Wie wahrscheinlich sind Wintertransfers?

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Wie wahrscheinlich sind Wintertransfers?

FC-Trainer Steffen Baumgart sprach auf der Pressekonferenz am Donnerstag ungewohnt offen über mögliche Nachbesserungen am Kader. Dazu müssen aber einige aktuelle Ungereimtheiten geklärt sein.

Bessert der 1. FC Köln wirklich noch einmal in Sachen Kader nach? In diese Richtung ging jedenfalls ein Kommentar von Steffen Baumgart am Donnerstag auf der Pressekonferenz. Wie wahrscheinlich sind Wintertransfers beim FC?

Im vergangenen Winter bewiesen die Kölner Verantwortlichen ein glückliches Händchen, als sie auf ihre Sturmflaute mit der Verpflichtung von Davie Selke reagierten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schlug der Stürmer ein, erzielte fünf Tore und gehört auch in dieser Saison zu den großen Hoffnungsträgern beim FC. Allerdings scheinen sich bei den Geißböcken auch in dieser Spielzeit Lücken aufzutun, auf die der FC womöglich reagieren will. Nach vier Spieltagen kommen die Kölner auf einen Punkt, befinden sich laut FC-Trainer Steffen Baumgart im Abstiegskampf. Vielleicht äußerte sich der Kölner Trainer auch deswegen ungewohnt offen zu möglichen Neuverpflichtungen. „Ich weiß, wo wir jetzt schon gucken, wo wir uns verbessern müssen. Wir sind jetzt schon am arbeiten“, sagte der 51-Jährige am Donnerstag. „Ich weiß, was wir im Winter vorhaben.“ Noch vor wenigen Wochen hatten die Kölner Verantwortlichen Neuverpflichtungen für den Sommer ausgeschlossen. Nun scheint sich die Meinung doch geändert zu haben.

Reagiert der FC auf die Verletzungen?

Vor allem durch die Verletzungen von Eric Martel und Mathias Olesen tut sich aktuell eine Lücke auf der Doppelsechs auf. Dejan Ljubicic ist gesetzt, dahinter hat Jacob Christensen noch nicht die Form auf einen Stammplatz und auch hinter Denis Huseinbasic steht ein Fragezeichen, zumindest betonte Baumgart, dass man mit dem Youngster auch noch arbeiten müsse. Dejan Ljubicic darf sich zurzeit jedenfalls nicht auch noch verletzen, dann hat der FC eine Lücke, die er nicht stopfen kann. Durch die anfängliche Verletzungsanfälligkeit von Davie Selke wurde auch fleißig über einen Angreifer diskutiert. Das allerdings schon vor dem Deadline Day. Sportdirektor Christian Keller hatte damals betont, man vertraue trotz der Verletzung von Selke dem Kader. Eine weitere Verpflichtung, die dem FC hätte weiterhelfen können, habe es nicht gegeben. Zumindest nicht für den Preis und nicht mit Interesse. Anfragen soll es dem Vernehmen von Kölner Seite schon gegeben haben.

Nun also die Kehrtwende? Fakt ist: die Situation hat sich aus Kölner Sicht in Hinblick auf den Winter auf dem Transfermarkt im Vergleich zum Sommer nicht wirklich verbessert. Nach wie vor hängt das Damoklesschwert Transfersperre über dem FC. Nach wie vor ist also unklar, ob die Kölner im Winter Spieler verpflichten können. Das macht frühzeitige Gespräche mit potenziellen Neuzugängen ähnlich wie im Frühling nicht gerade leicht. Eine feste Zusage können die FC-Verantwortlichen möglichen Neuzugängen jedenfalls nicht geben. Nun ist der Markt sicherlich nicht so umkämpft wie im Sommer, dennoch werden sich auch andere Vereine nach weiteren Verstärkungen umschauen.

Wann fällt das Urteil?

Das Urteil des internationalen Gerichtshof (CAS) wird erst in den kommenden Monaten, Experten rechnen mit zwei bis vier, fallen. Sportrechtler wie Dr. Georg Reiter rechnen mit einer Reduktion der Sperre. Diese würde nach dem Urteil greifen. Dass der FC überhaupt einen Spieler wird verpflichten können, ist mindestens offen, vielleicht sogar unwahrscheinlich. „Ich kann das Urteil nicht beeinflussen“, sagte Baumgart. „Sollten wir die Möglichkeit haben, etwas zu machen, dann machen wir etwas.“ Sollte das Urteil erst im Januar fallen, würde der FC in der Wintertransferperiode wohl neue Spieler verpflichten dürfen. Je nach Urteil auch müssen, denn im Sommer wären Neuverpflichtungen dann eventuell nicht mehr möglich.

Allerdings hat sich die Grundvoraussetzung bei den Kölnern nicht verändert. Die finanzielle Situation der Geißböcke ist bekannt. Diese macht die Suche nach neuen Spielern auch nicht leichter. Zudem muss sich der passende, günstige Spieler einen Wechsel zu den bislang punktarmen Kölnern auch vorstellen können. Und so wäre die Suche nach vertragslosen Spielern eine mögliche Lösung. Der Markt ist aber überschaubar, eine Notkauf eine Option, wenn auch eine unwahrscheinliche.

 

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Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Bremen

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Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Bremen

Ein Punkt aus vier Spielen lautet die überschaubare des FC in der bisherigen Saison. Nun folgt das Auswärtsspiel bei Werder Bremen. Alles Wissenswerte rund um die Partie gibt es hier.

Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen Werder geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Bremen.

Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen?

108-mal trafen der 1. FC Köln und Werder Bremen bislang in Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz ist komplett ausgeglichen. Beide Teams feierten 39 Siege, zudem gab es 30 Remis. Die Torbilanz spricht mit 181:173 knapp für den FC. 98 dieser Partien fanden in der Bundesliga statt. Auch da ist die Bilanz äußerst knapp. 36 Kölner Siege stehen 35 Werder Erfolgen gegenüber. Vor neun Jahren hat Köln das letzte Mal bei Bremen gewonnen. Das Spiel endete 1:0, Torschütze war Anthony Ujah.

Wer zeigt die Begegnung des 1. FC Köln bei Bremen im TV?

Das Spiel beginnt am Samstag um 18.30 Uhr. Die Begegnung wird daher als Topspiel bei Sky live übertragen. Zusammenfassungen gibt es wie immer unter anderem bei der Sportschau und im Sportstudio.

Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen Bremen?

