Eine Minute Bundesliga, so sieht der aktuelle Leistungsnachweis von Joël Schmied in dieser Saison aus. Dabei durfte sich der Schweizer nach dem Abgang von Cenk Özkacar und dem anhaltenden Ausfall von Timo Hübers durchaus Hoffnungen auf einen Stammplatz gemacht haben. Stattdessen setzte René Wagner auf Jahmai Simpson-Pusey und Neuzugang Luka Lochoshvili. Doch nach neun Gegentoren in vier Spielen und mehreren individuellen Fehlern der beiden könnte ausgerechnet im Derby Schmieds Stunde schlagen.
Im Trainingslager im Sommer zeigte sich Joel Schmied immer wieder im Training, ging voran, übernahm Verantwortung auf dem Platz und stand neben Luka Lochoshvili in den Trainingspielchen in der Innenverteidigung. Viel deutete auf mehr Einsatzzeit hin, nur ist die auch zu Beginn dieser Saison überschaubar.

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Aktuell muss Schmied darum kämpfen, überhaupt in René Wagners Startelf zu stehen. Im Winter 2024 war es der FC, der um Schmied gekämpft hat. Die Kölner Verantwortlichen wollten den Kapitän des FC Sion unbedingt als einen der ersten Neuzugänge nach der Transfersperre verpflichten. Einfach so ziehen lassen wollte ihn Sion-Präsident Christian Constantin allerdings nicht. Die Verhandlungen zogen sich über mehrere Tage. Constantin forderte zunächst mindestens drei Millionen Euro Ablöse, Christian Keller wollte diese Summe nicht zahlen. Am Ende einigten sich die beiden Vereine offenbar auf rund zweieinhalb Millionen Euro. Auch Schmied selbst machte schnell deutlich, was er sich von seinem Wechsel erhoffte. Beim FC unterschrieb er einen Vertrag bis 2029 und sprach von seinem nächsten Karriereschritt.
Verletzungen bremsen Schmied immer wieder aus
Nach dem Aufstieg wurde Schmied zu einer festen Größe in Kwasnioks Dreierkette. Nach Timo Hübers schwerer Verletzung übernahm er sogar noch mehr Verantwortung und rückte zeitweise zum Abwehrchef auf. Doch ausgerechnet in dieser Phase erwischte es auch den Schweizer. Eine Oberschenkelverletzung setzte ihn mehrere Wochen außer Gefecht. Sein Comeback währte nur kurz. Nachdem er Anfang Februar wieder in den Kader zurückgekehrt war, musste Schmied wegen einer erneuten Muskelverletzung wieder pausieren. Immerhin kam er im Saisonendspurt noch zu einigen Minuten unter Kwasnioks Nachfolger Wagner. In der Sommervorbereitung wollte er dann wieder voll angreifen.
Wird Joël Schmied zum Profiteur in der FC-Abwehr?
In der Sommervorbereitung machte der ehemalige Schweizer Juniorennationalspieler einen guten Eindruck. Trotzdem zeichnete sich immer mehr ab, dass Wagner in der Innenverteidigung auf Simpson-Pusey und Lochoshvili setzen wird. Für Schmied blieb zum Saisonstart nur die Rolle des Herausforderers. Allerdings konnten die beiden gesetzten Innenverteidiger in den ersten Spielen nicht vollends überzeugen, dazu führten individuelle Fehler zu Gegentoren. Saisonübergreifend wartet der FC unter Wagner als Cheftrainer sogar noch gänzlich auf das erste Spiel ohne Gegentor. Nach dem bisherigen Saisonstart dürfte der FC-Coach also zumindest darüber nachdenken, ob er an seiner bisherigen Besetzung festhalten will. Gerade vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach steht Wagner unter Druck. Eine Niederlage dürfte die Diskussionen um seinen Namen vollends entfachen.
Ein möglicher Nutznießer könnte eben Schmied sein. Der Schweizer hat sich in dieser Saison bislang nichts zu Schulden kommen lassen. Von Unzufriedenheit über seine Situation ist nach außen zumindest auch nichts zu hören. Stattdessen wartet er geduldig auf seine Chance. Ob er diese ausgerechnet im Derby bekommt, wird sich am 11. Oktober zeigen. Für Schmied könnte es der Moment sein, auf den er nach einer turbulenten Zeit beim FC lange gewartet hat.
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