Schwerer Stand für Luca Kilian

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Schwerer Stand für Luca Kilian

Luca Kilian war einst ein Paradebeispiel für einen Spieler, den Steffen Baumgart entwickelt hat. Zuletzt lief es für den Innenverteidiger aber nicht mehr so rund. Unter Timo Schultz kam Kilian noch gar nicht zum Einsatz.

Zahlreiche Spieler scheinen unter Timo Schultz wieder zu alter Form zu finden. Luca Kilian gehört bislang noch nicht dazu. Auch, weil die Konkurrenz so stark ist. Der Innenverteidiger kam unter Schultz noch zu keiner Einsatzminute beim 1. FC Köln: Wie geht es weiter mit Luca Kilian?

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In seiner Not probierte Steffen Baumgart gegen Ende des vergangenen Jahres viel. Der Kölner Coach wich von Prinzipien ab, der er jahrelang als unausweichlich gepredigt hatte. Ende November wählte Baumgart ausgerechnet gegen den FC Bayern München eine für ihn eher kuriose Spielweise. Der 52-Jährige holte die Fünferkette aus der Schublade. Der Versuch scheiterte und dennoch dürfte die Begegnung für Luca Kilian eine besondere gewesen sein. Nach fünf Kurzeinsätzen stand der Innenverteidiger erstmals in dieser Spielzeit von Beginn an in der Startformation. Der Versuch scheiterte. Zwar verlor der FC „nur“ 0:1, hätte sich aber ehrlicherweise auch nicht über ein deutlicheres Ergebnis beschweren dürfen. Eine Woche später dürfte Kilian wieder ran, dieses Mal in der Viererkette gegen Darmstadt, allerdings auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers.

Kilian konnte an Leistungen aus Premieren-Saison nicht anknüpfen

Zurückblickend haben die Maßnahmen viel von Verzweiflung – zumindest griffen sie nicht. Weder für Baumgart noch für den FC und auch nicht für Luca Kilian. Der Innenverteidiger konnte sich nicht in den Fokus spielen, ist meilenweit von der Form entfernt, die ihn in der Spielzeit 21/22 zum absoluten Stammspieler gemacht hat. Baumgart kannte den Abwehrspieler noch aus Paderborner Zeit, setzte sich für die Leihe damals und später wohl auch für die feste Verpflichtung ein. Bei Mainz noch ausgemustert, wurde Kilian wichtiger Bestandteil des Kölner Gefüges. Kilian galt als ein Paradebeispiel für die Entwickler-Fähigkeiten von Steffen Baumgart. So avancierte der Abwehrspieler zum oft ernannten Ziehsohn des Trainers. Eine Geschichte, die ein neues Kapitel erhielt, als der vom Trainer als „Holzfuß“ betitelte Kilian gegen Ex-Klub Mainz den entscheidenden Treffer erzielte.

Schon in der vergangenen Saison lief es bei dem Abwehrspieler aber nicht mehr so rund. Aus verschiedenen Gründen. So war Kilian sicherlich nicht ganz unschuldig an der derben 0:5-Klatsche gegen Mainz im Oktober 22. Kilian sah nach 27 Minuten die Gelb-Rote Karte, hatte zudem einen Elfmeter verschuldet. Es war bereits der zweite Platzverweis in der noch jungen Saison. Dann zog sich der Abwehrspieler einen Muskelbündelriss zu und fiel lange aus. In seiner Abwesenheit avancierte Jeff Chabot zunehmend zum Leistungsträger, machte sich unabdingbar. Nach der Rückkehr war es für Kilian nahezu unmöglich das Innenverteidiger-Duo Chabot/Hübers anzugreifen. So kam Kilian nach seiner Verletzung in der vergangenen Saison nur noch auf 24 Einsatzminuten. Im Dezember betonte Christian Keller auf vermeintliche Neuverpflichtungen angesprochen, dass neben einem Stürmer und einem Sechser auch ein Innenverteidiger dem FC weiterhelfen würde.

Wie geht es weiter mit Luca Kilian?

Baumgart hielt lange weiterhin an seinem Abwehrspieler fest, gab ihm immer wieder einige Minuten. Nun ist der Kult-Coach nicht mehr in Köln und in den Überlegungen von Timo Schultz scheint Kilian aktuell noch keine große Rolle zu spielen. Gegen Heidenheim war der Innenverteidiger nach einer kurzen Erkrankung gar nicht erst im Kader. Aber auch in den folgenden Partien saß er jeweils 90 Minuten auf der Bank. Da Jeff Chabot und Timo Hübers aktuell aber wichtige Stützen im Abwehrverbund der Kölner sind, wird sich die Situation für Kilian so schnell wohl auch nicht verändern.


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Stimmen zum Spiel

Alidou, Kainz und Ljubicic – Schultz entwickelt sich zum Formfinder

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Alidou, Kainz und Ljubicic – Schultz entwickelt sich zum Formfinder

Zunächst Florian Kainz, dann Faride Alidou und nun Dejan Ljubicic – nach und nach finden die Kölner Profis wieder zurück zu alter Stärke. Und das auch Dank Timo Schultz.

Nach den schwachen Wochen des 1. FC Köln gegen Ende des vergangenen Jahres zeigt die Formkurve bei einigen Spielern momentan wieder nach oben. Die Neubewertung der Mannschaft durch Trainer Timo Schultz scheint dem ein oder anderen Aufwind zu geben. Die FC-Spieler finden wieder zu alter Form.

