Rückholaktion: Der 1. FC Köln verpflichtet Pauline Nelles
Hendrik Broschart
Heimkehr ans Geißbockheim: Pauline Nelles kehrt nach vier Jahren in den USA zum 1. FC Köln zurück. Die 24-jährige Torhüterin und frühere U17-Europameisterin unterschreibt bis 2028 bei ihrem Ausbildungsverein. Rückholaktion: Der 1. FC Köln verpflichtet Pauline Nelles
Pauline Nelles kehrt nach vier Jahren an der Arizona State University zum 1. FC Köln zurück. Die 24-jährige Torhüterin, die ihre gesamte fußballerische Ausbildung am Geißbockheim absolvierte, wurde als Neuzugang für die Frauen des 1. FC Köln vorgestellt.
Die FC-Frauen verpflichten Pauline Nelles von den Arizona State Sun Devils (Foto: 1. FC Köln)
Der 1. FC Köln hat Pauline Nelles von den Arizona State Sun Devils unter Vertrag genommen. Die 24-jährige Torhüterin hat ihre Ausbildung bei der FC-Akademie absolviert und kehrt nach vier Jahren in den USA zu ihrem Ausbildungsverein zurück. Sie erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. FC-Funktionärin Nicole Bender-Rummler freut sich über die Rückkehr des Eigengewächses: „Pauline Nelles ist ein echtes Eigengewächs unseres Vereins. Ihr Weg hat sie vor vier Jahren in die USA geführt, umso schöner ist es, dass sie nun den Weg zurück zu uns gefunden hat. Wir freuen uns auf die erneute Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass Pauline mit ihrer Qualität eine Bereicherung für unser Team sein wird“, teilte die Direktorin Frauen- und Mädchenfußball in einem Statement des Vereins mit.
Nelles: „Ich habe Köln und den FC vermisst“
Die Torhüterin selbst zieht ein positives Fazit ihrer Zeit in Amerika, blickt aber vor allem nach vorne: „Ich freue mich sehr, wieder zurück in der Heimat und beim 1. FC Köln zu sein. Es sind noch einige bekannte Gesichter hier, aber auch viele neue. Ich war vier Jahre weg, da hat sich am Geißbockheim natürlich einiges entwickelt und ich kann es nicht erwarten, nun wieder ein Teil davon zu sein. Ich hatte eine tolle und lehrreiche Zeit in den USA, aber ich habe Köln und den FC vermisst.“ Die gebürtige Bonnerin durchlief alle Juniorinnen-Mannschaften des 1. FC Köln. Mit der U17 wurde sie 2017 und 2018 Meisterin der B-Juniorinnen-Bundesliga West/Südwest. 2019 wurde sie mit der deutschen U17-Nationalmannschaft Europameisterin. 2022 verließ sie den Verein und wechselte von der Kölner U20 an die Arizona State University, wo sie vier Jahre verbrachte. Bislang stehen für Nelles acht Bundesligaspiele und sechs Partien in der 2. Bundesliga zu Buche.
Weiterer Neuzugang beim 1. FC Köln: FC-Frauen verpflichten Beke Sterner
Redaktion
Nach der abgeschlossenen Rekord-Saison arbeiten die Fußballerinnen der Geißböcke weiter mit Hochdruck an dem Kader für die kommende Spielzeit: Der 1. FC Köln verpflichtet Beke Sterner. Die 23-Jährige hat bis 2029 unterschrieben.
Bei den Frauen des 1. FC Köln zeichnet sich immer mehr der Kader für die kommende Spielzeit ab. Nach den zahlreichen Vertragsverlängerungen noch während der Saison gibt es nun bereits die zweite Neuverpflichtung. Beke Sterner verstärkt den FC.
Beke Sterner unterschreibt beim 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel/Getty Images for DFB)
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Nur wenige Tage nach der Verpflichtung von Elise Stenevik hat der FC am Donnerstag die nächste Neuverpflichtung bei den Frauen bekannt gegeben. Die Geißböcke erhalten eine neue Rechtsverteidigerin. Beke Sterner wechselt von der SGS Essen an den Rhein. „Beke Sterner bringt trotz ihres jungen Alters bereits viel Erfahrung aus der Bundesliga mit“, sagt Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball. Seit November 2020 spielt die 23-Jährige im Kader der 1. Mannschaft der SGS Essen. Mittlerweile kommt die Defensivspielerin auf 108 Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse. „Ihre enorme Einsatzbereitschaft und ihr Wille, jeden Zweikampf für sich zu entscheiden, zeichnen sie besonders aus. Darüber hinaus wird sie mit ihrer offenen und positiven Art auch menschlich eine große Bereicherung für unser Team sein“, so Bender-Rummler weiter.
„Ich bin sehr gespannt auf die Fans“
Ihre Karriere begann beim TSV Friedrichsberg-Busdorf. Über den SC Weiche Flensburg 08 wechselte sie anschließend im Sommer 2019 in die Jugendabteilung der SGS Essen. Auch in diversen Nachwuchs-Nationalmannschaften war die Abwehrspielerin bereits im Einsatz. Nun folgt die nächste Station in Köln. „Die Menschen hier leben für den FC und für die Stadt. Der Frauenfußball hat sich beim FC in den vergangenen Jahren enorm entwickelt und ich freue mich darauf, ab jetzt ein Teil davon zu sein und das miterleben zu dürfen“, sagt Sterner. „Der FC ist ein sehr familiärer Club und ich bin sehr gespannt auf die Fans, die Stadt und die Heimspiele, besonders natürlich das nächste Highlightspiel im großen Stadion.“ Die Kölnerinnen haben bereits während der Spielzeit zahlreiche Verträge ihrer Spielerinnen verlängert. Nun folgt die zweite externe Neuverpflichtung.
