Die letzte Chance vs Abstieg – die Szenarien des 32. Spieltags

 1. FC Köln: So ist die Ausgangslage vor dem 32. Spieltag
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Die letzte Chance vs Abstieg – die Szenarien des 32. Spieltags

Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den 1. FSV Mainz ist der 1. FC Köln dem Abstieg wieder ein Stück näher gekommen. Doch abgestiegen sind die Geißböcke noch nicht. Das kann frühestens am Sonntag passieren, muss es aber selbst bei einer Niederlage gegen Freiburg nicht.

Nach dem 1:1 beim 1. FSV Mainz ließen sich die Kölner Spieler enttäuscht auf den Rasen fallen. Ein Sieg wäre möglich gewesen. Der Abstieg ist trotz des verpassten Dreiers aber noch nicht besiegelt für den 1. FC Köln: So ist die Ausgangslage vor dem 32. Spieltag.

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Der Erfolg der Bochumer am Freitag gegen Hoffenheim, die Dreier von Wolfsburg und Bremen gegen Freiburg und Augsburg – das vergangene Wochenende lief wahrlich nicht rund für den 1. FC Köln. Die vor dem Spiel vorgegebene Marschroute der Kölner vom überlebenswichtigen Sieg wurde ebenfalls nicht eingehalten. Der Druck vor dem Spiel gegen Mainz hatte an Freitag und Samstag schon empfindlich zugenommen, nach dem 1:1 bei den Rheinhessen ist er noch einmal gestiegen. Die Kölner stehen mit mehr als einem Bein in der 2. Bundesliga. Und das, obwohl die Geißböcke eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem 0:2 gegen Darmstadt auf den Platz brachten und sichtbar den Abstiegskampf angenommen haben. Doch das mit großer Wahrscheinlichkeit zu spät.

Die Ausgangslage nach 31 Spieltagen ist für den FC bekanntlich eine besonders bittere, eine extrem bedrohliche, aber auch eine recht klare. Schon an diesem Wochenende kann alles vorbei, der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte besiegelt sein. Der Rückstand auf Mainz beträgt fünf Zähler, der auf Bochum und Union Berlin jeweils sieben. In der Theorie ist auch Borussia Mönchengladbach mit neun Punkten Vorsprung in der Reichweite der Geißböcke. Allerdings gibt es genau diese neun Zähler auch nur noch zu holen. Kein anderes Team mischt aus Kölner Sicht noch im Rennen um den Relegationsplatz mit. Tatsächlich beträgt der aktuelle Vorsprung der Wölfe auf Rang 16 sechs, der von Bremen und Heidenheim neun Punkte. Diese Teams könnte Mainz – zumindest in der Theorie – noch abfangen.

Für den FC bringt der Samstagnachmittag noch wenig Aufschluss über die relevante Tabellenregion. Das ändert sich am Samstagabend mit dem eigenen Spiel gegen Freiburg, vor allem aber mit den Begegnungen am Sonntag von Mainz, Bochum und Union. Gewinnt Mainz am Sonntag nicht in Heidenheim, ist für die Kölner unabhängig vom eigenen Ergebnis weiterhin alles möglich – je nach Ausgang des Heimspiels gegen die Streich-Elf allerdings nur noch in der Theorie. Sollte Köln ebenfalls nicht gewinnen, betrüge der Abstand zu Mainz fünf oder vier Zähler, bei sechs zu holenden Punkten. Gewinnt Köln und Mainz punktet nicht dreifach, erhöht sich die Chancen auf den Relegationsplatz schlagartig. Dann beträgt der Rückstand auf Rang 16 nur noch zwei oder drei Punkte. Auf der anderen Seite: Wenn der FC am Samstagabend gewinnt, können die Kölner an diesem Wochenende noch nicht absteigen.

Selbst bei einem Unentschieden gibt es durch die Spieltags-Konstellation mit dem direkten Duell zwischen Union Berlin und dem VfL Bochum nur ein Szenario, in dem der FC als Absteiger feststehen würde. Gewinnt Mainz in Heidenheim hätten die Rheinhessen 31 Zähler, der FC nur 24. Mainz wäre für Köln bei sechs zu holenden Punkten unerreichbar. Sollte es aber im direkten Duell zwischen Bochum und Union Berlin einen Sieger geben, befände sich der Verlierer mit 30 Punkten zumindest in der Theorie noch in Reichweite. Das wäre natürlich nicht mehr als ein sehr dünner und winzig kleiner Strohhalm.

Selbst wenn der FC verliert, ist noch nicht alles vorbei. Auch das aber nur noch in der Theorie. Dann darf Mainz auf keinen Fall in Heidenheim gewinnen. Spielen die Rheinhessen beim Aufsteiger unentschieden, beträgt der Abstand sechs Zähler. Gewinnt Mainz steht der siebte Abstieg der Kölner fest.


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Ohne Mark Uth in die Vorbereitung auf Freiburg

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Ohne Mark Uth in die Vorbereitung auf Freiburg

Der 1. FC Köln ist am Mittwochvormittag in die Vorbereitung auf die Begegnung gegen den SC Freiburg am Samstag (18.30 Uhr) gestartet. Mark Uth fiel krankheitsbedingt aus, Justin Diehl arbeitet weiter mit der Mannschaft.

Vor den Augen zahlreicher Fans hat der FC im Franz-Kremer-Stadion das Training vor dem nächsten Heimspiel aufgenommen. Ohne Mark Uth startet der FC in die Freiburg-Vorbereitung.

