Erneuter Ergebnis-Frust beim 1. FC Kรถln: Gegen Gladbach ist der FC wie vom Pech verfolgt

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Erneuter Ergebnis-Frust beim 1. FC Kรถln: Gegen Gladbach ist der FC wie vom Pech verfolgt

Trotz engagierter Leistung und einem wilden Derby gegen Gladbach bleibt der 1. FC Kรถln erneut unter seinen Mรถglichkeiten. Verletzungspech, bittere Einzelschicksale und fragwรผrdige Schiedsrichterentscheidungen summierten sich zu einem Abend, an dem einfach alles gegen den FC und den Trainer lief. 1. FC Kรถln: Glรผcklos-Derby gegen Gladbach fรผhrt womรถglich zum Trainer-Aus.

Im wilden Rheinderby zeigt der 1. FC Kรถln gegen Gladbach Moral und Comeback-Qualitรคt, steht am Ende aber wieder mit zu wenig da. Verletzungen, unglรผckliche Aktionen und strittige Entscheidungen fรผgen sich zu einem Spiel, in dem dem FC schlicht alles gegen den Strich lief.

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Zaghafter Applaus hallte gestern Abend durch das sich rasch leerende RheinEnergieStadion. Die GeiรŸbรถcke รผberzeugten zwar wieder mit ihrer Leistung in einem wilden Spiel, doch die Bilanz mit einem Punkt gegen Gladbach fรคllt erneut unzufriedenstellend aus. Sollte der FC St. Pauli am Sonntagnachmittag zu Hause gegen den SC Freiburg gewinnen, stรผnde der 1. FC Kรถln sieben Spieltage vor Saisonende erstmals unter dem Strich. Coach Lukas Kwasniok suchte hierfรผr gestern nach den richtigen Worten: โ€žIch weiรŸ, dass in der ร–ffentlichkeit in erster Linie Ergebnisse als Argumente herangezogen werden und glaube aber, als Vereinsverantwortlicher schaut man in erster Linie darauf, wie die Jungs gemeinsam mit dem Trainer arbeiten und welche รœberzeugung vorhanden istโ€œ, รคuรŸerte der 44-Jรคhrige gegenรผber Sky. Im Duell gegen Gladbach habe man ihm Hindernisse in den Weg gelegt. โ€žEgal ob es dann Unparteiische sind oder Verletzungen, wo wir heute einfach einen 19-Jรคhrigen reingeworfen haben. Das ist alles Teil des Lebens, das ist alles Teil dieses Jobs hier beim 1. FC Kรถln.โ€œ

Cenny Neumann: Ein Startelfdebรผt zum Vergessen

Und in der Tat: Ein Blick auf die 90 Minuten zeigt, wie viel an diesem Abend gegen den FC lief. Es begann mit der Hiobsbotschaft, dass der Aushilfs-Rechtsverteidiger Tom KrauรŸ das Aufwรคrmen aufgrund von Knieproblemen abbrechen musste. Ersatzspieler Jan Thielmann war nach seiner Muskelverletzung noch nicht fit genug fรผr einen Einsatz in der Startelf, schon gar nicht in einem intensiven Derby. So fiel die Wahl auf einen 19-jรคhrigen Nachwuchsspieler, der vorwiegend in der Regionalliga West spielt und erst vor zwei Wochen gegen Borussia Dortmund seine ersten Schritte auf der ganz groรŸen Bรผhne machen durfte. Fรผr vier Minuten stand bis Cenny Neumann dahin auf dem Rasen in Mรผngersdorf.

Die Fohlen hatten seine Seite schnell als schwรคchstes Glied ausgemacht. So kam es, wie es kommen musste. Neumann war am 0:1 nach nur 28 Sekunden maรŸgeblich beteiligt, lieรŸ sich obendrein vor dem 2:3 austanzen. Angesichts der enormen Erwartungshaltung und des Drucks kann man Neumann sicherlich keinen Vorwurf machen. Vielmehr ist es einmal mehr die Verletzungsproblematik, die dem FC in dieser Sache einen Strich durch die Rechnung machte.

