So bewerten wir die FC-Profis gegen Kaiserslautern
Simon Bartsch
Zwar hat der 1. FC Köln die erhoffte Reaktion auf das Debakel von Leipzig gezeigt – allerdings zu spät. Die Kölner wirkten verunsichert. Das zeigt sich auch in den Noten.
Zu spät aufgewacht, zu spät gewehrt – „Ich glaube, ich wollte als Reaktion sehen, dass die Jungs bis zum Ende auch arbeiten und machen. Das haben sie gemacht“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem Spiel. Am Ende ist Köln aber dennoch gegen einen Zweitligisten ausgeschieden. Die Einzelkritik der FC-Profis gegen Kaiserslautern
Das mangelnde Selbstvertrauen war den Kölner Profis im Pokalspiel gegen Lautern deutlich anzumerken. Zu viele Fehlpässe, zu viele individuelle Fehler, zu wenig wichtige Zweikämpfe gewonnen. Tatsächlich taten sich die Kölner mehr als eine Stunde lang schwer, fanden so gut wie gar nicht ins Spiel, trotz optischer Überlegenheit und brachten sich selbst immer wieder in Gefahr. Ausgerechnet mit der Einwechslung der beiden Rekonvaleszenten Mark Uth und Jan Thielmann lebte die Kölner Offensive auf.
So bewerten wir die FC-Profis gegen Kaiserslautern
Wieder einmal machtlos beim ersten Gegentreffer. Der abgefälschte Ball erwischte den Keeper auf dem falschen Fuß. War kurz vor dem Seitenwechsel gegen Boyd zur Stelle. Sah aber bei den Treffern zum 0:2 und 0:3 nicht besonders glücklich aus.
Knüpfte nahtlos an die Leipzig-Leistung an und die war nicht besonders gut. Fand in der Offensive so gut wie gar nicht statt, offenbarte dazu erstaunliche technische Schwierigkeiten.
Setzte in der Anfangsphase nach einer Ecke einen Kopfball knapp über anstatt ins Tor. Machte das leider auf der anderen Seite beim Schuss von Tachie deutlich treffsicherer. Der Lauterer Angreifer und der Kölner Abwehrspieler wollten auch weiterhin nicht zusammen finden. Hübers foulte vor dem 0:3 Tachie. Ritter verwandelte eiskalt per direktem Freistoß.
Fand in Boyd einen körperlich überlegenen Gegenspieler. Ließ sich von dem Angreifer einige Male düpieren. Dazu ein erstaunlicher beinahe Fehlpass per Kopf, der glücklicherweise nicht bestraft wurde.
Kam für Carstensen in die Startelf. Konnte sich nicht wirklich für die Stammelf empfehlen. Ließ beim 0:2 Redondo sträflich frei. Legte Uth immerhin das 1:3 auf.
Fiel im ersten Abschnitt einzig durch seltsame Fehlpässe und Bogenlampen auf. Blieb nach dem Wechsel bei einem Zweikampf trotz Ballbesitz und während eines Konters diskutierend stehen. Das wird Baumgart mal so gar nicht gefallen haben.
Auch er hat den Rucksack aus Leipzig mit nach Lautern gebracht. Leistete sich zu viele individuelle Fehler, war schwach im Zweikampfverhalten. Früh gefrustet, früh die ersten Frustfouls. Sah dann auf der Bank die Gelb-Rote Karte.
Das perfekte Spiel um Verantwortung zu übernehmen. Das gelang dem Kölner Kapitän so gar nicht. Fand im ersten Abschnitt so gut wie gar nicht statt. Schien dann mit der Vorlage zum 1:3 durch Thielmann zu alter Form zu finden, bis er Tomiak von hinten in die Beine sprang. Rot. Unnötig. Damit war für den FC nicht mehr viel möglich.
Hatte nach rund 35 Minuten eine Aktion, die symptomatisch für seine Saison ist: lief sämtlichen Gegenspielern mit hohem Tempo davon, hätte den Ball hinter die Kette spielen können und müssen – spielte den herbeigeeilten Abwehrspieler an. War immerhin Aktivposten auf der Außenbahn. Hatte mit dem Lattentreffer die beste Chance der schwachen ersten 60 Minuten.
Schaffte es im Angriff nicht die Bälle festzumachen. Das fiel besonders deutlich beim 0:1 auf. Dabei sollte das doch eine der Kernaufgaben eines Stürmers seines Kalibers sein. War auch sonst ungefährlich.
Suchte wenigstens den Torabschluss. Wurde gerade nach der Einwechslung von Mark Uth noch stärker, kam am Ende auf sechs Versuche.
Mit Uth kam die Wende. Der Offensivspieler sorgte umgehend für Tempo, setzte unter anderem Waldschmidt in Szene. Der 32-Jährige belohnte sich mit einem Kopfballtor.
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Der 1. FC Köln ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Kölner unterlagen dem 1. FC Kaiserslautern nach 0:3-Rückstand 2:3. Zu allem Überfluss sah Florian Kainz die Rote Karte.
Steffen Baumgart hatte sich sicherlich eine Reaktion seiner Mannschaft nach dem 0:6-Debakel in Leipzig gewünscht. Er hat es Pokal gegen Lautern zu spät bekommen, der FC lag nach einer guten Stunde 0:3 zurück. Erst in der Schlussphase drehten die Kölner auf und kamen durch Treffer der Rückkehrer Jan Thielmann und Mark Uth wieder ran. Doch es war zu spät. Der 1. FC Köln scheitert im Pokal an Lautern und scheidet einmal mehr gegen einen unterklassigen Gegner aus.