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Bei sommerlichen Temperaturen hat es am Feiertag zahlreiche Fans ins Franz-Kremer-Stadion zum Trainingsstart der Vorbereitung auf das kommende Heimspiel der Geißböcke verschlagen. Am Samstagabend empfangen die Geißböcke den SC Freiburg. Der FC will noch die Minimalchance auf den Klassenerhalt nutzen. Nicht mit dabei war Mark Uth. Der Kölner Hoffnungsträger hatte sich krank abgemeldet. Der Einsatz am Samstag ist aktuell noch offen. Doch nur zwei Wochen nach seinem Comeback gegen Darmstadt droht bereits der nächste Ausfall. Gerade Uth hatte nach seiner Einwechslung im Duell gegen Mainz das Offensivspiel noch einmal angekurbelt.

Justin Diehl ein Kandidat für den Kader

Auch Dejan Ljubicic und Leart Pacarada fehlen weiterhin erkrankt. Immerhin arbeitete der Österreicher aber schon wieder individuell. Zudem fallen weiterhin die Langzeitverletzten Davie Selke (Mittelfußbruch) und Luca Kilian (Kreuzbandriss) aus. Beide hatten das Spiel gegen Mainz aber im Stadion der Rheinhessen verfolgt. Nachdem ein Platz im Kader in der vergangenen Woche für Justin Diehl noch zu früh kam, könnte der Offensivspieler am Samstag wieder dazustoßen. Der 19-Jährige trainiert nach der überstandenen Muskelverletzung wieder mit der Mannschaft. Luca Waldschmidt schob sogar eine Elfmeter-Einheit ein.

Trotz des verpassten Dreiers in Mainz haben die Kölner eine Minimalchance auf den Klassenerhalt. Bei fünf Zählern Rückstand auf Platz 16 müssen dazu aber unbedingt drei Siege in den verbleibenden drei Spielen her. Zwar ist das Restprogramm mit den Begegnungen gegen Freiburg, Union Berlin und den 1. FC Heidenheim auf dem Papier ein machbares, für eine Mannschaft, die in den bisherigen 31 Spielen genau vier Siege eingefahren hat, scheint die Quote dann doch extrem hoch.


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Jonas Hector: „Deswegen sehe ich mich nicht in der Verantwortung“

Das sagt Jonas Hector zur Krise beim 1. FC Köln.
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Jonas Hector: „Deswegen sehe ich mich nicht in der Verantwortung“

Das 1:1 des 1. FC Köln beim 1. FSV Mainz verfolgte Jonas Hector am vergangenen Sonntag nicht in Gänze. Während des Duells saßen Hector und Fabian Köster mit ihrem Podcast auf der Bühne. In der aktuellen Folge von „Schlag und fertig“ äußerte sich Hector aber natürlich auch zum FC und der aktuellen Lage.

In der neuen Folge von „Schlag und fertig“ spricht der ehemalige Kapitän der Kölner auch über die Geißböcke. Das sagt Jonas Hector zur Krise beim 1. FC Köln.

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Im Bürgerzentrum in Ehrenfeld traten Fabian Köster und Jonas Hector mit ihrem Podcast „Schlag und fertig“ am Sonntag erstmals vor Publikum auf. Da das Spiel des 1. FC Köln beim 1. FSV Mainz zeitgleich stattfand, wurde auf die Begegnung nur wenig Bezug genommen. Die Situation der Geißböcke war aber sehr wohl ein Thema. Auch, weil sie von einem Talkgast angesprochen wurde. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, saß eine gute halbe Stunde mit auf der Bühne und sorgte für einige unterhaltsame Momente.

Jonas Hector: „Es gibt Leute, die solche Situationen lösen müssen“

Unter anderem wollte Roth wissen, wie eine Mannschaft wie Stuttgart in der vergangenen Spielzeit noch gegen den Abstiegs und nun um die Königsklasse spielen könne. „Manchmal ist es die Konstellation zwischen Mannschaft und Trainer“, erklärte Hector. „Wenn es passend ist, so wie gerade in Stuttgart anscheinend, plus gute Transfers, die genau in das System hereinpassen, das der Trainer hergibt, dann entwickeln sich da etwas.“ Der ehemalige Nationalspieler verwies auf das ähnliche Szenario beim FC, als die Kölner ebenfalls die Relegation überstanden und es im folgenden Jahr in die Conference League schafften. Das Spiel gegen Wolfsburg sei für Hector das einzige Mal gewesen, dass „bei einer Niederlage gejubelt wurde. „Ich habe das gar nicht realisiert. Erst als zwei, drei an mir vorbeigesprintet sind, dämmerte es mir.“

Roth wollte von Hector auch wissen, ob er sich für die aktuelle Kölner Krise in irgendeiner Form mitverantwortlich fühle. „Nein, ganz und gar nicht. Dafür gibt es ja Leute, die genau solche Situationen lösen müssen, wenn jemand aufhört oder wechselt. Leute, die versuchen, solche Personen zu ersetzen“, sagte Hector. Christian Keller hatte erst vor gut zehn Tagen noch einmal erklärt, dass es ihm nicht gelungen sei, Jonas Hector und Ellyes Skhiri adäquat zu ersetzen. Auch dafür wird der Sportdirektor der Kölner von den Fans heftig kritisiert. „Es ist ja nicht so, dass ich Anfang Juli gesagt habe, ich höre auf und es kam überraschend. Das war nicht der Fall. Deswegen sehe ich mich nicht in der Verantwortung.“


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Sechs Leihspieler – wer kann dem FC weiterhelfen?

Diese Leihspieler können dem FC weiterhelfen
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Sechs Leihspieler – wer kann dem FC weiterhelfen?

Durch die Transfersperre und mögliche Abgänge im Abstiegsfall wird der 1. FC Köln notgedrungen auf die Rückkehr seiner Leihspieler im Sommer angewiesen sein. Doch nicht alle werden in der kommenden Spielzeit auch für den FC spielen. Wer hat Chancen, wer nicht?