Ex-Kรถlner Castrop wie entfesselt

Gegen seinen Ausbildungsverein wirkte Neumanns Gegenspieler Castrop wie entfesselt. Der AuรŸenbahnspieler brach gegen den FC seinen Torbann, traf erstmals seit dem fรผnften Spieltag wieder und erzielte zudem zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere zwei Tore in einer Partie. Die beiden Treffer schmecken ihm umso sรผรŸer, da er keine guten Erinnerungen an seine Zeit im GeiรŸbock-Trikot hat. Denn bei den Profis bekam das Kรถlner Eigengewรคchs damals nicht die erhoffte Chance. โ€žIch war ein sehr ehrgeiziger junger Spieler und wollte so schnell wie mรถglich mein Debรผt geben. Dann habe ich alle Spieler in meinem Jahrgang um mich herum gesehen. Ich habe gesehen, wie die ganzen Talente in ihren Mannschaften zu ihren ersten Spielen kamen. Und ich stand irgendwie auf der Stelle, kam nicht weiter. Das ist kein Vorwurf an Kรถln, es gibt kein bรถses Blut, aber natรผrlich war es enttรคuschend fรผr mich. Deshalb habe ich mir einen anderen Weg gesucht“, so der Gladbacher gegenรผber Sky.

Sein Weg fรผhrte ihn im Januar 2022 nach Nรผrnberg und im letzten Winter schlieรŸlich an den Niederrhein zu Borussia Mรถnchengladbach. Fรผr ihn schloss sich gestern mit dem Beinschuss an Schwรคbe aus gut 13 Metern und dem Traumtor in den rechten Winkel der Kreis.

Schiedsrichterentscheidungen, die Fragen aufwerfen

Als ob das nicht schon genug wรคre, verschaffte der Unparteiische Sรถren Storks den GeiรŸbรถcken dann auch noch einen gravierenden Nachteil. Eric Martel holte sich in zwei nahezu identischen Aktionen die Gelb-Rote Karte ab. Zunรคchst traf der Ellbogen des Mittelfeldspielers Haris Tabakovic (73.), dann Joe Scally (86.) nach dessen Kopfballtreffer zum 3:3. Schiedsrichter Storks und seine Assistenten vergaben die zweite Karte damit in einer entscheidenden Phase der Partie. Thomas Kessler bewertete dies im Anschluss mit groรŸer Enttรคuschung. โ€žIch fand, dass wir heute viele Situationen hatten, bei denen ich mich wirklich gewundert habe, warum er so entschieden hat. [โ€ฆ] Weil am Ende, in der Phase, in der du das 3:3 machst, winkt er Abseits und gibt dann noch eine Gelb-Rote Karte. Im Laufe des Spiels gab es viele gelbe Karten, bei denen ich mir wirklich Fragezeichen gesetzt habe.โ€ Irritierend war sicherlich auch der Fakt, dass Storks und sein Team einen Ellbogencheck von Gladbachs Joey Scally gegen Martel, durch den der 23-Jรคhrige Mitte der ersten Hรคlfte zu Boden ging, nicht ahndeten.

Stehen die Zeichen auf Abschied?

Alles in allem standen die Sterne รผber Mรผngersdorf fรผr Lukas Kwasniok und seine Mannschaft maximal ungรผnstig. Die Verletzung von KrauรŸ, Castrops Remontada und die fragwรผrdigen Entscheidungen von Sรถren Storks haben womรถglich das Aus von Kwasniok in Kรถln besiegelt. In seinem womรถglich letzten Interview nach einem Spiel lieรŸ er es sich allerdings nicht nehmen, noch einmal eine Kampfansage loszuwerden.: โ€žDas ist alles Teil des Lebens, das ist alles Teil dieses Jobs hier beim 1. FC Kรถln, und ich glaube, eins spรผrt man sehr wohl: Ich mache das mit Hingabe, mit Liebe fรผr den Verein, fรผr die Mannschaft, und das werde ich bis zum Schluss tun.โ€œ Nun liegt es bei Geschรคftsfรผhrer Kessler zu entscheiden, ob Kwasniok bereits vor der Lรคnderspielpause seine Sachen packen muss. Darรผber wird just in diesem Moment diskutiert. Kwasniok war schon am GeiรŸbockheim, brach aber kurz danach wieder auf.


War es das fรผr Lukas Kwasniok? Thomas Kessler vermeidet Treuebekenntnis: „Wir werden uns jetzt Gedanken machenโ€œ

Thomas Kessler beim Derby der GeiรŸbรถcke gegen Gladbach
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War es das fรผr Lukas Kwasniok? Thomas Kessler vermeidet Treuebekenntnis: „Wir werden uns jetzt Gedanken machenโ€œ

Reicht der Punkt im Derby oder muss Lukas Kwasniok den FC nun verlassen? Nach dem spannenden Derby รคuรŸerte sich der Geschรคftsfรผhrer des 1. FC Kรถln: Thomas Kessler vermeidet das Treuebekenntnis aus.