Steffen Baumgart sorgte schon bei der Startelf für eine kleine Überraschung – zumindest war von den angekündigten Wechseln nicht sonderlich viel zu sehen. Einzig Benno Schmitz stand für den erkrankten Rasmus Carstensen in der Anfangsformation. Dabei ging es dem Trainer aber nicht darum, dass die Elf vom Debakel am Samstag Wiedergutmachung betreiben sollte. „Ich glaube, dass es für das Spiel genau die beste Mannschaft ist“, sagte der Trainer vor dem Spiel im ZDF. Wie Wiedergutmachung sah die Leistung der Kölner gerade im ersten Abschnitt auch wahrlich nicht aus. Dem FC war die Verunsicherung deutlich anzusehen, immer wieder brachten sich die Geißböcke durch individuelle Fehler selbst in Gefahr.
Hübers fälscht unglücklich zum 0:1 ab
Die erste Chance gehörte bereits den Pfälzern. Nach einer Ecke des ehemaligen Baumgart-Spielers Marlon Ritter kam Boris Tomiak aus der Distanz zum Abschluss, verzog aber. Auf der anderen Seite setzte Timo Hübers den Ball nach einer Ecke über das Tor, Luca Waldschmidt beim zweiten Standard neben das Gehäuse. Die Anfangsphase gehörte zwar dem FC, der fand aber einzig bei Standards eine Möglichkeit, Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu erzeugen. Lautern kämpfte sich zunehmend ins Spiel. Dass, was Baumgart noch am Montag gefordert hatte, zeigten die Pfälzer: Körpersprache, Einstellung und Mentalität. Unter anderem ließ Terence Boyd Jeff Chabot und Eric Martel wie Slalomstangen stehen, allerdings ohne dann aber gefährlich zu werden. Anschließend verlor Davie Selke unnötig einen Ball, Lautern schaltete schnell um, den Konter nutzte Richmond Tachie zu einem Distanzschuss, den Hübers ins eigene Netz abfälschte.
Der FC benötigte ein paar Minuten, um sich zu sammeln. Zwar übernahmen die Kölner wieder die Spielkontrolle, in der Vorwärtsbewegung fiel den Geißböcken aber nach wie vor wenig ein. Und wenn, fehlte einmal mehr die Präzision. In der Rückwärtsbewegung unterliefen den Kölnern dann aber immer wieder teils haarsträubende Fehler. Chabot setzte mit einem verunglückten Kopfball Boyd genauso in Szene wie Ljubicic mit einem Fehlpass. Überhaupt erwischte der Österreicher nicht seinen besten Tag. Kurz vor der Halbzeit hätte Boyd nach einem schönen Chip-Pass erhöhen können, doch Schwäbe war zur Stelle.
Thielmann mit starkem Comeback
Baumgart stellte zur zweiten Halbzeit taktisch um, zog Kapitän Florian Kainz zurück, dafür rückte Ljubicic auf die rechte Seite und Maina auf die linke. Die Maßnahme zeigte zunächst keine Wirkung. Denn zunächst schlugen die Lauterer einmal mehr zu und das erfolgreich. Ritter verlagerte den Ball auf Kenny Redondo, der sträflich frei stand und aus 15 Metern ins lange Eck einschob. Doch endlich zeigte der FC eine Reaktion. Linton Maina zog aus 20 Metern per Dropkick ab und traf die Latte. Anschließend setzte sich der schnelle Mittelfeldspiele auf der Außenbahn durch, seine Hereingabe verpasste Waldschmidt knapp. Nach gut 55 Minuten hatte Baumgart genug von Ljubicic gesehen und brachte Mark Uth. Und der 32-Jährige brachte gleich so etwas wie Kreativität ins Spiel. Einen Pass von Kainz legte der Offensivspieler geschickt auf Waldschmidt ab, der aber einmal mehr verzog. Genauso wie 120 Sekunden später von der Sechzehnerlinie.
Kainz sieht Rot
Aber auch Lautern blieb gefährlich. Einmal mehr setzte Ritter einen Mitspieler in Szene. Dieses Mal erneut Tachie, der von Hübers nur durch ein Foul zu stoppen war. Den anschließenden Freistoß verwandelte Ritter direkt. Baumgart brachte mit Steffen Tigges und Jan Thielmann zwei frische Kräfte. Und der Kölner Youngster brachte sich direkt perfekt ein. Zunächst holte der 21-Jährige einen Freistoß heraus, dann berührte Thielmann den Ball wohl mit der Fußspitze bei einem Freistoß von Kainz, der zum 1:3 führte. Köln wollte mehr, erhöhte endlich den Druck. Eine Hereingabe von Schmitz vollendete Uth zehn Minuten vor Spielende zum Anschlusstreffer. Der FC drückte nun auf den Ausgleich und schwächte sich selbst. Kainz sprang Tomiak von hinten in die Beine und sah die Rote Karte. Zuvor hatte bereits Eric Martel Gelb-Rot gesehen – allerdings auf der Bank.
In Unterzahl gelang dem FC der erhoffte Ausgleich nicht mehr. Dabei hätten die Kölner in der Schlussminute noch einen Elfmeter bekommen können. Der Ex-Kölner und FCK-Keeper Julian Krahl rang Steffen Tigges im Strafraum nieder, Schiedsrichter Sven Jablonski ließ weiterspielen.
Fan, Balljunge, Debüt – eine besondere Heimreise für Dominique Heintz
Simon Bartsch
Am Abend ist der 1. FC Köln zu Gast beim 1. FC Kaiserslautern. Auch wenn er nicht zum Einsatz kommen sollte, für Dominique Heintz dürfte die Begegnung eine ganz besondere werden.
Auf wirklich viel Einsatzzeit kam Dominique Heintz beim 1. FC Köln in dieser Saison noch nicht. Auch am Dienstag wird er sicher nicht in der Startelf stehen. Zwar spielt Heintz für den 1. FC Köln: Es wird dennoch eine besondere Heimreise für Dominique Heintz.
