Vollstes Vertrauen in Baumgart

,
Startseite » Profis » Seite 578

Vollstes Vertrauen in Baumgart

Trotz der anhaltenden Misere kann FC-Trainer Steffen Baumgart in Ruhe arbeiten. Das wird sich auch in den kommenden Spielen wohl kaum ändern. FC-Sportdirektor Christian Keller stärkte dem Kölner Coach den Rücken.

Selten hat ein Kölner Trainer in einer ähnlichen Situation beim 1. FC Köln so in Ruhe arbeiten können. Eine Trainerdiskussion gibt es aktuell nicht. Im Gegenteil: Christian Keller spricht vollstes Vertrauen in Baumgart aus.

Sieben Spiele, ein Punkt lautet die desaströse Bilanz der Geißböcke. Eine Bilanz, die nicht nur in Köln in der jüngeren Vergangenheit zu einer mittelgroßen Hektik geführt hätte. Doch aktuell ist diese rund um das Geißbockheim trotz des zehntschlechtesten Saisonstarts eines Bundesligisten nicht spürbar. Im Gegenteil. Beim FC herrscht, auch wenn der Abstiegskampf bereits ausgerufen wurde, eine angenehme Ruhe – zumindest klubintern. Und es deutet gerade nichts darauf hin, dass es sich dabei nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt.

Baumgart: „Wir gehen einen gemeinsamen Weg“

Der FC steht zweifelsohne vor stürmischen Wochen. Aber diese wird der Verein mit Steffen Baumgart angehen. Daran werden wohl auch mögliche Niederlagen gegen Gladbach und Leipzig nichts ändern. Während in Augsburg bereits der erste Trainerwechsel stattgefunden hat – Enrico Maaßen musste gehen, Jess Thorup ist gekommen – und anderorts schon heftig diskutiert wird, ist diese Maßnahme in Köln aktuell noch kein Thema. „Steffen macht hier seit mehr als zwei Jahren einen sehr sehr guten Job mit seinem Trainerteam“, sagte FC-Sportdirektor Christian Keller bei „Sky“. „Ich kann jeden Tag sehen, wie akribisch, wie fleißig, wie selbstkritisch und wie reflektiert hier gearbeitet wird.“ Die Worte klingen nicht nach den üblichen Treueschwüren, die bereits nach wenigen Tagen umschlagen. Sie klingen nach purem Vertrauen. Keller ist der festen Überzeugung, dass Baumgart den Weg aus der Krise findet.

Dabei greifen bereits die ersten obligatorischen Abstiegs-Mechanismen. Der Sportdirektor steht ohnehin in der Kritik der Fans, es mehren sich nun aber auch die Stimmen gegen den Trainer. Baumgart setze auf die falschen Spieler, halte an ihnen fest, obwohl sie keine Leistung bringen, setze sie auf den falschen Positionen ein. Dem schob der Trainer ungewohnt deutlich einen Riegel vor. Er entscheide, wer spielt. Punkt. Die vergangenen beiden Jahre haben zumindest gezeigt, dass der Coach mit vielen seiner Entscheidungen richtig gelegen hat. Auch das hat die Kölner so erfolgreich gemacht. Und genau das soll Köln wieder zum Erfolg führen. Der 51-Jährige dreht sich jedenfalls nicht wie ein Fähnchen im Wind, hält fast schon stur an seinem und an dem Weg des Vereins fest. Davon bringt ihn auch die aktuelle Misere nicht ab. „Erst einmal ist es wichtig, dass wir die Ruhe bewahren und mit der gleichen Rückendeckung weiterarbeiten können wie bisher. Und das können wir hier“, sagte Baumgart unter anderem dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir haben gesagt: Wir gehen einen gemeinsamen Weg. Und bei diesem Weg gibt es auch mal Dellen. Der geht nicht immer nur geradeaus und nach oben – wie man jetzt sieht.“

Auch die Mannschaft steht hinter dem Trainer

Aktuell führt der Weg nach unten. Bislang. Denn der FC ist bekanntlich am unteren Ende angekommen. „19. können wir nicht mehr werden. Der Weg geht nach oben“, betonte Baumgart. „Und so sollten die Jungs es auch sehen“. Aktuell führt aber auch kein Weg an dem Trainer vorbei. Zu wichtig ist die bisherige Arbeit des 51-Jährigen für den Klub, aber auch das Team. Die Stimmung im Training, auf dem Platz, in den Gesprächen lassen jedenfalls wenig Zweifel daran, dass die Mannschaft komplett hinter dem Trainer steht. Zwischen diese und die Arbeit der Coaches passe eh kein Blatt hatte Baumgart noch in der vergangenen Woche gesagt. „Ich sehe, dass jeder Spieler dieser Mannschaft erkennt, dass dieses Trainerteam ihm bei der Weiterentwicklung hilft“, betonte der Sportdirektor und bestätigte, dass Baumgart beim FC „goldrichtig“ sei. Genauso wie die Mannschaft, die er an der Hand habe. Trotz der Misere deutet beim FC nicht viel auf die Ruhe vor dem Sturm. Vielmehr ist die Ruhe in dem Vertrauen innerhalb der Mannschaft verankert.

Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
oder:

  • Dazu in der Messenger-App links unten auf den Reiter „Aktuelles“ klicken
  • Dann auf das Plus neben „Kanäle“ tippen
  • auf „Kanäle suchen“ gehen
  • „comeonfccom“ eingeben und dann auf das Plus klicken

Max Finkgräfe: Warum ein Einsatz gegen Gladbach so besonders wäre

, ,
Startseite » Profis » Seite 578

Max Finkgräfe: Warum ein Einsatz gegen Gladbach so besonders wäre

Max Finkgräfe ist der Shootingstar in dieser Saison beim FC und somit einer der Gewinner der Krise. Am Sonntag könnte der fünfte Einsatz des Eigengewächses erfolgen. Es wäre ein besonderer.

Während die Spielzeit für die meisten Profis des 1. FC Köln eher mäßig verläuft, ist Max Finkgräfe einer der wenigen Gewinner. Der Kölner Youngster feierte im zarten Alter von 19 Jahren bereits sein Debüt, kommt auf vier Einsätze und hat nun einen Profivertrag in der Tasche. Nun folgt das Spiel gegen die Fohlen. Max Finkgräfe: Warum ein Einsatz gegen Gladbach so besonders wäre

So mancher FC-Fan wird im Juli in Österreich zwei, vielleicht sogar drei Mal genau hingeschaut haben, welcher Spieler da über die linke Seite für ordentlich Tempo, für ein aggressives Pressing und für Gefahr sorgte. Der FC testete Mitte Juli im Rahmen des Trainingslagers gegen Gornik Zabrze, jenen Klub für den das Kölner Idol und Eigengewächs Lukas Podolski auf dem Feld stand, doch ein anderes Eigengewächs erhaschte die Aufmerksamkeit der Kölner Anhänger: Max Finkgräfe. Der 19-Jährige trat selbstbewusst auf, erkämpfte sich im Mittelfeld viele Bälle und leitete so auch vielversprechende Angriffe ein. Natürlich war der Auftritt zu Beginn der Vorbereitung nicht mehr als eine Duftmarke, eine Momentaufnahme und doch wird schon der ein oder andere geahnt haben, welches Talent da schlummert. Mindestens Christian Keller, der nur wenige Wochen zuvor dem „Express“ verriet, dass er Finkgräfe am ehesten den Sprung zu den Profis zutrauen würde.

In Mönchengladbach geboren, bei der Borussia gespielt

Drei Monate später ist der 19-Jährige einer der Hoffnungsträger, vor allem aber der Senkrechtstarter des FC. Finkgräfe debütierte gegen Dortmund, erhielt durch vier Kurzeinsätze in der Bundesliga seinen Profivertrag und durfte als besonderes Gimmick im Testspiel gegen Reusrath in der vergangenen Woche sogar die Kapitänsbinde tragen. Am Sonntag könnte der fünfte Einsatz folgen und das ausgerechnet gegen die Borussia. Ausgerechnet, weil nicht viel gefehlt hat und Finkgräfe würde eher im Trikot der Fohlen auflaufen. Und das nicht, weil der Linksverteidiger in Mönchengladbach geboren wurde. Finkgräfe kommt aus der Stadt Willich am Niederrhein, die ziemlich zentral zwischen Neuss, Gladbach und Düsseldorf liegt. Für den talentierten Kicker ging der erste Weg Richtung leistungsorientierten Fußball nach Düsseldorf zur Fortuna. Es folgte aber schon bald der nächste Schritt, der Wechsel in das Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Dortmund. Durchsetzen konnte sich Finkgräfe auch beim BVB nicht, als 14-Jähriger ging es zum Klub seiner Geburtsstadt.

Juniorenzeit mit vielen Verletzungen

Finkgräfes Juniorenzeit war geprägt von Verletzungen, die ihn immer wieder zurückwarfen. Wahrscheinlich ein Grund, warum er sich in den diversen NLZs schwer tat. Möglicherweise hätte er ausgerechnet bei der Borussia den Durchbruch geschafft. Denn sein Talent war auch dort unbestritten. Dem Vernehmen nach setzte man auch in der Zukunft auf ihn. Doch Finkgräfe brach sich 2019 im Dienste der Gladbacher das Bein. Gegen seinen Ex-Klub aus Dortmund erlitt er eine Fraktur des Standbeins und das ohne Fremdeinwirkung. Der damalige Mittelfeldspieler fiel monatelang aus. Das junge Talent verlor den Anschluss, der Traum vom Profifußball schien vorerst geplatzt, die Leidenschaft des Sports nicht. Und so verließ der damals 16-Jährige den Weg der Nachwuchsleistungszentren. Finkgräfe schloss sich der SG Unterrath an, bei der er immerhin Junioren-Bundesliga spielen konnte. Zu dieser Zeit hatten ihn die Kölner Scouts bereits längst auf dem Schirm. Nach einem Testspiel der SG gegen die Junioren des FC folgte die Einladung zum Kölner Probetraining.