Das ist noch nicht einmal ein Jahr her. Anfang des Jahres feierte die Kölner den 7:1-Erfolg über Werder. Steffen Tigges schnürte einen Doppelpack, traf aus gut 40 Metern. Auch Ellyes Skhiri erzielte zwei Tore. Ebenfalls erfolgreich waren für Köln Denis Huseinbasic und Linton Maina. Bremens Marco Friedl traf ins eigene Netz, Nicklas Füllkrug ins gegnerische. 1977 setzten sich die Kölner schon einmal mit sieben Toren durch, allerdings traf Bremen zwei Mal.

Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen Bremen?

Die 0:6-Niederlage 2006 war aus doppelter Sicht bitter. Nicht nur, dass die Bremer dem FC ein halbes Dutzend einschenkten, der FC stand nach der Begegnung als Absteiger fest. Miro Klose, Ovan Klasnic und Tim Borowski trafen alle drei doppelt.

Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen Bremen?

Die meisten Tore im Kölner Dress gegen Werder Bremen erzielte Dieter Müller. Das Kölner Angreifer war elf Mal erfolgreich. Auf der anderen Seite traf Frank Neubarth acht Mal für Bremen.

Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen Bremen?

Hannes Löhr trug das Kölner Trikot 14-mal in Begegnungen gegen Bremen. Frank Neubarth und Horst-Dieter Höttges liefen für Hoffenheim acht mal gegen Köln auf.

Wie hoch liegen die Kaderwerte vom FC und von Bremen?

Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des 1. FC Köln auf gut 69.3 Millionen Euro. Der FC liegt damit im unteren Drittel der Liga. Bremens Marktwert berechnet das Portal auf 87 Millionen Euro. Naby Deco Keïta ist der wertvollste Bremer mit rund 19 Millionen Euro. Beim FC ist Dejan Ljubicic der wertvollste Spieler mit 8.7 Millionen Euro.

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FC mit Doppelspitze oder Doppelsechs?

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FC mit Doppelspitze oder Doppelsechs?

Wie bereits in der Vorwoche feilt FC-Trainer Steffen Baumgart auch für die Begegnung gegen Bremen noch an der Aufstellung. Vor allem die taktische Ausrichtung scheint noch offen zu sein.

Durch die Gelb-Rote Karte von Rasmus Carstensen ist FC-Trainer Steffen Baumgart wieder zu einer Rotation in der Mannschaft gezwungen. Klar ist: Luca Waldschmidt wird definitiv beginnen. Die Frage stellt sich für den Trainer eher in der Taktik: Spielt der FC mit Doppelspitze oder Doppelsechs?

Auch im Spiel zwei nach der Verletzung von Eric Martel hat eben jene Auswirkungen auf die Planungen von Steffen Baumgart. Schon in der vergangenen Woche suchte der Kölner Trainer offenbar lange nach der passenden Formation, die er gegen Hoffenheim auf das Feld schicken wollte. Zumindest gab der Trainer auf der obligatorischen Pressekonferenz im Vorfeld der Begegnung für seine Verhältnisse doch wenig Konkretes preis – weder über die Aufstellung noch über die taktische Ausrichtung. Im Gegenteil: Baumgart betonte, er sei sich über die Startformation noch nicht sicher, die taktische Ausrichtung noch nicht gefunden. Vor dem Spiel gegen Bremen stehen zwar schon deutlich mehr Personalien fest, so wird Luca Waldschmidt definitiv für den gesperrten Rasmus Carstensen beginnen, die taktische Formation ist aber noch nicht gefunden. Baumgart schwankt zwischen der Doppelspitze und der Doppelsechs.

Huseinbasic mit durchwachsener Leistung, aber guten Werten

„Entweder wir spielen mit einem Sechser und der Doppelspitze oder mit der Doppelsechs und nur einer Spitze“, sagte der FC-Coach und schob die möglichen Formationen das 4-1-3-2 oder das 4-2-3-1 hinter her. In die Überlegung des Kölner Trainers werden gleich mehrere Faktoren einspielen. Unter anderem die dringende personelle Suche. Durch die Ausfälle von Eric Martel und Mathias Olesen bleiben noch Denis Huseinbasic und Jacob Christensen für die Rolle neben Dejan Ljubicic. Bei Christensen wird der Kölner Trainer nicht müde zu betonen, dass die Neuverpflichtung einfach noch nicht so weit sei. Dem Dänen fehle es an einem der Hauptelemente des Kölner Spiels, der hohen Intensität.

Denis Huseinbasic ist deutlich weiter. Doch auch zu dem Shootingstar der vergangenen Saison hatte Baumgart noch vor einer Woche gesagt, dass man an ihm arbeite. Huseinbasic kam gegen Hoffenheim doch von Beginn an zum Einsatz, seine Leistung war durchwachsen. Der Youngster legte Florian Grillitsch das 0:2 unfreiwillig auf, kämpfte sich aber zurück ins Spiel und bereitete schließlich das 1:3 vor. Zwar erwischte der 22-Jährige nicht seinen besten Tag, aber sicherlich auch nicht seinen schlechtesten. Huseinbasic spielte genau zwei Fehlpässe, wenn auch einen fatalen, gewann im Schnitt zwei von drei Zweikämpfen und damit prozentual deutlich mehr als Dejan Ljubicic. Allerdings war der Youngster auch bei Weitem nicht so präsent wie der österreichische Nationalspieler. Ob Baumgart ihn auch gegen Bremen in die Startelf setzt, ist offen. Immerhin bescheinigte der Trainer seinem Mittelfeldspieler, bis zu dem Patzer ein gutes Spiel gemacht zu haben.

Mit Tigges gegen Bremen?

Für die Doppelspitze spricht aber auch die defensive Anfälligkeit des Gegners. Wie in der Vorsaison hat Bremen auch in dieser Spielzeit verhältnismäßig viele Tore kassiert. Gegen die Bayern und gegen Heidenheim waren es jeweils vier. Gegen den Drittligisten Viktoria Köln im Pokal immerhin drei, wenn auch in Unterzahl. Gut möglich, dass Baumgart darin eine Chance sieht und auf zwei Stoßstürmer setzt. Dann würde die Wahl wohl auf Bremen-Schreck Steffen Tigges fallen. Der 25-Jährige kommt auf vier Torbeteiligungen in den vergangenen beiden Spielen gegen Werder. Allerdings fehlte Tigges nach seiner langen Verletzungspause zuletzt die Bindung zum Spiel, trotz seines hohen Aufwands. Allerdings hat der FC bei den bisherigen Versuchen einer Doppelspitze unter Baumgart nur selten Durchschlagskraft entwickelt.