In einem emotionalen Spiel gab es wieder kein Sieg fรผr die GeiรŸbรถcke. Zum siebten Mal in Folge verpasste der FC damit einen Dreier. Nach dem Spiel รคuรŸerte sich auch der Geschรคftsfรผhrer der Kรถlner. Aber ein Treuebekenntnis vermied Thomas Kessler.

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Ein Ultimatum soll Thomas Kessler dem Trainer nicht gestellt haben. Zumindest hatte Lukas Kwasniok das in der vergangenen Woche erneut verneint. Ein Gesprรคch diesbezรผglich habe es nicht gegeben. Dennoch holten die Kรถlner erneut keinen Sieg. Im Derby reichte es am Ende „nur“ zu einem 3:3-Unentschieden. „Kurz nach dem Spiel muss muss ich sagen, der Punkt ist zu wenig. „Ich glaube, wir hatten heute die Chance, drei Punkte zu holen. Wir hรคtten die Chance gehabt, den Rivalen zu schlagen und am Ende den sogar in der Tabelle zu รผberholen“, sagte der Geschรคftsfรผhrer Sport der GeiรŸbรถcke. „Das ist jetzt nicht geglรผckt. Und ja, deswegen ist unterm Strich der Punkt fรผr mich jetzt zu wenig.“ Der FC war gegen Gladbach bereits frรผh in Rรผckstand geraten, drehte den Spielzeit zwischenzeitlich, um dann wieder die Fohlen in Fรผhrung gehen zu lassen. Kurz vor Spielende erzielte Eric Martel den 3:3-Endstand.

Kessler will „Dinge analysieren“

Kessler habe schon in den vergangenen Tagen „gesagt, dass wir Dinge analysieren und das werden wir jetzt auch nach diesem Spieltag machen. Wir kรถnnen natรผrlich die Tabelle lesen, so wie ich es gerade gesagt habe. Am Ende wissen wir auch, wie schwierig die Aufgaben auch in den kommenden Wochen werden. Klar ist, dass du irgendwelche Stellschrauben drehen musst, damit du auch wieder in der Lage bist, mal wieder ein FuรŸballspiel zu gewinnen“, sagte Kessler. „Wir haben heute wieder ein Spiel erlebt, wo es auf Messers Schneide war, wo es auf beide Seiten hรคtte kippen kรถnnen und am Ende springt jetzt ein Punkt dabei raus, aber tabellarisch muss man schon sagen, dass wir zwingend mal wieder darauf angewiesen sind, auch drei Punkte zu holen.“

Fakt ist, dass der FC aus den jรผngsten 18 Spielen nur zwei Siege und elf Punkte geholt hat. Zuletzt hatten die Kรถlner Spieler immer wieder gesagt, dass nun die Spiele kommen, die man gewinnen mรผsse. Weder gegen den HSV noch gegen Gladbach ist das gelungen. Nun steht erst einmal die Lรคnderspielpause an. Nun soll erst einmal analysiert werden. „Das Ergebnis ist offen. Wenn du jetzt zum wiederholten Male das Spiel nicht gewinnst und die Tabellensituation natรผrlich irgendwie Woche fรผr Woche prekรคrer ist, steht eins รผber allem und das was รผber allem steht, dann dass der 1. FC Kรถln in der Bundesliga bleibt.“

Auch Lukas Kwasniok รคuรŸerte sich zu seiner Situation: „Ich glaube, als Vereinsverantwortlicher schaut man in allererster Linie darauf, wie arbeiten die Jungs gemeinsam mit dem Trainer, was fรผr eine รœberzeugung ist vorhanden und sie kรถnnen mir noch so viele Hindernisse in den Weg legen, egal ob es dann Unparteiische sind oder Verletzungen, wo wir heute einfach einen 19-Jรคhrigen reingeworfen haben“, so der Trainer. „Das ist alles Teil des Lebens, das ist alles Teil dieses Jobs hier beim 1. FC Kรถln und ich glaube eins spรผrt man sehr wohl, ich mache das mit Hingabe, mit Liebe fรผr den Verein, fรผr die Mannschaft und das werde ich bis zum Schluss tun. Und ich gehe davon aus, dass Mitte, Ende Mai Schluss sein wird. Fรผr diese Saison.“


Die Wende nach der Wende? Im Schicksals-Derby kรถnnte sich fรผr den 1. FC Kรถln ein Kreis schlieรŸen

Lukas Kwasniok im Spiel des 1. FC Kรถln bei Borussia Mรถnchengladbach
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Die Wende nach der Wende? Im Schicksals-Derby kรถnnte sich fรผr den 1. FC Kรถln ein Kreis schlieรŸen

Der 1. FC Kรถln hat beim 1:1 gegen den Hamburger SV zwar eine solide Leistung gezeigt, ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf blieb aber aus. Wรคhrend FC-Trainer Lukas Kwasniok derzeit weiterhin die Rรผckendeckung vom Kรถlner Sportchef Thomas Kessler genieรŸt, kรถnnte nun ausgerechnet das 100. Bundesliga-Derby gegen Borussia Mรถnchengladbach zum Schicksalsspiel werden. Gelingt dem 1. FC Kรถln im Derby der Turnaround?

