieser Sachverhalt ist am Ende aber unerheblich, wenn die Kündigung wirksam ist. Was bedeutet das? Der CAS wird seine Entscheidung treffen. Aufgrund der Zeugenaussagen sind wir zuversichtlich, dass unsere Argumentation auf positives Gehör trifft und der CAS dann die Kündigung von Jaka als rechtsmäßig erachtet und die Spielsperre gegen den Spieler und die Transfersperre gegen den FC aufheben wird“, sagt Carsten Wettich und Keller ergänzt: „Es ist extrem schwer, etwas zu belegen, was man nicht gemacht hat.“

Thema Ausbau Geißbockheim

Wolf und Sauren zum Geißbockheim-Ausbau: „Das Thema brennt uns zu recht unter den Nägeln. „Auch wenn man nicht jeden Tag in den Medien davon liest, wir sind mit Hochdruck dabei, eine Lösung für unser Leistungszentrum zu finden“, sagte Vizepräsident Ecki Sauren. Präsident Werner Wolf ergänzte: „Die Idee war, mit Marsdorf als vollwertige Alternative weiterzumachen. Ich kann natürlich verstehen, dass der eine oder andere genervt sagt und genervt ist: Das Tempo ist nicht richtig. Es nutzt aus unserer Sicht wenig, mit einem Wegzug aus Köln zu drohen. Wir werden nicht der 1. FC Troisdorf oder der 1. FC Brühl werden, wir sind der 1. FC Köln und an diese Stadt gekettet. Es nützt nichts laut zu schießen“, sagte Wolf. „Wir kommen damit nicht weiter, auch wenn man eine Menge Applaus bekommen. Wir arbeiten seit 2014 daran und haben immer noch kein präsentables Ergebnis. Man hat vor der letzten Wahl darauf gesetzt, dass die Erweiterung im Grüngürtel nicht passiert. Wir leben in einer Demokratie. Wir haben keine Alternative. Klar, kann man darauf schlagen. Aber das ist nicht meine Art. Wir haben ein gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Es ist ein kompliziertes Vorgehen. Der Ball ist in den Händen der Politik und die nehmen uns ernst. Wir gehen in kein wirtschaftliches Risiko rein. Es nützt nichts, öffentlich zu schießen“, so Wolf.

„Entweder die Stadt Köln ermöglicht uns den Bau im Grüngürtel, so wie es uns der Rat schon mal zugesagt hat oder die Stadt hilft uns dabei, den Standort Marsdorf zu verwirklichen. Das muss wirtschaftlich zu realisieren sein. In den vergangenen Wochen haben die Vertreter einen großen Schritt auf uns zugemacht. Die Richtung stimmt, die Größenordnung stimmt noch nicht. Wir bleiben eng am Ball. Eine einfache, schnelle Lösung gibt es nicht.“

So bewerten wir die Kölner Spieler – die Einzelkritik

Zahlen haben sich deutlich verbessert

, ,
Startseite » Profis » Seite 583

Zahlen haben sich deutlich verbessert

Der 1. FC Köln hat auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend die Geschäftszahlen der abgelaufenen Saison präsentiert. Diese haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert.

Wirklich überraschend kam die Nachricht am Mittwochabend nicht mehr: FC-Bosse präsentieren Geschäftszahlen. Das gab Geschäftsführer Philipp Türoff vor knapp 1200 Mitgliedern auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln in der Lanxess-Arena bekannt.

Die Zahlen seien „deutlich verbessert“, sagte der 47-Jährige. Demnach habe der FC mit einem Umsatz von 172,2 Millionen Euro sowie einem Gewinn von 12,4 Millionen Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr ein deutlich besseres Ergebnis als in der Vorsaison erzielt. Im Vorjahr lag der Umsatz des FC bei 148,4 und der Jahresgewinn bei -15,7 Millionen Euro. Zudem haben die Kölner die Verbindlichkeiten von 66 Millionen Euro auf 50,5 senken können. „Wir haben vor allem durch Sondereffekte ein starkes Jahr mit einem guten Ergebnis hingelegt“, sagte Türoff. „Mit großer Disziplin sind wir dabei unserem Ziel nähergekommen, den FC in seinen Kostenstrukturen so aufzustellen, dass zukünftig auch ohne Sondereffekte positive Geschäftsergebnisse erreicht werden können. Wir müssen diesen Weg konsequent weitergehen, um den FC auf einem dauerhaft stabilen Fundament wachsen zu lassen.“ So konnten die Geißböcke das Eigenkapital auf 15,7 Millionen Euro hochschrauben. Die Lizenz für die Bundesliga habe der Verein ohne Auflagen erhalten.

