Große Veränderungen will Timo Schultz im Duell gegen den VfB Stuttgart nicht vornehmen. Dass es welche gibt, steht aber bereits fest. Gibt Justin Diehl sein Startelf-Debüt?
>>>Update: die Aufstellung ist da<<< Überrascht Timo Schultz nochmal mit seiner Startelf des 1. FC Köln gegen Stuttgart oder greift der Trainer wieder auf weite Teile seiner vermeintlichen Stammaufstellung zurück? So könnte der FC gegen Stuttgart spielen.
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Die Bedeutung von Jeff Chabot sei für die Mannschaft mehr als nur eine sportliche, betonte Timo Schultz am Donnerstag und adelte den Abwehrspieler als den „heimlichen Chef“ des Teams. Der Kölner Coach machte auf der Pressekonferenz auch keinen Hehl daraus, dass der 26-Jährige am Samstag gegen den VfB Stuttgart wieder zurück in die Startelf rotiert. „Er tut der Mannschaft sehr sehr gut“, betonte Schultz und hob vor allem die Zweikampfstärke des Innenverteidigers hervor. Chabot wird bei den Schwaben aber nicht neben Timo Hübers spielen. Das Innenverteidiger-Duo ist erneut durch die Erkrankung von Hübers wie in den beiden Vorwochen wegen Krankheit und durch die Gelbsperre von Chabot gesprengt worden. Luca Kilian wird damit wohl wieder eine Chance bekommen.
Thiemann oder Diehl als Sturmspitze?
Während Max Finkgräfe auf der linken Abwehrseite auch weiterhin gesetzt ist, muss sich Schultz auf der rechten Seite zwischen Benno Schmitz und Rasmus Carstensen entscheiden. Der Routinier hatte zuletzt die Nase vorne. Während Schmitz die Defensive tatsächlich stabilisierte, war der Weg in die Offensive auf der Position ein seltener. Auf der Doppelsechs haben sich Eric Martel und Denis Huseinbasic festgespielt. Auch Florian Kainz wird trotz Formkrise wohl erneut beginnen. Faride Alidou wird mit großer Wahrscheinlichkeit keine Rolle spielen. Der Außenbahnspieler fehlte unter der Woche krankheitsbedingt.
Dennoch ist die Offensive nicht komplett gesetzt. Jan Thielmann wird ein Teil sein. Doch ob der 21-Jährige wieder als Spitze spielt, ist offen. Thielmann zeigte in den Schlussminuten gegen Bremen seine Stärken auf der rechten Außenbahn. Sollte sich Schultz für einen Startelf-Einsatz von Justin Diehl entscheiden, wäre der 19-Jährige ebenfalls eine Kandidat für die Spitze. Dass Diehl von Beginn an spielt, ist auch gar nicht so unwahrscheinlich. Schließlich hatte Schultz schon vor Wochen erklärt, wie nah der Youngster an der Startelf sei. Dann müsste sich der Coach wohl zwischen Linton Maina und Dejan Ljubicic für den verbliebenen freien Platz entscheiden.
Nach der 2:0 Niederlage in der Hinrunde folgt nun das Rückspiel gegen den VfB Stuttgart. Alles Wissenswerte rund um die Partie gibt es hier.
Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen den VfB geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Stuttgart.
Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und dem VfB Stuttgart?
Zum 106. Mal treffen der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart in Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz spricht knapp für die Geißböcke. Der FC gewann 41 der bisherigen Begegnungen, der VfB ging 38 Mal als Sieger vom Platz. 26 Spiele endeten Remis. Allerdings spricht die Torbilanz (170:162) für die Schwaben und der VfB hat acht der jüngsten elf Partien gewonnen.
Wer zeigt die Begegnung des 1. FC Köln bei Stuttgart im TV?
Das Spiel beginnt am Samstag um 15.30 Uhr. Die Begegnung wird daher bei Sky live übertragen. Zusammenfassungen gibt es wie immer unter anderem bei der Sportschau und im Sportstudio.
Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen Stuttgart?
Der liegt bereits mehr als 50 Jahre zurück. Im Januar 1973 setzte sich der FC 5:1 gegen den VfB durch. Zwar geriet Köln im ersten Durchgang nach einem Treffer von Manfred Weidmann in Rückstand. Der FC drehte im zweiten Abschnitt aber auf. Jupp Kapellmann (2), Ricardo-Horacio Neumann, Hannes Löhr und Heinz Flohe waren erfolgreich.
Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen Stuttgart?
Gefühlt kassierte der FC schon etliche herbe Klatschen gegen den VfB. Und der Eindruck täuscht nicht. Drei Mal unterlag Köln den Schwaben bereits mit fünf Toren Unterschied. Unvergessen das 1:6 1991 im eigenen Stadion. Im Kampf um die internationalen Plätze ging der FC im Müngersdorfer Stadion regelrecht unter. Fritz Walter und Karl Allgöwer trafen im ersten Abschnitt für den VfB. Michael Frontzeck (2), Matthias Sammer und Eyjolfur Sverrisson im zweiten. Für Köln traf Alfons Higl zum zwischenzeitlichen 1:3. Auch 1968 verlor der FC gegen Stuttgart 1:6, allerdings beim VfB. Zudem gab es ein 0:5 vor 37 Jahren.
Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen Stuttgart?
Zwölf Tore erzielte Hannes Löhr im Kölner Dress gegen den VfB Stuttgart, Klaus Allofs war sieben Mal erfolgreich. Für Stuttgart traf Karl Allgöwer sogar 13 Mal gegen den FC.
Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen Stuttgart?
Für die Geißböcke stand keiner so oft gegen Stuttgart auf dem Feld wie Pierre Littbarski. Der Weltmeister von 1990 bestritt 30 Spiele gegen den VfB. Auf der anderen Seite verfügt Karl Allgöwer mit 27 Einsätzen über die größte „FC-Erfahrung“.
Wie hoch liegen die Kaderwerte vom FC und von Stuttgart?
Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des 1. FC Köln auf gut 83 Millionen Euro. Der FC liegt damit im unteren Drittel der Liga. Stuttgarts Marktwert berechnet das Portal auf 143 Millionen Euro. Ex-FC-Profi Serhou Guirassy ist der wertvollste Stuttgarter mit rund 20 Millionen Euro. Beim FC ist Dejan Ljubicic der wertvollste Spieler mit 9 Millionen Euro.
Lange hatte sich der 1. FC Köln um die Dienste von Chris Führich bemüht und ihn 2017 nach Köln geholt. Der Youngster feierte auch sein Debüt bei den Geißböcken, wurde dann aber aussortiert. Beim VfB Stuttgart wurde Führich Leistungsträger und Nationalspieler.
Auch Steffen Baumgart hatte bei der Entwicklung des heute 26-Jährigen seinen Anteil, allerdings nicht beim FC. So entwickelte sich Chris Führich vom FC-Talent zum Nationalspieler.
Foto: Alexander Hassenstein/GettyImages
Die Gegner waren keine Geringeren als Thomas Müller, Franck Ribery und Robert Lewandowski – ausgerechnet gegen die Top-Namen der Liga, in der ausverkauften Allianz-Arena, fand im Dezember 2017 das Debüt statt. Gegen den FC Bayern München schmiss Stefan Ruthenbeck den 19-jährigen Chris Führich ins kalte Wasser. Ruthenbeck betonte später, er wolle den Außenbahnspieler gar nicht mehr hergeben. Es folgten die Startelf-Einsätze gegen Wolfsburg und im Pokal gegen den FC Schalke 04. Doch so schnell wie Ruthenbeck den Youngster aus dem Hut gezaubert hatte, so schnell war Führich auch wieder in der zweiten Mannschaft verschwunden. Der hochtalentierte Offensivspieler spielte fortan wieder Regionalliga. Und das bis 2019 unter André Pawlak. Obwohl der FC in dem Youngster ein großes Talent sah, das Tauziehen um ihn gewonnen und ihn aus der U19 von Oberhausen losgeeist hatte, gab es für Führich in Köln keine Perspektive.
Beim VfB zum Nationalspieler
Also zog der Youngster weiter, schloss sich Borussia Dortmund nahe seiner Heimat an und spielte auch dort in der Regionalliga West. Zwar stand der Außenbahnspieler auch dort einige Male im Profikader, einen Einsatz gab es beim BVB in der Bundesliga aber nicht. Ausgerechnet Steffen Baumgart formte aus Führich einen Profi. Der Ex-Trainer des FC holte den Angreifer nach Paderborn, machte ihn dort zum Stammspieler, entwickelte ihn weiter. In 37 Spielen erzielte Führich 14 Tore für die Ostwestfalen, bereitete acht weitere vor. Der Schritt zum VfB Stuttgart in die Bundesliga war folgerichtig. 2021 tauchten Gerüchte auf, dass auch der FC und Baumgart an einer Verpflichtung des schnellen Außenbahnspielers interessiert gewesen sein sollen – wohl viel heiße Luft. So oder so zog es den Ex-Kölner zu den Schwaben. Die wohl richtige Entscheidung.
Denn beim VfB avancierte der Angreifer zum Leistungsträger, wurde im vergangenen Oktober Nationalspieler. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, diesen Schritt geschafft zu haben, sehr schwer zu beschreiben. Es ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Ein Traum, den ich schon als Kind hatte“, sagte Führich, der im vergangenen Sommer auch auf dem Wunschzettel der Bayern gestanden haben soll. Auch Führich hat einen großen Anteil am Stuttgarter Erfolg. Vor drei Wochen verlängerte der 27-Jährige sein Vertrag beim VfB. Mittlerweile wird der Marktwert von dem Online-Portal transfermarkt.de auf 17 Millionen Euro geschätzt.
Leistungen geben Entscheidung recht
Wohl gemerkt ein Spieler, den die Geißböcke 2017 ziehen ließen, obwohl man zwischenzeitlich das Talent ausgemacht hatte. Auch wenn die Sachlage nun eine andere ist, droht dem FC aktuell mit Justin Diehl ein ganz ähnliches Szenario. Der Youngster hatte den Kölner Verantwortlichen im Sommer bekanntlich mitgeteilt, dass er seine Zukunft nicht in Köln sehe. Als Favorit gilt bei den interessierten Vereinen der VfB Stuttgart. Auch Meiko Wäschenbach war im vergangenen Sommer mit den Schwaben in Verbindung gebracht worden, genauso wie im Herbst Jeff Chabot. Führich betonte zuletzt, dass der Weg nach Stuttgart der richtige für ihn gewesen sei. Die aktuellen Leistungen geben dieser Aussage recht.
Bereits mehrfach hat Timo Schultz betont, dass es im Abstiegskampf auf die Routiniers ankommt, dabei setzt der Trainer Woche für Woche auf eine auffällig junge Mannschaft. Wer übernimmt denn jetzt die Verantwortung?
