Wie bereits im vergangenen Jahr kursieren vor der offiziellen Veröffentlichung des Designs Bilder auf Social Media: Sieht so das Heimtrikot des 1. FC Köln für die Saison 26/27 aus?
Das Portal „Inside Müngersdorf“ hat einen Leak mit dem möglichen Design veröffentlicht. Sieht so das Heimtrikot des 1. FC Köln für die Saison 26/27 aus?
Tom Krauß im Testspiel gegen Bergisch Gladbach im neuen Heimtrikot der Saison 25/26
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Auf Wiedersehen hummel – willkommen zurück Adidas. Die offizielle Veröffentlichung des Heimtrikots des 1. FC Köln für die Saison 2026/27 lässt noch ein wenig auf sich warten. Erst Anfang Juli will der Verein das Jersey vorstellen. „Inside Müngersdorf“ veröffentlichte aber bereits im Vorfeld Bilder des möglichen neuen Desingns. Bereits zur vergangenen Saison wurde das Aussehen der Trikots geleakt. Nun schreibt die Plattform, von „ersten echten Bildern“. Auf dem Account der Plattform ist zu sehen, wie die Kölner in der kommenden Spielzeit auflaufen sollen. Das Heimtrikot verabschiedet sich von der rot-weißen Streifenoptik. Das Trikot habe „einen klassischen V-Kragen“ sowie dezente vertikale „Ton-in-Ton-Streifen auf der Brust“. Zudem kommt es mit „roten und feinen schwarzen Akzenten an den Ärmeln und am Kragen“ daher, beschreibt das Portal die Optik. Sowohl das Vereinswappen als auch das Adidas-Logo sind gestickt.
Wann genau das Trikot offiziell vorgestellt wird, ist aktuell noch unklar, es darf allerdings ab Juli damit gerechnet werden. Ebenso, ob „Inside Müngersdorf“ mit seinem Leak richtig liegt. Bei den anderen Trikots im Vorfeld der vergangenen Saison passten zwar nicht alle Details, aber es war schon sehr nah an den offiziellen Versionen dran. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass die Plattform auch dieses Mal zumindest das grob passende Design hat. Das Heimtrikot ist das erste reguläre Trikot, das wieder von Ausrüster Adidas kommt. Mit hummel einigte sich der Verein trotz eines Vertrags bis 2027 auf eine vorzeitige Auflösung des Kontrakts. Zuletzt lief der FC 2008 mit den drei Streifen auf der Brust auf.
Es hatte sich gestern bereits angedeutet, nun ist es offiziell: Dominique Heintz wechselt zu Fortuna Düsseldorf. Der Innenverteidiger unterschreibt bei der Fortuna einen Zweijahresvertrag. Der Kontrakt bei den Geißböcken war nicht verlängert worden.
Dominique Heintz setzt seine Karriere fort. Der Innenverteidiger wechselt wie erwartet zu Fortuna Düsseldorf. Beim Drittligisten unterscheibt Heintz einen Vertrag bis 2028. Der 32-Jährige hatte in Köln keine Vertragsverlängerung mehr bekommen. Nun folgt der ablösefreie Wechsel.
Bereits am Donnerstag hatte die „Rheinische Post“ den Wechsel angedeutet. Nun ist er vollzogen worden. „Ich komme nach Düsseldorf, um auf und neben dem Platz Verantwortung zu übernehmen. Mit meiner Erfahrung möchte ich der Mannschaft Stabilität geben und meinen Teil dazu beitragen, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen“, sagte Heintz. „Jetzt gilt es, schnell reinzukommen und gemeinsam zu einer starken Mannschaft zu werden. Auf diese Aufgabe und auf die Fans freue ich mich sehr.“ Heintz war zum Saisonende bei den Geißböcken verabschiedet worden. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft Ende Juni aus, der 32-Jährige erhielt frühzeitig das Signal, dass der Kontrakt nicht verlängert werde. Der Pfälzer fühlte sich in Köln immer wohl und machte nie einen Hehl daraus, auch gerne weiter in Köln spielen zu wollen. So kann Heintz aber in seiner zweiten Heimat wohnen bleiben. Der Abwehrspieler ist nach wie vor auch sehr mit der Pfalz engverbunden, hat dort erst kürzlich eine Padel-Halle eröffnet.
Erfahrung von mehr als 200 Bundesliga-Spielen
Insgesamt lief Heintz 161 Mal für die Geißböcke auf, stand von 2015 bis 2018 und dann wieder ab 2023 beim FC unter Vertrag. Bei den Fans wurde der Abwehrspieler durch seine freundliche, aufgeschlossene und bodenständige Art zum Publikumsliebling. Die Mannschaft stand für den Innenverteidiger immer im Vordergrund. So akzeptierte er auch in den vergangenen Jahren problemlos die Rolle des Ergänzungsspielers, betonte immer, „da sein zu wollen“, wenn er benötigt werde. Nun übernimmt der Routinier eine neue Aufgabe bei der Fortuna. „Dominique kommt mit der Erfahrung aus mehr als 200 Bundesliga-Spielen nach Düsseldorf und hat uns in den Gesprächen signalisiert, dass er große Lust verspürt, die Herausforderung bei der Fortuna anzupacken. Er bringt nicht nur eine enorme Zweikampf- und Kopfballstärke mit, sondern hat darüber hinaus Qualitäten im Spielaufbau und starke Führungsqualitäten“, sagt Samir Arabi, Sportvorstand der Düsseldorfer.
