So wirklich überrascht die Wahl des Angreifers nicht. Denn der 27-Jährige befindet sich aktuell in einer Top-Form beim 1. FC Köln: Ragnar Ache wird Spieler des Monas März.
Im Februar noch das Tor des Monats, nun zum zweiten Mal in Serie Spieler des Monats. Für Ragnar Ache läuft es derzeit rund bei den Geißböcken.
Die Wahl zum Spieler des Monats vom 1. FC Köln hat einen Sieger – und erneut heißt er Ragnar Ache. Der Kölner Angreifer wurde von den Fans der Clubs zum Spieler des Monats März gekürt und bekam am Rande der Trainingseinheit zur Vorbereitung auf das Duell gegen Eintracht Frankfurt den goldenen Geißbock überreicht. In der offiziellen App des 1. FC Köln stimmten diesmal über 7000 Fans mit ab und hoben Ache mit 46 Prozent der Stimmen auf Rang eins. Die weiteren Plätze belegten Offensiv-Kollege Said El Mala mit 28 Prozent, Jakub Kaminski mit 24 Prozent und Rav van den Berg mit den verbleibenden zwei.
Auszeichnung
Die Auszeichung hatte sich Ache unter anderem durch seinen Treffer im Rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach verdient. Der Angreifer traf gegen die Fohlen zum 2:1 und brachte den FC nach turbulenten Anfangsminuten in Führung. Das Duell endete bekanntlich 3:3-Unentschieden. Gemeinsam mit El Mala und Kaminski bildet der 27-Jährige zuletzt ein stark aufspielendes Angriffstrio und stand zuletzt unter Lukas Kwasniok acht Mal in Folge in der Startelf. Insgesamt kommt der gebürtige Frankfurter in der aktuellen Saison auf sechs Treffer und vier Vorlagen.
Ache wird von seinen Mannschaftskollegen besonders für seinen unermüdlichen Willen und seine Arbeitseinstellung gelobt. Immer wieder legt der Kölner Extra-Schichten ein, um seine Mängel aufzuarbeiten. Auch unter dem neuen Cheftrainer René Wagner wird Ache seinen Platz wohl voraussichtlich behalten. Gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag kann der Angreifer dann das nächste Mal beweisen, dass er die Auszeichnung nicht umsonst in den Händen hält.
Jonas Hector kritisiert Nagelsmann und zieht Kwasniok-Vergleich: „Da sind ein paar FC-Parallelen“
Simon Bartsch
In der aktuellen Folge des Podcasts „Schlag und fertig“ spricht der ehemalige Nationalspieler über die Äußerungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann zu Denis Undav und zieht einen Vergleich zum 1. FC Köln: Jonas Hector sieht Parallelen zu Lukas Kwasniok.
Die Äußerungen von Julian Nagelsmann in Bezug auf Deniz Undav kamen nicht überall gut an. Auch Jonas Hector kritisierte den Bundestrainer.
Jonas Hector beim Spiel des 1. FC Köln gegen Hoffenheim
Die Nicht-Nominierung von Said El Mala für die A-Nationalmannschaft polarisiert im Kölner Fan-Lager. Pro und Contra werden fleißig diskutiert. Zuletzt war der FC-Shootingstar mit der U21 unterwegs, dort sportlich erfolgreich. El Mala knüpfte an seine jüngeren guten Leistungen beim FC an, erzielte sogar einen wunderschönen Treffer. Und tatsächlich scheint die Tür für die WM noch nicht zu. Über die FC-Anhänger hinaus steht der aktuelle Bundestrainer aber auch bei anderen Fans in der Kritik. Und das zurzeit vor allem aufgrund des Umgangs mit Deniz Undav. Der Mittelstürmer ist aktuell der gefährlichste deutsche Angreifer der Bundesliga, scheint besser in Form zu sein als Nick Woltemade, der aber von Nagelsmann zuletzt immer wieder den Vorzug erhielt.
Parallelen zum FC
Mitunter genervt reagierte der Bundestrainer als er auf die Personalien zuletzt angesprochen wurde. Undav selbst hatte die Hoffnung, an seiner Rolle etwas zu ändern. „Eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht geführt habe für den März, sondern für die WM“, erklärte der Bundestrainer, der auch betonte, dass die Leistung bis zu Undavs Treffer gegen Ghane „nicht gut“ gewesen sei. Und das wiederum führte zu Kritik. Unter anderem von Jonas Hector im Podcast „Schlag und fertig“. „Wenn der bei der einen oder anderen Aussage ein bisschen vorsichtiger ist, dann kommt das gar nicht so auf, dann wird auch gar nicht so extrem diskutiert“, erklärte der E-Kapitän des 1. FC Köln. „Wenn er so etwas sagt, er kennt seine Rolle und die wird wahrscheinlich nicht anders werden, dann trifft er das entscheidende Tor und dann noch in Stuttgart – da finde ich, da kann man einfach ein bisschen zurückhaltender sein.“
Und Hector sieht Parallelen zu seinem Ex-Club: „Ich meine, beim Ex-Trainer von Köln haben wir das ja auch manchmal angemerkt. Da ist dann auch eine klare Kante, aber das kann dir eben auch auf die Füße fallen. Ist einfach so“, so Hector, der auch Bezug auf die Jokerrolle von Undav nahm. „Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er ihn so reinmacht“, so Nagelsmann. „Es war schon ein langer Schritt, der nach 70 Minuten – auch im Hinblick auf den Sommer bei 42 Grad – für ihn schwierig sein kann.“ Und das erinnerte den ehemaligen Nationalspieler erneut an den Kölner Ex-Trainer. „Das ist auch Schwachsinn! Da sind ein paar Parallelen zum FC diese Saison. Das sind auch diese El-Mala-Sachen: ‚Wenn der reinkommt, ist er frischer.‘ In Bremen hat der auch über 90 Minuten gespielt und hat dann in der 90. das 1:1 gemacht“, so Hector.