So wirklich zufrieden wird Dominique Heintz mit der aktuellen Situation beim 1. FC Köln nicht sein. Der Innenverteidiger wird natürlich gewusst haben, worauf er sich bei den Geißböcken bei seiner Rückkehr einlässt. Dass es vorerst kein Vorbeikommen an der Abwehrzentrale um Timo Hübers und Jeff Chabot geben wird. Mit viel Einsatzzeit wird der Abwehrspieler jedenfalls in dieser Saison nicht rechnen können. Bislang kommt der 30-Jährige auf 14 Einsatzminuten. „Meine Rolle sehe ich darin, da zu sein, wenn die anderen mich brauchen. Ich bin ein Mannschaftsspieler, stelle mich entsprechend voll in den Dienst der Mannschaft und bin da, wenn ich gebraucht werde“, sagte Heintz im Sommer. „Die Saison ist lang, wir haben noch schwere und viele Aufgaben vor uns – und da wird jeder einzelne von uns gebraucht im Team. Ich versuche, als erfahrener Spieler Verantwortung zu übernehmen, laut voranzugehen, Stimmung reinzubringen und auch mit den jüngeren Spielern viel zu sprechen.“
Ein Einsatz ist unwahrscheinlich
Dass der 30-Jährige im Pokal am Dienstag zum Einsatz kommt, ist eher unwahrscheinlich. Zwar hat Steffen Baumgart am Montag bereits angekündigt, dass es sehr wahrscheinlich den ein oder anderen Wechsel geben wird und auch Chabot und Hübers erwischten beim 0:6-Debakel in Leipzig nicht ihren besten Tag, doch dem Kölner Trainer ist der DFB-Pokal wohl zu wichtig, als dass er die Abwehrzentrale umbauen würde. Zuletzt bekam auch Luca Kilian den Vorzug und zeigte gegen Leipzig zumindest Willen. Den Abwehrspieler meinte Baumgart sicher nicht bei seiner Körpersprachen-Kritik am Montag. Und dennoch wird die Begegnung in Lautern für Heintz eine besondere werden. Der 30-Jährige kehrt in seine Heimat zurück.
Heintz kam in Neustadt an der Weinstraße auf die Welt, wuchs in Kirrweiler knapp 30 Kilometer vor den Toren Kaiserslauterns auf. Die Leidenschaft zum Fußball kam durch den Vater, der ihn mit „auf den Betze“ nahm. In einem Interview sprach der Abwehrspieler von der Faszination, die das Stadion auf ihn schon damals hatte. Mit sieben Jahren wechselte Heintz zu den Junioren des FCK, durchlief sämtliche Jugendmannschaften, stand lange als Balljunge auf dem Platz und als Fan auf der Tribüne. Mit 19 Jahren wurde sein Traum vom Profifußball in Lautern wahr. Heintz gab im Mai 2012 sein Debüt in der Bundesliga gegen Hannover 96 – ebenfalls 14 Minuten. Ein bitteres Debüt – denn Lautern stand genau wie der FC bereits als Absteiger fest. Im Folgejahr wurde der Innenverteidiger Stammspieler, stand auch beim 3:3 gegen den FC auf dem Platz.
2015 folgte dann der Wechsel zum FC. Im vergangenen Sommer gab es Gerüchte um eine Rückkehr des Innenverteidigers nach Kaiserslautern. Kein Wunder, der Abwehrspieler gilt als besonders heimatverbunden, unterstützt lokale Vereine in der Pfalz, Lautern suchte einen Innenverteidiger, Heintz eine neue Herausforderung. Die fand der 30-Jährige beim FC. Dafür wechselte bekanntlich Nikola Soldo in die Pfalz. Im Gegensatz zu Heintz wird der junge Kroate aller Wahrscheinlichkeit nach spielen.
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Nach der bitteren Pleite am Samstag steht am Dienstag das Pokalspiel gegen Lautern auf dem Programm. Dass die Begegnung gegen den Zweitligisten kein Selbstläufer wird, zeigt unser Gegnercheck.
Am Dienstagabend (20.45 Uhr, ZDF) steht für den 1. FC Köln das Pokalspiel bei Kaiserslautern auf dem Programm. In dem Traditionsduell sollten die Kölner eigentlich favorisiert sein. Dass das Spiel aber alles andere als leicht wird, zeigt unser Gegnercheck zum 1. FC Kaiserslautern.
Mehr als eine Nullnummer war nicht drin, als der FC vor knapp zehn Jahren das letzte Mal gegen den 1. FC Kaiserslautern spielte. Zwar lieferten sich die Teams eine leidenschaftliche Begegnung mit zahlreichen Chancen, Tore gab es nicht. Schon das Hinspiel in der 2. Bundesliga fiel eher in die Kategorie trostlos, Tore fielen ebenfalls keine, ein Sieger wurde nicht gefunden. Das kann am Dienstagabend schon allein aufgrund des Reglements des DFB-Pokals nicht passieren. Doch auch ohne Elfmeterschießen und Verlängerung dürfen die knapp 50.000 Zuschauer auf dem Betzenberg mit einem wilden Spektakel und vor allem Toren rechnen. Während Lautern in den vergangenen beiden Ligaspielen sechs Tore erzielte, fingen sich die Kölner im gleichen Zeitraum sieben. Erstaunlicherweise fuhr der FC bei dieser Rechnung aber zwei Punkte mehr ein.
