Es bleibt das bestimmende Thema. Said El Mala wird weiterhin mit dem BVB in Verbindung gebracht. Der FC hat die Hand auf dem Deal, Dortmunds Angebot ist noch zu niedrig. Doch die Schwarzgelben werden sich schon ganz genau überlegen, ob sie sich den Kölner Shootingstar noch einmal durch die Lappen gehen lassen. Der 1. FC Köln bleibt bei Said El Mala entspannt, der BVB bietet erneut.
150.000 wollte Dortmund einst für Said El Mala zahlen – zu wenig. Den Zuschlag bekam der 1. FC Köln. Nun bietet der BVB wieder, jetzt werden knapp über 40 Millionen Euro kolportiert – erneut zu wenig. Der FC bleibt hingegen entspannt.
Es geht nicht weniger als um den möglicherweise teuersten Transfer der Vereinsgeschichte, es ist das Sommerthema der Vorbereitung, doch Aufregung herrscht bei den Geißböcken um Said El Mala und die möglichen Interessenten nicht. „Das mag vielleicht komisch klingen, aber das ist bei uns gar nicht so ein großes Thema. Wir sind da absolut entspannt. Said ist Spieler des 1. FC Köln und er fühlt sich sehr wohl – und wir fühlen uns genauso wohl mit Said, insofern gibt es aktuell auch überhaupt keinen Grund über etwas anderes zu sprechen“, sagte Tim Steidten am Montag in einer Medienrunde. Gesprochen wird viel über den Kölner Shootingstar. Bei den Fans, in den Medien, aber auch hinter den verschlossenen Türen einiger Proficlubs. Immerhin gibt es sicher eine Handvoll an Interessenten für El Mala, wenn auch nicht mehr die ganz großen, die noch während der Saison gehandelt wurden.
BVB bot angeblich 200.000 Euro zu wenig
Der Name von Borussia Dortmund fällt dieser Tage sehr oft als möglicher Käufer. Der BVB hat definitiv ein Angebot in Köln abgegeben, dem Vernehmen nach gab es auch ein zweites, ein besseres. Und doch eins, das noch weit von den Vorstellungen der Geißböcke entfernt ist. Der FC will bekanntlich rund 50 Millionen Euro für den Spieler, die Borussen bewegen sich knapp über der 40-Millionen-Euro-Grenze. Es ist gut möglich, dass es von den Schwarzgelben nochmal ein besseres Angebot gibt. Es ist nun mal Teil des Geschäfts, das der Interessent zunächst mit einem möglichst niedrigen Gebot das Poker-Spiel beginnt. Alles andere wäre grob fahrlässig. Genauso scheint es dieser Tage aber auch möglich, dass der Spieler einfach in Köln bleibt. Beim FC hat man mit großer Sicherheit einen Plan B, wenn El Mala den Verein verlässt und dann eben einen Batzen Geld mehr auf der hohen Kante. Bleibt der Shootingstar, haben die Geißböcke einen Top-Spieler und weiterhin ein Invest für die Zukunft.
Kein Wunder also, dass man sich am Geißbockheim durchaus entspannt geben kann. Kurios ist indes, dass der BVB nach einem Bericht der „Sport Bild“ schon einmal aufgrund eines zu niedrigen Angebots an der Verpflichtung des U21-Nationalspielers gescheitert ist. Bislang war die Erzählweise, dass El Mala 2024 nicht beim BVB landete, weil Bruder Malek El Mala keinen Platz bei den Borussen gefunden hat. Doch wie das Fachmagazin berichtet, habe der BVB (vielleicht auch) zu wenig für Said El Mala geboten. 100.000 bis 150.000 Euro wollte Lars Ricken bei der Viktoria für den Spieler auf den Tisch legen. Zu wenig. Denn die Kölner zahlten später mehr als 300.000 für den Offensivspieler. Und der FC erhielt bekanntlich den Zuschlag. Soll heißen: Dem BVB fehlten beim Angebot knapp 200.000 Euro, nun würde El Mala rund 50 Millionen kosten. Möglicherweise ist das zu geringe Gebot – wenn es denn so abgelaufen ist – ein Antrieb, dieses Mal mehr zu investieren.
Der zweite Anlauf?
Glücklich wird man über die entgangene Chance in Dortmund angesichts der sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung jedenfalls nicht sein. Vielleicht ist man daher darauf aus, einen ähnlichen „Fehler“ – wenn auch eine sehr große Nummer größer – nicht noch einmal zu machen. Denn sollte El Mala in Köln bleiben, unter Jürgen Klopp Nationalspieler werden und die Leistungskurve weiter steil nach oben zeigen, dürften die BVB-Bosse an die 50 Millionen Euro zurückdenken. Die wären unter diesen Umständen vielleicht wieder ein wenig tief gegriffen. Sollte El Mala aber einen Leistungseinbruch erleben, würde die Waage in die andere Richtung ausschlagen.
Nach der Beförderung von Evangelos Sbonias zum Co-Trainer der Profis übernahm Manuel Hartmann die Leitung der Kölner Reserve. Der Coach der Nachwuchstalente blickt im Gespräch mit come-on-fc.com auf den Trainerwechsel und wirft auch einen Blick nach vorne. Manuel Hartmann von der U21 des 1. FC Köln im Interview.
Am kommenden Wochenende ist es soweit. Die jungen Talente des 1. FC Köln starten in die neue Spielzeit. Manuel Hartmann sprach mit come-on-fc.com über seine neue Rolle und die sportlichen Ziele.
Manuel Hartmann vom 1. FC Köln ( Foto: 1. FC Köln)
Herr Hartmann, Sie waren auf eine neue Saison mit der U17 vorbereitet. Wie groß waren die Herausforderung und Umstellung, plötzlich eine Vorbereitung für die U21 zu erstellen?
Manuel Hartmann: Das Schwierigste war es, mich von meiner Mannschaft zu verabschieden. Ich war darauf eingestellt, sie noch ein Jahr in der U17 zu begleiten. Das war schon sehr emotional und da sind bei den Spielern und auch bei mir ein paar Tränchen geflossen. Das war erst einmal hart, aber ich habe mich auch sehr auf die neue Aufgabe bei der U21 gefreut. Und viel nachdenken konnte ich auch nicht, weil ich am Samstag noch bei der U17 war und am Montag das Trainingslager mit der U21 in Hennef gestartet ist.