Laut dem ehemaligen Linksverteidiger würden diese Vergleiche hinken.
Vom Drittligisten zum Bundesliga-Hoffnungsträger: Said El Mala vs. Ayoube Amaimouni-Echghouyab
Hendrik Broschart
Zwei Dribbler, zwei außergewöhnliche Wege und ein Duell, das mehr verbindet, als es auf den ersten Blick scheint. Warum Eintracht Frankfurts Ayoube Amaimouni-Echghouyab Erinnerungen an den Shootingstar des 1. FC Köln Said El Mala weckt: Kommt es zum Duell der Straßenfußballer?
Auf der einen Seite Frankfurts Ayoube Amaimouni-Echghouyab auf der anderen Kölns Shootingstar Said El Mala. Es ist das Duell der Straßenfußballer. Zwei Fußballer, deren Weg doch ähnlich erscheint.
Quizfrage: Gesucht ist ein Spieler, der in dieser Spielzeit den Sprung aus der 3. Liga in die Beletage gemeistert hat. Ein Straßenfußballer, der Gegenspieler umkurvt wie Pylonen, zeitweise schon zum Unterschiedsspieler avanciert und mit spektakulären Toren die Herzen der Anhänger erobert. Said El Mala kommt dem geneigten FC-Anhänger als Erstes in den Sinn. Doch die Rede ist von Ayoube Amaimouni-Echghouyab, der seit Winter das Trikot der Eintracht trägt und aus mehreren Gründen verblüffend an den Kölner Shootingstar erinnert. Ein Vergleich.
Shootingstars über Umwege
Im Sommer 2023 wurde dem Marokkaner mitgeteilt, dass sein Arbeitspapier nicht verlängert würde. Es folgte eine kurze Phase der Vereinslosigkeit sowie erfolglose Probetrainings bei Regionalligisten. Dann kam es zum Wechsel in die Oberliga zur SpVgg Erkenschwick. Der Offensivspieler erzielte für den Aufsteiger aus der Westfalenliga, der am Saisonende überraschend den vierten Platz belegte, 18 Treffer und bereitete sechs weitere vor. Über die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim spielte er sich als überragender Spieler der Hinrunde der laufenden Spielzeit in der 3. Liga in den Fokus einiger Bundesligisten – unter anderem auch in den des FC. Für Hoffenheim II gelangen ihm in 18 Spielen neun Tore und vier Assists. Im Winter 2025 folgte der Wechsel zu Eintracht Frankfurt. Bei seinem Bundesliga-Debüt traf er zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Und bei seinem ersten SGE-Spiel von Anfang an legte er per Traumtor gleich den nächsten Premierentreffer nach.
Auch der Weg von El Mala auf die große Fußballbühne war steinig. 2021 wurde er in der U15 von Borussia Mönchengladbach aussortiert, wodurch sein Traum vom Profifußball geplatzt schien. Es folgte ein Wechsel zum TSV Meerbusch in die Niederrheinliga. Eine besondere Maßnahme entpuppte sich als genialer Kniff: El Mala bewarb sich auf mehrere Nachwuchsleistungszentren im Westen und fertigte für das Fußball-Start-up „Skillers Academy“ einen Film über sich an. Der einzige Club, der ihn zu einem Probetraining bat, war Viktoria Köln. Dort wurden die beiden Brüder von den Nachwuchs-Scouts des FC entdeckt und der Wechsel von der rechten auf die linke Rheinseite vorbereitet. Der Rest ist Geschichte.
Echte Straßenfußballer
Beide Spieler sorgen für Spektakel auf dem Platz. Was Amaimouni-Echghouyab und El Mala verbindet, ist, dass sie über Fertigkeiten verfügen, die in der Bundesliga rar sind. Dadurch können sie in brenzligen Situationen den Unterschied für ihre Mannschaften ausmachen. „Du kannst vieles im Training lernen. Ich lerne bei uns im Training mit unseren Trainern und meinen Mitspielern jeden Tag sehr viele Dinge dazu“, sagte Amaimouni-Echghouyab einmal gegenüber Vereinsmedien in Hoffenheim. Damals noch für die U23 der Kraichgauer im Einsatz, erläuterte auch, worin seine attraktive und unbekümmerte Art zu spielen wurzelt: „Aber das Kreative lernst du besonders in jungen Jahren, finde ich. Das kannst du dir, je älter du wirst, nur noch schwer aneignen.“
In einem Interview mit dfb.de aus dem vergangenen September gewährte El Mala Einblicke, was während des Spiels in seinem Kopf vorgeht: „Wenn ich den Ball bekomme, überlege ich nicht lange, sondern handle instinktiv. Ich liebe es, Eins-gegen-eins zu spielen. Aufgrund meiner Physis bin ich trotz meiner Größe ein recht schneller Spieler. Grundsätzlich können sich meine Mitspieler auf Spaß einstellen, wenn sie neben mir spielen. Ich suche viel Tiefe, will den Ball aber eher in den Fuß bekommen, dann kann ich einfach machen.“
Kreative Krisen-Kicker
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass beide Spieler derzeit in ihren Vereinen unter denkbar schwierigen Bedingungen arbeiten müssen. Die Kreativität von Amaimouni-Echghouyab kann der Mannschaft von Albert Riera derzeit nicht aus der Offensivflaute helfen. Die Adler müssen sich spätestens seit der jüngsten Niederlage gegen Mainz ernsthafte Sorgen um das europäische Geschäft machen. Said El Mala, der mit seinem Verein gegen den Abstieg kämpft, konnte trotz seines zehnten Saisontors im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach die Entlassung von Lukas Kwasniok nicht abwenden. Ob und in welcher Besetzung beide Dribbler am Sonntag in Frankfurt gegeneinander antreten werden (Anstoß 17:30 Uhr, abrufbar im Liveticker via come-on-fc.com), ist derzeit noch ungewiss.