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Keine 150 Meter haben gefehlt und Dejan Ljubicic hätte am Samstagabend sogar Ellyes Skhiri in Sachen Laufleistung übertroffen. 11,89 Kilometer spulte der Kölner Mittelfeldspieler ab, war gefühlt überall unterwegs und das als Außenbahnspieler. Zudem suchte der Österreicher auch die meisten Abschlüsse – nach einer Flanke von Faride Alidou nach sechs Minuten noch dürftig. Kurz vor dem Seitenwechsel rauschte dann ein Ball knapp am Tor vorbei. Der nächste Abschluss landete unfreiwillig an Alidous Bein und dann im Tor. Kurz danach bereitete der 26-Jährige auch das 2:0 durch Jan Thielmann vor. Das erste Mal in dieser Saison riss der Österreicher das ab, was sich die Kölner Verantwortlichen seit dem Abgang von Ellyes Skhiri versprochen hatten. Ljubicic war ein absoluter Leistungsträger. „Das ist ein Spieler, der ein sehr großes Herz hat, extrem laufstark ist, sich aber auch clever zwischen den Linien bewegen kann“, sagte Timo Schultz: „Wenn er die Leistung bestätigen kann, haben wir einen Top-Bundesliga-Spieler hier im Kader.“

Zunächst aussortiert, jetzt Hoffnungsträger

Wenn er denn die Leistung bestätigen kann – und das ist alles andere als sicher. Bereits nach dem verdienten 3:1-Erfolg über Borussia Mönchengladbach, bei dem unter anderem die ebenfalls formschwachen Luca Waldschmidt und Florian Kainz aufblühten, war die Hoffnung groß, dass der Knoten geplatzt sei. War er aber nicht. Es folgte die derbe 0:6-Klatsche gegen RB Leipzig und das bittere Pokal-Aus gegen Zweitligist Lautern. Von Kainz‘ und Waldschmidts ansteigender Form fehlte genauso jede Spur wie von Ljubicics Normalform. Die Hoffnung, dass es sich nun um mehr als nur einen positiven Ausreißer handelt, liegt beim FC dieser Tage in den eigenen Reihen begründet. Denn Timo Schultz scheint bei den kleinen Stellschrauben, von denen er bei seinem Amtsantritt gesprochen hat, große Hebel gefunden zu haben. Gleich mehrere Akteure hat der 46-Jährige aus dem Formtief geholt.

Schultz erfüllt gerade auf beeindruckende Art und Weise genau den Job, für den wiederum Steffen Baumgart in den vergangenen beiden Spielzeiten gefeiert worden war. „Ich bin kommunikativ, ehrgeizig und möchte etwas entwickeln“, hatte Schultz bei seiner Vorstellung Anfang Januar gesagt und betont, dass er alle Spieler entwickeln wolle. Auch die Spieler, die unter Steffen Baumgart keine Chance mehr erhalten haben. Baumgart wiederum hatte im Podcast von Jonas Hector und Fabian Köster erklärt, dass ein neuer Trainer Spieler auch durchaus anders bewerten könne, als er. So wie Faride Alidou, der unter Baumgart ausgemustert war, keine Chance mehr erhielt. Nach seinem zweiten Treffer beim zweiten Startelf-Einsatz zeigt auch bei dem 22-Jährigen die Formkurve eindeutig nach oben. So sehr, dass der Außenbahnspieler bei vielen Anhängern plötzlich als Hoffnungsträger, als gefühlter Neuzugang, gehandelt wird.

Schultz hat der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben

Wie schnell es von Zero zu Hero gehen kann, erfuhr zu Beginn des Jahres auch Florian Kainz. Der Kölner Kapitän stand in der Hinrunde neben sich, überzeugte genau in einer Begegnung. Im letzten Spiel von Steffen Baumgart als FC-Coach saß Kainz zunächst nur noch auf der Bank. Nach seinem erfrischenden Einsatz als „Freigeist“ gegen Heidenheim war der 31-Jährige schon bald wieder ein Hoffnungsträger. Auch Denis Huseinbasic ist aus der aktuellen Startelf nicht wegzudenken, genauso wie ein Jan Thielmann. Timo Schultz hat der Mannschaft wieder Selbstvertrauen, Sicherheit gegeben. „Ich muss gucken, an welchen Stellschrauben ich drehen kann, um der Mannschaft Sicherheit zu geben“, sagte der Coach im Januar und über seine Vorgehensweise: „Ich bin recht fix am Laptop, aber ich rede lieber mit den Spielern.“ Und damit scheint er genau den richtigen Schlüssel gefunden zu haben.

Steffen Baumgart hat seine Spieler motiviert, sie so lange stark geredet, bis sie stark waren. Nun ist es Timo Schultz, der seiner Mannschaft das Vertrauen ausspricht und diese zahlt es ihm durch Leistung zurück. Mal sehen, wer der nächste wiedererstarkte FC-Profi ist. Die Liste ist noch lang.

 

Bilder zum Spiel 1. FC Köln – Eintracht Frankfurt


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Winterkritik

Die FC-Karnevalssitzung in Bildern

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Die FC-Karnevalssitzung in Bildern

Am Dienstagabend fand die alljährliche Karnevalssitzung des 1. FC Köln statt. Zwei Tage vor Weiberfastnacht hüllten sich die FC-Profis in verschiedene Kostüme.

Nach dem 2:0-Sieg gegen die Eintracht am Wochenende können die Kölner etwas Durchatmen. Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem anstehenden Spiel gegen Hoffenheim. Dennoch gab es die alljährliche Sitzung. Die FC-Karnevalssitzung in Bildern.

