Gegnercheck: Ähnliche Spielweise, andere Probleme

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Gegnercheck: Ähnliche Spielweise, andere Probleme

Mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach geht es für den FC am Sonntag weiter. Den FC erwartet alles andere als eine leichte Aufgabe. Zumal sich die Spielweisen der Teams dann doch sehr ähneln.

Auf den FC wartet auch am achten Spieltag ein dicker Brocken. Für die Geißböcke geht es im Derby gegen Gladbach. In der vergangenen Saison waren die Spielweisen noch komplett unterschiedlich. Das hat sich geändert. Das zeigt auch unser Gegnercheck zu Borussia Mönchengladbach

Am Ende waren es genau ein Punkt und zwei Tore, die den FC von Borussia Mönchengladbach in der Tabelle trennten. Hauchdünn belegte die Borussia in der vergangenen Spielzeit den Platz vor dem Geißböcken, den zehnten Rang. Während man sich in Köln mit dem Tabellenabschluss, ja auch hinter Gladbach, arrangieren konnte, war der zweistellige Tabellenplatz am Niederrhein ein No-Go. Trainer Daniel Farke musste die Fohlen verlassen, während Steffen Baumgart gerade Dank seiner Platzierung am Ende einer schweren Saison weit von einer Trainerdiskussion entfernt war. Sehr weit. So nahe die Tabelle die beiden Klubs auch aneinander führen konnte, die Rivalen hätten auf dem Feld kaum unterschiedlicher agieren können. Hier der attraktive Baumgartsche Hurra-Fußball, mit Intensität und vielen Abschlüssen, da die Fohlen, die eher den Weg über das Zentrum suchten, auf Ballbesitz aus waren und den kontrollierten Spielaufbau bevorzugten. Das zeigte sich in zahlreichen Statistiken, am deutlichsten in denen der Flanken. Während der FC 466 und damit die meisten davon schlug, also 13 pro Spiel, kam Gladbach in derselben Statistik auf 174, also fünf im Schnitt – der schlechteste Ligawert.

Gladbach hat sein Spielsystem umgestellt

Baumgarts Thema „Hohe Intensität“ war in Gladbach keins. Auch bei den „intensiven Läufen“ belegten die Fohlen nämlich den letzten Platz. Im Schnitt absolvierten die Kölner pro Spiel rund 100 mehr, dazu im Schnitt auch 20 Sprints mehr als der Rivale. Doch mit der Verpflichtung des Schweizer Trainers Gerardo «Gerry» Seoane sowie den Abgängen einiger Säulen wie Jonas Hofmann oder Marcus Thuram hat sich das Spiel der Gladbacher komplett verändert. Die Marschroute des neuen Trainers heißt: Hohes Pressing, den Gegner früh beschäftigen, hohe Intensität (auch wenn es daran noch hapert) und mit vertikalen Bällen oder über Flanken zum Torabschluss zu kommen. In Zahlen ausgedrückt: Gladbach hat den Flankenschnitt auf 11.5 angehoben, liegt nun nur noch knapp hinter den Geißböcken. Das Spiel über die Außen ist ein probates Mittel, der Großteil der Gladbacher Angriffe geht über die Flügel. Und wenn mal nicht, dann wird mit dem Vertikalpass der nächste Offensivspieler gesucht.

Die Begegnung könnte somit zum Duell der Flanken werden. Allerdings mit unterschiedlichem Ausgang – zumindest nach den Statistiken. Denn die Gefahr der Geißböcke ist über dieses fußballerische Mittel doch eher bescheiden. Nur jede sechste Flanke der Kölner kommt beim Abnehmer an, bei den Fohlen ist es immerhin jede Dritte. Zudem hat Gladbach schon vier Tore nach Ecken oder Flanken aus dem Spiel erzielt – der drittbeste Wert der Liga. Der FC: genau gar keine. Insgesamt kommt der gerade einmal auf vier Treffer in der Liga, Gladbach dagegen bereits auf 13. Und doch wird auch am Niederrhein moniert, dass die Gladbacher Offensive zu viele Chancen liegenlässt.

Die Gladbacher Defensive wackelt

Und so läuft auch bei der Borussia in dieser Spielzeit wahrlich nicht alles rund. Im Gegenteil. Das vermeintliche Offensivspektakel hat einen entscheidenden Schönheitsfehler mitgebacht: die Defensive der Gladbacher ist mehr als nur wackelig. Zwar haben die Gladbacher vor dem achten Spieltag die sechsmeisten Tore der Liga geschossen, sie haben aber auch die sechsmeisten kassiert. Und viele davon gegen Mannschaften, die in dieser Saison noch nicht als Torgaranten aufgefallen sind: Augsburg vier, Darmstadt drei, Mainz zwei. Nicht umsonst betonte FC-Torhüter Marvin Schwäbe, dass die aktuelle Gladbacher Form dem FC in die Karten spielen könne. Gladbach-Coach Seoane scheint sich selbst noch nicht im Klaren zu sein, wie er Ruhe in die Defensive bekommt. Meist spielt er mit Dreier-, mal mit Viererkette. Toranfällig sind bislang beide Systeme. Und dennoch: „Sie haben sechs Punkte und sind Zwölfter. Es gibt schlechtere Varianten. Wenn man so einen Umbruch macht, dann ist das für mich eine normale Sache. Ich sehe eine sehr gute Entwicklung“, sagt Baumgart.

Zumal der Umbruch in Gladbach riesig war. Die Abgänge von Jonas Hofmann, Lars Stindl, Ramy Bensebaini und Marcus Thuram wiegen besonders schwer, das System scheint noch fragil, es fehlt die Konstanz die Stabilität. Dabei haben sich die Gladbacher durchaus gut verstärkt. Vor allem der Stürmer Tomas Cvancara bereitet den Gladbachern mit drei Toren und einer Vorlage viel Freude. Der Tscheche litt zuletzt unter diversen kleineren Verletzungen, kam aber in der Nationalmannschaft zum Einsatz und scheint fit zu sein. „Wir sind immer froh, wenn unsere Spieler für ihr Land spielen können und im Rhythmus bleiben. Das hat Tomas sicherlich gutgetan, dass er dort zum Einsatz gekommen ist“, sagte Seoane, der seinem Stürmer eine gute Woche attestierte. Neben Cvancara werden es Jeff Chabot und Timo Hübers wohl mit dem wiedererstarkten Alassane Plea zu tun bekommen. Der Offensivspieler traf gegen Bochum doppelt und bereitete ein Tor vor. Auch gegen Köln war Plea bereits erfolgreich.