Sicher ist dagegen der Einsatz von Luca Waldschmidt. Der Neuzugang hatte in der vergangenen Woche zunächst auf der Bank Platz genommen. Für das Spiel gegen Bremen hat Baumgart ihm die Einsatzgarantie ausgesprochen und das mit großer Wahrscheinlichkeit neben Florian Kainz. Bislang kommt der vermeintliche Königstransfer der Kölner auf einen Treffer. In der Vorbereitung zeigte Waldschmidt, worauf sich die Kölner freuen können, in den Pflichtspielen konnte der ehemalige Nationalspieler an diese Leistungen bislang jedoch nicht anknüpfen. Dabei macht auch Waldschmidt das Spiel der Kölner variabler. Ob Waldschmidt über die linke Seite oder im Zentrum spielt, ist offen, könnte aber eng mit einer Frage verbunden sein: der nach der Doppelspitze oder Doppelsechs.

 

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Diskrepanz zwischen Leistung und Ergebnis: Das sagen die Verantwortlichen des 1. FC Köln

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Diskrepanz zwischen Leistung und Ergebnis: Das sagen die Verantwortlichen des 1. FC Köln

Glaubt man den Kölner Verantwortlichen liegt zwischen Leistung und Ergebnis beim FC eine große Kluft. Dabei hatte Christian Keller vor der Saison noch gesagt, dass der FC sich an den Leistungen orientieren soll.

Nach vier Spieltagen steht der 1. FC Köln noch ohne Sieg, mit nur einem Punkt da. Zu wenig für den Kölner Trainer, der die Leistung seiner Mannschaft gut einschätzt. Am Ende wird die Leistung alleine nicht reichen. So sieht der FC die Diskrepanz zwischen Leistung und Ergebnis

Das erste Pflichtspiel der Saison war noch nicht gespielt, da gab Christian Keller bereits eine erste Marschroute, eine Idee des Kölner Fußballs vor. Der Sportdirektor vermied auf dem Rheinischen Bundesliga-Gipfel der „Rheinischen Post“ ganz bewusst eine Prognose, einen Tabellenplatz als Saisonziel, das würde er nie machen. Vielmehr sei es „sehr sehr gut, wenn wir in Leistungszielen denken und nicht so sehr in Ergebniszielen“, sagte Keller. „Wenn du deine Leistungsziele erreichst, dann ist meistens das Ergebnis ein Folgeeffekt.“ Meistens. Aber auch nicht immer. Noch nicht. Denn die Wahrheit sieht beim FC aktuell anders aus. Ganz anders. Vier Spiele, ein Punkt lautet die nackte Ergebnisbilanz, glaubt man den Kölner Verantwortlichen stimmt die Leistung aber. „Von den vier Spielen haben wir keines wirklich schlecht gespielt, aus meiner Sicht hätten wir in allen Spielen andere Ergebnisse einfahren können“, erklärte Steffen Baumgart am vergangenen Dienstag, schob dann aber hinter her: „Trotzdem haben wir es nicht gemacht.“

Baumgart: „Ich sehe keine Krisenstimmung“

Bei den Leistungen, die der FC vor allem gegen Dortmund und Hoffenheim gebracht hat, blieb der von Christian Keller erhoffte Folgeeffekt also aus. Ausgerechnet beim eher schwachen Auftritt gegen Frankfurt punkteten die Kölner das erste und bislang einzige Mal in der laufenden Spielzeit. Dennoch machen vor allem die guten Auftritte Hoffnung – auch bei Trainer und Spielern. „Wenn wir den Weg so weitergehen, werden wir auch in naher Zukunft wieder punkten“, sagte Davie Selke am Samstag nach der Niederlage gegen Hoffenheim. Dabei ist der Kölner Coach weit davon entfernt, die Situation schön zu reden. Er weiß um die Bedrohung, die Ausgangslage. „Ich habe den Abstiegskampf nicht ausgerufen, wir stecken bereits mitten drin“, sagte der 51-Jährige bereits nach dem vierten Spieltag. Doch deswegen befinde sich der FC noch lange nicht in einer Krise. „Wenn ich sehe, wie die Jungs miteinander umgehen und wie die Stimmung bei den Mitarbeitern ist, sehe ich keine Krisenstimmung“, sagte Baumgart.

Die Marschroute erinnert ein wenig an einen legendären Ausspruch von Torwart-Legende Oliver Kahn. Weitermachen, immer weiter, lautet das Motto der Kölner. „Wir werden aber in den kommenden Wochen komplett bei uns bleiben“, sagt Baumgart. „Es geht nur mit der eigenen Klarheit. Wir werden das, was wir haben, in die Waagschale werfen. Das sind gute Jungs. Wir sollten uns an das klammern, was wir können.“ Das heißt hohe Intensität, offensive Ausrichtung und „den Gegner stressen – in jeder Situation“. Dass die Leistung in diesen Bereichen stimmt, zeigen die Zahlen. Der FC schlägt auch in dieser Saison die meisten Flanken, gehört wieder zu den Klubs mit den meisten intensiven Läufen, den meisten Sprints und der höchsten Laufleistung. Dazu haben die Kölner auch die drittmeisten Zweikämpfe gewonnen, einzig Bremen und Mainz sind in dieser Statistik besser.

Die Leistung stimmt, jetzt fehlt noch der Folgeeffekt

Baumgart glaubt an diese Tugenden, an den Weg, den er mit dem FC in den vergangenen beiden Spielzeiten eingeschlagen hat. Und er ist sich sicher, dass es auch bald wieder bessere Zeiten geben wird. „Wir haben mit der Mannschaft ja schon einmal einen Platz erreicht, den uns keiner zugetraut hat“, sagte Baumgart und erinnerte an die Spielzeit nach der knappen Rettung, als Baumgart zunächst den zwölften Tabellenplatz als Saisonziel ausgab, dafür belächelt wurde und schließlich die Conference League erreichte. „Nur, weil wir aktuell 16. sind, heißt das doch nicht, dass wir nicht wieder nach oben klettern können.“ Nein, im Gegenteil. Baumgart will in den kommenden ein, zwei Jahren mit dem FC noch einiges erreichen. „Ich sehe, wie die Jungs arbeiten, mit welchem Spaß wir alle dabei sind. Ich glaube, das hilft am Ende schon.“

Am Ende werden dem FC nur Punkte helfen, unabhängig von der Leistung. Es zählen eben doch die Ergebnisse. Das weiß natürlich auch Baumgart. Das weiß natürlich auch Keller. Das Motto kann also nur heißen, weiter Leistung bringen, dann wird das Ergebnis irgendwann der Folgeeffekt werden.