So lange der FC noch die Chance auf den Klassenerhalt hat, werden die Kölner Verantwortlichen die Hoffnung haben, den Kader für die kommende Spielzeit beisammen zu halten. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die aktuellen Leihspieler. So oder so – nicht alle werden zum FC zurückkehren. Diese Leihspieler können dem FC weiterhelfen.

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Als der FC vor wenigen Wochen die Vertragsverlängerung von Philipp Pentke publik machte, kochte eine Personalie auf. Mehr als es den Kölner Verantwortlichen wohl lieb war. Denn die Geißböcke hatten mitten im Abstiegskampf einen Nebenschauplatz eröffnet, den sie lieber geschlossen gehalten hätten. Die Diskussion um einen möglichen Abschied von Marvin Schwäbe wurde plötzlich ein Thema, inklusive der Rückkehr von Jonas Urbig. Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung, hatte auf die Diskussion herzlich wenig Lust und bemerkte, dass im Sommer alle Leihspieler erst einmal zurückkommen und der FC die Situation um die Spieler dann neu bewerten würde. Noch im Winter hatte Christian Keller wenige Tage nach der Bestätigung der Transfersperre beteuert, dass man auf die Leihspieler im Sommer angewiesen sei. Doch nicht alle werden beim FC eine weitere Chance erhalten.

Urbig wird sicherlich wichtige Rolle spielen

Jonas Urbig: Ausgerechnet dem bislang überragenden Keeper unterlief am vergangenen Spieltag ein folgenschwerer Patzer. Der Torhüter passte im Duell gegen Wehen Wiesbaden ohne Not den Ball in den Lauf von Nikolas Agrafiotis, der zum 2:0 für den Abstiegskandidaten einschob. Doch Fürth sammelte sich und setzte sich am Ende verdient 5:3 durch – zum Glück für Urbig. Dabei spielt der Euskirchener eine überragende Runde beim Kleeblatt, ist einer der besten Keeper der 2. Bundesliga, sein Marktwert wird von dem Online-Portal transfermarkt.de auf vier Millionen Euro geschätzt. Er ist demnach der wertvollste Keeper der zweiten Spielklasse. Dass Urbig somit fester Bestandteil des Kölner Kaders sein sollte, ist klar. Die Position indes noch nicht. Urbig wird Ansprüche anmelden. Ob Marvin Schwäbe in Köln bleibt, ist angesichts der Tabellensituation eher unwahrscheinlich. Urbig also eine potenzielle Nummer eins.

Tim Lemperle: Auch der Stürmer hat einen Stammplatz beim Kleeblatt. Der Angreifer fiel in der aktuellen Saison in zwei Spielen verletzt aus, stand sonst immer auf dem Platz, in aller Regel von Beginn an. Angesichts der Kölner Sturmflaute können die Geißböcke gefühlt jede Offensivkraft dringend gebrauchen. Allerdings ist es mit der Torgefahr auch bei Lemperle weiterhin so eine Sache. Bei Fürth kommt der Stürmer in dieser Saison auf vier Tore und vier Vorlagen. Erst am vergangenen Wochenende ließ der Angreifer eine Topchance aus, als er aus drei Metern das leere Tor nicht traf. Die Qualität des 20-Jährigen ist unbestritten. Aber auch beim FC konnte sich Lemperle nie richtig durchsetzen. Ein Kaderplatz sollte dennoch möglich sein. Zumal die Situation im Sturm offen ist. Sollte der FC absteigen, drohen die Kölner Davie Selke und Mark Uth (dann beide vertragslos) und Luca Waldschmidt zu verlieren.

Marvin Obuz: Was in der 2. Bundesliga bei Holstein Kiel in der vergangenen Spielzeit nicht gelingen wollte, scheint nun in Liga drei der Fall zu sein. Bei Rot-Weiss Essen ist das Kölner Eigengewächs einer der Erfolgsgaranten. Der Offensivspieler hat mit seinen 14 Vorlagen und sieben Toren maßgeblichen Anteil am Erfolg des Traditionsvereins. RWE hat noch immer eine realistische Chance auf den Relegationsplatz. Nicht umsonst würden die Essener den Offensivspieler gerne behalten. Obuz betonte dagegen, dass er bereit sei, den nächsten Schritt zu gehen. Das könnte tatsächlich in Köln der Fall werden. Allerdings ist der Sprung von RWE zum FC selbst in der aktuellen Lage noch ein großer und ähnlich wie Lemperle konnte sich auch Obuz beim FC zuvor nicht durchsetzen. Aktuell kuriert der Offensivspieler eine Muskelverletzung aus.

Dickes Brett für Nikola Soldo

Mathias Olesen: Beim FC hält man nach wie vor große Stücke auf den Mittelfeldspieler. Olesen hat den Durchbruch bei den Kölnern aber nie so recht geschafft. Und das, obwohl Steffen Baumgart ein großer Befürworter des Luxemburgers war. Beim Schweizer Erstligisten Yverdon Sport kommt der 23-Jährige regelmäßig zum Einsatz, meistens auch in der Startelf (7/12). Überragend sind die Leistungen des Nationalspielers Luxemburgs aber nicht. Seine Rückkehr in den Kölner Kader wird wohl auch mit der Zukunft von Spielern wie Dejan Ljubicic zusammenhängen.

Maxi Schmid: Der Angreifer erlebte in Kerkrade einen Einstand nach Maß, erarbeitete sich mit einigen Torvorlagen und Toren einen Stammplatz. Zuletzt kam der 21-Jährige aber immer seltener über die Rolle des Jokers hinaus. Zuletzt spielte Schmid gar nicht mehr. In den 32 Begegnungen für Roda erzielte der Stürmer immerhin sechs Tore und bereitete drei weitere vor. Ob er sich so einen Platz im Kader erspielt, ist aber eher unwahrscheinlich.