Der Vergleich:

Der Kaderwert spricht deutlich für die Gäste. Gladbach erreicht laut Gool.ai einen Kaderwert von rund 180 Millionen Euro, der FC liegt aktuell bei rund 80 Millionen Euro. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (9.5 Mio), gäbe es in Gladbach eine interne Liste der wertvollsten Spieler, würde sich der Österreicher auf Rang 7 einsortieren. Der wertvollste Spieler der Gladbacher ist Kouadio Manu Koné, dessen Wert Gool.ai auf mehr als 29 Millionen Euro berechnet. Die Bilanz spricht ebenfalls für Gladbach. Die Borussia hat von 113 Pflichtspielen 58 gewonnen, der FC nur 34.

Frauen des 1. FC Köln verlieren das Derby

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Frauen des 1. FC Köln verlieren das Derby

Die Frauen des 1. FC Köln haben am 5. Spieltag der Bundesliga die dritte Niederlage kassiert und das ausgerechnet im Duell gegen Leverkusen. Gegen die Werkself unterlag Köln knapp aber verdient.

Die Kölner Fußball-Frauen haben den dritten Saisonsieg verpasst. Die FC-Frauen verlieren das Derby gegen Bayer Leverkusen vor 2300 Zuschauern 0:1.

Schlechtes Omen für die FC-Herren? Die Kölner Fußball-Frauen haben ihr Derby am Wochenende verloren – wenn auch knapp. Im Franz-Kremer-Stadion avancierte Janou Levels zur Matchwinnerin. Die Abwehrspielerin erzielte in der 37. Spielminute den einzigen Treffer des Spiels. Merino Gonzales legte der Niederländerin auf, der Schuss wurde von Sofie Vendelbo noch abgefälscht. FC-Keeperin Jasmin Pal war ohne Chance. Leverkusen dominierte die erste Halbzeit, wirklich gefährlich wurde die Werkself aber nur selten. Nach einer guten halben Stunde gab Karolina Vilhjalmsdottir den ersten Warnschuss ab. Der nächste Angriff war dann erfolgreich. Levels erzielte die Führung.

Wiankowska trifft nur die Latte

Nach dem Wechsel wurden die Kölner Frauen stärker, waren deutlich aktiver. Laura Vogt scheiterte an Leverkusens Keeperin Friederike Repohl. Nach einer guten Stunde probierte es Martyna Wiankowska aus rund 30 Metern, traf aber nur die Latte. Die Geißböcke wurden stärker und dominierten die Schlussphase. Allerdings fehlte beim finalen Pass die nötige Präzision. Es blieb beim 0:1. So kassierte der FC im fünften Saisonspiel die dritte Niederlage und bleibt vorerst auf dem siebten Tabellenplatz, allerdings stehen die weiteren Begegnungen des Spieltags noch aus. Für die FC-Frauen geht es in zwei Wochen in der Bundesliga weiter. Dann trifft Köln auf den 1. FC Nürnberg.

FC: Pal – Gerhardt, Degen, Vendelbo (58. Achcinska), Wiankowska – Vogt (90. Donhauser), Cordes – Uebach (58. Schimmer), Beck, Zeller – Padilla-Bidas.

 

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Steffen Baumgart: „Am Ende kann ich es ohnehin machen, wie ich es will“

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Steffen Baumgart: „Am Ende kann ich es ohnehin machen, wie ich es will“

Sieben Spiele, ein Punkt. Das Derby gegen Borussia Mönchengladbach soll die Wende bringen. Auf der Pressekonferenz äußerte sich Steffen Baumgart zum Gegner und seinem Personal.

Nach der Länderspielpause geht es am Sonntag mit dem Heimspiel gegen die Borussia weiter. Im Derby soll den Kölnern nach einem Punkt aus sieben Spielen der Befreiungsschlag gelingen. Das sagt Steffen Baumgart zu Gladbach und dem Personal.

Zwar ist die sportliche Lage weiterhin durchaus angespannt, aber immerhin scheint sich die Personalsituation beim FC zu entspannen. Schon in der vergangenen Woche hatte FC-Trainer Steffen Baumgart angedeutet, dass sich das Lazarett bei den Kölnern lichten würde. Er sähe Licht am Ende des Tunnels , sagte der 51-Jährige. „Benno, Linton, Florian Dietz, Mark Uth, Noah Katterbach und Jan Thielmann sind alle wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. So dass nur noch Jacob Christensen und Meiko Wäschenbach fehlen. Es sieht aber gut aus, dass die beiden auch in der nächsten Zeit zum Kader wieder dazustoßen“, sagte Steffen Baumgart nun auf der PK am Freitag. Jan Thielmann wird aber keine Option sein. „Wie wir Jan kennen, würde er am liebsten mit auflaufen, aber er hat jetzt eine andere Aufgabe vor dem Spiel, für die Musik zu sorgen. Das hat mir auch gefehlt, dass da ein wenig Geschmack reinkommt“, sagte Baumgart. „Der Jan wird sich um die Musik im Stadion kümmern, aber um mehr nicht.“

Baumgart: „Wir haben genug Scheiße an den Hacken gehabt“

Auch Noah Katterbach wird noch nicht dabei sein. Für Philipp Pentke wird Matthias Köbbing auf der Bank Platz nehmen. Die Kölner Nummer zwei hatte sich am vergangenen Mittwoch am Knie verletzt. Damit wird U21-Keeper Jonas Nickisch nicht berücksichtig. „Ich habe mit Jonas gesprochen, weil er sicherlich auch auf die zwei rücken könnte. Am Ende hat es auch damit etwas zu tun, dass Matthias schon lange in der Mannschaft ist, die Abläufe kennt und Jonas seine Spielzeit in der U21 braucht.“ Damion Downs, Florian Dietz und Max Finkgräfe werden für die U21 spielen. „Bei Max sehen wir eine sehr gute Entwicklung. Max ist ja nicht umsonst in den vergangenen Spielen immer wieder hereingekommen“, sagte der Trainer. „Wie sehen aber auch die Wichtigkeit, dass er weiter Spielpraxis sammelt und dass er da im Rhythmus bleibt. Man sieht, dass sie immer besser in Richtung Bundesliga kommen.“

