Marius Bülter war gegen Eintracht Frankfurt der gefährlichste Offensivspieler des 1. FC Köln. Doch auch der 33-Jährige konnte seine Chancen nicht nutzen und wartet weiter auf seinen ersten Scorerpunkt. Viel schwerer wiegt allerdings ein anderes Problem: Bülter bringt nicht die Eigenschaften mit, die René Wagner von einem klassischen Zielstürmer benötigt.
Zwei gute Möglichkeiten, kein Treffer: Marius Bülter hätte den 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt früh in Führung bringen können. Der Angreifer war dennoch der gefährlichste Kölner Offensivspieler. Doch ausgerechnet seine Leistung verdeutlichte ein grundsätzliches Problem: Bülter kann Chancen kreieren, den fehlenden klassischen Zielstürmer aber nicht ersetzen.

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Es hätte nicht viel gefehlt und der FC hätte gegen Eintracht Frankfurt einen Auftakt nach Maß gefeiert. Bereits in der ersten Minute lief Marius Bülter alleine auf Noah Atubolu zu, bekam die Kugel aber nicht am Keeper vorbeigelegt. Und der Offensivspieler hatte etwas später nach Borna Sosas Freistoß sogar noch eine bessere Chance, die Führung der Geißböcke zu erzielen. Doch wieder scheiterte der Routinier am Frankfurter Schlussmann. Unter dem Strich war der Angreifer im Duell gegen die Hessen der gefährlichste Kölner Offensivspieler. Der 33-Jährige erhielt wieder den Vorzug vor Spielern wie Jan Thielmann oder Luca Waldschmidt und dieses Mal sogar vor Englands Supertalent Mikey Moore. Bülter ist also rein quantitativ aktuell die Antwort auf die Frage nach dem Ersatz für Thijs Dallinga, der sich im Testspiel gegen Viktoria Köln einen Kreuzbandriss zugezogen hat, oder Ragnar Ache, der mit einer muskulären Verletzung ausfällt.
Marius Bülter wartet beim 1. FC Köln weiter auf seinen ersten Scorerpunkt
Bei der Frage, wie er die beiden qualitativ ersetzt, ergibt sich jedoch ein gemischtes Bild. Dass sich Bülter in die gefährlichen Räume bewegt, ist gut. Dass er sie bislang nicht nutzen kann, weniger. Denn der Offensivspieler kommt bisher auf keinen Scorer. Gegen Stuttgart war der Angreifer nah dran, doch sein vermeintlicher Treffer wurde zu recht als Eigentor von Ramon Hendriks gewertet. Der Stürmer kam daher bislang noch nicht auf dem Scorerboard vor. Und das, obwohl Bülter in der Vorbereitung einer der Kölner Topscorer war. Das letzte Pflichtspieltor dagegen erzielte der Stürmer im vergangenen Mai gegen Heidenheim. Die Durststrecke will Bülter am kommenden Samstag im Spiel gegen seinen Ex-Verein beenden. Von 2021 bis 2023 lief der Stürmer 69 Mal für Schalke auf, war in der Zeit mit 23 Toren und 14 Vorlagen im Schnitt in jedem zweiten Spiel an einem Tor unmittelbar beteiligt. Doch an die Quote kam er anschließend weder bei Hoffenheim noch in Köln ran.
Warum Bülter den fehlenden Zielstürmer nicht ersetzen kann
Nun soll er die Antwort auf eine Frage sein, die er eigentlich nicht erfüllen kann. Denn wie berichtet ist Bülter nicht der klassische Zielstürmer, den die Geißböcke für ihr Spiel eigentlich vorgesehen haben. Ein groß gewachsener Stürmer in der Spitze, der Bälle festmacht oder ablegt, der den schnellen Flügelspielern Zeit zum Nachrücken und Räume auf den Außen schafft. Natürlich gibt es auch Wege, ohne Zielstürmer erfolgreich und gefährlich zu agieren. Nur hat der FC diese gegen Frankfurt kaum gefunden. Bülter zeigte gegen die Hessen eine ordentliche Leistung, bewies aber auch, dass er eben die Rolle des Zielstürmers nicht erfüllt. Gerade wenn die Kölner unter Druck gerieten, fehlte ihnen ein zentraler Anspielpunkt, der lange Bälle sichern und seinen Mitspielern Zeit zum Nachrücken verschaffen konnte. Nach dem Wechsel fand die FC-Offensive so gut wie nicht mehr statt.
Bülter ist damit nicht das Problem der Kölner Offensive. Im Gegenteil: Gegen Frankfurt zeigte er, dass er sich in gefährliche Abschlusspositionen bringen kann. Doch der FC benötigt offenbar mehr als einen Angreifer, der selbst zum Abschluss kommt. Ohne Dallinga und Ache fehlt Wagner ein Spieler, der auch seine Mitspieler besser in Szene setzen kann. Solange die Kölner keinen anderen Weg finden, diese Lücke zu schließen, dürfte die Offensive weiter vor Schwierigkeiten stehen. Bülter kann dabei ein Teil der Lösung sein. Der klassische Zielstürmer, den der FC ursprünglich eingeplant hatte, ist er aber nicht.
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