Denn wie El Mala im Anschluss an das U21-Qualifikationsspiel gegen Griechenland ankündigte, gibt es Überlegungen, aufgrund des tragischen Verlusts seiner Großmutter am Sonntag eine Pause zu nehmen. „Ich reise nun erst einmal nach Hause zu meiner Familie und schaue dann, ob es sofort mit dem Fußball weitergeht oder ob ich eine Pause brauche“, sagte er am Dienstag gegenüber der „Bild“.
Welchen Impuls kann René Wagner dem 1. FC Köln geben? Der Kopf spielt nun laut Experten eine wichtige Rolle
Simon Bartsch
Der FC hat kurz vor Saisonende die Reißleine gezogen und hofft, so den anhaltenden Negativtrend abwenden zu können. Dabei setzen die FC-Bosse aber auf den bisherigen Co-Trainer und sorgen damit bei dem ein oder anderen Fan für Unverständnis rund um den 1. FC Köln: Diesen Impuls soll René Wagner setzen. Come-on-fc hat mit einem Experten über die Auswirkungen der Psyche im Abstiegskampf gesprochen.
Mit neuem Coach geht der FC in die letzten sieben Saisonspiele. Und da René Wagner bislang an der Seite des gefeuerten Lukas Kwasniok arbeitete, sorgen sich einige Fans um den erhofften Neuanfang. Eine wichtige Komponente könnte der Kopf im Kampf um die Klasse spielen.
Trotz des aufopferungsvollen Kampfes und des späten Ausgleichs wollte sich bei den Spielern des 1. FC Köln nach dem 3:3 im Rheinderby gegen Mönchengladbach nicht so wirklich die ganz große Freude einstellen. Die Mannschaft hatte sich einen Sieg auf die Fahne geschrieben. Zudem dürften auch die Akteure geahnt haben, dass es nun für Lukas Kwasniok in der Funktion des Cheftrainers eng werden könne. Nur zwölf Punkte aus den vergangenen 18 Spielen, sieben sieglose Begegnungen in Serie werden bei den Akteuren ihre Spuren hinterlassen haben. Auch in den Köpfen. Und daraus kann sich für eine angeschlagene Truppe ein Problem ergeben. „Die Gefahr, nach einer Niederlagenserie in eine Abwärtsspirale zu fallen, ist generell durchaus vorhanden. Man reibt sich auf, strengt sich an und dennoch belohnt man sich nicht und steht am Ende mit leeren Händen da“, sagt der sportpsychologische Experte Thorsten Loch gegenüber come-on-fc.com.
Es droht die Abwärtsspirale
Es kann zu einer Dynamik kommen, in der wiederholte Misserfolge trotz hoher Anstrengung zu einer Form von „Learned Helplessness“ führen können. In dieser entwickeln Spieler das Gefühl, ihr Einsatz habe keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis, wodurch Motivation und Selbstvertrauen zersetzen. Auf Teamebene ist dann häufig von wachsender Frustration, schwindender Überzeugung und der Tendenz die Rede, in engen Momenten zu verkrampfen oder Aktionen zu erzwingen. Dieses Muster wird in Studien als typischer Mechanismus eines „collective team collapse“ beschrieben und kann von neuen Trainern mit einem klaren, aber nicht überladenen Plan durchbrochen werden. Und alleine der Wechsel auf der Chefetage kann bereits etwas auslösen.
Gerade Akteure, die zuletzt eher außen vor waren oder kritisiert wurden wie Luca Waldschmidt, Florian Kainz, Denis Huseinbasic, zeigen sich dementsprechend mehr, scheinen motivierter, die Leistung innerhalb der Mannschaft steigert sich und hat damit auch Einfluss auf alle Spieler. „Aus jener Kraft soll ein Team wieder den Glauben entwickeln, aus eigener Kraft erfolgreich agieren zu können und eine realistische Chance zu haben“, sagt Loch. Die Chance ist bei den Geißböcken ja definitiv da. Immerhin belegen die Kölner aktuell einen Platz über dem Strich. Es stehen noch sieben Spiele aus, darunter auch noch direkte Duelle. „Modelle wie die Theory of Challenge and Threat States in Athletes zeigen, dass Leistung stark davon abhängt, ob Athlet:innen eine Situation als Herausforderung oder Bedrohung wahrnehmen“, erklärt der Experte.
Positiver Impuls
Eine mögliche Euphorie kann aber schnell umschwappen. „Vorsicht ist geboten, wenn sich die Pläne und Visionen schnell als unrealistisch erweisen. In diesem Fall hat es den gegenteiligen Effekt“, erklärt Loch. Tatsächlich gibt es in der Psychologie den Honeymoon-Effekt, der besagt, dass auf eine Veränderung eine euphorisierende Phase folgen kann. Alles ist neu, neue Chancen, ein neuer Ton. Doch oft stellt sich schon bald die Ernüchterung ein. Beim FC gibt es zudem einen etwas anderen Ansatz. Immerhin ist mit der Beförderung von René Wagner kein ganz neuer Trainer am Start. Gerade das wurde von vielen Fans hinterfragt. Wie kann der bisherige Co-Trainer für einen neuen Impuls sorgen? „Ein ,Impuls auf der Kopfebene‘ ist im Leistungssport ein zentraler Wirkfaktor. Allerdings wird dieser häufig zu stark an die Person des Trainers geknüpft“, sagt Loch.