Somit kann Baumgart für das wichtige Derby nahezu aus dem Vollen schöpfen. „Wir hoffen, dass wir jetzt mal eine gewisse Konstanz in den Kader bekommen. Wir haben genug Scheiße an den Hacken gehabt“, sagt der Trainer. „Dass was uns lange genug ausgezeichnet hat, war, dass wir im Kader gleichmäßig besetzt waren und auch noch mal in den letzten Minuten Druck auf den Gegner machen konnten.“ Das soll dem FC in den kommenden Wochen helfen. Verletzt hat sich in den vergangenen Wochen jedenfalls kein weiterer Spieler, auch kein Akteur, der mit der Nationalmannschaft unterwegs war. Einen Vorteil sieht der Trainer in der Länderspielpause aber nicht. „So eine Pause mit einer Negativserie, das hatten wir vorher schon besser“, so der Trainer. „Jeder kann die Tabelle lesen, jeder lebt in Köln, jeder weiß um die Themen. Die Köpfe freikriegen, im Sinne von „von bestimmten Themen trennen können“, das kann von uns keiner. Die Jungs arbeiten und konzentrieren sich auf das Wesentliche: Und das ist Fußballspielen.“

Baumgart: „Am Ende kann ich es ohnehin machen, wie ich es will“

Mit welchem Personal Baumgart diesen Fußball spielen lassen will, ließ der Trainer aber offen. „Da werde ich jetzt noch nichts zu sagen. Ich habe ja schon oft erzählt, wie und warum wir etwas machen. Dieses Mal werde ich es nicht erzählen“, sagte Baumgart. „Ich freue mich, wie überrascht man dann sein wird. Am Ende kann ich es ohnehin so machen, wie ich es will. Gibt genug Menschen, die mir erklären, wie was wo am besten ist.“

Natürlich weiß der Trainer um die Schwere der Aufgabe. „Wir treffen auf eine Mannschaft, die eine höhere Intensität als noch im vergangenen Jahr hat. Eine Mannschaft, die mit ihrer Dreierkette einen klaren Plan hat, die ein sehr sehr gutes Umschaltspiel hat“, sagt Baumgart. „Sie haben sechs Punkte und sind Zwölfter. Es gibt schlechtere Varianten. Wenn man so einen Umbruch macht, dann ist das für mich eine normale Sache. Ich sehe eine sehr gute Entwicklung.“ Der Trainer erwartet ein Spiel auf Augenhöhe. „Es ist das Spiel hier in der Region, das die meisten greift. Und das hat noch nicht einmal etwas mit der Tabellensituation zu tun. Diese Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Am Ende geht es darum, wir brauchen Punkte. Und da kann es auch egal sein, gegen wen und wann.“

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Nun braucht es wohl ein Derby wie 2021

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Nun braucht es wohl ein Derby wie 2021

Volles Haus trotz Pandemie, ein Bundesliga-Debüt, erlösende Treffer – das 4:1 vor zwei Jahren war mehr als nur ein Derbysieg – es war so etwas wie der Brustlöser nach einer desaströsen Vorsaison. Jetzt braucht es einen ähnlichen Derbysieg, um die Wende einzuleiten.

„Es war noch nie so wichtig, so ein Derby erfolgreich zu gestalten“, sagte Steffen Baumgart vor einer Woche. Für die Kölner geht es darum, die Wende einzuleiten. Nur lassen die jüngsten Leistungen nicht darauf schließen. Nun braucht es wohl ein Derby wie 2021.

Steffen Baumgart hat in seiner Karriere schon viel gesehen oder in seinem Fall schon viel Rasen gefühlt. Dass es beim 1. FC Köln emotional zugehen würde, wusste der Trainer beispielsweise, bevor er sein Arbeitspapier 2021 unterschrieb. Das hatte er selbst mit Union Berlin bei einer 0:7-Klatsche leidvoll erfahren müssen. Die Atmosphäre, die Emotionen, ja die Kraft dieses rheinischen Derbys hatte auch er bis dato nicht erlebt. „Es ist schön, diese Emotionen zu erleben. Ich durfte das noch nicht erleben“, sagte Baumgart vor ziemlich genau zwei Jahren. „Für mich war es das erste Derby für den FC. Daher war es auch für mich besonders.“

Zu diesem Zeitpunkt war der hemdsärmelige Coach bereits auf dem besten Weg, eine Kölner Kult-Figur zu werden. Baumgart hatte dem dauerkriselnden FC wieder Leben eingehaucht, begeisterte nach Jahren des destruktivem Zerstör-Fußballs mit attraktivem Offensivfußball. Zugegeben, die Fallhöhe war nach der hauchdünnen Rettung im Mai zuvor auch besonders hoch, die Erwartungshaltung eben nicht. Im Gegenteil: Baumgart wurde für seine forsche Ansage, mindestens Platz zwölf erreichen zu wollen belächelt. Wenn man so will, war der Trainer aber zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Baumgart selbst hatte aber auch zum richtigen Zeitpunkt beigetragen.

