
Punktgewinn an der Alten Försterei: Der 1. FC Köln holt in einer zähen Partie dank Joker Malek El Mala ein 1:1
Vor ein paar Tagen hatte der 1. FC Köln Union Berlin im Pokal noch phasenweise an die Wand gespielt, in der Liga kamen sie nun jedoch nicht über ein Unentschieden hinaus. Mit 1:1 trennen sich die Geißböcke von den Eisernen und müssen damit weiter auf den ersten Auswärtssieg der Saison in der Bundesliga warten. Besonders in der Offensive fehlten dem FC die entscheidenden Ideen.
FC-Coach René Wagner hatte ein anderes Spiel als am Dienstag im Pokal erwartet und sollte damit Recht behalten. Nach der 5:0-Gala vor ein paar Tagen war die Partie in der Liga gegen Union Berlin deutlich enger und zäher – und blieb schlussendlich ohne einen Sieger. Mit einem 1:1 im Gepäck fahren die Geißböcke zurück in die Domstadt. Dabei erzielte Malek El Mala bei seinem Debüt direkt den wichtigen Ausgleich.

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Nur ein paar Tage nach dem berauschenden 5:0 gegen Union Berlin im Pokal traf der 1. FC Köln am Sonntagnachmittag direkt wieder auf die Eisernen – diese Mal jedoch in der Liga und in Köpenick. Auch deshalb waren für FC-Coach René Wagner die Vorzeichen im Vergleich zum vergangenen Dienstag andere. „Union wird ein Stück weit Wut im Bauch haben und sich viele Dinge vornehmen. Sie spielen zu Hause, werden mutiger mit dem Ball agieren und haben zu Hause gute Spiele gemacht, auf die sie werden aufbauen wollen. Dafür müssen wir gewappnet sein“, so der Trainer vor der Partie. Trotz der Gala im Pokal nahm der Coach daher zwei Änderungen an der Startelf vor: Sebastian Sebulonsen und Isak Johannesson ersetzten Alessio Castro-Montes und Mikey Moore. Deutlich extremer rotierte sein Gegenüber Mauro Lustrinelli.
Gleich fünf Wechsel nahm der Coach nach der deutlichen Niederlage vor. Für Matheo Raab, Leopold Querfeld, Tom Rothe, Woo-Yeong Jeong und Mekhi Gray begannen Frederik Rönnow, Marvin Friedrich, Derrick Köhn, Livan Burcu sowie Kastriot Imeri. Zumindest personell trafen die Geißböcke damit auf einen stark veränderten Gegner.
Union mit der frühen Führung – Köln ohne Ideen
Das zeigte sich in der Anfangsphase auch direkt auf dem Platz. Denn im eigenen Stadion übernahmen die Eisernen erstmal die Spielkontrolle. Und hatten daher den ersten Abschluss: Kastriot Imeris Schuss geriet aber ein Stück zu hoch (9.). Besser machte es keine zwei Minuten später Janik Haberer. Livan Burcu bot einen schönen Lauf Richtung Grundlinie an und legte von dort den Ball an den ersten Pfosten zu Tim Starke. Dieser behielt vor Marvin Schwäbe die Übersicht und legte in die Mitte zu Haberer. Der musste nur noch einschieben, weil Borna Sosa ihn aus den Augen verloren hatte.
Mit der Führung im Rücken zog sich Union mehr zurück und überließ den Geißböcken den Ball. Diese hatten aber keine Ideen, wie sie die dichte Berliner Defensive überwinden sollten. Im Gegensatz zum Pokalspiel boten die Köpenicker den Kölnern keine Lücken. Dem FC fehlte aber gleichzeitig das Tempo. So hatten die Geißböcke nach einer halben Stunde noch keinen einzigen Schuss auf den Kasten von Frederik Rönnow zu verzeichnen. Dann war plötzlich Linton Maina nach einem Kölner Befreiungsschlag frei durch, scheiterte aber am Union-Keeper und war ohnehin aus dem Abseits gestartet.
