Ehemaliger FC-Sportchef Jörg Jakobs rechnet mit Christian Keller ab: „Die Konsolidierung begann nicht mit Keller“

Christian Keller und Jörg Jakobs
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Ehemaliger FC-Sportchef Jörg Jakobs rechnet mit Christian Keller ab: „Die Konsolidierung begann nicht mit Keller“

Vor anderthalb Jahren musste der ehemalige Berater des FC den Verein in Folge der Transfersperre verlassen. Nun äußerte sich der Dozent in einem Interview über seinen Abschied und sein Verhältnis zum Ex-Sportdirektor des 1. FC Köln: Jörg Jakobs rechnet mit Christian Keller ab.

Anderthalb Jahre nach seiner Entlassung beim FC findet der ehemalige Berater deutliche Worte in Bezug auf seinen Abgang beim 1. FC Köln: Jörg Jakobs rechnet mit Christian Keller ab.

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Wirklich überraschend kam die Meldung im Februar 2024 nicht mehr. Rund zwei Monate nach der Bestätigung des Registrierungsverbots gegen den FC wurden die Dienste von Berater Jörg Jakobs nicht mehr benötigt. „Die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand des 1. Fußball-Club Köln 01/07 e.V. und ihrem sportlichen Berater Dr. Jörg Jakobs ist beendet worden“, hieß es von Seiten des Vereins. „Die Kündigung ist Teil der Aufarbeitung der Transfersperre, die gegen den 1. FC Köln verhängt wurde. Die Rolle von Jörg Jakobs in dem Transfer um Jaka Cuber Potocnik, bei dem er die damalige Geschäftsführung der 1. FC Köln GmbH & Co KGaA beriet, lässt eine weitere Zusammenarbeit als sportlicher Berater des Vorstands aus unserer Sicht nicht zu“, wurde Präsident Werner Wolf in der Pressemitteilung zitiert.

Jakobs fühlt sich als Bauernopfer

Gut anderthalb Jahre später meldet sich der ehemalige Berater zu Wort und geht mit dem Vorgang, der Situation, aber auch Ex-Sport-Geschäftsführer Christian Keller hart ins Gericht. Jakobs habe sich durchaus als Bauernopfer gefühlt. „Ich war überrascht, weil es keinerlei Vorgespräche gab. Insbesondere, wenn ich mir das spätere Rechtsgutachten ansehe: Da ist an keiner Stelle von einem Fehlverhalten meinerseits gesprochen worden“, erklärte der Dozent der Sporthochschule nun in einem Interview dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Der Vorstand habe ihm damals fehlendes Vertrauen vorgeworfen, ohne ihm die Chance zu geben, sich zu erklären. Jakobs war in Folge der harten Strafe der FIFA die einzige Person, die die Koffer beim FC packen musste.

Dabei sieht auch der ehemalige Sportchef Versäumnisse. Zumindest hätte Jakobs einen anderen Weg gewählt, um die Transfersperre noch abzuwenden. „Ich hätte dazu geraten, das Thema möglichst geräuschlos mit Ljubljana zu klären. Ganz einfach deshalb, weil es kein so unüblicher Vorgang ist, sondern weil das in der Branche ständig so gehandhabt wird“, so Jakobs, der erklärt, dass die Verpflichtung des jungen Spielers aus heutiger Sicht nicht schlau gewesen sei. Eine Argumentation, eine Einigung hätte Untreue-Tatbestände erfüllen können, bezeichnet Jakobs als „Blödsinn“. „Es ist jedem Verein freigestellt, wie viel Potenzial er in einem Spieler sieht und wie viel er bereit ist, für diesen Spieler zu investieren. Sonst müsste man bei jedem Fehleinkauf die Frage nach Veruntreuung stellen.“

Jakobs erhebt Vorwürfe gegen Keller

Und Jakobs erhebt schwere Vorwürfe gegen Keller. So habe der Berater kurz nach dem Amtsantritt des Sportdirektors im April 2022 gar keine beratende Funktion mehr eingenommen. „Ich wurde wiederholt durch Christian Keller systematisch beim Vorstand diskreditiert“, sagt Jakobs, dessen Expertise in der Folge nicht mehr benötigt wurde. Der Austausch mit Keller sei sehr einseitig gewesen. Auch an der Transferpolitik des Ex-Sportdirektors lässt der Dozent kein gutes Haar. Dass Keller den Verein saniert habe, stimme so nicht. „Wir haben bereits ab Sommer 2021 signifikant Gehälter eingespart und später durch Transfer-Einnahmen Gelder generiert. Und sportlich ein sehr ordentliches Ergebnis mit Platz sieben und der Rückkehr nach Europa erzielt“, so Jakobs. „Die Konsolidierung begann nicht mit Keller, sondern nachweisbar am 1. Juni 2021. Dass Christian Keller diesen Sparkurs fortgeführt hat, halte ich für grundsätzlich sinnvoll. Die Frage stellt sich allerdings: Wie weit sollte Sparen im Wettbewerbsumfeld Bundesliga gehen und wann beginnt das Kaputtsparen?“

So sei der Abstieg aus Sicht des Ex-Beraters durchaus vermeidbar gewesen. Und auch die vermeintlich erfolgreichen Transfers von Christian Keller ordnet der Sportwissenschaftler anders ein. Demnach sei für Keller beim Amts-Antritt viel vorbereitet gewesen. „Denis Huseinbasic zum Beispiel war der Scouting-Abteilung bekannt und wurde als Kandidat geführt; Linton Maina war sehr weit fortgeschritten. Dann kam Eric Martel noch, ihn hat zwar Keller geholt, doch auch Eric war schon auf dem Schirm“, sagt Jakobs. „Und sich Said El Mala ans Revers zu heften: Im besten Fall wurde der Transfer nicht verhindert. Said geht auf andere FC-Mitarbeiter zurück.“ Erst vor wenigen Wochen hatte Keller in einem Interview betont, dass die Verpflichtung von El Mala den „teuersten Abgang der FC-Historie“ mit sich bringen würde.