Das Derby 2021 war ein Brustlöser

Und so krönte sich der Trainer an diesem kalten Abend im November zum Derbysieger. 4:1 schickten die Kölner den Rivalen nach Hause, feierten den höchsten Sieg gegen die Fohlen seit einem Vierteljahrhundert. Nicht ahnend, dass auch das zweite Derby in dieser Spielzeit an die Geißböcke gehen und der FC damit die Tür Richtung Europa ganz weit aufstoßen würde. Baumgart genoss den Moment. Der knurrige Trainer, der bis dahin nur durch innerliches Lächeln aufgefallen war, ging mit einem breiten Grinsen in die Kurve, ließ den Moment auf sich wirken. Nicht nur er. Auch die Südkurve, das Stadion feierte. Der Erfolg über den Lokalrivalen war ein erlösender Moment für die geschundene Kölner Seele. Zwar spielte Köln bis in diesen Herbst schon über den Erwartungen, belegte immerhin den angestrebten zwölften Tabellenplatz nach dem zwölften Spieltag, dennoch wirkte der Derbysieg auf die Spielzeit betrachtet ein wenig wie ein Brustlöser – vielleicht vergleichbar mit dem Polen-Spiel beim Sommermärchen 2006. Der FC ritt auf einer Erfolgswelle. Eine, die vielleicht von der ein oder anderen wirtschaftlichen Baustelle geschickt ablenkte.

Schwäbes Bundesliga-Debüt

Der Abend schrieb für viele Akteure emotionale Kapitel. „Es war mein erstes Bundesligaspiel“, erinnerte sich der Keeper am Mittwoch am Rande des Trainings. Damals hatte Schwäbe den verletzten Timo Horn ersetzt. „Wir gewinnen das Derby. Besser ging es nicht.“ Das bei voller Hütte, mitten in der Pandemie. Schwäbe ließ sich den Posten im Tor nicht mehr abnehmen, für Timo Horn war es der Anfang vom Ende beim FC. Für Rückkehrer Mark Uth war es die Erlösung nach drei schweren Monaten, in denen er nicht mehr getroffen hatte, in denen die Kritik an seiner Person gewachsen war. „Das Tor war echt Erleichterung, weil ich in den vergangenen Wochen auch nicht getroffen habe“, erklärte Uth nach der Begegnung. Der gebürtige Kölner stand neben Sebastian Andersson und Ondrej Duda symptomatisch für die Offensivflaute, die sich hinter dem überragenden Anthony Modeste auftat. Auch Duda und Andersson trafen und beendeten vorerst die Diskussion um die magere Torausbeute. „Wir haben auch in den vergangenen Spielen sehr gute Leistungen gezeigt, konnten es aber – warum auch immer – nicht in einen Sieg ummünzen“, erklärte Torschütze Uth. „Heute hat’s geklappt, das ist für uns natürlich ganz, ganz wichtig.“

Fast genau zwei Jahre später geht der FC durch seine erste Krise unter Steffen Baumgart. Der Zauber hat zum ersten Mal für einen längeren Zeitraum seine Magie verloren. Vielleicht braucht es am Ende genau so ein Derby, ein emotionales, eben ein „Besser-geht-nicht“-Derby um die Wende, das Ende der Krise einzuleiten.

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Höhere Marktwerte trotz Krise

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Höhere Marktwerte trotz Krise

Ein Punkt aus sieben Spielen, vier Tore – die Bilanz spricht alles andere als für eine gute Leistung. Dennoch konnten einige FC-Profis ihre Marktwerte steigern.

Die nackten Zahlen könnten nicht viel schlechter sein. Mit nur einem Punkt aus sieben Spielen und gerade einmal vier erzielten Treffern ist der 1. FC Köln denkbar schlecht in die Bundesliga gestartet. Wirklich überzeugen konnten nur wenige Spieler. Umso erstaunlicher, dass sich der Wert einiger FC-Spieler verbessert hat. Höhere Marktwerte trotz Krise

So gehört Dejan Ljubicic zu den großen Gewinnern der neu berechneten Marktwerte. Der Mittelfeldspieler war in dieser Saison ohnehin schon der wertvollste Kölner Akteur. Der Marktwert des Österreichers wurde von Gool.ai zu Beginn der Saison auf 8.8 Millionen Euro berechnet. Aktuell kommt der 26-Jährige auf 9.5 Millionen Euro. Ljubicic hat seinen Wert also um 700.000 Euro gesteigert. Dabei läuft die Spielzeit alles andere als gut für den 26-Jährigen. Ljubicic startete auf der Doppelsechs neben Eric Martel stark, ließ dann aber auch deutlich nach. Zuletzt wollte er so gar nicht zu seiner alten Form finden. Ganz schlecht will der Mittelfeldspieler, der sich gerade bei der Nationalmannschaft Österreichs aufhält, die bisherigen Auftritte der Kölner aber nicht gesehen haben. „Wir haben gute Spiele gehabt, in denen wir gut gespielt haben. Wenn du am Ende mit nur einem Punkt dastehst, ist das natürlich bitter“, sagte Ljubicic im österreichischen TV. „Ich habe dann einen Knacks bekommen. Ich komme aber wieder und werde für meinen Verein das beste geben.“ Ljubicic sagte noch einmal wie wichtig das kommende Derby für den Verein, aber auch die gesamte Stadt sei.

Carstensen verdreifacht seinen Marktwert

Sein Nebenmann auf der Sechs (wenn Ljubicic denn die Doppelsechs spielt) Eric Martel hat sich ebenfalls verbessert – und das deutlich. Der 21-Jährige wurde erst vor wenigen Wochen zum Kapitän der U21 ernannt, setzt die aktuellen Länderspiele des deutschen Nachwuchses aber aus. Als Bundestrainer Antonio di Salvo den Kader bestimmte, war noch nicht ganz klar, wie schnell Martel sich von seiner Verletzung erholt haben würde. Nun ist er wieder fit und bereitet sich in Köln auf das Derby gegen Gladbach vor. Der Mittelfeldspieler konnte seinen Marktwert von 3.22 Millionen Euro auf 5.79 steigern. Martel ist damit der zweitwertvollste Kölner Profi, hat sich an Florian Kainz mit 5.4 Millionen Euro vorbeigeschoben. Martel war zwar zuletzt einige Wochen ausgefallen, ist aber wohl der FC-Spieler, der die konstant besten Leistungen bringt. Auch bei der Pleite gegen Leverkusen war der 21-Jährige der beste Kölner Feldspieler.

