Ein Jahr lang haben die Verantwortlichen, der Verein und seine Fans auf das Ende der Transfersperre gewartet. Nun dรผrfen die Kรถlner wieder Spieler verplichten, kรถnnen bislang aber nicht wie erhofft. Nun droht der dritte Deal mit einem Wunschspieler zu platzen. Von einem Nebenbuhler ist die Rede. Wie geht es weiter mit Joรซl Schmied und dem 1. FC Kรถln?
Eigentlich schien der FC bereits ziemlich weit in den Gesprรคchen um den Transfer mit dem nรคchsten Wunschspieler. Doch nun gibt es offenbar ein Angebot von einem weiteren Interessenten. Wie geht es weiter mit Joรซl Schmied und dem 1. FC Kรถln?

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Christian Constantin gehรถrt wohl nicht zu den angenehmsten Verhandlungspartnern in Sachen Transfer-Poker. Der Schweizer Unternehmer ist jedenfalls nicht unumstritten, kennt wohl viele Register und weiร, wie man Geschรคfte macht. Am Montag fand der Prรคsident des FC Sion einen Weg, den Druck auf Christian Keller und seine Kaderplaner womรถglich ein wenig zu erhรถhen. Constantin hatte der Schweizer Zeitung „Blick“ ein Interview gegeben, dort รถffentlich seine Forderungen fรผr den vom FC umworbenen Abwehrspieler Joรซl Schmied bekannt gegeben, garniert mit dem Hinweis, dass der FC nicht das einzige Angebot fรผr den Innenverteidiger hinterlegt habe. Das zweite Angebot lรคge sogar รผber der geforderten Ablรถsesumme. Da der Unternehmer aber nicht wesentlich konkreter wurde, ist es schwer รผber die Aussagekraft oder Glaubwรผrdigkeit zu urteilen.
Die Fallhรถhe ist beim FC eine hohe
Ein wirtschaftlich getriebener Verhandlungsbluff ist fรผr die Auรenstehenden zumindest genauso denkbar wie ein Nebenbuhler im Kampf um den Abwehrspieler. Das Schweizer „Corner Magazine“, also jene Plattform, die den Schmied-Deal erstmals erwรคhnte, wittert jedenfalls einen „Poker-Coup“ von Seiten des Schweizer Clubbosses, der die Ablรถsesumme so anheben kรถnnte. Nach Informationen von come-on-fc.com will der FC zwei Millionen Euro bezahlen, Sion fordert wie Constantin bestรคtigte drei Millionen. „Nach unseren Informationen wurde jedoch kein anderes konkretes Angebot abgegeben“, heiรt es in der Meldung des Magazins. Unterm Strich sitzt der Schweizer Club am lรคngeren Hebel, muss seinen Abwehrchef, den Kapitรคn nicht abgeben. Sollte sich der Club nicht von der geforderten Summe abbringen lassen, mรผssen die Kรถlner Verantwortlichen entscheiden, ob sie bereit sind, sich der Forderung zu beugen oder den dritten geplatzten Deal in Kauf zu nehmen.
Die dritte Pleite in diesem doch noch jungen Transferfenster wรคre fรผr die Kรถlner ein weiterer heftiger Rรผckschlag. Die Fallhรถhe ist nach dem Registrierungsverbot bei den Geiรbรถcken eine hohe. Ein Jahr lang haben die Kรถlner Verantwortlichen, der Verein, seine Fans auf das Ende der Transfersperre gewartet. Die Kรถlner sind in eine sportliche Krise geschlittert, in der sie im Grunde handlungsunfรคhig waren. Nach dem langen Warten und in der Freude รผber die Herbstmeisterschaft, der entgangenen sportlichen Krise und auch einigen optimistischen รuรerungen, ist die Euphorie bei den Geiรbรถcken natรผrlich besonders groร, nun wieder pรผnktlich zum Rรผckrundenstart, auf dem Weg in die Erstklasigkeit nach Herzenslust auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. Es herrscht nach einem schweren Jahr wieder eine Art Aufbruchstimmung in Kรถln.