Seit Juli 2021 trägt Finkgräfe nun das Trikot mit dem Geißbock. Auch hier wurde der Youngster bereits von langwierigen Verletzungen heimgesucht. Der Wechsel zu Unterrath wurde in gewisser Weise zu Kölns Glück. Denn nur wenige Monate nach dem Wechsel von Florian Wirtz mit allen Nachwehen um das gebrochene Agreement zwischen den rheinischen Klubs, wäre ein Transfer eines Jugendspielers von Gladbach direkt zum FC wohl kaum möglich gewesen. So winkt dem gelernten Linksverteidiger am Sonntag der Einsatz gegen seinen Ex-Klub.

Jan Thielmann ist wieder zurück im Training des 1. FC Köln

, ,
Startseite » Profis » Seite 578

Jan Thielmann ist wieder zurück im Training des 1. FC Köln

Mit einer guten Nachricht ist der 1. FC Köln in die Vorbereitung auf das Derby am kommenden Sonntag gestartet. Jan Thielmann ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Komplett entspannt hat sich die Personalsituation beim 1. FC Köln zwar noch nicht, dennoch gab es am Dienstagmorgen eine sehr erfreuliche Nachricht: Jan Thielmann befindet sich wieder im Training mit der Mannschaft. Der 21-Jährige hatte sich im Sommer verletzt und könnte somit noch im Herbst sein Comeback geben.

Thielmann blickt auf eine lange Leidenszeit zurück. Schon in der vergangenen Spielzeit hatten diverse Verletzungen den Kölner Youngster immer wieder zurückgeworfen. Im Sommer verletzte sich Thielmann dann im Rahmen der Vorbereitung auf die U21-Europameisterschaft, der Offensivspieler verpasste die gesamte Vorbereitung und den Saisonauftakt. Da Steffen Baumgart nicht müde wird, zu betonen, dass Rekonvaleszenten sich erst wieder an die Abläufe und das intensive Spiel gewöhnen müssen, ist mit einem übereilten Comeback aber nicht zu rechnen. Dennoch ruhen viele Hoffnungen auf dem Eigengewächs, das erst kürzlich seinen Vertrag bis 2026 verlängerte. Trotz seiner 21 Jahren kommt Thielmann bereits auf über 100 Pflichtspiele für den FC. Baumgart hatte vor wenigen Wochen betont, dass er erst im November mit dem Comeback rechnet.

Maina und Schmitz im Reha-Bereich

Bereits am Sonntag wird dagegen wohl Mark Uth wieder im Kader stehen und mit großer Wahrscheinlichkeit auch zum Einsatz kommen. Der gebürtige Kölner hat nun einige Woche trainiert und scheint fit zu sein – Baumgarts Voraussetzung für einen Einsatz gegen Mönchengladbach. Ebenfalls wieder im Training waren Leart Pacarada und Davie Selke. Pacarada hatte die Länderspielreise mit dem Kosovo abgesagt, Selke hatte sich vergangene Woche krank gemeldet.

Fragezeichen stehen dagegen noch hinter Linton Maina und Benno Schmitz. Maina litt zuletzt unter Rückenbeschwerden, Schmitz unter muskulären Problemen. Ob es für Sonntag reicht, ist offen. Beide arbeiteten am Dienstag im Reha-Bereich. Genauso wie Jacob Christensen und Meiko Wäschenbach. Maina soll am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Wieder im Kader werden auch die Nationalspieler stehen. Dejan Ljubicic und Florian Kainz hatten am Montagabend mit einem 1:0 über Aserbaidschan das Ticket für die Europameisterschaft in Deutschland gelöst, Mathias Olesen unterlag mit Luxemburg dem direkten Konkurrenten Slowakei 0:1 und hat bei fünf Punkten Rückstand und zwei Spielen so gut wie keine Chance mehr auf die EM.

 

Rekord-Transfers

Kommentar: Wochen der Wahrheit – jetzt wird es wohl Antworten geben

, , ,
Startseite » Profis » Seite 578

Kommentar: Wochen der Wahrheit – jetzt wird es wohl Antworten geben

Vier Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, das CAS-Urteil zur möglichen Transfersperre – der 1. FC Köln steht vor einigen stürmischen Wochen. Es wird vermutlich Antworten auf einige offene Fragen geben. Ob die aber schmecken werden, ist eher fraglich. Ein Kommentar.

Mit dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach startet der FC in einen möglicherweise stürmischen Herbst. Gut möglich, dass die Kölner noch vor dem Winter vor einem Desaster stehen. Wochen der Wahrheit – es wird Antworten geben. Ein Kommentar zu der Lage des 1. FC Köln.

Christian Keller hatte sich ganz offensichtlich sehr gut vorbereitet. Auf der Mitgliederversammlung Ende September wehrte sich der 44-Jährige gegen die Kritik an seinem Sparkurs, rechtfertige die Sommer-Transfers oder eben Nicht-Transfers und ließ sich sogar zu einer gewissen Spur Optimismus zum CAS-Urteil hinreißen. Unabhängig der Aussagekraft oder des Wahrheitsgehalts seiner Worte (denn das wäre rein spekulativ) hinterließ der Sportdirektor einen souveränen Eindruck, machte unterm Strich sogar eine gute Figur. Er hatte die passenden Antworten auf die berechtigten Fragen. Die Mitgliederversammlung ist mittlerweile fast drei Wochen her. Die Fragen, die Keller beantwortet hat, sind zum Teil aber unbeantwortet oder es haben sich neue Fragen daraus entwickelt, die den Kölner Fans unter den Nägeln brennen. Die Kritik an dem Geschäftsführer Sport wächst, die Ungeduld steigt. Die gute Nachricht: viele Fragen werden in den kommenden Wochen beantwortet. Die schlechte Nachricht: viele Fragen werden in den kommenden Wochen beantwortet.

