Kommentar: Spiel verloren, aber eine wichtige Erkenntnis gewonnen

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Kommentar: Spiel verloren, aber eine wichtige Erkenntnis gewonnen

Der 1. FC Köln war im Heimspiel gegen die Bayern erwartungsgemäß chancenlos und hat das Duell absolut verdient verloren. Gewonnen hat FC-Trainer Steffen Baumgart aber eine wichtige Erkenntnis. Die Frage ist nur, was er daraus macht. Ein Kommentar.

Die 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern viel für den FC sehr schmeichelhaft aus. Köln hatte Glück, dass es nicht das nächste Debakel gab. Der FC hat zwar das Heimspiel verloren, aber Steffen Baumgart eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Ein Kommentar zum 1. FC Köln und dem 0:1 gegen Bayern.

Steffen Baumgart hat es also getan. Der Trainer des 1. FC Köln ist von einer seiner Grundideen des Fußballs abgerückt. Gegen die Bayern ließ der Kölner Trainer, dem zunehmend einige Fans eine gewisse Sturheit in Sachen Aufstellung, taktische Ausrichtung und dem Einsatz von Nachwuchskräften nachsagen, eine Dreier- respektive Fünferkette spielen. Das erschien vor dem Bayern-Spiel so wahrscheinlich wie für den FC das Erreichen der Königsklasse. Ersteres ist geschehen und es hat unterm Strich noch nicht einmal wehgetan. Dass der Kölner Coach nach zweieinhalb Jahren von seinem Viererketten-Dogma abweicht, wird der aktuellen Situation, der Krise geschuldet sein. Es ist auf jeden Fall ein Zeichen, dass auch Baumgart nun nach anderen Lösungen sucht. Mit hoher Intensität, Mut und Klarheit ist es alleine nicht (mehr) getan. Auch wenn das auch weiterhin die Grundzutaten für erfolgreichere Zeiten sein sollten und zwei Spielzeiten offenbar auch das Heilmittel waren. 

Kölner Überraschungsmoment verpufft

Ob der Zeitpunkt dieser taktischen Maßnahme klug gewählt war, ist eine berechtigte Frage. Zumindest hat sich schnell gezeigt, dass die Bayern individuell zu gut besetzt sind, als dass die taktische Überraschung sie aus dem Konzept hätte bringen können. Genauso wurde sehr schnell deutlich, dass die individuelle Klasse der Kölner für dieses Spiel gegen die Bayern nicht reicht. Offen bleibt auch, ob die Zeit vor dem Duell für das Einstudieren dieser offenbar sehr komplexen Maßnahme ausgereicht hat, gerade weil Spieler wie Eric Martel, Jan Thielmann und Florian Kainz die dazugehörigen Trainingseinheiten verpasst haben. 

Gravierend war aber viel mehr die Fehleinschätzung des Trainers, mit aggressivem Anlaufen, einem hohen Offensivdruck, eine ball- und spielsichere Umschaltmannschaft wie die Bayern zu Fehlern zwingen zu können. Im Gegenteil, die Münchener hatten auch durch diese Maßnahme leichtes Spiel, viele Freiräume, kamen immer wieder in erstaunliche Überzahl-Situationen. Es war nur dem nicht erklärbaren Unvermögen der zahlreichen Nationalspieler vor dem Tor sowie dem erneut überragenden Marvin Schwäbe im Tor zu verdanken, dass der FC nicht schon in den ersten 30 Minuten in das nächste Debakel steuerte. Das Experiment mit der Dreierkette gepaart mit dem aggressiven Offensivfußball ist gescheitert und das ehrlicherweise ziemlich kläglich.

Baumgart rührt Beton an

Das änderte sich nach dem Wechsel schlagartig. Denn im zweiten Abschnitt rückte der 51-Jährige von dem Grundprinzip, dem Fundament seines Fußballverständnisses ab. Er rührte Beton an, parkte den Bus – Dinge, die im Baumgartschen Fußball-Kosmos eigentlich nicht existieren. Der Kölner Beton bestand aus einer tief stehenden Fünferkette sowie einer defensiv ausgerichteten Viererformation. Die alleinige Sturmspitze hatte in dem Abwehrbollwerk wohl nur einen symbolischen Charakter. Denn die Kölner fanden fortan im Angriff so gut wie gar nicht mehr statt. Dafür stand die Hintermannschaft aber sicher. Die Bayern wurden zwar nochmal gefährlich, aber bei weitem nicht mehr in der Schlagzahl wie in Halbzeit eins. „Wir haben tiefer gestanden, was ich mir normalerweise nicht auf die Fahne schreibe, aber es war notwendig. Und dann haben wir gut verteidigt“, sagte der 51-Jährige. „Die zweite Halbzeit war besser. Die Dreierkette hat es gut gemacht. Wir nehmen da sehr viel mit.“

Auch, wenn das nicht der Plan des Trainers war: Baumgart wird nicht verborgen geblieben sein, dass eben jener Beton manchmal das erfolgversprechende Fundament gegen Offensivkräfte wie die Bayern sein kann. Punkte ermauern ist sicherlich keine Dauerlösung und mag nicht Baumgarts Verständnis von Fußball entsprechen, es kann aber gerade in der aktuellen Phase ein probates Mittel für Punkte gegen Top-Mannschaften sein. Der FC hat das Spiel gegen die Bayern knapp, aber völlig verdient verloren. Die gewonnene Erkenntnis einer funktionierenden Defensivtaktik könnte aber noch viel wichtiger werden als ein Überraschungs-Remis gegen den Rekordmeister. Die Frage ist nur, was Baumgart daraus macht.


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Thielmann spielt sich in den Vordergrund

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Thielmann spielt sich in den Vordergrund

Gegen den FC Bayern München gab Jan Thielmann sein Comeback in der Startelf. Es war ein sehr gutes und macht Hoffnung auf mehr.

FC-Trainer Steffen Baumgart wartete bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München mit einigen Überraschungen auf. Unter anderem stand ein Youngster in der Startelf des 1. FC Köln: Jan Thielmann nutzt seine Chance.