Auf dem vierten Rang folgt eine kleine Überraschung. Der Däne Rasmus Carstensen entpuppt sich zunehmend als Glücksgriff für den FC. Sollte die Summe der Kaufoption wirklich bei den kolportierten 1.5 Millionen Euro liegen, sollte der FC auf jeden Fall zuschlagen. Denn Carstensen hat seinen Marktwert mehr als verdreifacht, ist laut der Online-Plattform mittlerweile 4.6 Millionen Euro wert. Für den Sommer 2025 prognostiziert das Tool dem Dänen sogar einen Marktwert von mehr als 7 Millionen Euro. Auch Leart Pacarada von 2.4 auf 3.9 sowie Linton Maina von 2.2 auf 3.3 Millionen Euro konnten ihre Werte deutlich anheben.

Kilian mit dem größten Verlust

Doch natürlich gibt es in Zeiten der Krise auch Verlierer. Luca Waldschmidt, zuletzt nicht mehr in der Startelf und dann krank wird nun auf 2.99 Millionen Euro eingeschätzt. Zu Beginn der Saison waren es noch 3.46. Luca Kilian, der in Baumgarts Start-elf-Planungen keine Rolle spielt, musste noch einen deutlicheren Verlust hinnehmen. Zu Beginn der Saison gehörte der Innenverteidiger mit einem Marktwert von 4.46 Millionen Euro zu den wertvollsten FC-Profis, mittlerweile liegt Kilian nur noch bei 3.7 Millionen Euro.

Die Online-Plattform Gool.ai berechnet die Marktwerte rein nach Leistungsparametern. Vom gespielten Pass über den Torschuss bis hin zur Passgenauigkeit oder der Einleitung von Großchancen werden alle Daten pro Spiel erfasst. Diese fließen in die Gesamtbewertung mit ein. Das Unternehmen bezieht die Berechnung im Gegensatz zu anderen Anbietern nur auf die Leistungsparameter. Bei transfermarkt.de fließen beispielsweise auch die Meinungen der User in den Marktwert mit ein.

Das sind die Marktwerte der FC-Profis (Stand 19.10.)

Marvin Schwäbe: „Das spielt uns ein Stück weit in die Karten“

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Marvin Schwäbe: „Das spielt uns ein Stück weit in die Karten“

Marvin Schwäbe ist beim 1. FC Köln die unumstrittene Nummer eins. Das Vertrauen zahlt der Keeper mit guten Leistungen zurück – zuletzt sogar überragend gegen Leverkusen. Am Sonntag schließt sich für Schwäbe im Duell gegen Gladbach ein Kreis.

Sein Bundesliga-Debüt, das letzte mal zu Null – für Marvin Schwäbe ist das Duell gegen Borussia Mönchengladbach mit guten Erinnerungen verknüpft. Und nicht nur das: Marvin Schwäbe ist vor dem Derby zuversichtlich: „Das spielt uns in die Karten“

Marvin Schwäbe zögerte keine Sekunde. Der Keeper war einer der ersten am Unfallort. Als sich sein Ersatz Philipp Pentke am Mittwochvormittag verletzte, zeigte Schwäbe fast schon gemäß seiner Profession auch hier eine schnelle Reaktion. Der Keeper rannte zum Spielfeldrand und kehrte mit dem Arztkoffer zurück. Selbst in dieser Situation strahlte der 28-Jährige eine ansteckende Ruhe aus. Mit einer ähnlichen Besonnenheit geht Schwäbe auch die aktuelle Krise beim FC an. Er weiß um die Lage, Panik steht dem Keeper aber wahrlich nicht ins Gesicht geschrieben. „Dass wir punkten müssen ist klar, das wollten wir in den vergangenen Wochen aber auch schon. Das Selbstvertrauen versuchen wir uns über das Training zu holen“, sagte Schwäbe am Mittwoch. „Wir müssen jetzt nicht darüber nachdenken, wo wir in der Tabelle stehen oder wie viele Punkte, Tore oder Gegentore wir haben. Wir fokussieren uns nur auf das nächste Spiel.“

Für Schwäbe schließt sich der Kreis

Und das ist auch für den 28-Jährigen ein Besonderes. Und das nicht nur wegen des Derbys. Gegen Gladbach feierte der 28-Jährige im November 2021 beim 4:1-Erfolg sein Bundesliga-Debüt. „Es war mein erstes Bundesliga-Spiel. Dazu noch vor 50.000 Fans während der Pandemie. Wir gewinnen das Derby. Besser ging es nicht“, tatsächlich war es für die damalige Nummer zwei ein Einstand nach Maß. Und es war der Beginn der Karriere als Nummer eins in der Bundesliga. Schwäbe kam für den verletzten Timo Horn in den Kasten und verließ ihn anschließend nur noch einmal kurz aufgrund einer Corona-Infektion. Das interne Keeper-Duell entschied Schwäbe eindeutig für sich. So eindeutig, dass Horn seinen Heimatklub im Sommer verließ und der FC den aus Bröndby an den Rhein gewechselten Keeper mit einem Vertrag bis 2027 ausstattete. Kein anderer FC-Profi verfügt über einen so langen Kontrakt.

Das Vertrauen in Schwäbe scheint riesig zu sein. Die Suche nach einer neuen Nummer zwei wurde auch besonders schwer, weil die Kölner Verantwortlichen von Beginn an keinen Hehl daraus machten, dass der Schwäbe-Ersatz eben nichts anderes sein würde. Im Grunde versprachen die Kölner einen Platz auf der Bank, mehr nicht. Dass die Kölner den Keeper bis 2027 an den Klub gebunden haben, obwohl mit Jonas Urbig eins der größten Torwart-Talente des Landes auf seine Chance beim FC lauert, spricht ebenfalls für Schwäbe. Und das Vertrauen zahlt der Hesse den Geißböcken auch in dieser Saison wieder voll zurück. Gegen Leverkusen bewahrte der Keeper die Kölner vor einem Debakel.

Auch sonst besticht Schwäbe in dieser Spielzeit mit guten Reflexen und starken Paraden. Vor allem verleiht seine besonnene Art der Mannschaft einen starken Rückhalt. Schwäbe ist immer anspielbar, verteilt die Bälle und übernimmt Verantwortung. Seine Leistung ist auch dem DFB nicht verbogen geblieben. Nicht umsonst wurde der Keeper im Sommer in Verbindung mit der Nationalmannschaft gebracht. Neutral betrachtet dürfte die deutsche Konkurrenz für einen Platz unter den Top-drei aber noch ein wenig zu groß sein. Dennoch: beim FC ist Schwäbe die Konstanz in Person.