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Nach dem Sieg der Geißböcke am vergangenen Samstag betonte Trainer Timo Schultz im Anschluss an das Spiel, dass der Fokus dieser Woche trotz Karneval auf dem Hoffenheim Spiel liege. „Ich bin nicht hier, um Karneval zu feiern und ich werde nicht in Kölsche Euphorie verfallen. Ich gehe davon aus, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben“, sagte Schultz. Am Dienstagabend fand dennoch im Maritim die alljährliche Karnevalssitzung der Geißböcke stand. So verkleideten sich FC-Profis, Trainer und Vorstand. Am Mittwoch hat die Mannschaft trainingsfrei.

Im vergangenen Jahr machte auch Steffen Baumgart seine Erfahrungen mit dem Kölner Karneval und sagte damals „Der Karneval hat uns nicht gutgetan“, nachdem der FC am Karnevalssamstag 2023 gegen den VfB Stuttgart 0:3 verloren hatte. Auch in den folgenden Spielen konnte der FC nicht überzeugen und stürzte in eine Mini-Krise. Timo Schultz ließ die Mannschaft heute gleich zweimal zum Training antreten. Die Marschrichtung ist klar. „Ich werde am Dienstag sicherlich die FC-Sitzung genießen und freue mich auf die Zeit – aber ich bin hier, um mit der Mannschaft zu trainieren und auch das Spiel am nächsten Sonntag in Hoffenheim erfolgreich gestalten zu können.“ Dann also: Kölle Alaaf!

FC-Karnevalssitzung in Bildern

Luca Waldschmidt, Davie Selke und Jeff Chabot
Jeff Chabot
Vorstand und Geschäftsführung
Jan Thielmann
Thomas Kessler
Timo Schultz
Philipp Pentke, Mathias Köbbing und Marvin Schwäbe
Eric Martel
Florian Kainz
Max Finkgräfe
Dominique Heintz
Dejan Ljubicic und Denis Huseinbasic
Markus Rejek, Philipp Türoff und Christian Keller
Davie Selke
FC Frauen
Damian Downs

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Winterkritik

Denis Huseinbasic: „Uns ist es scheißegal, was die Gegner machen“

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Denis Huseinbasic: „Uns ist es scheißegal, was die Gegner machen“

Auch Denis Huseinbasic lebt unter Timo Schultz auf, ist wieder Stammspieler. Am Dienstag äußerte sich der 22-Jährige am Rande des Trainings zu seiner Rolle und der Situation beim FC.

Seit fünf Begegnungen gehört Denis Huseinbasic wieder fest zum Stammpersonal des 1. FC Köln, spielte in diesen Begegnungen immer 90 Minuten (gegen Frankfurt nur 89). Das war so zu Beginn der Saison nicht abzusehen. Da suchte auch der 22-Jährige seine Form. Das sagt Denis Huseinbasic über seine Rolle und die Situation.

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Mit strahlendem Gesicht stand auch Denis Huseinbasic am Samstagabend vor der Südkurve und ließ sich von den Fans feiern. Der erste Sieg seit Anfang Dezember war schon „ein sehr schönes Gefühl“, sagte der Mittelfeldspieler am Dienstag nach der ersten Trainingseinheit, um dann aber, ähnlich wie sein Coach am Samstag, den Fokus schon auf die kommende Begegnung zu richten. „Wir haben das schon wieder abgehakt. Uns steht eine neue Woche bevor, mit einem neuen Spiel. Da wollen wir alles geben.“ Das ist auch weiterhin nötig. Zwar hat der FC inklusive seines Umfelds nach dem 2:0 neue Hoffnung geschöpft, die Ausgangslage in der Tabelle hat sich nicht dramatisch verbessert, wird sich aber am Mittwoch mit dem Nachholspiel zwischen der direkten Konkurrenz aus Mainz und Berlin aber auch wieder verschlechtert – unabhängig des Ausgangs.

Huseinbasic: „Wir fokussieren uns nur auf uns. Wir müssen Punkte holen“

Darüber macht sich der Kölner Mittelfeldspieler überhaupt keine Gedanken. „Wir fokussieren uns nur auf uns. Wir müssen Punkte holen. Da ist es scheißegal, was die Gegner machen“, sagt Huseinbasic. „Wir brauchen Punkte. Wir geben Gas, um am Wochenende den größtmöglichen Erfolg zu haben. Wir müssen bereit sein. Ich glaube, dass werden wir auch sein.“ Bereit ist auch der 22-Jährige, der nach seinem starken ersten Jahr in der Bundesliga in dieser Saison nicht so recht in Form kam. Die Vorbereitung lief eigentlich noch gut, aber: „Man muss schon sagen, dass die Spiele, die ich gespielt habe, nicht so gut waren“, sagt Huseinbasic. „Ich habe auf meine Chance gewartet.“ Und die hat der Spieler auch genutzt. Wie Faride Alidou oder Florian Kainz scheint auch Huseinbasic unter Timo Schultz wieder zu alter Form zu finden.