Nikola Soldo: Beim FC erhielt der Innenverteidiger schon keine Chance mehr, beim 1. FC Kaiserslautern ist er aktuell komplett außen vor. Seit zehn Spielen stand Soldo nicht mehr im Kader der Pfälzer. Es fehlt aktuell jegliche Fantasie, wie Soldo noch einmal beim FC unterkommen kann. Dabei wären die Chancen, sich für mehr zu empfehlen, möglicherweise gar nicht so gering. Im Falle des Abstiegs besitzen beide Stamm-Innenverteidiger Jeff Chabot und Timo Hübers eine Ausstiegsklausen. Im Worst-Case-Szenario würden also beide den Verein verlassen. Mit Luca Kilian, Dominique Heintz und Elias Bakatukanda hat der FC drei etatmäßige Innenverteidiger im Kader.


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FC verliert U19-Nationalspieler an Greuther Fürth

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FC verliert U19-Nationalspieler an Greuther Fürth

Es hatte sich bereits angedeutet, nun ist es offiziell. Matti Wagner verlässt den 1. FC Köln im Sommer und wechselt ablösefrei zu Greuther Fürth.

Schon in den vergangenen Wochen machte die Nachricht die Runde. Nun ist es auch offiziell: Matti Wagner wechselt nach Greuther Fürth. Der Linksverteidiger hat beim Kleeblatt einen Profivertrag bis 2027 unterschrieben.

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Dass Greuther Fürth ein gutes Pflaster für die Kölner Hoffnungsträger ist, beweisen aktuell Jonas Urbig und Tim Lemperle, die ans Kleeblatt ausgeliehen sind und im Sommer zum FC zurückkehren werden. Beide gehören bei der Spielvereinigung zum Stammpersonal. Dafür wechselt im Sommer ein weiteres Kölner Talent nach Fürth. Matti Wagner hat beim Kleeblatt einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben. Für den 18-Jährigen ist es der erste Profivertrag. Wagner spielt seit seinem elften Lebensjahr für den FC, gewann im Vorjahr mit Max Finkgräfe, Damion Downs und Co. den DFB-Pokal der A-Junioren. „Natürlich geht ein Wunsch für mich in Erfüllung, jetzt meinen ersten Profivertrag unterschrieben zu haben. Als ich vom Interesse der Spielvereinigung gehört habe, musste ich nicht lange überlegen“, sagte Wagner.

Wagner: „Musste nicht lange überlegen“

In dieser Spielzeit war der Linksverteidiger zunächst fester Bestandteil der U19 der Geißböcke, kam aber in der Rückrunde bei der U21 in der Regionalliga West zum Einsatz. „Matti ist einer der besten deutschen Linksverteidiger seines Jahrgangs. Für uns war klar, dass wir auf dieser Position neben unseren erfahrenen Spielern einen jungen haben wollen, der hungrig ist“ sagte Rachid Azzouzi, Geschäftsführer von Greuther Fürth. „Wenn er zu uns kommt, wird er schon eine Halbserie im Herrenfußball in der Regionalliga absolviert haben, da hoffen wir natürlich, dass er das Niveau schnell adaptieren kann. Wir freuen uns, dass sich einmal mehr ein deutscher U-Nationalspieler für den Weg hier gemeinsam mit uns entschieden hat.“

Die Entwicklungschance sieht auch der Kölner Youngster: „Der Verein steht für die Ausbildung junger Spieler. Tim und Jonas sind da natürlich gerade die besten Beispiele und diese Chance sehe ich auch für mich“, sagte Wagner. „Ich freue mich schon, im Sommer dann zu meiner neuen Mannschaft zu stoßen und drücke dem Kleeblatt natürlich jetzt schon die Daumen für einen erfolgreichen Saisonendspurt.“ Die Kölner Verantwortlichen haben Wagner den Sprung zu den Profis ebenso zugetraut, hätten den 18-Jährigen wohl gerne behalten. Doch die Position füllt aktuell Max Finkgräfe aus, dahinter lauert mit Leart Pacarada ein Routinier. Da der Vertrag des 18-Jährigen im Sommer ausläuft, wechselt Wagner ablösefrei.

Ob Wagner in Fürth aber überhaupt auf der linken Verteidigerposition zum Einsatz kommt, ist offen. „Matti kennt sowohl die klassische Linksverteidigerposition, die er in Köln spielt, aber genauso die linke Außenbahn in einem Dreierketten-System von der Nationalmannschaft, das macht ihn natürlich sehr interessant“, sagte Fürth-Trainer Alexander Zorniger. Insgesamt 31 Partien hat der 18-Jährige in der A-Junioren Bundesliga-West für den FC absolviert, dazu kommen zehn Spiele in der Regionalliga West. Aktuell ist Wagner auch U19-Nationalspieler.


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Chance erhalten – Chance genutzt?

Benno Schmitz überzeugt gegen Mainz
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Chance erhalten – Chance genutzt?

Zum ersten Mal seit der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen stand Benno Schmitz am Sonntag wieder in der Startelf des 1. FC Köln. Der Rechtsverteidiger war einer der besten Kölner Feldspieler.

Mit ein wenig mehr Glück und Präzision wäre Benno Schmitz am Sonntag der zweite Saisontreffer gelungen. Überhaupt erwischte der 29-Jährige einen guten Tag. Benno Schmitz überzeugt gegen Mainz.