 

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Pressekonferenz beim FC: Das sagt Baumgart zu Bremen und seinem Personal

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Pressekonferenz beim FC: Das sagt Baumgart zu Bremen und seinem Personal

Vier Spiele, ein Punkt. Das soll sich am Samstagabend im Spiel gegen Werder Bremen ändern. Auf der Pressekonferenz äußerte sich Steffen Baumgart zum Gegner und seinem Personal.

Nach der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim steht am kommenden Samstag das Auswärtsspiel in Bremen auf dem Spielplan. Der FC ist zu Gast bei Werder. Das sagt Steffen Baumgart zu Bremen und dem Personal.

Die Bilanz der bisherigen Saison ist für den 1. FC Köln alles andere als erfreulich. Ein Punkt aus vier Spielen, der Relegationsplatz. Nicht ohne Grund sprach Steffen Baumgart unter der Woche vom Abstiegskampf. „Ich habe den Abstiegskampf nicht ausgerufen, wir stecken schon mitten drin“, wiederholte der Kölner Trainer auf der Pressekonferenz am Donnerstagmittag. „Wir wissen schon, in welcher Situation wir sind. Wenn wir die Jungs sehen, sind wir weit von einer Krise entfernt“, fügte Baumgart aber noch hinzu. Die Situation ist bedrohlich, aber kein Grund zur Panik. Die Stimmung sei im „inneren Kreis“, wie Baumgart betonte aber sehr gut. Und so gab der Trainer auch die Marschroute für den Samstagabend, für das Auswärtsspiel bei Werder Bremen vor. „Fakt ist, dass wir zu wenig Punkte haben, für das, was wir gemacht haben – unabhängig davon, ob gut oder schlecht. Für uns geht es darum, so schnell wie möglich Punkte zu holen. Und da ist Werder Bremen der nächste Anlauf für uns. Ein Anlauf, den wir durchaus positiv gestalten können.“

Baumgart wünscht sich mehr Klarheit

Auch, weil der Trainer durchaus positive Ansätze im Spiel gegen die TSG Hoffenheim gesehen hat, von seiner Mannschaft weiterhin überzeugt ist. Die von einem Reporter angebrachte Kritik von zu wenig Abschlusssituationen wollte der Trainer jedenfalls nicht gelten lassen. „Die Abschlusssituationen haben aus meiner Sicht nicht gefehlt. Wenn du sieben, acht Mal den Torwart anschießt oder schießt, hast du sieben, acht Möglichkeiten mit freier Schussbahn“, sagte Baumgart. „Und das ist viel für ein Bundesliga-Spiel. Wir können aber gerne über Genauigkeit oder über Klarheit reden, das wissen wir.“ Gerade im letzten Abspiel fehlte den Kölner Offensivaktionen am vergangenen Samstag die Präzision. Baumgart sieht Verbesserungspotenzial, wünscht sich vor allem mehr Klarheit in den Aktionen. Und: „Am Ende geht es darum, zweite Bälle zu gewinnen, Druck zu machen, den Gegner in jeder Situation zu stressen. Bei Standards und Torschüssen eine Klarheit reinkriegen.“

Der Trainer fordert also den Baumgartschen Fußball. Den Fußball, den der FC seit zwei Spielzeiten meist erfolgreich praktiziert. Vor der größten Herausforderung beim FC sieht sich der Kölner Coach jedenfalls noch nicht. „Jede Saison hat Höhen und Tiefen. Jede Saison bringt ihre Schwierigkeiten mit. Ich habe hier Jungs, die Gas geben und machen und tun“, sagte der Trainer. „Was willst du mehr.“ Aktuell will man beim FC vor allem mehr Punkte. Bremen scheint ein willkommener Gegner, zumindest ein Gegner auf Augenhöhe. Denn auch Werder rief vor der Saison den Klassenerhalt als Ziel aus, kassierte bereits zwei Niederlagen mit jeweils vier Gegentreffern, eine 0:1-Pleite, gewann aber auch gegen Mainz 4:0. Auch für die Hanseaten geht es um viel. „Beide Mannschaften brauchen die drei Punkte, beide Mannschaften wollen die drei Punkte und wir werden am Ende sehen, was dabei rauskommt.“

Waldschmidt in der Startformation

Die Personallage hat sich beim FC nicht grundlegend verändert. Eric Martel fällt als Sechser auch weiterhin aus, dazu kommt die Gelb-Rote Karte von Rasmus Carstensen, die auf die Aufstellung notgedrungen eine Auswirkung haben wird. So steht Luca Waldschmidt wieder in der Startformation, gemeinsam mit Florian Kainz. Die taktische Ausrichtung ist aber noch nicht vollends geklärt. „Wir haben zwei Varianten, entweder mit einem oder zwei Sechsern. Bei zwei Sechsern spielst du mit einer Spitze, bei einem Sechser mit zwei Spitzen“, sagte der Trainer. Es besteht also die Möglichkeit, dass auch Bremen-Schreck Steffen Tigges gegen seinen vermeintlichen Lieblingsgegner aufläuft. In den vergangenen beiden Spielen gegen Werder erzielte der 25-Jährige drei Treffer, bereitete ein Tor vor.

 

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Tigges und Bremen – zwischen Fluch und Segen

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Tigges und Bremen – zwischen Fluch und Segen

Ein Traumtor aus 45 Metern, der erste Treffer nach vier Monaten – an Werder Bremen hat Steffen Tigges besonders gute Erinnerungen. Aber durch seine letzte Verletzung auch schlechte. Ob er am Samstag ein entscheidender Faktor sein wird, ist eher fraglich.