Gerhard Struber blickt mit gemischten Gefühlen auf die Zeit beim 1. FC Köln zurück

Gerhard Struber trainiert mittlerweile Bristol
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Gerhard Struber blickt mit gemischten Gefühlen auf die Zeit beim 1. FC Köln zurück

Mit seinem neuen Club Bristol City befindet sich Gerhard Struber wieder auf Aufstiegskurs. Der Coach will mit seinem Team in die Premier League. Nun äußerte sich der Trainer in einem Interview auch zu seinem Abschied aus Köln. Das sagt Gerhard Struber zum Weggang vom 1. FC Köln.

So wirklich überraschend kam die Entlassung nach dem 1:1 gegen Regensburg damals nicht mehr. Der Österreicher musste den FC auf einem Aufstiegsplatz verlassen. Das sagt Gerhard Struber zum Weggang vom 1. FC Köln.

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Fast fünf Monate sind vergangenen, seitdem Gerhard Struber beim 1. FC Köln die Koffer packen musste. Die Reise ging beim FC bekanntlich weiter nach oben. Die Kölner haben einen guten Start in die Bundesliga hingelegt. Auch für den Österreicher stand die Welt nach seiner Entlassung nicht still. Struber ist bekanntlich nach England zurückgekehrt, mittlerweile Coach bei Bristol City und das auch erfolgreich. Mit elf Punkten aus sechs Spielen belegt der Club Rang drei in der Championship. Struber ist in England wieder angekommen, fühlt sich im Südwesten der Insel und bei seinem Club scheinbar wohl. „Ich muss hier wenige Kompromisse eingehen, der Kader passt sehr gut dazu, wie ich mir Fußball vorstelle“, sagt Struber im Interview mit dem „Kicker„. 

„In Köln bin ich nochmal gereift“

Auf die Zeit in Köln blickt der Trainer mit gemischten Gefühlen zurück. „So kurz vor Schluss zu realisieren, dass man jetzt nicht mehr dabei ist und keinen Einfluss mehr auf den Ausgang der Saison hat, war hart“, sagt der Trainer. „Und auch die Art und Weise hat mich nachdenklich gemacht, wenn man die äußeren Umstände wie etwa die erst im Januar ausgelaufene Transfersperre bedenkt.“ Struber hatte den FC im Sommer 2024 unter dem Registrierungsverbot der FIFA übernommen. Die Kölner waren also nicht in der Lage, den Kader großartig zu verändern. Nach holprigem Start mit Rang zwölf nach dem zehnten Spieltag, verlieh der Österreicher dem FC wieder mehr Stabilität. Köln fing sich, legte eine beeindruckende Erfolgsserie hin und wurde sogar noch Herbstmeister.

Auch in der Rückrunde gerieten die Geißböcke nie so richtig in Gefahr, spielten aber sicher nicht den attraktivsten Fußball. Nach einem 1:1-Unentschieden gegen Schlusslicht Regensburg war nach dem 32. Spieltag Schluss, Struber musste gehen. „Dass ich die Saison, obwohl wir auf einem Aufstiegsplatz lagen, nicht zu Ende bringen durfte, tat echt weh. Es hat Zeit gebraucht, damit umzugehen und das hinter mir zu lassen“, sagt der Trainer. Die Spiele seines Ex-Teams verfolge er auch weiterhin. Und der Österreicher zog auch etwas Positives aus dem Weggang aus Köln. „Natürlich habe ich noch Kontakt zu einigen Spielern in Köln, da habe ich mir Feedback geholt. Genauso wie vom einen oder anderen Trainerkollegen. Ich habe einfach Rückschau gehalten: Was hätten wir anders und besser machen können? Ich will in jeder Station etwas dazulernen und in Köln bin ich nochmal gereift, ganz klar“, sagt Struber.



Wieder mehr Hurra-Fußball beim 1. FC Köln? Aber nicht zu Lasten der Defensive

Tom Krauß machte eine ordentliche Partie gegen Leipzig
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Wieder mehr Hurra-Fußball beim 1. FC Köln? Aber nicht zu Lasten der Defensive

Die Geißböcke sind bisher in Sachen Torverwertung gut in die Bundesliga gestartet, spielen auch gegen starke Gegner wie zuletzt RB Leipzig mutig nach vorne. Das erinnert in Teilen an den Anfang der vergangenen Saison beim 1. FC Köln: Mutige Offensive, insgesamt stabile Defensive.

Auch gegen RB Leipzig hatte der FC am Samstag seine Chancen, hätte das Spiel vielleicht noch einmal spannend machen können. Die Kölner spielen unabhängig des Gegners mutig nach vorne. Erinnerungen an die Vorsaison werden wach, als von einer fehlenden Balance die Rede war, doch die Abwehr steht insgesamt recht stabil beim 1. FC Köln: Mutige Offensive, insgesamt stabile Defensive.