Seine fußballerische Laufbahn begann der Pfälzer bei seinem Heimatverein, dem SV Hertha Kirrweiler. Von dort wechselte er in die Jugend des 1. FC Kaiserslautern. Bei seinem Lieblingsverein gelang „Heintzi“ der Sprung in den Profifußball. Der FC verpflichtete den Pfälzer im Sommer 2015 für rund 1,5 Millionen Euro. In der Domstadt gelang dem heute 32-Jährigen die Qualifikation für den Europapokal. Nach dem Abstieg im Folgejahr trennten sich die Wege und Heintz zog zum SC Freiburg weiter. Im Sommer 2023 kehrte der Routinier nach Zwischenstationen bei Union Berlin und dem VfL Bochum zurück nach Köln.
Er sollte einst die Lücke auf der rechten Abwehrseite schließen, gelingen wollte das nicht so ganz. Zuletzt feierte der Däne gleich zwei Meisterschaften in Serie. Nun ist die Entscheidung über die Zukunft gefallen und sie liegt wohl nicht beim 1. FC Köln: Doch Aarhus zieht die Option bei Rasmus Carstensen nicht.
Beim FC nur selten mehr als die Rolle des Ergänzungsspieler, zuletzt gleich zwei Mal in Folge Landesmeister und das jeweils als unumstrittener Stammspieler. Rasmus Carstensen blüht zurzeit richtig auf und wird wohl auch künftig mit Aarhus auf Meisterjagd gehen. Allerdings ließ sein aktueller Club die Kaufoption verstreichen.
Rasmus Carstensen wurde beim 1. FC Köln nicht so richtig glücklich
Exakt 40 Jahre musste Aarhus auf diesen Moment warten. Der Club aus Dänemark sicherte sich unterm Strich überraschend die dänische Meisterschaft. Und das mit Stammspieler Rasmus Carstensen, der aber verletzungsbedingt zuletzt nicht mehr spielte. Dennoch blickt der Außenverteidiger auf eine erfolgreiche Saison zurück. Bereits zum zweiten Mal in Folge gab es für Carstensen den Meistertitel. Vergangene Spielzeit mit Lech Posen in Polen, jetzt mit Aarhus in Dänemark. Und somit dürfte das kommende Saisonziel des Dänen nicht mit dem FC Klassenerhalt, sondern mit seinem jetzigen Arbeitgeber Titelverteidigung heißen. Eins der Saisonziele. Denn Aarhus schaffte es so in die zweite Qualifikationsrunde der Champions League und dort wartet natürlich Posen. Eine besondere Begegnung für den Spieler. Wenn er denn weiterhin bei dem dänischen Meister kickt. Aarhus hat die Kaufoption des Rechtsverteidigers verstreichen lassen. „Wir haben die Option nicht wahrgenommen, weil wir der Meinung waren, dass noch einiges zu besprechen sei“, sagte AGF-Fußballdirektor Carsten V. Jensen.
Für den 1. FC Köln ein kleines Minusgeschäft
Besprochen werden soll wohl vor allem eine Ablösesumme. Die rund eine Millionen Euro, die der Club mit der Kaufoption hätte zahlen müssen, waren wohl zu hoch. Grundsätzlich plant man wohl schon mit dem Außenverteidiger. „Der Dialog läuft aber gut. Ich stehe in gutem Kontakt mit Köln. Und das Ziel ist natürlich, dass wir eine Einigung erzielen“, so Jensen weiter. Das könnte schon bald der Fall sein. Stand jetzt würde Carstensen zum 30. Juni wieder zum FC zurückkehren. Doch beim FC plant man nicht mit dem Spieler. Für die Kölner ist es so oder so ein kleines Minusgeschäft. Der FC hatte Carstensen im August 2023 unter Vertrag genommen. Christian Keller gab in einem WDR-Podcast mal zu, dass er den Spieler wollte und sich auch gegen einige interne Widerstände durchsetzte. Das Bauchgefühl habe bei dem Spieler gepasst, hieß es damals. Der Rechtsverteidiger machte im ersten Testspiel damals gegen Nantes auch einen starken Eindruck, spielte aber nach der Hinrunde bei den Kölnern dann kaum noch eine Rolle.
Es folgte die Leihe nach Posen und später die Leihe nach Aarhus. Dort ist der Spieler unumstritten. Insgesamt lief Carstensen 30 Mal auf, erzielte fünf Tore, bereitete drei weitere vor. Offenbar genug, um jetzt die Kaufoption zu ziehen. Das Online-Portal transfermarkt.de schätzt den Marktwert auf zwei Millionen Euro ein. Beim FC hat man für den Spieler wohl keine Zukunft mehr gesehen.
Auch bei der U21 der Geißböcke wird die Kaderplanung weiter vorangetrieben. Der 1. FC Köln verpflichtet Niklas Hoffmann. Der 29-Jährige Routinier kommt von Waldhof Mannheim und soll dem Team Stabilität verleihen.
Die Geißböcke verstärken sich in der U21 mit einem weiteren Defensivspieler. Niklas Hoffmann wird in der kommenden Saison für den Kölner Nachwuchs spielen. Der Routinier soll der Mannschaft Stabilität verleihen.