Was macht für Sie den Reiz an der neuen Aufgabe aus?
Manuel Hartmann: Ich bin überzeugt davon, dass ich im Übergangsbereich als Ex-Profi und Ex-Leader für die jüngeren Spieler meine Stärken am meisten ausspielen kann und der FC auch den größten Mehrwert bekommt. Ich habe in den letzten Jahren darauf hingearbeitet und mich für diese Rolle weiterentwickelt, um die bestmögliche Performance bringen zu können.
Gab es mit Ihrem Vorgänger Evangelos Sbonias, der als Co-Trainer zu den Profis aufrückte, eine formale Übergabe?
Manuel Hartmann: Das Tolle an der FC-Akademie ist, dass ich von der U10 bis zu den Profis jeden hier am Geißbockheim kenne. Die Kommunikation mit Laki ist seitjeher sehr eng, er saß im Büro immer neben uns. Als er vor drei Jahren U21-Trainer geworden ist, war ich auch in der Endausscheidung. Wir sind damit von Beginn an offen und kollegial umgegangen. Mit Laki habe ich seit den personellen Veränderungen fast jeden Tag telefoniert. Ich habe mich auch bei ihm erkundigt, wie der Kader aussieht, was seine Meinung zu verschiedenen Themen ist und wie er die Vorbereitung angegangen wäre. Von seiner Erfahrung kann ich natürlich profitieren.
„Bisher ist es sehr intensiv“
Wie fällt Ihr Eindruck nach den ersten Wochen mit der neuen Mannschaft aus und auf welchem Level sehen Sie das Team?
Manuel Hartmann: Zunächst mussten wir uns gegenseitig kennenlernen und ich musste einen Draht zu den Jungs aufbauen. Die ersten Wochen sind als sehr positiv zu bewerten. Wir konnten den Rahmen in den Bereichen Mentalität, Intensität und Professionalität legen. Das sind für mich die Schlagwörter, die für eine U21 essenziell sind. Bisher ist es sehr intensiv, was die Jungs auf dem Platz abliefern, sie sind sehr engagiert. Man merkt aber auch, dass es ein bisschen ruppiger wird, weil es um die Startplätze zum Auftakt gegen Wiedenbrück geht.
Wie viele Ihrer jetzigen Spieler durften Sie zuvor schon im U-Bereich trainieren?
Manuel Hartmann: Da sind einige Jungs dabei. Assad Kotya-Fofana habe ich damals zum FC geholt. Dann sind da Emin Kujovic, Kian Hekmat, Fayssal Harchaoui, Jonathan Friemel, Kristiyan Irmiev, Luis Hauer und so weiter. Da könnten wir ewig weitermachen. Ich habe damals mit dem 2002er Jahrgang hier angefangen und kenne dementsprechend seitdem alle Spieler hier.
Sie haben nominell einen großen Kader bei der U21, beim Trainingsauftakt standen 30 Spieler auf dem Feld. Wie hält man so ein großes Aufgebot bei Laune?
Manuel Hartmann: Zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung ist der Kader gar nicht mehr so groß. Zuletzt waren sieben Spieler im Training der Profis dabei und dazu kommen immer wieder auch kranke oder verletzte Spieler. Es gibt auch Tage da sind wir beispielsweise nur 18 Mann im Training.
Welche Art von Fußball wollen Sie mit der U21 spielen lassen?
Manuel Hartmann: Wir haben in der FC-Akademie seit ein paar Jahren eine klar definierte Spielidee. Und so wollen wir auch ausbilden. Ich war bei der Erarbeitung dieser Spielidee und Ausbildungsphilosophie Teil des Teams und deswegen ist natürlich jetzt vieles deckungsgleich. Wir müssen die enge Verbindung zwischen der Akademie und den Profis beibehalten und ausbauen, um den Spielern den letzten Sprung zu ermöglichen. Wir wollen im Spiel pressen, aggressiv verteidigen, schnell den Ball wieder haben und variabel und flexibel mit dem Ball agieren – und hoffentlich dann auch attraktiven Fußball spielen. Denn deswegen gehen die Leute ins Stadion. Und natürlich wollen wir erfolgreich sein über die tägliche Arbeit.
Die Regionalliga ist als Trainer Neuland für Sie. Welches Gefühl überwiegt da zum Start: Anspannung, Nervosität oder Vorfreude?
Manuel Hartmann: Ich sehe es nicht viel anders als bei den Stationen davor. Mein Anspruch ist immer, dass man im Spiel sieht, was wir uns in der Trainingswoche erarbeitet haben. Ich verspüre dann diese Elektrizität im Körper und darauf freue ich mich einfach. Das werden viele neue Erfahrungen für mich. Vielleicht wird man mal irgendwo vor 2000 Zuschauern die ganze Zeit auf der Bank bepöbelt. Dann musst du klar bleiben, denn der Auftrag ist es, den Jungs zu helfen. Das wird eine Herausforderung, aber ich bin optimistisch, dass wir diese gemeinsam meistern werden. Ich freue mich riesig darauf.
„Das sportliche Ziel muss es sein, die Jungs für René Wagner vorzubereiten“
Mit welchem Ziel gehen Sie in die neue Saison? Ist der Aufstieg möglich?
Manuel Hartmann: Ich arbeite getreu dem Motto: Wenn ich zu weit in die Ferne schaue, sehe ich den Stock nicht, der vor mir liegt. Das sportliche Ziel muss es sein, die Jungs für René Wagner vorzubereiten. Je mehr Spieler wir an den Bundesliga-Kader heranführen oder sogar reinbringen, desto besser wird unsere Saison-Bilanz ausfallen. Natürlich wird sich keiner dagegen wehren, wenn wir am Ende oben mitspielen können. Es wird aber sicher auch mal Phasen geben, in denen man nach hinten schauen muss. Das gehört zur Entwicklung dazu. Am Ende wollen wir uns in gesicherten Regionen bewegen.
Haben Sie die Hierarchie innerhalb der Mannschaft verändert oder beibehalten?