Seitdem Schultz die Fäden beim FC in der Hand hat, bildet der 22-Jährige gemeinsam mit Eric Martel das starke zentrale Duo im Mittelfeld, die Doppelsechs. Und scheint dort auch unangefochten zu sein. Vor allem die enorme Passsicherheit und die starke Übersicht sind Stärken des Youngsters, der sich als flexiblen Spieler sieht, der die Bälle verteilt, den Weg in die „Box“ sucht, aber auch druckvoll gegen den Ball agiert. Zurzeit weist der 22-Jährige mit über 90 Prozent die beste Passquote aller FC-Profis auf, läuft im Schnitt 11,8 Kilometer pro Spiel, ebenfalls mehr als seine Mannschaftskollegen. Aktuell scheint er die Nase gegenüber dem im Sommer so hoch gehandelten Jacob Christensen deutlich vorne zu haben. Und das soll auch so bleiben. „Ich spiele im Moment und versuche, auch weiterhin zu spielen. Ich gebe im Training alles, um mich jede Woche zu empfehlen“, sagt Huseinbasic.

Huseinbasic: „Das tut unserem Spiel gut“

Das Duo mit Martel schein für das Kölner Spiel jedenfalls gut zu passen. Eine genaue Aufteilung haben er und der Kapitän der U21-Nationalmannschaft nicht, sagt Huseinbasic, aber einen wichtigen Job. Denn für den jüngsten Erfolg ist auch die Kölner Doppelsechs mitverantwortlich. „Ich würde sagen, dass wir in manchen Phasen des Spiels einfach kompakter stehen, den Gegner kommen lassen und dann auf den Auslöser warten. Das tut unserem Spiel gut“, sagt der gebürtige Hesse. Am Sonntag steht das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf dem Spielplan. Eine schwere Aufgabe. Aber der Fokus liegt nur auf dem eigenen Team.


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Podolski: „Der einzige Faktor, der das Ganze am Leben hält“

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Podolski: „Der einzige Faktor, der das Ganze am Leben hält“

Am Rande der Baller League in Köln äußerte sich Mitorganisator Lukas Podolski zum 2:0-Erfolg über Frankfurt und die Rolle der Fans.

Mit dem 2:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt hat sich der 1. FC Köln eindrucksvoll in der Bundesliga zurückgemeldet. Die Begeisterung hielt sich bei einem in Grenzen: FC-Ikone Lukas Podolski sieht FC-Fans als Trumpfkarte.

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Nach dem verdienten 2:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag ist die Hoffnung beim 1. FC Köln und vor allem seinen Anhänger zurück. Der FC spielte sicher nicht wie ein Absteiger und befindet sich auf Tuchfühlung mit dem rettenden Ufer. Auch, wenn der Sieg gegen die Hessen durchaus verdient gewesen ist, hält sich die Begeisterung bei FC-Ikone Lukas Podolski in Grenzen. „Ich bin immer Fan, ich habe immer Hoffnung“, sagte Podolski am Montag am Rande seiner Baller League in Köln. „Das war jetzt keine sehr, sehr gute Leistung. Sie hatten etwas Spielglück mit den Roten Karten. Die Frankfurter haben zum Glück keinen guten Tag erwischt. Sonst war das ganz ordentlich.“ Ganz ordentlich reichte immerhin zum dritten Saisonsieg und das gegen einen hochgehandelten Gegner.

Podolski: „Ich glaube, die einzige Trumpfkarte sind die Fans“

Dementsprechend war der 38-Jährige zwar nicht vollends zufrieden mit der Leistung, umso mehr mit der Ausbeute. „Man muss auch mal wegkommen von diesem ‚Gut spielen‘ und ‚Gute Leistung‘. Am Ende zählen halt die Punkte – und die muss man jetzt sammeln“, erklärte Podolski und nahm auch Stellung zu der offenkundigen Sturmflaute der Geißböcke. „Es geht um Punkte und nicht darum, wie man spielt.“ Einen entscheidenden Faktor für den möglichen Klassenerhalt sieht der Weltmeister von 2014 ohnehin nicht auf dem Feld. „Ich glaube, die einzige Trumpfkarte sind die Fans“, sagte Podolski und schlug damit in die gleiche Kerbe wie in der vergangenen Woche Timo Schultz. Der Kölner Trainer sprach im Zusammenhang mit den Fans von einem entscheidenden Pfund. „Ich erinnere mich gerne an meine Zeit zurück, wo wir um den Abstieg gespielt haben – da ging es ganz anders am Geißbockheim und drumherum ab. Die letzten Jahre – oder vor allem auch dieses Jahr – sind die Fans, die Südkurve, der einzige Faktor, der das Ganze am Leben hält“, erklärte Podolski.

Podolski sieht Nachwuchs als richtigen Ansatz

Mittelfristig wird aber auch der Nachwuchs eine entscheidende Rolle spielen. Das sei ein richtiger Ansatz. Es ginge darum, „der Jugend eine Chance zu geben. Ich glaube, das ist man der Akademie und allen schuldig, weil daraus entstehen Spieler, die man irgendwann verkaufen kann oder die dann auch weiter Karriere machen können“, sagte Podolski. So wie aktuell Max Finkgräfe. Podolski liebäugelt damit, in Zukunft wieder eine Rolle beim FC einzunehmen. „Wir haben schon Ideen ausgetauscht, das finde ich sehr schön. Wenn das so weitergeht, kann ich mir gut vorstellen, dem 1. FC Köln in einer Position – näher am Verein als zuletzt – zu helfen. Nach der Karriere muss ich erst einmal entscheiden, was ich will“, sagte Podolski im Dezember dem TV-Sender Sky.