Tatsächlich zeigen zahlreiche Studien, dass der Trainerwechsel wenn nur einen kurzfristigen Schub auslöst. „Entscheidend ist dabei jedoch weniger der Wechsel selbst, sondern die Frage, ob sich für die Spieler die Bewertung der Situation verändert“, so der Experte weiter. „Auch ein bereits bekanntes Trainerteam kann einen positiven Impuls auslösen, wenn es gelingt, glaubwürdig neue Orientierung zu geben und die Wahrnehmung der Spieler zu verändern. Bleiben hingegen zentrale Faktoren wie Kommunikation, Rollenverständnis oder der Umgang mit Fehlern unverändert, ist auch kein nachhaltiger mentaler Effekt zu erwarten – unabhängig davon, ob eine neue Person an der Seitenlinie steht oder nicht.“
Und so lautet das generelle Fazit des Experten: „Der entscheidende Hebel liegt weniger im Trainerwechsel selbst, sondern darin, ob es gelingt, bei den Spielern einen echten Perspektivwechsel zu erzeugen und ihre Überzeugung zu stärken, die Situation aus eigener Kraft bewältigen zu können.“
Der zweite Florian Wirtz? Ex-Kölner Kerim Alajbegovic überzeugt bei der Nationalmannschaft Bosniens
Redaktion
Mit dem Aus der polnischen Nationalmannschaft gegen Schweden ist der WM-Traum für FC-Spieler Jakub Kaminski geplatzt. Dagegen läuft es bei der WM-Qualifikation für die ehemaligen Talente des 1. FC Köln rund: Kerim Alajbegovic überzeugt bei der Nationalelf Bosniens.
Mit Kerim Alajbegovic hat sich ein weiterer Ex-Kölner bei der WM-Qualifikation in den Vordergrund gespielt. Dabei weist der 18-Jährige erstaunliche Parallelen zu Florian Wirtz auf.
Ex-Kölner Talent Kerim Alajbegovic für die Nationalmannschaft Bosniens (Foto: Warren Little/Getty Images)
An Spannung mangelte es am Dienstagabend sicherlich nicht beim Duell Bosnien gegen Italien der WM-Qualifikation Play-Offs. Nach 120 Minuten und einem 1:1 musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Denn nachdem Bosnien die ersten beiden Elfer verwandelte, scheiterte Italien sowohl beim ersten sowie dritten Schussversuch vom Punkt. Als dritter Schütze stand Kerim Alajbegovic für Bosnien bereit, guckte Gianluigi Donnaruma aus, verwandelte Elfer Nummer drei sicher und ebnete dem letzten bosnischen Torschützen des Abends den Weg zum Sieg über die Squadra Azzurra – Die Sensation war perfekt.
Ex-FC-Talente Alajbegovic und Wirtz überzeugen beide bei ihren Nationalmannschaften
Bereits im Duell gegen Wales einige Tage zuvor hatte Alajbegovic die Bosnier – ebenfalls im Elfmeterschießen – überhaupt erst ins Playoff-Finale gegen Italien geschossen. Das ehemalige Kölner Talent lieferte eine überzeugende Leistung ab und weist deutliche Parallelen zu Florian Wirtz und seiner Historie bei den Geißböcken auf. Denn nach seiner Zeit in der Kölner Jugend wechselte auch Alajbegovic nach Leverkusen. Dort durchlief der heute 18-Jährige seit 2021 nach seiner kurzen Zeit in der Jugend des Clubs die U17 sowie die U19, bevor er 2025 für eine Ablöse von zwei Millionen Euro zu RB Salzburg wechselte.
In Österreich stand der gebürtige Kölner in der aktuellen Saison 23 Mal im Kader der Salzburger, lief 16 Mal von Beginn an auf und kommt bisher auf insgesamt 1363 Minuten Einsatzzeit in der österreichischen Bundesliga. Dabei erzielte Alajbegovic sieben Treffer und bereitet weitere zwei vor. Aktuell hat der Linksaußen einen geschätzten Marktwert von 15 Millionen Euro, soll für acht Millionen Euro von Bayer zurückgeholt werden und ist Teil der Nationalmannschaft Bosniens. Ein weiteres Eigengewächs der Kölner also, das über Leverkusen den Weg nach oben geht.
Teilnahme von Kölner-Profis an der WM ungewiss
Für die ehemaligen Kölner Talente läuft es bei der WM-Qualifikation also rund. So haben Jonas Urbig und Yann Aurel Bisseck durchaus die Chance, von Julian Nagelsmann berücksichtigt zu werden. Florian Wirtz spielte sich gegen die Schweiz mit zwei Assists und zwei Toren in den Vordergrund und wird für Deutschland auflaufen. Und auch Ex-Kölner Salih Özcan und Ismail Jakobs haben sich mit der Türkei beziehungsweise dem Senegal qualifiziert.
Für die aktuellen Kölner Profis sieht es momentan eher mau aus. Nach der 2:3-Niederlage der Polen gegen Schweden am Dienstagabend hat sich auch für FC-Profi Jakub Kaminski der Traum der Teilnahme an der WM zerschlagen. Dabei lieferte die Elf rund um Starspieler Robert Lewandowski ein spannendes Duell, war eigentlich das bessere Team. Kurz vor Abpfiff gelang Viktor Gyökeres vom FC Arsenal das Siegtor für die Skandinavier. Und Kaminski ist nicht der einzige Kölner, der mit seiner Mannschaft die WM verpassen wird. So schied bereits auch Isak Johannesson mit der Nationalelf Islands aus.