Lautern mit vielen Torchancen und Toren
Denn die blanke Statistik zeigt ein wenig das Problem der Überraschungsmannschaft der 2. Bundesliga. Wer sechs Tore gegen die Aufstiegskandidaten aus Hamburg und Düsseldorf erzielt, scheint über eine gute Offensive zu verfügen, der sollte aber doch mehr als nur einen Zähler einheimsen. Tatsächlich hat kein Zweitligist mehr Treffer erzielt als die Pfälzer. Auf 24 Tore kommt Lauten nach dem elften Spieltag in Liga zwei. Allerdings hat der FCK bereits 21 Gegentore kassiert. Mehr wurden nur den Abstiegskandidaten aus Schalke, Braunschweig und Osnabrück eingeschenkt. Im Gegensatz dazu war der FC bis zum Leipzig-Spiel das Team aus der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga mit den wenigsten Gegentreffern, der Sturm ist dagegen noch immer nicht mehr als ein laues Lüftchen.
Die Pfälzer verteilen ihre Torschützen auf gleich mehrere Schultern. Der erfolgreichste ist Neuzugang Ragnar Ache mit sechs Toren. Allerdings fällt der Stürmer aufgrund einer Bänderverletzung aus. Ein schwerer Verlust, Achne gab in der 2. Liga die meisten Torschüsse ab und gewann die meisten Kopfballduelle. Dafür meldete sich Terence Boyd ausgerechnet vor dem Köln-Spiel mit einem Treffer zurück. Boyd war in der vergangenen Saison ein Garant für den Klassenerhalt des Aufsteigers, hatte in dieser Spielzeit allerdings seine Anlaufschwierigkeiten. Die Offensive der Lauterer ist extrem variabel, zudem suchen die Pfälzer den schnellen und direkten Torabschluss. Nahezu 200 Torschüsse hat Lautern schon auf dem Konto. Der FCK kommt zu überdurchschnittlich vielen Torchancen, gemessen an dem Ballbesitz. Das liegt auch an dem schnellen Umschaltspiel der Mannschaft von Dirk Schuster. Die meisten Angriffe laufen über die rechte Seite.
FCK ist anfällig in der Defensive
Zu Beginn der Saison hat Schuster noch nach der richtigen Taktik gesucht und einige Varianten ausprobiert. Zuletzt spielte Lautern aber ausschließlich in einer 3-4-1-2-Formation. Eine Schwachstelle der Pfälzer ist definitiv die linke Abwehrseite. Immer wieder rollen gegnerische Angriffe über diese Außenbahn. Das ist auch Schuster nicht verborgen geblieben. Der Trainer kündigte bereits an, daran arbeiten zu wollen. Zudem verlieren die Lauterer verhältnismäßig oft den Ball im Spielaufbau und laden den Gegner ebenfalls zum Umschaltspiel ein. Dort ist die Schuster-Truppe verwundbar. In der Innenverteidigung hat sich Nikola Soldo festgespielt und ist nach anfänglichen Schwierigkeiten ein Leistungsträger in der Abwehrzentrale. „Es war genau der richtige Schritt für ihn, noch einmal erst eine Liga tiefer zu gehen“, sagte Baumgart am Montagmorgen. Ein großes Plus für Lautern ist am Dienstag sicherlich das Stadion. Das Spiel ist restlos ausverkauft. Schuster erklärte am Montag, man hätte noch sehr viel mehr Tickets verkaufen können. Der FC wird sich auf eine besondere Atmosphäre einstellen müssen.
Der Vergleich:
Der Kaderwert spricht deutlich für den FC. Lautern erreicht laut Gool.ai einen Kaderwert von rund 22 Millionen Euro, der FC liegt aktuell bei rund 85 Millionen Euro. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (9.5 Mio). Der wertvollste Spieler des FCK ist tatsächlich Soldo, dessen Wert Gool.ai auf mehr als 2 Millionen Euro berechnet.
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Flutlicht, 50.000 Zuschauer, Entscheidungsspiel – was will man mehr
Simon Bartsch
Flutlicht, Traditionsvereine, 50.000 Fans, Do-or-Die-Charakter – das Pokalspiel des 1. FC Köln beim 1. FC Kaiserslautern bietet so ziemlich alles, was das Fußballherz verlangt. Für die Geißböcke geht es allerdings auch um das so dringend benötigte Selbstvertrauen für die Liga.
Ausgerechnet mitten in der Krise steht ein absolutes Highlight auf dem Spielplan des 1. FC Köln: Ein Entscheidungsspiel auf dem Betzenberg.
Für einen kurzen Moment fiel Steffen Baumgart am Montag aus seiner Rolle. Zwischen Frust und Wut huschte dem Kölner Trainer auf der Pressekonferenz der Ansatz eines Lächelns über das Gesicht. Wäre die Situation nicht die aktuelle, die kriselnde gewesen, hätte sich der Coach nicht über das Leipzig-Debakel in Rage geredet, Baumgart hätte vielleicht ins Schwärmen kommen können. „Ich betone immer gerne, wie gerne ich so etwas als Trainer erleben darf. In so einem Stadion spielen zu dürfen, mit solchen Emotionen. Das sind Erlebnisse „, sagte Baumgart als er dann auf das Pokalspiel zu sprechen kam, dem eigentlichen Grund der Pressekonferenz. „Es gibt so besondere Momente und das kann Lautern sein. Ich durfte da spielen. Es waren immer heiße Duelle.“ Wie heiß die Duelle auf dem Betzenberg sein können, haben schon ganz andere Kaliber erfahren. Real Madrid, der FC Barcelona, aber auch die Bayern kassierten bittere Niederlagen in Kaiserslautern.