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TV-Experte sieht Finkgräfe auf dem Weg in die DFB-Elf

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TV-Experte sieht Finkgräfe auf dem Weg in die DFB-Elf

Er ist nicht nur eins der größten Talente des 1. FC Köln, seit Beginn des Jahres ist Max Finkgräfe konstant der beste Feldspieler der Kölner. Für Lothar Matthäus könnte der 19-Jährige die Antwort auf die Frage nach dem Linksverteidiger im DFB-Dress werden.

Im Spiel des 1. FC Köln am Samstagabend gegen Eintracht Frankfurt überzeugte der Youngster nicht nur die Fans und den Trainer Timo Schultz. Auch TV-Experte Lothar Matthäus lobte den 19-Jährigen für seine Spielweise und sah Max Finkgräfe als möglichen DFB-Elf Kandidaten.

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Wirklich gerne werden die FC-Fans die Worte von Lothar Matthäus vor einigen Wochen nicht gehört haben. Der TV-Experte und Weltmeister von 1990 war sich ziemlich sicher, dass die Geißböcke unter Timo Schultz nicht mehr die Kurve bekommen würden, den Gang in die zweite Liga antreten müssten. Am Samstag klangen die Worte des Rekord-Nationalspielers schon deutlich versöhnlicher – aus Kölner Sicht. Vor allem Max Finkgräfe wurde von Matthäus immer wieder hervorgehoben. Geradezu begeistert zeigte sich der TV-Experte und suchte den Vergleich zu Jonas Hector. „Man sollte immer schön den Ball flachhalten, es ist mein elftes Bundesligaspiel und mal gucken, was noch kommt“, sagte der Youngster. „Aber der neue Jonas Hector, das bin ich ganz sicher nicht.“

Matthäus mit Hinweis auf DFB-Elf

Doch Matthäus beließ es nicht bei dem Vergleich mit der Kölner Ikone. „Dann wieder Finkgräfe, wieder dieses Umschalten, wie er den Ball gewinnt, mit Geschwindigkeit nach vorne geht – das ist dieser Spieler“, stellte der 62-Jährige nach gut 70 Minuten fest. „Er kann auf jeden Fall Linksverteidiger. Mehr will ich mal dazu nicht sagen“, betonte Matthäus wiederum vielsagend und sprach dann nach dem Hinweis von Kommentator Wolff-Christoph Fuss, dass es nicht so viele Linksverteidiger gäbe, doch weiter: Zumindest nicht so viele „mit Ausweis, der dazu berechtigt, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen.“ Finkgräfe ein Fall für die DFB-Elf? Nach elf Einsätzen für den FC dürfte der Sprung zu Julian Nagelsmann bei allem Talent und Potenzial dann doch noch ein sehr großer sein. Zumal der Linksverteidiger nahezu unter dem Radar der Nationalmannschaft geflogen ist. Erst im Oktober war Finkgräfe erstmals auf Abruf in der U20. Einen Einsatz gab es nicht.

Das Thema Nationalmannschaft dürfte und sollte für Finkgräfe zurzeit noch weiter entfernt sein, als der Vergleich mit Jonas Hector. Dabei sind allerdings zwei Punkte nicht von der Hand zu weisen. Dass die Nationalmannschaft gerade auf den Außenpositionen dünn besetzt ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Hansi Flick entschied sich nicht umsonst für Spieler Joshua Kimmich oder Nico Schlotterbeck, die eigentlich auf anderen Positionen zu Hause sind. Mit Kai Havertz zauberte auch Julian Nagelsmann keinen etatmäßigen Linksverteidiger auf diese Position. Dabei gibt es natürlich auch starke Linksverteidiger wie Robin Gosens oder David Raum, die ihre Stärken vor allem in der Vorwärtsbewegung haben, in der Verteidigung in der Nationalmannschaft nicht immer ganz sicher wirkten. Benjamin Henrichs ist da schon deutlich stabiler. Die Außenverteidiger-Position ist sicherlich eine Baustelle der DFB-Elf, in der die Konkurrenz nicht so breit gefächert ist, wie im Zentrum.

Vergleich mit Hector ist nicht von der Hand zu weisen

Zudem spielt Finkgräfe tatsächlich eine bislang überragende Rückrunde. Schon gegen Dortmund sah der Linksverteidiger gegen Donyell Malen lange gut aus, gegen Wolfsburg war der 19-Jährige zweifelsohne bester Feldspieler. Finkgräfe hatte die meisten Ballkontakte und eroberte die meisten Bälle. Gegen Frankfurt schaltete sich der gebürtige Gladbacher zudem immer wieder in die Offensive ein, brachte Flanken, setzte seine Mitspieler gut in Szene und führte 70 Prozent erfolgreicher Dribblings durch. In der Defensive wirkt der 19-Jährige bereits überraschend souverän, in der Offensive kann er ein Faktor werden. Zwangsläufig erinnert Finkgräfe aktuell an Jonas Hector, der das Talent in seinem Podcast „Schlag und fertig“ ebenfalls lobte. Einen frappierenden Unterschied gibt es zwischen den Linksverteidiger dann offenbar doch: Finkgräfe erreichte gegen Frankfurt eine Höchstgeschwindigkeit von 34 km/h.

Bilder zum Spiel 1. FC Köln – Eintracht Frankfurt


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Der FC startet mit einem Hauch Karneval in die Hoffenheim-Woche

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Der FC startet mit einem Hauch Karneval in die Hoffenheim-Woche

Mit einer Trainingseinheit am Montag ist der FC in die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Hoffenheim gestartet. Auch wenn der Fokus auf der Begegnung am Sonntag liegt, ganz ohne Karneval geht es auch nicht.