Türoff: „Das Geld war schon weg, bevor wie es verdient haben“

Neben der Senkung der Personalkosten sowie den Einnahmen aus der Teilnahme an der Conference League haben die Kölner auch durch den Verkauf von Salih Özcan und Anthony Modeste für insgesamt rund zehn Millionen Euro das Plus erzielt. „Wir gehen unsere Schritte zu wirtschaftlichem Wachstum mit einem klaren Plan und sehr transparent. Der beste Rückenwind für den FC ist Geschlossenheit und Kontinuität“, sagte der 47-Jährige. Die Zahlen der Kapitalgesellschaft sind nur ein vorläufiges Ergebnis, der Jahresabschluss wird erst im kommenden Monat finalisiert. „Wir dürfen uns über diese Zahlen freuen, die sind gut. Man muss aber auch verstehen, dass dieses Geld jetzt nicht bei uns in der Kasse herumliegt“, sagte Türoff. „Sanierung bedeutet, das Geld war schon weg, bevor wir es jetzt verdient haben. Wir müssen den Weg der finanziellen Gesundung weitergehen. Wir haben ein wichtiges Signal gesetzt, wir sind aber noch nicht durch.“

Türoff wies daraufhin, dass er schon im vergangenen Jahr auf deutlich mehr als die 66 Millionen Euro Verbindlichkeiten hinwies. Unter anderem sprach der Geschäftsführer damals schon von einem vorverkauften Sponsoring. „Es wurden im Grund schon Einnahmen der Zukunft verfrühstückt, als es dem FC schlecht ging. Diese Rückführung schließt sich in das abgeschlossene Geschäftsjahr, aber auch in das kommende.“ Von diesen fehlenden Einnahmen sei der FC auch in der Spielzeit 23/24 immer noch belastet. Türoff wies auch daraufhin, dass in den 15 Millionen Euro Eigenkapital auch die Genussrechte enthalten sind. Diese (rund acht Millionen Euro) werden auch zurückgeführt werden müssen. Dennoch befinde man sich auf einem guten Weg und verfüge nun auch über etwas „Handlungsspielplan“.

So bewerten wir die Kölner Spieler – die Einzelkritik

Mixed-Zone mit Abwehrchef: Das sagt Timo Hübers zur aktuellen Situation und dem Gegner

,
Startseite » Profis » Seite 583

Mixed-Zone mit Abwehrchef: Das sagt Timo Hübers zur aktuellen Situation und dem Gegner

Gegen Werder Bremen machte die Kölner Hintermannschaft am Samstag nicht die beste Figur. Überhaupt ist die Lage beim FC nicht die beste. Timo Hübers glaubt an baldige Erfolge. Wenn möglich, schon gegen Stuttgart.

Für den 1. FC Köln steht nach den ersten fünf Spieltagen ein Punkt auf dem Konto. Am Samstag sah auch die Kölner Defensive nicht besonders gut aus. Nun trifft der FC auf den VfB Stuttgart. Das sagt Timo Hübers zur aktuellen Situation und dem Gegner.

Für Timo Hübers und seinen Innenverteidiger-Partner Jeff Chabot gab es sicherlich schon dankbarere Zeiten. Gegen Bremen sahen die beiden Abwehrspieler des 1. FC Köln bei beiden Gegentreffern nicht besonders gut aus, auch wenn die Fehlerkette an einem anderen Punkt begann. Die Leistung stimmte einigermaßen, der Ertrag am Ende des Spiels war überschaubar: Null Punkte. Damit befindet sich der FC wohl endgültig in einer handfesten Krise. „Die sportliche Situation ist unbestritten. Wir haben jetzt auch genug darüber gesprochen, dass wir gerne mehr Punkte gehabt hätten“, sagt der Abwehrspieler am Mittwoch, fügte aber hinzu: „Es war jetzt nicht so, dass uns irgendeine Mannschaft an die Wand gespielt hat. Wir haben in der Mannschaft alles, was es braucht, um Bundesliga zu spielen. Es wäre gut, wenn wir das jetzt mal über 90 Minuten zeigen und dann auch drei Punkte mitnehmen.“

