Immer wieder die gleiche Baustelle beim 1. FC Köln: Elf Spieltage, elf Gegentore nach Standards

Vier Mal musste Marvin Schwäbe hinter sich greifen
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Immer wieder die gleiche Baustelle beim 1. FC Köln: Elf Spieltage, elf Gegentore nach Standards

Das zwischenzeitliche 1:1 durch Arthur Theate leitete nicht nur die Wende am Samstagabend im Duell gegen Frankfurt ein, dem FC wurde einmal mehr eine seiner größten Baustellen vor Augen geführt. Die Standards bleiben das Problem des 1. FC Köln.

Die 3:4-Niederlage war für den FC ärgerlich, weil sie in der Form unnötig war. Die Wende leitete Arthur Theate ein. Nach individuellen Fehlern der Geißböcke, aber eben auch wieder nach der größten Baustelle der aktuellen Spielzeit. Die Standards bleiben das Problem des 1. FC Köln.

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Lukas Kwasniok wirkte schon auf dem Platz alles andere als glücklich. Gleich mehrfach gestikulierte der Trainer wild an der Seitenlinie, verschaffte seinem Unmut Luft. Kein Wunder, in beiden Halbzeiten kassierten die Kölner innerhalb weniger Minuten einen Doppelschlag und das nach individuellen Fehlern. Und einmal mehr eben auch nach einem Standard. Zum elften Mal haben die Geißböcke wieder nach einem ruhenden Ball einen Gegentreffer kassiert. „Elf Gegentore klingt natürlich viel und es ist auch viel“, sagte FC-Trainer Lukas Kwasniok. Immerhin deutlich mehr als die Konkurrenz. Hoffenheim etwa kommt als zweitanfälligste Mannschaft erst auf acht. „Wir waren an der ein oder anderen Stelle ein wenig stümperhaft“, gab der Kölner Trainer weiter zu.

„Wir werden uns da verbessern“

Doch Kwasniok will die Statistik nicht überbewerten. „Wir haben vier Elfmeter kassiert und zwei direkte Freistöße“, so der Coach. „Wenn man da also sechs abzieht, dann sind es nur noch fünf. Das ist natürlich in elf Spielen noch eine Menge. Das ist nicht Yabba-Dabba-Doo, das ist aber bei vier Eckball-Gegentoren auch nicht so, dass wir sagen, wir sind da völlig bodenlos“, so der Trainer weiter. Allerdings gehört zu der Wahrheit eben auch, dass vier gegnerische Strafstöße ebenfalls Ligabestwert und deutlich zu viele sind. Und elf Gegentore nach Standardsituationen bedeutet dann auch, dass bei insgesamt 19 Treffern im eigenen Netz deutlich mehr als die Hälfte nach einem ruhenden Ball gefallen sind. Man kann also getrost von einer Schwachstelle der Kölner sprechen.

„Wir werden uns da verbessern“, prophezeite der Trainer. Das ist auch bitter nötig. Doch so ganz wollte der Coach die Kritik dann auch nicht sitzen lassen. „Ich habe auch, die Frage gehört, ob wir das trainieren. Das ist ja schon fast eine Respektlosigkeit. Wir trainieren, machen, tun“, erklärte Kwasniok. „Es ist ja nicht so, dass der Gegner keine Idee hat. Da muss man auch mal sagen: ,Shit, die haben das gut gemacht‘. Ärgerlich, in Summe zu viel.“ Kwasniok betonte aber, dass seine Mannschaft da nicht nachlässig sei. „Wir bewegen uns zumindest in diesem Teilbereich mit den Bayern auf Augenhöhe.“ Die allerbeste Figur machte Ragnar Ache allerdings in der Situation auch nicht.

Auf der anderen Seite ist die Torgefahr bei den eigenen Standardsituationen nach wie vor eine weitere Schwachstelle. Erst zwei Treffer erzielte der FC nach dem ruhenden Ball – und die nach einem Elfmeter und mit einem direkt verwandelten Freistoß. Der FC wird also nicht nur an den individuellen Fehlern weiter arbeiten müssen.