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Das Experiment dauerte vier Wochen. Vier Spiele stand Jan Thielmann als Rechtsverteidiger beim 1. FC Köln in der Startelf. Im Duell gegen den 1. FSV Mainz 05 rotierte der etatmäßige Offensivspieler wieder in seine gewohnten Gefilde. Ob das Experiment als gescheitert empfunden wurde, ist offen. Doch Timo Schultz versprach sich von Thielmann offenbar mehr Offensivkraft. Zwar konnte der 21-Jährige am Sonntagabend nicht wirklich überzeugen, dennoch spricht viel dafür, dass das Kölner Eigengewächs auch im Saisonfinale eher mit der Vorwärtsbewegung beschäftigt sein wird. Durch die personelle Umstellung wurde aber auch wieder eine Position in der Viererkette frei. Und die ging an den Routinier.

Schmitz nimmt Mwene aus dem Spiel

Benno Schmitz stand zum ersten Mal seit Mitte Februar, dem 0:1 gegen Werder Bremen wieder in der Anfangsformation. Und die Formkurve des Kölner Routiniers zeigt eindeutig nach oben. Schon gegen den VfL Bochum bereitete der Rechtsverteidiger das entscheidende 2:1 durch Luca Waldschmidt vor. Und das, obwohl Schmitz in den fünf Spielen zuvor gerade einmal auf neun Minuten und auch gegen Bochum nur auf sechs Minuten Einsatzzeit kam. Lange hatte der Kölner Coach Schmitz, dessen Vertrag noch immer nicht verlängert ist, den jungen Rasmus Carstensen vor die Nase gesetzt. Als der aber wiederum ebenfalls nicht überzeugen konnte, setzte Schultz dann auf die doch etwas überraschende Variante mit Thielmann. Nun stand Schmitz wieder in der Startelf – zum 13. Mal in dieser Saison.

Und der Rechtsverteidiger machte seine Sache gut. Schmitz hielt seine Seite in der Defensive dich, ließ kaum einen Mainzer Angriff zu. Vor allem Philipp Mwene fand auch wegen Schmitz nicht in die Begegnung. Am Gegentor konnte der 29-Jährige ebenfalls nur wenig ausrichten. In der Offensive kam Schmitz nach einem starken Sololauf von Linton Maina zum Abschluss, traf aber nur Mainz-Keeper Robin Zentner, dafür legte er einen Ball auf Max Finkgräfe ab, der genauso knapp verpasste wie der dahinter lauernde Mark Uth. Unterm Strich gehörte Benno Schmitz zu den besten Kölner Feldspielern und dürfte eine Bewerbung für das kommende Spiel gegen den SC Freiburg abgegeben haben. Das war in der Spielzeit nicht immer so. Auch der 29-Jährige blieb in der Saison meist hinter den Erwartungen zurück.

Ob Schmitz auch in der kommenden Saison für den FC aufläuft, liegt wohl auch an der Entscheidung des Spielers. Das Angebot liegt bekanntlich vor, angenommen hat es Schmitz anscheinend noch nicht. Sollte sich der Routinier gegen den FC entscheiden, müsste Köln die Kaufoption bei Carstensen ziehen und das Experiment Jan Thielmann als Rechtsverteidiger würde neues Futter bekommen.


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Kommentar: Der FC hat den Kampf angenommen, nur leider zu spät

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Kommentar: Der FC hat den Kampf angenommen, nur leider zu spät

Beim 1:1 gegen den 1. FSV Mainz hat der FC endlich den Abstiegskampf angenommen, mit Leistung, Willen und Leidenschaft überzeugt. Das macht Hoffnung. Die Tabelle nicht. Das Aufbäumen kommt mit viel zu großer Wahrscheinlichkeit zu spät. Ein Kommentar.

Nur hauchdünn haben die Kölner am Sonntagabend den erhofften Sieg und damit den Befreiungsschlag verpasst. Unterm Strich bleibt ein einziger Punkt, aber eine Leistung, die Mut macht. Aber reicht das noch? Wohl nicht. Der Kampf wurde endlich angenommen, nur leider zu spät. Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln gegen Mainz.

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Vor dem Duell gegen den 1. FSV Mainz 05 gab es rund um das Geißbockheim nur eine Meinung: der FC muss das Duell beim direkten Konkurrenten gewinnen, sonst wird es nichts mehr mit dem Klassenerhalt. Der FC hat nicht gewonnen. Doch obwohl so ziemlich jeder andere Konkurrent an diesem Wochenende auch noch gegen die Kölner punktete, ist sie nach dem 1:1 eben doch noch da. Die Chance auf den Relegationspunkt, wenn auch eine Minimal-Chance. Oder wie es FC-Profi Mark Uth sagte, der FC „lebt noch“. Die Betonung sollte dabei durchaus auf „noch“ liegen. Denn, dass die Kölner es bei noch neun zu vergebenen Punkten schaffen, fünf Zähler auf Mainz aufzuholen, ist trotz des schwachen Auftritts der Rheinhessen gegen die Geißböcke schon sehr unwahrscheinlich. Mainz spielt noch in Heidenheim und Wolfsburg sowie zu Hause gegen den BVB. Die sieben Punkte Rückstand auf Bochum und Union Berlin sind mehr als ein Brett.

Der FC befindet sich eben nicht auf Augenhöhe

Dabei ist es noch nicht einmal der reine Tabellenstand kurz vor dem Ziel, der die Chance auf den Klassenerhalt der Kölner bis auf ein Minimum reduziert. Es ist ein Konglomerat aus erschreckend schwachen Leistungen der Mannschaft, rätselhaften Formtiefs einzelner, aber vieler Spieler und für den Großteil der Laien unverständlichen Entscheidungen bei der Kaderzusammenstellung der Kölner Verantwortlichen. Der FC hat in dieser Saison auf allen Ebenen ein erschreckendes Bild abgegeben – und das über nahezu die gesamte Saison. Der immer wiederkehrende Begriff der Augenhöhe kann angesichts des Saisonverlaufs nur mit einem Kopfschütteln quittiert werden. Der FC befindet sich mit dem Großteil der Liga eben nicht auf Augenhöhe.

