Stehen diese drei Stürmer auf der Liste des 1. FC Köln? Lukas Nmecha, Claude Wilson, Eddie Nketiah
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Stürmersuche des 1. FC Köln: Wie gut passen die Kandidaten wirklich?

Thijs Dallinga fällt lange aus, Ragnar Ache kämpft sich zurück: Dem FC fehlt im Angriff Qualität. Geschäftsführer Thomas Kessler hat bestätigt, dass Köln den Transfermarkt sondiert, und der Blick geht vor allem nach England. Lukas Nmecha, Eddie Nketiah und Callum Wilson werden gehandelt.

Nmecha, Nketiah, Wilson: Drei Premier-League-Stürmer werden dem FC nachgesagt. Aber passt einer von ihnen wirklich zu dem, was Köln im Angriff gerade fehlt?

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Die Verletzungen von Ragnar Ache und Thijs Dallinga stellen den 1. FC Köln vor eine schwierige Situation. Während Dallinga mit einem Kreuzbandriss langfristig ausfällt, arbeitet Ache nach seiner Muskelverletzung an seiner Rückkehr, könnte bald schon wieder wichtig werden – vielleicht sogar am Samstag. Doch die Verletzungsanfälligkeit des Angreifers ist weiterhin ein Thema. Geschäftsführer Thomas Kessler hat bereits bestätigt, dass sich der FC auf dem Transfermarkt umsieht und mögliche Verstärkungen prüft. Dabei scheint der Blick besonders nach England zu gehen, wo gleich mehrere Stürmer als mögliche Kandidaten für einen Wechsel im Winter gehandelt werden. Einer davon ist Lukas Nmecha, der bei Leeds United bislang nur wenig Spielzeit erhält. Doch wie gut passen Nmecha und die weiteren gehandelten Angreifer tatsächlich zum Bedarf des 1. FC Köln?

Lukas Nmecha: Viel Torgefahr, aber auch Fragezeichen

Nmechas Leistungsdaten aus der Premier League liefern durchaus Argumente für eine Verpflichtung. Pro 90 Minuten kommt er auf 0,60 erwartete Tore, was für eine hohe Torgefahr des Mittelstürmers spricht. Seine tatsächliche Ausbeute fällt dagegen weniger überzeugend aus: Sechs Treffer stehen 8,52 erwarteten Toren gegenüber. Er kommt also zu Chancen, hat diese bislang aber nicht in dem Umfang genutzt, den seine Werte erwarten lassen. Hinzu kommt seine Erfahrung aus der Bundesliga. Beim VfL Wolfsburg hat Nmecha bereits gezeigt, dass er auf diesem Niveau treffen kann.

Der gebürtige Hamburger spielte durch seine überzeugenden Leistungen in der Autostadt sogar siebenmal für die DFB-Elf. Ob daraus eine realistische Option für den Winter wird, hängt allerdings auch davon ab, zu welchen finanziellen Bedingungen Leeds ihn ziehen lassen würde. Für die Engländer dürfte der kommende Winter die letzte Chance sein, eine Ablöse für den 27-Jährigen zu erhalten. Nmechas Vertrag an der Elland Road läuft nämlich zum Saisonende aus.

Eddie Nketiah und Callum Wilson: Zwei unterschiedliche Stürmertypen

Neben Nmecha werden mit Eddie Nketiah von Crystal Palace und Callum Wilson vom FC Brentford weitere Angreifer aus England gehandelt. Ihre Zahlen zeigen, dass sie unterschiedliche Ansätze mitbringen. Wilson kommt auf 4,14 Ballberührungen im gegnerischen Strafraum pro 90 Minuten und hat in der vergangenen Saison sieben Tore für Absteiger West Ham United erzielt. Er findet damit regelmäßig den Weg in die gefährlichen Zonen. Nketiah ist stärker über seine Beweglichkeit und das eigene Vorwärtsdribbling eingebunden. Der 1,75m-große Stürmer kommt auf 3,00 Dribblings und 2,47 progressive Läufe pro 90 Minuten.