Nilas Hoffmann unterschreibt bei der U21 (Foto: 1. FC Köln)
Der 1. FC Köln verstärkt die Defensive seiner U21. Vom Drittligisten Waldhof Mannheim wechselt Niklas Hoffmann an den Rhein. „Niklas hat im vergangenen Jahr in der 3. Liga in Mannheim fast alle Spiele über die volle Distanz gemacht, auf mehreren Positionen gespielt und Verantwortung übernommen“, so Lukas Berg, der technische Direktor der Geißböcke. „Er kann und wird unserer jungen Mannschaft sowohl auf als auch neben dem Platz Stabilität, Orientierung und Führung geben, die es braucht, damit Entwicklung stattfinden kann. Wir sind sehr froh, dass wir Niklas vom 1. FC Köln überzeugen konnten.“ Hoffmann durchlief einige Jugendstationen des Karlsruher SC. Dort schaffte der Abwehrspieler auch den Sprung in den Seniorenfußball. Unter anderem spielte der 29-Jährige bei Freiburg, St. Pauli, den Würzburger Kickers und in Österreich für den SV Horn. Für den SV Waldhof Mannheim war er seit Sommer 2024 im Einsatz und absolvierte in der vergangenen Saison als Stammspieler 35 Partien in der 3. Liga.
„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe“
„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe beim FC. Die Gespräche mit allen Beteiligten waren von Beginn an sehr angenehm und wertschätzend. Mit meiner neuen Rolle kann ich mich sehr gut identifizieren. Ich möchte, dass wir als Mannschaft gemeinsam erfolgreich sind“, sagt Hoffmann. „Und ich möchte meinen Teil beitragen, damit sich unsere jungen Spieler auf und abseits des Platzes entwickeln und bestmöglich für höhere Aufgaben vorbereitet werden. Der FC ist für mich genau die richtige Entscheidung, weil der Club für aktiven Fußball, aber auch ehrliche und harte Arbeit steht.“
Die U21 rüstet gerade mächtig für die kommende Spielzeit auf. Allerdings hatten die Geißböcke auch einige Abgänge zu verzeichnen. Trainer Evangelos Sbonias will jetzt eine schlagfertige Truppe zusammenstellen. Hoffmann soll eine wichtige Rolle bei den Geißböcken in der kommenden Spielzeit spielen,.
Im Saisonfinale mussten die Geißböcke ohne echten Zielstürmer auskommen. Dort hatte zuvor Ragnar Ache eine gute Figur gemacht, doch der Angreifer hatte sich bekanntlich verletzt. Es fehlten die Alternativen. Für die kommende Saison soll wohl Unterstützung her: Könnten diese Stürmer für den 1. FC Köln interessant werden?
Es war eine Schrecksekunde als Ragnar Ache zu Beginn der zweiten Hälfte beim Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli nach einem Zweikampf verletzt auf dem Boden liegen blieb. Der Angreifer konnte nicht weitermachen und wurde in der 51. Minute ausgewechselt. Ache fiel für die restlichen vier Spiele aus und offenbarte damit ein Problem. Dem FC fehlt es im Sturm an Alternativen. Daher suchen die Domstädter wohl nach Verstärkungen in der Sturmspitze. Und es gibt einige Kandidaten, die passen könnten. Es handelt sich hierbei nicht um konkrete Gerüchte.
Mit 49 geschossenen Toren beendete der FC die Saison als beste Offensive des unteren Tabellendrittels. Dennoch sucht man nach Ergänzungen für das Sturmzentrum. Möglicherweise könnten zwei bundesligaerfahrene Spieler dabei interessant werden. Mit Myron Boadu und Jonas Wind kommen gleich zwei Torjäger, die ihr Können im deutschen Oberhaus bereits bewiesen haben, ablösefrei auf den Markt. Boadu wechselte im Sommer 2024 leihweise zum VfL Bochum. Auch wenn die Bochumer am Ende der Saison abstiegen, gelangen dem Niederländer in 19 Einsätzen neun Tore und eine Vorlage. Eine starke Quote für einen Absteiger. Im vergangenen Sommer wechselte er zur PSV Eindhoven. Dort kam er nur selten zum Zug und kommt in der Liga auf gerade einmal 323 Minuten, in denen er immerhin drei Tore erzielen konnte. Sein Vertrag beim niederländischen Meister wurde nicht verlängert, sodass er ablösefrei auf den Markt kommt.
Rückkehr ans Geißbockheim?
Dasselbe gilt für Jonas Wind. Nach einer Saison zum Vergessen läuft sein Vertrag in Wolfsburg aus und der Däne sucht eine neue Herausforderung. Nur fünf Mal stand der 27-Jährige in der Startelf und erzielte in insgesamt zwölf Einsätzen nur ein Tor. Eine Quote, die definitiv nicht die Fähigkeiten des Angreifers beschreibt. Das zeigt seine Torausbeute aus den Vorsaisons. In den übrigen 103 Bundesligaspielen für die Wölfe gelangen ihm 31 Tore und elf Assists. Qualität die dem FC definitiv helfen würde.