Manuel Hartmann: Wir werden das in der letzten Woche vor dem ersten Spiel final entscheiden. Mein Ansatz ist aber ohnehin der einer geteilten Führung innerhalb der Mannschaft. Nicht jeder Spieler ist lautstark auf dem Platz, aber vielleicht ist er trotzdem extrem wichtig für die soziale Bindung in der Kabine. Dann hat er entsprechend auch einen Führungsauftrag. Es wird nicht der Fall sein, dass ich mit dem Mannschaftsrat oder Kapitän rede und der Rest ist mir egal. Jeder Spieler wird einen wichtigen Auftrag haben in dieser Mannschaft, sei es für das soziale Gefühl, die richtige Emotionalität, taktische Dinge oder andere Aufgaben. So wird auch jeder merken, wie wertvoll er ist und dass er gebraucht wird. Klar ist aber natürlich auch, dass die Ü-Spieler vorangehen sollen.
Sie sind seit 2018 beim FC. Was ist das Besondere an diesem Verein?
Manuel Hartmann: Ich komme aus Süddeutschland und bin mit dem VfB Stuttgart groß geworden. In meiner Jugend war ich Fan von Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona, das hat auch meine Idee vom Fußball geprägt. Die Wucht des FC habe ich zum ersten Mal gespürt, als ich hier mit Koblenz in der zweiten Liga gespielt habe, in das Stadion gekommen bin und die Hymne gehört habe. Zur Pause stand es 0:0 und die Fans haben gegen die eigene Mannschaft gepfiffen. Das fand ich als Gegner zunächst toll. Aber dann haben sie in der zweiten Hälfte aufgedreht und wir sind völlig hinten reingedrückt worden. Und du hast dich gefragt: Was ist denn hier los, die sind wahnsinnig hier. Die Liebe zum Verein spürt man, wenn man durch die Stadt geht. Diese Verbindung ist schon bemerkenswert. Meine Kinder werden jetzt mit dem FC groß. Meine Tochter läuft im FC-Trikot herum und mein Sohn möchte ins Stadion und kennt jeden Spieler.
Sie haben aktuell die A+-Lizenz. Streben Sie die Pro-Lizenz an?
Manuel Hartmann: Ich habe mich immer als Ausbilder gesehen und dafür war die A+ ideal, weil ich nicht die Ambition gehegt habe, im Profi-Bereich an der Linie zu stehen. Aber natürlich ist es schon auch der Wunsch, die höchstmögliche Lizenz zu besitzen, weil man natürlich auch nie weiß, welche Neuerungen irgendwann kommen. Vielleicht braucht man für die Regionalliga vielleicht eines Tages auch die Pro-Lizenz. Die notwendigen Punkte für das Auswahlverfahren habe ich, aber mir fehlt noch die Zulassungsberechtigung. Die hätte ich nach der nächsten Saison. Dann werden wir sehen, ob ich es mache. Mein Ziel ist es mittlerweile aber schon.
„Ich möchte so vielen Spielern wie möglich helfen“
Was ist Ihr persönliches Ziel beim FC?
Manuel Hartmann: Ich möchte zeigen, dass ich wertvoll für den Verein bin. Der Fußball ist meine erste große Liebe nach meiner Mutter und es ist ein Privileg, dass ich mein Hobby zu meinem Beruf machen durfte. Ich möchte mich immer weiterentwickeln und möchte die Jungs auf ihrem Weg in den Profi-Bereich bestmöglich begleiten. Ich möchte so vielen Spielern wie möglich helfen, dass sie sich den Sprung selbst ermöglichen können.
Wie ist denn eigentlich die Zusammenarbeit beim FC mit Stefan Ruthenbeck aus der U19 und René Wagner aus dem Profi-Bereich?
Manuel Hartmann: Mit Stefan habe ich ein Verhältnis, das über das Berufliche hinausgeht. Er ist ein Mentor und enger Freund für mich. Wir tauschen uns oft aus und auch unsere Fußball-Ideen decken sich sehr. In der U17 war ich Zulieferer für ihn, jetzt ist er Zulieferer für mich und wir beide sind Zulieferer für René Wagner. Wir gehen hier alle Hand in Hand und das zeichnet unsere Akademie auch aus. Mit Laki ist die Schnittstelle nach oben jetzt natürlich noch einmal enger. Das ist ein toller Austausch mit allen Seiten. Laki kann ich auch nachts um drei anrufen und er hilft mir weiter. Das ist ein gutes Gefühl, dass vom Lizenz-Cheftrainer bis zur U10 alles Hand in Hand geht und keiner sein Ego wichtiger als den Verein nimmt. Es geht immer darum, das Bestmögliche für den FC abzuliefern. Das ist das Spezielle an diesem Verein.
Im März 2026 gelang den FC-Verantwortlichen ein echt gelungener Startransfer. Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen Spieler, sondern um einen Akteur, der hinter den Kulissen agiert. Für die Position des „Direktor Recruiting und Kaderplanung“ verpflichtete man Tim Steidten, der bei seinen ehemaligen Vereinen große Spuren hinterlassen hat. So arbeitet Tim Steidten beim 1. FC Köln.
Noch vor wenigen Monaten war der Name Paul Okon-Engstler den Meisten wohl völlig unbekannt. Inzwischen sorgt der 21-Jährige im Trainingslager der Kölner in Kitzbühel für einen vielversprechenden Eindruck. Doch wie findet man eigentlich einen Spieler, den kaum jemand auf dem Zettel hat? Und noch viel wichtiger: Wer findet einen solchen Spieler?
come-on-fc.com berichtet täglich aus dem Trainingslager in Kitzbühel
In diesem Fall hört dieser Jemand auf den Namen Tim Steidten, ist 47 Jahre alt und bekleidet die Rolle des „Direktor Recruiting und Kaderplanung“ beim 1. FC Köln. „Meine Hauptgebiete sind Scouting und Recruitment, damit bin ich verantwortlich für die Scoutingabteilung und die Kaderzusammenstellung. Wir erarbeiten in enger Abstimmung mit Thomas Kessler und René Wagner Profile für Spieler und machen Vorschläge für den Kader“, sagt Steidten. Dabei ist ihm diese Position keineswegs zugefallen. Schritt für Schritt bewegte er sich durch gute Arbeit auf der Karriereleiter nach oben.