Setzt Timo Schultz am Samstag im Duell gegen den VfL Stuttgart auf erfahrene oder junge Spieler? Youngster oder Routinier: Wer übernimmt die Verantwortung beim 1. FC Köln?
Im Hinspiel stand er noch 90 Minuten auf dem Platz, zuletzt saß er mehr als 800 Minuten auf Tribüne oder Bank. Leart Pacarada spielte in den aktuellen Planungen von Timo Schultz zuletzt keine Rolle mehr. Obwohl der Linksverteidiger seit Anfang des Jahres eigentlich wieder fit ist, spielte der Nationalspieler des Kosovo unter dem neuen Trainer noch nicht eine Minute. Und das, obwohl Pacarada unter Schultz bei St. Pauli zum Kapitän wurde und Leistungsträger war. „Leart war zum Start hier verletzt und Max Finkgräfe hat seine Chance auch einfach genutzt“, erklärte Schultz am Donnerstag. „Max spielt hervorragend auf dieser Position und ist ein wesentlicher Teil unseres Spiels. Paca wird um seinen Platz kämpfen müssen.“
Finkgräfe vor Pacarada
Und der Kampf wird wohl kein einfacher. Tatsächlich führt aktuell kein Weg an Finkgräfe vorbei. Der Youngster ist seit Wochen einer der besten Kölner Feldspieler, wurde bereits von zahlreichen Experten wertgeschätzt, zuletzt sprach auch Ex-Coach Steffen Baumgart dem Youngster ein großes Lob aus. Dabei hatte Schultz – ähnlich wie auch Baumgart in der Hinrunde – gleich mehrfach betont, dass es im Abstiegskampf gerade auf die Routiniers ankommen wird. Entgegen dieser Aussage setzt der neue Coach aber Woche für Woche auf eine besonders junge Startelf. Eine Anfangsformation, die im Schnitt mehr als ein Jahr jünger als die von Steffen Baumgart ist.
Und die vergangenen Spieltage geben der Maßnahme recht. Max Finkgräfe und Justin Diehl teilen sich die Standards auf dem Feld auf, suchen am ehesten das Eins-gegen-eins, fallen am deutlichsten auf. Die beiden Youngsters übernehmen die Verantwortung auf dem Feld, die vielleicht von anderen Spielern erwartet wird. „Im Grunde genommen ist mir das egal, wer vorwärts geht, wer Aktionen hat, wer Verantwortung übernimmt. Letztendlich kann ich auch als junger Spieler bei Freistößen Verantwortung übernehmen“, sagt Schultz. „Es ist aber schon klar, dass man als älterer Spieler, der solche Situationen schon mehrfach erlebt hat, in kritischen Situationen auf und auch neben dem Platz, vielleicht ein bisschen Ruhe, klare Ansagen mit reinbringen kann. Das erwarten wir auch von unseren älteren Spielern.“
Schultz: “Er tut der Mannschaft sehr gut und ich bin froh, dass er wieder da ist”
Dennoch ist die aktuelle Verjüngung beim FC auffällig. Am Samstag käme auch das Startelf-Debüt von Justin Diehl wohl nicht sonderlich überraschend. Die Mannschaft wäre noch einmal deutlich jünger als bislang. Dabei findet Schultz aber ein gewisses Maß. So hatte beispielsweise Benno Schmitz in den vergangenen Spielern vor Rasmus Carstensen die Nase vorne. Besonders groß ist aber in das Vertrauen des „heimlichen Chefs“ Jeff Chabot. „Seine sportliche Bedeutung für uns kann jeder sehen”, sagte Schultz. „Er sorgt auf dem Platz und in der Kabine für Stimmung. Er tut der Mannschaft sehr gut und ich bin froh, dass er wieder da ist.”
Florian Kainz sah bereits wie einer der großen Gewinner des Trainerwechsels aus. Doch mittlerweile befindet sich der Kölner Kapitän wieder mitten in der Krise.
Am vergangenen Freitag wurde der Kölner Kapitän gegen Werder Bremen wieder vorzeitig vom Platz geholt. Das Arbeitszeugnis war überschaubar. Florian Kainz befindet sich weiterhin in der Krise.
Foto: Oliver Hardt/Getty Images
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Auch wenn das 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim zu Beginn des Jahres tabellarisch zu keinen großen Sprüngen verhalf, so hatte der erste Auftritt der Kölner Mannschaft unter neuem Trainer doch etwas hoffnungsvolles. Der FC war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, gab den Ton an und erspielte sich eigene Torchancen. Immerhin 45 Minuten lang zeigte der FC die bis dahin wohl beste Saisonleistung. Auch, weil Florian Kainz ein ganz anderer war. Der Kölner Kapitän gab nicht nur den Takt vor und lenkte die Begegnung, Kainz suchte das Eins-gegen-eins, die Pässe des Spielführers kamen an und der Mittelfeldspieler kreierte Chancen. Auch Kainz bot seine beste Leistung der gesamten Spielzeit, ehe er angeschlagen nach einer knappen Stunde das Feld verlassen musste. Mit seiner Auswechslung kippte die Begegnung.