Nach dem Remis gegen den HSV in der Vorwoche brauchen die GeiรŸbรถcke unbedingt Punkte. Am liebsten schon am Wochenende im Derby. Ausgerechnet das leitete eigentlich die Wende in der Hinrunde ein – mindestens emotional.

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Gladbachs Trainer Eugen Polanski rรผhrte mit seiner Mannschaft erstmal Beton an und รผberlieรŸ dem FC weitestgehend das Feld. Vermutlich ein wenig aus Respekt vor dem starken Saisonstart des kรถlschen Kontrahenten. Eventuell aber auch, weil der VfL-รœbungsleiter zuvor beim Gegner bereits ein Problem ausgemacht hatte, das sich wie ein roter Faden durch den weiteren Verlauf der Saison zieht. Den GeiรŸbรถcken fehlt es gegen defensiv agierende Teams meist an spielerischer Kreativitรคt und Durchschlagskraft. Und so kam die 1:3-Derby-Niederlage nach einer der schwรคchsten Saisonleistungen des 1. FC Kรถln auch nicht vรถllig รผberraschend, hatte aber weitreichende Folgen.

Denn wรคhrend Gladbach mit dem Erfolg einen wichtigen Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld machte, wendete sich das Blatt mit diesem Spiel aus FC-Sicht zum Negativen. In den folgenden 16 Partien holte die Truppe von Kรถln-Coach Kwasniok nรคmlich gerade einmal elf Punkte. Berechnet man das Derby in der Hinrunde mit ein, sind es also elf Zรคhler in quasi einer Halbserie. Und damit eine zweifellos abstiegsreife Bilanz.

Kwasniok zwischen soliden Leistungen und fehlenden Punkten

Zum Rรผckrunden-Derby schlieรŸt sich nun gewissermaรŸen der Kreis, wenn auch unter verรคnderten Vorzeichen. Die Borussia aus Mรถnchengladbach holte nach dem Hinrundenspiel gegen die Kรถlner noch 19 weitere Zรคhler und hat sich aktuell immerhin vier Punkte Vorsprung auf Platz 16 erspielt. Unterdessen ist die Distanz des FC zum Relegationsrang auf ein mageres Pรผnktchen geschmolzen. Und so abgedroschen der Begriff des โ€žSchicksalsspielsโ€œ auch klingen mag: Genau zu diesem kรถnnte das anstehende rheinische Duell (Samstag, 15:30 Uhr, Liveticker bei come-on-fc.com) nun werden.

In erster Linie fรผr Lukas Kwasniok. Dem Kรถlner Cheftrainer kann man auf der einen Seite zugutehalten, dass seine Mannschaft sich nach wie vor ordentlich prรคsentiert und bislang in keinem Spiel auseinanderfiel. So kann der FC auch weiterhin das beste Torverhรคltnis der Tabellenkeller-Teams vorweisen. Zudem haben die Kรถlner noch einige Gegner auf Augenhรถhe vor der Brust (Come on FC berichtete). Und es damit selbst im FuรŸ, den drohenden Abstieg in diesen โ€šSechs-Punkte-Spielenโ€˜ zu verhindern.

Auf der anderen Seite spricht die Punkteausbeute der letzten Wochen aber gegen Kwasniok. Zwar ist dessen Verhรคltnis zu Kรถlns Sportboss Thomas Kessler offenbar weiterhin intakt โ€“ und es gibt zudem zumindest kein รถffentlich verkรผndetes Ultimatum fรผr den Chefcoach. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass das Schicksal Kwasnioks als FC-Trainer eng an den Ausgang der Partie gegen Mรถnchengladbach geknรผpft ist. Sollten die GeiรŸbรถcke das Derby nicht gewinnen, wรคre Kwasniok vermutlich nur noch schwer zu halten.