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Auch, wenn die Niederlage bei RB Leipzig schmerzhaft war, sie war wohl verdient. Zumindest waren sich da die Protagonisten des FC einigermaßen einig. „Am Ende ist das Ergebnis schon in Ordnung“, sagte beispielsweise Thomas Kessler. Ein Tor mehr hätte es dann aber schon sein dürfen. Das sagte auch der xGoals-Wert nach der Begegnung. Die Kölner kamen auf 1,78, RB Leipzig auf 2,5. Nach der Qualität der Chancen wäre für Köln also wohl mehr möglich gewesen. Tatsächlich suchen die Kölner in dieser Spielzeit meist die Flucht nach vorne und das oft auch spielerisch. Das mit Erfolg. Aktuell liegt der xGoals-Wert bei 6,5, der FC erzielte aber bereits neun starke Tore. So viel wie seit 48 Jahren in der Bundesliga nicht mehr. In der Tor-Effizienz liegt der FC damit in der Top-fünf der Liga. Zum Vergleich im Abstiegsjahr lag der xGoals-Wert zum gleichen Zeitpunkt bei 3,7, getroffen hatten die Kölner drei Mal.

Wie steht es um die Kölner Defensive?

Und obwohl es sich zurzeit wohl ganz anders anfühlt, hat der aktuelle Fußball damit doch ein wenig von dem der Vorsaison – zumindest zum gleichen Zeitpunkt der Spielzeit. Da kamen die Kölner nach dem 4. Spieltag bereits auf einen xGoals-Wert von zwölf, der FC hatte elf Tore erzielt. In Teilen kehren die Geißböcke wieder zurück zum Hurra-Fußball, wenn auch taktisch anders, vor allem variabel eingestellt, wenn auch ganz anders dosiert und dazu mit einem anderen Kader. Doch unabhängig des Gegners, des Namen, des Kaderwerts haben die Geißböcke den Vorwärtsgang eingelegt. Lukas Kwasniok hält bislang sein Versprechen des Spektakels. Nur fiel dem anfänglichen Spektakel der Vorsaison die Defensive zum Opfer. So dass die Frage nach ähnlichen Schwierigkeiten in der Hintermannschaft durchaus erlaubt ist.

Bislang wirkt die Abwehr stabil, wenn auch nicht immer sattelfest. Gerade bei den Standardsituationen geriet die Kölner Defensive gegen Leipzig gehörig ins Schwimmen, wie auch Eric Martel nach dem Spiel zugab. „Wir müssen die Standards besser verteidigen. Jedes Mal, wenn ein Ball reingeflogen ist, hat es lichterloh gebrannt“, sagte der Sechser. Und das zeigt sich gerade bei den Gegentoren. Fünf von sieben fielen eben nach Standards. Allerdings wurden damit auch nur zwei Gegentore herausgespielt. Dass die Defensive bislang so gut hält, war dabei nicht unbedingt abzusehen. Joel Schmied hatte in der vergangenen Saison wahrlich keine Eigenwerbung betrieben, Timo Hübers war ebenfalls alles andere als sattelfest. Zudem verpflichtete der FC Spieler aus unter anderem der dänischen oder zweiten italienischen Liga, bei denen sicherlich nicht klar war, ob sie in der Bundesliga bestehen würden.

Erstaunliche Defensivwerte

Das scheint bei Kristoffer Lund und Sebastian Sebulonsen der Fall zu sein – zumindest bislang. Und das eben gegen Mannschaften aus dem Oberhaus, die in der Vorwärtsbewegung sicherlich anders auftreten, als die Clubs der 2. Bundesliga gegen einen absoluten Aufstiegsfavoriten. Dazu spielen die Kölner in der letzten Kette extrem variabel. Doch es gibt auch noch einen anderen Teil der Wahrheit. Der FC hat bislang mit großem Abstand die wenigsten Zweikämpfe bestritten (490, davor Wolfsburg 530). Dazu ist die Zweikampfquote die drittschlechteste der Liga. Auch bei den Balleroberungen sind die Kölner das Schlusslicht der Liga – und das mit großem Abstand (38/davor Augsburg 53). Die Werte liegen möglicherweise auch daran, dass der FC den Gegner erst einmal kommen lässt. Allerdings tun das andere Mannschaften eben auch mit deutlich besseren Werten.

Und auch in Sachen intensive Läufe und Sprints gehört Köln zum Schlussdrittel der Liga, im Gegensatz zu den insgesamt abgespulten Kilometern. Und doch sah die Arbeit der Hintermannschaft gerade gegen Mainz und Freiburg doch über weite Strecken so gut aus, dass Marvin Schwäbe recht wenig zu tun bekam. Bis zum vergangenen Spieltag lag der gegnerische xGoals-Wert gegen den FC im Schnitt bei 1, also ein Gegentreffer wäre pro Spiel zu erwarten gewesen. Die Partie gegen Leipzig schraubte den Wert in die Höhe. Zudem stehen da am Ende des Tages mehr Punkte auf dem Konto als es die ersten vier Spieltage mit drei Auswärtsspielen gegen Europapokal-Anwärter hätten vermuten lassen. Insofern scheint der Plan bislang aufzugehen.




Überzeugender Saisonstart: Darum wird Jan Thielmann immer wichtiger für den 1. FC Köln

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Überzeugender Saisonstart: Darum wird Jan Thielmann immer wichtiger für den 1. FC Köln

Vier Spieltage nach Saisonstart läuft bei den Geißbocken vieles richtig. Eine zentrale Rolle spielt dabei Jan Thielmann. Das Eigengewächs hat den besten Saisonstart seiner Karriere hingelegt. Und das nicht ohne Grund: Darum ist Jan Thielmann inzwischen unersetzbar beim 1. FC Köln.