Vorentscheidung in der Liga, Entscheidung in Lausanne

Denn aktuell liegt die Range der Reaktionen auf die Antworten zwischen kollektivem Aufatmen und bewusstloser Schockstarre. Ausgerechnet mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach startet der FC nun in die zweite Saisonphase. Und diese wird für die Kölner nicht nur eine richtungweisende, es wird wohl eine vorentscheidende werden. Zumindest wenn die Geißböcke nicht schleunigst das Ruder herumreißen. In den kommenden sieben Spielen werden es die Kölner gleich mit vier Gegnern auf Augenhöhe zu tun bekommen. Dazu noch das Derby gegen Gladbach, das Pokalspiel auf dem Betzenberg und mit den Partien gegen die Bayern und gegen Leipzig zwei Aufgaben, die der FC wohl nicht wird lösen können – zumindest fehlt dazu nach den bisherigen Leistungen jegliche Phantasie. Auf die Frage nach der Qualität, also der Bundesligareife, die viele Fans nach dem desolaten Start wiederum zu recht infrage stellen, wird es noch vor dem Winter Antworten geben. Wenn es die Geißböcke in dieser Phase nicht aus dem Keller schaffen, dann wohl gar nicht mehr.

Es wird sich wohl bis zum Winter auch noch die Frage klären, ob die Kölner auf ihrem Weg noch einmal nachbessern können, nein dürfen. Während der FC gerade um das aktuelle Überleben kämpft, rätseln in Lausanne kluge Köpfe über die Zukunft des Klubs. Sollten die CAS-Richter den FC freisprechen, und davon ist nicht wirklich auszugehen, dann wird die Causa Potocnik irgendwann in der Kölschen Folklore zwischen Toni Polsters Bläck-Fööss-Band und einem kaputten Faxgerät angesiedelt werden. Sollten die Richter aber zu dem Schluss kommen, dass zum Beispiel die zeitliche Nähe zwischen Kündigung des Spielers und Neuvertrag (keine 24 Stunden) nicht so richtig für den FC spricht und die Kölner dem Spieler dementsprechend doch vielleicht ein wenig angestiftet haben, sich für einen Umzug nach Köln zu entscheiden, dann steht der FC vor dem wohl größten Desaster der Vereinsgeschichte. Im Worst-Case-Szenario würden die Kölner absteigen und dürften dann keine neuen Spieler verpflichten. Spätestens dann werden sich neue Fragen auftun. Besonders interessant wird die nach der Verantwortung werden.

Wie geht es weiter mit dem FC?

Der FC steht vor entscheidenden Wochen, die Wochen der Wahrheit wenn man so will. An deren Ende wird man dann nämlich sehen, ob die Kritik an Kellers Sparkurs berechtig war. Ob die Sommer-Transfers ausgereicht haben und ob der Kölner Optimismus in Sachen Transfersperre richtig dosiert war. Der FC steht vor einem unruhigen Winter. Und das gilt nicht nur für Spieler und Trainer.

Kainz und Ljubicic lösen EM-Ticket und tanken Selbstvertrauen

,
Startseite » Profis » Seite 578

Kainz und Ljubicic lösen EM-Ticket und tanken Selbstvertrauen

Florian Kainz und Dejan Ljubicic haben mit Österreich das Ticket für die Europameisterschaft in Deutschland im kommenden Jahr gebucht. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick setzte sich in Aserbaidschan 1:0 durch. Für die beiden FC-Profis ist es ein Erfolgserlebnis zur richtigen Zeit.

Die Europameisterschaft im kommenden Jahr wird mit FC-Profis stattfinden – zumindest wenn sie von Trainer Ralf Rangnick nominiert werden. Florian Kainz und Dejan Ljubicic lösen mit Österreich und einem 1:0 über Aserbaidschan das EM-Ticket und tanken Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben beim FC.

Mit dem verdienten, wenn auch mühsamen Erfolg über Aserbaidschan kann die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick nicht mehr von einem der beiden Qualifikationsplätze der Gruppe F verdrängt werden. Belgien hatte am Freitag Österreich in Wien 3:2 besiegt und damit zuerst das Ticket für das Endturnier in Deutschland gelöst. Das Spiel der Roten Teufel gegen Schweden wurde am Abend aufgrund des Terroranschlags in Brüssel abgebrochen. Das EM-Turnier wird vom 14. Juni bis zum 14. Juli ausgetragen. Auch in Köln wird im kommenden Sommer gespielt. Ob die beiden Kölner Profis dann eine größere Rolle für Österreich spielen, ist offen. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß. So groß, dass Kainz und Ljubicic in den Planungen des Trainers zuletzt keine große Rolle gespielt haben.