Sollte der FC bereit sein Ablösesummen zu bezahlen, gibt es im In- und Ausland eine Menge spannender Optionen. Da wäre zum einen Mateusz Zukowski vom 1. FC Magdeburg. 20 Torbeteiligungen in 21 Spielen stehen für den Polen zu Buche. Das dürfte einige Erstligisten auf den Plan rufen. Zukowskis Marktwert wird auf sechs Millionen Euro geschätzt. Eine mittlere einstellige Millionensumme scheint realistisch.
Zu viele Mitbewerber?
Auch Elmin Rastoder ist bereit für den nächsten Schritt. Dem mazedonischen Nationalspieler gelang mit dem FC Thun die Sensation. Als Aufsteiger gewannen die Thuner die schweizer Meisterschaft. Rastoder trug mit 21 Torbeteiligungen einen maßgeblichen Anteil zu diesem Erfolg bei. Trotz der damit einhergehenden Champions League-Qualifikation, scheint ein Wechsel im Sommer das realistischste Szenario zu sein. Der HSV und Borussia Mönchengladbach wurden bereits mit dem 24-Jährigen in Verbindung gebracht. Aufgrund seines 2027 auslaufenden Vertrags und einem Marktwert von vier Millionen Euro, dürfte der Mazedonier etwas billiger als Zukowski werden.
Bamba Dieng ist der wertvollste Spieler dieser Liste. Mit einem Marktwert von 15 Millionen Euro käme der Senegalese vom FC Lorient normalerweise wohl nicht für den 1. FC Köln in Frage. Wäre da nicht sein auslaufender Vertrag diesen Sommer. In der Ligue 1 kommt der 26-Jährige auf elf Scorer in 22 Spielen. Das ruft natürlich auch stärkere Teams als den FC auf den Plan. Unter anderem Betis Sevilla und Lazio Rom wurde Interesse nachgesagt. Vermutlich wären die Geißböcke durch den Klassenerhalt aber zumindest nicht chancenlos. Im Verlauf der Saison haben wohl auch Werder Bremen und St. Pauli sich mit einer Verpflichtung des Senegalesen beschäftigt. Ob die Domstadt aber die erste Wahl des Angreifers wäre, darf aufgrund der vielen Mitbewerber zumindest hinterfragt werden.
Wird ein bestehendes Gerücht konkret?
Elias Havel soll wohl bereits auf dem Zettel des 1. FC Köln stehen. Ende April berichteten mehrere Medien über ein Kölner Interesse an dem 23-Jährigen Österreicher. Nach einer überzeugenden Saison ziehen die Hartberger die Kaufoption in Höhe von rund 300.000 Euro. Über den Sommer hinaus wird der 13 Tore-Mann jedoch wohl nicht bleiben. Der Wechsel in eine Topliga scheint das nächste logische Ziel. Erich Korherr, der Obmann (Präsident/Vereinsvorsitzender), forderte zuletzt öffentlich eine hohe siebenstellige Millionsumme im Interview bei „Sky“ für seinen Torjäger.
Ob der FC bereit ist, zum jetzigen Stand solche Summen zu bezahlen, darf angezweifelt werden. Zumal man mit Ragnar Ache bereits einen guten Bundesligastürmer in den eigenen Reihen hat. In der abgelaufenen Saison kam er in der Bundesliga auf zwölf Torbeteiligungen, doch seine Verletzungsanfälligkeit sorgt dafür, dass man sich eben nicht auf ihn als Option beschränken kann. Eine Verstärkung ist somit zwingend nötig, um den 27-Jährigen zu entlasten.
Dortmund, Chelsea, PSG, Bayern, Manchester City und nun Liverpool — die Liste der Interessenten an Said El Mala war über das Jahr lang. Bei genauerem Hinsehen bleibt davon erstaunlich wenig übrig. Eine Einordnung, warum am Ende wohl nur ein Markt realistisch bleibt.
Der FC Barcelona, der FC Chelsea, Paris Saint-Germain, Bayern München oder Manchester City – die Liste der europäischen Spitzenclubs, die im Herbst vergangenen Jahres mit Said El Mala in Verbindung gebracht wurden, war lang – und gefühlt wurde sie von Woche zu Woche länger. Beeindruckend für einen Spieler, der in der Vorsaison noch in der 3. Liga kickte. Der Fokus hat sich geändert, El Mala ist einer der Shootingstars Europas – immerhin hat wohl nicht viel für die WM-Nominierung der Nationalmannschaft gefehlt. Doch bei genauerer Betrachtung bleiben möglicherweise gar nicht mehr so viele Vereine auf der Liste potenzieller Arbeitgeber.
Zuletzt wurden mit der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund zwei Bundesligisten in den Ring geworfen, die angeblich an einer Verpflichtung des Spielers interessiert seien, Vorstöße planen würden. So wirklich viel Substanz haben die Ideen hinter den Gerüchten nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass die TSG nach bisherigen Investitionen von 40 Millionen Euro bei El Mala noch einmal mit 50 Millionen nachlegt. Der BVB wiederum soll angeblich nur 30 Millionen plus Boni bezahlen wollen, dafür aber Leihspieler bei den Kölnern unterbringen wollen. Zwar sind die Kölner grundsätzlich an Leihkonstrukten interessiert, aber nicht um eine wirtschaftliche Lücke von 15 Millionen Euro zu schließen. Aktuell ist das am Geißbockheim kein Thema. Auch die Bayern galten mal als Interessent, doch der Fokus ist längst ein anderer. Tatsächlich hat noch nie ein Bundesligist für einen Spieler aus dem deutschen Oberhaus 50 Millionen auf den Tisch gelegt. Julian Draxler und Dayot Upamecano knackten gerade einmal die 40-Millionen-Euro-Marke. Der Rekordpreis für einen 19-Jährigen lag bisher bei Ozan Kabak, der für 15 Millionen Euro von Stuttgart zu S04 wechselte.