Schicksalsspiel als groรŸe Chance im Abstiegskampf

Die Begegnung mit dem alten Rivalen kann man aber durchaus auch als Schicksalsspiel fรผr den FC selbst sehen. Denn trotz eines Kaders, der grundsรคtzlich das Zeug fรผr einen gesicherten Mittelfeld-Tabellenplatz haben sollte, sowie stets ansprechenden Leistungen gegen die Top-Mannschaften der Liga, ist die Lage prekรคr. Das Kรถlner โ€šProjekt Bundesligaโ€˜ lรคuft nach nur einer Saison Gefahr, schon wieder beendet zu werden.

Ein Derby-Sieg kรถnnte also dazu beitragen, genau dieses Szenario vorerst abzuwehren. ร„hnlich wie fรผr Borussia Mรถnchengladbach in der Hinrunde kรถnnte die Partie nun in der Rรผckrunde auch fรผr den 1. FC Kรถln zum Wendepunkt werden. Ein Wendepunkt, durch den die GeiรŸbรถcke den Negativ-Trend stoppen, sich eine solide Ausgangsposition fรผr die restlichen Spiele im Abstiegskampf verschaffen. Und womรถglich auch einen in solchen Situationen branchenรผblichen Trainerwechsel verhindern kรถnnen.


Zu wenig Punkte, zu wenig Siege, eine verstรคndliche Trainerdiskussion – Es gibt aber auch Argumente fรผr Lukas Kwasniok

Wie geht es weiter mit Lukas Kwasniok beim 1. FC Kรถln?
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Zu wenig Punkte, zu wenig Siege, eine verstรคndliche Trainerdiskussion – Es gibt aber auch Argumente fรผr Lukas Kwasniok

Der Punkt in Hamburg verschafft dem 1. FC Kรถln nur kurz und ein wenig Luft. Vor dem Derby gegen Gladbach steht Lukas Kwasniok weiter unter Druck. Bei vielen Fans ist das Urteil รผber die Zukunft des Coachs bereits gefรคllt. Dabei gibt es auch Argumente, warum ein Trainerwechsel beim FC jetzt der falsche Schritt sein kรถnnte beim 1. FC Kรถln: Drei Grรผnde gegen einen Trainerwechsel.

Der Punkt in Hamburg hilft dem 1. FC Kรถln nur kurzfristig. Vor dem Derby gegen Gladbach wird der Druck auf Lukas Kwasniok grรถรŸer und die Trainerdebatte lauter. Doch es gibt auch Argumente, dass ein Wechsel auf der Bank derzeit der falsche Weg wรคre.

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Die GeiรŸbรถcke nahmen einen Punkt aus dem Spiel in Hamburg mit zurรผck ans GeiรŸbockheim, der sich aufgrund der Leistung auf dem Platz eher wie eine Verlust anfรผhlte als ein Fortschritt. Rein rechnerisch treten sie damit im Tabellenkeller auf der Stelle: Aufgrund der Schรผtzenhilfe des kommenden Gegners Borussia Mรถnchengladbach reichte das Unentschieden, um vorรผbergehend den Relegationsplatz auf Distanz zu halten. Die Elf von Eugen Polanski hatte am Freitag St. Pauli mit 2:0 geschlagen. Dennoch ist der Tenor in der Domstadt eindeutig: Nur ein Sieg hรคtte den Druck auf Trainer Lukas Kwasniok mindern kรถnnen. So spitzt sich die Lage vor dem Derby gegen Gladbach am kommenden Samstag zu.

In regelmรครŸigen Abstรคnden tauchen schon jetzt Gerรผchte รผber mรถgliche Nachfolger auf der Trainerposition auf. Im Falle einer Niederlage gegen die Fohlen ist man sich vielerorts sicher: Die Zusammenarbeit mit Kwasniok wรผrde damit ein Ende finden. Dabei sprechen gleich mehrere Grรผnde dafรผr, warum das keine gute Idee wรคre.

Grund eins: Anpassungen tragen Frรผchte

Kurz vor Anpfiff kam dem Stadionsprecher des HSV, Christian Stรผbinger, eine Idee, wie er die Stimmung im Volksparkstadion zum Anpfiff hin noch weiter anheizen kรถnnte. Er schnappte sich das Mikrofon und schoss gegen den FC, indem er auf die Schwรคche der GeiรŸbรถcke bei ruhenden Bรคllen hinwies. Bekanntlich flog ihm das in der 45. Minute um die Ohren, als Rav van den Berg eine Ecke per Kopf verlรคngerte und Said El Mala den Ball aus kurzer Distanz im Hamburger Tor versenkte. Die Gefahr nach ruhenden Bรคllen ist kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat der Umstrukturierung der Verantwortlichkeiten im Trainerteam fรผr das Coaching bei Standards. Mitte Februar hatte man sich dazu entschieden, Hannes Dold von seinen Aufgaben zu entbinden und diese intern aufzufangen.