Der Mythos Betzenberg ist wieder erwacht
Der Mythos Betzenberg hat ein paar Jahre gelitten, scheint aber spätestens mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga wieder erwacht zu sein. Flutlicht, knapp 50.000 Zuschauer, zwei Traditionsvereine, ein Do-or-Die-Spiel – mehr Fußball geht nicht. Kein Wunder, dass sich das ZDF für dieses Duell der 2. Pokalrunde entschieden hat. „Und wenn ich dann noch bedenke, dass es eine besondere Schlacht wird. Wenn ich mir die Wetterprognose mit 20 Litern pro Quadratmeter anschaue, dann wissen wir, dass der Boden sehr tief sein wird. Es wird vielleicht nicht immer Fußballspielen möglich sein. Aber es wird ein Fight sein und den sollten wir alle annehmen“, erklärte Baumgart, dazu benötigt es aber Eigenschaften, die den Kölnern zuletzt abgegangen sind. „Körpersprache, Einstellung und Mentalität gehören beim Fußball immer dazu“, sagte Baumgart. „Ich war ein Spieler, der nur darüber Erfolg hatte. Und ich glaube, dass ich genau das als Trainer verkörpere. Wenn ich eine Mannschaft habe, die die Körpersprache nicht an den Tag legt, dann bin ich irgendwann auch einfach angepisst.“
Gegen den euphorisierten Zweitligisten kann der FC nur mit der richtigen Einstellung, dem letzten Willen bestehen. Dass die Kölner diese aber wieder aus der Schublade holen werden und nicht ähnlich wie beim 0:6 gegen Leipzig auftreten, steht für Kaiserslauterns Trainer Dirk Schuster fest. „Eins wird uns diese Niederlage sicher nicht mit auf den Weg geben, dass wir mit einer Kölner Mannschaft rechnen können, die nicht auf Sendung ist“, sagte Schuster. „Mein Kollege Steffen Baumgart hat schon eine Wortwahl gewählt, die allen die Augen geöffnet hat. Köln wird keinen Zentimeter preisgeben. Sie rechnen auch nicht damit, dass es ein ästhetisch wertvolles Spiel werden wird, sondern ein Kampf auf Biegen und Brechen. Und das zeigt, dass sie total gewillt sind, diese Partie für sich zu entscheiden.“
Wer läuft gegen Lautern auf?
Zumal es gut sein kann, dass Baumgart dem ein oder anderen Spieler einen kleinen Denkzettel verpassen wird. „Es wird in der ein oder anderen Situation schon einen Wechsel geben können. Wir haben einen Krankheitsfall“, sagte Baumgart in Bezug auf Rasmus Carstensen, der nicht zur Verfügung steht. Für den Dänen wird voraussichtlich Benno Schmitz wieder auflaufen. „Es gibt aber auch die Situation, dass ich mit einigen Leistungen nicht zufrieden bin. Wir können davon ausgehen, dass es Wechsel geben wird“, fuhr Baumgart aber fort. Vor allem Spieler, die die geforderte Einstellung gegen Leipzig nicht gezeigt haben, dürfte es treffen.
Doch damit hinterließ der Coach zahlreiche Fragezeichen. Denn Namen nannte Baumgart natürlich nicht. Dass Baumgart seine komplette Abwehr umbauen wird, ist jedenfalls sehr unwahrscheinlich. Auch Eric Martel und Dejan Ljubicic sollten genauso wie Florian Kainz und Luca Waldschmidt eigentlich gesetzt sein. Trifft es Linton Maina, der gegen Leipzig schon zur Halbzeit runter musste? Wer spielt dann auf der rechten Seite? Dejan Ljubicic und der FC mit nur einer Sechs? Oder kommt es doch zum verfrühten Comeback von Jan Thielmann? Ein große Rotation schloss der Trainer ohnehin aus. „Es wird die stärkste Mannschaft auflaufen, die ich zu dem Zeitpunkt für die stärkste halte“, sagte Baumgart dann wieder in der ernsten Rolle.
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Bilanz, Übertragung, Torjäger: Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Kaiserslautern
Simon Bartsch
Nur drei Tage nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig steht für den FC ein emotionales Spiel auf dem Programm. Köln ist zu Gast bei Kaiserslautern. Alles Wissenswerte rund um die Begegnung gibt es hier.
Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen den FCK geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Kaiserslautern.
Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und Kaiserslautern?
Ausgerechnet zum 100. Mal treffen der 1. FC Köln und der 1. FC Kaiserslautern am Dienstag aufeinander. Die Bilanz spricht ganz klar für Lautern. Der FCK gewann 42 der Partien, der FC setzte sich in 26 Spielen durch. 31 Begegnungen endeten demnach unentschieden. Auch die Torbilanz spricht mit 183:157 für den Gastgeber. Von den jüngsten zehn Begegnungen gingen nur zwei an Köln. Im DFB-Pokal ist es die fünfte Begegnung. Erst einmal gewann der FC. 1990 setzte sich der FC in der 2. Runde mit 2:1 gegen die Pfälzer durch. Lautern erreichte sieben Mal das Pokalfinale, gewann es 1990 und 1996.
Wer zeigt die Begegnung des 1. FC Köln gegen Lautern?
Das Spiel beginnt am Dienstag um 20.45 und wird im Free-TV zu sehen sein. Das ZDF überträgt ab 20.15 Uhr.
Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen Kaiserslautern?
Die höchsten Erfolge in der Bundesliga fuhren die Kölner in den 60er Jahren ein. 1967 setzte sich der FC mit 5:0 gegen Lautern durch, 1969 gab es ein 6:1. Der höchste Sieg gelang Köln in der Meisterschaftsrunde 1953. Damals gewann Köln 8:2.
Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen Lautern?
Die höchste Niederlage gab es ausgerechnet auch im DFB-Pokal. 1954 gewann Lautern im Achtelfinale des DFB-Pokals 7:0. Fritz Walter erzielte damals zwei Treffer.
Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen Lautern?
Die meisten Tore erzielte Hannes Löhr. Löhr erzielte 17 Tore gegen Kaiserslautern. Auf der anderen Seite verteilen sich die Torschützen breiter. Stefan Kuntz traf sechs Mal für Lautern gegen Köln.
Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen Kaiserslautern?