Kainz erspielt kaum Torchancen
So hatte das Spiel viel von dem FC der vergangenen Spielzeit und der Kapitän viel vom Kainz der Vorsaison. Schultz hatte für den Mittelfelfspieler eine Position des „Freigeistes“ geschaffen. Der 31-Jährige blühte regelrecht auf, legte Selke die Kölner Führung auf und verbuchte damit den ersten Assist der laufenden Spielzeit. Die ordentlichen Leistungen des FC nach der 0:4-Pleite gegen Dortmund ließen auch den Kapitän gut aussehen, doch mehr als der Freistoß gegen Wolfsburg, den Faride Alidou zur Kölner Führung verwandelte sprang nicht heraus. Im Gegenteil, trotz viel Einsatz ist der Ertrag des 31-Jährigen in der Saison mehr als überschaubar. Drei Tore, eine Vorarbeit spiegeln den Verlauf der Kölner Saison wider. In der vergangenen Saison stand Kainz zum gleichen Zeitpunkt der Saison bei fünf Toren und sechs Vorlagen.
Zudem kreiert der Kölner Kapitän so gut wie keine Möglichkeiten. In der gesamten Saison sind es bislang zwei Großchancen. Am Ende der vergangenen Saison waren es nahezu 20, Kainz war damit einer der stärksten Mittelfeldspieler der Liga. Davon ist der 31-Jährige, aber auch der FC bislang weit entfernt. Die Kölner erzeugen so gut wie gar keine Gefahr. Am vergangenen Freitag kam der FC auf einen xGoals-Wert von 0,55, gegen Hoffenheim waren es sogar nur 0,17. Dabei ist Kainz durchaus engagiert, sucht die Zweikämpfe, sucht die Lücken für öffnende Pässe – gelingen will dem Mittelfeldspieler weiterhin wenig. So entlädt sich auch ab und an der Frust, wie gegen Landsmann Romano Schmid am Freitag, als der Kapitän unnötig die Gelbe Karte sah oder im Pokal gegen Lautern, als Kainz sich glatt Rot abholte.
Schultz hält an seinem Kapitän fest
Frustriert äußerte sich Kainz auch am vergangenen Freitag nach der Begegnung. „Sehr bitter, sehr enttäuschend, das ist ein Rückschlag. Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gezeigt. Wir haben viele Themen, die wir besprechen werden. Im Spiel mit dem Ball war es gerade in der ersten Halbzeit nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles investiert und sind leider nicht belohnt worden“, sagte der Kapitän. Timo Schultz hält auch weiterhin an dem 31-Jährigen fest, nimmt seinen Spielführer in Schutz. „Er lebt auch ein bisschen davon, dass wir es als Mannschaft schaffen, organisierter ins letzte Drittel zu kommen und ihn in Szene zu setzen, ihn immer wieder zwischen den Linien anzuspielen“, sagte der Trainer. Die nächste Chance dazu gibt es am Samstag.
Mit dem Duell gegen den VfB Stuttgart startet der FC am Samstag in die Hammer-Phase vor der Länderspielpause. Auf dem Papier sind die Vorzeichen klar vergeben. Doch der FC glaubt an seine Chance.
Eigentlich sind die Rollen vor der Begegnung klar verteilt, oder? Auf der Pressekonferenz zeigte sich Trainer Timo Schultz optimistisch in Bezug auf einen möglichen Erfolg bei den Schwaben. 1. FC Köln gegen den VfL Stuttgart – Diese Chancen hat der FC.
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Es lief bereits die Nachspielzeit als Wataru Endō Kölns finalen Traum von der Europa League beendete. Es war ohnehin nur noch ein theoretischer, schließlich spielte die Konkurrenz auch nicht so, wie man es sich FC-Fan erhofft hatte. Doch Endō nickte für den VfB zum 2:1-Erfolg ein, der FC war geschlagen, es blieb aber die süße Gewissheit vom internationalen Geschäft – immerhin der Conference League. Während der FC mit dem Gefühl-Mix nicht sonderlich viel anzufangen wusste, glich die Arena in Stuttgart einem Tollhaus. Der VfB hatte auf den letzten Zentimetern, eben in der Nachspielzeit, den direkten Klassenerhalt festgezurrt.
Stuttgart in der Favoritenrolle
Beim FC waren beim genauen Hinsehen in der Folgesaison bereits erste Risse in der heilen Baumgart-Welt zu erkennen. Unter anderem, weil die Kölner Lebensversicherung Anthony Modeste nicht nachbesetzt wurde, die Kölner Offensive beachtlich lahmte. Immerhin fingen andere Spieler die fehlende Torgefahr auf. Der VfB rüstete dagegen auf, verpflichtete nahezu ein Dutzend neuer Spieler, tat sich aber erneut schwer und musste in die schließlich doch erfolgreiche Relegation. Neun Monate später haben sich die Vorzeichen nicht nur verändert, sie haben sich komplett verkehrt und sogar noch mehr als das. Die Geißböcke befinden sich in einer der größten Krisen der Vereinsgeschichte, während der VfB Stuttgart von der Königsklasse träumt. Mit dem Einstieg von Porsche schwimmt der Club auch mittelfristig in ruhigen Fahrgewässern.
So sind auch die Rollen für die Begegnung am Samstag klar verteilt. Hier der VfB Stuttgart, der von den jüngsten fünf Begegnungen vier gewann und nur Spitzenreiter Bayer Leverkusen im DFB-Pokal insgesamt unglücklich unterlag und in diesem Zeitraum 15 Tore, also im Schnitt drei pro Spiel erzielte. Dort der 1. FC Köln, der in der gesamten Spielzeit erst drei Spiele gewinnen konnte und dabei ebenfalls 15 Tore erzielte.