Nach dem verdienten 2:0-Erfolg hat FC-Trainer Timo Schultz sein Augenmerk bereits auf das kommende Spiel gegen Hoffenheim am Sonntag gerichtet. Der großen Feierei des Karnevals erteilte der Coach eine Absage für den 1. FC Köln: Der Fokus liegt auf dem Hoffenheim-Spiel.

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Vier Spiele, drei Niederlagen, ein Punkt – die Bilanz des 1. FC Köln in den Wochen nach Karneval war vor einem Jahr verheerend. Zwar mit dem Saisonauftakt der aktuellen Spielzeit vergleichbar, zur damaligen Situation aber beängstigend. Schon im März 2023 sorgten sich die ersten Fans um einen unter Steffen Baumgart nicht für möglich gehaltenen Abstiegskampf, nicht ahnend, dass dieser gegen Ende des Jahres schon mehrfach auch von Vereinsseite ausgerufen werden würde. „Ich habe mit dem 1. FC Köln meine Erfahrungen im Karneval gemacht und muss abschließend sagen: Der Karneval hat uns nicht gutgetan“, sagte Steffen Baumgart damals und deutete an, dass es einen ähnlichen Umgang mit dem Kölner Kulturgut nicht mehr geben würde.

Trainingsauftakt ohne Diehl

Ein knappes Jahr später steht Timo Schultz an der Seitenlinie der Geißböcke, an der Karnevals-Marschroute hält aber auch der neue Coach fest. „Ich bin nicht hier, um Karneval zu feiern und ich werde nicht in kölsche Euphorie verfallen“, hatte Trainer Schultz unmittelbar nach dem 2:0-Erfolg über Frankfurt gesagt. „Ich gehe davon aus, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben und sich bewusst sind, dass sie hier nicht die Woche durchfeiern können.“ Dabei gab das verdiente 2:0 den Kölnern viel Grund zum Feiern. Doch für Schultz gilt es nun, nachzulegen. Dem 46-Jährigen ist dabei die Bedeutung des bunten Treibens in der Domstadt durchaus bewusst. Oder schnell bewusst geworden: Erst vor einigen Wochen erzählte der Trainer im WDR2-Podcast „Einfach Fußball“, dass er in Köln bereits auf der ersten Karnevalssitzung gewesen sei, da habe er noch nicht alle Namen der Spieler gekannt.

Das sollte sich mittlerweile geändert haben, wenn Schultz am Dienstag zu einer weiteren Sitzung aufbricht und zwar zu der des Vereins. „Ich werde am Dienstag sicherlich die FC-Sitzung genießen und freue mich auf die Zeit – aber ich bin hier, um mit der Mannschaft zu trainieren und auch das Spiel am nächsten Sonntag in Hoffenheim erfolgreich gestalten zu können“, sagte Schultz. So startete der FC bereits am Montag in die Vorbereitung auf die Begegnung gegen Hoffenheim. Neben Justin Diehl fehlten auch Elias Bakatukanda und Matthias Köbbing krankheitsbedingt. Nach wie vor arbeiten Mark Uth, Davie Selke und Luca Waldschmidt im Reha-Bereich. Waldschmidt betonte im Sky-Interview, dass er auf eine Rückkehr ins Mannschaftstraining im März hoffe.

Am Dienstag stehen gleich die nächsten beiden Einheiten für die Spieler auf dem Plan. Am Mittwoch haben die dann Profis frei. Laut Trainer aber nicht aufgrund der Vereins-Sitzung. „Ich mache den Trainingsplan nicht nach Ergebnissen und schon gar nicht nach Karneval, sondern so, dass wir nächstes Wochenende performen können“, sagte Schultz.  


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Kicker und Sportschau: Jeweils zwei FC-Profis in der Elf des Tages

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Kicker und Sportschau: Jeweils zwei FC-Profis in der Elf des Tages

Zum zweiten Mal in Folge haben es Spieler des 1. FC Köln in die Elf des Tages des Kickers und dieses Mal auch in die Sportschau geschafft. Und zwar jeweils zwei Profis.

Für die starke Leistung gegen Eintracht Frankfurt belohnte sich der 1. FC Köln mit drei Punkten. Auch das Fachmagazin „Kicker“ sowie die Sportschau belohnten das Kölner Spiel: Zwei FC-Profis in der Elf des Tages.

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Alles wollte bei Faride Alidou auch am Samstagabend noch nicht funktionieren. Alles nicht, aber viel. Am Ende standen 37 Ballkontakte, 28 Sprints, eine Passquote von 77 Prozent und zwei Torschüsse – sicher keine überragenden Werte. Vor allem aber stand da das 1:0, das zweite Tor in Folge, eine herausgeholte Gelb-Rote Karte, die Christian Keller als überragende Aktion adelte und damit die Grundlage für den verdienten 2:0-Erfolg der Geißböcke über Eintracht Frankfurt. Alidou leitete bei seinem zweiten Startelf-Einsatz in Serie den ersten Dreier seit Anfang Dezember ein. Damit dürfte sich der 22-Jährige auch für die kommende Begegnung gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag empfohlen haben – wenn er denn fit ist. Und das, obwohl Alidou noch im Dezember keine Rolle mehr bei den Kölnern gespielt hat. Nun stehen zwei Treffer auf dem Konto.

