Mit Thijs Dallinga und Imad Rondic fehlen dem 1. FC Köln aktuell zwei Stürmer verletzungsbedingt. Ragnar Ache ist zumindest wieder teilintegriert, braucht aber auch noch Zeit. Eine weitere Option, die hätte in der Offensive auflaufen können, wäre Youssoupha Niang gewesen. Der Angreifer ist derzeit an den FC St. Pauli ausgeliehen. Hätten die Kölner den 20-Jährigen im Sommer lieber behalten sollen?
Für Youssoupha Niang läuft es beim FC St. Pauli bislang richtig gut. Der Stürmer stand in vier von von sechs möglichen Zweitliga-Partien in der Startelf und kam in den anderen beiden Partien als Joker zum Einsatz.

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Auch wenn es mit dem Toreschießen bislang noch nicht funktioniert hat, ist die Spielpraxis für den 20-Jährigen elementar wichtig für seine Entwicklung. Gemeinsam mit Abdoulie Ceesay bildet Niang seit drei Partien das Offensiv-Duo bei St. Pauli. „Das hat sich jetzt so ein wenig ergeben mit Youss, der geradlinig ist, der auch brutale Power hat, am Gegner vorbeiziehen kann und beim Anlaufen richtig gut ist“, lobte Trainer Marcel Rapp den Youngster nach dem 2:0-Erfolg gegen den Karlsruher SC.
Niang durfte in der vergangenen Saison sowohl unter Ex-Coach Lukas Kwasniok als auch unter René Wagner bereits Bundesligaluft schnuppern. Zweimal stand der junge Stürmer in der Startelf, zudem kam er achtmal von der Bank. Im vergangenen Sommer entschieden sich die FC-Verantwortlichen jedoch, Niang in die 2. Bundesliga an St. Pauli zu verleihen. In Hamburg sollte das Eigengewächs wichtige Spielpraxis und Erfahrungen sammeln. Angesichts der aktuellen Lage bei den Geißböcken muss jedoch die Frage erlaubt sein, ob bei der Kaderplanung in der Offensive nicht einen Fehler gemacht wurde. Aktuell steht man in Köln ohne nominellen Stürmer da.
Niang als zusätzliche Option in der Kölner Offensive
Der gleichzeitige Ausfall von Ragnar Ache und Thijs Dallinga traf den FC hart. Dahinter steht als dritte Option für das Sturmzentrum lediglich Imad Rondic bereit. Der Bosnier konnte allerdings seit seinem Wechsel nach Köln seine Qualitäten nie wirklich unter Beweis stellen und fehlte zuletzt ebenfalls. Marius Bülter wird unter Wagner primär auf den Außenbahnen eingesetzt, spielte aufgrund der aktuellen Lage allerdings immer wieder neben Said El Mala in der vordersten Linie. Der 33-Jährige ist allerdings kein klassischer Stürmer. Wie die Rolle von Niang bei einem Verbleib aktuell aussehen würde, ist rein spekulativ. Auch wenn es vielleicht nicht für die Startelf reichen würde, dürfte er dennoch zumindest eine große Rolle von der Bank spielen. Der gebürtige Bonner bringt einige Eigenschaften mit, die dem Team gut zu Gesicht stehen würden. Er ist jung, hungrig und flexibel einsetzbar.
In der Vorbereitung machte Niang durch starke Leistungen auf sich aufmerksam und traf unter anderem in den Testspielen gegen den FC Rheinsüd und Bergisch Gladbach. Sogar ein möglicher Durchbruch als Stammspieler wurde immer wieder diskutiert. Trotzdem entschieden sich Wagner und sein Team am Ende bekanntlich für eine Leihe als bessere Option. Rund zwei Monate später steht der FC ohne Stürmer da. Weder Bülter, noch der aktuell fehlende Rondic werden diese Lücke vollständig schließen können. Für Niang hätte es die Möglichkeit sein können, sich in der Bundesliga zu beweisen. Vereinsintern werden große Stücke auf den Angreifer gehalten. Welche Rolle er nach seiner Rückkehr einnimmt, wird sich noch zeigen.
Wagner setzt auf junge Talente
Dass Wagner keine Scheu hat, auf junge und talentierte Spieler zu setzen, zeigt unter anderem der Umgang mit Jahmai Simpson-Pusey und Mikey Moore. Neuzugang Reigan Heskey spielte zuletzt ebenfalls wieder eine größere Rolle. In Frankfurt durfte der junge Engländer in der Schlussphase ran und hatte noch die Chance zum Ausgleich. Von der aktuellen Situation hätte Niang zwar profitieren können – allen voran aber der FC selbst. Seine Schnelligkeit könnte im Umschaltspiel der Kölner eine Waffe sein – besonders, wenn Wagner wie gegen die Eintracht eine defensivere Ausrichtung wählt und auf Konter setzt.
Niang wurde beim FC in der vergangenen Saison auch schon auf der rechten Außenbahn eingesetzt und hätte dort den Konkurrenzkampf ankurbeln können. Auf der Position hat momentan Linton Maina die Nase vorn. Der Außenspieler ist aktuell Topscorer bei den Kölnern und verdrängte Jan Thielmann direkt zu Beginn der Spielzeit aus der Startelf. Thomas Kessler deutete bereits an, für den Platz im Sturmzentrum im Winter auf dem Transfermarkt aktiv werden zu wollen. Womöglich steht auch eine frühzeitige Leih-Rückkehr im Raum.
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