Die Hände auf die Knie gestützt, das Gesicht gequält: Jan Thielmann war die Erschöpfung bei der 0:1-Pleite gegen die Bayern deutlich anzusehen. Der 21-Jährige blickte fast schon flehend Richtung Trainerbank. So sehr, dass man sich beim Zuschauen um eine weitere, eine neue Verletzung Sorgen machen musste. Noch vor wenigen Wochen hatte FC-Trainer Steffen Baumgart betont, dass er Thielmann bremsen müsse, behutsam aufbauen wolle. Nun trieb der Trainer den Spieler noch einmal an, noch das letzte Bisschen aus sich herauszuholen. Und das tat der Youngster, bevor der Coach dann in der 76. Minute ein Einsehen mit Thielmann hatte und den Youngster aus dem Spiel nahm. „Ich bin mit Krämpfen runter. Da ging wirklich nicht mehr viel. Der Trainer wusste, dass ich nahezu am Ende bin“, sagte Thielmann nach der Begegnung.

Thielmann verkörpert den Abstiegskampf

Tatsächlich war das aber auch nicht schwer zu erkennen. Thielmann startete die Begegnung irgendwo in der Nähe von Davie Selke – zumindest auf dem Papier. Denn da die Kölner in der Offensive so gut wie gar nicht stattfanden, in der Defensive aber ständig unter Druck gerieten, war der 21-Jährige so gut wie überall unterwegs. Wirklich produktiv war das im ersten Abschnitt nicht, doch kaum ein FC-Profi verkörperte die Eigenschaften des Abstiegskampfs so wie eben Jan Thielmann. Der U21-Nationalspieler ging keinem Zweikampf aus dem Weg und gewann im Schnitt zwei Drittel von diesen. Für einen Offensivspieler ein erstaunlicher Wert. Beim FC waren nur Eric Martel und Jeff Chabot besser. Dazu lief der Youngster nahezu zehn Kilometer. Dazu absolvierte der Kölner Hoffnungsträger 25 Sprints. Nur Linton Maina (26) und Rasmus Carstensen (30) sprinteten mehr.

Nach dem Wechsel stellte Baumgart das Team um, zog Thielmann zurück in die Fünferkette. Der Youngster agierte nun als Schienenspieler und löste auch diese Aufgabe sehr gut. Der Youngster blieb auch dort gegen Leory Sané und Kingsley Coman zweikampfstark. Vor allem verkörpert der Youngster aber nach wie vor das, was Baumgart von seinen Spielern im Abstiegskampf erwartet: Wille, Leidenschaft, Körpersprache. Thielmann ist sicher noch nicht wieder am Leistungsmaximum angekommen, doch der Youngster bewies einmal mehr, warum er für den FC in naher Zukunft sehr wichtig kann. Mit dieser Leistung bewarb sich der 21-Jährige jedenfalls für mehr. Dadurch bekommt Steffen Baumgart mehr Optionen in der Offensive, wird dadurch aber auch vor weitere Luxusprobleme gestellt. Denn Thielmann ist ein Mann für die Startformation. Durch seinen Einsatz verzichtete der Kölner Coach am Freitagabend mit Mark Uth und Luca Waldschmidt auf gleich zwei Leistungsträger. Thielmann zahlte es mit einer ordentlichen Leistung zurück.


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Analyse: Warum Baumgarts Plan gegen die Bayern nicht funktionierte

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Analyse: Warum Baumgarts Plan gegen die Bayern nicht funktionierte

Bei der 0:1-Niederlage gegen die Bayern setzte FC-Trainer Steffen Baumgart erstmals auf eine Dreier- und Fünferkette. Der Versuch scheiterte und das hat mehrere Gründe.

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte gegen den FC Bayern München einen überraschenden Plan. Die ungeliebte Dreierkette sollte herhalten. Das führte bei der 0:1-Niederlage aber zu einer Reihe von Problemen beim 1. FC Köln: Warum die Dreierkette nicht funktionierte

Selbst als der FC am Freitagabend die vermeintliche Aufstellung für das Topspiel gegen den FC Bayern München auf der eigenen Homepage mehr oder minder bekannt gab, waren die Zweifel bei Anhängern, aber auch den Experten groß. Dass Steffen Baumgart wirklich auf ein anderes System umstellen würde, schien nach zweieinhalb Jahren Baumgart-Viererketten-Fußball keine Option. Tatsächlich formierte sich dann bei den Geißböcken zum Anpfiff eine Dreier- respektive Fünferkette. Nun ist diese taktische Maßnahme kein Hexenwerk, in der Bundesliga durchaus eine gängige Variante und sollte auch gestandene Fußballprofis grundsätzlich nicht vor besonders große Herausforderungen stellen. Beim FC überraschte die Systemumstellung dennoch. Dass sie gegen die Bayern nicht zum erhofften Punkt führte, nicht wirklich. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Fragezeichen bei der Aufstellung

Tatsächlich hat Baumgart seit einem Amtsantritt im Juli 2021 die Viererkette wie ein Heiligtum in die Kölner Denke integriert. Zwar hat der 51-Jährige in der Vergangenheit ab und an Testspiele dazu genutzt, die Dreierkette mal anzutesten, wirklich überzeugt schien er aber nicht. Und so spielte der FC in den Pflichtspielen bis heute ausschließlich mit der Viererformation. Die Abläufe, Absprachen und Aufgaben sind mittlerweile automatisiert, jeder Spieler weiß, welche Rolle er in den System übernimmt. „Letztendlich sollte man doch immer versuchen, das umzusetzen, was man in der Regel auch beherrscht. Das ist sicherlich die sinnvollere Variante als etwas auszuprobieren, was man zehn Spieltage lang nicht getan hat“, sagte Professor Daniel Memmert vom Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der Deutschen Sporthochschule Köln im Oktober.

Auch, wenn Baumgart die Dreierkette unter der Woche hatte trainieren lassen, sie wirkte alles andere als einstudiert. Im Gegenteil: gleich mehreren Spielern war anzumerken, dass sie nicht so recht wussten, wie sie mit der Umstellung umgehen sollten, es fehlten erwartungsgemäß eben die Automatismen und Abläufe. Ob eine Länderspielpause reicht, um das System zu verinnerlichen, ist zumindest fraglich. Zumal mit Eric Martel, Florian Kainz und Jan Thielmann gleich drei Spieler der Anfangself in der vergangenen Woche gar nicht oder nur teilweise am Geißbockheim verweilten. Dafür saß gegen die Bayern aber ein Leart Pacarada, der bei St. Pauli ein wichtiger Teil der Dreierkette war, diese verinnerlicht hat wie kein anderer FC-Profi, genauso auf der Bank wie Dominique Heintz, der diese Variante aus seiner Bochumer Zeit noch bestens kennt.