Und auch wenn es hart klingt: Dass der FC selbst nach den beiden ausgerufenen, aber nicht gewonnenen Finalspielen mit 24 Toren, 23 Punkten und vier Saisonsiegen drei Spieltage vor dem Saisonfinale noch die theoretische Chance auf die Relegation hat, spricht nicht für die Qualität der Konkurrenz. Dabei war das 1:1 gegen Mainz durchaus ein Mutmacher. Köln hat das Spiel in der Tat über weite Strecken dominiert, war gerade in der Schlussphase die bessere Mannschaft und sehr nahe am so wichtigen Sieg. Vor allem aber haben Eric Martel, Denis Huseinbasic und Co. die Zweikämpfe von der ersten Minute an sich in jeden Ball geworfen, die Zweikämpfe gesucht und viele auch gewonnen. Gegen die Rheinhessen haben sich die Geißböcke gegen die drohende Niederlage gestemmt, möglicherweise zum ersten Mal in dieser Spielzeit wirklichen Abstiegskampf gezeigt und das mit all seinen Emotionen.

Das Aufbäumen kommt wohl zu spät

Ja, der FC lebt, wie Mark Uth es sagte. Doch es bleibt das „noch“. Denn die Leistung gegen Mainz wirft auch Fragen auf. Warum erst jetzt? Wo war die Leidenschaft, dieser Wille gegen Mannschaften wir Darmstadt und ja, auch gegen Bochum? Das Spiel macht sicher Hoffnung auf mehr. Doch es bleiben die Zweifel, ob der aktuelle FC in der Lage ist, mehrere Male hintereinander ähnlich engagierte Leistungen abzurufen. Es bleibt die Frage, wer denn die Tore für einen Sieg schießen soll. Vor allem bleibt aber eine bittere Erkenntnis. Selbst wenn die Mannschaft nun den Schlüssel zum Abstiegskampf gefunden hat, das Aufbäumen kommt mir viel zu großer Wahrscheinlichkeit zu spät.


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Vorstand stärkt der Geschäftsführung den Rücken

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Vorstand stärkt der Geschäftsführung den Rücken

Am Tag nach dem 1:1-Unentschieden gegen den 1. FSV Mainz hat sich FC-Präsident Werner Wolf zu Wort gemeldet. Der FC-Präsident erklärte, dass man auch in der kommenden Saison weiter arbeiten wolle und der Geschäftsführung vertraue.

In einem auf der Homepage des FC veröffentlichten Interview äußert sich Werner Wolf, Präsident des 1. FC Köln: Der Vorstand stärkt der Geschäftsführung den Rücken. Gerade Christian Keller war zunehmend in die Kritik geraten.

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Nach der bitteren 0:2-Pleite gegen den SV Darmstadt entlud sich der Ärger der Fans und Christian Keller bekam ihn zu hören. Lautstark forderten zahlreiche Anhänger den Rauswurf des Kölner Geschäftsführers. Am Tag nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz, das den Abstieg noch ein Stück näher gebracht hat, äußerte sich nun Werner Wolf in einem vom Verein geführten Interview. „„Wir werden den Rufen nach Rücktritten und Entlassungen nicht nachgeben. Das wäre ein Rückfall in die Mechanismen, die seit ganz vielen Jahren verhindern, dass der FC nachhaltig wächst. Wir sind nicht bereit, diese Überzeugung zu opfern, nur um in Medien und Öffentlichkeit kurzfristigen Zuspruch zu erfahren“, sagte der FC-Präsident. Nicht wenige Fans hatten auch einen Rücktritt des Vorstands gefordert.

Vorstand steht zu „100 Prozent hinter der Geschäftsführung“

Wolf erklärte weiter, man wolle „den Teufelskreis opportunistischer Maßnahmen der vergangenen rund 35 Jahre durchbrechen“. Und weiter: „Unsere Aufgabe ist es, Emotionen auszuhalten und uns der Kritik zu stellen. Wir sind angetreten, um einen neuen FC zu bauen, einen unabhängigen, einen nachhaltigen, einen stabilen, einen erfolgreichen FC. Das ist eine große Herausforderung. Wer sich ihr stellt, macht Fehler und erlebt Rückschläge“, sagte der 67-Jährige. Die finanzielle Gesundung des Vereins sei „auf Lasten der sportlichen Stabilität gegangen“. Wolf lobte explizit die Arbeit seines Sportdirektors und sprach davon, dass der Abstieg noch immer zu verhindern sei.

Der Vorstand stehe „zu 100 Prozent hinter der Geschäftsführung, weil er auch die Rahmenbedingungen sieht, unter denen Entscheidungen getroffen werden mussten. Gerade die intensive Aufarbeitung der Fehler, die selbstkritische, transparente Analyse der Situation, aber vor allem die Fortschritte in nahezu allen anderen Bereichen des FC überzeugen uns, an der Zusammenarbeit festzuhalten“, so Wolf und weiter: „Genau in diesen schwierigen Situationen wie jetzt gilt es, dranzubleiben und die langfristige Ausrichtung und Clubentwicklung in den Fokus zu stellen.“ 


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FC sucht Schuld bei sich, nicht beim Schiedsrichter – und tut gut daran

Der 1. FC Köln sucht die Schuld bei sich.
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FC sucht Schuld bei sich, nicht beim Schiedsrichter – und tut gut daran

Beim 1:1-Unentschieden gegen Mainz lief viel gegen den FC. Auch einige Schiedsrichter-Entscheidungen waren mindestens unglücklich. Das wollten die Kölner Verantwortlichen aber nicht als Ausrede gelten lassen.