Geringe Hoffnungen auf eine Teilnahme dürfen sich noch Said El Mala für den Kader von Julian Nagelsmann, Sebastian Sebulonsen für Norwegen sowie Kristoffer Lund (USA) und Cenk Özkacar (Türkei) machen. Über eine Teilnahme von Ragnar Ache für Ghana wurde kürzlich ebenso spekuliert. Mit dem überraschenden Sieg der Bosnier gegen Italien wären auch noch Nominierungen von Denis Huseinbasic sowie Jusuf Gazibegovic möglich. Sehr wahrscheinlich ist dies allerdings nicht. Rav van den Berg steht aktuell nur im U21 Kader der Niederlande. Es droht also eine Weltmeisterschaft ohne Kölner Beteiligung zu werden – zumindest, was die aktuellen Kölner Akteure angeht. Für Wirtz und Alajbegovic dürfte die Reise zur WM Stand jetzt in trockenen Tüchern sein.
„Ein Stück weit nach Hause kommen““ – Lukas Sinkiewicz und Armin Reutershahn über das Co-Traineramt beim 1. FC Köln
Simon Bartsch
Seit vergangener Woche sind die beiden neuen Co-Trainer beim 1. FC Köln nun im Amt. Zusammen sollen sie mit Cheftrainer René Wagner die Mission Klassenerhalt erfüllen. Für die Trainer ist der Verein nicht unbekannt, denn beide haben ihre Vergangenheit mit dem 1. FC Köln: Das sagen Sinkiewicz und Reutershahn zum neuen Trainerjob.
Nach dem Aus von Lukas Kwasniok nach dem 3:3 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach ging alles sehr schnell. Denn die Verantwortlichen sowie das neue Trainerteam wollte die Länderspielpause für Anpassungen nutzen. Im vereinseigenen Interview sprechen die beiden neuen Co-Trainer über ihre ersten Tage beim FC.
Armin Reutershahn und Lukas Sinkiewicz arbeiten Hand in Hand
Sieben Spiele bleiben dem neu zusammengesetzten Trainerteam um Chefcoach René Wagner noch, um das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen. Kein Wunder also, dass es nach dem Aus von Lukas Kwasniok nach dem Duell gegen Gladbach schnell gehen musste. Und schon am Montag im Anschluss an das Derby standen mit René Wagner und Armin Reutershahn ein beförderter sowie ein neuer Co-Trainer auf dem Platz und leiteten die Einheit der Geißböcke. Im Interview mit fc.de verrät Reutershahn, wie schnell seine Entscheidung für den FC gefallen ist.
„Ein Stück weit nach Hause kommen“
Am Sonntagnachmittag sei er noch beim Tennisspiel seiner Tochter gewesen, als der Anruf aus dem Geißbockheim kam. „Noch am Abend habe ich mich das erste Mal mit René getroffen. Das Gespräch war sehr angenehm, deswegen haben wir dann beschlossen, dass wir die Aufgabe gemeinsam angehen wollen. Am nächsten Tag standen wir schon zusammen auf dem Platz“, erinnert sich der 66-Jährige. Reutershahn kennt den Verein noch aus Studienzeiten, besuchte damals die Spiele und schaute sich das Training der Geißböcke an. Er sei von der Mannschaft begeistert gewesen erinnert sich der gebürtige Duisburger.
Doch es gibt noch weitere Verknüpfungen zum Verein: „Später habe ich auch meinen Fußballlehrer hier gemacht. Dadurch ist eine enge Verbundenheit mit der Stadt entstanden. Auch für mich ist es ein Stück weit nach Hause kommen“, sagt der heutige Co-Trainer. Auch Lukas Sinkiewicz, der vor knapp einer Woche als weitere Verstärkung an Geißbockheim gekommen ist, fällte seine Entscheidung, für den FC zu arbeiten, schnell. Der Bezug des 40-Jährigen nach Köln habe im Vorfeld immer lose bestanden. „Mit Kess hatte ich unregelmäßig Kontakt. Wir haben gelegentlich telefoniert, zuletzt hatte ich ihm zum Geburtstag gratuliert“, so der neue Co-Trainer. „Dann hat er mich in der vergangenen Woche angerufen und gefragt, ob ich mir diese Rolle vorstellen könne. Ich habe um ein bisschen Bedenkzeit gebeten. Danach hat mich René zuhause besucht, am Tag später habe ich zugesagt.“
“Wir haben alle denselben Anspruch: Wir wollen gewinnen“
Gemeinsam mit Wagner sollen nun also die benötigten Punkte im Klassenkampf eingefahren werden. Dafür ziehen alle an einem Strang. „Man kann nicht sagen, dass Sinke dafür zuständig ist und ich hierfür. Wir stimmen uns untereinander ab. Klar, ich habe einige Spiele mehr auf dem Buckel. Mir war es aber wichtig, dass ich auch auf dem Platz arbeite“, definiert Reutershahn seine Rolle. „Ich möchte nicht nur dabeistehen und meine Erfahrung weitergeben. Ich will Dinge vorbereiten und die Jungs auf dem Feld mit weiterentwickeln. Das ist meine Berufung.“
Und auch Sinkiewicz hat eine klare Vorstellung von seinen Aufgaben: „Wir haben alle denselben Anspruch: Wir wollen gewinnen. Dafür brauchen wir alle möglichen Mittel. Wenn es mal ruhiger ist und wir eine laute Stimme brauchen, bin ich schon ein temperamentvoller Typ. Trotzdem bleibe ich realistisch und kann die Situationen gut einordnen“, so der 40-Jährige. „Die Jungs können immer zu uns kommen, das ist wichtig. Die ersten Tage haben schon unheimlich viel Spaß gemacht, ich konnte von Armin und seiner Erfahrung bereits viel mitnehmen.“
“Wir dürfen uns die Situation nicht schönreden“
Am Sonntag steht das erste Duell unter dem neuen Trainerteam auf dem Plan. Dann reist der FC nach Frankfurt und steht vor keiner leichten Aufgabe gegen den Tabellensiebten. Das weiß auch Reutershahn. “Wir dürfen uns die Situation nicht schönreden“, so der 66-Jährige. Nach der ersten Woche habe er aber ein sehr gutes Gefühl, weil alle in eine Richtung arbeiten. Das habe er über die Jahre auch schon anders erlebt. Ein Garant für Punkte ist die positive Mannschaftseinstellung dennoch nicht. „Im Fußball passieren auch Dinge, die man nicht vorhersehen kann. Deswegen müssen wir bis zum letzten Spiel hellwach bleiben. Das macht die Mannschaft bislang. Die Jungs geben in jeden Training Gas“, so Reutershahn.