Baumgarts Plan geht nicht auf

Dass die Fünferkette dennoch auch gegen die Bayern funktionieren kann, bewiesen die Kölner in der zweiten Halbzeit. Allerdings mit einer ganz anderen Ausrichtung als noch in Durchgang eins. „Bevor ich zur Dreierkette wechsele, Leute, alles gut… Sie gilt zwar oft als Allheilmittel, aber meistens ist es eine Fünferkette mit geparktem Bus. Das ist nicht meine Geschichte“, hatte der Trainer vor einem Jahr gesagt. Und so suchte Baumgart in den ersten Minuten mit seinem Team erwartungsgemäß das Heil in der Flucht nach vorne. Und das hatte gravierende Auswirkungen. Denn wie angekündigt liefen die Kölner die Bayern hoch und aggressiv an.

Das sah auch zeitweise nicht schlecht aus. Nur scheinen die Bayern für diese Variante individuell zu gut besetzt, denn der FC macht zu viele individuelle Fehler. „Wir wollten die Müdigkeit der Bayern ausnutzen, sie hoch anlaufen und zu Fehlern zwingen. Das ist komplett daneben gegangen, weil die Qualität des Gegners einfach auch zu groß war“, sagte Baumgart, der noch vor dem Spiel erklärte, dass er die Spieler auf den Platz bringen wollte, die mit Tempo anlaufen. Der FC lief auch rund drei Kilometer mehr als die Bayern, doch hatte er nicht wirklich viel davon. Gegen eine Mannschaft, die sich wie die Bayern aus gefühlt jedem Pressing mit spielerischen Mitteln und schnellem Umschaltspiel befreien kann, hatte die Formation so viel von Harakiri.

FC nun doch mit Defensivfußball

So rückten die Außenbahnspieler im Pressing so weit auf, dass die vermeintliche Innenverteidigung im Grunde gesprengt wurde. Timo Hübers und ab und an auch Luca Kilian waren so gezwungen, die Außenpositionen mit zu bekleiden. Beim Ballverlust wurden so die Räume zwischen den Verteidigern zu groß und die Bayern hatten mit ihren langen Bällen ein einfaches Spiel. Denn aus der vermeintlichen Fünferkette wurde so eine Dreierkette, an deren Ende in den ersten 30 Minuten Jeff Chabot das letzte Heilmittel blieb. Gleich mehrfach kam es zu Drei-auf-Eins-Situationen, die die Bayern erstaunlicherweise nicht nutzten. „Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe. Da habe ich die Jungs einfach zu hoch gejagt. Und das gegen eine Mannschaft, die dir keinen Stich lässt. Da muss man froh sein, dass die Bayern dich am Leben gelassen haben. Vieles hat nicht funktioniert“, sagte dementsprechend auch Baumgart.

Und so ließ sich Baumgart zur Halbzeit doch auf sein eigentliches „No-go“ ein und wählte eine destruktive 5-4-1-Variante. Das gab dem FC Sicherheit, führte auch dazu, dass es die Bayern nun deutlich schwerer hatten, in der Offensive fand Köln nun aber noch weniger statt als im ersten Durchgang. „Wir haben tiefer gestanden, was ich mir normalerweise nicht auf die Fahne schreibe, aber es war notwendig. Und dann haben wir gut verteidigt“, sagte der 51-Jährige. „Die zweite Halbzeit war besser. Die Dreierkette hat es gut gemacht. Wir nehmen da sehr viel mit.“ Offenbar wird die Dreierkette so zu einer Variante. Vielleicht nicht unbedingt gegen die Bayern.


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Baumgarts Experiment scheitert

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Baumgarts Experiment scheitert

Erstmals in der Ära Baumgart spielt der FC gegen die Bayern in einem Pflichtspiel mit Dreier- und/oder Fünferkette. Zwar unterlag Köln nur 0:1, dennoch ist das Experiment nicht geglückt.

Nach der ersten halben Stunde, die viel von Harakiri hatte, konnte der FC sich glücklich schätzen, nicht bereits 0:2 oder sogar 0:3 im Rückstand zu sein. Baumgarts geforderte Spielweise zeigte sich als zu anfällig gegen die starken Bayern. Die zweite Hälfte spielte der FC deutlich defensiver und konnte so einen weiteren Treffer verhindern. 1. FC Köln: Der Plan mit der Fünferkette geht nicht auf

Seltsam gelöst wirkte Steffen Baumgart beim obligatorischen TV-Interview nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern. Fast so, als sei eine gewissen Anspannung von dem Trainer abgefallen. Anfang der Woche hatte der 51-Jährige noch betont, dass eine mögliche knappe Pleite gegen den Rekordmeister eben auch eine Pleite und demnach kein Achtungserfolg sei. Klar, von null Punkten gegen die Bayern können sich Baumgart und sein Arbeitgeber relativ wenig kaufen, unabhängig vom eigentlichen Ergebnis. Und doch schien das 0:1 eine aufhellende Wirkung auf den Coach gehabt zu haben, obwohl sich die Situation im Tabellenkeller nicht verbessert, nein eigentlich sogar verschlechtert hat. Köln ist aufgrund der Tordifferenz einen Rang abgerutscht, hat die Rote Laterne wieder übernommen.

Große Lücken, weite Abstände, leere Räume

Über die Gründe für die lockere Stimmung lässt sich nur spekulieren. Fakt ist, dass der FC, aber vor allem auch Baumgart mit dem 0:1 noch sehr gut weggekommen sind. „Wenn du die 90 Minuten betrachtest, gehen die Bayern hier als der verdiente Sieger vom Platz“, sagte Baumgart und dann ein wenig martialischer: „Sie hätten uns in der einen oder anderen Situation viel früher killen können. Wir waren leider chancenlos.“ Damit brachte der Trainer die erste Halbzeit ziemlich treffend auf den Punkt. Bayern hätte schon nach zwei, spätestens aber nach sieben Minuten in Führung gehen müssen. Zunächst setzte Eric-Maxim Choupo-Moting den Ball nebens Tor, dann scheiterte Leroy Sané bei dem Versuch, den Hünen Marvin Schwäbe eiskalt zu überlupfen. Als Harry Kane wenige Minuten später einschob, hätte es gut und gerne schon 0:2 oder 0:3 stehen können. Auch nach Kanes Tor vergaben die Bayern noch einige Großchancen, Köln hatte genau eine Möglichkeit. „Da muss man froh sein, dass die Bayern dich am Leben gelassen haben“, sagte der Coach.