Für Hübers besteht kein Grund zur Panik

Doch die Aufgabe ist keine leichte. Der FC trifft auf die formstarken Stuttgarter. Die Schwaben belegen aktuell den dritten Tabellenplatz. „Uns hat die letzten Jahre ausgezeichnet, dass wir unabhängig vom Gegner unseren Stiefel herunter gespielt haben“, sagt Hübers. Und: „Vor einem Jahr hatten die Stuttgarter die Sorgen, die wir jetzt haben. Wir hatten ganz andere Probleme, über die wir uns jetzt freuen würden. So schnell kann es gehen“, sagt der Abwehrmann. „Und das, obwohl sich die Mannschaften nicht groß verändert haben. Für uns ist in diesem Jahr genauso alles drin, wie es vor einem Jahr für Stuttgart drin gewesen ist.“ Punktetechnisch befinden sich die Kölner zweifelsohne in einer Krise, ein Grund zur Panik sieht der 26-Jährige aber nicht. „Es ist ja schon so, dass wir Dinge, die wir gut gemacht haben auch schon mal über 90 Minuten lang gut hinbekommen haben.“ Jetzt ginge es darum, diese erneut über 90 Minuten auf den Platz zu bekommen.

Dazu gab es am Mittwoch eine längere Videoanalyse, in der sich die Kölner einige Dinge anschauten. „Dem Trainer ist es wichtig, dass wir das, was wir spielen können, auch auf den Platz bringen. Dass jeder einzelne Spieler seine beste Leistung abruft“, sagt Hübers. Das solle dann auch mit dem Spiel kombiniert werden, dass die Mannschaft vor dem Duell besprochen habe. „Wir machen und tun. Man kann keinem vorwerfen, dass er auf dem Platz nicht alles geben würde. Es geht jetzt darum, die Power, die man hat, bestmöglich einzusetzen. Man sieht, dass alle Bock haben. Wenn kein Ehrgeiz da wäre, wäre es schlimmer.“ Für Euphorie sollte in Köln jedenfalls gesorgt sein. „Wir haben ein Heimspiel. Jeder, der schon mal im Stadion war, weiß, dass es etwas besonderes ist. Wir versuchen die Power von den Rängen mit in unser Spiel zu bringen.“

 

Folgt uns auf:

Darum sind vertragslose Spieler beim FC wohl kein Thema

,
Startseite » Profis » Seite 583

Darum sind vertragslose Spieler beim FC wohl kein Thema

Ein Punkt aus fünf Spielen lautet die Bilanz des 1. FC Köln zum Saisonauftakt. Dazu einige verletzte Spieler, die drohende Transfersperre. Kein Wunder, dass sich die Fans noch die ein oder andere schnelle Kaderkorrektur wünschen. Aber ist das realistisch?

Auch nach dem Deadline Day ist die Hoffnung auf den ein oder anderen neuen Spieler bei den Kölner Fans ungebrochen. Die aktuelle Lage liefert genug Gründe dazu. Aber: Warum vertragslose Spieler beim FC wohl kein Thema werden

So recht wollte FC-Trainer Steffen Baumgart nicht mit der Sprache rausrücken. Man beschäftige sich natürlich mit vertragslosen Spielern. Demnach wisse man auch, wer da gerade auf dem Markt zu haben sei. Aber konkret sei da nichts. Konkret ist es bei der direkten Konkurrenz. Der FSV Mainz hat gerade erst auf die sportliche Misere reagiert. Mit nur einem Punkt belegen die Rheinhessen aktuell den letzten Tabellenplatz, liegen wenn auch „nur“ aufgrund der Torbilanz hinter dem FC. In Sachen Neuverpflichtung haben sie den Kölnern aber etwas voraus. Am Montag nahmen die 05er den Defensivspieler Josuha Guilavogui unter Vertrag, in der vergangenen Woche den Offensivmann Anwar El Ghazi. Immerhin Spieler, die bereits für Frankreich und die Niederlange Länderspiele absolviert haben, die über reichlich Erfahrung verfügen. Am Dienstag erklärte der Kölner Trainer, dass es in der jetzigen Situation auf eben erfahrene Spieler ankomme, man würde sicher nicht nach den kleinsten Strohhalmen, also den Nachwuchsspielern, greifen. Allerdings meinte Baumgart mit seinen Worten seine erfahrenen Spieler.