Neuzugang beim 1. FC Köln: Elise Stenevik wechselt an den Rhein
Redaktion
Nach der abgeschlossenen Rekord-Saison verstärken sich die Fußballerinnen der Geißböcke mit der ersten Spielerin für die Defensive: Der 1. FC Köln verpflichtet Elise Stenevik vom FC Everton. Die 26-Jährige hat bis 2028 unterschrieben.
Der erste Neuzugang für die Frauen des 1. FC Köln: Elise Stenevik verstärkt die Hintermannschaft der Geißböcke. Die Norwegerin spielte zuletzt in England bei Everton.
Elise Stenevik unterschreibt beim 1. FC Köln
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Die abgelaufene Saison ist gerade einmal eine Woche alt, da nimmt der Kader der neuen Spielzeit bereits Formen an. Wie der FC am Sonntag bekannt gegeben hat, wird Elise Stenevik künftig für die Frauen des FC auflaufen. „Elise Stenevik passt hervorragend in unser Anforderungsprofil. Als Abwehrspielerin bringt sie viel Erfahrung auf internationalem Top-Niveau mit und überzeugt vor allem durch ihre Zweikampfstärke, ihre Robustheit sowie ihren starken linken Fuß“, sagt Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball. „Elise wird unserem Team sowohl sportlich als auch menschlich wichtige Impulse geben. Wir freuen uns sehr, dass sie künftig für uns auflaufen wird.“
„Ich freue mich sehr auf meine Zeit beim 1. FC Köln“
Die Norwegerin wurde am 9. September 1999 in Florø geboren. Bei Arna-Bjørnar in ihrem Heimatland begann die Abwehrspielerin ihre Karriere. Von dort schaffte sie den Sprung in die erste Mannschaft. Bevor die 26-Jährige zum FC Everton wechselte und in der höchsten englische Spielklasse, der Women´s Super League auflief, wechselte die Defensivspielerin im Januar 2020 für zweieinhalb Jahre zu Eskilstuna United nach Schweden. In England blieb die Norwegerin vier Jahre. Die aktuelle Saison schloss Stenevik mit Everton FC nach 62 absolvierten Duellen und einem erzielten Treffer auf dem achten Tabellenplatz ab. Stenevik war ebenfalls Teil der von der U17 bis zur U23 Nationalmannschaft der Juniorinnen in Norwegen.
„Ich freue mich sehr auf meine Zeit beim 1. FC Köln, auf die Menschen hier und die Philosophie des Vereins. In dem Moment, als ich meinen Vertrag hier unterzeichnet habe, hatte ich das beruhigende Gefühl, die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben“, so Stenevik. „Ich kann es nicht erwarten, meine Mitspielerinnen, den Trainerstab und die Fans richtig kennenzulernen und die Spiele für meinen neuen Club zu bestreiten.“ Der Vertrag der Norwegerin läuft bis zum 30. Juni 2028.
Die Kölnerinnen haben bereits während der Spielzeit zahlreiche Verträge ihrer Spielerinnen verlängert. Nun folgt die erste externe Neuverpflichtung.
Frauen des 1. FC Köln krönen ihre Rekord-Saison mit deutlichem Sieg in Jena
Daniel Mertens
Die Fußballerinnen des 1. FC Köln haben die Bundesliga-Saison mit einem deutlichen Auswärtssieg beim FC Carl Zeiss Jena beendet. Die Frauen des 1. FC Köln setzen sich in Jena mit 3:0 (3:0) durch und krönten damit ihre Rekord-Saison. Einen möglichen Tor-Rekord verpasste das Team jedoch.
Ohne Laura Feiersinger und Marina Hegering bestreiten die Kölnerinnen ihr letztes Saisonspiel erfolgreich, gewinnen in Jena 3:0. Es war sogar noch mehr drin.
Jubel bei den Spielerinnen des 1. FC Köln
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Kölns Trainerin Britta Carlson änderte ihre erste Elf im Vergleich zum 2:1-Heimerfolg gegen den Hamburger SV auf vier Positionen: Aurora Mikalsen, Adriana Achcinska, Laura Donhauser und Vanessa Leimenstoll ersetzten Lisa Schmitz, Marina Hegering, Sara Agrez, Amelie Bohnen. Laura Vogt übernahm diesmal die Kapitänsbinde beim FC. Die Kölnerinnen wurden ihrer Favoritenrolle schon in der Anfangsphase gerecht. Laura Donhauser war bei einem ungenauen Pass in der Jenaer Abwehr aufmerksam, schnappte sich die Kugel auf der rechten Seite und legte quer ins Zentrum zu Achcinska. Die polnische Nationalspielerin versenkte aus 16 Metern über die Unterkante der Latte ins Tor zum 1:0 für den FC (13.).