Begonnen hat sein Weg als Nachwuchsscout bei Werder Bremen. Zwischen 2008 und 2019 bekleidete Steidten diverse Rollen bei den Werderanern, wo er maßgeblich an der Verpflichtung von Serge Gnabry sowie der Leihe von Kevin de Bruyne an die Weser beteiligt war. Im Anschluss setzte er seinen Weg als Leiter der Scouting-Abteilung bei Bayer Leverkusen fort. In dieser Rolle versetzte Steidten dem 1. FC Köln mit der Verpflichtung von Florian Wirtz einen Stich ins Herz. Zudem lotste er in seiner anschließenden Rolle als Kaderplaner zahlreiche Spieler zur Werkself, die einen maßgeblichen Anteil an der Double-Saison hatten. 2023 zog es den 47-Jährigen auf die Insel zu West Ham United, wo er unter anderem die Verpflichtung des kolportierten Kölner Wunschtransfers Edson Álvarez eintütete.
Die Schnittstelle zwischen Daten und Menschlichkeit
Nun ist Steidten also beim FC. Hier bringt er seine ganze Expertise ein, um für René Wagner und Thomas Kessler die passenden Puzzleteile für die Lücken im Kader zu finden. „Den Prozess kann man sich folgendermaßen vorstellen: Wir besprechen mit den beiden, wo wollen wir hin, was wollen wir spielen lassen, wie ist unsere Identität? Daraus ergeben sich dann die Profile und Aufgaben für die Scouting-Abteilung“, so Steidten. Doch wie sieht das eigentlich genau aus? Mit Block und Stift auf der Tribüne sitzend, ständig am Pendeln zwischen den Stadien dieser Welt? Das Fixieren auf wenige Zielmärkte? Nun gut, so war das vielleicht früher einmal, jedoch auch nicht überall – die Digitalisierung hat das Geschäft verändert. „Noch vor ein paar Jahren gab es diese Möglichkeit noch nicht. Und man konnte es sich natürlich finanziell nicht erlauben, permanent um die ganze Welt zu fliegen. Aufgrund des Datenscoutings ist es heutzutage möglich, diesen Blick zu haben und dann gezielt Spieler anzuschauen“, so Steidten. Heutzutage dienen moderne Scouting-Tools als starke Verbündete.
„Zu Beginn des Prozesses sprechen wir nur über die Profile, nicht über Namen“
Diese ermöglichen es sogar, nach spezifischen Aktionen gefilterte Videoausschnitte zu Spielern aus aller Welt einzusehen. Ganz bequem vom Büro aus. Doch ein wichtiger Schritt erfolgt noch zuvor: Die Filterung. Im modernen Fußball wird jede Aktion statistisch erfasst. Wirklich jede. Sucht man jetzt also beispielsweise einen Spieler für die linke Außenbahn, der viele erfolgreiche Dribblings ausführt, so filtert man im Datenanbieter seiner Wahl nach diesem Wert, und voilà, erhält die Spieler, die diesem Wert entsprechen. Je enger und spezifischer die Filterung, desto weniger Spieler kommen am Ende in Frage – und desto besser passt ein Spieler ins gesuchte Profil. Diese enge Auswahl an Spielern präsentiert Steidten schlussendlich Cheftrainer René Wagner, allerdings nicht, wie man es erwarten würde.
„Zu Beginn des Prozesses sprechen wir nur über die Profile, nicht über Namen. Das kommt im zweiten Schritt, wenn wir uns konkret mit der Persönlichkeit beschäftigen. Was ist das für ein Typ, was ist das für ein Mensch, passt er charakterlich zu uns?“, erläutert Steidten selbst. So diskutiert man einzig die Spielerprofile und umgeht das Risiko, einen Spieler einzig aufgrund seines großen Namens zu kaufen. Ob und wie ein Transfer letzten Endes zustande kommt, hängt jedoch nicht nur von den analysierten Daten ab. Der Fokus des Kaderplaners liegt hierbei abseits vom Spielfeld. „Die menschliche Komponente ist das Entscheidende. Die Daten können noch so gut sein, wenn das gegenseitige Verständnis nicht passt, gibt es keine Verpflichtung.“
„Wir müssen unsere Nische finden“
In seiner kurzen Amtszeit beim 1. FC Köln konnte Tim Steidten bereits vielversprechende Akteure von einem Wechsel an den Rhein überzeugen. Schon bei seinen vorherigen Stationen war er für datenbasiertes Scouting in internationalen Märkten bekannt. So verfügt Steidten über ein breites Netzwerk, unter anderem in der englischen Premier League. Nicht zuletzt durch seine Zeit bei West Ham United kann der 47-Jährige auf enge Verbindungen zu Beratern und Sportchefs auf der Insel zählen. „Das ist natürlich kein Nachteil. Dadurch, dass ich dort gearbeitet habe, habe ich viele Kontakte und es ist einfacher in Gespräche zu kommen“, so Steidten. „Aber dieser Markt war auch schon vorher ein Thema beim FC, bereits im Winter kam ja zum Beispiel Jahmai.“
Beim Transfer von Offensivtalent Reigan Heskey wird sich das mit Sicherheit auch ausgezahlt haben. Die Verpflichtung des 18-jährigen Briten spiegelt indes eine Kölner Transferstrategie wider: „Wir wollen mit dem FC eine Nische besetzen, da wir bei der Verpflichtung von Spielern in Konkurrenz zu allen anderen Clubs stehen“, erläutert Steidten. „Diese Plattform, in einer der fünf großen Ligen in Europa zu spielen, ist eines der wichtigsten Argumente.“ Unterm Strich dienen diese Transfers langfristig auch als Aushängeschild für die Kölner.
Die Fans können sich mit Sicherheit noch auf viele weitere spannende Transfers unter der Regie des Kaderplaners freuen. Ob Tim Steidten nach Leverkusen noch einem weiteren NRW-Verein zu einer Meisterschaft verhelfen kann? Nun ja, Träumen darf ja erlaubt sein.
Er gilt nach wie vor als Wunschspieler des 1. FC Köln: Doch Ajax Amsterdam will Edson Álvarez offenbar zurückholen. Vier Jahre spielte der Mexikaner bereits bei den Niederländern. Ajax sieht sich aber offenbar starker Konkurrenz ausgesetzt – das aber anscheinend nicht aus Köln.
Auf der Suche nach einem Sechser müssen die Kölner vielleicht den nächsten Rückschlag hinnehmen. Wenn denn das Interesse noch so heiß ist, wie kolportiert. Denn laut übereinstimmenden Medienberichten aus den Niederlanden beschäftigt sich Ajax Amsterdam ernsthaft mit einer Rückkehr von Edson Álvarez.