Bislang ist der Saisonverlauf für Steffen Tigges alles andere als optimal. Die ersten Spiele verpasste der Angreifer verletzt, anschließend konnte er sich nicht so recht in Szene setzen. Ausgerechnet jetzt steht ein gern gesehener Gast bevor. Tigges und Bremen – zwischen Fluch und Segen

Selbst für 14 Minuten Spielzeit ist das Arbeitszeugnis überschaubar: Sechs Ballkontakte, zwei Pässe, von denen einer beim Mitspieler landete, eine Flanke, die keinen Abnehmer fand. Steffen Tigges hatte am vergangenen Samstag wenig bis keinen Zugriff mehr auf die Schlussphase der Begegnung seines 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim. Auch bei seinem Startelf-Einsatz gegen Frankfurt war der FC-Stürmer kein prägender Faktor des Kölner Spiels. Eine nennenswerte Chance erarbeitete sich der Angreifer in den 74 Minuten Spielzeit jedenfalls nicht, und das, obwohl er großen Aufwand betrieben hatte. Tigges lief gegen Frankfurt fast zehn Kilometer – für einen Stürmer ein starker Wert. Dennoch ist der Fußabdruck der aktuellen Saison bei Tigges weder groß noch tief. In beiden Begegnungen wirkte der Stürmer, als sei er nicht ins Spiel eingebunden, kein Faktor. 

Drei Tore bereits gegen Werder Bremen

Ein Grund ist definitiv die lange Verletzung, aus der der Angreifer kommt. Wie im Vorjahr verpasste Tigges aufgrund seiner Schulterverletzung weite Teile der Vorbereitung, musste erst einmal einige Defizite aufholen. Zwar betonte FC-Trainer Steffen Baumgart, dass der Stürmer ja glücklicherweise nicht an den Füßen verletzt gewesen sei und: „Wir haben gute Trainingseinheiten gesehen. Er hat seine Verletzung voll auskuriert. Das Glück im Unglück war, dass er viel mit den Beinen machen konnte. Er könnte ein wichtiger Faktor werden“, in Sachen Laufwege, Einbindung ins Spiel wollte bislang aber nicht viel zusammenlaufen. Der Rückstand ist beim Angreifer aktuell deutlich sichtbar, Tigges wirke zudem gehemmt. Beides ist aber nach dem langen Aus auch erklärbar. Ob er so gegen Bremen ein Faktor werden kann und oder wird, ist aktuell fraglich. Davie Selke ist ohnehin gesetzt und dürfte nach dem starken Auftritt gegen die TSG diese Rolle noch einmal mehr gefestigt haben. Mehr als ein Kurzeinsatz wird es für den 25-Jährige wohl nicht werden.

Dabei scheinen dem Stürmer die Spiele gegen die Hanseaten durchaus zu liegen. Unvergessen das Traumtor beim 7:1-Erfolg im Hinspiel der vergangenen Spielzeit zu Beginn des Jahres. Der Kölner Angreifer hatte ähnlich wie Florian Grillitsch am vergangenen Samstag aus 45 Metern zum 3:0 getroffen, kurz zuvor bereits das 2:0 erzielt, dazu noch einen weiteren Treffer vorbereitet. „Ich habe erst überlegt, ob ich überhaupt schießen oder noch weitergehen soll“, sagte Tigges damals. „Dann habe ich gedacht: Den musst du nehmen! Es war so ein Tag, an dem alles funktioniert hat.“ Damals hatte Neuzugang Davie Selke zunächst auf der Bank Platz genommen, war erst nach einer Stunde für den Mann des Spiels eingewechselt worden. Für Tigges war der Doppelpack ein Befreiungsschlag, der Angreifer hatte in den fünf Spielen zuvor keine Torbeteiligung, kam bis dato auf insgesamt drei Tore. Die Fußstapfen, die Anthony Modeste hinterlassen hatte, waren für den Stürmer definitiv zu groß. Doch der Befreiungsschlag entpuppte sich nicht als Knotenlöser. Zwar kam Tigges auch in der Rückrunde in nahezu jedem Spiel zum Einsatz, ein weiterer Treffer wollte ihm aber lange nicht mehr gelingen.

Verletzung ausgerechnet gegen Bremen 

Bis eben zum Rückspiel gegen Werder Bremen. Vier Monate nach dem Traumtor gegen Werder, war Tigges wieder zur Stelle. Wieder gegen Bremen, dieses Mal zur 1:0-Führung im Auswärtsspiel. Am Ende reichte es nur zu einem 1:1-Unentschieden. Viel bitterer war für Tigges aber die Schulterverletzung, die ihn noch nicht einmal jubeln ließ. „Steffen Tigges geht es leider nicht so gut. Es ist leider mehr kaputtgegangen als wir zunächst vermutet und gehofft haben. Gleich bei der ersten Aktion hat er sich die Schulter ausgekugelt“, sagte Baumgart damals. Tatsächlich sollte der Kölner Angreifer eigentlich früher wieder an- und eingreifen. Zu gerne hätte Tigges das Pokalspiel gegen seinen Ex-Klub Osnabrück bestritten. Aus dem für ihn wichtigen Duell wurde nichts. Dafür könnte es am Samstag ein besonderes geben. Gegen kein anderes Bundesliga-Team hat Tigges öfter getroffen.

Jan Thielmann verlängert seinen Vertrag beim FC

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Jan Thielmann verlängert seinen Vertrag beim FC

Jan Thielmann hat seinen Vertrag beim 1. FC Köln bis Sommer 2026 verlängert. Für den FC ein wichtiger Schritt. Thielmann ist ein großes Talent, hat enorm viel Potenzial. Die Entscheidung ist logisch und wichtig.

Sie war lange erwartet worden, am Dienstag wurde sie publik: die Vertragsverlängerung von Jan Thielmann: Warum die Verlängerung für den FC so wichtig ist

Ein kleines Bilderrätsel lieferte den ersten Hinweis, die offizielle Bestätigung kam eine halbe Stunde später somit nicht mehr wirklich überraschend. Jan Thielmann hat seinen Vertrag beim 1. FC Köln verlängert. Bis 2026 hat der Kölner Youngster unterschrieben. Der Vollzug dürfte im Kölner Umfeld ohnehin niemanden großartig verblüfft haben, schließlich ist die Vertragsverlängerung mit dem 21-Jährigen mehr als nur logisch, war erwartet worden. Thielmann ist auf einem guten Weg, eine Kölner Identifikationsfigur zu werden, wenn er es noch nicht ist.

„Jan ist eines unserer größten Talente. Er hat sich seit seinem Profi-Debüt konstant weiterentwickelt und zählt mit seinen gerade einmal 21 Jahren bereits über 100 Profi-Einsätze. Wären die Verletzungsrückschläge der jüngeren Vergangenheit nicht gewesen, stünden sogar noch weit mehr Einsätze für ihn zu Buche. Wir sind deshalb fest davon überzeugt, dass seine Entwicklung noch nicht am Ende ist und freuen uns darauf, wenn er bald wieder auf dem Platz steht und seinen Weg beim FC fortsetzt“, sagte Christian Keller.