Gladbach kommt dem FC gelegen

Allerdings blieb der Keeper auch lange nicht mehr ohne Gegentreffer. Zuletzt eben beim 0:0 gegen Gladbach im April dieses Jahren. Gegen ein Derby ohne Gegentor „hätte ich nichts einzuwenden“, sagte Schwäbe. Aus seiner Sicht kommt das Derby genau zum richtigen Zeitpunkt. „Es wäre eine andere Geschichte, wenn Gladbach alle Spiele gewonnen hätte oder stark performt hätten“, so der Torwart. Tatsächlich belegen die Fohlen aktuell den zwölften Tabellenplatz, mit einem Sieg und sechs Punkten. „Das spielt uns ein Stück weit in die Karten. Wir hoffen, dass wir unsere Stärken auf den Platz bringen können.“ Bei Schwäbe muss man sich da in der aktuellen Form wohl wenig Gedanken machen.

Zunehmend Kopfsache – was dem FC jetzt helfen kann

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Zunehmend Kopfsache – was dem FC jetzt helfen kann

Sieben Spiele, ein Punkt – die Negativserie geht an den Spielern des 1. FC Köln sicherlich nicht spurlos vorbei. Wir haben mit einem Experten über die Rolle der Psyche in der jetzigen Situation gesprochen.

Am Sonntagnachmittag empfängt der 1. FC Köln Borussia Mönchengladbach im RheinEnergie-Stadion. Der FC hofft auf die Wende im Derby. Allerdings ist die Negativserie nicht spurlos an den Kölner vorbei gegangen. Die Misere wird zunehmend zur Kopfsache – was dem FC jetzt helfen kann.

Die meisten Flanken, starke Laufwerte, zahlreiche intensive Läufe und Sprints – die Leistungsparameter des 1. FC Köln stimmen. Zumindest die Parameter, die den FC in den vergangenen Jahren ausgezeichnet haben. Aktuell laufen viele dieser Werte aber ganz offensichtlich ins Leere. Das, was zwei Spielzeiten der Garant des FC-Erfolgs war, will in der dritten Saison nicht mehr funktionieren. Über die Gründe wird viel spekuliert: Mangelnde Qualität im Kader, das schwere Auftaktprogramm, fehlendes Spielglück. Vermutlich ist es eine bunte Mischung aus dem Potpourri an Erklärungen. Steffen Baumgart brachte selbst noch einen anderen Aspekt ins Spiel. „Ich sage es sehr ungern, aber: Wir sind im Moment in einer Situation, in der wir schnell aus unseren Abläufen rauskommen, wenn etwas nicht läuft. Das hat vielleicht auch mit dem Kopf zu tun“, erklärte der Trainer im September. Es würde bereits in ihnen arbeiten. „Wenn viel falsch läuft, hat es auch ganz viel mit dem Kopf zu tun“, sagte nun auch Christian Keller in einem Interview mit dem TV-Sender Sky. „Wenn im Kopf die falschen Gedanken erst einmal drin sind, dann werden die Beine oft schwer.“

„Es wird schwer aus den Stresssituationen herauszukommen“

Dass die Psyche im Leistungssport eine entscheidende Rolle spielen kann, ist bekannt. Aber wird sie beim FC zunehmend zum Faktor? „Sie beeinflusst die Motivation, das Selbstvertrauen und die Fähigkeit, unter Druck performen zu können. Eine starke mentale Verfassung kann also den Unterscheid zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen“, sagt Thorsten Loch, sportpsychologischer Berater. Beim FC überwiegt aktuell eindeutig der Misserfolg und das geht nicht spurlos an den Spielern vorbei. „Negative Ergebnisse verbunden mit negativen Erlebnissen können das Selbstvertrauen beeinträchtigen und gleichzeitig Einfluss auf die Motivation nehmen. Das kann sich wiederum negativ auf die Leistung auswirken, da Zweifel und Ängste die Überzeugung an die eigenen Fähigkeiten erschüttern können. Es wird schwer, aus den jeweiligen Stresssituationen erfolgreich herauszukommen“, erklärt der Experte. 

Stresssituationen meistern die Geißböcke noch in aller Regel. Die quantitative Leistung stimmte zumindest streckenweise in den meisten Spielen. Trotzdem stehen die Kölner nach dem siebten Spieltag mit nur einem Punkt in den Händen da, schlittern von einem Frust in den nächsten. „Die Gefahr, nach einer Niederlagenserie in eine Abwärtsspirale zu fallen, ist durchaus vorhanden“, erklärt Loch und: „Man reibt sich auf, strengt sich an und dennoch belohnt man sich nicht und steht am Ende mit leeren Händen da. Da kann schnell die Sinnfrage aufkommen.“ In wieweit sich die Spieler diese stellen, ist von außen nicht zu beurteilen. Dass die Situation aber an den Nerven der Beteiligten zerrt, ist logisch.

Mit positiven Erlebnissen aus der Misere?

In der Sportpsychologie ist das Refraiming ein gängiges Mittel, um diesen Situationen zu entgehen. Negative Ergebnisse und Erlebnisse werden in ein positives Licht gerückt, aus einer gefühlten Bedrohung zum Beispiel eine Herausforderung gemacht. Möglicherweise betonte Baumgart auch deswegen am Dienstag, dass man ja schon auf dem 18. Platz angekommen sei, es nicht tiefer, sondern nach oben ginge. Gerade in der jetzigen Situation spielt der Coach eine große Rolle. „Trainer sind gut darin beraten, mit ihren Sportlern ins Gespräch zu gehen“, sagt Loch. Tatsächlich sucht Baumgart immer wieder das Gespräch mit seinen Spielern. „Primär geht es um die Schaffung eines positiven und unterstützendem Klimas. Es geht um das Stärken der individuellen und kollektiven Fähigkeiten sowie Fertigkeiten, das Setzen von handlungsdienlichen Zielen und das Fokussieren auf den Lernprozess“, sagt Loch. Das Ergebnis steht dabei nicht im Vordergrund. Vielleicht wurden die Kölner Verantwortlichen auch deshalb nicht müde, zu betonen, dass die Leistungen in Teilen gut waren.