Kainz in der Startelf

Am Montagabend stand der Kölner Kapitän dann aber etwas überraschend in Baku in der Startelf. Gegen Belgien hatte Kainz genau wie Ljubicic noch 90 Minuten auf der Bank gesessen. Und der 30-Jährige mühte sich redlich, seine Nominierung zu rechtfertigen. Der Kölner schlug einige Flanken, mal aus dem Halbfeld, mal als Standard – mit einem ähnlichen Ertrag wie in Köln. Zwar war Österreich das dominierende Team, wirklich Gefahr strahlten das Team von Rangnick aber in den ersten 45 Minuten nicht aus. Der Trainer reagierte und brachte zur Halbzeit drei neue Kräfte. Unter anderem wechselte Rangnick Leipzigs Christoph Baumgartner eben für Kainz. Auch Dortmunds Marcel Sabitzer kam und brachte Österreich sofort in Front. Der Dortmunder Mittelfeldspieler traf nach einem Handspiel vom Punkt. Der Treffer gab Österreich noch einmal Aufwind. Der Achtelfinalist von 2021, der nur knapp am späteren Sieger aus Italien gescheitert war, gab fortan den Ton an und kam zu guten Möglichkeiten. Ein weiterer Treffer wollte nicht mehr fallen, der Sieg und damit auch das frühzeitige EM-Ticket geriet in der Nachspielzeit noch einmal in Gefahr, als Toral Bayramov nur die Latte traf. Guido Burgstaller sah in der letzten Minute noch die Ampelkarte.

Dejan Ljubicic saß wie bereits gegen Belgien 90 Minuten auf der Bank. Noch in der vergangenen Woche hatte der Kölner Trainer betont, dass das mit dem Selbstvertrauen in der Nationalmannschaft so eine „Sache“ sei. Dennoch wird das Lösen des EM-Tickets wohl bei den Akteuren für Aufwind sorgen. Einen Aufwind, den sie vor dem Derby dringend benötigen. Für Mathias Olesen sind die Chancen für eine EM-Teilnahme dagegen drastisch gesunken. Im direkten Duell gegen die Slowakei unterlag Luxemburg 0:1. Vor den beiden finalen Gruppenspielen hat Luxemburg nun fünf Punkte Rückstand.

Vom Leistungsträger bis chancenlos – so schlagen sich die FC-Abgänge

,
Startseite » Profis » Seite 578

Vom Leistungsträger bis chancenlos – so schlagen sich die FC-Abgänge

Zahlreiche Spieler haben den FC im Sommer verlassen. Für einige hat sich der Wechsel absolut gelohnt, für andere läuft es dagegen alles andere als optimal.

Die Bilanz der Kölner, die den FC im Sommer verlassen haben, könnte nicht unterschiedlicher sein. Vom Stammspieler eines Tabellenführers bis zum Bankdrücker eines Zweitligisten ist alles mit dabei: So schlagen sich die Kölner Abgänge bei ihren neuen Klubs.

Ellyes Skhiri: Neben Jonas Hector ist Ellyes Skhiri wohl der schmerzhafteste Abgang der Kölner. Der Mittelfeldspieler wollte den nächsten Schritt seiner Karriere gehen. Bei kolportierten Angeboten aus Italien etwa vom AC Milan und Spanien von Sevilla mag der Wechsel nach Frankfurt ein überraschender Schritt gewesen sein. Der Tunesier hat sich aber auch bei der Eintracht durchgesetzt, ist Taktgeger und erreicht ähnliche beeindruckende Werte wie beim FC. Skhiri ist mit 88 gelaufenen Kilometern den zweitbeste der Liga, kommt auf eine Passquote von mehr als 87 Prozent und hat bereits mehr als 70 Zweikämpfe gewonnen. Im Gegensatz zu seiner Zeit in Köln konnte sich der Tunesier in der Liga allerdings noch nicht in die Scorerliste eintragen. Skhiri hat weder ein Ligator geschossen, noch eins vorbereitet. Aktuell befindet sich der Mittelfeldspieler mit der tunesischen Nationalmannschaft auf Länderspielreise in Asien. Gegen Südkorea kassierte Skhiri eine herbe 0:4-Klatschte, am Dienstag geht es gegen Japan.

Kingsley Schindler: Für den 30-Jährigen hat sich der Wechsel in die Türkei gelohnt – zumindest was die Spielzeit angeht. Schindler war beim Aufsteiger Samsunspor Stammspieler, kam in sechs von sieben möglichen Spielen für den neuen Klub zum Einsatz, wurde nur einmal eingewechselt. Allerdings läuft es für Samsunspor alles andere als rund. Der Aufsteiger holte ähnlich wie der FC bislang erst einen Punkt und belegt den letzten Tabellenplatz. Auch deswegen hat der türkische Klub mit Markus Gisdol einen Trainer geholt, der Schindler noch aus der Kölner Zeit kennt. Das scheint nicht für den Mittelfeldspieler zu sprechen. Gegen Rizespor stand Schindler im Kader, spielte aber keine Minute. Dennoch ist Schindler weiter Teil der Nationalmannschaft Ghanas. Beim Testspiel gegen Mexiko stand der gebürtige Hamburger in der Startformation. Am Mittwoch trifft Ghana auf die USA.