Andrade sorgt für die Vorentscheidung
Die FC-Frauen hielten das Tempo hoch. Sandra Jessen schlug den Ball auf der linken Seite nach vorne, Pauline Bremer verlängerte per Kopf in den Lauf von Lydia Andrade. Die Stürmerin bestätigte ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen, setzte sich im Laufduell gegen eine Jenaerin durch und schob ins lange Eck zum 2:0 für den FC (22.). Die Vorentscheidung folgte noch vor der Halbzeit. Achcinska spitzelte ihrer Gegenspielerin den Ball vom Fuß in den Lauf von Bremer, die freistehend vor der Torhüterin Hannah Etzold die Nerven behielt und ins kurze Eck zum 3:0 einschoss (39.). In der zweiten Hälfte sahen die knapp 900 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld keine Highlights mehr, das Spiel schleppte sich vielmehr dem Abpfiff entgegen. Die Kölnerinnen begnügten sich mit dem 3:0 und offenbarten keinen weiteren Torhunger mehr, sonst wäre an diesem Nachmittag sicherlich zum Abschluss ein weiterer Vereinsrekord möglich gewesen.
Die beste Chance vergab die eingewechselte Dora Zeller, die nach Zuspiel von Martyna Wiankowska knapp am Tor vorbeischoss (90.+1). So bleibt es jedoch beim 4:0 als höchstem Kölner Bundesliga-Sieg, aufgestellt am letzten Spieltag der Vorsaison zuhause gegen Turbine Potsdam. Mit 37 Punkten und dem siebten Platz in der Abschlusstabelle gelang dem 1. FC Köln aber auch so Historisches mit der besten Saison der Vereinsgeschichte.
Nach Feiersinger fehlt auch Hegering: Frauen des 1. FC Köln peilen in Jena die Revanche ohne Kapitänsduo an
Daniel Mertens
Die Frauen des 1. FC Köln treten am Sonntag (14 Uhr) zum Saison-Abschluss beim FC Carl Zeiss Jena an. Die Kölnerinnen haben mit dem Tabellenletzten und feststehenden Absteiger noch eine Rechnung offen.
Dabei müssen die FC-Frauen jedoch ohne ihr Führungsduo auskommen, denn nach Laura Feiersinger fällt nun auch noch Marina Hegering aus.
Marina Hegering für den 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel/Getty Images)
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Das Heimspiel gegen den Hamburger SV war der letzte Auftritt für Marina Hegering in dieser Saison. Die Verteidigerin führte ihre Mannschaft am vergangenen Wochenende noch einmal als Kapitänin ins Franz-Kremer-Stadion. Beim Saison-Abschluss am Sonntag wird die 36-Jährige jedoch nicht mehr auf dem Rasen stehen, wie die Trainerin Britta Carlson gegenüber come-on-fc.com verriet: „Sie hatte die ganze Zeit leichte Probleme am Knie. Nichts Wildes, da haben wir sie vorher in die Pause geschickt.“
“Es geht auch um den eigenen positiven Saison-Abschluss“
Mit Laura Feiersinger fällt auch die Vize-Kapitänin weiterhin aus. Die Österreicherin stand zuletzt Ende März gegen Frankfurt (1:2) für den FC auf dem Rasen. „Sie ist aber wieder auf einem sehr guten Weg, aber da wollen wir auch nichts riskieren“, merkte Carlson an. Die Trainerin muss daher vor dem Saison-Abschluss in Jena eine neue Spielführerin bestimmen. Mit dem Gegner hat der FC derweil noch eine Rechnung offen. Im Hinspiel setzte es eine 0:1-Niederlage. „Wir wissen, dass wir uns gegen Jena immer schwergetan haben in den letzten Spielen“, warnte Carlson davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, „insofern geht es da auch für uns ein bisschen um Wiedergutmachung. Aber es geht auch um den eigenen positiven Saison-Abschluss.“
Deswegen werde es auch keine große Rotation geben, um vielleicht die Spielerinnen aus der zweiten Reihe nochmals ins Schaufenster zu stellen. „Wir sind gerade gut eingespielt. Sicherlich wird auch die eine oder andere Spielerin noch mal eine Chance bekommen. Aber wir wollen da noch mal Vollgas geben, deswegen werden wir vielleicht ein, zwei Positionen vielleicht ändern, aber nichts Großes.“ Der kommende Gegner, der bereits als Absteiger feststeht, kassierte zuletzt zwei deutliche Niederlagen in Bremen (0:7) und davor zuhause gegen Freiburg (1:5) und wird sich daher sicherlich mit einem ordentlichen letzten Eindruck aus der Bundesliga verabschieden wollen.
“Wir trainieren bewusst weiter“
So enttäuschend die Saison für Jena in der Liga verlief, so sehr drehten sie im DFB-Pokal auf. Der Traditionsverein stieß hier bis ins Halbfinale vor und musste sich dort gegen den übermächtigen VfL Wolfsburg erst im Elfmeterschießen geschlagen geben. Die Sommerpause startet mit dem Abpfiff aber noch nicht für die Spielerinnen. In der kommenden Woche stehen noch lockere Einheiten am Geißbockheim sowie Leistungstestungen an, auf deren Basis die individuellen Trainingspläne für die Pause erstellt werden. „Wir trainieren bewusst weiter, weil die Nationalmannschaften auch noch Abstellungen haben mit der Nations League. Wir wollen auch die Sommerpause ein bisschen verkürzen, weil sie wieder sehr lang ist.“ Am 3. und 4. Juli stehen dann erneute Testungen zum Vorbereitungsstart an, ehe am 5. Juli die erste gemeinsame Trainingseinheit ansteht.