Dennoch wird auch der FC nicht an guten Ergebnissen vorbeikommen. Denn die Kritik – auch an Trainer und Spielern – wächst. „Es wäre utopisch zu glauben, dass dies die Sportler zu einhundert Prozent nicht interessiert. Man kann sich den medialen Berichterstattung gar nicht wirklich entziehen“, sagt Loch. „Der Sportler sollte bereits über geeignete Strategien verfügen, die ihn beim Umgang mit der Fremdbeurteilung unterstützen. Häufig werden die Teams ausschließlich auf der Grundlage des Endergebnisses vom Wochenende reduziert. Was unter der Woche passiert und wie die Spieler trainiert haben, bleibt den meisten verborgen“, so der Experte weiter. „Umso deutlicher wird in diesem Zusammenhang, dass das Team an sich glaubt und Ruhe bewahrt. Dies gilt natürlich auch für das System um das Team herum.“ Worte, die man von Baumgart am Dienstag ebenfalls hörte. Aber: „Wenn wir diese Ruhe behalten wollen, dann müssen wir Punkte holen“, sagte der Trainer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Am besten bereits im Derby gegen Gladbach.

Glück im Unglück bei Philipp Pentke

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Glück im Unglück bei Philipp Pentke

Philipp Pentke hat Glück im Unglück gehabt. Die Kölner Nummer zwei hatte sich am Mittwochvormittag verletzt. Allerdings nicht so schwer wie zunächst befürchtet.

Der Schock saß am Mittwochvormittag tief, als FC-Keeper Philipp Pentke mit dem Krankenwagen abtransportiert worden ist. Mittlerweile gab der Klub Entwarnung. Glück im Unglück bei Philipp Pentke – der Keeper ist von einer schweren Verletzung verschont geblieben.

Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Demnach hat sich der Keeper „nur“ eine Fleischwunde zugezogen. Pentke war in der Trainingseinheit am Mittwochvormittag im Fallen mit dem Knie an einer Abdeckung des Tores hängengeblieben und dann schreiend liegengeblieben. Spieler und Betreuer versorgten den 38-Jährigen, der mit den Tränen rang. Die Kölner Verantwortlichen riefen den Krankenwagen. Noch auf dem Platz wurde der Keeper von Physiotherapeut Marvin Kreuzwieser erstversorgt. Nach einer zehnminütigen Behandlung wurde die Kölner Nummer zwei abtransportiert und in die Mediaparkklinik gebracht. Im ersten Moment konnte neben der Fleischwunde unter dem rechten Knie auch eine strukturelle Verletzung nicht ausgeschlossen werden.

MRT schließt strukturelle Verletzung aus

Das hat nun ein MRT getan. Die Wunde wurde noch am Nachmittag in einem operativen Eingriff gesäubert und genäht. „Im ersten Moment sah das übel aus. Deshalb sind wir sehr froh, dass es nicht schlimmer ist. Trotzdem tut es mir leid für den Jungen, wir wünschen ihm schnelle, gute Besserung“, sagte FC-Cheftrainer Steffen Baumgart. Wie lange der Keeper nun ausfallen wird, ist offen. Das Derby am Sonntag kommt aber definitiv zu früh. Der 38-Jährige war im Sommer als klare Nummer zwei und Ersatz für Timo Horn verpflichtet worden. Zunächst hatte sich Pentke bei den Geißböcken fit gehalten, der FC suchte weiter nach einer Nummer zwei. Nach diversen Absagen unterschrieb der Torwart, der zuletzt bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag gestanden hatte, einen Einjahresvertrag. Dabei war ganz klar definiert, dass Pentke nur im Notfall einspringen werde. Marvin Schwäbe ist die unangefochtene Nummer eins. In der kommenden Spielzeit soll Jonas Urbig zur Nummer zwei werden.

FC-Keeper: Krankenwagen transportiert Pentke ab

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FC-Keeper: Krankenwagen transportiert Pentke ab

FC-Keeper Philipp Pentke hat sich am Mittwochvormittag beim Training in Vorbereitung auf das Derby verletzt. Der Keeper musste abtransportiert werden. Am Nachmittag gab der Klub aber leichte Entwarnung.

Die Trainingseinheit am Mittwochvormittag wurde von einem Unfall überschattet: Der Keeper hatte sich eine klaffende Fleischwunde am rechten Knie zugezogen und musste von einem Arzt behandelt werden. Ein Krankenwagen transportiert Philipp Pentke ab. Mittlerweile hat der Klub leichte Entwarnung gegeben. Pentke habe sich „nur“ eine Fleischwunde zugezogen.

Eigentlich hieß das Kölner Motto am Mittwochvormittag „mit voller Kapelle ins Derby“, schließlich hatten auch die zuletzt angeschlagenen Benno Schmitz und Linton Maina wieder mit der Mannschaft trainiert. Doch daraus wird wohl nichts. Philipp Pentke, der Ersatzkeeper des 1. FC Köln hat sich verletzt.

Die Kölner Nummer zwei ging während der Einheit schreiend zu Boden, griff sich sofort an das rechte Knie. Dort klaffte eine tiefe Fleischwunde. Wie genau sich der 38-Jährige die Verletzung zugezogen hat, ist noch unklar. Wahrscheinlich hat sich Pentke an eine Verankerung des Tores verletzt. Steffen Baumgart eilte wie auch Marvin Schwäbe und die weiteren Torhüter sofort zur Hilfe. Sie allesamt kümmerten sich um den 38-Jährigen. Die Kölner Verantwortlichen riefen den Rettungswagen, dieser kam inklusive eines Notarztes nach einer knappen Viertelstunde. Nach der Erstversorgung wurde der Kölner Keeper unter dem Applaus der Fans abtransportiert. Eine MRT-Untersuchung brachte am Nachmittag Gewissheit: Pentke habe sich demnach „nur“ eine Fleischwunde zugezogen, keine weitere Verletzung. Er wird somit nicht länger ausfallen, für das Derby aber sicher nicht im Kader stehen.