Experten sehen große Zukunft des Youngsters

Die Worte des Sportdirektors decken sich mit denen der Datenscouts von Global Soccer Network (GSN), die dem Kölner Youngster schon jetzt in die Kategorie „internationale Klasse“ einordnen und ihm den größten Sprung innerhalb den Kölner Kaders zutrauen. Demnach könnte er sogar die GSN-Kategorie „weltklasse“ erreichen. GSN berät internationale Topklubs in Transferfragen und ermittelt anhand von Daten und Algorithmen einen Wert, der in die Kategorisierung einfließt.

Sollte es so kommen, wäre Thielmann auch ein wirtschaftlich interessanter Faktor für die Geißböcke. Laut gool.ai liegt der Marktwert des 21-Jährigen aktuell bei 4.23 Millionen Euro, Tendenz steigend. Allerdings nur, wenn er auch wieder fit ist. Fakt ist: Thielmann kommt mit seinen 21 Jahren schon auf 101 Pflichtspieleinsätze für den FC. Zum Vergleich: Als Lukas Podolski 2006 zu den Bayern wechselte, hatte der damals 21-Jährige 85 Pflichtspiele für die Kölner absolviert – und das ohne größere Verletzungen. Davon ist Thielmann nicht verschont geblieben. Schon in der vergangenen Spielzeit warfen mehrere Verletzungen den Youngster immer wieder zurück. Die große Hoffnung ruhte auf der EM im Sommer, die er dann absagen musste. Eine genaue Diagnose ist nicht bekannt, doch eine Rückkehr auf den Platz wird es wohl frühestens Richtung Spätherbst geben.

Baumgart: „Jan ist durch und durch FC“

„Jan ist durch und durch FC. Mir fehlt er und ich freue mich, wenn er so schnell wie möglich wieder in der Mannschaft sein wird“, sagte Baumgart am Dienstag. „Er bringt so viel mit, worüber sich jeder Trainer freut.“ Und nicht nur das. Thielmann ist das Sinnbild für genau das, was sich Keller und Baumgart vom eigenen Nachwuchs erhoffen. „Es ist schön, dass ein Spieler bleibt, der unseren Nachwuchsbereich durchlaufen hat und in der Stadt mehr als nur integriert ist“, sagte der FC-Coach und konnte sich einen Nebensatz nicht verkneifen. „Wir sollten uns immer freuen, wenn sich solche Jungs für den FC entscheiden.“

Zwischen den Zeilen könnte Baumgart einen Seitenhieb Richtung Justin Diehl versteckt haben. Zumindest hat sich das große Offensivtalent wohl gegen den FC entschieden. Auch, wenn die Tür für den Youngster weiterhin offen steht, ein Verbleib über das Jahr 2024 hinaus ist aktuell kaum vorstellbar. Insofern ist die Vertragsverlängerung von Jan Thielmann ein starkes und wichtiges Zeichen für den FC. Auch für weitere Eigengewächse. Die Verträge von Max Finkgräfe und Meiko Wäschenbach laufen noch bis Sommer 2025. Gut möglich, dass auch dort bald Verlängerungen anstehen.

Deniz Huseinbasic glaubt beim 1. FC Köln an die Wende

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Deniz Huseinbasic glaubt beim 1. FC Köln an die Wende

Für Denis Huseinbasic verlief die Saison bislang nicht nach seinem Geschmack. Erst durch die Verletzung von Eric Martel erhielt er auch in der Liga seine Chance – nutzte sie aber nicht komplett.

Ganze zwölf Minuten hatte Denis Huseinbasic in dieser Saison in der Liga bis zum vergangenen Samstag gespielt. Dann spielte er von Beginn an, leistete sich einen folgenschweren Fehler und bereitete ein Tor für Davie Selke vor. Jetzt sollen auch wieder Punkte her. Denis Huseinbasic glaubt an die Wende.

Der bisherige Saisonverlauf ist wahrlich nicht optimal für Denis Huseinbasic gelaufen. Nach seinem gut einstündigen Auftritt im Pokal gegen den VfL Osnabrück war erst einmal Schluss. Schluss mit Startelf, Schluss mit viel Spielzeit. Der Shootingstar der vergangenen Saison, der aus der Regionalliga umgehend den Sprung in die Bundesliga und relativ schnell auf die Anzeigetafel beziehungsweise in die Torschützenstatistik der Bundesliga geschafft hat, musste sich erst einmal mit der Rolle des Ersatzspielers begnügen. Kein Wunder, auch wenn die Qualität des Kaders in den Sozialen Medien immer wieder kritisiert wird, die Konkurrenz ist für Huseinbasic größer geworden. So besetzte FC-Trainer Steffen Baumgart die Position der halben Acht eher mit klassischen Außenbahnspielern, wie Rasmus Carstensen, Max Finkgräfe und Co. Im Zentrum sind Eric Martel und Dejan Ljubicic gesetzt, dahinter gibt es den Konkurrenzkampf zwischen eben Huseinbasic, Mathias Olesen und Neuverpflichtung Jacob Christensen.

Huseinbasic spürt das Vertrauen

„Der Trainer spricht sehr oft mit mir. Er hat gesagt, dass ich so weiterarbeiten soll. Ich hatte Geduld und jetzt kam auch meine Chance“, sagte Huseinbasic am Mittwoch. Durch die Verletzungen von Olesen und Martel kam diese. Huseinbasic sollte neben Ljubicic das Zentrum stabilisieren. Eine Rolle, die der eigentlich offensiver ausgerichtete Mittelfeldmann durchaus erfüllen kann und die er sich auch zutraut. Denn auch in Offenbach spielte der 22-Jährige bereits diese Position. Am vergangenen Samstag erhielt er die Chance, konnte sie aber nur in Teilen nutzen. Denn sein fataler Rückpass auf Timo Hübers wird möglicherweise Teil vieler Jahresrückblicke, vielleicht sogar der kommenden Wahl zum Tor des Monats. Denn mit dem haarsträubenden Fehlpass leitete Huseinbasic unfreiwillig das wunderbare 0:2 ein. „Es ging sehr schnell, es war Slapstick. Am Ende dachte ich nur noch: Jeff, bitte rette den Ball noch irgendwie“, sagte der 22-Jährige. Chabot konnte den Ball nicht mehr retten.