Tatsächlich hatten die Bayern phasenweise ein erstaunlich leichtes Spiel. Die Kölner stürmten nach vorne, spielten wie von Baumgart gefordert mutig auf, waren aber für Konter anfällig und bei diesen ständig in Unterzahl. Und das hatte einen einfachen Grund. Baumgart hatte erstmals in einem Pflichtspiel die Dreierkette aus einer ungeliebten Schublade gekramt, sie entstaubt und mit der Ansage des Offensivspiels versehen. „Wir wollten den Gegner überraschen. Teilweise hat es funktioniert, teilweise nicht“, sagte Keeper Schwäbe. Gerade der erste Abschnitt hatte viel von „eher nicht“.

Thielmann als Teil der Fünferkette

Und das, obwohl das hohe Pressing, die hohe Intensität eigentlich passten. Nur hatte der Trainer die zuletzt omnipräsenten individuellen Fehler nicht so recht beachtet. Und diese führten zu den gegnerischen Kontern. Zwar hatte der Kölner Coach in der vergangenen Woche ab und an die Dreierkette trainieren lassen, sie war aber noch nicht so in den Köpfen und Beinen der Spieler, dass ausgerechnet die Top-Offensive der Liga ins Straucheln geriet. Im Gegenteil: der FC offenbarte in der Hintermannschaft viel zu große Lücken, zu weite Abstände, zu leere Räume. Nach dem 0:6 gegen Leipzig hätte sich der FC auch nicht über ein Debakel gegen die Bayern beschweren dürfen.

Die erste halbe Stunde im Kölner Stadion hatte viel von Harakiri und wenig von einem gut durchdachten Plan. „Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe. Da habe ich die Jungs einfach zu hoch gejagt. Und das gegen eine Mannschaft, die dir keinen Stich lässt“, zeigte sich der Trainer einsichtig. „Dann habe ich gemerkt, dass das, was ich mir vorgenommen hatte, gegen so eine starke Mannschaft nicht umsetzbar war.“ Nicht wenige Fans hatten nach dem Wechsel die Rückkehr zur Viererkette erwartet. Baumgart stellte auch um, allerdings nicht auf die gewohnte Formation. Der Trainer beorderte Jan Thielmann in die Fünferkette und stellte Rasmus Carstensen auf die linke Abwehrposition. Und diese Maßnahme zeigte Wirkung. Der FC mauerte nun, dies aber durchaus erfolgreich. Die Bayern bekamen kaum noch Zugriff auf die Partie, kamen erst in der Schlussphase zu zwei weiteren Abschlüssen. Vielleicht auch, weil sie gar nicht mehr tun mussten. Da der FC nun aber sein Heil in der Betonmischerei suchte, kamen auch die Geißböcke zu keinen namhaften Chancen mehr. Es blieb beim knappen 0:1.


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Einzelkritik

Stimmen zum Spiel

„Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe“

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„Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe“

Zumindest kämpferisch hat der 1. FC Köln gegen Bayern München eine ordentliche Leistung abgerufen. Mehr aber auch nicht. Am Ende stehen wieder null Punkte. Die Stimmen zum Bayern-Spiel.

Am Ende stehen die Null Punkte da. Wir haben es aber alles in allem in der Defensive nicht schlecht gemacht. Offensiv hätten wir in der einen oder anderen Situation noch ein wenig zwingender sein müssen. 0:1 verloren, damit können wir nicht zufrieden sein. Ich bin mit Krämpfen runter. Am Ende ging da wirklich nicht mehr viel. Der Trainer wusste, dass ich nahezu am Ende bin. 

Jan Thielmann bei DAZN

Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe. Da habe ich die Jungs einfach zu hoch gejagt. Und das gegen eine Mannschaft, die dir keinen Stich lässt. Da muss man froh sein, dass die Bayern dich am Leben gelassen haben. Vieles hat nicht funktioniert. Aber ich bin derjenige, der die Jungs nach vorne getrieben hat. Dann habe ich gemerkt, dass das, was ich mir vorgenommen hatte, gegen so eine starke Mannschaft nicht umsetzbar war. Deswegen war die zweite Halbzeit schon besser. Aber wenn du die 90 Minuten betrachtest, gehen die Bayern hier als der verdiente Sieger vom Platz. Sie hätten uns in der einen oder anderen Situation viel früher killen können. Wir waren leider chancenlos..

Steffen Baumgart bei DAZN zu den Anfangsminuten

Wir haben gegen eine solche Mannschaft tiefer gestanden, was ich mir ja sonst nicht auf meine Fahne schreibe. Aber es war notwendig und dann haben wir es auch gut verteidigt. Wir hatten ein paar Ideen, die nicht so funktioniert haben. Wir nehmen schon sehr viel mit. Als neutraler Beobachter macht es Spaß, die Bayern zu sehen. Wenn du in der anderen Truppe bist, tut es manchmal weh.

Steffen Baumgart bei DAZN über die Systemumstellung

In der ersten Halbzeit darfst du dich nicht beschweren, wenn sie das ein oder andere Tor mehr schießen. In der zweiten Halbzeit haben wir eine defensivere Variante gewählt, standen ein wenig kompakter. Da hatten sie nicht mehr so viele Torchancen. Dann werden die Wege nach vorne natürlich auch weit. Verlieren ist immer scheiße. Aber es geht weiter. Nächste Woche zählt es gegen Darmstadt. Es war etwas ganz neues für uns. Wir haben das aber im Training geübt. Wir konnten uns darauf einstellen. Das hat auch ganz gut geklappt. Wir hatten wenige Torchancen. Wir haben uns damit schwer getan.

Luca Kilian bei DAZN

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Einzelkritik

Die Einzelkritik gegen Bayern

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Die Einzelkritik gegen Bayern

Zwar hat der 1. FC Köln mit dem 0:1 gegen die Bayern einen Achtungserfolg erzielt, mehr aber auch nicht. Der FC offenbarte große Lücken beim Fünferketten-Experiment. Das zeigt sich auch in den Noten.