Gerade die jüngsten beiden Begegnungen gegen Hoffenheim und Werder Bremen haben auch nicht den Eindruck vermittelt, als würde sich an dieser Bilanz schnell viel ändern. „Gerade unsere Bemühungen in der Offensive waren einfach nicht ausreichend, um uns Chancen zu erspielen“, sagte Timo Schultz. „Das war in den ersten drei, vier Spielen nach der Winterpause sehr gut.“ Auch, wenn die Kölner einen Hauch mehr Chancen besaßen, eine Potpourri der kreierten Chancen boten die Kölner nicht an. Erst recht nicht in den vergangenen beiden Spielen. „Das war einfach nicht ausreichend“, erkannte Schultz.
Schultz: „Wir können für jeden Gegner unangenehm sein, auch für Stuttgart“
Dennoch malt der Trainer vor der Begegnung gegen die Schwaben alles andere als Schwarz. Vor allem, weil er gute Ansätze in den bisherigen Begegnungen gesehen hat. „Was uns Hoffnung machen darf, ist dass wir in jedem Spiel, seitdem ich hier bin, mit dem Gegner auf Augenhöhe waren“, erklärte Schultz und hat damit noch nicht einmal gänzlich unrecht. Selbst beim 0:4 gegen Dortmund spielte der FC lange mit – genauso gegen Wolfsburg und Hoffenheim. In den Spielen gegen Frankfurt und auch teilweise gegen Heidenheim war Köln sogar das bessere Team. „Wenn wir am Limit sind, und das waren wir in den vergangenen beiden Spielen nicht, können wir jeden Gegner schlagen. Dann können wir extrem unangenehm sein für jeden Gegner, auch für den VfB Stuttgart.“
Schultz nimmt seine Spieler in die Pflicht
Dass der VfB verwundbar ist, haben schon andere Klubs in dieser Spielzeit bewiesen. Unter anderem feierten Bochum, Gladbach und Heidenheim, also im weiten Sinne Kölner Konkurrenten, Erfolge über den VfB. Auch Darmstadt spielte am vergangenen Wochenende lange gut gegen den VfB mit. „Am Ende hat Stuttgart aber trotz Unterzahl 2:0 gewonnen“, verdeutliche Timo Schultz, der ohnehin nur auf seine eigene Mannschaft blicken will. Dabei ist der Blick zum VfB ein durchaus interessanter. Stuttgart verfügt über das Top-Sturm-Duo der Liga. Serhou Guirassy und Deniz Undav erzielten in der Liga bereits 32 Tore und damit mehr als doppelt so viele wie die Kölner. Zwar fällt Undav gegen den FC aus, Stuttgart verfügt aber über weitere Offensivkräfte, die ständig für Torgefahr sorgen – unter anderem der Ex-Kölner Chris Führich – sowie über zahlreiche Neuverpflichtungen, die sich allesamt als Volltreffer erwiesen.
Dennoch nimmt Schultz seine Spieler gegen Stuttgart in die Pflicht. „Es ist auch eine Einstellungssache, häufiger ins Risiko zu gehen“, sagt der Trainer. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das besser machen werden.“
Nach der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen am vergangenen Freitag geht es am Samstag gegen Stuttgart wieder um drei Zähler. Am Donnerstag fand die obligatorische Pressekonferenz vor dem Spieltag statt.
Mit dem Duell beim VfB beginnt für den FC das Hammer-Programm bis zur Länderspielpause. Der 1. FC Köln spielt in den kommenden Wochen unter anderem gegen die Schwaben, Leverkusen und Leipzig. Das sagt Timo Schultz vor dem Stuttgart-Spiel.
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Nach der enttäuschenden 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen am vergangenen Freitag kann sich die kommende Aufgabe des 1. FC Köln sehen lassen. Die Geißböcke sind am samstag zu Gast beim VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Sky). Nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Spielzeit spielen die Schwaben in dieser Saison um die Teilnahme an der Königsklasse mit. Und das nicht ohne Grund. „Die Tabellenplatzierung sagt schon einiges über den Gegner aus“, betonte Timo Schultz am Donnerstag auf der Pressekonferenz. „Sie spielen einen guten Fußball, treten als Mannschaft auf. Sie arbeiten auch gegen den Ball kompakt nach vorne. Wir werden defensiv kompakt stehen müssen, um ihnen nicht zu viele Räume zu geben.“ Die defensive Stabilität ist weiterhin ein Thema bei den Geißböcken. Ein Thema, das sich seit dem Amtsantritt von Timo Schultz positiv entwickelt hat.
Optimistisch nach Stuttgart
Auch deswegen blickt Schultz optimistisch Richtung Duell am Samstag. „Was uns Hoffnung machen darf, ist dass wir in jedem Spiel, seitdem ich hier bin, mit dem Gegner auf Augenhöhe waren. Wir können jedes Spiel siegreich gestalten. Wenn wir am Limit sind, und das waren wir in den vergangenen beiden Spielen nicht, können wir jeden Gegner schlagen“, erklärte Schultz. „Dann können wir extrem unangenehm sein für jeden Gegner, auch für den VfB Stuttgart.“
Unangenehm war der FC gegen Werder Bremen aber eher selten. Die Kölner erspielten sich keine einzige zwingende Chance. „Gerade unsere Bemühungen in der Offensive waren einfach nicht ausreichend, um uns Chancen zu erspielen. Das war in den ersten drei, vier Spielen nach der Winterpause sehr gut“, sagte Schultz und verwies auf die Mängel in den Begegnungen gegen Hoffenheim und Bremen. „Das war einfach nicht ausreichend.“
Nur wenige Veränderungen
Zu viele Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche wird es beim FC wohl nicht geben. Jeff Chabot kehrt auf jeden Fall zurück in die Startelf. „Die sportliche Bedeutung kann jeder sehen“, sagte Schultz und betonte, dass der Abwehrspieler auch neben dem Platz, in der Kabine mit seiner Art und seinen Ansprachen ein wichtiger Teil der Mannschaft ist. „Er ist unser heimlicher Chef“, sagte Schultz.