Auf Schmitz-Patzer folgt Zellers Joker-Tor: Frauen des 1. FC Köln jubeln zum Heim-Abschied spät gegen den HSV
Daniel Mertens
Die Fußballerinnen des 1. FC Köln haben auch das zweite Heimspiel innerhalb von sieben Tagen gegen einen Gegner aus dem Norden gewonnen: Auf das 3:0 gegen Werder Bremen folgte ein 2:1 (1:0) gegen den HSV: Die Frauen des 1. FC Köln gewinnen gegen den Hamburger SV.
Dora Zeller erzielte spät in der Nachspielzeit den verdienten und umjubelten Siegtreffer für den FC. Zuvor hatte Lisa Schmitz mit einem Patzer den Ausgleich für den HSV ermöglicht.
Kölns Trainerin Britta Carlson schickte dieselbe Startelf aufs Feld, die sieben Tage zuvor in Müngersdorf einen Gala-Auftritt gegen Bremen (3:0) hinlegte. Die Gäste aus dem Norden wurden bereits am Freitagabend auf dem Hotel-Sofa in Köln den größten Druck im Kampf um den Klassenerhalt los. Da die auf dem ersten Abstiegsplatz stehende SGS Essen beim 1. FC Nürnberg mit 0:3 verlor, wäre der am rettenden Ufer stehende HSV mit mindestens drei Punkten Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis in den letzten Spieltag gegangen. Der Ligaverbleib war damit für den Aufsteiger schon vor dem Anpfiff nahezu greifbar.
Köln die spielbestimmende Mannschaft
Die Kölnerinnen versuchten dem Spiel von Anfang an den Stempel aufzudrücken, kamen dabei allerdings zunächst zu keinen gefährlichen Aktionen rund um den Hamburger Strafraum. Die Gäste wiederum spielten forsch mit, holten einer Vielzahl ruhender Bälle im Angriffsdrittel heraus, aus denen sie aber kein Kapital schlagen konnten. Ein flacher Distanzschuss von Anna-Lena Stolze vom Sechzehner genau in die Arme von Hamburgs Torfrau Lea Paulick war die beste Offensiv-Aktion der Anfangsphase (18.). Kurz danach hätte Lydia Andrade jedoch zwingend die Kölner Führung erzielen müssen. Eine Hamburgerin rutschte im Mittelkreis im Zweikampf mit Andrade aus und die Kölner Stürmerin konnte unbedrängt aufs HSV-Tor zulaufen. Der Schweizerin versagten aber offenbar die Nerven, sodass ihr Flach-Schuss genau in den Beinen von Paulick landete (23.).
Die Kölnerinnen waren mittlerweile die spielbestimmende Mannschaft – und Andrade machte ihren Aussetzer kurz danach wett. Laura Vogt köpfte in den Lauf von Stolze, die den Ball an Hamburgs Torfrau vorbeilegte, Andrade drückte ihn mühelos über die Linie zum 1:0 (30.). Die Kölner Überlegenheit war auch nach der Halbzeit sichtbar, allerdings entwickelte sich eine zerfahrene Partie mit vielen Unterbrechungen und gelben Karten auf beiden Seiten. Den 1895 Zuschauern im Franz-Kremer-Stadion boten sich derweil kaum gefährliche Aktionen in den beiden Strafräumen.
Spätes Tor verhilft zum Dreier
Pauline Bremer ließ das eigentlich sichere 2:0 liegen, als sie – analog zu Andrade in der ersten Hälfte – frei aufs Tor zulief, aber ebenfalls mit ihrem Schuss an Paulick scheiterte und auch bei den Nachsetzern an der Hamburger Keeperin hängenblieb (67.). Und das Pech blieb der Stürmerin treu: Nach Zuspiel von Laura Vogt flog Bremers Schuss knapp am Hamburger Tor vorbei (74.). Die Gäste wurden in der Schlussphase bissiger, was sich nicht nur in einem Platzverweis eines Hamburger Betreuers auf der Ersatzbank widerspiegelte (78.). Ein Patzer von Lisa Schmitz bescherte dem HSV schließlich den Ausgleich. Kölns Torfrau segelte unter einem Freistoß von Mia Büchele aus dem Mittelfeld durch und Annaleen Böhler köpfte mühelos zum 1:1 am langen Pfosten ein (83.).
Als alles nach einer Punkteteilung und dem damit verbundenen sicheren Klassenerhalt des HSV aussah, schlug der FC nochmals zu. Pauline Bremer setzte sich auf dem linken Flügel durch und legte die Kugel ins Zentrum. Die eingewechselte Dora Zeller traf aus der Drehung mit Wucht in den Winkel zum 2:1 (90.+7). Über die gesamte Spieldauer war der Heimsieg für die Gastgeberinnen komplett verdient. Nach dem Schlusspfiff wurde es besonders emotional, als mit Adriana Achcinska, Sara Agrez, Sylwia Matysik, Aurora Mikalsen und Martyna Wiankowska fünf Spielerinnen vom Vizepräsidenten Ulf Sobek und Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball, verabschiedet wurden.