Verkauf auf Rekordkurs
Der Rekordtransfer von Hoffenheim liegt bis heute bei 18 Millionen für Adam Hlozek, der vom BVB bei Ousmane Dembélé für 38 Millionen Euro. Ein Transfer von Said El Mala für 50 Millionen Euro innerhalb der Liga ist sicher nicht ausgeschlossen, doch entspricht nicht den Gesetzmäßigkeiten der Bundesliga. Es bleibt eine sehr unwahrscheinliche Variante. Das gleiche gilt für einen möglichen italienischen Markt. Dort liegen die Ablöseerwartungen in der Regel sogar unter den deutschen. El Mala würde in einer Liga mit Min-Jae Kim und Mauro Icardi mitmischen. In der vergangenen Spielzeit war Christopher Nkunku der teuerste Spieler, der nach Italien wechselte. AC Milan zahlte 37 Millionen Euro für den Ex-Leipziger, der einst für 60 Millionen nach Chelsea ging. Die weiteren Großkaliber wie Barcelona oder Paris haben aktuell kein Interesse, um den Kölner Shootingstar mitzubieten, investieren an anderer Stelle und das einmal mehr sehr intensiv. Dagegen sind die englischen Clubs durchaus bereit, in einer anderen Größenordnung zu investieren.
Und das eben auch Clubs, die nicht zu den absoluten Topteams gehören. Genauso für Spieler, die noch ein enormes Entwicklungspotenzial haben. Und da auf der Insel nun mal viel Geld fließt, ist der Markt auch unter den Aspekten Gewinnbeteiligung und Weiterverkaufsgebühr kein uninteressanter. Sportlich scheint El Mala ebenfalls nach England zu passen. Direktes Spiel, Tempo, Zweikampfbereitschaft, der Wille, durch den Gegner statt um ihn herum zu gehen – Eigenschaften, die man auf der Insel gerne sieht, die El Mala wiederum mitbringt. Aspekte, die in technisch anspruchsvollen Ligen möglicherweise ein wenig kürzer kommen. Nicht umsonst ist das neueste Gerücht eins von der Anfield Raod.
Welche Rolle spielt Tim Steidten?
Möglicherweise spielt ein Faktor eine Rolle, der ein wenig unter dem Radar fliegt: Tim Steidten. Der Direktor für Kaderplanung und Recruiting kam im März zum FC und bringt persönliche Kontakte mit. Der ehemalige Kaderplaner von Bayer Leverkusen kennt als ehemaliger technischer Direktor von West Ham United die Premier League, die Spielerberater, die Vereinsvertreter. Steidten holte zudem seinen Bruder Moritz an den Rhein, der ihm bereits von Werder Bremen nach West Ham gefolgt war und dort die komplette Scouting-Abteilung leitete. Zwei Brüder, beide mit direkter England-Erfahrung, beide jetzt beim FC. Das ist sicher kein Zufall, sondern eine bewusste strukturelle Entscheidung von Thomas Kessler. Sollte El Mala tatsächlich nach England wechseln, könnte sich diese Personalentscheidung auszahlen.
Während fast täglich Gerüchte über Said El Mala und/oder Jakub Kaminski aufploppen, ist es beim Rest der Mannschaft recht still. Dabei ist längst nicht gesagt, dass alle Spieler auch beim FC bleiben. Aktuell wurde ein Name mit Hannover 96 in Verbindung gebracht – mehr aber auch nicht. Hat Luca Waldschmidt eine Zukunft beim 1. FC Köln?
Vor wenigen Tagen feierten Luca Waldschmidt und seine Frau Gianna ihre Hochzeit. Im Kreise von Freunden und Familie wurde das Paar auf Mallorca getraut. Während die Eheschließung einen wichtigen Meilenstein im Privatleben des 30-Jährigen markiert, ist seine berufliche Zukunft bisher noch nicht geklärt.
Luca Waldschmidt jubelt nach seinem Elfmetertor gegen St. Pauli (Foto: Christof Koepsel Getty / Images)
Luca Waldschmidt ist womöglich der Spieler, der die Höhen und Tiefen, die der 1. FC Köln durchlebt, am ehesten personifiziert. Auch in dieser Saison pendelte der Offensivmann zwischen Licht und Schatten und blieb ein Dauerthema unter den FC-Fans. Nach der dritten Saison für die Geißböcke fehlt es dem Ex-Wolfsburger weiterhin an Konstanz. Nun geht er in sein letztes Vertragsjahr. Eine Trennung im Sommer ist daher alles andere als ausgeschlossen. Für den FC wäre das die letzte Chance Waldschmidt zu Geld zu machen.