Duda Stammspieler, Pedersen erneut nicht im Kader

Ondrej Duda: Nach seiner Kreuzbandverletzung in der vergangenen Spielzeit ist der Slowake unangefochtener Stammspieler bei Hellas Verona. In der vergangenen Spielzeit dem Abstieg nur hauchdünn entgangen, starteten die Norditaliener fulminant in die Liga. Unter anderem gewann Verona am 2. Spieltag gegen AS Rom 2:1. Ondrej Duda brachte Hellas bereits in den ersten Minuten in Führung und bereitete den zweiten Treffer vor. Offenbar nur eine Momentaufnahme. Mittlerweile ist Verona im Tabellenkeller angekommen, hat seit dem Rom-Sieg kein Spiel mehr gewonnen und Duda auch keinen weiteren Scorerpunkt gesammelt. Das gelingt dem offensiven Mittelfeldspieler allerdings in der Nationalmannschaft. Im September hatte Duda beim 3:0-Erfolg über Liechtenstein noch selbst getroffen, bei der knappen 2:3-Niederlage gegen Portugal in der vergangenen Woche legte der Offensivspieler einen Treffer auf. Am Montagabend kann Duda einen großen Schritt Richtung Europameisterschaft machen. Dann kommt es zum direkten Duell gegen Luxemburg mit Mathias Olesen. Die Slowakei könnte sich im Erfolgsfall auf dem zweiten Platz festsetzen.

Kristian Pedersen: Ende Juli hatte sich der Wechsel des Verteidigers in die zweite britische Liga zu Swansea City angedeutet, am Deadline Day wurde er schließlich vollzogen. Gelohnt hat sich der Wechsel aber offensichtlich nicht. Zwar stand Pedersen zunächst gegen Cardiff in der Startformation, nachdem er gegen die Queens Park Rangers nur zuschaute, stand er gegen Sheffield Wednesday auch erneut von Beginn an auf dem Platz, seitdem befand sich der Abwehrspieler aber nicht mehr im Kader der Waliser.

Unterschiedliche Entwicklungen bei den Leihspielern

Die fünf Leihspieler des FC schlagen sich ebenfalls unterschiedlich. Vom Goalgetter bis zum Bankdrücker ist alles dabei. Weitere Informationen gibt es hier.

Die beiden Ex-Kölner Timo Horn und Sebastian Andersson sind immer noch auf der Suche nach einem neuen Verein. Aus dem kolportierten Interesse an Sebastian Andersson von Seiten Baris, ist nichts geworden. Anthony Modeste hat seine ersten Spiele für El Ahly absolviert und war auch schon einmal erfolgreich.

Bucht Österreich das EM-Ticket?

,
Startseite » Profis » Seite 578

Bucht Österreich das EM-Ticket?

Florian Kainz und Dejan Ljubicic können am Abend das Ticket für die Europameisterschaft 2024 buchen. Ein Erfolgserlebnis für die beiden. Eins, von dem aber auch der FC profitieren könnte.

Für Florian Kainz und Dejan Ljubicic läuft die Saison alles andere als gut. Mal abgesehen von der Kölner Krise suchen die beiden Akteure aktuell ihre Form. Das könnte sich am Montagabend ändern. So kann der FC diesmal von den Länderspielen profitieren

Die Europameisterschaft im kommenden Jahr ist im Grunde nur noch einen Sieg entfernt. Für Florian Kainz und Dejan Ljubicic kann am Abend ein Traum in Erfüllung gehen. Die beiden Profis des 1. FC Köln spielen mit der Nationalmannschaft Österreichs in Baku gegen Aserbaidschan. Mit einem Sieg hat die Mannschaft von Ralf Rangnick definitiv das Ticket für das Endturnier gelöst. Und selbst mit einer Niederlage könnte Österreich unter Umständen schon Hotels und Flüge für die EM buchen. Sollte Schweden in Belgien verlieren, sind Kainz und Co. ebenfalls sicher qualifiziert. Es wäre für die beiden Kölner Spieler ein Erfolgserlebnis in Mitten einer bislang katastrophalen, einer mehr als nur enttäuschenden Spielzeit.

Kainz holte sich im Frühling Selbstvertrauen in der Nationalmannschaft

Holen sich die FC-Profis Selbstvertrauen durch das EM-Ticket? „Ganz so einfach ist das nicht“, erklärte FC-Trainer Steffen Baumgart in der vergangenen Woche. „Es ist ja nicht so, dass es da ist, wenn du mal gewinnst und dann wieder weg ist, wenn du verlierst. Es geht darum, dass die Jungs ihren Job machen.“ Dennoch kann die Länderspielreise einen positiven Effekt auf die Spieler haben. „Grundsätzlich sagt man ja, dass ein Tapetenwechsel ganz gut ist“, sagt der sportpsychologische Berater Thorsten Loch. Der Experte meint, dass die Spieler in der Nationalmannschaft in eine andere Rolle schlüpfen als im Heimatverein. „Das kann dafür sorgen, dass sie leichter in den Moment kommen. Denn dann sind die Sportler am Besten. Die Spieler haben ja nicht das Fußballspielen verlernt. Sie kennen auch ihre Stärken, nur gelegentlich fehlt ihnen die Überzeugung, dass das, was sie können, sie auch zu dem gewünschten Erfolg bringt.“