Trotz der Niederlage gegen RB Leipzig am vergangenen Samstag grüßen die Kölner von Rang vier der Bundesliga Tabelle. Und ein Eigengewächs hat da seinen Anteil dran. Darum ist Jan Thielmann inzwischen unersetzbar beim 1. FC Köln.

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Jan Thielmann scheint in diesem Herbst auf dem besten Weg zu sein, die vor Saisonstart an in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen: „Wir wünschen uns, dass er mit seinem Charakter und seiner Mentalität in den kommenden Jahren mehr und mehr Verantwortung übernimmt und eine Führungsrolle in unserer Mannschaft einnimmt. Wir freuen uns sehr, dass Jan diesen Weg mit uns gehen möchte und aktiv dazu beitragen will, den FC in der Bundesliga zu stabilisieren“, hatte Kölns Sportdirektor Thomas Kessler Anfang August erklärt anlässlich der Vertragsverlängerung des FC-Eigengewächses bis 2028. Die Entwicklungen seitdem erwecken den Eindruck, dass der Spieler die für ihn vorgesehene Rolle ausfüllen kann.

Thielmann setzt erneut Ausrufezeichen

Denn die jüngsten sportlichen Entwicklungen bestätigen Kesslers Plan mit dem Eigengewächs. Mit drei Scorerpunkten nach vier Spieltagen zählt Thielmann aktuell zu den gefährlichsten Offensivspielern im Team, direkt hinter Neuzugang Marius Bülter, der bereits vier Torbeteiligungen auf dem Konto verbucht hat. Auch die jüngste Niederlage gegen Champions-League-Anwärter RB Leipzig änderte daran nichts. Für die Geißböcke war die Partie zwar eine bittere, zugleich lehrreiche Erfahrung. Thielmann setzte dennoch erneut ein starkes Ausrufezeichen. Nachdem er beim 4:1-Spektakel gegen den SC Freiburg mit Tor und Vorlage glänzte, traf er nun auch in Leipzig.

Ein mustergültig eingeleiteter Angriff über Johannesson und Martel landete beim sprintenden Thielmann, der mit seinem schwächeren linken Fuß wuchtig an RB-Keeper Peter Gulacsi vorbei ins Netz traf. „Ich weiß nur, dass ich ihn gut mit links getroffen habe. Im Endeffekt bringt mir das aber nichts, wenn wir heute null Punkte mitnehmen. Erstaunlicherweise treffe ich den Ball trotzdem mit links. Ich habe offenbar zwei Füße, der andere kann auch ein bisschen was“, kommentierte der Torschütze mit einem Schmunzeln.

Vertrauen zahlt sich aus

Sein Standing innerhalb der Mannschaft zeigt sich aber nicht allein in sportlichen Zahlen. Ein wichtiger Beleg für seine wachsende Rolle ist auch die Wahl in den Mannschaftsrat. Neben Kapitän Marvin Schwäbe und Vizekapitän Ron-Robert Zieler gehören mit Marius Bülter und Jan Thielmann zwei Offensivspieler dem Gremium an. Für den 23-Jährigen ist das ein klares Signal des Vertrauens. Dieses Vertrauen wird ihm nicht nur von Sportchef Kessler und Trainer Lukas Kwasniok ausgesprochen, sondern offensichtlich auch vonseiten der Kabine. Thielmann wird damit längst nicht mehr ausschließlich als talentierter Flügelspieler wahrgenommen, sondern zunehmend auch als Stimme und Vertreter innerhalb des Teams. Und das Vertrauen zahlt er nun mit den besten Leistungen zurück, die er je zu einem so frühen Zeitpunkt im FC Trikot auf den Platz bringen konnte.

Hinzu kommt ein wachsendes Selbstvertrauen, das in Verbindung mit spürbarer Selbstwirksamkeit gerade in der Underdog-Rolle des FC zu einem entscheidenden Mittel werden kann.

Thielmann: „Müssen realistisch bleiben“

Ergebnisse wie das aus Leipzig, das bei anderen Teamkonstellationen möglicherweise lähmend wirken würde, lassen sich gut wegstecken, davon ist Thielmann überzeugt: „Wir ziehen trotzdem positive Schlüsse. Wir haben meiner Meinung nach ein ordentliches Spiel gemacht hier in Leipzig. Jetzt schauen wir, dass wir in den nächsten Wochen die positiven Dinge mitnehmen und wieder in den Punktekorridor kommen.“ Der Reality-Check durch die Roten Bullen habe dem FC auch gutgetan, um den ersten unrealistischen, wenngleich in der Regel auch scherzhaft gemeinten Hirngespinsten vom europäischen Geschäft frühzeitig etwas Vernunft einzuhauchen. „Wir haben ja nicht gegen niemanden gespielt, sondern gegen Leipzig, die normalerweise Champions-League-Anwärter sind. Deswegen müssen wir realistisch bleiben.”


Ungewohnt fahrig: Marvin Schwäbe erwischt nicht seinen besten Tag für den 1. FC Köln

Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln gegen RB Leipzig
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Ungewohnt fahrig: Marvin Schwäbe erwischt nicht seinen besten Tag für den 1. FC Köln

Bei der 1:3-Niederlage gegen RB Leipzig fiel der Kölner Keeper durch die ein oder andere Unsicherheit auf. Das war sicher nicht sein bestes Spiel für den 1. FC Köln: Marvin Schwäbe zeigt sich ungewohnt fahrig.