Pentke als Nummer zwei verpflichtet

Der 38-Jährige war im Sommer als klare Nummer zwei und Ersatz für Timo Horn verpflichtet worden. Zunächst hatte sich Pentke bei den Geißböcken fit gehalten, der FC suchte weiter nach einer Nummer zwei. Nach diversen Absagen unterschrieb der Torwart, der zuletzt bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag gestanden hatte, einen Einjahresvertrag. Dabei war ganz klar definiert, dass Pentke nur im Notfall einspringen werde.

Baumgart nahm nach dem Schock das Training mit der Mannschaft wieder auf. Nachdem Jan Thielmann bereits am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einstieg, folgten am Mittwoch auch Maina und Schmitz. Auch die Nationalspieler sind wie berichtet wieder im Training.

Vollstes Vertrauen in Baumgart

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Vollstes Vertrauen in Baumgart

Trotz der anhaltenden Misere kann FC-Trainer Steffen Baumgart in Ruhe arbeiten. Das wird sich auch in den kommenden Spielen wohl kaum ändern. FC-Sportdirektor Christian Keller stärkte dem Kölner Coach den Rücken.

Selten hat ein Kölner Trainer in einer ähnlichen Situation beim 1. FC Köln so in Ruhe arbeiten können. Eine Trainerdiskussion gibt es aktuell nicht. Im Gegenteil: Christian Keller spricht vollstes Vertrauen in Baumgart aus.

Sieben Spiele, ein Punkt lautet die desaströse Bilanz der Geißböcke. Eine Bilanz, die nicht nur in Köln in der jüngeren Vergangenheit zu einer mittelgroßen Hektik geführt hätte. Doch aktuell ist diese rund um das Geißbockheim trotz des zehntschlechtesten Saisonstarts eines Bundesligisten nicht spürbar. Im Gegenteil. Beim FC herrscht, auch wenn der Abstiegskampf bereits ausgerufen wurde, eine angenehme Ruhe – zumindest klubintern. Und es deutet gerade nichts darauf hin, dass es sich dabei nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt.

Baumgart: „Wir gehen einen gemeinsamen Weg“

Der FC steht zweifelsohne vor stürmischen Wochen. Aber diese wird der Verein mit Steffen Baumgart angehen. Daran werden wohl auch mögliche Niederlagen gegen Gladbach und Leipzig nichts ändern. Während in Augsburg bereits der erste Trainerwechsel stattgefunden hat – Enrico Maaßen musste gehen, Jess Thorup ist gekommen – und anderorts schon heftig diskutiert wird, ist diese Maßnahme in Köln aktuell noch kein Thema. „Steffen macht hier seit mehr als zwei Jahren einen sehr sehr guten Job mit seinem Trainerteam“, sagte FC-Sportdirektor Christian Keller bei „Sky“. „Ich kann jeden Tag sehen, wie akribisch, wie fleißig, wie selbstkritisch und wie reflektiert hier gearbeitet wird.“ Die Worte klingen nicht nach den üblichen Treueschwüren, die bereits nach wenigen Tagen umschlagen. Sie klingen nach purem Vertrauen. Keller ist der festen Überzeugung, dass Baumgart den Weg aus der Krise findet.

Dabei greifen bereits die ersten obligatorischen Abstiegs-Mechanismen. Der Sportdirektor steht ohnehin in der Kritik der Fans, es mehren sich nun aber auch die Stimmen gegen den Trainer. Baumgart setze auf die falschen Spieler, halte an ihnen fest, obwohl sie keine Leistung bringen, setze sie auf den falschen Positionen ein. Dem schob der Trainer ungewohnt deutlich einen Riegel vor. Er entscheide, wer spielt. Punkt. Die vergangenen beiden Jahre haben zumindest gezeigt, dass der Coach mit vielen seiner Entscheidungen richtig gelegen hat. Auch das hat die Kölner so erfolgreich gemacht. Und genau das soll Köln wieder zum Erfolg führen. Der 51-Jährige dreht sich jedenfalls nicht wie ein Fähnchen im Wind, hält fast schon stur an seinem und an dem Weg des Vereins fest. Davon bringt ihn auch die aktuelle Misere nicht ab. „Erst einmal ist es wichtig, dass wir die Ruhe bewahren und mit der gleichen Rückendeckung weiterarbeiten können wie bisher. Und das können wir hier“, sagte Baumgart unter anderem dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir haben gesagt: Wir gehen einen gemeinsamen Weg. Und bei diesem Weg gibt es auch mal Dellen. Der geht nicht immer nur geradeaus und nach oben – wie man jetzt sieht.“

Auch die Mannschaft steht hinter dem Trainer

Aktuell führt der Weg nach unten. Bislang. Denn der FC ist bekanntlich am unteren Ende angekommen. „19. können wir nicht mehr werden. Der Weg geht nach oben“, betonte Baumgart. „Und so sollten die Jungs es auch sehen“. Aktuell führt aber auch kein Weg an dem Trainer vorbei. Zu wichtig ist die bisherige Arbeit des 51-Jährigen für den Klub, aber auch das Team. Die Stimmung im Training, auf dem Platz, in den Gesprächen lassen jedenfalls wenig Zweifel daran, dass die Mannschaft komplett hinter dem Trainer steht. Zwischen diese und die Arbeit der Coaches passe eh kein Blatt hatte Baumgart noch in der vergangenen Woche gesagt. „Ich sehe, dass jeder Spieler dieser Mannschaft erkennt, dass dieses Trainerteam ihm bei der Weiterentwicklung hilft“, betonte der Sportdirektor und bestätigte, dass Baumgart beim FC „goldrichtig“ sei. Genauso wie die Mannschaft, die er an der Hand habe. Trotz der Misere deutet beim FC nicht viel auf die Ruhe vor dem Sturm. Vielmehr ist die Ruhe in dem Vertrauen innerhalb der Mannschaft verankert.

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