Für Sinkiewicz ist das Duell gegen die Eintracht ein Rückkehr zu seinem Ex-Verein. „Es ist für mich eine besondere Partie, weil ich bei der Eintracht zehn Jahre lang gearbeitet habe und meine Kinder in Frankfurt aufgewachsen sind“, so der Co-Trainer. „Mein Fokus liegt aber auf den drei Punkten. Da ist es egal, gegen wen es geht.“
Emotionaler Post nach emotionalem Tor: Said El Mala bedankt sich für die große Anteilnahme
Simon Bartsch
Es war sein erstes Tor für die deutsche U21 und es war ein besonders emotionales. Der Kölner Shootingstar widmete den Treffer seiner kürzlich verstorbenen Großmutter und postete nun noch ein emotionales Statement. Said El Mala bedankt sich für große Anteilnahme.
Mit seinem Treffer gegen Griechenland ebnete Said El Mala der deutschen U21 den Weg an die Tabellenspitze in der EM-Quali. Für den Spieler hatte das Tor aber einen ganz anderen Wert.
Emotional reagierte Said El Mala auf seinen ersten Treffer für die U21 (Foto: picture alliance / DeFodi Images | Marco Steinbrenner)
Es waren ungewohnte Bilder von Said El Mala nach dessen Treffer für die U21 der DFB-Auswahl. Der 19-Jährige vergrub nach dem 1:0 gegen Griechenland sein Gesicht im Inneren seines Trikots und heizte bei den Kommentatoren und Experten von ProSiebenMaxx Spekulationen an. Eine Last könne ihm von den Schultern gefallen sein, so die Mutmaßung nach El Malas erstem Treffer für den deutschen Nachwuchs. Tatsächlich war der Grund deutlich tiefgreifender und tragischer. Am vergangenen Wochenende erfuhr El Mala vom Tod seiner Großmutter. Nach dem 2:0-Erfolg über Griechenland widmete der Kölner Shootingstar das Tor der Verstorbenen. „Das Tor war für sie! Ich habe mich entschieden, hier zu bleiben, weil ich den Jungs helfen wollte. Dass ich heute das Tor machen konnte und meine Oma damit oben glücklich gemacht habe, ist umso schöner“, sagte El Mala.
„Die Spieler waren für ihn da“
„Ich muss ein Lob aussprechen“, sagte dann auch U21-Bundestrainer Antonio di Salvo. „Zum einen an Said, aber auch an die ganze Mannschaft, die ihn super aufgefangen hat. Die Spieler waren für ihn da, haben ihn abgelenkt.“ Das bekräftigte nun der Kölner auch noch einmal via Instagram in einem emotionalen Post. „In dieser schweren Zeit habt ihr, Jungs und das ganze Team, mir so viel Kraft gegeben. 🙏🏽 Ohne euch wäre das alles nicht so zu schaffen gewesen. Ihr habt es mir leichter gemacht, mit dem Schmerz umzugehen und weiterzumachen. Es war die richtige Entscheidung, bei euch zu bleiben – für das Team zu kämpfen und meiner Oma ein Lächeln zu schenken, denn genau das hätte sie sich gewünscht“, schreibt El Mala. Der Youngster war von den Mitspielern nach dem Treffer besonders geherzt worden.
„Als ich dann das Tor geschossen habe, ist alles aus mir herausgebrochen. Es war der emotionalste Moment meines Lebens – ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich weiß ganz tief in meinem Herzen, dass meine Oma von oben zugeschaut hat und unendlich stolz auf mich ist“, so heißt es in dem Post weiter. El Mala bedankte sich auch bei den zahlreichen Nachrichten, die er erhalten habe. Darunter auch der FC, der bereits unmittelbar nach dem Treffer sein Beileid bei Instagram mitgeteilt hatte. Auch unter dem neuen Post gibt es viele Reaktionen – vor allem von den Spielern der U21.
Worte, Wechsel, Widerspruch: Die erstaunlichen Parallelen zwischen Lukas Kwasniok und Frankfurt-Trainer Albert Riera
Hendrik Broschart
Mit Frankfurts Albert Riera steht ein Coach auf dem Platz, der dem entlassenen FC-Trainer Lukas Kwasnsiok in Stil, Auftreten und Risikofreude verblüffend ähnelt und für reichlich Unterhaltung sorgen wird im Duell seiner Frankfurter gegen den 1. FC Köln: Erstaunliche Parallelen zwischen Lukas Kwasniok und Albert Riera.
Auch wenn Lukas Kwasniok gegen Frankfurt nicht mehr auf der Trainerbank der Geißböcke Platz nehmen wird, wird im Duell gegen die Eintracht mit Albert Riera ein ganz ähnlicher Coach an der Seitenlinie stehen. Denn der Ex-Cheftrainer der Kölner und der aktuelle Frankfurter sind sich erstaunlich ähnlich.