Die Saison endet für die FC-Frauen nächste Woche Sonntag (14 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim als Absteiger feststehenden Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena.
„Werden mit dem bestmöglichen Team auflaufen“ – Die Frauen des 1. FC Köln möchten auch das letzte Heimspiel der Saison gewinnen
Redaktion
Nach dem Highlightspiel des vergangenen Wochenendes folgt nun direkt das nächste Heimspiel. Vor den Augen der über 30.000 Fans bezwangen die FC-Frauen den SV Werder Bremen mit 3:0. Damit stehen sie bei noch zwei verbleibenden Spielen auf Rang acht mit 16 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und 17 Punkten Rückstand auf einen Europapokalplatz. Am Samstag spielen die Frauen des 1. FC Köln gegen Hamburg.
Für Britta Carlson kein Grund, das Spiel gegen den HSV auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Frauen des 1. FC Köln möchten sich erfolgreich aus der Saison verabschieden.
Während es für die Kölnerinnen tabellarisch um nicht wirklich viel geht, kämpfen die Damen des HSV um den Klassenerhalt. Mit drei Punkten Vorsprung auf die SGS Essen stehen die Hamburgerinnen knapp auf dem rettenden Ufer. „Gerade für den HSV geht es ja noch um ganz viel. Sie kämpfen um den Klassenerhalt und deswegen werden wir auch wieder mit allem was wir haben, auflaufen“, stellte Carlson klar. Man wolle sein Spiel durchziehen anstatt extra junge oder bisher weniger häufig zum Zug gekommene Spielerinnen einzusetzen. Die FC-Frauen haben vor, das Spiel so ernst anzugehen, wie jede andere Partie auch, um sich erfolgreich vom heimischen Publikum zu verabschieden.
Die gute Leistung bestätigen
Der Heimsieg gegen Bremen am vorherigen Spieltag dürfte dafür sicherlich Motivation genug sein. „Das Highlightspiel gibt auch noch mal ein bisschen Auftrieb und man sieht einfach, was in der Mannschaft steckt. Die paar Prozente mehr, die vielleicht die Kulisse gebracht haben, werden auch wieder da sein.“, stellte Carlson in Aussicht. Das vergangene Wochenende scheint die Truppe zu beflügeln. „Es war einfach ein ganz schöner Rahmen. Man merkt die ganze Woche, wie die Freude auch im Training noch da ist. Wir sind ein gutes Team und eine gute Einheit und jetzt geht es darum, diese Freude auch auf den Platz zu bringen“, sagte die Cheftrainerin.
Das Hinspiel konnten die Domstädterinnen mit 4:1 für sich entscheiden. Laut Carlson spiegelt dieses Ergebnis aber nicht die Qualität des Gegners wider. „Das Hinspiel ist natürlich sehr gut für uns gelaufen und war ein deutlicher Sieg. So eindeutig war das Spiel aber nicht. Wir hatten sehr gute Umschaltmomente, die wir gut zu Ende gespielt haben und waren sehr effizient. Aber auch da hat man schon gesehen, dass der HSV uns zwischendurch echt gefordert hat. Ein 4:1 war das glaube ich nicht“, ordnete Carlson das Hinspiel ein. Und auch in den letzten Spielen erkennt die gebürtige Kielerin eine Steigerung bei den Hanseatinnen.
Denn Hamburg habe immer gute Leistungen gezeigt, sich aber nicht belohnt. Auch gegen Union sei es so gewesen, dass sie sich viele Chancen erspielt hätten, aber dann die Effizienz vor dem Tor gefehlt habe. Somit erwarte Calson einen Gegner, welcher dem Team alles abverlangen werde, um nochmal zu punkten. Zumal die Hamburgerinnen am letzten Spieltag der Saison auf den FC Bayern München treffen.
Wiedersehen alter (Un)bekannter
Seit wenigen Wochen steht bei den HSV-Frauen Rodolfo Cardoso an der Seitenlinie. Der Argentinier hat genau wie Carlson eine Vergangenheit als Spieler des HSV und das sogar größtenteils zur selben Zeit. „Wir lagen öfter mal beide auf der Pritsche beim Physio Hermann Rieger, aber da wird er sich wahrscheinlich eher nicht dran erinnern, aber unbewusst oder bewusst kennen wir uns ein bisschen“, erinnert sich die 48-Jährige.
Nahezu volle Kapelle
Für das Spiel gegen ihren Ex-Verein muss die Kielerin weiterhin auf Laura Feiersinger verzichten. Die Österreicherin befindet sich zwar auf einem guten Weg, fällt jedoch weiterhin aus. Anna Gerhard hat nach wie vor mit muskulären Problemen zu kämpfen. Merle Hokamp macht währenddessen gute Fortschritte in der Reha. Zusätzlich konnte Sylwia Matysik erstmals seit ihrer Verletzung im Februar vollständig am Mannschaftstraining teilnehmen. Somit können die Kölnerinnen fast aus dem Vollen schöpfen. Ob das dann für die nächsten drei Punkte reicht, wird sich am Samstagmittag im Franz-Kremer-Stadion zeigen. Anstoß ist um 12 Uhr.