Auf der einen Seite der gewohnte Rückhalt, auf der anderen Seite überraschende Unsicherheiten – ganz sicher nicht das beste Spiel für den 1. FC Köln: Marvin Schwäbe zeigt sich ungewohnt fahrig.

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Gewohnt stoisch blickte Marvin Schwäbe drein, als er in der Pause der Begegnung gegen RB Leipzig in die Kabine marschierte. Ungewohnt wild war allerdings sein Auftreten bis dahin. Zweifelsohne hatte der Kölner Keeper sicherlich nicht seinen besten Tag erwischt. Die Kölner Nummer eins war auf der einen Seite auch nicht ganz schuldlos an einigen gefährlichen Situationen, hatte aber auf der anderen Seite aber auch großen Anteil daran, dass der FC nicht mit einer höheren Niederlage nach Hause reiste. So parierte der Kölner Keeper einen Flachschuss von Assan Ouédraogo mit einem starken Fußreflex. Auch beim 2:1 durch Romulo tauchte der Kölner Keeper zunächst stark ab, offenbarte dann aber eine von mehreren Unsicherheiten, die die Kölner Nummer eins durch das Spiel verfolgte.

Schwäbe „nicht verantwortlich“ für die Niederlage

Während der Keeper bei der Führung durch Ouédraogo keine Chance hatte, verschätzte sich der Torhüter Mitte der ersten Halbzeit bei einem unnötigen Ausflug aus dem Gehäuse. Schwäbe rutschte am Ball vorbei und machte damit eine ungefährliche Situation scharf. Dass der Kölner Keeper bei Distanzschüssen gerne den Ball schonmal wegfaustet, ist bekannt. Auffallend gegen Leipzig, dass Schwäbe immer wieder flache Bälle abprallen ließ, ab und an keinen sichernden Zugriff hatte. So eben auch beim 2:1. „Sicherlich ist heute der ein oder andere Ball vielleicht nicht ganz so bei ihm geblieben, wie wir das gewohnt sind, aber Marvin Schwäbe ist heute nicht verantwortlich dafür, dass wir das Spiel heute verloren haben“, so FC-Sportdirektor Thomas Kessler.

Das nicht, zumal Schwäbe wie gesagt eben auch den FC im Spiel hielt, aber den besten Tag erwischte der Keeper eben auch nicht. Beim dritten Leipziger Treffer sah der Kölner Keeper den Ball sicherlich erst sehr spät, die Mauer funktionierte nicht wirklich. Ob der halbhohe Ball aber wirklich unhaltbar war, darf mindestens diskutiert werden. Trotz der fahrigen Leistung ist Schwäbe natürlich auch weiterhin als Nummer eins unumstritten. Eine ähnliche Torwartdiskussion wie in der vergangenen Saison wird es in Köln aktuell nicht geben und wäre auch vollkommen fehl am Platz. Denn die Qualitäten des 30-Jährigen sind nicht erst seit der vergangenen Saison belegt.


Raphael Obermair über den geplatzten Wechsel zum 1. FC Köln: „Vielleicht bin ich auch in gewisser Weise sauer“

Raphael Obermair soll zum Thema beim 1. FC Köln geworden sein
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Raphael Obermair über den geplatzten Wechsel zum 1. FC Köln: „Vielleicht bin ich auch in gewisser Weise sauer“

Er war im Sommer der Wunschspieler von Lukas Kwasniok und der FC wollte sich für den 29-Jährigen strecken. Doch er trägt auch weiterhin das Trikot von Paderborn und eben nicht vom 1. FC Köln: Das sagt Raphael Obermair zum geplatzten Transfer.

Lange stand ein Wechsel im Raum, der Deal mit dem 1. FC Köln kam nicht zu Stande: Das sagt Raphael Obermair zum geplatzten Transfer nach Köln.

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20 Spieler hat der FC in dieser Saison bereits in Pflichtspielen eingesetzt, darunter auch sämtliche Neuzugänge. Wenn es nach FC-Coach Lukas Kwasniok gegangen wäre, stünde noch ein weiterer bzw. ein anderer Akteur auf der Liste. Raphael Obermair stand bekanntlich ganz weit oben auf der Liste der Geißböcke. Und wie der Spieler nun selbst erklärte, schon deutlich länger als es den Anschein hat. „Ich habe irgendwie darauf gewartet, dass medial losgeht. Das kam doch alles erst etwas verzögert“, zitiert die „Neue Westfälische“ den Spieler. So habe sich Obermair schon einige Wochen mit dem FC in Gesprächen befunden, bevor das Thema erstmals so richtig die Runde machte. „Am Ende hat es mich auf jeden Fall beschäftigt. Aber nicht so viel, dass man es auf dem Platz gemerkt hätte und es mich behindert hätte“, sagt Obermair nun.

„Vielleicht bin ich auch in gewisser Weise sauer“

Dem Vernehmen nach wollten sich die Kölner für den Defensivspieler ordentlich strecken. Mehr als zwei Millionen Euro war die FC-Bosse wohl bereit für den 29-Jährigen auf den Tisch zu legen. Für einen Spieler, der noch Vertrag bis 2026, dafür aber noch keine Bundesliga-Erfahrung hat. Der Marktwert des Spielers wird auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Der SC Paderborn soll wiederum rund 2,7 Millionen Euro gefordert haben. Der Deal kam letztlich nicht zu Stande. SCP-Sportdirektor Sebastian Lange erklärte später an verschiedenen Stellen, dass es nur um das Wohl des Vereins gehe. Obermair blieb beim SCP und ist aktuell einer der Leistungsträger der Ostwestfalen. „Die Enttäuschung ist ganz klar da. Vielleicht bin ich auch in gewisser Weise sauer. Aber es hilft nicht“, sagt der 29-Jährige. „Ich mache weiter, um vielleicht noch einmal die Chance zu bekommen.“

Die wird er wohl nicht mehr beim FC bekommen. Mittlerweile haben die Geißböcke bekanntlich Alessio Castro-Montes unter Vertrag genommen. „Dass ich enttäuscht bin, kann glaube ich jeder nachvollziehen. Aber irgendwann muss man das ablegen und versuchen weiterzumachen“, so Obermair. „Das ist mir währenddessen auch immer ganz gut gelungen. Und das klappt auch jetzt ganz gut, finde ich.“ Aktuell gibt es bei den Ostwestfalen aber auch noch keine konkreten Bestrebungen, den Vertrag mit Obermair zu verlängern.