Der Markt bietet Spieler für die neuralgischen Punkte

Dabei gibt es auf dem Markt aktuell Spieler für die neuralgischen Kölner Punkte. Für die Sechs beispielsweise Jean-Philippe Gbamin, der unter anderem für Mainz spielte, dessen Marktwert noch immer bei rund vier Millionen Euro liegt oder den ehemaligen französischen Nationalspieler Morgan Schneiderlin. Doch aktuell deutet nicht viel auf weitere Neuverpflichtungen hin. „Bei den Jungs, die jetzt auf dem Markt sind, sind viele gute Fußballer dabei. Aber sind sie auch in der Lage, dir relativ schnell zu helfen oder ist es so, dass sie erst zum gleichen Zeitpunkt bereit sind, wie unsere verletzten Spieler, die dann wieder da sind“, sagte Baumgart. „Wir wissen, wer auf dem Markt ist. Das bedeutet aber nicht, dass wir irgendjemanden holen oder sagen, jetzt muss es der sein oder der sein.“

Soll wohl heißen: der Trainer glaubt nicht daran, dass er vertragslose Spieler finden, verpflichten und vor der Rückkehr seiner angeschlagenen Spieler auf den Baumgartschen Fußball drillen kann. Und das ist ein durchaus realistischer Gedanke. Baumgart sprach in den vergangenen Jahren immer wieder davon, dass Neuverpflichtungen Zeit benötigen, sich an den intensiven Fußball des 51-Jährigen zu gewöhnen. So sagte er es im Sommer unter anderem bei Rasmus Carstensen, im vergangenen Winter bei Davie Selke. Zumal Baumgart bei den Spielern auf dem Markt möglicherweise zusätzliche Trainingsrückstände sieht. „Da bin ich auch nicht der Richtige für, weil ich es immer schwierig finde, jemanden aus dem Urlaub oder aus der Arbeitslosigkeit zu holen und zu sagen ‚Du bist jetzt der Richtige‘. Das liegt vielleicht auch ein bisschen an mir.“ Zwar trainierten Eric Martel und Mathias Olesen im Reha-Bereich – bei beiden war man ursprünglich aber davon ausgegangen, dass sie Richtung Leverkusen-Spiel, spätestens zur Länderspielpause wieder fit sein dürften.

Verletzte kehren nach und nach zurück

Auch Mark Uth soll laut Baumgart in dieser Phase wieder ein Thema werden können. Die Lage entspannt sich also – zumindest aus den Augen der Kölner Verantwortlichen. Denn die Fans hatten sich auch vor der Verletzung von Eric Martel einen weiteren Sechser, vor der Verletzung von Davie Selke einen weiteren Angreifer gewünscht. Das Credo: der Kader ist zu dünn besetzt – gerade auch in Bezug auf die mögliche Transfersperre. Wie nun im Fall Martel zu sehen war, kann es aber mit der Suche nach einem Plan B sehr schnell gehen. Und den haben die Kölner Verantwortlichen bislang auf der Sechser-Position nicht gefunden. Der Wunsch der Fans ist also verständlich. Allerdings schob Christian Keller den Hoffnungen am Deadline Day einen Riegel vor, sprach davon, dass man dem Kader vertraue, man keine Spieler hätte verpflichten können, von denen man glaube, sie würden dem Klub weiterhelfen. Sind Eric Martel und Co. wieder fit, ist der Kader auf demselben Level wie am 1. September. Die vertragslosen Spieler, die aktuell noch auf dem Markt sind, waren auch schon damals auf dem Markt und für die Kölner Verantwortlichen damals ganz offensichtlich kein Thema.