Ajax will offenbar Edson Álvarez zurückholen (Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)
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Eigentlich war es die Wunschvorstellung, im Trainingslager in Kitzbühel bereits einen routinierten Sechser für die kommende Spielzeit zu präsentieren. Doch die Uhr tickt und eine schnelle Verpflichtung scheint zumindest stand jetzt keine realistische Option. Nach wie vor wird der Name Edson Álvarez im Zusammenhang mit den Kölnern genannt. Der Nationalspieler Mexikos galt lange als Wunschtransfer der Geißböcke. Wie berichtet hat es auch Gespräche gegeben und man hatte sich mit West Ham zwischenzeitlich dem Vernehmen nach auf eine Leihe geeinigt. Allerdings sollen die Londoner weiterhin einen festen Verkauf bevorzugt haben. Der Knackpunkt ist, vielleicht auch war aber offenbar die Gehaltsvorstellung des Mexikaners. Bei Wast Ham soll Álvarez rund fünf Millionen Euro verdient haben. Ein Gehalt, das in Köln so natürlich nicht realistisch ist. Zwar wurde damit eine Verpflichtung von Ellyes Skhiri wahrscheinlicher, doch lässt sich der Tunesier wie berichtet ebenfalls Zeit und Álvarez soll eben dennoch nicht vom Tisch sein.
Knackpunkt könnte die Ablöse sein
Das vermeintliche „Zögern“ könnte sich nun aber rächen. Denn Álvarez steht eben nicht nur auf dem Zettel der Geißböcke. Schon in der vergangenen Woche soll Benfica sein Interesse bekundet haben. Und nun gibt es weitere ernsthafte Konkurrenten. Ajax Amsterdam plant laut „De Telegraaf“ eine Rückkehr des Ex-Spielers. Von 2019 bis 2023 spielte der Mexikaner für Amsterdam. So habe Jordi Cruyff, mittlerweile technischer Direktor bei Ajax, bereits Gespräche mit dem Spieler geführt. 147 Mal lief der Mittelfeldspieler für die Niederländer auf, erzielte 13 Tore. Allerdings fordert West Ham wie beim FC 15 Millionen Euro für eine feste Verpflichtung des Spielers. Wie die Zeitung berichtet, könnte den Niederländern in die Karten spielen, dass die Hammers Ajax angeblich noch 14 Millionen Euro schulden, allerdings bleibt auch „De Telegraaf“ bei dem Detail im Konjunktiv. In der Vergangenheit hat Álvarez immer wieder von einer möglichen Rückkehr nach Amsterdam gesprochen.
Doch es gibt aktuell noch einen weiteren ernstzunehmenden Konkurrenten. Real Sociedad, ausgerechnet Testspielgegner der Kölner, hat ebenfalls die Fühler nach dem Spieler ausgestreckt und bei den Londonern ein Angebot hinterlegt.
Am Dienstag haben die Geißböcke einen freien Tag. Dennoch gab es eine wichtige Entscheidung beim 1. FC Köln: Die U21-Spieler bleiben bis Freitag zur Abfahrt im Trainingslager und kehren gemeinsam mit den Profis wieder nach Köln zurück.
Das Casting für die U21 des 1. FC Köln geht weiter, die Entscheidung über das weitere Vorgehen mit den Nachwuchsspielern der Geißböcke ist gefallen. Gleich sechs Spieler der FC-Reserve dürfen sich zurzeit bei den Profis beweisen. Und das unmittelbar vor dem Saisonbeginn des Regionalligisten.
Sebastian Sebulonsen und Maik Afri Akumu im Zweikampf
come-on-fc.com berichtet täglich aus dem Trainingslager in Kitzbühel
Nur einen Tag nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Kitzbühel stehen beim FC gleich mehrere Termine an. So findet am 1. August die Saisoneröffnung der Geißböcke auf den Vorwiesen des Rheinenergie-Stadions statt. Nur wenige Kilometer entfernt gibt es auch das erste Pflichtspiel der Saison. Die U21 der Geißböcke empfängt im Franz-Kremer-Stadion den SC Wiedenbrück. Zwar geht es damit gegen einen Abstiegskandidaten der Vorsaison, dennoch wird es für die Mannschaft des neuen Coachs Manuel Hartmann eine erste Standortbestimmung. Doch nicht alle Spieler, die für einen Startelf in Frage kämen, bereiten sich aktuell mit dem Team auf das Duell vor. Gleich sechs Nachwuchshoffnungen der Kölner dürfen sich gerade dem Profi-Cheftrainer René Wagner zeigen. Jonathan Friemel, David Fürst, Kristiyan Irmiev, Patrik Kristal, Maik Afri Akumu und Nilas Yacobi sind mit nach Österreich gefahren.
Sextett darf sich weiter zeigen
Und das Sextett hat seine Sache offenbar gut gemacht. Wie der FC auf Nachfrage von come-on-fc.com bestätigte, bleiben alle sechs Spieler bis zum Ende des Trainingslagers am kommenden Freitag bei der Mannschaft. Coach René Wagner hatte am Samstag das weitere Vorgehen noch offen gelassen. Man wolle sich am Montagabend zusammensetzen, um zu entscheiden, wie und mit welchen Spielern es in Kitzbühel weitergeht. Nun bleiben alle Spieler bei der Mannschaft. Wie berichtet überzeugte vor allem Patrik Kristal in den Einheiten. Der 18-Jährige ist bislang einer der großen Gewinner der Einheiten und darf sich berechtigte Hoffnungen auf mehr Profiluft machen. Aber auch David Fürst und Jonathan Friemel hinterließen in den Testspielen sowie bei den Einheiten einen starken Einsatz. Aber: Ab Mittwoch wird Gideon Mensah ins Training einsteigen. Für Linksverteidiger Friemel wird es dann ein wenig schwerer.
Dennoch werden die Nachwuchsspieler im Testspiel gegen Hertha BSC (12 Uhr, Liveticker bei come-on-fc.com) natürlich zum Einsatz kommen. Dass die Spieler eine Option für die U21 gegen Wiedenbrück sind, ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.
Die Zeichen hatten sich bereits verdichtet. Nun gibt es einen weiteren Abgang beim 1. FC Köln: Fynn Schenten wechselt zu Roda Kerkrade. Der Stürmer wird an den niederländischen Zweitligisten verliehen. Das gab der Verein am Dienstag bekannt.