Doppelpack in 100 Sekunden: Kölner Leihspieler wird zum absoluten Matchwinner

Chilohem Onuoha wurde für den SC Verl zum Matchwinner
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Doppelpack in 100 Sekunden: Kölner Leihspieler wird zum absoluten Matchwinner

Was für ein Erfolg für den Leihspieler des 1. FC Köln: Chilohem Onuoha erzielt für den SC Verl zwei Treffer in 100 Sekunden und dreht die Begegnung gegen Cottbus. So schlugen sich die weiteren Leihspieler.

Hauptsächlich geht es bei den Leihen um Erfahrung sowie die Entwicklung der jungen Spieler und somit um einen Mehrwert für den 1. FC Köln: Chilohem Onuoha erzielt tatsächlich zwei Treffer in 100 Sekunden für den SC Verl. Auch weitere Leihspieler waren im Einsatz.

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Ganze 100 Sekunden machten den Unterschied. Noch in den vergangenen Wochen war bei Chilohem Onuoha der große Frust angesagt. Nun kam der Leihspieler der Geißböcke im Duell gegen Energie Cottbus nach einer guten Stunde zum Einsatz und wurde zum absoluten Matchwinner. Zu diesem Zeitpunkt führte Cottbus 1:0, der Gastgeber bewegte sich auf die erste Niederlage seit Ende August zu. Doch Onuoha hatte an diesem Tag anderes vor. Zunächst nahm der gebürtige Berliner den Ball nach einer Hereingabe mit der Brust an und drosch die Kugel volley in die Maschen. Keine 100 Sekunden später stand der 20-Jährige im Zentrum genau richtig und drückte nach einer flachen Hereingabe den Ball erneut über die Linie. Onuoha verhalf dem SC Verl damit zum dritten Liga-Sieg in Folge. Der SC belegt aktuell Rang sechs der 3. Liga.

Scorerpunkt für Ouro-Tagba

Onuoha war einer der Spieler, die im Sommer 2024 trotz Transfersperre verpflichtet wurden. Aufgrund des Registrierungsverbots wurden die Spieler allesamt umgehend verliehen. Dazu gehörten auch Said und Malek El Mala. Während die Brüder nun für den FC und die Kölner Reserve spielen, wurde Onuoha für ein weiteres Jahr an den SC Verl verliehen. Mansour Ouro-Tagba versucht aktuell ebenfalls in der 3. Liga auf Einsatzzeit zu kommen – allerdings für die Zweitvertretung des VfB Stuttgart. Und auch der Offensivspieler feierte einen persönlichen Erfolg und einen mit der Mannschaft. Ouro-Tagba bereitet die Führung des VfB gegen Viktoria Köln vor. Die Schwaben setzten sich am Ende 2:1 durch.

Zwar feierte auch Jaka Potocnik mit Rot-Weiss Essen in der 3. Liga einen wichtigen Erfolg, der Kölner Stürmer kam allerdings erst in der Nachspielzeit zum Einsatz. Beim 3:0-Erfolg über Hansa Rostock saß FC-Abgang Marvin Obuz die komplette Zeit auf der Bank. Julian Pauli stand für Dynamo Dresden gegen Hannover 96 erneut in der Startelf. Beim 2:2 wurde der Innenverteidiger erst wenige Minuten vor Spielende ausgewechselt. Elias Bakatukanda kassierte mit Blau-Weiß Linz eine 0:2-Pleite im Derby gegen LASK, sammelte aber immerhin Einsatzzeit. Für Rasmus Carstensen gab es unterdessen beim 1:0-Erfolg von Aarhus über Bröndby nur wenige Minuten. Imad Rondic spielte dagegen eine gute Stunde, trug sich beim 1:1 von Raków Czestochowa gegen Legia Warschau aber nicht auf die Scorerliste ein.


Kommentar: Eine bittere Niederlage – aber eine, die Mut machen kann

Die Spieler des 1. FC Köln nach der Niederlage in Leipzig
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Kommentar: Eine bittere Niederlage – aber eine, die Mut machen kann

Die Niederlage gegen Leipzig war für den FC die erste seit fast fünf Monaten. Sie war sicherlich verdient, dennoch ärgerlich, sie sollte aber auch Mut machen. Ein Kommentar zur 1:3-Pleite des 1. FC Köln in Leipzig.

Am Samstagabend verloren die Geißböcke das erste Mal seit Monaten wieder. Doch die Niederlage ist zum einen verdient gewesen, zum anderen auch ein Mutmacher im Bezug auf das Saisonziel: Ein Kommentar zur 1:3-Pleite des 1. FC Köln in Leipzig.