Ob Faride Alidou nach seiner Erkrankung wieder zur Verfügung steht, sei eine 50:50-Entscheidung. Allerdings hat der Außenbahnspieler noch keine Trainingseinheit in dieser Woche absolviert. Sonst fehlen dem FC nur die Langzeitverletzten. Bei Mark Uth und Luca Waldschmidt ist eine schnelle Veränderung nicht in Sicht, bei Davie Selke schon. „Davie ist jetzt seit einer Woche wieder auf dem Trainingsplatz“, sagte Schultz. „Das sieht danach aus, dass er bereits vor der Länderspielpause wieder zurückkommt. Da gehen wir aber Schritt für Schritt.“ Damion Downs zog sich in der vergangenen Woche eine Gehirnerschütterung zu.
Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!
Am Samstag gibt es für den FC einmal mehr ein Wiedersehen mit Serhou Guirassy. Beim FC gelang dem Angreifer der Durchbruch nicht, beim VfB Stuttgart ist er mittlerweile unersetzlich.
Seine vergebene Chance gegen Werder Bremen 2017 wird den meisten Kölnern noch im Sinn sein. Serhou Guirassy überzeugte beim 1. FC Köln nur selten. Beim VfB Stuttgart startet der Stürmer dagegen durch. Serhou Guirassy: beim FC ausgemustert, beim VfB durchgestartet.
Nein, ein Goalgetter ist Dominique Heintz nun wirklich nicht. Aber an diesem Tag im Oktober vor gut sechs Jahren hatte sich der Innenverteidiger etwas vorgenommen. Mit einem schönen Schlenzer sorgte Heintz für den zwischenzeitlichen Ausgleich gegen den VfB Stuttgart. Dass der Innenverteidiger den Treffer erzielte, war angesichts seiner bisherigen Goalgetter-Qualitäten erstaunlich, dass das Torschießen aber generell ein Abwehrspieler übernehmen musste, dann doch wieder auch nicht.
Damals wie heute umgab den FC im Herbst 2017 eine gewisse Sturmflaute. Bis zu jenem achten Spieltag hatten in der Liga nur Offensivspieler Yuya Osako und Innenverteidiger Fredrik Sörensen für den FC getroffen. Gerade der Sturm wollte nicht in Fahrt kommen. Für einen kurzen Augenblick keimte die Hoffnung eines ersehnten Auswärtserfolgs auf, als Serhou Guirassy in der Nachspielzeit im Strafraum mit Dennis Aogo aneinanderstieß. Schiedsrichter Benjamin Cortus entschied auf Strafstoß, nahm diesen dann aber nach geschlagenen vier Minuten und Intervention des VARs wieder zurück – vermutlich eine richtige Entscheidung. Dennoch fiel nur wenige Sekunden später das 2:1 für den VfB, die Krise der Geißböcke setzte sich fort.
Serhou Guirassy strahlte beim 1. FC Köln kaum Torgefahr aus
Zu diesem Zeitpunkt stand Guirassy seit einem knappen Jahr beim FC im Kader. „Wir wollen ihn als jungen Spieler bei uns weiterentwickeln, wir glauben an sein Potenzial“, sagte der damalige Kölner Cheftrainer Peter Stöger, als Serhou Guirassy im Sommer 2016 seinen Vertrag bei den Geißböcken unterschrieb. Der Stürmer war damals zarte 20 Jahre alt, also im besten Entwicklungsalter, hatte zunächst Probleme mit dem Medizincheck und wurde dann für (damals wohl nicht sonderlich verwunderlich) fünf Jahre verpflichtet. 3,8 Millionen Euro soll das Talent, der damalige U20-Nationalspieler Frankreichs, gekostet haben. Der Wunsch des Entwickelns hielt sich für die Kölner aber in Grenzen.
Auch, weil der Offensivspieler oft verletzt war, sehr oft. Guirassy kam in zweieinhalb Jahren auf 45 Einsätze, erzielte in diesen neun Tore und bereitete zwei vor. Wirkliche Torgefahr strahlte der junge Stürmer zu Beginn der FC-Zeit nur selten aus, vielmehr fiel er in dieser Phase mit technischen Schwierigkeiten auf. So wie beim 0:0 gegen Werder Bremen im Oktober 2017. Eine flache Hereingabe von Tim Handwerker schoss der frei stehende Franzose erstaunlich weit über anstatt ins leere Tor. Erstaunlich, weil er eigentlich nur einen Meter vom Kasten entfernt stand und Werder-Keeper Jiri Pavlenka längst geschlagen war. Zu wenig Entwicklung für den FC, vielleicht auch eine zu langsame für den ambitionierten Aufstiegskandidaten. Bestimmt auch, weil sein späterer Trainer Markus Anfang in ihm eher einen Außenspieler als einen Stürmer sah.
