Zuletzt gab es für die Adlerträger gewaltig was auf die Mütze. Das Duell mit RB Leipzig endete in einem absoluten Debakel. Am Ende stand es 6:0 für die roten Bullen. Zudem funktionierte an diesem Tag nicht einmal die sonst immerhin potente Offensive. Am Freitag gastiert nun der FC im Deutsche Bank Park. Die Eintracht ist angeknockt – und gerade das macht sie so gefährlich.
Sechs Gegentore in Leipzig, kein Widerstand, keine Offensive: Die Eintracht ist nach der Länderspielpause hart aufgeschlagen. Der 1. FC Köln dagegen kommt mit dem Derbysieg im Rücken nach Frankfurt. Doch ein angeknockter Gegner ist selten ein leichter. Entscheidend könnten am Freitag die ersten Minuten werden: Genau dort ist Frankfurt in dieser Saison verwundbar.

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Sie hatten sich so viel vorgenommen. Gegen ebenfalls latent unzufriedene Leipziger wollte die Eintracht nach der Länderspielpause ein Zeichen setzen. Stattdessen wurde sie nach Strich und Faden zerlegt. Dabei sollte die Rückkehr zur Dreierkette doch eigentlich für zusätzliche defensive Stabilität sorgen. Im Laufe der Partie erfolgte schließlich die erneute Umstellung auf die Viererkette, welche jedoch auch nicht mehr retten konnte, was bereits verloren war. Obwohl in Frankfurt schon lange Unzufriedenheit herrscht, überraschte die Niederlage dann doch in ihrer Eindeutigkeit. Erschreckend war vor allem die ausbleibende Widerstandsfähigkeit. Die Giftigkeit, welche die Eintracht über Jahre hinweg zu einem stets unangenehm zu bespielenden Gegner hatte werden lassen, ist längst Geschichte.
Dass die Probleme viel weiter reichen als nur bis zum Trainerstuhl, scheint dem Vereinsumfeld aber bewusst zu sein. Der Club entschied sich bewusst für den Weg des Ausbildungsvereins. Finanziell zahlte sich das auf ganzer Linie aus, jedoch wurde verloren gegangene Qualität nicht im gleichen Maße aufgefangen. Außerdem fehlt der Mannschaft ein Kern, ein Gerüst, das die fortwährende Fluktuation im Kader überdauert und ein Mindestmaß an Qualität sicherstellt. Stattdessen herrscht, vor allem in der Defensive, maximale Unsicherheit.
Zwei anfällige Defensiven treffen auf gefährliche Offensiven
Dennoch verfügt das Team von Adi Hütter über eine schlagkräftige Offensive. Gerade im System mit einer Viererkette bildet der Doppelsturm aus Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib eine ständige Quelle der Gefahr. Nicht ohne Grund wurden beide in der vergangenen Länderspielpause für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Dem gegenüber steht mit den Kölnern nun ein Team, dass seit 19 Bundesligaspielen nicht mehr ohne ein Gegentor davonkam. René Wagner nimmt dennoch eine Tendenz in die richtige Richtung wahr. „Ich denke, dass wir jetzt in Situationen gekommen sind, auch gegen Gladbach, dass wir viel wegverteidigt haben“, äußerte er sich positiv zur defensiven Entwicklung. Und weiter: „Ich denke, dass wir da als Gruppe immer stabiler werden.“
Unglücklicherweise fällt mit Ellyes Skhiri nun der Stabilisator im Mittelfeld für längere Zeit aus. Betrachtet man die Vorzeichen, so liegt der Schluss nahe, dass die Partie im Angriff entschieden wird. Zwei wacklige Defensiven treffen auf zwei schlagkräftige Offensiven. Ein zu null auf einer der Seiten würde doch sehr überraschen. Doch auch vor einem Shootout fürchtet sich der Kölner Cheftrainer keineswegs. „Solange wir eins mehr schießen als der Gegner, gewinnen wir trotzdem Spiele.“
Welche Formation wählt Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln?
Des Weiteren stellt sich die Frage nach der Formation der Eintracht. Eigentlich sollte mit Saisonbeginn die Viererkette etabliert werden. Nach desolaten Auftritten, wie der 1:4-Heimniederlage gegen den FC Augsburg, erfolgte die Rückkehr zur altbekannten Dreierkette. Dass diese aber nicht automatisch für mehr Sicherheit garantiert, zeigte die vergangene Woche. Daher liegt der Verdacht nahe, dass die Adler ihr Glück in der Offensive suchen werden, wofür sich die Viererkette besser anbietet.
Von dieser taktischen Herangehensweise Adi Hütters geht auch René Wagner aus. „Wir glauben schon, dass Frankfurt, jetzt auch mit der Niederlage in Leipzig, versuchen wird, zuhause natürlich aggressiv nach vorne zu spielen, Dinge auch wieder besser zu machen. Deswegen glauben wir, dass er eher eine offensivere Ausrichtung wählen kann“, prognostizierte der Coach im Vorfeld der Partie. Zugleich betonte der 38-Jährige die Flexibilität in der Herangehensweise. „Und deswegen gilt es für uns, beides vorzubereiten. Das werden wir auch tun, um dann natürlich zu schauen: Was passiert im Spiel wirklich? Und dann anzupassen, wenn es nötig ist.“
Frankfurts auffällige Schwäche zu Beginn der Halbzeiten
Die Eintracht hat in dieser Saison bereits vermehrt die ersten Minuten einer Halbzeit gehörig verschlafen. So kassierte man gegen Union Berlin ein Gegentor in Minute drei, gegen Augsburg einen Doppelschlag in der 46. und der 47. Spielminute und gegen Leipzig zwei Gegentreffer innerhalb der ersten fünf Minuten. Konträr dazu zeichneten sich die Kölner vor allem durch starke Anfangsminuten aus, auch wenn diese, wie gegen den VfB Stuttgart, nicht immer in Toren münden. Nichtsdestotrotz könnte ein früher FC-Treffer das Spiel von Beginn an in Richtung der Wagner-Elf kippen lassen. Im Anschluss gilt es, die Druckphasen der SGE auszuhalten.
„Wir kommen jetzt aus einem Derby raus mit Selbstbewusstsein. Wir haben das Spiel gewonnen, wir haben auch da Phasen gemeinsam überstanden und wegverteidigt, gemeinsam hart verteidigt gegen den Gegner“, lobte Wagner die Arbeit seiner Mannschaft. „Und das muss uns viel Mut geben für die nächsten Spiele, dass wir in der Lage sind, auch in Drucksituationen den Gegner einfach vom Tor fernzuhalten und selbst wenn er mal ein bisschen näherkommt, auch da Situationen gemeinsam zu klären. Und das wird in Frankfurt gefragt sein.“ Die Adler wollen die Schmach gegen RB vor heimischem Publikum selbstverständlich wiedergutmachen. Mit folgender Elf könnten sie diese Aufgabe angehen:
Mögliche Aufstellung: Atubolu – Baum, Maluze, Brassier, Kosugi – Doan, Aseko, Onyedika, Uzun – Ebnoutalib – Burkardt
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