Mit Erfolg, wie die folgenden Wochen defensiver Stabilitรคt nach Standards gegen den FC zeigten โ€“ und nun auch ganz offensichtlich in der Offensive beim Spiel in Hamburg. โ€žDas Tor heute war ein Co-Trainer-Tor. Said war die ausรผbende Gewalt, indem er auf dem zweiten Pfosten durchgelaufen ist. Hinten am zweiten Pfosten wird das Geld verdient, vor allem bei Ecken. Das sind einfache Tore. Said hat das zu 100 Prozent umgesetzt. Und das ist ein Entwicklungsschritt, sich nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf einen Co-Trainer zu verlassen, der sagt: โ€šLauf durch!โ€˜โ€œ, so Kwasniok. Fest steht, dass es den Verantwortlichen des 1. FC Kรถln durch eine ihnen sicherlich nicht leichtgefallene Personalentscheidung gelungen ist, eine der grรถรŸten Problemherde erfolgreich anzugehen. Mit starren Strukturen und geringer Bereitschaft zur Selbstreflexion wรคre dies nicht mรถglich gewesen.

Grund zwei: Das FC-Torverhรคltnis spricht Bรคnde

Es ist fast schon zur Tradition geworden, dass, wenn beim 1. FC Kรถln der Haussegen schief hรคngt, Friedhelm Funkel als mรถglicher Interimstrainer gehandelt wird. Der 72-Jรคhrige stรคrkte Kwasniok am Sonntag in der Sky-Sendung โ€žSky 90โ€ den Rรผcken und fรผhrte ein รผberzeugendes Argument ins Feld: โ€žDie Art und Weise, wie sie bisher gespielt haben, war in Ordnung! Man darf nicht vergessen, dass sie in dieser Saison noch keine einzige hohe Niederlage hinnehmen mussten. Sie haben von den Mannschaften, die um den Klassenerhalt kรคmpfen, mit Abstand das beste Torverhรคltnis. Das ist sehr wichtig. Das kann den entscheidenden Punkt bringen.โ€œ Allein das Torverhรคltnis bewahrte Kรถln nach der Niederlage gegen den BVB vor dem Relegationsplatz. Kwasniok selbst hatte schon vor geraumer Zeit betont, dass er plane, fรผr den Klassenerhalt รผber die volle Distanz gehen zu mรผssen. Dass es fรผr die GeiรŸbรถcke knapp werden wรผrde, sollte deshalb nicht weiter รผberraschen. Und weil es so knapp ist, muss das vergleichsweise gute Torverhรคltnis im Tabellenkeller als Trumpf durchgehen.

Grund drei: Gegner von Kรถlner Kragenweite – diesmal aber richtig

Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigt, dass der Spielplan dem FC einiges abverlangt hat. Seit Beginn der Rรผckrunde traf Kรถln auf neun Gegner, sechs davon stehen aktuell in der oberen Tabellenhรคlfte. Vier dieser Teams gehรถren sogar zu den Top fรผnf. Gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhรคlfte gab es bislang nur drei Spiele. Zwei davon gewann der FC gegen Mainz und Wolfsburg. Nun folgen Gegner, die eher von der Kragenweite der Kรถlner sind. Nach dem Derby gegen Mรถnchengladbach auf Rang zwรถlf warten Werder Bremen auf Rang fรผnfzehn und St. Pauli auf Rang sechzehn. Der HSV lรคsst sich gepflegt aus dieser Rechnung herausnehmen. Die Mannschaft von Merlin Polzin hat sich zuletzt deutlich von der Abstiegszone entfernt. Die letzte Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten im Tabellenkeller liegt fรผr Hamburg mit dem 4:1 in Kรถln im November bereits einige Zeit zurรผck. Mit Heidenheim steht auch noch die Partie gegen das Schlusslicht an.

Zwischen Derby-Emotionen und Krisen-Management

Mit dem Heimspiel gegen Mรถnchengladbach bekommt Lukas Kwasniok vor der Lรคnderspielpause die attraktive Chance, Ruhe in die Trainerdiskussionen in der Domstadt einkehren zu lassen. Er kann sich dabei auf die Unterstรผtzung von Geschรคftsfรผhrer Thomas Kessler verlassen. Noch vor dem Spiel gegen den HSV machte Kwasniok deutlich, wie sehr er Kesslers rationale Art, mit der aufgeheizten Stimmung in Kรถln umzugehen, schรคtzt. Ein unaufgeregtes Krisenmanagement kann Kwasniok am Standort Kรถln angesichts der Wucht der unzufriedenen und laut polternden Fanszene und Medien mehr gebrauchen denn je.