Pierre Littbarksi kommt auf insgesamt 26 Duelle gegen den FCK. Werner Melzer stand auf der anderen Seite bei 24 Spielen gegen den FC auf dem Platz.
Wie hoch liegen die Kaderwerte vom FC und vom FCK?
Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des 1. FC Köln auf gut 85 Millionen Euro. Der FC liegt damit im unteren Drittel der Liga, aber vier Mal so hoch wie der von Lautern. Tatsächlich ist aktuell Nikola Soldo der wertvollste Spieler der Pfälzer mit einem Marktwert von gut 2 Millionen Euro. Wertvollster FC-Profi ist Dejan Ljubicic mit rund 9.5 Millionen Euro.
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Jan Thielmann zurück im Kader. Comeback gegen Lautern?
Simon Bartsch
Jan Thielmann steht am Dienstagabend erstmals wieder im Kader des 1. FC Köln. Der Youngster profitiert allerdings von einer Erkrankung von Rasmus Carstensen.
Noch am vergangenen Samstag hatte die viereinhalb monatige Leidenszeit von Jan Thielmann vorerst ein Ende gefunden. Der 21-Jährige stand für die U21 des 1. FC Köln auf dem Platz. Jan Thielmann ist nun zurück im Kader der Profis. Gibt Thielmann sein Comeback im Pokal gegen Lautern?
Der Traum von der U21-Europameisterschaft endete eine gute Woche bevor sie begann. Jan Thielmann, gerade noch Torschütze beim Testspiel gegen eine Auswahl Südtirols, zog sich im Trainingslager des DFB eine Verletzung zu. Die Muskelverletzung stellte sich allerdings schnell schwerwiegender heraus, als zunächst angenommen. Wie FC-Trainer Steffen Baumgart in der vergangenen Woche erklärte, lag eine Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung vor. Das erklärt auch die lange Ausfallzeit. Denn seit dem stand Thielmann für die Kölner nicht mehr auf dem Spielfeld. Bis zum vergangenen Samstag. Nach viereinhalb Monaten hatte Thielmanns Leidenszeit ein erstes Ende. Das Kölner Eigengewächs stand für die U21 beim 5:1-Erfolg über Velbert auf dem Platz – 45 Minuten lang.
Thielmann wieder im Kader
Und auch am kommenden Samstag gegen Lippstadt hätte der Youngster eigentlich bei der Kölner Reserve auflaufen sollen. „Eigentlich wollten wir Jan noch eine Woche geben“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart am Montagmorgen auf der Pressekonferenz zum Pokalspiel. Die Hauptbelastung sollte bei der U21 stattfinden, Thielmann war also für die Mannschaft von Evangelos Sbonias vorgesehen. Doch die Erkrankung von Rasmus Carstensen ermöglicht dem 21-Jährigen auch das Comeback bei den Profis und das im emotionalen und wichtigen Pokalspiel gegen Kaiserslautern. Am Montagnachmittag bestätigte sich der Verdacht, den Baumgart am Morgen schon hatte. Carstensen fällt aus, Thielmann rückt nach.
Noch in der vergangenen Woche hatte Baumgart gesagt, dass er den Youngster bremsen müsse. Man müsse ihm Zeit geben. „Jan ist immer Jemand, über den wir uns Gedanken machen. Weil Jan schon viele muskuläre Verletzungen hatte. Da sind wir vielleicht ein bisschen vorsichtiger. Deswegen entscheide ich bei Jan ein wenig kurzfristig. Was Leistung, Einstellung und Training angeht, brauchen wir uns bei ihm gar keine Gedanken machen“, erklärte der Coach. Baumgart wolle lieber noch eine Woche warten. „Das tut ihm weh. Da ist er auch sauer auf mich. Aber da zögere ich ein wenig mehr“, so Baumgart weiter. Ob der Youngster eingesetzt wird, ist unter diesem Aspekt offen. Thielmann würde mit seinem Tempo sicherlich die rechte Seite beleben, zumal die linke Defensivseite der Lauterer ein möglicher Schwachpunkt sein könnte.
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Das sagt Steffen Baumgart zu Lautern, Wechseln und einem möglichen Einsatz von Thielmann
Simon Bartsch
Auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Lautern redete sich Steffen Baumgart einmal mehr in Rage. Das Leipzig-Spiel ist alles andere als vergessen. Dennoch richtet der Trainer den Fokus auf den Dienstagabend.
Die 0:6-Pleite gegen Leipzig ist auch am Tag vor dem Pokalspiel gegen Lautern noch immer ein Thema für FC-Trainer Steffen Baumgart. Auf der Pressekonferenz fand der Trainer sehr deutliche Worte und kündigte Wechsel an. Das sagt Steffen Baumgart auf der PK vor dem Lautern-Spiel
Steffen Baumgart war auch am Montagmorgen der Frust von der Leipzig-Pleite noch anzusehen, aber auch anzuhören. Der Trainer fand bei der Rückbetrachtung sehr deutliche Worte. „Das lassen wir nicht einfach an uns vorbeilaufen“, sagte der Trainer, der mit seiner Mannschaft am Montagmorgen die Dinge von Samstagabend noch einmal aufarbeiten will. Zu 99 Prozent wolle er reden und erwarte, dass seine Jungs zuhören. „Es gibt Sachen, wenn die nicht umgesetzt werden, haben wir in der Bundesliga nichts zu suchen. Dass wir dieses Jahr ein schweres Jahr haben, habe ich nicht erst einmal betont. Wir haben bis zum letzten Spieltag Abstiegskampf und das muss jedem klar sein. Und für uns ist jedes Spiel ein Endspiel. Endspiel bedeutet, dass ich nur diese einzige Chance im Spiel habe“, sagte der Trainer. „Das hat nichts damit zu tun, dass man in Leipzig verlieren kann. Es hat was damit zu tun, dass wir aus meiner Sicht ein gutes Torverhältnis hatten und das aus der Hand gegeben haben. Ich bin jemand der lange hinter den Jungs steht und noch immer hinter den Jungs steht. Aber irgendwann ist Feierabend. Irgendwann geht es darum, dass das was gefordert ist, auch zu machen ist. Und wenn das einige nicht umsetzen können, muss ich halt noch deutlicher werden.“
Baumgart: „Dann bin ich irgendwann einfach angepisst“
Baumgart haderte erneut mit der fehlenden Körpersprache im Duell bei RB. „Es gehören Niederlagen und Fehler dazu. Das kann man aufarbeiten. Was man nicht aufarbeiten kann, ist die Körpersprache. In den zweieinhalb Jahren, die ich hier sein darf, habe ich noch nie so eine Körpersprache erlebt“, sagte der Coach. Und sagte, dass Einstellung, Mentalität und eben Körpersprache in seinem Verständnis von Fußball essentiell seien. „Ich war ein Spieler, der nur darüber Erfolg hatte. Und ich glaube, dass ich das als Trainer verkörpere. Wenn ich eine Mannschaft habe, die die Körpersprache nicht an den Tag legt, dann bin ich irgendwann auch einfach angepisst.“ Und genau dieser Zeitpunkt scheint jetzt gekommen zu sein.