Starke Statistiken
Sollte sich also ein Verein intensiv um Waldschmidt bemühen, würde man ihm vermutlich keine Steine in den Weg legen. Denn auch in dieser Saison kam der Offensivspieler nicht über die Jokerrolle hinaus. Ein potenzieller Club wurde nun mit Hannover 96 genannt. Doch wirklich viel ist an dem Gerücht (noch) nicht dran. Die „Neue Presse“ mutmaßt, dass der neue Geschäftsführer Jonas Boldt auf die Streichlisten der Bundesligisten zugeht und möglicherweise dann auch Luca Waldschmidt von Interesse sein könnte. Immerhin hatte Waldschmidt mal gesagt, er könne besonders gut mit 96-Coach Christian Titz. Mehr ist an dem Gerücht (noch) nicht dran.
Sportlich lief es bei Waldschmidt in der vergangenen Saison durchwachsen. Insgesamt kam der Offensivspieler auf gerade einmal 666 Minuten, in denen er aber eine beeindruckende Quote vorweisen kann. Fünf Tore und vier Vorlagen stehen zu Buche. Damit liegt er in der vereinsinternen Scorerliste auf einem geteilten vierten Platz. Waldschmidt kann dem FC also mit seinen Fähigkeiten helfen. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Wichtigkeit Waldschmidts in der Mannschaft. Der 30-Jährige gehört zu den dienstälteren Spielern beim FC und kennt das Umfeld und den Verein. Als der ehemalige Nationalspieler nach der Winterpause von Ex-Coach Lukas Kwasniok für das Spiel in Heidenheim aus dem Kader gestrichen wurde, sei diese Entscheidung bei der Mannschaft wohl nicht besonders gut angekommen.
Mit dem Trainerwechsel änderte sich seine Situation erneut. René Wagner schien bei Waldschmidt den richtigen Ton gefunden zu haben. Der Angreifer wirkte wie ausgetauscht. Zwischenzeitlich gelangen ihm in drei Spielen drei Torbeteiligungen und der FC sicherte sich den Klassenerhalt. Doch auch dieser kurzzeitige Höhenflug scheint schon wieder vorbei zu sein. Zum Ende der Saison folgte ein schwacher Auftritt gegen Heidenheim und ein Kaderplatz ohne Einsatz in München am letzten Spieltag der Saison. Die vergangenen Duelle zeigen aber auch: Waldschmidt kann funktionieren, wenn man ihm das nötige Vertrauen schenkt.
Es fehlt die Konstanz
Das Problem bleibt aber unverändert. Seit seinem Wechsel nach Köln im Sommer 2023 hatte Waldschmidt einige Momente, in denen er die FC-Fans ins Staunen brachte. Oft genug stand der Offensivspieler aber auch sinnbildlich für Harmlosigkeit in der Offensive und schaffte es nie, über einen langen Zeitraum mit guten Leistungen zu überzeugen. Die Qualität die der 30-Jährige an seinen besten Tagen mitbringt, bekommt er einfach zu selten auf den Platz. Die Zusammenarbeit zwischen Wagner und Waldschmidt hat zumindest kurzzeitig angedeutet wie es funktionieren kann. Aber selbst unter seinem Fürsprecher, fand der gebürtige Siegener nicht den Weg in die Startelf. Ob die Festanstellung Wagners für einen erneuten Leistungsschub beim Linksfuß sorgt, wird sich in der anstehenden Saison klären. Noch ist nicht abzusehen wie sich seine Situation im Sommer entwickeln wird. Der FC wird aber nicht alles daran setzen die Nummer sieben loszuwerden. Wenn ein Verein jedoch bereit ist eine marktgerechte Ablöse zu zahlen, würde man dem Spieler wohl keine Steine in den Weg legen. Waldschmidts Vertrag läuft im Sommer des nächsten Jahres aus.
Weiterhin beherrscht ein Name diese Sommerpause bei den Geißböcken. Nun soll es einen weiteren prominenten Interessenten im Buhlen um den Shootingstar des 1. FC Köln geben: Der FC Liverpool soll an Said El Mala interessiert sein.
Nachdem zuletzt die Tottenham Hotspurs als möglicher Interessent von Said El Mala gehandelt wurden, ploppt nun das nächste Gerücht auf und dieses Mal wieder von einem Hochkaräter. Demnach soll der FC Liverpool die Fühler vorsichtig nach dem Kölner Shootingstar ausstrecken.
Beendete gegen Hoffenheim seine Torflaute: Said El Mala
Das berichtet der englische Sportjournalist und Kommentator Ben Jacobs. Demnach wollen die „Reds“ neben Victor Muñoz noch einen weiteren Außenstürmer verpflichten. Den Spanier hat der Premier-League-Club gerade erst für 40 Millionen Euro verpflichtet. Dennoch – so Jacobs – will Liverpool einen weiteren Spieler verpflichten. Und zwar einen, der mit Tempo über die Außen das Spiel antreibt. An der Anfield-Road sei man nach wie vor optimistisch eigentlich Yann Diomande von RB Leipzig unter Vertrag zu nehmen. Das Problem: Halb Europa jagt den Spieler, der am Samstag mit der Elfenbeinküste bei der WM auf Deutschland trifft. Unter den Interessenten befinden sich unter anderem Real Madrid und Paris Saint-Germain. Dass der Spieler RB verlässt, gilt als wahrscheinlich. Und für den Fall, dass sich der Spieler nicht für die Reds entscheidet, soll es in Liverpool eine Shortlist geben.
Drei Spieler auf der Shortlist?
