René Wagner muss seine Mannschaft klug aufstellen
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Mehr Ballbesitz, mehr Spielanteile: Werden die kommenden Wochen für den 1. FC Köln zum Härtetest?

Die Begegnung gegen den Hamburger SV vor der Länderspielpause könnte ein Vorgeschmack auf die kommenden Aufgaben gewesen sein. In gleich mehreren Partien kann sich der FC möglicherweise auf tiefstehende Gegner einstellen. Das hat in der Vergangenheit gerne mal Probleme bereitet. Findet der FC genug Lösungen im Spiel mit Ball?

Das Spiel beim Hamburger SV hat dem 1. FC Köln zuletzt eine ungewohnte Ausgangslage beschert. Die Rothosen überließen dem FC über weite Strecken den Ball und zogen sich insbesondere in der ersten Halbzeit tief in die eigene Hälfte zurück. Solche Spielverläufe sind für Köln nicht alltäglich, denn normalerweise bekommt die Mannschaft mehr Räume für schnelle Angriffe und kann nach Ballgewinnen häufiger mit Tempo nach vorne spielen. Bei der 1:2-Niederlage in Hamburg war dagegen vor allem Geduld gefragt, um gegen eine kompakte Defensive Lösungen zu finden. Das gelang phasenweise, denn die Domstädter kamen zu einigen Möglichkeiten, nutzten diese aber nicht konsequent genug, weshalb die drei Punkte schließlich im Volkspark blieben. Genau diese Art von Herausforderung könnte in den kommenden Wochen häufiger auf den 1. FC Köln zukommen.

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So muss der 1. FC Köln gegen tiefstehende Gegner Lösungen finden

Mit Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 und Union Berlin (DFB-Pokal und Bundesliga) warten in den kommenden Wochen drei Gegner in vier Partien, die dem FC möglicherweise ähnlich häufig wie der HSV den Ball überlassen. Dabei ist vor allem das Derby gegen Gladbach schwer einzuschätzen. Alexander Blessin hat erst vor wenigen Wochen das Traineramt übernommen und steht vor seiner ersten Bundesliga-Partie mit der Mannschaft. Gegen Frankfurt wird die Ausgangslage auswärts noch einmal eine andere sein, da der Europopokal-Anwärter im Heimspiel durchaus einen höheren Anspruch haben dürfte, als die anderen Gegner. Anschließend warten mit Schalke und Union zwei weitere Mannschaften, gegen die Köln möglicherweise häufiger Lösungen gegen eine kompakte Defensive finden muss. Beide Teams sind für ihren Fokus auf die Arbeit gegen den Ball bekannt. Nicht alle Spiele werden deshalb gleich aussehen, die grundsätzliche Herausforderung könnte sich für den FC aber wiederholen.

Gerade im letzten Drittel werden dadurch Spieler wichtiger, die auch dann für Gefahr sorgen können, wenn der Gegner nur wenig Raum anbietet. Mikey Moore bringt technische Qualität, Kreativität und die Fähigkeit mit, Situationen auf engem Raum aufzulösen. Said El Mala kann mit seiner Dynamik, seinem Tiefgang und seiner Qualität im Eins-gegen-eins und seinem Dribbling eine andere Art von Gefahr erzeugen. Für die Geißböcke wird es in solchen Spielen darauf ankommen, diese unterschiedlichen Fähigkeiten zusammenzubringen und nicht darauf angewiesen zu sein, dass sich nach einem Ballgewinn automatisch große Räume für einen schnellen Gegenangriff ergeben. Gerade gegen einen tiefen Block können individuelle Aktionen, überraschende Pässe oder ein gewonnenes Dribbling den Unterschied machen.

Warum die kommenden Spiele für den 1. FC Köln so wichtig werden

Die kommenden Wochen haben allerdings nicht nur aus taktischer Sicht eine besondere Bedeutung. Vier der fünf nächsten Pflichtspiele gehen gegen Mannschaften, die als potenzielle Konkurrenten im unteren Tabellenbereich relevant sein können. Für den FC und Cheftrainer René Wagner geht es damit um mehr als die Frage, wie gut die Mannschaft gegen unterschiedliche Spielweisen Lösungen findet. Es geht auch um gute Ergebnisse und wichtige Punkte im direkten Duell mit Teams, die im weiteren Saisonverlauf eine ähnliche Tabellenregion anpeilen könnten. Gleichzeitig steigt damit die Bedeutung der Leistungen. Sollten in dieser Phase die Ergebnisse ausbleiben und die Auftritte nicht überzeugen, dürfte zwangsläufig auch die Diskussion um den Trainer größer werden. Gerade weil mehrere solcher Spiele unmittelbar hintereinander warten, könnten die kommenden Wochen deshalb eine wichtige Richtung für den weiteren Saisonverlauf vorgeben.

Das Spiel in Hamburg hat bereits gezeigt, dass der FC auch gegen einen tief stehenden Gegner zu Chancen kommen kann. Dass die Domstädter solche Möglichkeiten teilweise liegen ließen, dürfte dabei ein Punkt sein, an dem die Mannschaft ansetzen muss. Denn wenn die Räume für Konter kleiner werden und der Gegner weniger Fehler im offenen Feld anbietet, müssen die vorhandenen Chancen konsequenter genutzt werden. Gleichzeitig brauchen die Kölner Spieler, die mit individuellen Aktionen eine kompakte Defensive auseinanderziehen können. Genau diese Mischung aus Effizienz, Kreativität und Tiefgang dürfte in den kommenden Wochen besonders gefragt sein.

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