Zwar blieb die Leistung des Mittelfeldmannes insgesamt durchwachsen, Huseinbasic zeigte aber die richtige Reaktion. „So ein Tor passiert leider. Ich bin jemand, der sich auch im Spiel sofort sagt: Weitermachen. Ich denke, ich habe mich nicht hängenlassen“, sagte der 22-Jährige. Auch, weil Steffen Baumgart direkt wieder Aufbauarbeit leistete. „Ich spüre großes Vertrauen. Er hat sofort gesagt: Das passiert, aber du machst bisher ein gutes Spiel. Das pusht dich als junger Spieler.“ Und zeigte offenbar Wirkung: so bereitete Huseinbasic das 1:3 durch Davie Selke vor. Unterm Strich blieben für die Kölner am Ende aber dennoch die leeren Hände, der FC wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg.

Den soll es nun gegen Bremen geben. „Werder wird sicher sehr motiviert sein und die drei Punkte wollen. Aber die wollen wir auch und werden alles dafür geben“, so Huseinbasic. „Aber bis auf die Partie in Frankfurt haben wir immer ein gutes Spiel gemacht. Wir geben nicht auf, glauben an uns und spielen unser Spiel genauso weiter. Dann kommen die Punkte auch wieder. Vielleicht müssen wir noch ein bisschen präziser werden. Aber wenn wir unser Spiel weiter durchziehen, kommt der Rest.“ Ob er eine weitere Chance von Beginn an bekommt, ist komplett offen. Sollte er sie bekommen, will er sie dieses Mal komplett nutzen.

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Dejan Ljubicic: „Auf der Doppelsechs fühle ich mich sehr wohl“

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Dejan Ljubicic: „Auf der Doppelsechs fühle ich mich sehr wohl“

In dieser Saison wird Dejan Ljubicic wohl die Position von Ellyes Skhiri auf der Sechs übernehmen. Zumindest läuferisch scheint der Österreicher in die Rolle bereits hereingewachsen zu sein.

Mit seinem Treffer zum 1:3 und einer guten Leistung wurde Davie Selke gegen die TSG Hoffenheim zum Kölner Spieler des Spiels. Dabei geriet Dejan Ljubicic wieder einmal ein wenig in den Hintergrund. Dabei lief bei den Kölnern kein Profi mehr, schneller und intensiver als Dejan Ljubicic: der unscheinbare Motor.

Dejan Ljubicic wird sich vermutlich gerne an August und September des vergangenen Jahres erinnern. Vor genau einem Jahr hatte der Kölner Mittelfeldspieler wettbewerbsübergreifend bereits fünf Tore erzielt, eins vorbereitet – wenn auch in zehn Spielen. Der Österreicher war zu diesem Zeitpunkt einer der absoluten Leistungsträger im Kölner Dress: torgefährlich, laufstark, variabel einsetzbar. Zwölf Monate später blickt der 25-Jährige auf einen äußerst durchwachsenen Saisonstart zurück. Zunächst die Sprunggelenkverletzung, dann nur ein Punkt aus vier Ligaspielen, noch keine Torbeteiligung, zudem in der Nationalmannschaft Österreichs zunächst verletzt ausgewechselt, anschließend Bankdrücker und von heute auf morgen war da noch dieses Transfergerücht. Um den so ruhigen Mittelfeldspieler gab es plötzlich sehr viel Lärm. Lärm, den er vermutlich lieber unter dem Mantel des Schweigens gehüllt hätte.

Ljubicic auf der Sechs alternativlos

Aktuell ist Ljubicic von dem Leistungsparameter variabel einsetzbar weit entfernt. Der Österreicher ist auf der Sechs geparkt. Durch die Verletzung von Eric Martel gibt es keine alternative Position, die es durch die Verpflichtung von Rasmus Carstensen, Faride Alidou und indirekt auch Luca Waldschmidt auf der „halben Acht“, wie sie Trainer Steffen Baumgart gerne nennt, ohnehin nur noch selten für Ljubicic gegeben hätte. Die Rolle des 25-Jährigen ist alternativlos – unabhängig davon, ob Baumgart mit einer oder der Doppelsechs spielen lässt. Denn de facto hat der Trainer keinen anderen Sechser, zumindest nach eigenen Aussagen. Eric Martel und Mathias Olesen fallen verletzt aus, Jacob Christensen sei noch nicht so weit und Denis Huseinbasic machte am vergangenen Samstag auf der Position alles andere als eine gute Figur. Bleibt: Dejan Ljubicic, der diese Rolle aber auch gerne annimmt. „Ich wurde eigentlich als Sechser geholt aus Wien. Aber ich kann auch rechts spielen, ich kann auch als Zehner agieren. Auf der Doppelsechs fühle ich mich sehr wohl“, sagte der 25-Jährige zu Saisonbeginn.

Ljubicic

Dejan

46.8

Km

311

Intensive Läufe

Allerdings kann der Mittelfeldmann dort nur selten sein Tempo auffallend ausspielen. Und auch die Torgefahr ist in dieser Spielzeit noch überschaubar. Zumindest, was das Zählbare angeht. Denn mit einer Prise mehr Glück hätte der 25-Jährige sowohl gegen Dortmund als auch gegen Hoffenheim treffen können. Gegen den BVB schlenzte Ljubicic den Ball am Gehäuse vorbei, gegen die TSG rettete Wout Weghorst für seinen geschlagenen Keeper ebenfalls bei einem Schlenzer auf der Linie. Die Bilanz wäre wohl deutlich besser ausgefallen. Dabei ist diese alles andere als schlecht. Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht auffällt. Ähnlich wie Ellyes Skhiri in der vergangenen Saison spielt Ljubicic sehr unauffällig, aber ähnlich effektiv.

Läuferische Dominanz

Vor allem in den Laufwerten ist Ljubicic beim FC einsame Spitze. Der Mittelfeldspieler kommt in den vier Ligaspielen bislang auf 46.8 Kilometer. Damit führt Ljubicic die mannschaftsinterne Rangliste deutlich an. Ligaweit belegt er Rang neun, allerdings wurde der Mittelfeldspieler gegen Wolfsburg ausgewechselt. Hätte der 25-Jährige durchgespielt, würde er wohl in etwa gleichauf mit Ellyes Skhiri (49,6 Km) liegen, der aktuell den zweiten Rang hinter Lennard Maloney vom 1. FC Heidenheim belegt. Auch die Team-Rangliste der intensiven Läufe führt der Österreicher mit 311 an, insgesamt liegt Ljubicic damit auf Rang elf. Genauso hat der 25-Jährige die meisten Sprints beim FC absolviert, ligaweit Rang 13. In all diesen Kategorien war Ljubicic auch bei der 1:3-Pleite gegen Hoffenheim der beste Kölner. Während Ljubicic in der Rückwärtsbewegung das Zentrum dich hält, fällt auf der Heatmap auf, dass er bei Ballgewinn dann doch den Weg über die Außen sucht. Und das offenbar mit Geschwindigkeit. Denn auch der bisherige Topspeed-Wert der Kölner erreicht ausgerechnet Ljubicic, vor Maina, vor Alidou, vor Carstensen – Ljubicic kommt auf eine Geschwindigkeit von 33,6.