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Nach fast fünf Monaten hat der 1. FC Köln also mal wieder eine Niederlage hinnehmen müssen. Auf die 0:1-Pleite in Hannover folgten inklusive der Vorbereitungsspiele 14 Begegnungen in Serie ohne Niederlage. Eine sicherlich beeindruckende Bilanz, die möglicherweise bei dem ein oder anderen Fan einen Hauch von Unbesiegbarkeit implementiert hat. Doch natürlich war diese erste Pleite nach dem Wiederaufstieg nur eine Frage der Zeit. Gegen RB Leipzig unterlagen die Kölner verdient 1:3 und bewiesen genau das, was Trainer Lukas Kwasniok unter der Woche schon angedeutet hat: Dass man sich da „nicht etwas in die Tasche lügen“ wolle und schon gar nicht solle. Zumindest der Tabellenplatz schien dann doch ein wenig hochgegriffen.

Eine bittere Pleite

Auch, wenn der starke Saisonauftakt dazu verleitet, darf man schließlich nicht vergessen, wo die Kölner herkommen. Nämlich einmal mehr aus der zweiten Bundesliga. Einer zweiten Liga, die der FC zwar als Meister abgeschlossen hat, in der die Kölner aber wahrlich nicht den attraktivsten Fußball gespielt haben. Nicht umsonst stand am Ende eine Trainerentlassung und nicht umsonst gab es im Mai erhebliche Zweifel daran, mit diesem Kader in der Bundesliga bestehen zu können. Und wenn man sich nun also daran erinnert, dass der FC ein Aufsteiger ist, dann lautet das Saisonziel eben zuallererst Klassenerhalt. Insofern ist eine Niederlage in vier Spielen gegen Gegner, die entweder europäisch spielen oder angesichts ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten international spielen wollen, alles andere als schlecht.

Im Gegenteil: Gerade aufgrund des schweren Saisonauftakts dürften wohl nur die wenigsten mit der bisherigen Punkteausbeute überhaupt gerechnet haben. Der FC hat also jetzt schon Zähler gesammelt, die ihm für den Kampf um den Klassenerhalt ein kleines Polster bescheren. Das 1:3 ist also eine Niederlage, mit der man bei einem Champions-League-Anwärter durchaus hätte rechnen müssen und sicherlich kein Zeichen dafür, dass die Auftakterfolge Richtung Eintagsfliege tendieren. Denn die Kölner haben trotz der verdienten Pleite bewiesen, dass sie eben auch mit einer sportlichen Top-Mannschaft – wohlgemerkt mit einem Kaderwert von rund 350 Millionen Euro – mitspielen können und haben versucht, spielerische Lösungen zu finden. Das klappte oft, aber eben nicht immer.

Auch das Aufbäumen gegen die scheinbar sichere Niederlage war einmal mehr ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft trotz des harten Konkurrenzkampfes intakt ist. Die Niederlage tut sicherlich weh, sie macht aber Mut für kommende schwere Begegnungen und zeigt, dass der FC aktuell auf einem sehr guten Weg ist. Für einen Aufsteiger sogar auf einem sehr sehr guten!


1. FC Köln: Aufmunternde Worte für den Unglücksraben Ragnar Ache

Ragnar Ache im Spiel gegen RB Leipzig
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1. FC Köln: Aufmunternde Worte für den Unglücksraben Ragnar Ache

Möglicherweise hätte ein weiterer Treffer die Dynamik des Spiels noch einmal verändert. Doch der Kölner Torjäger vergab die wohl größte Chance für den 1. FC Köln: Ragnar Ache erhält dennoch natürlich viel Zuspruch aus der Mannschaft.

Es war wohl die beste Chance der zweiten Halbzeit, die Ragnar Ache im Duell gegen Leipzig liegenließ. Dennoch gab es natürlich keine Kritik von den Spielern des 1. FC Köln: Ragnar Ache erhält vielmehr viel Zuspruch.

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Die beiden Gegentreffer unmittelbar vor dem Seitenwechsel waren in der Wahrnehmung der Kölner wohl Spiel entscheidend. Doch es gab noch ein weiterer Moment, der vielleicht noch einmal Spannung gebracht hätte. „Wenn wir dann das 3:2 machen durch Ragnar, dann wird es vielleicht auch noch mal ein anderes Fußballspiel“, sagte Tom Krauß nach dem 1:3 in Leipzig. Ob ein mögliches Tor von Ache zu einem anderen Ergebnis geführt, die Spieldynamik verändert hätte, ist natürlich spekulativ. Für mehr Spannung hätte ein Treffer kurz vor Spielende definitiv gesorgt. Ache kam nach einer perfekten Flanke von der rechten Seite ziemlich unbedrängt zum Abschluss, legte den Ball aus nächster Nähe aber neben das freie Tor. „Wenn Ragnar den über die Linie drücken kann, haben wir noch mal ein spannendes Fußballspiel“, sagte auch Thomas Kessler.

„Er wird die Schritte gehen“

Nur schießt der Konjunktiv bekanntlich keine Tore. Ache hatte die Chance nun mal liegen lassen. „Das passiert bei einem Stürmer nun mal. Er muss Im Bruchteil einer Sekunde eine Entscheidung treffen“, sagte der Sportdirektor. In diesem Fall war es offensichtlich die falsche. „Er hat den Ball nicht so erwischt, wie er das haben wollte. Das ist total unglücklich, aber wir werden in dieser Saison noch viel Freude an ihm haben“, so Kessler weiter. Und auch Jan Thielmann schlug in eine ähnliche Kerbe. „Ragnar ist Stürmer. Er weiß selbst, dass er den in vielen von zehn Fällen reinmacht“, sagte der Torschütze. Tatsächlich war Ache an diesem Abend sicher nicht der einzige Spieler, der die falsche Entscheidung getroffen hatte. Bei anderen waren die Folgen sogar schwerwiegender. Und Ache gab nach der vergebenen Chance weiter Gas.