Für den Profikader war Fynn Schenten in dieser Saison nicht vorgesehen. Und das aus gutem Grund, der FC will dem Spieler mit einer Leihe zu Spielpraxis verhelfen. Zuletzt hatte Schenten noch ein Angebot von Viktoria Köln abgelehnt. Nun geht es in die zweite niederländische Liga zu Roda Kerkrade.
Fynn Schnenten wird in der kommenden Saison bei Roda Kerkrade spielen
Mit Fynn Schenten verlässt ein weiteres Talent den 1. FC Köln, allerdings mit bester Absicht. Denn die Geißböcke wollen dem Angreifer mehr Spielpraxis ermöglichen. „Eines unserer Ziele ist es, möglichst viele Spieler aus der FC-Akademie in die Profimannschaft zu integrieren. Fynn hat diesen Sprung in der vergangenen Saison punktuell schon geschafft und sein Potenzial gezeigt“, so Lukas Berg, Technischer Direktor des 1. FC Köln. „Nun soll über die Leihe der nächste Entwicklungsschritt erfolgen. Diese Perspektive haben wir frühzeitig mit ihm besprochen. Mit Roda Kerkrade haben wir einen passenden Club gefunden, wo er sich einerseits heimatnah, aber dennoch in einem neuen Umfeld beweisen und durchsetzen muss, um die nächsten Schritte in seiner Entwicklung zu machen.“ Bei den Profis wäre der Stürmer wenn überhaupt nur zu Kurzeinsätzen gekommen. Eine Leihe war daher schon vor der Saison vorgesehen. Nachdem ein Wechsel zur Viktoria offenbar am Veto des Spielers gescheitert ist, gibt es nun die Entscheidung.
Roda mit verfrühtem Willkommensgruß
Die Entscheidung ist keine große Überraschung mehr. Schon vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Roda bei Schenten Ernst machen wolle. Zudem wurde der Spieler bereits auf der Anzeigetafel während eines Spiels begrüßt. „Ich habe in der vergangenen Saison Blut geleckt. Die Einsätze bei den Profis und insbesondere im RheinEnergieSTADION waren ein erster Schritt, aber ich möchte mich natürlich dauerhaft auf diesem Niveau etablieren. Ich weiß, dass ich dafür noch Schritte in meiner Entwicklung gehen muss, will die Aufgabe in Kerkrade zu 100 Prozent annehmen und dann in einem Jahr gestärkt ans Geißbockheim zurückkehren“, so Schenten, der natürlich auch schon eine erste Äußerung im neuen Trikot abgab: „Ich freue mich auf diese neue Herausforderung bei Roda JC und kann es kaum erwarten, im gelb-schwarzen Trikot ein Tor zu erzielen“, sagte der Angreifer bei seiner Vorstellung in Kerkrade.
„Fynn ist ein talentierter Angreifer, der aus einer exzellenten Fußballakademie kommt. Er kann sowohl als Stürmer als auch als hängende Spitze spielen und bringt mit seiner Schnelligkeit und Robustheit Qualitäten mit, die hervorragend zu unserem Spielstil passen. Wir sind daher froh, dass sich Fynn trotz des Interesses mehrerer Vereine für Roda JC entschieden hat“, so Krekrades Technischer Leiter Rob Servais.
Während des Trainingslagers in Kitzbühel hat der FC auch das dritte Jersey für die kommende Session vorgestellt. So sieht das Auswärtstrikot 26/27 des 1. FC Köln aus. Das Jersey ist ab sofort zu kaufen.
Schon vor einigen Tagen haben die Kölner über die Sozialen Medien auf die Bedeutung von „Rot und Weiß“ hingewiesen, nun folgt die Vorstellung des Auswärtstrikots eben in Rot mit dünnen weißen Streifen. Eine große Überraschung ist das Aussehen aber nicht mehr. Zum einen war es schon vor einigen Wochen geleakt worden, zum anderen gab es das Trikot schon in dem ein oder anderen Store zu kaufen. Beim FC erwartet man einen weiteren Verkaufsschlager.
Rav van den Berg im neuen Trikot des 1. FC Köln (Foto: 1. FC Köln)
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So wie im vergangenen Jahr mit dem schwarzen Ausweichtrikot mit goldenen Applikationen. Auch der Verkauf des neuen Adidas-Heimtrikots lief nach Informationen von come-on-fc.com sehr gut an. Seit Dienstagmorgen gibt es nun auch das dritte Trikot der Kölner offiziell in den Fanshops zu erwerben. Das Trikot ist Rot und mit dünnen weißen Längsstreifen versehen. Das Logo ist ebenfalls an die 70er/80er Jahre gehalten. „Als die Weltmarke aus Herzogenaurach das erste Mal den FC ausstattete, trug Welt- und Europameister Bernd Cullmann es in der Saison 1981/1982 – für zahlreiche FC-Fans der älteren Generation eine edle Erinnerung an Zeiten, in denen der FC zur Bundesliga-Spitze zählte“, heißt es in der Pressemitteilung der Geißböcke. Der Vintage-Look könnte für großen Andrang in den Fanshops sorgen. Ob das Trikot so gut ankommt, wie das schwarze Jersey aus dem Vorjahr, wird sich aber noch zeigen müssen.
Großer Andrang bei Auswärtstrikot?
Seit diesem Sommer wird der FC wieder von adidas ausgerüstet. „Adidas ist die absolute Top-Marke im Ausrüsterbereich. Wir freuen uns sehr, dass wir nach so vielen Jahren wieder zusammenarbeiten“, hatte FC-Geschäftsführer Philipp Liesenfeld beim Launch des neuen Heimtrikots gesagt. Der Club merke „an der Begeisterung der Fans, dass es etwas Besonderes ist, wenn die drei Streifen in Verbindung mit dem Geißbock wieder auf der Kleidung sind“. Neben dem Trikot gibt es noch zahlreiche weitere Fan-Artikel im Retro-Design, die nun ebenfalls erhältlich sind.
Hier gibt es die Kölner Trikots für knapp 100 Euro zu kaufen.
Eigentlich war mit einem schnellen Vollzug gerechnet worden. Doch der Transfer des Tunesiers zieht sich für den 1. FC Köln: Weitere Interessenten buhlen um Ellyes Skhiri. Der Tunesier lässt sich Zeit und wartet anscheinend auf das perfekte Angebot.