„Mit einem Grinsen spazieren gegangen“: Das sind die Stimmen nach dem Fußballfest der FC-Frauen gegen Bremen
Daniel Mertens
Die Fußballerinnen des 1. FC Köln haben sich und die 30.000 Zuschauer mit einem fulminanten Nachmittag belohnt. Das 3:0 gegen Werder Bremen war ein rauschendes Fußballfest, von dem die Spielerinnen noch lange zehren dürften. Die Stimmen zum Spiel der Frauen des 1. FC Köln gegen Werder Bremen.
Zudem sprang der FC im Zuschauer-Ranking deutlich nach vorne. Wir haben die Stimmen nach dem Spiel zusammengetragen.
Frauen des 1. FC Köln jubeln beim Sieg gegen Werder Bremen
Das Gewitter am Ende des Spiels über Müngersdorf spiegelte die Gefühlslage beim 1. FC Köln nicht wieder. Die Kölnerinnen strahlten stattdessen – und das nicht nur aufgrund des deutlichen 3:0-Erfolgs. Der stimmungsvolle Mittag im Rhein-Energie-Stadion sorgte einmal mehr für unvergessliche Momente bei den Spielerinnen. Ein ganz besonders großes Grinsen hatte Lydia Andrade im Gesicht. Der Sommer-Neuzugang des Vorjahrs nimmt zum Saison-Ende Fahrt auf, stach im Offensiv-Spiel nicht nur aufgrund ihres Führungstreffers hervor. „Heute hat alles gepasst, ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagte die Schweizerin nach dem Abpfiff, „ich konnte es nicht so glauben, ich bin echt froh und dankbar, dass ich meiner Mannschaft helfen konnte.“
“Es ist einfach schön, wenn die Spielerin sich dann auch belohnt“
Trainerin Britta Carlson fand ebenfalls lobende Worte für ihre Spielerin: „Lydia hatte keine einfache Zeit bei uns. Es hat ein bisschen gedauert, bis sie adaptiert hat, wie unsere Intensität ist, wie unser Spiel ist. Wir haben jetzt auch erst die hundertprozentige Position für sie gefunden, eher in der Spitze zu spielen. Vorher war sie eine Spielerin, die eher auf dem Flügel agiert hat. Mich freut es ungemein, weil sie nie aufgegeben hat. Sie hat im Training weiterhin Gas gegeben, hat versucht, an sich zu arbeiten, fordert gefühlt von jedem Training eine Analyse ein, ist da also auch hungrig. Es ist einfach schön, wenn die Spielerin sich dann auch belohnt.“
Doch über allem standen am Samstagmittag die Kulisse und die Atmosphäre. „Man spürt, was für eine große Familie das ist, wir haben die Unterstützung von allen gespürt und alles gegeben“, äußerte Sandra Jessen, die erstmals im FC-Trikot in Müngersdorf auf dem Rasen stand, „ich bin mir ganz sicher, dass es von der ersten Minute ganz klar war, welche Mannschaft die drei Punkte mitnimmt.“ Ein besonderer Moment war es auch für die Kapitänin Marina Hegering. Für die Wahl-Kölnerin war es nach der Fahrt auf dem Rosenmontagszug der nächste große emotionale Höhepunkt in diesen Wochen.
“Das macht das ganze Spiel einfach super emotional“
„Ich habe mich total gefreut. Ich hatte ja einen Countdown-Timer für dieses Spiel eingerichtet auf meinem Handy. Ich glaube, ich habe bei 70 Tagen angefangen und habe die Tage runtergezählt. Ich kann von Zuhause auf das Stadion sehen. Die Vorfreude heute Morgen beim Spaziergang war sehr groß. Ich bin mit einem Grinsen in der Sonne spazieren gegangen und habe mich einfach nur gefreut. Dann durfte ich auch noch meinen Neffen und meine Nichte mit zum Einlaufen nehmen, das war natürlich das Sahnehäubchen auf der Torte. Das macht das ganze Spiel einfach super emotional.“ Der Tag ging auch der 36-Jährigen nahe, die schon so viel in ihrer Karriere erlebt hat: „Wenn man das auf dem Platz hört, wenn man eine Aktion nach vorne startet, wie laut das Stadion dann wird, macht es schon einfach Bock, das kribbelt dann schon und es beflügelt auch.“
Etwas norddeutsch zurückhaltender äußerte sich Britta Carlson, die in Kiel geborene Trainerin des FC: „Ich möchte keine einzelne Spielerin bei uns hervorheben, weil ich finde, dass das gesamte Team sehr gut performt hat nach den letzten Leistungen und ich glaube, diese Belohnung für das Team vor so einer Kulisse war extrem wichtig, wieder mal zu null zu spielen. Es hat mich extrem gefreut, dass wir nicht nur vorne alles reingeworfen haben, sondern auch wenig zugelassen haben, weil jede Spielerin mit allem, was sie hat, verteidigt hat. Das ist auch das, was uns die ganze Saison ausgezeichnet hatte.“
Comeback nach fast einem Jahr
Und dann wurde Carlson doch auch ein wenig euphorisch: „Es pusht ungemein, wenn knapp 30.000 uns anfeuern. Das ist eine Sache, die wir so nicht kennen. Gerade unser Stadion hier beim FC ist auch noch mal besonders. Ich glaube, das hat man heute gesehen, was die Fans leisten von der ersten Sekunde an. Wenn du von der Sekunde die Intensität hochhältst und auch da schon deine Möglichkeiten hast, dann wird es auch ein bisschen leichter mit der Kulisse positiv umzugehen.“
Zudem konnte Taylor Ziemer nach fast einem Jahr Verletzungspause ihr Comeback als Jokerin feiern. Der FC wiederum sprang durch das Heimspiel in der Zuschauertabelle der laufenden Saison vom achten auf den fünften Platz mit einem Schnitt von nunmehr 4.377 Zuschauern pro Partie. Einzig Bremen, Hamburg, Bayern und Union Berlin konnten bisher noch mehr Zuschauer begrüßen. Bemerkenswert: Mit Hamburg (6.042/Spiel) und dem Primus aus Köpenick (7.728) sind gleich zwei Aufsteiger in den Top 3. Apropos Hamburg: Gegen diesen Gegner geht es am Samstag mit dem nächsten Heimspiel weiter. Dann wieder im Franz-Kremer-Stadion vor deutlich kleinerer Kulisse.