Nur die aktuelle Tabellensituation könnte in die Überlegungen noch einmal Fahrt bringen. Sowohl Keller als auch Baumgart sprachen zuletzt deutlich aus, dass ein Punkt von 15 möglichen definitiv zu wenig sei – unabhängig vom schweren Auftaktprogramm. Sollte es am Samstag die nächste Pleite gegen den VfB Stuttgart setzen, werden zumindest die Stimmen der hoffenden Fans nicht leiser werden.  

So bewerten wir die Kölner Spieler – die Einzelkritik

Darum ist Kainz Sinnbild der Kölner Lage

,
Startseite » Profis » Seite 583

Darum ist Kainz Sinnbild der Kölner Lage

Mal spielte er im Zentrum, zuletzt auf der Sechs, viele Fans wünschen sich Florian Kainz auf der Außenposition. Dabei brachte der Kölner Kapitän in allen Spielen seine Leistung, wirklich effektiv war er dabei aber nicht.

Die Position von Florian Kainz wurde nicht erst seit dem Sechser-Versuch vergangene Woche diskutiert. Aber ist die Diskussion gerechtfertigt? Nicht nur die Statistik zeigt: Darum ist Florian Kainz für den FC so wichtig.

Mehr Geschwindigkeit über die Außen, mehr Kreativität im Zentrum und der Wunsch mit Luca Waldschmidt und Florian Kainz beide Leistungsträger nebeneinander in der Startelf stehen zu haben – die Gedanken von FC-Trainer Steffen Baumgart hinter der überraschenden Startformation im Duell gegen Bremen sind durchaus nachvollziehbar. Dennoch ließ die Kritik in den Sozialen Medien gerade an der Rolle des Österreichers nach dem 1:2 bei Werder nicht lange auf sich warten. Kainz habe auf einer Position gespielt, die er nicht beherrsche, hieß es in diversen Kommentaren.

Dabei konnte sich der Leistungsnachweis des Kölner Kapitäns durchaus sehen lassen. Mit 11,2 Kilometern lief nur Benno Schmitz mehr, einzig Leart Pacarada kam auf mehr Ballkontakte – zudem schlug Kainz drei Flanken, gab selbst zwei Torschüsse ab und gab fünf Torschussvorlagen. Mit seiner Ecke vor dem zwischenzeitlichen 0:1 durch Davie Selke war er auch direkt an einem Tor beteiligt. In der Defensive konnte der Österreicher nicht an die Qualitäten eines Eric Martel anknüpfen – weder von der taktischen Ausrichtung, noch von den reinen Zahlen wie Zweikampf- oder Passquote, dennoch lieferte er auch in der Rückwärtsbewegung eine durchaus ordentliche Partie.

Kainz‘ Leistung steht symptomatisch für die Lage des FC

Davon war vor dem Spiel nicht zwingend auszugehen, denn zum einen sucht Kainz aktuell seine Effektivität, zum anderen spielte er auf einer Position, die er bislang noch nicht bekleidete. Dass der 30-Jährige ausgerechnet auf der Sechs eins seiner besseren Saisonspiele absolvierte, hätte insofern überraschen können. Nicht den Trainer: „Kainzi ist als Kapitän vorangegangen“, erklärte Steffen Baumgart in einem Nebensatz nach dem Spiel. Ein Nebensatz, der aber die enorme Bedeutung seines Spielführers, gleichzeitig aber auch die Problematik wiedergibt.

Der Mittelfeldspieler ist Baumgarts verlängerte Arm, soll die Mannschaft führen – auf und neben dem Platz. „Kainzi hat sich sehr gut entwickelt und Führung übernommen, zudem hat er ein großes Standing in der Mannschaft. Dadurch war es aus meiner Sicht eine ganz normale Wahl“, hatte Baumgart im Sommer gesagt, als er Kainz zum Spielführer ernannte. Es war eine logische Wahl. Kainz startete in seine fünfte komplette Saison bei den Geißböcken, ist mit seinen 132 Einsätzen einer der dienstältesten Kölner Akteure und war in der vergangenen Spielzeit einer der absoluten Leistungsträger. Es ist folgerichtig, dass der Trainer auf Kainz zählt.