Beim FC hoffte man dem Vernehmen nach auf eine schnelle Einigung. Kein Wunder, die Hessen stellten den Spieler für Gespräche mit anderen Clubs frei. Der Transfer lässt auf sich warten. Offenbar, weil Ellyes Skhiri wohl mehrere Interessenten hat.
Ellyes Skhiri scheint mehrere Interessenten zu haben (Foto: Alex Grimm/GettyImages)
come-on-fc.com berichtet aus dem Trainingslager in Kitzbühel
Wenn es nach den Kölner Verantwortlichen gegangen wäre, dann hätte die Maschine nach Salzburg am Montagabend idealerweise nicht nur Gideon Mensah genommen. Der Ghanaer ist nach überstandener Krankheit zur Mannschaft gereist und wird bei der Einheit am Mittwoch mit von der Partie sein. Anders als der gewünschte Sechser. Zwar hatten die FC-Bosse die genauen weiteren Kaderplanungen verständlicherweise noch nicht kommuniziert, es besteht aber kein Zweifel daran, dass man am Geißbockheim gehofft hatte, noch während der Woche in Kitzbühel einen weiteren Spieler zu präsentieren. Das ist zwar nicht gänzlich vom Tisch und die Kölner Verantwortlichen haben die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben, doch die Zeit wird langsam knapp. Dem Vernehmen nach sollte es sich bei dem Spieler um den künftigen Sechser handeln. Und da stand vor Abreise nach Österreich Ellyes Skhiri am höchsten im Kurs.
Fünf Interessenten für Skhiri?
Zur Erinnerung: Die Kölner sind auf der Suche nach einem Sechser, einem Ersatz für Eric Martel, der den Verein bekanntlich ablösefrei verlassen hat. Eigentlich ist die Wunschvorstellung die Leihe von Edson Álvarez. Doch der Mexikaner liegt mit seinen Gehaltsvorstellungen deutlich über denen der Geißböcke und West Ham bevorzugt nach wie vor einen festen Verkauf, kann sich nur zur Not ein Leihkonstrukt vorstellen. Doch es soll auch Interessenten geben, die einem Kauf zustimmen würden. Mit dem Plan B, Ellyes Skhiri, schienen die Kölner dagegen schon recht weit zu sein. Eine Einigung zwischen den beiden Clubs sei dem Vernehmen nach schon getroffen. Auch Skhiri könne sich eine Rückkehr nach Köln vorstellen, hieß es vor nur wenigen Tagen. Doch der Deal lässt aktuell noch auf sich warten, eine schnelle Einigung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in Sicht.
Tatsächlich liegt der Verdacht nahe, dass Skhiri noch andere Angebote vorliegen hat oder zumindest auf bessere wartet. Beim FC müsste der Tunesier wohl auf Teile des gewünschtne Gehalts verzichten. Das könnte der 31-Jährige vielleicht umgehen. So gibt es gleich mehrere Clubs, die sich nach dem Mittelfeldspieler erkundigt haben, ihre Interesse bekundet haben soll. Wie das Online-Portal „africafoot“ berichtet, sind es gleich fünf an der Zahl. Neben dem FC interessiert sich auch Liga-Konkurrent Mainz demnach für den Sechser. Nicht nur das, auch Florenz und der FC Turin haben ihre Fühler ausgestreckt. Und auch ein saudischer Club ist demnach an Skhiri interessiert. Das Portal hat zwar in der jüngeren Vergangenheit nicht immer ganz richtig mit den Transfer-Entscheidungen gelegen, doch weitere Interessenten gelten durchaus als wahrscheinlich. Beim FC hofft man dennoch auf eine schnelle Entscheidung.
Und wie berichtet haben die Kölner noch Plan C in der Hinterhand. Rani Khedira wurde zuletzt immer wieder genannt. Der Mittelfeldspieler steht noch ein Jahr bei Union Berlin unter Vertrag. Doch Khedira hat schon angekündigt, sich erst einmal auf die Eisernen konzentrieren zu wollen. Vorerst heißt es also weiterhin abwarten.
Auch, wenn Thomas Kessler und René Wagner davon ausgehen, dass Said El Mala künftig beim FC spielt, scheint das alles andere als sicher. Vor allem weil der BVB angeblich Ernst macht beim Spieler des 1. FC Köln: So ist der Stand bei Said El Mala. Rein formell hat der 19-Jährige einen Vertrag bei den Geißböcken und keine Ausstiegsklausel.
Aktuell trainiert der Offensivspieler in Kitzbühel im Trainingslager. Doch es ist nicht gesagt, dass das auch so bleibt. Denn Borussia Dortmund scheint El Mala unbedingt verpflichten zu wollen.
Said El Mala im Trainingslager des 1. FC Köln (Foto: come-on-fc.com)
come-on-fc.com berichtet aus dem Trainingslager in Kitzbühel
Said El Mala stand ein paar Meter abseits, als der Rest der Mannschaft zur Trinkflasche griff. Der Offensivspieler war bedient, sichtbar genervt. Vermutlich von seiner eigenen Leistung. Denn kurz zuvor hatte sich der Angreifer gleich zwei Mal festgelaufen, den Ball verloren. El Mala stand also sicherlich zwei Meter abseits. Mehr als den Frust des Spielers braucht man in die Szene aber nicht hineinzuinterpretieren. Denn zum einen ist der 19-Jährige in Kitzbühel mit 100 Prozent bei der Sache, reibt sich für die Mannschaft auf – zum anderen wollte der Angreifer wenige Minuten später so dringend ein Tor, dass er sich bei der folgenden akrobatischen Einlage fast schon selbst verletzte. Den Treffer erzielte der Spieler im Fallen. In der vergangenen Woche hatte René Wagner erklärt, wie sehr El Mala bei der Sache sei, sich gar nicht mit anderen Dinge beschäftige und man (Stand damals) davon ausgehen könne, dass der U21-Nationalspieler auch in dieser Spielzeit beim FC auflaufe.
Sichtlich bedient war Said El Mala während der Einheit am Montag
Haben sich El Mala und BVB geeinigt?