Dabei sind gerade Ljubicic und Kainz zwei Akteure, die beim FC Verantwortung übernehmen sollen. Beide suchen aktuell nach ihrer Form, beide rufen ihre Leistung nicht ab. Ljubicic startete stark in die Saison, ließ dann aber auch stark nach. „Ich bin dann in so einen Knacks gekommen, wo es dann nicht mehr so gut gelaufen ist“, sagte Ljubicic. „Aber ich komme schon wieder.“ Dafür könnten positive Aktionen in der Nationalmannschaft sorgen. „Die Spieler können dort ihre Fähigkeiten auf den Prüfstand bringen“, sagt Loch. „Und im Fall von gelungenen Aktionen wieder an Selbstvertrauen gewinnen.“ So erging es Florian Kainz in der vergangenen Spielzeit. Der neue Kölner Kapitän steckte ebenfalls im Formtief, so wie der FC. Es wollte weder Klub noch Spieler viel gelingen. Kainz kehrte von der Länderspielreise mit einem Tor im Gepäck zurück, eine Art Turnaround für den Mittelfeldspieler. Auch damals traf der FC im ersten Spiel nach der Pause auf Gladbach.

Die Leistung in der Nationalmannschaft ist ein zweischneidiges Schwert

Davon ist Kainz aktuell weit entfernt. Denn weder der Kölner Kapitän noch der Sechser Ljubicic kommen unter Rangnick regelmäßig zum Einsatz. Beide saßen am Freitag im Spitzenspiel gegen Belgien 90 Minuten auf der Bank. Auch in den Quali-Partien zuvor spielten die FC-Profis kaum. Florian Grillitsch, Konrad Laimer, Marcel Sabitzer – die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß. Nur im Testspiel gegen Moldau durften die beiden Akteure ran, konnten aber nicht überzeugen, obwohl Rangnick das Spiel als Casting ausgerufen hatte. Ljubicic verletzte sich zudem. Die Leistung in der Nationalmannschaft ist ein zweischneidiges Schwert. „Im Fall eines Misserfolgs kann es natürlich auch das Gegenteil bewirken“, sagt Loch. So könnte es sein, dass das dann eventuell gelöste EM-Ticket alleine als Erfolgserlebnis herhalten muss. Für den FC wären Einsätze mit positiven Aktionen allerdings deutlich wichtiger. Sicherlich spielen wird Mathias Olesen mit Luxemburg gegen die Slowakei. Auch er kann etwas für sein Selbstvertrauen tun. „Mit positiven Erfahrungen geht man natürlich wieder gestärkt in den Bundesliga-Alltag“, sagt Loch. Das wäre vor dem Derby gegen Gladbach sicher nicht unwichtig.

FC gehört bei den Eigengewächsen zur Liga-Spitze

,
Startseite » Profis » Seite 578

FC gehört bei den Eigengewächsen zur Liga-Spitze

Im Testspiel gegen Reusrath trug Max Finkgräfe die Kapitänsbinde. Möglicherweise ein Gimmick, weil er durch den vierten Bundesliga-Einsatz nun auch laut Vertrag zu den Profis in Köln gehört. Finkgräfe, Damion Downs und Co. sorgen dafür, dass der FC zu den Top-Adressen in Sachen „Eigengewächse“ gehört.

Mit Damion Downs und Max Finkgräfe haben in dieser Spielzeit zwei Kölner Nachwuchstalente bereits ihr Profidebüt gegeben. Erstaunlich für die angespannte Situation, aber auch ein Beleg dafür, wie wichtig den Kölnern die Arbeit mit Hoffnungsträgern aus den eigenen Reihen ist. Der FC gehört bei den Eigengewächsen jedenfalls zur Spitze.

Viel Spielzeit gab es für die Kölner Profis an diesem Wochenende nicht. Gerade drei Spieler waren mit den Nationalmannschaften im Einsatz. Die übrigen Akteure im Dunstkreis der Nationalmannschaft wurden entweder nicht nominiert oder mussten verletzt passen. So wurde Eric Martel, immerhin bei der Nominierung im September zum Kapitän der U21 des DFB ernannt, nicht berücksichtigt. Mit Max Finkgräfe, Damion Downs und Elias Bakatukanda hatten es immerhin drei Kölner Profis auf die Liste der Spieler auf „Abruf“ für die U20 geschafft. Und doch spielte dort ein FC-Profi: Justin Diehl. Das Talent war bei dem 2:1-Erfolg des deutschen Nachwuchses über Portugal im Einsatz und die Chancen stehen nicht schlecht, dass Diehl auch am Montag gegen Tschechien spielt.

FC in der Tabelle der Eigengewächse auf Rang fünf

Der 18-Jährige gilt bekanntlich als eins der größten Kölner Talente, ist nicht umsonst in den Kader der DFB-Auswahl berufen worden. In der Profimannschaft der Geißböcke spielt Diehl bekanntlich keine Rolle. Der Youngster war nicht bereit, seinen Vertrag in Köln zu verlängern, der FC dann auch nicht mehr, den Offensivspieler weiter zu fördern. Die Kapazitäten wollen die Kölner Verantwortlichen lieber für Spieler nutzen, die den Kölner Weg verfolgen. Eine plausible, konsequente, für einige Fans aber zu harte Entscheidung. Gerade in der aktuellen Krise ist der Name Diehl ein Kritikpunkt. Nicht wenige Kölner Anhänger wünschen sich mehr Einsatzzeit des Youngsters, hoffen aber auch auf mehr Einsatzzeit für Finkgräfe, Downs und Meiko Wäschenbach. Die Diskussion um mehr Einsatzzeit des Kölner Nachwuchses ist eine müßige. Letztlich ist es die Aufgabe des Trainers, zu entscheiden, welcher Akteur es in den Kader der Profis und schließlich auch aufs Feld schafft.