Duell der Entert(r)ainer: Sandro Wagner zu Gast bei Lukas Kwasniokย 

Lukas Kwasniok und Sandro Wagner - zwei der neuen Trainer in der Bundesliga
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Duell der Entert(r)ainer: Sandro Wagner zu Gast bei Lukas Kwasniokย 

Wenn der 1. FC Kรถln am Samstag zu Hause gegen den FC Augsburg antritt, treffen zwei der derzeit wohl unterhaltsamsten Trainercharaktere der 1. FuรŸball-Bundesliga aufeinander. Lukas Kwasniok und Sandro Wagner: Unterhaltung an der Seitenlinie.

Es ist das Aufeinandertreffen zweier starker Trainer-Charaktere: Wilde Emotionen, klare Haltung und keine Angst, anzuecken. Lukas Kwasniok und Sandro Wagner: Unterhaltung an der Seitenlinie.

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Auf der Pressekonferenz vor der Begegnung mit Ligakonkurrent FC Augsburg sprach FC-Coach Lukas Kwasniok รผber seine Arbeit im Verein: โ€œFรผr mich ist es einfach wichtig, dass wir auf dem Platz gut mit der Mannschaft arbeiten kรถnnen. Das ist meine Aufgabe. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, auf dem Feld besser zu werden. Mein Hauptfokus liegt auf der Entwicklung der Mannschaft. 80 bis 90 Prozent meiner Arbeit flieรŸen in die Entwicklung der Mannschaft.โ€ Der Fokus liegt auf dem Sportlichen. Ein Credo, das Lukas Kwasniok und viele andere Bundesligatrainer so hรคufig runterbeten wie nur wenige andere FuรŸballfloskel.

Doch im Hinblick auf das Spiel gegen den FC Augsburg werden diese Gebete sicher nicht von allen erhรถrt werden. Denn das Spiel gegen die Fuggerstรคdter erhรคlt seine Brisanz auch durch das, was sich am Samstag ab 15:30 Uhr in den Coaching-Zones abspielen kรถnnte. Dann heiรŸt es nรคmlich nicht nur 1. FC Kรถln gegen den FC Augsburg oder Tabellenplatz sechs gegen Platz 14, sondern eben auch Lukas Kwasniok gegen Sandro Wagner, ein Duell besonders unterhaltsamer Trainertypen.

Kwasniok รผber Wagner: „Augsburg ist einen wichtigen Schritt gegangen“

In Kรถln blickt man zufrieden auf den Ligastart mit zehn Punkten aus den ersten sechs Spielen zurรผck. Vor dem Aufeinandertreffen mit dem FCA ist die Stimmung beim Aufsteiger durchweg positiv. Auch Wagner und seine Mannschaft konnten zuletzt gegen den VfL Wolfsburg den langersehnten Befreiungsschlag nach vier Niederlagen in Folge erzielen. Das 3:1 der Augsburger vor heimischem Publikum war ein Schlรผsselsieg nach dem Negativlauf und eine betrรคchtliche Leistung, so Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz vorab: โ€œDer FC Augsburg hat sich nach langjรคhriger Zugehรถrigkeit in der Bundesliga dazu entschlossen, einen weiteren Schritt zu gehen, indem er einen jungen, aufstrebenden Trainer verpflichtet hat. Ich finde, sie haben einen sehr guten Beginn hingelegt“, so Kwasniok, der dann aber auch die Negativspirale der letzten Wochen beschrieb. „Umso beachtlicher war die Leistung gegen Wolfsburg, denn das zeigt, dass Trainer, Mannschaft und Verein einen absoluten Zusammenhalt nach innen und auรŸen ausstrahlen.“

Wagner รผber Kwasniok: „Eine Bereicherung fรผr die Bundesliga“

Gut 500 Kilometer sรผdlich von Kรถln fand Sandro Wagner gestern seinesfalls lobende Worte fรผr Kontrahent Kwasniok: โ€žEr ist ein herausragender Trainer und ein cooler Typ. Ich finde, er ist eine Bereicherung fรผr die Bundesliga. Man erkennt klar, was der 1. FC Kรถln gegen und mit dem Ball machen will, insbesondere in den ersten Minuten im eigenen Stadion.โ€œ Der Vollstรคndigkeit halber Wagners Einschรคtzung lieรŸe sich wie folgt ergรคnzen: Klarheit im Spiel, Klarheit in der Meinung. So รคuรŸerte der 44-Jรคhrige einmal gegenรผber der โ€žSรผddeutschen Zeitungโ€œ: โ€žWenn die Gefahr bestรผnde, dass ich durch die FuรŸballwelt eines Tages aalglatt werden wรผrde, wรคre ich raus.โ€œ