Dabei war dieser Moment eigentlich als einer der Vorfreude gedacht. Das Pokalspiel gegen Kaiserslautern auf dem Betzenberg ist für den Trainer ein absolutes Highlight. „Ich betone immer gerne, wie gerne ich so etwas erleben darf. Es gibt so besondere Momente und das kann Lautern sein. Ich durfte da spielen. Es waren immer heiße Duelle“, sagte der Coach, der eine schwere Aufgabe erwartet. „In so einem Stadion, bei solchen Emotionen zu spielen, das sind Erlebnisse. Ich freue mich riesig auf das Duell.“
Baumgart kündigt Wechsel an
Baumgart kündigte im Grunde auch Wechsel an. „Es wird in der ein oder anderen Situation schon einen Wechsel geben können. Wir haben einen Krankheitsfall“, sagte Baumgart. Rasmus Carstensen ist mit einer aufkommenden Erkältung zum Arzt gefahren. Es soll kurzfristig entschieden werden, ob er spielen kann. „Es gibt aber auch die Situation, dass ich mit einigen Leistungen nicht zufrieden bin. Wir können davon ausgehen, dass es Wechsel geben wird. Es wird aber die stärkste Mannschaft auflaufen, die ich für die Begegnung gegen Lautern für die stärkste Mannschaft halte.“ Sollte der Däne nicht spielen können, wird Jan Thielmann plötzlich doch zur Option. „Gestern war er es noch nicht. Durch die neue Situation setzen wir uns noch einmal zusammen und bewerten die Situation neu. Eigentlich wollten wir Jan noch eine Woche geben“, sagte Baumgart. Der Youngster sollte eigentlich bei der U21 spielen. „Jetzt hat sich mit Carstensen eine neue Situation ergeben. Deswegen werden wir das noch einmal in Ruhe besprechen.“
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Der 1. FC Köln präsentiert sein neues Karnevalstrikot
Simon Bartsch
Der 1. FC Köln hat sein diesjähriges Karnevalstrikot vorgestellt. Wenige Tage vor Sessionsbeginn präsentierten die Kölner ein aufwendiges Video mit dem neuen Jersey.
Der 1. FC Köln wird das Heimspiel gegen den FC Augsburg am kommenden Samstag in einem neuen Jersey bestreiten. Der FC präsentiert am Montagmorgen das Karnevalstrikot für die kommende Session.
Die Stimmung rund um das Geißbockheim hat gerade relativ wenig mit Feiern zu tun, dennoch wird der FC auch in diesem Jahr natürlich wieder Heimspiele rund um den 11.11. in seinem Karnevalstrikot bestreiten. Dieses präsentierten die Kölner am Montagmorgen in einem aufwendigen Video. Bereits am Freitag hatte der Klub eine Neuigkeit für den Montagmorgen angekündigt, es brauchte keine besonders große Spürnase, um auf das neue Trikot zu kommen. Denn seit vielen Jahren bestreiten die Kölner einige ihrer Heimspiele in den beliebten Sonder-Trikots. Für den FC ist das Jersey natürlich eine sinnvolle Einnahmequelle. Für knapp 90 Euro ist das Trikot zu haben.
Trikot erinnert an Prinzenornat des Dreigestirns
Hennes IX. wurde für das Video extra auf die Volksbühne am Rudolfplatz gebracht. Neben dem Geißbock sind in dem Video auch zahlreiche Spieler und Spielerinnen sowie Cheftrainer Steffen Baumgart zu sehen. Das Trikot erinnert an das Prinzenornat des Kölner Dreigestirns. Gold-Rote Längsstreifen verzieren das weiße Jersey. Auf der Brust prangt das Kölner Wappen. Im Nackenbereich sind das diesjährige Sessionsmotto „Wat e Theater – wat e Jeckespill“ sowie das dazugehörige Logo zu finden. Auf dem rechten Ärmel befinden sich zudem eine Narrenkappe, der Kölner Dom sowie die Krone aus dem Stadtwappen, die alle in Gold gestickt sind. „Es ist die kölsche Lebensfreude, die in uns allen steckt, die so ansteckend ist und die unsere Stadt und unseren Verein so besonders macht“, sagte FC-Geschäftsführer Markus Rejek. „Dieses Gefühl wollen wir mit dem Karnevalstrikot zum Ausdruck bringen und das Motto der Session 2024 mit Stolz sichtbar in die Welt tragen.“
Im vergangenen Jahr hatte es aufgrund des Jubiläum-Trikots kein Karnevalstrikot gegeben. Bundesligisten sind in der Saison nur eine bestimmte Anzahl an Sondertrikots erlaubt.