Baustelle Standards: Hinten kassiert der 1. FC Köln zu viele Tore, vorne erzielt er kein einziges

Freiburgs Christian Günter beim Eckball im Spiel in Köln
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Baustelle Standards: Hinten kassiert der 1. FC Köln zu viele Tore, vorne erzielt er kein einziges

Der FC ist zweifelsohne stark in die neue Saison gestartet. Die Kölner versuchen viel mit spielerischen Mitteln zu lösen. An einer großen Baustelle gilt es aber noch zu arbeiten beim 1. FC Köln: Die Standards sind vorne und hinten ein Problem.

Aktuell gibt es eigentlich wenig zu meckern beim 1. FC Köln: Die Standards sind allerdings vorne und hinten ein Problem der Geißböcke.

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Mit seinen starken Paraden hatte Marvin Schwäbe am vergangenen Spieltag sicherlich einen ganz großen Anteil am Erfolg der Geißböcke über Hoffenheim. Der Kölner Keeper parierte einen verdeckten Schuss von Muhammed Damar, klärte eine Eins-gegen-Eins-Situation gegen Bazoumana Touré und hielt schließlich einen weiteren Versuch von Fisnik Asllani. Und in gewisser Weise hatte der Keeper mit seinen Leistungen zudem auch einen doch großen Anteil an einer beeindruckenden Statistik. Die Kölner haben in dieser Saison eben aus dem Spiel heraus gerade einmal drei Gegentore kassiert. Einzig der FC Bayern München weist mit zwei Gegentreffern einen besseren Wert in der Liga auf. Eine starke Bilanz, die auf eine konsequente Hintermannschaft (trotz Kritik an der Boxverteidigung) inklusive gutem Torwart schließen lässt.

Sechs Gegentore nach Standards

Doch da ist eben noch eine andere Seite der Medaille. Denn die Kölner haben insgesamt schon neun Gegentore kassiert. Und bei drei Gegentreffern aus dem Spiel heraus lautet die andere Wahrheit eben sechs Gegentore nach Standardsituationen oder vom Punkt. Gegen Freiburg kassierten die Kölner nach einem Eckball das 1:4 durch Maximilian Eggestein. Gegen Wolfsburg trafen Mohamed Amoura nach einer Freistoßflanke sowie Maximilian Arnold mit einem direkten Freistoß. In Leipzig tat es Arnold Nationalspieler David Raum gleich und gegen Stuttgart war Ermedin Demirovic vom Punkt souverän. Einzig die TSG Hoffenheim hat mehr Treffer nach einem ruhenden Ball kassiert (7). Die Kölner kassieren nicht nur viele Gegentore, sie lassen auch viele Freistöße und Eckbälle zu.

„Es gilt, weniger Standards zuzulassen. Das ärgert mich am meisten. Es ist schon so, dass wir Eckbälle teilweise herschenken. Man muss den Mut haben, den Ball auch mal mit dem schwachen Fuß aus der Gefahrenzone zu befreien und sich nicht darüber zu freuen, den Ball ins Toraus zu kicken, um dann den nächsten Eckball zu erwarten“, hatte Lukas Kwasniok nach dem Leipzig-Spiel und einer Flut an Hereingaben gesagt. Der Trainer erklärte aber auch, dass man genau daran arbeite. Gegen Hoffenheim war das noch nicht immer zu erkennen. Mehr als die Hälfte der 28 Hereingaben kamen nach einem ruhenden Ball in die Box. Für die Begegnung gegen Augsburg darf den Kölnern allerdings Mut machen, dass der FCA in den bisherigen Ligaspielen erst eine Standardsituation selbst verwerten konnte.

Noch kein Treffer nach Standards

Damit ist die Mannschaft von Sandro Wagner in Sachen Standards die (geteilt) zweitschlechteste der Liga. Nur ein Team hat bislang noch gar nicht nach einer Standardsituation getroffen. Und das ist der FC. Zum Vergleich Bayern München und Bayer Leverkusen waren jeweils sechs Mal mit dem ruhenden Ball erfolgreich. Die Gefahr der Kölner mit dem ruhenden Ball ist also bislang mehr als überschaubar. Und das ist kein neues Problem. In der vergangenen Spielzeit kamen die Kölner auf zehn Treffer nach Standardsituationen und lagen damit auf dem geteilt vorletzten Platz. Den letzten Platz teilten sich mit neun Treffern immerhin auch vier Mannschaften. Auch daran wird Kwasniok zu arbeiten haben.