Und auf dieser steht wiederum Said El Mala. Der Kölner Shootingstar ist einer von drei Spielern, die Jacobs explizit nennt. Yankuba Minteh von Brighton & Hove Albion sowie Matias Fernandez-Pardo von Lille wären weitere Kandidaten. Tatsächlich handelt es sich bei allen Akteuren um Spieler, die über ihr Tempo für Gefahr sorgen. Dass Said El Mala gerne nach England wechseln würde, ist bekannt. Der Spieler hat bei den Kölner Verantwortlichen den Wunsch hinterlegt, in die Premier League zu gehen. Daher hatten die FC-Verantwortlichen mit Brentford überhaupt erst verhandelt. Nachdem dort eine Einigung erzielt worden war, sagte die Spielerseite überraschend ab. Über die genauen Hintergründe gibt es keine gezielten Informationen. Spekuliert wurde, dass El Mala Brentford abgesagt habe, weil sein Bruder nicht mit unter Vertrag genommen worden wäre, genauso aber hält sich das Gerücht, dass die Familie auf einen besseren Verein hoffe. Das wäre mit Liverpool sicherlich gegeben. Ob Malek ebenfalls mit an die Anfield Road wechseln dürfte, ist unklar.
Allerdings ist ja ohnehin nicht gesagt, dass sich El Mala auf einen Deal einlässt und wie stark das Interesse der Reds wirklich ist. Jacobs ist zwar ein renommierter Journalist, doch käme ein Wechsel nach Liverpool nach der Verpflichtung von Muñoz schon sehr überraschend. Es wäre jedenfalls nicht gesagt, dass El Mala viel Einsatzzeit erhalten würde. Nach wie vor steht auch noch das Gerücht um die Tottenham Hotspurs im Raum. Dort würde aktuell ein Wechsel in Bezug auf mögliche Spielzeit mehr Sinn machen.
Dominique Heintz steht offenbar unmittelbar vor einem Wechsel zu Fortuna Düsseldorf. Der Vertrag des Innenverteidigers wurde in Köln nicht verlängert, er wechselt also ablösefrei. Heintz bleibt damit im Rheinland, wird künftig dann 3. Liga spielen.
Zuletzt eröffnete der Abwehrspieler eine Padel-Halle, doch Schluss mit Fußball sollte es noch nicht sein. Während Florian Kainz seine Karriere nach dem Vertragsschluss in Köln beendet hat, will Dominique Heintz noch weiter spielen. Und ganz offensichtlich hat er bereits einen neuen Arbeitgeber gefunden.
Dominique Heintz steht offenbar vor einem Wechsel nach Düsseldorf
Wie die „Rheinische Post“ am Donnerstag berichtet, wird der Innenverteidiger künftig in der 3. Liga spielen. Heintz wechselt offenbar zu Fortuna Düsseldorf. Laut RP seien alle grundlegenden Details bereits geklärt. Einzig der Medizincheck stehe noch aus, bevor die Unterschrift erfolgt. Heintz war zum Saisonende bei den Geißböcken verabschiedet worden. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft Ende Juni aus, der 32-Jährige erhielt frühzeitig das Signal, dass der Kontrakt nicht verlängert werde. Der Pfälzer fühlte sich in Köln immer wohl und machte nie einen Hehl daraus, auch gerne weiter in Köln spielen zu wollen. Dazu kam es bekanntlich nicht. Nun schlägt der 32-Jährige ein neues Kapitel auf, in der Nähe zur Domstadt. Heintz hatte in der vergangenen Saison neun Spiele für den FC absolviert. Diese aber höchst solide. Im direkten Datenvergleich mit seinen Mitspielern schnitt der 32-Jährige sehr gut ab.
Zwei Mal beim FC unter Vertrag
Insgesamt lief Heintz 161 Mal für die Geißböcke auf, stand von 2015 bis 2018 und dann wieder ab 2023 beim FC unter Vertrag. Bei den Fans wurde der Abwehrspieler durch seine freundliche, aufgeschlossene und bodenständige Art zum Publikumsliebling. Gleichzeitig nahm Heintz am Geißbockheim aber auch nie ein Blatt vor den Mund, sprach Dinge offen an. Die Mannschaft stand für den Innenverteidiger immer im Vordergrund. So akzeptierte er auch in den vergangenen Jahren problemlos die Rolle des Ergänzungsspielers, betonte immer, „da sein zu wollen“, wenn er benötigt werde. Das tat er auch in der vergangenen Saison, als er durch die Verletzungsmisere in der Abwehr plötzlich eine wichtige Rolle in der Startelf einnehmen musste. Unvergessen seine Einladung an einige Staff-Mitglieder an Silvester. Nun verstärkt der Abwehrspieler also offenbar die Fortuna. Dort wird nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga eine neue Mannschaft aufgebaut. Heintz soll wohl eine zentrale Rolle übernehmen.
Seine fußballerische Laufbahn begann der Pfälzer bei seinem Heimatverein, dem SV Hertha Kirrweiler. Von dort wechselte er in die Jugend des 1. FC Kaiserslautern. Bei seinem Lieblingsverein gelang „Heintzi“ der Sprung in den Profifußball. Der FC verpflichtete den Pfälzer im Sommer 2015 für rund 1,5 Millionen Euro. In der Domstadt gelang dem heute 32-Jährigen die Qualifikation für den Europapokal. Nach dem Abstieg im Folgejahr trennten sich die Wege und Heintz zog zum SC Freiburg weiter. Im Sommer 2023 kehrte der Routinier nach Zwischenstationen bei Union Berlin und dem VfL Bochum zurück nach Köln.