Trotz Debakel kann sich der FC Hoffnung auf den Pokalerfolg machen
Simon Bartsch
Nur wenige Stunden nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig hat der FC mit der Vorbereitung auf das Pokalspiel gegen Kaiserslautern begonnen. Der Fokus ist bereits neu gesetzt. Die Kölner Verantwortlichen rechnen mit einem anderen Gesicht.
Die Niederlage war deutlich, sie war verdient – das 0:6 hat bei den Kölnern Spuren hinterlassen. Dennoch gilt der Fokus bereits dem Duell gegen Kaiserslautern. Was dem FC für den Pokal Hoffnung machen kann.
Das 0:6-Debakel bei RB Leipzig hatte deutliche Spuren hinterlassen. Die Kölner Profis schlichen mit versteinerter Miene zu den rund 2000 mitgereisten Fans, während sich die Leipziger Spieler auf der anderen Seite des Stadions feiern ließen. Zwar konnte man den Geißböcken nicht hinter den leeren Blick schauen, das gegen Gladbach im Derby hart erarbeitete Selbstvertrauen dürfte allerdings dahin, es dürfte verpufft sein. Es wird in den Köpfen der Kölner zumindest arbeiten. Zu desolat trat der FC gegen die Sachsen auf, zu deutlich war der Klassenunterschied, zu bitter die Klatsche, als dass noch viel vom Schwung des 3:1-Erolgs übrig geblieben wäre. „Das war sehr enttäuschend. Wir wollten den Derby-Aufschwung mitnehmen, das hat nicht geklappt“, sagte Davie Selke.
Wenig Zeit zur Aufarbeitung als Vorteil?
Dabei könnte den Kölnern gerade das Derby aktuell als Mutmacher für das Pokalspiel gegen Lautern dienen. Immerhin ging es für die Kölner in einer ähnlichen Gemütslage gegen die Fohlen. Zwar kassierten die Geißböcke gegen Leverkusen „nur“ ein 0:3, doch der FC war ebenfalls deutlich unterlegen und konnte sich schließlich bei dem überragenden Marvin Schwäbe bedanken, dass es nicht auch gegen Werkself schon ein Debakel gegeben hat. Zwar mit ein wenig mehr Erholung nach der Länderspielpause, aber sicher nicht mit Schwung lief der FC gegen den Rivalen auf, war trotz anhaltender Negativserie das spielbestimmende, das dominante Team. Köln war aber vor allem die Mannschaft, die den Sieg in diesem hoch emotionalen Spiel mehr wollte, das Derby, den Kampf annahm. Mentalität und Glaube stimmten zumindest. Die aufgeheizte Stimmung war für den FC kein zusätzlich lähmendes Hindernis.
Das soll Baumgart nun auch für das Pokalspiel am Dienstag gelingen. „Ich bin überzeugt davon, dass das Trainerteam die Mannschaft bis dahin wieder aufrichten wird. In Kaiserslautern werden wir wieder ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Christian Keller. Viel Zeit zur Aufarbeitung, wie zwischen den Nachbarschaftsduellen gegen Leverkusen und Gladbach, bleibt dem FC aber nicht. Gerade einmal 72 Stunden liegen zwischen dem Schlusspfiff in Leipzig und dem Anpfiff auf dem Betzenberg. Baumgart sieht darin aber überhaupt keinen Nachteil. „Es kann ja auch helfen, wenn du gleich wieder spielst“, sagte der Coach am Samstag im Sportstudio. So sollen sich die Akteure nicht lange mit dem Debakel aufhalten, der Fokus ist schon auf das Pokal-Highlight auf dem Betzenberg gerichtet. „Wir müssen das Spiel schnell abhaken, weil wir am Dienstag ein extrem wichtiges Spiel haben, für das wir unsere Kräfte sammeln müssen“, sagte auch Kapitän Florian Kainz. Ein extrem wichtiges für die Moral, aber wohl auch ein extrem schweres.
Uth und Thielmann als Hoffnungsträger
Denn der Traditionsklub spielt in dieser Saison in der 2. Bundesliga eine gute Rolle, ist aktuell Sechster und mischt im Kampf um die Aufstiegsplätze mit. Allerdings zeigte sich Lautern zuletzt in der Defensive nicht ganz sattelfest. Gegen Düsseldorf gaben die Roten Teufel eine 3:0-Führung aus der Hand und verloren 3:4, gegen den HSV reichte am Wochenende eine 3:1-Führung nur noch zum Unentschieden – und das im eigenen Stadion. Kaiserslautern wird motiviert sein, ist aber längst keine Übermannschaft. Ein ähnliches Offensivfeuerwerk wie gegen Leverkusen und Leipzig haben die Kölner nicht zu erwarten.
Mut macht den Kölnern auch die Rückkehr von Mark Uth und Jan Thielmann. Gerade für den Youngster dürfte das Pokalspiel gegen Lautern eigentlich noch zu früh kommen, doch Baumgart kündigte schon an, dass er sich bei Thielmann immer erst kurzfristig entscheidet. Zudem gab der 21-Jährige am Samstag sein Comeback bei der U21. Uth wird wahrscheinlich ebenfalls noch kein Kandidat für die Startelf sein, der Offensivspieler gab aber immerhin sein Comeback beim 0:6 – wenn auch ein undankbares. „Ich habe nach dem Spiel zu Mark gesagt: Wenn ich eine sehr positive Sache aus diesem Spiel hier mitnehme, dann, dass er nach fast einem Jahr wieder Bundesliga gespielt hat“, sagte Keller am Samstag „Dass er eine sehr hohe Qualität hat, hat man schon in der ersten Aktion auf dem Platz gesehen.“
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