Albert Riera, Cheftrainer von Eintracht Frankfurt (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
Auch wenn Lukas Kwasniok beim Spiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt nicht mehr an der Seitenlinie stehen wird, dürfte er gedanklich dennoch präsent sein. Für viele FC-Anhänger wird die Begegnung unweigerlich Erinnerungen an den geschassten Coach wecken. Das liegt nicht nur daran, dass sein früherer Co-Trainer und jetziger Chefcoach René Wagner in der Kürze der Zeit kaum die Möglichkeit haben wird, Kader und Spielidee grundlegend umzubauen. Die eigentliche Parallele findet sich vielmehr auf der Gegenseite, genauer gesagt ebenfalls an der Seitenlinie. Albert Riera, der vor wenigen Wochen auf Dino Toppmöller folgte, erinnert in vielerlei Hinsicht an seinen Kölner Kollegen.
Entertainer auf der Trainerbank
Und Kwasniok hielt sein Versprechen. Unter ihm wurde es am Geißbockheim nie langweilig, wenngleich sich die Chefetage das wohl gerne gewünscht hätte. Kwasnioks Selbstverständnis, ein Zahnrädchen in der Showmaschinerie Bundesliga zu sein, legt einen Vergleich mit Albert Riera nahe. Beide genießen es, ihre Botschaften in bildhafter Sprache zu vermitteln. „Im Vergleich zum Tennis haben wir den ersten Satz in dieser Saison vielleicht 7:5 gewonnen. Den zweiten haben wir 1:6 verloren. Aber wir sind in der Lage, zurückzuschlagen“, teilte Kwasniok etwa nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund vor drei Wochen mit und trug damit in der Öffentlichkeit dick auf, um seinen zu diesem Zeitpunkt wackeligen Cheftrainerposten zu verteidigen. Auch Riera bedient sich gerne bildhafter Sprache und zieht Vergleiche. Mal geht es um Spieler, die von Balkonen springen. Mal sind es Haie, die Blut riechen. Oder darum, dass seine Spieler die Schönsten in der Liga sein sollten.
Überforderung durch Variabilität
Die Parallelen gehen jedoch über die Rhetorik hinaus. Sowohl Kwasniok als auch Riera fordern ihre Teams mit einem hohen Maß an taktischer Variabilität. Häufige Wechsel in der Startelf und Positionsrochaden gehören bei beiden zum Alltag. Kontinuität ist selten, Anpassungsfähigkeit dagegen zwingend erforderlich. Beide stellen ihre Mannschaft durch extreme Variabilität hinsichtlich ihrer taktischen Vorgaben vor enorme Herausforderungen. Das Personal wird häufiger ausgetauscht und die Positionen einzelner Spieler regelmäßig verändert.
Kontinuierliche Einsatzzeit bekamen unter Kwasniok nur Torhüter Marvin Schwäbe und Allrounder Jakub Kaminski. Der Rest musste sich aus Verletzungsgründen oder aus anderen Gründen mit der Bank begnügen. In der Domstadt stand Kwasniok für die häufige Rotation der Anfangself in der Kritik. Auch in Frankfurt lässt Riera Spieler fernab ihrer nominellen Positionen starten. Nationalspieler Nathaniel Brown ist beispielsweise fast überall zu finden, ebenso wie Nnamdi Collins, der ebenfalls auf seiner vermeintlich schwächeren Seite spielt. Arnaud Kalimuendo spielte bereits als Rechtsaußen, Rechtsverteidiger und siegbringenden Mittelstürmer.
„Am Ende zählt die Qualität“
Zudem ist das komplizierte Verhältnis zwischen den Trainern und einigen ihrer Spieler nicht von der Hand zu weisen. Für Unverständnis sorgte am vergangenen Spieltag die Nichtberücksichtigung von Weltmeister Mario Götze für das Derby gegen Mainz, die Riera auf Nachfrage nicht plausibel begründen konnte. Nach der Niederlage gegen die Mainzer sprach der Spanier seinem Team dann auch noch die nötige Klasse ab: „Ich sage immer, dass wir Trainer den Spielern alles beibringen können, aber am Ende zählt die Qualität.“ Damit erinnert er stark an das überraschend deutliche und kontroverse Urteil von Kwasniok über seine Mannschaft, das dieser noch in der Saisonvorbereitung nach dem Spiel gegen Fortuna Köln geäußert hatte.
Auch wenn Kwasniok am Sonntag beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17:30 Uhr, abrufbar im Liveticker via comeon-fc.com) nicht mehr in der Coachingzone stehen wird, wird es durch Riera an Unterhaltung neben dem Platz kaum mangeln.
Traum platzt auch für Jakub Kaminski: WM könnte ohne FC-Profis stattfinden – Bosnien schmeißt Italien raus
Simon Bartsch
Die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer wird möglicherweise ohne Profis des 1. FC Köln stattfinden: Der WM-Traum platzt auch für Jakub Kaminski. Polen unterlag Schweden in einem spannenden Spiel 2:3.
Jakub Kaminski kehrt mit einer bitteren Enttäuschung von der Länderspielreise ans Geißbockheim zurück. Polen wird nicht an der Weltmeisterschaft im Sommer teilnehmen. Die Mannschaft um Superstar Robert Lewandowski unterlag Schweden 2:3.
Jakub Kaminski fährt nicht zur WM (Foto: Michael Campanelle/GettyImages)
Dabei war Polen in der Strawberry Arena in Solna von Beginn an die bessere Mannschaft und kam auch zu ersten Möglichkeiten. Doch die Führung fiel auf der anderen Seite. Anthony Elanga von Newcastle United traf mit einem Traumtor zum 1:0 (19.). Nach einer guten halben Stunde glich Nikola Zalewski für die Polen mehr als verdient aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam der Gastgeber zum zweiten Abschluss und Gustaf Lagerbielke traf. Im zweiten Abschnitt verlängerte Kölns Kaminski mit dem Kopf auf Robert Lewandowski, der legte zurück und Karol Swiderski traf zum 2:2. Auch in der zweiten Halbzeit war Polen das bessere Team, drückte auf die Entscheidung. Doch die fiel auf der anderen Seite. Arsenals Viktor Gyökeres traf in der Schlussminute zum 3:2. Polen warf noch einmal alles nach vorne, kam aber kein drittes Mal zurück.