Starke Werte von Ljubicic

Zwei Assists stehen seit Samstagabend auch auf der Scorerliste von Dejan Ljubicic. Der Mittelfeldspieler hat in der bisherigen Saison noch nicht annähernd zu der Form der Vorsaison gefunden. Am Samstagabend zeigte die Formkurve wie aus dem Nichts aber steil nach oben. Ljubicic lief mehr als alle anderen Kölner, gab die meisten Torschüsse ab und näherte sich im Laufe des Spiels auch dem Tor immer mehr an. Vor allem aber bereitete der Österreicher beide Kölner Tore vor – auch wenn die Vorlage zum 1:0 wohl eher als Schuss gedacht war. Das Fachmagazin „Kicker“ hat beide Spieler in die Elf des Tages gewählt. Eine seltene Ehre für die Kölner. Denn in der aktuellen Saison haben es erst wenige FC-Profis in die Auswahl geschafft. Zehn Mal standen Kölner Spieler in der „Elf des Spieltags“.

Leroy Sané, Jeremie Frimpong oder Alejandro Grimaldo standen jeweils sieben Mal in der Auswahl. Marvin Schwäbe schaffte es in dieser Saison doppelt in die Top-Elf. Dazu kommen Luca Waldschmidt, Florian Kainz und Eric Martel nach dem Erfolg über Borussia Mönchengladbach sowie Davie Selke gegen Heidenheim und Jeff Chabot gegen Darmstadt. In der vergangenen Woche wurde Max Finkgräfe in die Auswahl gewählt. Auch gegen Frankfurt zeigte Finkgräfe eine überragende Leistung. Das zeichnete wiederum die Sportschau aus, die sowohl Finkgräfe als auch Ljubicic für ihre Top-Elf benannte.


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Kommentar: Ein Lebenszeichen zum richtigen Zeitpunkt

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Kommentar: Ein Lebenszeichen zum richtigen Zeitpunkt

Mit dem verdienten 2:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt hat der 1. FC Köln wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt. Viel wichtiger aber, die Kölner haben ein Lebenszeichen an die Fans und die direkte Konkurrenz geschickt. Ein Kommentar.

Kampfgeist und Willen waren den Kölnern am Samstagabend anzumerken. Die Mannschaft von Timo Schultz zeigte ein leidenschaftliches Spiel mit starker Defensivarbeit und endlich auch erfolgreicher Offensive. 1. FC Köln: Kommentar zum Sieg gegen Frankfurt.

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Seit der Trennung von Steffen Baumgart hat sich der Ton beim 1. FC Köln verändert – und das nicht nur, weil das FC-Spiel nicht mehr vom Pfeif-Code des 52-Jährigen angetrieben wird. Sachlich und nüchtern, fast schon vorsichtig bewertet Timo Schultz die Leistungen seiner Mannschaft. Auch nach dem 2:0 über Frankfurt blieb der Coach komplett bei sich und ordnete den so nicht erwartbaren Erfolg ein. „Es sind nur drei Punkte“, sagte Schultz. „Wir schauen schon auch auf die Tabelle und wissen, dass wir Ergebnisse brauchen.“ Soll heißen: Der Sieg gegen Frankfurt war wichtig, aber der Weg ist nach wie vor noch ein langer. Schon allein der Blick auf die Tabelle gibt dem Trainer Recht.

Weder Zufall noch Ausreißer

Und doch war der 2:0-Erfolg über Frankfurt am Ende ein wenig mehr als „nur“ drei wichtige Punkte. Auch, weil der Spieltag für den 1. FC Köln von den Ergebnissen her nicht besser hätte laufen können. Darmstadt, Mainz und Union Berlin kassierten Pleiten, während die Geißböcke dreifach punkteten. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt vor dem Nachholspiel zwischen Mainz und Union am Mittwoch nur noch zwei Punkte, der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze vier. Vielmehr aber sind die drei Zähler über die Hessen ein wichtiges Lebenszeichen und das wohl genau zum richtigen Zeitpunkt.

Ein wichtiges Lebenszeichen, denn was auch immer Timo Schultz in den vier Wochen seiner Amtszeit mit der Mannschaft gemacht hat, es scheinen die richtigen Stellschrauben gewesen zu sein. In allen vier Begegnungen seit seiner Verpflichtung spielte der FC lange auf Augenhöhe mit, war phasenweise das bessere Team und stellte vor allem aber unter Beweis, dass die Kölner doch die Qualität zur Bundesliga haben. So wie gegen Frankfurt spielt jedenfalls kein Team, dessen Weg in Liga zwei vorgegeben ist. Nach vier Spielen lässt sich zudem festhalten, dass es sich bei der positiven Entwicklung weder um einen Zufall noch um einen Ausreißer nach oben handeln kann. Am Samstag kam nun auch endlich das Spielglück wieder hinzu. Die FC-Profis rufen das ab, was es in der Theorie zum Klassenerhalt braucht. Allerdings gilt es die Bürde der desolaten Hinrunde auszugleichen.

Aufwind in schwieriger Phase

Zur richtigen Zeit nicht nur, weil damit der Ausgang des Nachholspiels keine dramatische Auswirkung auf die Tabellensituation der Kölner hat. Vielmehr aber, weil der FC den Fans Hoffnung gibt, in einer Phase, in der der Verein nach einer Kette von Fehlern und Fehleinschätzungen mehr als nur mit dem Rücken zu Wand steht. Erst vergangene Woche sorgte die Veröffentlichung des CAS-Urteils für neuen Zündstoff. Dieser Sieg kann den gebeutelten Kölnern in einer besonders schweren Phase Aufwind geben.