Tom Krauß ist einer der Lichtblicke der abgelaufenen Saison. Durch den Klassenerhalt griff die Kaufpflicht, womit der 24-Jährige fest in die Domstadt wechselt. Gleichzeitig wird die Personaldecke auf seiner Position immer dünner. Eric Martel wechselte bekanntlich ablösefrei nach Mainz, Denis Huseinbasic zum SC Braga. Die Kaufoption für Felipe Chavez ließ der FC verstreichen. Somit sind Krauß und Isak Johannesson die einzigen verbliebenen zentralen Mittelfeldspieler und die Geißböcke müssen sich zwangsläufig nach Verstärkungen umsehen. Doch welche Profile sollte man suchen? Kann Tom Krauß Eric Martel beim 1. FC Köln ersetzen?
Mit Martel verliert der FC einen besonders gegen den Ball starken Spieler. Der Straubinger fiel durch seine Defensivarbeit und seine physische Stärke positiv auf. Mit dem Ball waren jedoch immer wieder Defizite zu erkennen. Dennoch geht einer der wichtigen Stammspieler der vergangenen Jahre. Aber wie sehr schmerzt sein Abgang wirklich? Wenn man die statistischen Profile von Krauß und Martel vergleicht, erkennt man, dass beide Spieler sich ähneln.
Beide stechen insbesondere bei den Defensivstatistiken positiv heraus. Mit einem Wert von 5,49 Interceptions pro 90 Minuten unterstreicht Martel seine Stärke das Spiel zu lesen und Passwege zuzustellen. Krauß kann mit 4,95 Interceptions einen ähnlich starken Wert ausweisen. Zum Vergleich: Denis Huseinbasic kommt lediglich auf einen Wert von 2,54. Bei der generellen Aktivität gegen den Ball ist der Ex-Schalker der klare Sieger. Krauß kommt auf 6,98 Defensive Duelle pro 90 Minuten und sucht damit häufiger das Defensivduell als Martel, der auf 5,55 kommt. Insgesamt scheinen beide Sechser aber ähnlich stark gegen den Ball zu sein, allerdings ist die Zweikampfquote von Krauß höher (66 Prozent zu 63 Prozent).
Limitierungen mit Ball?
Dass kreatives Passspiel nicht unbedingt zu Martels Kernkompetenzen zählt, fiel in der Vergangenheit immer wieder auf. Die spielerische Entwicklung blieb aus, was in den vergangen Monaten zunehmend kritisiert wurde. Bei Tom Krauß scheint dies kein großes Problem zu sein. Natürlich liegen die Stärken des Leipzigers ebenfalls in der Arbeit gegen den Ball, dennoch scheint er einem spielerischen Ansatz mehr beitragen zu können. Denn die Statistiken zeigen: Krauß spielt deutlich mehr Progressive Pässe. Während Martel auf gerade einmal 4,38 progressive Pässe pro 90 Minuten kommt, erreicht er einen Wert von 5,92. Zusätzlich erreichen 67,19 Prozent davon den Mitspieler während bei dem Neu-Mainzer nur 59,71 Prozent der progressiven Pässe ihr Ziel fanden.
Das bedeutet Krauß sucht häufiger den vertikalen Pass in die nächste Spielfeldzone und sorgt damit dafür, dass der FC schneller in offensive Räume gelangt. Durch seine Pässe kann er gegnerische Linien überspielen und Angriffe aus dem Zentrum ankurbeln. Martel hingegen agiert etwas abwartender und spielt eher risikoarm.
Was fehlte Huseinbasic?
Spannend ist hierbei der Blick auf Denis Huseinbasic. In den Defensivstatistiken hängt er erwartungsgemäß hinter den beiden Sechsern. Seine Stärken liegen nunmal im Spiel mit dem Ball. Das untermauert der Wert von 80,95 Prozent der angekommenen progressiven Pässe. Die Werte von Krauß (67,19 Prozent) und Martel (59,71 Prozent) lagen weit darunter. Was dann jedoch verwundert, ist die Häufigkeit dieser gespielten Pässe. Da erreicht Huseinbasic einen Wert von 4,64 pro 90 Minuten. Damit spielt er weniger progressive Pässe als Krauß. Für einen spielstarken Mittelfeldspieler sicherlich zu wenig. Insgesamt verlief diese Saison mehr als nur enttäuschend für den gebürtigen Erbacher. 16 Einsätze stehen zu Buche. In der Rückrunde kommt er auf gerade einmal 73 Einsatzminuten. Nur selten konnte er seine Leistungen aus seiner Anfangszeit in Köln bestätigen und spielte unter Wagner keine Rolle mehr. Folglich ist der Wechsel zum SC Braga die logische Konsequenz.
Wenn man den Statistiken vertraut, kann man sich berechtigte Hoffnung machen, dass Krauß den Abgang von Martel kompensieren kann und vielleicht sogar eine spielerische Qualität mitbringt, die Martel so oft vermissen ließ. Der FC wird im Sommer nichtsdestotrotz nach Verstärkungen im Mittelfeldzentrum Ausschau halten. Welchen Spielertyp die Verantwortlichen also schließlich an Land ziehen werden, wird sich zeigen.