Highlights zum Highlight-Spiel: Frauen des 1. FC Köln gewinnen vor beeindruckender Kulisse
Daniel Mertens
Werder Bremen entwickelt sich zum Lieblingsgegner des 1. FC Köln im Rhein-Energie-Stadion. Die Hanseatinnen waren zum zweiten Mal Gegner beim Bundesliga-Highlight-Spiel in Müngersdorf und zum zweiten Mal gewannen die FC-Damen die Partie. Die Frauen des 1. FC Köln gewinnen 3:0 gegen Werder Bremen.
Diesmal sahen 30.411 Zuschauer einen ungefährdeten Heim-Erfolg der Kölnerinnen, die mit diesem Auftritt beste Eigenwerbung betreiben konnten.
Kölns Trainerin Britta Carlson änderte ihre erste Elf im Vergleich zur 2:6-Klatsche fünf Tage zuvor bei der TSG Hoffenheim auf drei Positionen: Sara Agrez, Celina Degen und Anna-Lena Stolze starteten für Martyna Wiankowska, Adriana Achcinska und Zoe Hasenauer. Carlson formierte ihre Mannschaft, wie schon in der zweiten Hälfte im Kraichgau, mit einer Dreierkette in der Abwehr. Sandra Jessen und Carlotta Imping bildeten das Flügel-Duo, das seine Position jeweils sehr offensiv interpretierte.
Überlegner Start
Die Kölnerinnen starteten überlegen in die Partie, näherten sich dem Bremer Tor in der Anfangsphase aber ausschließlich mit Distanzschüssen. Die Führung für die Gastgeberinnen war folgerichtig, entsprang allerdings einem Bremer Aussetzer. Larissa Mühlhaus spielte einen viel zu kurzen und unplatzierten Rückpass Richtung Torhüterin. Die bis dahin ohnehin auffällige Lydia Andrade ersprintete sich den Ball, umkurvte Mariella El Sherif und schob zum 1:0 ins leere Tor (20.). Die FC-Frauen blieben am Drücker, Bremen präsentierte sich weiterhin als dankbarer Aufbau-Gegner. Pauline Bremer besaß die beste Chance nach einem Einwurf, El Sherif war bei dem Flachschuss aus der Drehung aber aufmerksam und lenkte den Ball zur Seite ab (33.).
Kurz danach durften die Kölner Fans aber erneut jubeln: Lydia Andrade bediente Bremer mit einem hohen Ball an den Sechzehner. Den strammen Schuss der Stürmerin konnte El Sherif noch abwehren, der Abpraller landete bei der heranlaufenden Anna-Lena Stolze, die mit zum 2:0 traf (36.). Weit in der Nachspielzeit gab es noch einen weiteren Aufreger: Laura Vogt schoss einen Freistoß von der Strafraumgrenze stramm aufs Tor, El Sherif wehrte mit Mühe nach vorne ab, Sandra Jessen köpfte den Abpraller über das Tor (45.+4).
Kölner Sieg hätte noch höher ausfallen können
An der Einseitigkeit der Partie änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Ein Eckball von Sara Agrez von der rechten Seite rutschte durch den Strafraum auf den linken Kölner Angriffsflügel. Von dort brachte Pauline Bremer die Kugel hoch zurück in den Sechzehner. Jessen köpfte am ersten Pfosten komplett freistehend ins lange Eck zum 3:0 (54.). Danach schleppte sich eine entschiedene Partie dem Schlusspfiff entgegen. Mit etwas mehr Konsequenz und Glück im Abschluss hätte der Kölner Sieg noch höher ausfallen können.
Der klare Heimsieg war am Ende komplett verdient. Bremen, das eigentlich eine beachtliche Saison spielt, war an diesem Nachmittag überraschend harmlos und fand offensiv kaum statt. Für die FC-Frauen geht es am kommenden Samstag (12 Uhr) direkt mit dem nächsten Heimspiel weiter, dann aber wieder im Franz-Kremer-Stadion. Der Gegner kommt mit dem Hamburger SV erneut aus dem Norden.