Im Nachhinein ploppte auf, dass der BVB bereits ein Angebot für den 19-Jährigen hinterlegt habe. Genauso, dass die Kölner über die Offerte alles andere als glücklich gewesen seien und sofort abgelehnt hätten. Zunächst hieß es, dass damit das Thema Dortmund für die Kölner vom Tisch sei. Doch ganz so einfach ist das sicher nicht. Dass der Offensivspieler sich einen Wechsel zum BVB vorstellen kann, gilt als wahrscheinlich. Dem Vernehmen nach sogar noch mehr als das. Laut der „Bild“ haben Spieler und BVB bereits Vertragsdetails abgesteckt. Der „Express“ wiederum berichtet von einer Einigung der Familie El Mala mit den Borussen. Wie konkret die Gespräche zwischen der Spielerseite und den Schwarzgelben sind, wissen wohl nur die Beteiligten, doch eine gewisse Nähe ist wohl nicht von der Hand zu weisen, obwohl die beiden Seiten 2024 nicht zueinander gefunden haben.
Dortmund nähert sich dem Kölner Wunschpreis an
Wie die „Bild“ erfahren haben will, soll das aktuelle Angebot des BVB bei 34 Millionen Euro plus zehn Millionen Boni liegen. Der Weg bis zu den 50 Millionen ist nicht mehr weit. Sollten sich Verein und Spieler wirklich bereits geeinigt haben, stellt sich die wohl alles entscheidende Frage: Kann der FC Said El Mala überhaupt noch halten? Die Antwort ist natürlich nicht leicht, sie ist vielschichtig, obwohl die Kölner sich zurecht in einer guten Verhandlungsposition sehen. De facto hat der FC die Hand auf dem Deal. Der Spieler hat noch lange Vertrag, eine Ausstiegsklausel gibt es nicht. Für den FC gibt es also keinen Grund, zu handeln. Dementsprechend entspannt gibt man sich bei den Kölnern noch, pocht weiterhin auf die 50 Millionen. Auf der anderen Seite könnte der Wunsch des Wechsels platziert sein oder werden. Immerhin locken die Borussen laut Bild mit einem üppigen Handgeld sowie einem Fünfjahres-Vertrag.
Und dann stellt sich irgendwann die grundsätzliche Frage, ob man einen Spieler halten will, der auf einen Abschied drängt. Es gibt in der Vergangenheit genug Beispiele, in denen genau dieses Szenario nicht gut ausgegangen ist. Doch das Thema strapaziert vielleicht nicht nur die Nerven der Fans. Es würde zumindest nicht wundern, wenn es früher oder später eins innerhalb der Mannschaft wird. Der FC tut gut daran, an seinem Wunschpreis festzuhalten, vielleicht sogar auf mehr zu hoffen. Denn die Chancen stehen nicht schlecht, dass El Mala schon bald sein erstes A-Länderspiel bestreitet, der Marktwert steigt. Unter Wert sollten die FC-Bosse den Spieler jedenfalls nicht gehen lassen. Dennoch wäre es vielleicht für alle Beteiligten nicht schlecht, wenn endlich ein Schlussstrich unter einen potenziellen Verkauf in diesem Sommer gezogen wird – so oder so. Ein finales Statement, das über eine Überzeugung hinausgeht. Denn so lange auch Kessler und Co. nur von einer Überzeugung sprechen, ist klar, dass der FC den Spieler ziehen lässt, wenn der gewünschte Preis erreicht ist.
Und es gibt nicht wenige Experten, die das in den kommenden Wochen für möglich halten.
Es ist wohl keine große Überraschung, doch das kann die Ehrung nicht schmälern für den Stürmer des 1. FC Köln: Ragnar Ache erzielt das Top-Tor der Saison. Das gab die DFL am Montag bekannt. Der Kölner hatte per Fallrückzieher gegen die TSG Hoffenheim gestroffen.
Die Ehrung selbst ist offenbar schon ein paar Tage her. Denn der Torschütze bekommt die Auszeichnung von Said El Mala am Geißbockheim überreicht, die beiden Spieler ackern aber gerade in Kitzbühel im Trainingslager der Geißböcke. Dennoch ist die Freude bei Ache natürlich groß.
Das Gesicht, die Geste von Cenk Özkacar ist genauso unvergessen wie das Tor selbst. Der Ex-Kölner riss die Hände vor die weit geöffneten Augen, trauten jenen wohl gerade nicht wo wirklich. Denn Ache hatte gegen die TSG Hoffenheim zum Flug angesetzt und per Fallrückzieher gegen die Sinsheimer getroffen. Es war der perfekte Fallrückzieher, das perfekte Tor und schon nach dem Spiel gratulierte der damalige Coach Lukas Kwasniok zum Tor des Jahres. Das wird bekanntlich bei der Sportschau gewählt und die Wahl findet immer am Ende des Kalenderjahrs statt. Doch das Top-Tor der Saison hat der Stürmer erzielt. Diesen Titel vergibt die DFL höchst persönlich und Ragnar Ache hat den Preis erhalten. Die Trophäe gab es eben von Said El Mala, der den Ball mustergültig auf Ache gespielt hatte. „Nur wegen deiner Flanke, Bruder!“, sagt der Torschütze daher auch im dazu veröffentlichten Insta-Video.
Erst zwei Mal Tor des Jahres
„Mein Körper hat sich gefühlt selbst bewegt. Geht der rein, sieht es top aus. Geht er daneben, dann lacht das ganze Stadion. Das ist immer so ein 50:50-Ding. Man hat so einen Tag oder man hat so einen Tag nicht“, sagte der Stürmer damals. „Mein Körper hat einfach reagiert. Ich habe es auch ein, zweimal jetzt gesehen, aber ich kann es selber noch nicht so glauben, also momentan nicht.“ Und die Wahl zum Tor des Jahres steht noch an. Als Monatssieger Februar hat Ache die Nominierung für die Wahl bereits in der Tasche. Damals setzte sich der Angreifer bei der Sportschau mit beeindruckenden 71 Prozent durch, dürfte also gute Karten für die Jahreswahl haben. Ache reiht sich damit als 38. Akteur in eine lange Riege von Titelträgern des 1. FC Köln ein. Das Tor des Jahres haben erst zwei Kölner erzielt. Pierre Littbarski traf 1985 gegen Werder Bremen ein Tor des Jahres, das von Marcel Risse gegen Borussia Mönchengladbach 2016 ist unvergessen.