El Mala trifft für die U21
Damit ist der Traum von Jakub Kaminski geplatzt. Der Pole fährt nicht zur WM und es droht ein Endturnier ohne Kölner Beteiligung zu werden. Bei der WM 2022 war Ellyes Skhiri für Tunesien mit dabei. 2018 waren es mit Jonas Hector und dem Japaner Yuya Osako gleich zwei Spieler. 2014 stellten die Kölner ebenfalls keinen WM-Teilnehmer ab. Der Zug ist natürlich noch nicht bei allen Spielern abgefahren. Mitte Mai werden die Kader bekannt gegeben. Bis dahin haben einige Akteure noch die Chance, sich zu beweisen. So hofft Said El Mala sicherlich noch auf das Endturnier. Der 19-Jährige traf am Abend im EM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland zur 1:0 Führung für die deutsche U21 (some-on-fc.com berichtete). Mit guten Leistungen beim FC könnte der Offensivspieler sicherlich nochmal ein Thema werden.
Zumal Bundestrainer Julian Nagelsmann erklärte, die Tür sei noch nicht geschlossen. Allerdings wird es am Kader auch nicht mehr die ganz großen Veränderungen geben. Sebastian Sebulonsen könnte noch bei Norwegen in den Kader rücken. Der Schienenspieler hatte im vergangenen Herbst sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gegeben. Auch Kristoffer Lund (USA) und Cenk Özkacar (Türkei) hoffen noch, standen aber bei den jüngsten Partien ihrer Teams nicht im Kader. Geringe Hoffnungen dürfen sich auch Jusuf Gazibegovic und Denis Huseinbasic machen. Bosnien setzte sich in einem packenden Spiel gegen Italien im Elfmeterschießend durch. Auch Tschechien und die Türkei mit Salih Özcan fahren nach Siegen zur WM.
Said El Mala ebnet der DFB-Elf den Weg zur Tabellenführung und widmet ersten U21-Treffer der verstorbenen Oma
Simon Bartsch
Mit seinem ersten Tor für die deutsche U21 hat der Kölner Shootingstar der DFB-Auswahl in der EM-Quali zur Tabellenführung verholfen. Said El Mala trifft beim 2:0-Erfolg der U21 des DFB und betreibt damit Eigenwerbung für mehr.
Said El Mala hat sein erstes Tor für die deutsche U21 erzielt und darauf sichtbar emotional reagiert. Die DFB-Auswahl setzte sich 2:0 gegen Griechenland durch und übernahm damit die Tabellenführung.
Emotional reagierte Said El Mala auf seinen ersten Treffer für die U21 (Foto: picture alliance / DeFodi Images | Marco Steinbrenner)
Möglicherweise hat sich Said El Mala die Worte des Bundestrainers zu Herzen genommen. Der hatte vor dem Spiel gegen Ghana erklärt, dass die WM-Tür noch für keinen Spieler verschlossen sei. Zwar sprach Julian Nagelsmann auch davon, dass er einen schnellen Spieler suche, der durchaus das Eins-gegen-eins gewinnen könne, allerdings war damit wohl eher ein Rechtsaußen gedacht, dazu noch ein „fußverkehrter“ Spieler wie Nagelsmann sagte. Dennoch lebt bei dem Kölner Shootingstar die Hoffnung auf die Weltmeisterschaft in den USA, in Kanada und in Mexiko. Und diesen Wunsch untermauerte der 19-Jährige am Dienstagabend bei der deutschen U21. Im EM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland erzielte El Mala den einzigen Treffer und avancierte damit zum Matchwinner.
El Mala trifft aus der Drehung
Im Spitzenspiel der Gruppe setzte sich die Mannschaft von Antonio di Salvo gegen den Nachwuchs Griechenlands durch. Der Gastgeber hatte das Hinspiel in Deutschland gewonnen. Nun aber war die DFB-Elf in Athen das bessere Team und ging durch eben El Mala schon nach gut zehn Minuten in Führung. Nach einer Ecke landete der Ball am langen Pfosten bei dem FC-Profi. Der 19-Jährige fackelte nicht lang und zog aus der Drehung zum 1:0 ab und hatte anschließend Tränen in den Augen. Und das aus einem verständlichen Grund. „Ich hatte einen Verlust in den letzten Tagen. Meine Oma ist verstorben. Das Tor war für sie. Ich habe mich entschieden, bei den Jungs zu bleiben. Ich hoffe, ich habe meine Oma mit dem Tor da oben glücklich gemacht“, sagte der Stürmer nach dem Spiel bei ProSieben Maxx.
Griechenland spielte aber munter mit, kam auch zu Möglichkeiten, scheiterte aber an Keeper Mio Backhaus. El Mala fiel auch im zweiten Durchgang noch mit zwei weiteren guten Abschlüssen auf, brachte den Ball im Netz aber nicht unter. Ganz anders Anton Kade, der nach einer Ecke auf 2:0 erhöhte. Damit übernimmt die Mannschaft von Antonio di Salvo die Tabellenführung der Gruppe F – und das drei Spieltage vor Ende der Gruppenphase. Nur der Tabellenführer qualifiziert sich direkt, genauso wie der beste Gruppenzweite. Die weiteren Zweitplatzierten spielen in Playoffs die EM-Teilnahme aus.