Das fiel auch Lukas Kwasniok besonders positiv auf. „Ich bin mir relativ sicher, dass er in der Vergangenheit auch mal eine Großchance verkickt hat. Er hat weitergemacht und ist jetzt in der Bundesliga angekommen und darf jetzt hier beim 1. FC Köln spielen“, so Kwasniok. „Wir sind happy, ihn bei uns zu haben. Er wird sicherlich noch oft genug der entscheidende Mann auf dem Feld sein. Das gehört zum Stürmerleben nun mal dazu.“ Für den Kölner Trainer habe Ache sogar die absolut die richtige Reaktion nach seiner vergebenen Chance gezeigt. „Er wird die Schritte gehen. Er ist ein herausragender junger Mann“, sagte der Coach.


Lukas Kwasnioks bittere Vorahnung: Vier Minuten als Punktekiller

Tom Krauß im Zweikampf
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Lukas Kwasnioks bittere Vorahnung: Vier Minuten als Punktekiller

Leipzig bleibt für den FC ein schweres Unterfangen. Allerdings erlebten die Kölner kein Debakel. Im Gegenteil, die Geißböcke hatten durchaus Chancen. Vier Minuten durchkreuzen die Pläne des 1. FC Köln in Leipzig.

Zum ersten Mal seit Ostern hat der FC wieder ein Spiel verloren. Dabei spielten die Kölner lange gut mit. Vier Minuten durchkreuzen die Pläne des 1. FC Köln in Leipzig. Allerdings ging die Niederlage durchaus in Ordnung.

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So ein wenig hatte es Lukas Kwasniok wohl geahnt, als er unter der Woche die individuelle Qualität des Gegners ansprach. Die zahlreichen Ausfälle, die Leipzig zu beklagen hatte, würden andere sicherlich auffangen, so der Tenor. Und der Coach sollte recht behalten. Am Ende waren es vier Minuten, die aus Kölner Sicht das Spiel in Sachsen entschieden. Zunächst schlug Johan Bakayoko einen Haken, auf den der ansonsten gut aufspielende Tom Krauß keine Antwort fand. Am Ende war es Romulo, der zum Leipziger 2:1 einschob. Dann war es David Raum, der mit einem direkt verwandelten Freistoß das 3:1 erzielte. „Ich glaube, dass es in der ersten Halbzeit natürlich für uns sehr unglücklich war, dass wir zum Ende dann eben diese beiden Gegentreffer bekommen. Dann wird es natürlich total schwer, in der zweiten Halbzeit in Leipzig bei der Qualität, gerade auch im Umschaltspiel“, sagte Thomas Kessler.

„Er ist ein herausragender Mann“

Auch Lukas Kwasniok sah gerade in jenen vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff die entscheidenden. „Der Killer war dann am Ende das stark herausgespielte Tor. So etwas kann man nicht immer verteidigen. Dann kassierst du spät das 1:3, das war dann so ein Killer“, sagte der Trainer. Tatsächlich war das zwischenzeitliche 1:1 im ersten Abschnitt nicht unverdient. Der FC spielte mit. Zwar war Leipzig von Beginn an gefährlicher und griffiger, die Kölner hatten aber deutlich mehr Ballbesitz, suchten mit Geduld den Weg nach vorne und verteidigten auf der anderen Seite einmal leidenschaftlich. Vor allem nach der frühen Führung durch Assan Ouédraogo drehte der FC zwischenzeitlich auf und verdiente sich den Ausgleich durch Jan Thielmann.

Nach dem Wechsel zeigte sich einmal mehr eine andere Qualität der Kölner. Der FC kann nachlegen. Denn spätestens mit der Hereinnahme von Linton Maina bekam das Spiel noch einmal eine ganz andere Dynamik. Der FC war durchaus wieder da, versprühte die Idee, im Angriff auch weiterhin gefährlich zu sein. „Gerade die zweite Halbzeit ist eine Sache, die man dann aus diesem Spiel mitnehmen kann. Sicherlich auch, dass wir uns einfach nicht aufgegeben“, sagte deswegen Tom Krauß, der ebenfalls betonte, dass ein Anschlusstreffer das Spiel noch einmal verändert hätte. Und die dicke Chance dazu ließ Ragnar Ache liegen, der aus vier Metern das leere Tor nicht traf. „Der Junge ist das erste Jahr in der Bundesliga. Er wird die Schritte gehen. Er ist ein herausragender Mann“, sagte Kwasniok


In Leipzig wurde allerdings nichts mehr daraus. Der FC mühte sich zwar, zur Wahrheit gehört aber auch, dass Leipzig ebenfalls noch gute Möglichkeiten im Köcher hatte. „Wir müssen dann auch einfach akzeptieren, dass heute nicht mehr drin war, weil RB schon auch drei, vier Aktionen im Konter hatte, wo sie den Deckel hätten draufmachen können“, sagte Kwasniok. „An sich sind wir mit der Leistung – in Anbetracht dessen, dass es aus meiner Sicht der beste Gegner der ersten vier Spiele war – schon einverstanden. Darauf können wir aufbauen.“ Und das am besten schon bis zum kommenden Sonntag. Dann geht es weiter gegen den VfB Stuttgart. Ein Team, das ebenfalls über viel individuelle Qualität verfügt.