Guirassy wird zur Stuttgarter Lebensversicherung
Denn die Spitze war mit Simon Terodde und Jhon Cordoba gesetzt, die Rückkehr von Anthony Modeste wohl nur noch eine Formsache. Der Franzose war bereits in Köln, wartete noch auf die Spielgenehmigung. Der FC suchte einen Abnehmer für Guirassy und fand ihn beim SC Amiens. „Dieser Wechsel ist für beide Seiten eine gute Lösung. Serhou ist ein junger, talentierter Spieler, der für seine Entwicklung regelmäßige Spielpraxis benötigt. Die können wir ihm derzeit nicht bieten“, hieß es damals von Kölner Seiten. Worte, die ebenfalls von Christian Keller hätten stammen können, aber von Armin Veh, dem damaligen Sportdirektor ausgesprochen wurden. Zur guten Lösung wurde die Leihe in erster Linie allerdings für Amiens.
Denn die Vertragspartner hatten eine Kaufpflicht in dem Kontrakt verankert, die im Falle des Klassenerhalts der Franzosen greifen würde. So musste der SC den Stürmer verpflichten. Sechs Millionen Euro brachte der Verkauf den Geißböcken und damit nicht einmal die Hälfte von dem, was die Franzosen für den Stürmer einstrichen. Denn nach anderthalb Jahren und neun Saisontoren wechselte der Stürmer zu Stade Rennes, für 15 Millionen Euro. Bis heute ist nicht vollends geklärt, ob die Kölner noch einmal mit verdienten. Auf eine ordentliche Spielzeit 20/21 folgte eine durchwachsene beim französischen Erstligisten. Die Leihe zum VfB Stuttgart wurde möglich. Der schlaksige Stürmer sollte die Nachfolge von Sasa Kalajdzic antreten, wurde aber so viel mehr. Mit elf Toren in 22 Spielen war Guirassy plötzlich die Lebensversicherung der Schwaben.
Interesse aus Europa
Und diese ließ sich der VfB nicht nur in diesem Sommer als Kaufoption rund neun Millionen Euro kosten. Dem Vernehmen nach wurde mit der Unterschrift das Gehalt ordentlich in die Höhe geschraubt. So sehr, dass die ersten namhaften interessierten Klubs erschrocken das Portemonnaie wieder geschlossen haben. Mittlerweile hat Guirassy 18 Tore in der Liga erzielt, den VfB damit in den Bereich eines Champions-League-Anwärters geschossen. Schon jetzt haben die Schwaben mehr Punkte und mehr Tore auf dem Konto als in der gesamten vergangenen Spielzeit.
Guirassy hat mehr Tore erzielt als der gesamte Profikader des FC. Der Angreifer trifft aus der Distanz, mit dem Kopf und als Abstauber. Der 27-Jährige hat mittlerweile ein beeindruckendes Stellungsspiel, aktuell ein Gespür für die richtigen Laufwege und findet immer wieder die Räume, um zu Chancen zu gelangen. Dabei initiiert er diese auch selber, tritt als Torschussvorlagengeber in Erscheinung. Er ist stark im Eins-gegen-eins, das er auch immer wieder sucht und absolviert erstaunlich viele Sprints. In den vergangenen Jahren hat der Stürmer zudem massiv an seiner Physis gearbeitet. Der junge Franzose verkörpert genau das, was dem FC aktuell so bitter fehlt.
Die Entwicklung war so nicht abzusehen
Gemeinsam mit Deniz Undav, der gegen den FC verletzt ausfällt, bildet Guirassy das gefährlichste Sturm-Duo der Liga. Wieder einmal ließen die Kölner einen jungen Spieler gehen, der nun an anderer Stelle durchstartet. Hat der FC bei diesem Transfer also alles falsch gemacht? Sicher nicht. Auch, wenn es den Anschein macht, als habe der FC einmal mehr Millionen in den Wind gesetzt. Dabei schlägt nicht jeder junger Spieler ein. Als der FC Guirassy ziehen ließ, war die heutige Entwicklung beim besten Willen nicht abzusehen. Und auch in der Folgezeit in Frankreich war der Stürmer kein schlechter Spieler, aber bislang eben bei keiner Station ein überragender. Nicht umsonst konnte der VfB Guirassy problemlos ausleihen. Rennes hatte damals für knapp 50 Millionen Euro zwei Angreifer verpflichtet, Guirassy drohte die Bank, wenig Einsatzzeit – nur noch die Rolle des Jokers.
Beim FC vermisst man einen Stürmer wie Guirassy in dieser Saison mehr denn je. Aktuell fehlt die Fantasie, wer beim FC am Samstag gegen den VfB die Tore schießen soll. Vielleicht nimmt sich Dominique Heintz mal wieder ein Herz.
Der DFB hat den 1. FC Köln zu zwei weiteren Geldstrafen in einer Gesamthöhe von 46.000 Euro belegt. Das teilte der Verband am Mittwoch mit.
Der 1. FC Köln muss für das Vergehen einzelner Fans ein weiteres Mal in die Tasche greifen. Für Vergehen im Oktober und November hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nun die Strafe ausgesprochen. Der DFB verhängt somit erneut eine Strafe gegen den 1. FC Köln.
Foto: Christian Kaspar-Bartke
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den FC in zwei Fällen wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit zwei Geldstrafen in Gesamthöhe von 46.000 Euro belegt. Davon kann der FC rund 15.000 Euro für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden. Laut DFB haben im Spiel gegen Bayer Leverkusen im Oktober Kölner Anhänger Becher, Feuerzeuge und Münzen in den Innenraum geworfen. Einer der Schiedsrichter-Assistenten sei dabei von einigen Münzen an Kopf und Rücken getroffen worden sein. Der FC hatte die Begegnung damals 0:3 verloren.