Frauen des 1. FC Köln verlieren nach Cerci-Gala in Hoffenheim deutlich
Daniel Mertens
Das hatten sich die Fußballerinnen des 1. FC Köln anders vorgestellt: Fünf Tage vor der Fußball-Party in Müngersdorf gegen Werder Bremen gab es kein frisches Selbstvertrauen. Die Ex-Kölnerin Selina Cerci wirbelte den FC durcheinander, war an allen fünf Toren der TSG Hoffenheim beteiligt, traf dabei dreimal selbst. Die Frauen des 1. FC Köln verlieren gegen Werder Bremen.
Die Leistungssteigerung der Kölnerinnen nach der Pause kam zu spät, am Ende stand eine 2:5-(1:4)-Niederlage.
Laura Vogt vom 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel / Getty Images)
Kölns Trainerin Britta Carlson tauschte im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt rund einen Monat zuvor die halbe Startelf aus. Lisa Schmitz, Adriana Achcinska, Zoe Hasenauer, Lydia Andrade und Martyna Wiankowska ersetzten die angeschlagene Irina Fuchs sowie Sara Agrez, Anna-Lena Stolze, Laura Donhauser und die erkrankte Laura Feiersinger. Das bedeutete gleich zwei Comebacks nach vielen Monaten in der Anfangsformation. Lisa Schmitz stand erstmals seit dem vierten Spieltag in Essen Ende September wieder auf dem Platz. Die 33-Jährige hatte während ihrer Verletzungspause den Stammplatz an Irina Fuchs verloren. Lydia Andrade stand sogar erstmals seit dem ersten Spieltag in Leipzig wieder in der ersten Elf.
Vier Tore in 20 Minuten
Der Anstoß im Kraichgau war kaum verhallt, da klingelte es bereits im Kölner Tor. Marie Steiner leitete den Angriff selbst ein, legte ab zu Selina Cerci, die dabei möglicherweise im Abseits gestanden haben könnte. Die Ex-Kölnerin legte direkt quer in den Sechzehner zurück zu Steiner, die mühelos zum 1:0 für die TSG nach 90 Sekunden einschob (2.). Die FC-Defensive ließ sich hier viel zu leicht düpieren. Und es kam noch schlimmer: Pauline Bremer spielte vor dem eigenen Sechzehner einen Fehlpass in die Füße von Hoffenheims Nikee van Dijk, die in den Lauf von Cerci spielte. Cerci vollendete freistehend ins lange Eck zum 2:0 für die Gastgeberinnen, stand beim Zuspiel diesmal aber eindeutig im Abseits, sodass der Treffer nicht hätte zählen dürfen (7.).
Die Kölnerinnen ließen die Köpfe jedoch nicht hängen. Bei einem Rückpass auf Laura Dick setzte Lydia Andrade nach – und wurde belohnt. Hoffenheims Torfrau schoss Andrade beim Versuch des Befreiungsschlags an und von der Kölnerin trudelte der Ball zum 2:1 ins Tor (10.). Doch die FC-Frauen brachten sich abermals selbst in Bedrängnis: Adriana Achcinska spielte einen langen Pass von der Mittellinie zurück vor den eigenen Sechzehner, der aber im Zentrum bei Cerci landete. Die agile Stürmerin legte nach rechts raus zu van Dijk, die durch die Beine von Schmitz hindurch zum 3:1 für die TSG traf (19.).
Umstellung auf Dreierkette zahlt sich aus
Nach der aufregenden Startphase verflachte das Spiel, doch kurz vor der Pause wurde die Kölner Abwehr ein weiteres Mal bei einem schnellen Angriff überrumpelt. Martyna Wiankowska kam auf der linken Abwehrseite bei Jill Janssens nicht hinterher, deren Querpass die mitgelaufene Cerci in der Mitte freistehend zum 4:1 (41.) nur noch über die Linie drücken musste. Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste, die zwei personelle Änderungen vornahmen, den besseren Start. Laura Vogt flankte den Ball ins Zentrum. Hoffenheims Torfrau wehrte zur Seite genau zu Jessen ab, die mit Wucht zum 4:2 traf (50.).
Carlson hatte zur zweiten Hälfte auf eine Dreierkette in der Abwehr mit Agrez, Hegering und Bohnen umgestellt – und das zahlte sich aus. Die Rheinländerinnen waren nun die agilere Mannschaft und schnupperten am Anschlusstreffer. Hoffenheims Torhüterin rettete jedoch mit einem starken Reflex gegen den Abschluss der freistehenden Pauline Bremer (64.). Auf der Gegenseite hätte Cerci nach einer Einzelleistung beinahe für die Entscheidung gesorgt, traf mit ihrem Schuss aus spitzem Winkel aber nur die Latte (68.).
Unterm Strich kam die deutliche Leistungssteigerung nach der Pause jedoch zu spät, die Hypothek der ersten Hälfte war zu groß. Cerci sorgte nach ihrem Sololauf ohne ernsthafte Gegenwehr der Kölner Abwehr mit ihrem dritten Treffer für das 5:2 (90.). Den Schlusspunkt setzte Janna Grimm nach einem Ballverlust von Vogt vor dem Strafraum mit dem 6:2 (90.+4). Damit fiel der verdiente Hoffenheimer Sieg am Ende jedoch zu hoch aus.