Nach einer erschreckend schwachen Leistung im ersten Durchgang hat sich der FC im zweiten Abschnitt deutlich gesteigert. Gegen die Bayern hatte der FC aber nie eine wirkliche Chance. Die Einzelkritik der FC-Profis gegen Bayern.

Zu Beginn der Woche erklärte FC-Trainer Steffen Baumgart, dass eine knappe Niederlage gegen die Bayern dennoch eine Niederlage sei. Alles andere als Punkte würde ihn nicht interessieren. Dementsprechend bedient dürfte der Kölner Coach nach dem 0:1 im Heimspiel gegen den Rekordmeister gewesen sein. Tatsächlich haderte der Coach aber mit seiner taktischen Vorgabe, nahm seine Mannschaft in Schutz. Fakt ist, dass sich einige Kölner am Freitagabend besonders schwer taten. Das zeigen auch die Noten der Spieler.

So bewerten wir die FC-Profis gegen Bayern

Unter der Woche hatte Steffen Baumgart den Keeper noch für seine starken Paraden gelobt. Betont, dass Schwäbe den FC einige Male lange im Spiel gehalten habe. Das hat der Torwart auch gegen die Bayern. Unfassbar starke Parade gegen Sané nach sieben Minuten. Auch gut gegen Choupo-Moting und Sané. Hatte nach dem Wechsel wenig zu tun.

Stand überraschend in der Startelf. Hatte nach einer Minute schon großes Glück, dass sein Stockfehler nicht bestraft wurde. War auch anschließend alles andere als sattelfest. Seine Ausflüge in die Offensive sorgen schon mal für Schnappatmung.

Zeigte eindrucksvoll, dass er die Fünferkette für den FC vielleicht ein wenig früh kam. Ließ sich immer wieder von den langen Bällen düpieren. Rettete ein, zwei Mal mit starken Grätschen. Gewann im Schnitt nur jeden zweiten Zweikampf. Kam aber immerhin zu zwei Abschlüssen.

Rettete auf der Linie, legte dennoch Kane die Führung auf. Bestritt für einen Innenverteidiger erstaunliche acht Zweikämpfe, gewann aber immerhin sechs. Versuchte, der Abwehr Sicherheit zu geben. Das gelang nicht immer.

Kam zu der besten oder eigentlich einzigen Kölner Chance, traf aber den Ball nicht richtig. Hatte im ersten Abschnitt auch seine Schwierigkeiten mit der Fünferkette. Spielte nach dem Wechsel auf der linken Abwehrseite und kam dort deutlich besser zu recht. Allerdings auch, weil die Bayern ganz offensichtlich einige Gänge zurückschalteten.

Trotz der Fünferkette stand der Kapitän wieder auf der Sechs und Dejan Ljubicic hinter den Spitzen. Versuchte dennoch kreativ zu agieren. Sein Steckpass auf Linton Maina wäre eine starke, eine kreative Vorarbeit gewesen. Wäre, denn sein Pass kam nicht an und leitete den Rückstand ein. Seine Flanke auf Carstensen hätte belohnt werden können. Mehr kam aber nicht vom Kölner Kapitän.

Spulte erwartungsgemäß die meisten Kilometer ab. Kam auch auf eine ordentliche Zweikampf- sowie eine gute Passquote. Hatte trotzdem ebenfalls seine Probleme mit der Übermacht des Rekordmeisters.

Stellte unter Beweis, dass er kein Linksverteidiger ist. War im ersten Abschnitt heillos überfordert, wechselte nach der Pause in die Offensive und steigert sich. Brachte trotzdem so gut wie keinen Ball zum Mitspieler.

Baumgart hatte unter der Woche betont, dass sich der Mittelfeldspieler in einer Delle befinde, den Kopf frei kriegen müsse. Das ist dem Österreicher noch nicht gelungen. Agierte überraschend hinter den Spitzen und nicht neben Eric Martel. Hatte so gut wie kein Zugriff auf das Spiel.

Fand im Sturm so gut wie gar nicht statt. Kam auf 17 Ballkontakte, eine Passquote von 17 Prozent und keinen Torabschluss.

Gab sein Startelf-Debüt in dieser Saison. Startete recht ordentlich mit viel Tempo über die Außen. Ließ aber auch zwischenzeitlich ordentlich nach. Spielte nach dem Wechsel auf der rechten Außenbahn – und das wieder gut. Gab keinen Ball verloren, rackerte, ackerte.

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FC unterliegt den Bayern knapp, aber verdient

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FC unterliegt den Bayern knapp, aber verdient

Der 1. FC Köln hat das Heimspiel gegen den FC Bayern München erwartungsgemäß verloren. Bei der 0:1-Pleite verteidigten die Geißböcke leidenschaftlich. Am Ende gingen die Kölner erneut leer aus und das verdient.

Der Überraschungsplan von Steffen Baumgart ist nicht aufgegangen. Der Kölner Trainer wählte erstmals die Fünferkette als taktische Ausrichtung, gebracht hat es nichts. Im Gegenteil, gerade im ersten Abschnitt waren die Geißböcke mit der Ausrichtung überfordert. Der FC verliert gegen Bayern München 0:1. Das Tor erzielte natürlich Harry Kane (20.).

Unter der Woche hatte Steffen Baumgart noch betont, dass es unwahrscheinlich sei, dass er mit einer Dreier- oder Fünferkette spielen würde, obwohl er diese trainiert hatte. Doch der Kölner Trainer überraschte. Und das nicht nur mit dieser taktischen Variante. Dass entweder Mark Uth oder Luca Waldschmidt voraussichtlich für Dejan Ljubicic würden Platz machen müssen, hatte sich angedeutet. Dass aber beide Offensivkräfte auf der Bank saßen, kam dann doch mehr als nur unerwartet. Dafür stand Jan Thielmann in der Startformation. Genauso wie Luca Kilian, der für Dominique Heintz in die Startelf rotierte. Ebenfalls überraschend: Ljubicic übernahm die Position hinter den Spitzen, Kainz spielte einmal mehr auf der Sechs neben Eric Martel. Auf der anderen Seite nahm Thomas Tuchel vier Änderungen vor. Unter anderem startete Eric Maxim Choupo-Moting.