Allerdings muss die Statistik des ehemaligen 30 Millionen-Euro-Mann mit etwas Vorsicht gelesen werden. Durch eine schwere Verletzung kam der gebürtige Londoner in vergangenen Saison auf lediglich 510 Einsatzminuten, womit seine Datengrundlage deutlich kleiner als die von Nmecha und Wilson ausfällt. Auch finanziell wären die Voraussetzungen unterschiedlich. Wilson soll in West-London rund vier Millionen Euro im Jahr verdienen. Sein Vertrag läuft ebenfalls zum Saisonende aus. Nketiahs Gehalt wird Berichten zufolge auf mehr als sechs Millionen Euro beziffert. Gerade beim ehemaligen Arsenal-Talent dürfte deshalb eine Leihe eher infrage kommen als eine feste Verpflichtung.

Der Ache-Vergleich offenbart das größte Problem

Der Vergleich mit Ache wirft bei der Auswahl der Kandidaten aber Fragen auf. Denn er macht deutlich, dass die drei Kandidaten eine wichtige Eigenschaft des Kölner Angreifers kaum ersetzen könnten. Der 28-Jährige gewann in der vergangenen Saison rund 6,42 Kopfballduelle pro 90 Minuten und setzte sich in 49,3 Prozent seiner Duelle durch. Nmecha kam auf 1,77 gewonnene Kopfballduelle bei einer Erfolgsquote von 28,7 Prozent. Bei Nketiah waren es 1,06 gewonnene Duelle pro 90 Minuten, bei Wilson 1,05. Ihre Erfolgsquoten lagen mit 21,4 beziehungsweise 22,7 Prozent ebenfalls deutlich unter Aches Wert. Die Unterschiede sind also erheblich: Ache ist nicht nur bei der Zahl seiner Kopfballduelle deutlich präsenter, sondern gewinnt auch einen wesentlich größeren Anteil davon.

Verletzungshistorie: Ein Risiko bei allen drei Kandidaten

Dazu kommt bei allen drei Kandidaten ein Blick auf die Verletzungshistorie. Nmecha musste in früheren Jahren sowohl wegen Knieproblemen als auch aufgrund einer Oberschenkelverletzung längere Zeit pausieren. Bei Nketiah gab es wiederholt Ausfälle wegen muskulärer Beschwerden, insbesondere im Oberschenkelbereich. Auch Wilson hat eine Vorgeschichte mit längeren verletzungsbedingten Unterbrechungen und ist mittlerweile 34 Jahre alt. Solche Probleme müssen sich nicht wiederholen, sind für die Domstädter aber gerade deshalb relevant, weil der Verein aktuell Ersatz für verletzte Angreifer benötigt. Ein Neuzugang, der selbst wiederholt ausfällt, würde das ursprüngliche Problem nur bedingt lösen.

Damit stellt sich für den FC nicht nur die Frage, welcher der drei Stürmer die besten Torwerte aufweist. Entscheidend ist vielmehr, welche Rolle er in der Kölner Offensive übernehmen könnte und wie fit die Kandidaten wirklich sind. Nmecha hat bereits Erfahrung in der Bundesliga gesammelt und kommt regelmäßig zu aussichtsreichen Abschlüssen, bringt im Kopfballspiel aber deutlich weniger ein als Ache. Nketiah könnte mit seiner Beweglichkeit und seinen Vorwärtsläufen für andere Impulse sorgen, während Wilson seine Stärken vor allem im Strafraum ausspielt.

Welcher Stürmer würde dem 1. FC Köln wirklich helfen?

Eine direkte Entlastung für Aches Profil bietet keiner der drei. Die Kölner müssen deshalb abwägen, welche Eigenschaften angesichts der Ausfälle besonders wichtig sind und welche Kompromisse vertretbar wären. Gleichzeitig müssen Ablöse, Gehalt und körperliche Verfügbarkeit stimmen. Die Namen aus England mögen auf den ersten Blick interessant sein. Ob einer von ihnen die konkrete Lücke im Kölner Angriff schließen kann, ist damit aber noch nicht geklärt.

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