Ein gutes Spiel abgeliefert, am Ende aber nur einen Punkt eingefahren. Zu wenig für den FC. Dabei war das Momentum nicht gerade auf Kölner Seite. Der Rückstand, der verschossene Elfmeter und einige Schiedsrichterentscheidungen gegen den FC. Aber: Der 1. FC Köln sucht die Schuld bei sich.

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Jeff Chabot wollte oder konnte nicht mehr an sich halten. Der Kölner Innenverteidiger hatte Jonathan Burkardt bei einem Luftduell im Ringer-Style zu Boden geworfen, den Freistoß-Pfiff kassiert und sich danach dermaßen aufgeregt, dass man sich kurzfristig Sorgen um Schiedsrichter Benjamin Brand, mindestens aber um den Ball machen musste. Chabot war außer sich. Dabei hatte seine Hand tatsächlich nichts im Gesicht des Mainzer Angreifers zu suchen. Der Pfiff war berechtigt, die anschließende Gelbe Karte ebenso. Vermutlich wird sich der Abwehrspieler gar nicht so sehr über den Pfiff aufgeregt haben, vielmehr über die Aktion keine 60 Sekunden zuvor. Anthony Caci hatte den Tempo aufnehmenden Max Finkgräfe im Mittelfeld von den Beinen geholt – ein taktisches Foul, das eigentlich eine Gelbe Karte mit sich bringt.

Nicht die einzige fragwürdige Entscheidung

Caci war bereits verwarnt, hätte wohl eigentlich vom Platz gemusst. Doch Schiedsrichter Brand wertete die Situation anders. Caci ging nur wenige Sekunden später vom Feld, allerdings erkannte Mainz-Trainer Bo Henriksen die Notlage und wechselte den Franzosen aus. Für weiteren Unmut sorgte der Schiedsrichter bei vielen Fans als er sich die Videobilder nach dem harten Einsteigen von Mainz-Keeper Zentner gegen Sargis Adamyan noch einmal in der Review-Area ansah. Selbst, wenn es sich nicht um einen ganz klaren Elfmeter gehandelt hätte, eine klare Fehlentscheidung war es aber definitiv auch nicht. Der Videoassistent hätte gar nicht eingreifen dürfen. Kurz vor Spielende hätten sich die Kölner aber ein Eingreifen gewünscht, als Leandro Barreiro einen Kopfball von Mark Uth mit dem nicht anliegenden Arm abfälschte. Einen dritten Elfmeter gab Brand in der letzten Sekunde nicht mehr.

Gerade die letzte Aktion hätte dem FC den so dringend benötigten Sieg bescheren können, ein früherer Platzverweis dem Spiel eine andere Wendung. Dementsprechend wütend reagierten die Kölner Spieler und Verantwortlichen auf die jeweiligen Szenen. Sowohl Thomas Kessler als auch Timo Schultz waren sichtbar aufgebracht, Chabot war außer sich. Dabei hatte der Kölner Abwehrchef bei seiner Aktion gegen Burkardt, die der 26-Jährige noch mit ein paar eindringlichen Worten gegen Gegenspieler und Schiedsrichter garnierte, Glück, nicht ebenfalls die doppelte Verwarnung innerhalb von wenigen Sekunden zu bekommen. Auch der bereits verwarnte Mark Uth beging im Mittelfeld ein taktisches Foul und kam mit einer letzten Verwarnung davon. Die Rote Karte gegen Philipp Mwene in der Nachspielzeit war zudem extrem hart.

Keller: „Wir müssen uns immer an die eigene Nase fassen“

Und doch überwog das Gefühl der vermeintlichen Fehlentscheidungen gegen den FC. Den verpassten Sieg wollten die Kölner aber sich nicht am Unparteiischen festmachen. „Wir müssen uns immer an die eigene Nase fassen. Das einzige, was wir beeinflussen können, ist unsere eigene Leistung“, erklärte Christian Keller. Und auch Timo Schultz fand zumindest öffentlich keine kritischen Worte: „Wir haben einen Elfmeter bekommen, den wir verschossen haben. Da sollten wir uns an die eigene Nase fassen und nicht beim Schiedsrichter nachkarten“, sagte der Coach. „Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können. Das ist unsere eigene Leistung. Wir sollten nicht danach schauen, was der Schiedsrichter vielleicht nicht gegeben hat.“

Und das ist auch aus sportpsychologischer Sicht eine kluge Herangehensweise. Laut dem sportpsycholgischen Experten Thorsten Loch ist es emotionsfördernd, den Grund für eine Niederlage in einer Wettkampfbenachteiligung zu suchen. „Derartige Ursachenzuschreibungen führen zu einer Verstärkung des negativen Gefühlszustands nach einer Niederlage, weil man auch noch den Eindruck von Ungerechtigkeit zu verarbeiten hat. Somit verhindert das Gefühl der Benachteiligung die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung. Vor lauter Ärger über den beispielsweise nicht gegebenen Elfmeter sind viele Spieler nicht mehr dazu in der Lage, sich auf die Korrektur der eigenen Fehler zu konzentrieren“, schreibt Loch in seinem Blog zum Thema: „Abstiegskampf – Wie Krisen funktionieren und sich lösen lassen“.

Immerhin haben die Geißböcke dennoch eine Chance auf den Klassenerhalt gewahrt. Wenn auch nur eine kleine. Der mutige und zum Teil überzeugende Auftritt sollte dem FC Selbstbewusstsein für das Spiel gegen Freiburg geben. Er kann es gut gebrauchen.