Timo Schultz hat den Schulterschluss mit den Fans als mögliches Pfund angesprochen, versprochen, den Fans etwas für die Unterstützung zurückzugeben. Das Versprechen haben Trainer und Mannschaft am Samstagabend gehalten. Der FC hat bewiesen, dass er sich mit Kampf und Leidenschaft gegen den Abstieg in Liga zwei stemmen wird. Es ist richtig, dass Schultz bereits auf die Euphoriebremse tritt. Gewonnen ist noch nichts. Am Ende hat Timo Schultz Recht. Für die Tabelle sind es nur drei Punkte. Für die Fans, vor allem aber die direkte Konkurrenz ist es ein starkes Zeichen: Der FC lebt – nicht mehr, aber bestimmt auch nicht weniger.


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Natürlich Alidou – wieder Alidou

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Natürlich Alidou – wieder Alidou

Mit seinem zweiten Treffer in Folge untermauerte Faride Alidou am Sonntag seine ansteigende Form. Und das ausgerechnet gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt.

Die Gelb-Rote Karte rausgeholt, die Kölner Führung erzielt: Faride Alidou dreht beim FC endlich auf. Für die Frankfurter Leihgabe war es bereits der zweite Treffer in Folge. Und das gegen Eintracht Frankfurt.

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Jubeln wollte er nicht. Zumindest zuckte Faride Alidou nach seinem Treffer gegen Eintracht Frankfurt nur kurz zusammen, um dann aber fast schon entschuldigend die Hände zu heben. Dabei hatte der Außenbahnspieler sehr viel für diesen Moment getan. Von der ersten Minute an ging der 22-Jährige keiner Eins-gegen-eins-Situation aus dem Weg, lief den Gegner immer wieder aggressiv an, zwang ihn zu Fehlern und brachte auch früh eine erste Flanke auf Dejan Ljubicic, der diese aber nicht nutzte. Auch, weil Ljubicic den Ball mit dem Schienbein traf. So wie später Alidou, dann aber mit besserem Ende. Und das gegen Frankfurt. „Das ist schon etwas Besonderes für mich, weil ich letztes Jahr sehr viel mit dem Verein erlebt habe und mit den Spielern sehr gut befreundet bin“, sagt Alidou noch vor dem Spiel gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber. „Ich bin gerade FC-Spieler und ich werde alles dafür tun, dass wir siegen.“

Schultz: „Er hatte einen großen Anteil daran“

Das tat der Offensivspieler, auch wenn weiterhin nicht alles rund lief. Vor allem der erste Kontakt gibt bei Alidou mitunter Rätsel auf. Oft wirkt der 22-Jährige dadurch unglücklich in seinen Aktionen. Glücklich war in gewisser Weise sein Treffer gegen Frankfurt, den Alidou eben mit dem Schienbein versenkte. Zwei Minuten zuvor hatte der Offensivspieler bereits entscheidenden Einfluss auf die Begegnung genommen. Niels Nkounkou griff Alidou im Fallen erst an den Arm, umklammerte dann das Bein der Frankfurter Leihgabe und lud Alidou damit zu einem Freifall ein. Schiedsrichter Timo Gerach blieb keine andere Wahl, als dem Verteidiger die Gelb-Rote Karte zu zeigen. Wiederum zwei Minuten zuvor hatte Nkounkou noch in höchster Not vor Alidou gerettet, sonst hätte der spätere Torschütze schon zu diesem Zeitpunkt genetzt.

So brachte Alidou den FC mit seinem Schienbeintreffer auf Erfolgskurs. Und das zum zweiten Mal in Folge, auch wenn in der Vorwoche Wolfsburg noch den Ausgleich erzielte. „Es freut mich für Faride, dass er jetzt sogar im zweiten Spiel hintereinander treffen konnte“, sagte Trainer Timo Schultz. „Seitdem ich hier bin, ist er sehr auffällig im Training. Er hat auch die Gelb-Rote Karte herausgeholt und hat einen großen Anteil daran, dass wir das Spiel gewonnen haben.“ Auch Christian Keller bescheinigte dem Außenbahnspieler gerade bei der Gelb-Roten Karte eine überragende Situation. Bei Alidou selbst scheint der Knoten geplatzt zu sein. Das Talent des Spielers ist unbestritten, seine Auftritte waren bis zum Winter dementsprechend rätselhaft. Das mache was mit einem, hatte der 22-Jährige noch unter der Woche gesagt.

Mit seinem zweiten Treffer für den FC hat Alidou bei 13 Einsätzen bereits mehr Tor erzielt als bei der Eintracht in der vergangenen Spielzeit (21 Spiele). Der 22-Jährige kam zum FC, um seiner Karriere einen Boost zu verleihen. Das sollte bislang nicht sein. An einer festen Verpflichtung im Sommer gab es Zweifel. Das Problem: Sollte Alidou beim FC so aufdrehen, dass er für die Kölner unabdingbar wird, besitzt Frankfurt immer noch das Rückkaufrecht und könnte die Kaufoption der Geißböcke kontern. Die Ablöse für den FC soll bei rund drei Millionen Euro liegen, die Rückkaufoption bei vier bis fünf. Möglicherweise hätten sich die Frankfurter Verantwortlichen am Samstagabend gewünscht, ein anderes Detail im Vertrag zu verankern: Dass Alidou gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber nicht aufläuft.

Bilder zum Spiel 1. FC Köln – Eintracht Frankfurt


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