Wie sich Kwasniok diesen Ruf erarbeitet hat, zeigen zwei Beispiele. Nach einer 1:2-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC in der abgelaufenen Zweitligasaison als Coach des SC Paderborn etwa prangerte er รถffentlich die mangelnde Qualitรคt seiner Mannschaft an: โ€žWir machen einfach zu viele Fehler, und das ist ein Qualitรคtsproblemโ€œ, sagte er damals der Sportschau. Eine wirksame Kritik an den Vereinsverantwortlichen, die den Kader nach diesem รถffentlichen Rundumschlag unter anderem mit Marvin Mehlem und Manuel Riemann verstรคrkten. Im Dezember 2024 machte er kein Geheimnis aus seiner Meinung, als Paderborn einen Wechsel im Winter zum Hamburger SV verweigerte: โ€žMan hat mir eine Lebenschance genommen. Das ist fรผr mich extrem enttรคuschendโ€œ, sagte er in diesem Zusammenhang.

Ein Faible fรผrs Anecken

Der Kรถlner Coach hatte bei seinem Amtsantritt in Kรถln bereits angedeutet, dass FuรŸball in erster Linie Unterhaltung und Spektakel sei. Ob im Trikot an der Seitenlinie oder mit breitem Grinsen bei den Pressekonferenzen – genau das lebt Kwasniok. Meinungsstarke Auftritte wie jene des Kรถlner Coachs sind aber auch eine Spezialitรคt von Wagner. So fiel er jรผngst beim Sieg seiner Mannschaft gegen Wolfsburg mit einer Handgeste auf, die man durchaus als Provokation in Richtung seiner Kritiker gedeutet haben kรถnnte. Wagner selbst klรคrte spรคter gegenรผber der BILD auf: โ€žGroรŸartig Winken war es nicht. Ich habe eher mit meiner Familie gelabert, die haben mir erzรคhlt, was in den letzten Wochen los war. Das war ein Zeichen an meine Family.โ€œ

Auch eine seiner Aussagen im Duell seiner Augsburger gegen den FC Bayern Mรผnchen schlug groรŸe Wellen. Nach der 3:2-Niederlage gegen den Rekordmeister รคuรŸerte der 37-Jรคhrige gegenรผber den Journalisten: โ€žIch sehe nicht, dass wir weniger Qualitรคt haben als Bayern. Sehen Sie das vielleicht so? Ich sehe das jedenfalls nicht so. Ich sehe uns auf keiner Position im ganzen Verein von der Qualitรคt her schlechter aufgestellt.โ€œ Angesichts der erwartungsgemรครŸ heftigen Reaktionen schob er spรคter nach: โ€žIch glaube, dass ich vielleicht zwei Stunden spรคter einen Tick anders geantwortet hรคtte. Aber ich habe die Frage so verstanden, dass wir auf allen Positionen qualitativ im Nachteil sind. Das konnte ich fรผr mich nicht akzeptieren. Da tat ich mich einfach schwer und hรคtte wahrscheinlich auch nicht schlafen kรถnnen.โ€œ

Spektakel vorprogrammiert?

Beide Trainer verbindet auch ihr Umgang mit dem Medientrubel, den sie erzeugen. Kwasnioks Credo, den Fokus aufs Sportliche zu legen, ergรคnzte Wagner auf der PK gestern um eine weitere MaรŸnahme, die angesichts der Diskussionen um ihn nur folgerichtig scheint: โ€žIch nehme das gar nicht wahr, weil ich seit Wochen nicht mehr viel lese, da ich mich auf meine Arbeit fokussieren will. Ich schaue immer zu den erfahrenen Personen in meinem Gewerbe auf. Es gibt viele รคltere Trainer, die mir seit Jahren sagen: โ€šWenn du in der Bundesliga ankommst, darfst du nichts mehr lesen!โ€˜ Denn wenn du Spiele gewinnst, macht das etwas mit dir, und wenn du Spiele verlierst, auch.โ€

Auch wenn Sandro Wagner sie nicht lesen wird: Fรผr alle anderen bleibt abzuwarten, ob das Aufeinandertreffen der beiden Entertrainer weitere Geschichten schreiben wird (Samstag, 15:30 Uhr, abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com).