Keller: Die Geldstrafe trifft den FC hart
Zudem habe eine größere Anzahl von Kölner Anhängern vor Beginn des Bundesligaspiels beim VfL Bochum versucht, den Einlassbereich zu stürmen. Die Polizei musste daraufhin den Ordnungsdienst unterstützen. Es sei zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Darüber hinaus habe ein Kölner Zuschauer einen Böller in den Innenraum geworfen. Ende Januar waren die Kölner bereits zu einer Strafe von 7.000 Euro für Fehlverhalten im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern verdonnert worden. Im Dezember hatte der DFB die Geißböcke mit einer Rekordstrafe in Höhe von fast 600.000 Euro belegt, die Strafe aber später auf 433.000 Euro reduziert.
Dennoch kommen die Kölner mittlerweile auf Strafen in einer Gesamthöhe von mehr als einer halben Millionen Euro. Die Tabelle der verhängten Strafe führt der FC damit an und zwar deutlich. Auf Rang zwei folgte Werder Bremen mit etwas mehr als 200.000. Der 1. FC Heidenheim musste erst 1000 Euro Strafe bezahlen. Und den Kölnern droht noch weiteres Ungemach. Beim 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt brannten Kölner Ultras in der Südkurve wieder Pyro- und Feuerwerkskörper ab.
Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!
Der 1. FC Köln und Berater Jörg Jakobs gehen getrennte Wege. Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Die Kündigung sei Teil der Aufarbeitung der Transfersperre, heißt es vom Verein.
Der 1. FC Köln trennt sich von Berater Jörg Jakobs. Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Demnach würde das Kölner Präsidium die Dienstleistung nicht mehr in Anspruch nehmen.
Unmittelbar vor Weihnachten erhielt der 1. FC Köln die Hiobsbotschaft, die Bestätigung der Transfersperre. Entgegen des Kölner Optimismus bestätigte der internationale Sportgerichtshof die von der FIFA verhängte Strafe in voller Länge. Die Kölner dürfen bekanntlich über zwei Transferperioden keine neuen Spieler verpflichten. Der FC steht vor einer der größten Herausforderungen der Vereinsgeschichte. Kein Wunder, dass erst im Januar die Mitglieder auf dem FC-Stammtisch Antworten forderten. Antworten auf die Frage, wie es überhaupt zu der Transfersperre hat kommen können. Damals versprachen die FC-Bosse den Kölner Fans Aufklärung. Eine diskutierte Aussage, denn nach dem Vernehmen der Fans, hätten die Beteiligten doch eigentlich nach einem monatelangen Rechtstreit über alle Einzelheiten Bescheid wissen müssen.
Werner Wolf: „Die Kündigung ist Teil der Aufarbeitung der Transfersperre“
Nun gibt es einen ersten Schritt. Wie der Verein am Mittwochnachmittag mitteilt, ist Jörg Jakobs nicht mehr Berater des Kölner Präsidiums. „Die Kündigung ist Teil der Aufarbeitung der Transfersperre, die gegen den 1. FC Köln verhängt wurde. Die Rolle von Jörg Jakobs in dem Transfer um Jaka Cuber Potocnik, bei dem er die damalige Geschäftsführung der 1. FC Köln GmbH & Co KGaA beriet, lässt eine weitere Zusammenarbeit als sportlicher Berater des Vorstands aus unserer Sicht nicht zu. Auch wenn uns dieser Schritt sehr schwerfiel, nach dem wir mit Jörg sehr lange erfolgreich zusammengearbeitet haben“, wird Präsident Dr. Werner Wolf in der Meldung zitiert. Wolf selbst hatte auf dem Mitgliederstammtisch einige Fragen nicht beantworten können.
Jaka Potocnik hatte bei seinem Ex-Verein Olimpija Ljubljana gekündigt und am Folgetag einen neuen Kontrakt bei den Geißböcken unterschrieben. Die FIFA sah darin den Verdacht einer Anstiftung zum Vertragsbruch. „Wir kennen keine Hinweise, dass der FC schon vorher mit dem Spieler in Kontakt war“, hatte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff auf dem FC-Stammtisch gesagt. „Das haben wir dokumentiert und formuliert. Sonst wäre das Risiko überwältigend gewesen.“ Erst auf diverse Nachfragen räumten die Kölner Verantwortlichen mehr ein. „Das war nicht aus heiterem Himmel. Jörg Jakobs kannte den Spieler vorher schon, es gibt auch einen engen Kontakt von Jörg Jakobs aus seinen Zeiten bei Alemannia Aachen, der den slowenischen Markt gut kennt. Deswegen hatten wir ein klares Bild und konnten der Einschätzung vertrauen, dass es sich um einen guten Spieler handelt“, sagte Türoff.
Aus dem CAS-Urteil geht hervor, dass Potocniks Berater Goran Sukalo bereits im Dezember 2021 einen Kontakt zu Jörg Jakobs gesucht hat. Involviert war beim Potocnik-Transfer neben Berater Jakobs auch Ex-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Die Aufarbeitung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. „Die genauen Umstände rund um den Transfer des slowenischen Fußballtalents werden gegenwärtig aufgearbeitet. Die Ergebnisse sollen in wenigen Wochen vorgestellt werden“, heißt es weiter von Seiten des FC.