Nicht umsonst ist der Mittelfeldspieler laut Gool.ai der wertvollste FC-Spieler. Das Online-Portal berechnet den Marktwert nach den jüngsten Spielen auf 8.7 Millionen Euro. Zu den Marktwerttreibern, also den besonders positiven Attributen, gehören bei Ljubicic genaue Pässe in die Schnittstelle sowie die sogenannten „second und third Assists“, also Anspiele, die wiederum Chancen einleiten. Tatsächlich kommt Ljubicic aktuell auch auf eine starke Passquote von 87 Prozent. Nur Jeff Chabot (88%) und Eric Martel (90%) sind noch stärker.

Kleine Schritte Richtung Comeback

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Kleine Schritte Richtung Comeback

Gute Nachricht vom Geißbockheim: Mark Uth und Florian Dietz haben das Training mit der Mannschaft aufgenommen. Ein Comeback wird es so schnell nicht geben, dennoch ist es ein weiterer Hoffnungsschimmer.

Noch vor wenigen Wochen galt die vermeintliche Vakanz in der Offensive als die große Baustelle beim FC. Mittlerweile ist sie von der Doppelsechs abgelöst worden. Und es bahnt sich weitere Offensivkraft an. Florian Dietz und Mark Uth trainierten wieder teilweise mit der Mannschaft. Ihre Rückkehr wird noch ein wenig dauern. Es sind kleine Schritte Richtung Comeback

Mit den guten Nachrichten war es beim 1. FC Köln in den vergangenen Wochen so eine Sache. Verletzung hier, Niederlage da. Am Dienstag warteten die Kölner gleich mit zwei erfreulichen Umständen auf. Zum einen verkündete der FC die Vertragsverlängerung von Jan Thielmann. Der Kölner Youngster hat also einen Vertrag bis 2026 unterschrieben. Sein bisheriger Kontrakt wäre noch bis zum kommenden Sommer gelaufen, die Vertragsverlängerung war bereits erwartet worden. Dabei wird der 21-Jährige dem FC aber weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Im Sommer hatte sich der Kölner Youngster eine Verletzung zugezogen, aktuell trainiert Thielmann individuell. Vor einigen Wochen rechnete man in Köln mit einer Rückkehr frühestens im Herbst – es wird wohl Spätherbst werden. Und dennoch bahnt sich beim FC in der Offensive weitere Entlastung an – allerdings in weiter Ferne.

Vier Stürmer, wenig Gefahr

Nachdem sich schon Davie Selke am vergangenen Samstag mit einer guten Leistung eindrucksvoll gegen Hoffenheim zurückgemeldet hatte, ist auch bei zwei weiteren Angreifern die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr groß. So trainierten am Dienstag Mark Uth und Florian Dietz wieder mit der Mannschaft. Kurz. Denn Uths Hauptaugenmerk lag nach dem gemeinsamen Aufwärmen dann doch im Reha-Bereich. Gerade die Rückkehr des 32-Jährigen würde dem FC noch weitere Optionen in der Offensive ermöglichen. Der Stürmer absolvierte eine starke Vorbereitung, wurde nach der vergangenen Seuchensaison bereits als weiterer Neuzugang gefeiert. Dafür hatte Uth hart gearbeitet, schon vor der Vorbereitung. Doch im ersten Pflichtspiel war die Party schnell beendet. Uth griff sich an den Oberschenkel und musste wie in der Vorsaison das Pokalspiel frühzeitig verlassen. Zwar soll es sich bei Uth nicht um eine strukturelle Verletzung handeln, der Ausfall zieht sich nun aber schon seit Wochen. Nach der langen Verletzungspause ist mit einer sofortigen Rückkehr auch weiterhin nicht zu rechnen. Dass Uth überhaupt am Mannschaftstraining teilnimmt, ist aber ein gutes Zeichen.

Dabei war es in den vergangenen Wochen gerade die Offensive, die so manchem Fan Sorgenfalten auf die Stirn getrieben hat. Neben Uth verletzte sich eben auch Davie Selke. Sargis Adamyan, der eine starke Vorbereitung spielte, fiel plötzlich wieder in die Muster der Vorsaison, Steffen Tigges konnte bei seinem Spiel gegen Eintracht Frankfurt nicht überzeugen und Luca Waldschmidt wollte im Double mit Florian Kainz bislang auch noch nicht so recht funktionieren – mal abgesehen von seinem schicken Tor gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber aus Wolfsburg. Die Sturmproblematik zeigte sich auch am vergangenen Wochenende. In der Schlussphase setzte Steffen Baumgart auf die komplette Offensive, ließ mit vier nominellen Stürmern spielen, wirklich Gefahr strahlte der Kölner Angriff aber nur durch eben Selke aus. Und das über 90 Minuten.

Bald die Qual der Wahl?

Kein Wunder also, dass die Stimmen nach einer weiteren Offensivkraft in den Wochen vor dem Deadline Day laut wurden. Nun hat Davie Selke die passende Antwort gegeben. Stand jetzt ist die gute Leistung natürlich nur eine Momentaufnahme, sie ist aber gleichzeitig ein Hoffnungsschimmer auf mehr. Und es folgen mit Florian Dietz und Mark Uth gleich weitere Hoffnungsträger, von denen Dietz deutlich weiter sein dürfte. Durch die Rückkehr der Angreifer würde der FC sein Sturmpotenzial auf sechs Spieler nach oben schrauben. Steffen Baumgart hätte im Angriff die vor der Saison erhoffte Qual der Wahl. Dass der Trainer dafür auch durchaus bereit ist, von seinem eigentlichen Spielsystem abzusehen, hat Baumgart schon in der vergangenen Woche angedeutet. Damals sagte er, dass er möglicherweise auch mal mit zwei Stürmern agieren würde. Die Chance würde sich durch die Rückkehr von Uth deutlich erhöhen. Aktuell ist das jedoch Zukunftsmusik.