Mit Alessio Castro-Motes gibt es beim FC den nächsten Fall eines Spielers mit einer Muskelverletzung. Insgesamt kommen die Geißböcke seit Beginn der vergangenen Saison auf nahezu 20 Akteure, die ausfielen. Eine auffällige Zahl – doch der Vergleich mit der Konkurrenz und die Einschätzung eines Experten zeichnen ein differenzierteres Bild beim 1. FC Köln: Was steckt hinter den vielen Muskelverletzungen?
Schon wieder hat es einen Spieler des 1. FC Köln erwischt. Mit Alessio Castro-Montes fällt erneut ein Akteur mit einer muskulären Verletzung aus. Das Thema begleitet die Geißböcke bereits seit Monaten und das wirft zwangsläufig die Frage nach dem Warum auf. Doch sind so viele Muskelverletzungen seit Beginn der vergangenen Saison tatsächlich so außergewöhnlich und lässt sich für die Häufung überhaupt eine konkrete Ursache finden?

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Muskelverletzungen sind im Profifußball ein ständiger Begleiter. Doch wenn sich die Ausfälle bei einer Mannschaft auffällig häufen, stellt sich schnell die Frage nach den Ursachen. Mit der Blessur von Alessio Castro-Montes ist das Thema beim 1. FC Köln nun wieder aktuell geworden. Der 29-Jährige musste gegen den HSV angeschlagen ausgewechselt werden, eine Untersuchung bestätigte anschließend eine strukturelle Muskelverletzung. Für den FC ist es damit ein weiterer Ausfall, der in das Bild der vergangenen Monate passt. Ein Blick auf andere Bundesligisten zeigt allerdings zunächst: Der 1. FC Köln steht mit diesem Problem keineswegs allein da.
Nicht nur ein Kölner Problem
Seit Beginn der Saison 2025/26 kommen die Domstädter laut dem Online-Portal transfermarkt.de auf insgesamt 19 Muskelverletzungen. Das klingt zunächst nach einer beträchtlichen Zahl und zeigt, dass sich diese Thematik nahezu durch die ganze Saison zog. Im Vergleich mit anderen Ligakonkurrenten relativiert sich das Bild jedoch. Der rheinische Rivale und nächster Gegner, Borussia Mönchengladbach, kommt im selben Zeitraum auf 20. Der FC Bayern München sogar auf 22 (transfermarkt.de). Muskelverletzungen sind damit offenbar kein Phänomen, das ausschließlich den FC betrifft. Vielmehr bewegen sich mehrere Bundesligisten in einer ähnlichen Größenordnung. Der Blick auf die Zahlen macht deshalb deutlich, dass sich die Frage nach den Ursachen nicht allein auf Köln beziehen lässt.
Öffentliche Diskussionen und Rätselraten
Beim 1. FC Köln war die Häufung allerdings bereits im Laufe der vergangenen Saison auch öffentlich zum Thema geworden. Trainer Lukas Kwasniok sprach angesichts der damaligen Verletzungsserie von einer „kuriosen Situation“ und kündigte eine Ursachenforschung an. Zur Einordnung sprach come-on-fc.com damals mit Prof. Wolfgang Potthast von der Deutschen Sporthochschule Köln. Der Biomechanik-Experte warnte dabei vor vorschnellen Erklärungen: Muskelverletzungen seien nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen. Vielmehr könne eine ganze Reihe von Einflussgrößen eine Rolle spielen. Genau deshalb lasse sich eine solche Verletzungsserie auch nicht ohne Weiteres mit einer einzelnen Ursache erklären.
Verschiedene Gründe möglich
Dazu zählen unter anderem die Trainings- und Belastungssteuerung, individuelle körperliche Voraussetzungen, Ernährung oder muskuläre Dysbalancen. Auch Zusammenhänge mit der Wirbelsäule oder der neuronalen Ansteuerung können laut Potthast eine Rolle spielen. Gleichzeitig betonte der Wissenschaftler, dass es bislang keine einfache diagnostische Methode gibt, mit der sich zuverlässig bestimmen lässt, wann ein Spieler eine Pause vom Training benötigt. Gerade deshalb sei es sinnvoll, einzelne Verletzungen genau zu analysieren: Wann trat sie auf, unter welchen Bedingungen und welche individuellen Besonderheiten brachte der jeweilige Spieler mit? Eine solche Betrachtung könne helfen, wiederkehrende Muster zu erkennen und mögliche Ansatzpunkte für die Prävention zu finden.
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Wo genau die Ursachen für diese hohe Frequenz an Muskelverletzungen liegen, lässt sich somit jedoch nach wie vor nicht final beantworten. 19 Muskelverletzungsperioden bleiben für den 1. FC Köln damit eine Zahl, die auffällt. Der Vergleich mit Bayern und Gladbach zeigt allerdings auch, dass der FC mit dieser Problematik nicht alleinsteht – die beiden Konkurrenten kommen sogar auf noch höhere Werte. Der FC muss während der Suche nach dem Wieso weiterhin auf personelle Rückschläge vorbereitet sein. Denn die erneute Blessur von Castro-Montes ist bereits die vierte Muskelverletzung in der noch jungen Saison und beweist damit, dass das Problem auch in der aktuellen Spielzeit nicht verschwunden ist.
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