Keine Chancen für Köln – Schwäbe verhindert das 2:0
Rückenwind gab diese Aktion den Domstädtern jedoch nicht. Ein harmloser Abschluss von Sebastian Sebulonsen und ein Kopfball über das Tor nach einem Sosa-Freistoß von Marius Bülter waren noch die gefährlichsten Kölner Aktionen. Auch ein Umschaltmoment nach einer Balleroberung von Tom Krauß in der eigenen Hälfte blieb ungefährlich, weil Derrick Köhn zurück arbeitete und die Flanke per Grätsche abfing. Für Gefahr sorgten dann kurz vor der Pause nochmal die Hausherren. Joel Schmied konnte Burcu im Strafraum nicht stoppen, dessen Abschluss aus spitzem Winkel konnte Schwäbe jedoch gerade noch an die Latte lenken. Somit blieb es zur Halbzeit beim knappen Vorsprung für die Berliner gegen völlig uninspirierte Kölner, die in der Offensive alles vermissen ließen, was sie im Pokal noch so stark gemacht hatte.
Said El Mala vergibt den Ausgleich
Trotzdem kamen die Geißböcke unverändert aus der Kabine und auch das Bild blieb erstmal das Gleiche. Dem FC fehlten die Ideen, während Union mit dem 1:0 recht zufrieden war. Ein kurzes Schubsduell zwischen Paul Okon-Engstler und Imeri, für das beide Gelb sahen, war noch mit das aufregendste Ereignis. Nach knapp zehn Minuten spielte dann Maina mal Said El Mala im Strafraum frei, dessen wuchtiger Abschluss das Ziel jedoch weit verfehlte.
In der Folge versuchte Wagner mit den Einwechslungen von Castro-Montes und Moore für Impulse zu sorgen. Kurz darauf forderten jedoch einige Unioner Strafstoß, weil Ersterer Köhn mit einem resoluten Körpereinsatz im Strafraum zu Fall brachte. Das machte der Belgier aber mit fairen Mitteln, wie auch Schiedsrichter Richard Hempel fand (65.). Auf der gegenüberliegenden Seite passierte weiterhin kaum Erwähnenswertes – bis Said El Mala aus dem Nichts kurz nach der Einwechslung seines Bruders Malek die Großchance zum Ausgleich hatte. Im Anschluss an eine Ecke landete der Ball über Umwege beim 20-Jährigen, der volley völlig frei am zweiten Pfosten jedoch deutlich verzog (73.).
Malek El Mala als Edeljoker
Ausgerechnet sein Bruder zeigte aber kurz darauf bei seinem Bundesliga-Debüt, wie es besser geht. Nach einer kurzen Ecke verlängerte Castro-Montes Said El Malas Hereingabe etwas glücklich an den zweiten Pfosten, an dem Malek El Mala goldrichtig stand und den Ausgleich besorgte (79.). Etwas später kam nach einer Castro-Montes-Flanke dieses Mal Bülter zum Abschluss, dieser wurde allerdings geblockt. Auch Schmieds Versuch aus der Distanz brachte nicht die Führung, weil Rönnow auf dem Posten war (88.). In der Nachspielzeit verpassten noch Moore nach einem starken Dribbling von Said El Mala und Krauß im Anschluss an die folgende Ecke den Siegtreffer.
So blieb es schlussendlich beim Unentschieden. Für die Kölner geht es dann in einer Woche weiter. Am Sonntag (8.11., im Liveticker beim come-on-fc.com) empfängt der FC um 15:30 Uhr Bayer Leverkusen im heimischen Stadion.
1. FC Köln: Schwäbe – Sosa, Krauß, Simpson-Pusey, Schmied, Sebulonsen (61. Castro-Montes) – Okon-Engstler, Johannesson (61. Moore) – S. El Mala, Bülter, Maina (72. M. El Mala); Tore: 1:0 Haberer (11.), M. El Mala (79.)
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