Chabot legt Kane die Führung auf

Und der Angreifer kam zu der ersten Möglichkeit. Nachdem er einen Stockfehler von Luca Kilian nach einer knappen Minute noch nicht nutzen konnte, setzte Konrad Laimer den Angreifer erneut ein und dieser den Ball knapp neben das Tor. Nur wenige Augenblicke später schickte Kane mit einem langen Ball Leroy Sané, der alleine vor Marvin Schwäbe auftauchte. Der Keeper entschärfte den Lupfer stark. Aber auch der FC spielte in den ersten Minuten munter mit. Unter anderem kam Thielmann nach einer Ecke aus kurzer Distanz zum Abschluss, Schiedsrichter Marco Wirtz entschied aber auf Abseits. Tatsächlich setzten die Kölner aber die Vorgabe ihres Trainers um, pressten früh, setzten die Bayern unter Druck, um das Spiel des Rekordmeisters gar nicht erst ins Rollen kommen zu lassen. 20 Minuten ging das einigermaßen auf.

Dann misslang Kainz ein Steckpass auf Linton Maina, die Bayern schalteten schnell über Kingsley Coman um, nutzten die erstaunlich großen Räume und kamen so zu einer Drei-auf-Eins-Situation. Sané legte perfekt ab auf Choupo-Moting, der den Ball an Schwäbe vorbeischob. Auf der Linie rettete Jeff Chabot, der den Ball aber direkt in den Fuß von Kane spielte: 0:1. Keine 120 Sekunden später war Sané erneut durch, dieser passte wieder auf den Angreifer, doch Schwäbe blieb dieses Mal Sieger. So gut die Geißböcke die Bayern im Spielaufbau stressten, so offen stand der FC in der Hintermannschaft. Immer wieder hebelten die Bayern die Kölner Defensive mit langen Bällen aus und schafften Überzahl-Situationen, Baumgarts Experiment mit der Fünferkette ging im ersten Durchgang gar nicht auf. Unter anderem kamen Sané und auch Kingsley Coman zum Abschluss, vergaben aber kläglich. Nach einer guten halben Stunde sorgten die Kölner mal für ein wenig Entlastung. Eine Flanke von Kainz brachte Rasmus Carstensen aufs Tor, doch Manuel Neuer hielt im Nachfassen. Doch die Chance war nicht mehr als eine Momentaufnahme.

FC nach dem Wechsel deutlich stabiler

Bayern gab auch nach dem Wechsel den Ton an, war aber nicht mehr so gefährlich. Auch, weil die Kölner nun deutlich tiefer standen. Baumgart blieb zunächst zwar bei der Fünferkette, zog nun aber Thielmann auf die rechte Seite zurück. Tatsächlich stand Köln nun sicherer, die Bayern waren aber auch bei weitem nicht mehr so zwingend. Und der FC näherte sich dem gegnerischen Tor wieder an. Unter anderem kam Hübers nach einer Ecke von Kainz zum Kopfball, wirkliche Gefahr strahlte der Abwehrspieler aber nicht aus. Die Bayern dominierten das Duell weiterhin, schoben sich den Ball geduldig hin und her, hatten aber ganz offensichtlich ein, zwei Gänge zurückgeschaltet. So kamen die nächsten Chancen des Rekordmeisters erstaunlicherweise überraschend. Nach einer Flanke von Coman kam Sané aus kurzer Distanz zum Abschluss, vergab aber genauso wie anschließend Coman, der den Ball an die Latte köpfte.

In der Schlussphase stellte Baumgart zurück auf Viererkette, brachte insgesamt fünf neue Spieler. Doch der Rekordmeister ließ den FC nicht mehr ins Spiel kommen. Erst in den Schlussminuten drückten die Geißböcke noch einmal, wurden aber weiterhin nicht gefährlich. Am kommenden Freitag ist Köln zu Gast in Darmstadt.

FC: Schwäbe – Kilian (78. Huseinbasic), Chabot, Hübers – Carstensen, Martel – Kainz (78. Waldschmidt), Maina, Ljubicic (64. Alidou), Thielmann (78. Pacarada) – Selke (64. Tigges); Tore: Kane 0:1 (20.)


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Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Bayern München

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Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Bayern München

Nach der Länderspielpause steht für den FC der Endspurt des Jahres an. Dazu treffen die Kölner zunächst auf den FC Bayern München. Eine denkbar schwere Aufgabe und eine mit Historie.

Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen den FCB geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Bayern München.

Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München?

Zum 105. Mal treffen der 1. FC Köln und der FC Bayern München am Freitagabend aufeinander. Die Bilanz spricht deutlich für die Bayern. Der FC gewann 24 der Partien, der FCB setzte sich in 56 Spielen durch. 24 Begegnungen endeten demnach unentschieden. Auch die Torbilanz spricht mit 222:132 für den Rekordmeister. Von den jüngsten 15 Begegnungen konnte Köln nur eins gewinnen.

Wer zeigt die Begegnung des 1. FC Köln gegen Bayern München?

Das Spiel beginnt am Freitagabend um 20.30 und wird daher von DAZN übertragen. Zusammenfassungen gibt es am Samstag unter anderem in der „Sportschau“ und im „ZDF Sportstudio“.

Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen den FC Bayern München?

Der höchste Sieg gelang dem FC bereits beim Premierenmatch der beiden Teams. Im Dezember 1965 spielten die Klubs das erste Mal in einem Pflichtspiel gegeneinander. Damals war der FC noch deutlich favorisiert und setzte sich auch verdient gegen den Rekordmeister durch. 6:1 hieß es nach 90 Minuten. Heinz Hornig (2), Fritz Pott, Christian Müller und Karl-Heinz Thielen trafen für den FC. Für die Bayern Franz Beckenbauer und Karl Borutta, der allerdings zum 1:0 ins eigene Netz. 

Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen den FCB?

Die höchste Pflichtspiel-Pleite liegt genau 20 Jahre zurück. 2003 trafen die Teams im DFB-Pokal aufeinander. Der FC war als Zweitligist der klare Außenseiter, kam aber als Tabellenführer dennoch mit breiter Brust nach München. Das nutzte dem FC herzlich wenig Bayern gewann problemlos.  Mit acht Buden im Gepäck fuhren die Kölner wieder Heim. Giovanne Elber (2), Owen Hargreaves und Bastian Schweinsteiger sorgten früh für die Entscheidung. Im zweiten Abschnitt erhöhten erneut Elber und Schweinsteiger sowie Zé Roberto und Willy Sagnol zum 8:0-Endstand. 1971 kassierten die Geißböcke gegen die Bayern ihre höchste Bundesliga-Pleite der Vereinsgeschichte. 0:7 hieß es damals.

Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen Bayern?

Die meisten Tore im FC-Dress erzielte Hannes Löhr gegen die Bayern. Die Kölner Legende war acht Mal erfolgreich. Auf der anderen Seite erzielte Gerd Müller 20 Tore für die Bayern gegen den FC. Von den aktuellen Offensivspielern traf Davie Selke zwei Mal gegen die Bayern, Mark Uth war schon fünf Mal erfolgreich und Luca Waldschmidt traf vier Mal in der U17 gegen den Rekordmeister, in der Liga noch nicht.

Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen München?

Hannes Löhr trug gegen den FCB am häufigsten das FC-Trikot. Der ehemalige Kölner Spieler kommt auf insgesamt 28 Duelle gegen die Bayern. Sepp Maier stand auf der anderen Seite bei 32 Spielen gegen den FC auf dem Platz.

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Gegnercheck: Offensivpower, variable Taktik, wenig Schwächen

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Gegnercheck: Offensivpower, variable Taktik, wenig Schwächen

Nach der Länderspielpause steht für den 1. FC Köln am Abend das Spiel gegen den FC Bayern München auf dem Programm. Die Vorzeichen auf Punkte stehen nicht gerade gut. Denn die Bayern sind Offensiv stärker geworden und offenbaren nur wenige Schwächen.

Am Freitagabend (20.30 Uhr, DAZN) steht für den 1. FC Köln das Heimspiel gegen den FC Bayern München an. Eine Partie gegen einen Gegner, der hoffnungslos überlegen scheint. Das zeigt auch unser Gegnercheck zum FC Bayern München.

FCB-Trainer Thomas Tuchel war über die Ansetzung alles andere als erfreut. Auch auf der Pressekonferenz vor dem FC-Spiel am Freitagabend betonten der Bayern-Coach einmal mehr, dass die Situation rund um die Abstellung und den Kalender an der „Grenze“, wenn nicht drüber sei. Zwar hat auch der FC einige Nationalmannschafts-Rückkehrer und mit Eric Martel und Florian Kainz auch zwei Akteure aus der zu erwartenden Startformtation in seinen Reihen, bei den Bayern war aber gefühlt jeder Akteur im Einsatz und das nicht nur wie die FC-Profis in Deutschland und direkter Umgebung. „Das Feedback von allen Nationaltrainern ist, dass die Topspieler müde sind. Die Jungs sind mental, emotional, physisch müde. Es geht nicht immer nur um die Spielminuten. Sie verbringen so viele Stunden in Hotels, Bussen, Flugzeugen. Das ist belastend und in dem Kalender an der absoluten Grenze, wenn nicht drüber“, sagte Tuchel und wurde noch konkreter. „Minjae Kim kommt aus China. Phonzy aus Kanada. Die haben weiß Gott wie viel Zeitverschiebung.“

Kane und Sané kommen auf 36 Scorer-Punkte

Tuchels Gegenüber Steffen Baumgart kann diese Gedanken nachvollziehen, ob der FC daraus aber Kapital schlagen wird, ist auch für den 51-Jährigen aber eher fraglich: „Wenn die Jungs erst einen Tag vor dem Spiel zurückkommen, finde ich es verständlich, wenn ein Trainer darüber nicht glücklich ist. Aber wenn ich sehe, wie die Bayern zurzeit spielen, wird uns das leider keine Vorteile geben“, sagte der Kölner Coach Anfang der Woche. Tatsächlich sollte die individuelle Klasse der Bayern die Länderspiel-Belastung locker wettmachen. Ballbesitzt, Sprints, Torschüsse, Tore – auch wenn der Rekordmeister aktuell „nur“ auf dem zweiten Platz der Tabelle liegt, sind die Münchner in vielen Kategorien nach wie vor das Maß aller Dinge. „Wir spielen im Moment sehr offensiv, stellen sehr viele offensive Spieler auf und versuchen unsere Stärken über die 90 Minuten durchzudrücken. Dass das manchmal dazu führt, dass wir nicht die optimale Balance haben, das stimmt“, sagte Tuchel im Oktober. Das zeigt sich auch in den Toren. Alleine in den vergangenen drei Liga-Spielen haben die Bayern 16 (!) Treffer erzielt und damit nahezu doppelt so viel wie die Kölner in der gesamten Spielzeit.  

Das auch Dank Harry Kane. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft spult im Vergleich zu Lewandowskis letzter Saison in München deutlich mehr Kilometer auf dem Platz ab, ist sich auch nicht zu schade, nach hinten mitzuarbeiten. Vor allem aber zeigt sich Kanes Qualität vor dem Tor. Nach gut 100 Tagen beim FCB steht Kane nach 11 Ligaspielen bei 17 Toren und 22 Scorerpunkten. Insgesamt braucht er 56 Minuten für ein Tor. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Kane und Leroy Sané ist auffällig. Das Duo kommt zusammen auf 25 Treffer und elf Assists. Das zweiterfolgreichste Offensiv-Duo der Liga kommt aus Stuttgart. Serhou Guirassy und Denis Undav kommen auf einen Wert von 20 Toren und drei Vorlagen. „Er ist außergewöhnlich, strahlt eine enorme Sicherheit aus. Wenn er am Ball ist, kann es wehtun“, sagt Baumgart am Mittwoch.