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Ein Auftritt, der Fragezeichen hinterlässt

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Ein Auftritt, der Fragezeichen hinterlässt

Gegen Bochum war Luca Waldschmidt noch der Matchwinner, gegen Mainz nun der absolute Unglücksrabe. Mit seinen kolportierten Abwanderungsgedanken hat das aber sicherlich wenig zu tun.

Gegen Bochum noch der Held, gegen Mainz plötzlich der Pechvogel. Im Heimspiel gegen den VfL erzielte der Angreifer den Last-Minute-Treffer, gegen die Rheinhessen leitete der 27-Jährige das 0:1 ein und vergab den Elfmeter zum Ausgleich. Luca Waldschmidt – vom Hoffnungsträger zum Unglücksraben.

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Es ist erst wenige Wochen her, da setzte Timo Schultz besonders große Stücke auf seinen Hoffnungsträger. Der Kölner Coach ernannte Luca Waldschmidt zu seinem Unterschiedsspieler. Für seinen Angreifer traf der Coach sogar die „unvernünftige Entscheidung“, den Offensivspieler nur wenige Tage nach seiner Genesung wieder auf den Platz zu bringen. Waldschmidt hatte sich Anfang des Jahres das Wadenbein angebrochen, gegen Augsburg gab die Wolfsburger Leihgabe an Ostern sein Comeback. Welchen Unterschied der Angreifer machen kann, zeigte er dann im Duell gegen den VfL Bochum, als er mit seinem Kopfball den Kölnern wieder eine ungeahnte Klassenerhalts-Hoffnung in letzter Minute bescherte. Gegen den VfL noch der Matchwinner, gegen Mainz nun mindestens der Unglücksrabe.

Waldschmidt: „Das tut schon sehr weh“

Denn mit seinem misslungenen Freistoß aus dem Halbfeld leitete Waldschmidt den Rückstand ein. Der Offensivspieler eilte zwar mit zurück, konnte den Schuss von Karim Onisiwo nicht verhindern, den Marvin Schwäbe dann dem Torschützen Leandro Barreiro vor die Füße legte. Auch sonst hatte Waldschmidt erstaunlich wenige gute Aktionen. Zwar forderte der 27-Jährige immer wieder den Ball, ließ sich in die eigene Hälfte fallen, um die Kugel dann auch zu verteilen, gefährliche Aktionen kreierte der Offensivspieler aber nicht. Zu allem Überfluss verschoss der ehemalige Nationalspieler den Elfmeter zum möglichen 1:1-Ausgleich. „Das tut schon sehr weh, aber das gehört dazu“, sagte Waldschmidt, der angab, sich gut gefühlt zu haben. „Ich würde den nächsten genauso wieder nehmen, aber es tut mir leid für die Mannschaft, für die Fans. Ich glaube, wenn ich den gemacht hätte, hätten wir das Spiel gewonnen.“

Tatsächlich machte der 27-Jährige beim Elfer viel richtig. Waldschmidt guckte Mainz-Keeper Zentner aus und wollte den Ball in die andere Ecke schieben. Er schob allerdings vorbei. So glich erst Florian Kainz in der Nachspielzeit aus, für Waldschmidt war nach einer guten Stunde Schluss. „Er hängt natürlich im 0:1 entscheidend mit drin mit dem unglücklich ausgeführten Freistoß, verschießt dann den Elfmeter, aber ich habe ihn mir schon nach dem Spiel geschnappt und habe gesagt, mach den Kopf hoch, mach die Brust raus“, sagte Sportdirektor Christian Keller später und wiederholte die Worte, die er zuvor an Waldschmidt gerichtet habe: „Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Heute war es für dich nicht so gut, aber vielleicht bist du nächste Woche schon der, der es für uns in die richtige Richtung dreht.“ 

Waldschmidt: „Wir zeigen, dass wir leben“

Dass er das kann, hat Waldschmidt zuletzt gegen Bochum beim 2:1 gezeigt und damit ganz offensichtlich auch bewiesen, dass der Stürmer nicht wir kolportiert, mit dem FC schon abgeschlossen habe. Diese Meinung machte in einigen Social-Media-Kommentaren nach dem 1:1 gegen Mainz die Runde. Ein Hintergrund der Kritik: Dem Vernehmen nach soll Waldschmidt den Kölner Verantwortlichen signalisiert haben, er würde nicht mit in die 2. Bundesliga gehen. Eine öffentliche Aussage des Spielers gibt es dazu nicht. Dass sich der Angreifer aufgrund eines Abschieds im Abstiegsfall aber nicht ins Zeug legt, widerspricht einer gewissen Logik. Schließlich sollte Waldschmidt doch gerade dann am Klassenerhalt der Kölner interessiert sein. Zumal der „Kicker“ berichtet, dass der VfL Wolfsburg seinem Kader ein neues Gesicht verleihen wolle. Ein Platz für Waldschmidt ist eher unwahrscheinlich. Es geht für den Siegener also auch um Eigenwerbung.

Möglich, dass die ungeklärte Situation Spuren hinterlässt, möglich, dass der Abstiegskampf weiterhin lähmt. Gegen Mainz erwischte Waldschmidt am Sonntag vielleicht aber auch einfach einen rabenschwarzen Tag. Gegen seinen Ex-Verein Freiburg kann es der Offensivspieler am kommenden Wochenende schon besser machen. Und Waldschmidt konnte dem 1:1 auch etwas Positives abgewinnen. „Wir kommen zurück, wir zeigen, dass wir leben, dass der Wille da ist, das Ding unbedingt zu drehen. Man sieht, dass wir es doch auf den Platz kriegen können“, sagte der 27-Jährige.


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