Kainz

Florian

17

Flanken

10

Torschussvorlagen

Zum kompletten Ranking

Der Mittelfeldspieler steht aber aktuell auch symptomatisch für die Situation der Kölner. Viel Einsatz und harte Arbeit, dafür aber wenig Ertrag. Denn in den Offensivaktionen an sich gehört der 30-Jährige zu den Topspielern des Teams, zum Teil auch der Liga. Einzig Leart Pacarada schlug mehr Flanken insgesamt und auch aus dem Spiel heraus. In beiden Kategorien gehören die Akteure zu den Top-5 der Liga. Auch, weil der Kölner Spielführer eben nicht nur im Zentrum gespielt, sondern auch immer wieder den Weg auf die Außen gesucht hat. Kainz gab zudem die meisten Torschussvorlagen (10), ist auch hier in der Top-15 der höchsten deutschen Spielklasse zu finden und schoss fünf Mal aufs Tor. Nur Dejan Ljubicic (7), Luca Waldschmidt (8) und Davie Selke (7) sind in dieser Kategorie mannschaftsintern besser.

Zudem leitet der Kölner Kapitän mit einigen Pässen, den sogenannten second und third Assists, Kölner Großchancen ein und ist neben Pacarada für die Standards verantwortlich. Dass Kainz auf der zentralen Position verschenkt sei, wie es bei einigen Fans in den Sozialen Medien heißt, ist also statistisch nicht belegbar. Und dennoch ist der rein zählbare Ertrag überschaubar. Kainz hat bislang ein Tor erzielt, das per Strafstoß, noch keinen Treffer vorbereitet.

Kölner Spiel hängt von Kainz` Leistung ab

Diese vermeintliche Schwächephase erinnert doch sehr an eine der vergangenen Saison. Auch dort war Kainz ein Leistungsträger, arbeitete, rackerte. Zu Beginn der Saison auch sehr effektiv. Alleine in der Liga kam der Mittelfeldspieler bis zum 9. Spieltag auf vier Tore und fünf Vorlagen, war mit Abstand bester Scorer der Geißböcke. Das Spiel gegen Gladbach wurde ein Wendepunkt. Kainz erzielte ein Tor, bereitete ein weiteres vor und ging schließlich mit Gelb-Rot vom Platz. Fortan war das Glück des Tüchtigen dahin.

Kainz belohnte weder sich noch die Mannschaft für den großen Aufwand, den er nach wie vor betrieb. Der FC steckte in einer Formkrise, rutschte in der Tabelle bis auf Rang 13 ab und die ersten Fans sahen bereits das Abstiegsgespenst über die Tribüne huschen. Erst ein Treffer in der Nationalmannschaft, ausgerechnet vor dem Derby-Rückspiel, brachte die Wende. Kainz funktionierte wieder (ein Tor, vier Assists), der FC funktionierte wieder, der Klassenerhalt war frühzeitig in trockenen Tüchern.

Auch, wenn es nur ein (vielleicht sogar kleiner) Teil der Wahrheit ist, hängt das Kölner Spiel zwangsläufig stark mit der Leistung, aber vor allem der Effektivität des Kapitäns zusammen. Wie nahe dort Freud und Leid beisammen liegen, zeigte die Schlussphase gegen Bremen, als sowohl Steffen Tigges als auch Damion Downs nur um Zentimeter an Jiri Pavlenka und dem Außenpfosten scheiterten. Beide Flanken kamen vom Kölner Kapitän, Kainz hätte die ersten beiden Assists der laufenden Saison einstreichen können. Insofern wird Baumgart auf seinen Mittelfeldmann nur schwer verzichten wollen. Die Fan-Forderung nach Einsätzen über Außen lässt sich allerdings nur schwer mit Baumgarts Wunsch nach Tempo-Fußball über die Flügel vereinbaren. Da ist Kainz der falsche Spielertyp. Da auch ein Luca Waldschmidt ein Unterschiedsspieler sein kann, heißt es für Baumgart kreative Lösungen zu finden. So oder so: Florian Kainz sollte ein Teil davon sein.

So bewerten wir die Kölner Spieler – die Einzelkritik