รuรere Faktoren spielen bei Schmied keine Rolle
Und die hat durch den erhofften Transfercoup von Jusuf Gazibegovic, der sich schon jetzt anschickt zum Publikumsliebling zu avancieren, neues Futter erhalten. Diese Aufbruchstimmung wird durch die geplatzten Deals jรคh getrรผbt. Der FC wollte mit Gregory Wรผthrich einen Innenverteidiger verpflichten, der รผber reichlich Erfahrung, ordentliche Statistiken verfรผgt. Die offenbar gewachsenen medizinischen Bedenken haben den Transfer platzen lassen. Mit Ivan Prtajin wollten die Geiรbรถcke einen Angreifer nach Kรถln holen, der zwar bei Union Berlin nicht stechen konnte, vielleicht aber auch, weil er keine Chance erhielt und in der 2. Bundesliga seine Torgefahr durchaus schon bewiesen hat. Einen Stรผrmer, der in seinem Club mit Toren auf sich aufmerksam macht, gibt jener Verein natรผrlich nicht ohne Weiteres ab. Der Markt an Stรผrmern, die sofort weiterhelfen, ist ein รผberschaubarer.
Auch dieser Deal platzte, weil bei Union Berlin ein neuer und gleichzeitig Kรถlner Ex-Trainer dem Angreifer noch eine Chance geben will. Das kann man Steffen Baumgart sicherlich nicht verdenken. Der gebรผrtige Rostocker hรคlt groรe Stรผcke auf Prtajin und stand auch beim FC lange Zeit dafรผr, aus Spielern in der Krise eine alte Formstรคrke herauskitzeln zu kรถnnen. Fรผr den FC bleiben unterm Strich zwei verpasste Chancen auf Wunschspieler. Und irgendwie hat es den Anschein, als dรผrfen die Kรถlner nun wieder Spieler verpflichten, nur kรถnnen sie es nach den eigenen Erwartungen nicht – abgesehen von Gazibegovic. Das hat in Teilen auch mit unglรผcklichen รคuรeren Faktoren zu tun. Die Kรถlner haben ihre Wunschspieler ausgemacht, haben Gesprรคche gefรผhrt und sind aus unterschiedlichen Grรผnden ausgebremst worden.
Verbiegen oder geplatzter Deal?
Diskussionen um weitere Namen, die offenbar nicht nach Kรถln kommen, aber von auรen in den Ring geworfen wurden, sind eigentlich mรผรig. Welche Spieler denn tatsรคchlich auf der ominรถsen „Liste“ gestanden haben, wissen am Ende nur die Beteiligten. Bei Schmied sieht die Gemรคngelage jedenfalls ein wenig anders aus. Der FC ist sich mit dem Spieler einig. Es gibt keine รผbertrieben groรen medizinischen Bedenken (auch, wenn der 26-Jรคhrige in den Spielzeiten bis 23 einige Spiele verpasste), der Verein kรผndigte an, dem Abwehrspieler keine Steine in den Weg legen zu wollen. รuรere Faktoren scheinen den Deal jedenfalls nicht zu verhindern. Vielmehr ist ein Poker um den Spieler entfacht. Der FC bietet eine Summe, die laut transfermarkt.de dem Marktwert entspricht, Sion fordert drei Millionen.
Sollte der Schweizer Erstligist bei seiner Wunschvorstellung bleiben, wird die Kรถlner Wahl wohl nur zwischen finanziellem Verbiegen oder dritter Transferpleite liegen. Und offenbar scheint es tatsรคchlich Bewegung zu geben. Zumindest รคuรerte sich der Berater von Schmied gegenรผber der „Bild“ sehr optimistisch: „Wir sind in einem guten Austausch mit Sion, haben da eine gute, partnerschaftliche Kommunikation. Mit Kรถln sind wir uns bereits einig. Wir sind wirklich guter Dinge, dass das funktioniertโ, so Schmieds Berater Josรฉ Noguera Rodriguez. Laut Bild sind fรผr Dienstag weitere Gesprรคche geplant.
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Tabakovic wohl gar kein Thema




