Variabel in der Ausrichtung

Taktisch bevorzugt Thomas Tuchel wie Baumgart eine 4-2-3-1-Formation – zumindest nominell auf dem Papier. Denn der Trainer der Bayern agiert sehr variabel in der tatsächlichen Formation. So verschiebt sich die Elf auf dem Platz zum Beispiel in eine 2-3-5-Variante. Die beiden Außenverteidiger unterstützen den Sechser im Zentrum, Bayern agiert mit einer Fünfer-Offensive. Dabei favorisiert der Rekordmeister das Spiel über die rechte Seite. Allerdings mit verhältnismäßig wenigen Flanken. In der Rückwärtsbewegung hält der Rekordmeister durch die unterstützte Sechs das Zentrum so kompakt, dass es kaum ein Durchkommen gibt. Mit dieser Variante reagierte der FCB-Coach auf die fehlende „Holding-Six“, die der Trainer gerne im Sommer verpflichtet, aber nicht bekommen hat. Nicht umsonst haben die Bayern erst neun Gegentore kassiert und noch kein Spiel in der Liga verloren. Nicht umsonst betonte Baumgart am Mittwoch, dass man bei den Bayern nur schwer über Schwächen sprechen könne. Und dennoch scheint die Hintermannschaft nicht immer ganz sattelfest zu sein. Gegen Leipzig und Leverkusen hatte gerade die Innenverteidigung arge Probleme – allerdings eben auch gegen Leipzig und Leverkusen.

Der Vergleich:

Der Kaderwert spricht natürlich deutlich für die Bayern. Laut gool.ai erreichen die Münchener einen Kaderwert von 870 Millionen Euro, der FC liegt aktuell bei rund 87 Millionen Euro. Der Kaderwert liegt somit zehn Mal höher. Alleine die Spieler Jamal Musiala (gegen Köln nicht dabei), Harry Kane und Joshua Kimmich liegen mit ihrem Marktwert jeweils (!) über dem Gesamtkaderwert des FC. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (9.9 Mio). Der Mittelfeldspieler läge damit in einem Kaderwert-Ranking bei den Bayern auf Platz 18.


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„Luxusproblem“ im Zentrum – wer spielt, wem droht die Bank?

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„Luxusproblem“ im Zentrum – wer spielt, wem droht die Bank?

Die Kölner Ausrichtung ist klar: offensiv und mit hoher Intensität wir der FC gegen die Bayern spielen. Doch wie sieht die erste Elf aus? Gut möglich, dass Dejan Ljubicic zurück in die Startformation rotiert, dann müsste ein anderer Leistungsträger weichen.


Mit dem Duell gegen den FC Bayern München eröffnet der FC am Abend den zwölften Spieltag. Eine schwere Aufgabe. FC-Trainer Steffen Baumgart steht aber noch vor einer ganz anderen Herausforderung. Der Kölner Trainer muss die richtige Formation finden. So könnte der FC gegen die Bayern spielen.

Mutig und klar soll der 1. FC Köln am Abend gegen den FC Bayern München auftreten – zumindest wenn es nach dem Kölner Trainer geht. Für Steffen Baumgart steht vor dem Duell mit dem Rekordmeister die Marschoute fest. Der FC wird auch gegen den Tabellenzweiten mit hoher Intensität auftreten, offensiv spielen. „Wir wollen hoch anlaufen. Ich verändere meinen Spielstil nicht, nur weil vielleicht David gegen Goliath spielt“, sagte der Coach unter der Woche. Das gilt wohl auch für die taktische Grundausrichtung. Zwar spielte der FC im Testspiel gegen die SpVg Porz zeitweise mit einer Dreierkette und Baumgart ließ seine Mannschaft diese auch unter der Woche ab und an im Training ausprobieren, doch der Kölner Trainer ist von der Viererkette überzeugt. „Jeder, der mich kennt, geht wohl von einer Viererkette aus. Das tue ich auch in den meisten Fällen“, sagte Baumgart gegenüber „Sky“.

Ljubicic zurück in der Startelf?

Damit ist ein Großteil der Hintermannschaft, auf die es am Abend gegen Kane und Co. besonders ankommen wird, wohl gesetzt. An dem Innenverteidiger-Duo Timo Hübers und Jeff Chabot wird kein Weg vorbeiführen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird auch Rasmus Carstensen den Vorzug auf der rechten Abwehrseite erhalten. Leart Pacarada hatte zuletzt seinen Stammplatz an Dominique Heintz verloren. Doch auch der Routinier wirkte in den vergangenen Duellen alles andere als sattelfest. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Pacarada wieder zurück in die Startelf kehrt. Mit seinem Treffer gegen Bochum hat Davie Selke untermauert, dass er bei den Stoßstürmern aktuell wohl die Nase vorne hat. Auch, wenn Steffen Tigges im Testspiel gegen Porz doppelt traf. Tigges konnte zumindest in der Bundesliga in dieser Spielzeit so gut wie gar nicht überzeugen.

So klar Abwehr und Sturm sein dürften, so groß sind die Fragezeichen im Mittelfeld. Und Steffen Baumgart wollte am Mittwoch auf der Pressekonferenz auch nicht mit der möglichen Aufstellung rausrücken. Dejan Ljubicic sei wieder eine Option, sagte der Trainer. „Wenn er vom Kopf her klar wird und wieder ins Rollen kommt, wird er noch ein wichtiger Spieler für uns“, so Baumgart. Ob der Mittelfeldspieler deswegen aber in der Startelf steht, ist offen. Zumindest würde der Österreicher die Rolle neben Eric Martel, der sich bei der U21 Selbstvertrauen geholt hat, deutlich defensiver angehen als ein Florian Kainz – gerade gegen die Bayern ein probates und vielversprechendes Mittel. Das würde allerdings erneut zum Luxusproblem in der Offensive führen. Denn die kurzfristige Ausbootung von Ljubicic führte dazu, dass Baumgart in der offensiven Zentrale mit Mark Uth, Luca Waldschmidt und Linton Maina agierte. Sollte also Florian Kainz in der Startelf und nicht auf der Sechs stehen, müsste einer der genannten Leistungsträger vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Wer muss auf die Bank?

Möglicherweise spielt dann die kurzfristige Verletzung von Uth eine Rolle, der in der vergangenen Woche das Training beenden musste, diese Woche aber wieder voll mittrainierte. Allerdings kommt Uth auf eine recht ordentliche Torbilanz gegen den Rekordmeister, war schon fünf Mal erfolgreich. Zudem drängt sich Jan Thielmann auf. Der Kölner Youngster stand bereits am Mittwoch wieder auf dem Trainingsplatz, nachdem er noch am Dienstagabend für die deutsche U21 spielte. Zuletzt hatte Baumgart die Euphorie rund um den 21-Jährigen bremsen wollen. Doch mittlerweile dürfte der Offensivspieler seinen Rückstand aufgeholt haben. Dennoch wird es wohl zu einem Einsatz in der Startelf nicht kommen.

So könnte der FC gegen die Bayern spielen


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