Grundsätzlich ist die Nachwuchsarbeit der Kölner nach wie vor eine der besten der Liga. So gibt es aktuell nicht viele Tabellen oder Statistiken, in denen der FC in dieser Spielzeit im oberen Drittel anzutreffen ist – zumindest wenige positive. Eine ist gerade die Statistik der Eigengewächse. Denn wie schon in den vergangenen Jahren gehört Köln in dieser Berechnung zu den Top-Adressen der Liga. Und das, obwohl mit Timo Horn und Jonas Hector gerade erst zwei Eigengewächse den Klub verlassen haben. Dennoch kommen die Kölner auf sieben Spieler aus dem eigenen Juniorenbereich. Darunter auch Routinier Mark Uth und Hoffnungsträger Jan Thielmann. Aber eben auch Finkgräfe, Downs und Co. Der FC liegt in dieser Bilanz sogar knapp vor den Bayern auf Rang vier. Nur Freiburg (11), Hoffenheim (9) und Mainz (9) sind aktuell besser. Schlusslicht ist mit zwei Spielern wenig überraschend RB Leipzig, Borussia Dortmund liegt mit vier Akteuren auf Rang 13, Leverkusen mit drei Spielern auf Rang 14.

Bereits zwei Profidebüts

Nicht umsonst betonte Christian Keller wenige Tage nach seinem Amtsantritt, dass er den FC zu einem Entwicklungsklub umwandeln wolle oder müsse. Nun gibt es verschiedene Ansätze eines Entwicklungsklubs. Eine Variante ist, Spieler jung zu kaufen, um durch die Entwicklung möglichst einen sportlichen und/oder wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. So ist der Wert beispielsweise von Rasmus Carstensen in den vergangenen Wochen auf über vier Millionen Euro gestiegen, der Däne würde den FC beim Kauf dem Vernehmen nach aber nur 1.5 Millionen Euro kosten. Die andere Variante sieht eben die Entwicklung der eigenen Spieler vor. Und auch dort ist der FC eine gute Adresse. Auch wenn Köln nach der Causa Wirtz nun mit Diehl das zweite Toptalent zu einem viel zu günstigen Preis zu verlieren droht.

Dass der FC seinen Nachwuchsspielern aber keine Perspektive aufzeigt, ist zumindest unter einem Gesichtspunkt falsch. Mit Downs und Finkgräfe haben in dieser Spielzeit zwei Youngsters bereits ihr Profidebüt gefeiert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere noch folgen werden. Bakatukanda gehört bereits zu dem Profi-Kader, Wäschenbach wäre ein weiterer möglicher Kandidat. Insgesamt haben in der Bundesliga erst elf Spieler in dieser Saison ihr Profidebüt gegeben. Neben dem FC schickten nur Union Berlin und Borussia Mönchengladbach zwei neue Spieler aufs Feld, Bayern, Freiburg, Bremen, Heidenheim und Frankfurt jeweils einen.

Kölner Transferbilanz: Überzeugen können nur Wenige

,
Startseite » Profis » Seite 578

Kölner Transferbilanz: Überzeugen können nur Wenige

Mangelnde Qualität im Kader, kein adäquater Ersatz der abgehenden Leistungsträger – die Kritik an Christian Keller lässt auch weiterhin nicht nach. Dabei hat der Kölner Sportdirektor im Sommer acht neue Spieler verpflichtet.

Die Zahlen an sich hören sich gar nicht so schlecht an. Acht Spieler hat der FC im Sommer neu verpflichtet. Davon kamen fünf Spieler ablösefrei, drei als Leihspieler, für die allesamt eine Kaufoption vorliegt. Wenn man so will, acht neue Kräfte zum Nulltarif. Doch ganz so einfach ist es nicht. Das zeigt nicht nur der Blick auf die Tabelle sondern auch die Kölner Transferbilanz: So schlagen sich die Zugänge.

In nicht mehr als einem Nebensatz erklärte Christian Keller am 1. September den Kader des 1. FC Köln für bundesligareif. Weitere Transfers, abgesehen vom Abgang von Kristian Pedersen, würde es zumindest nicht geben. Die Nachfragen der Medien konterte der Sportdirektor mit einem breiten Lächeln, wirkte trotzig, vielleicht sogar ein bisschen arrogant. Die Transferpolitik wurde aber schon zu diesem Zeitpunkt kritisiert, nach der anhaltenden Krise hat sie zwangsläufig eine neue Dynamik bekommen. Hat sich der FC nicht adäquat verstärkt?

Pacarada Stammspieler, Christensen außen vor

Leart Pacarada: Der Linksverteidiger stand schon zu Beginn des Jahres als erster Neuzugang der Kölner fest. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem (zumindest nicht offiziell) noch nicht feststand, das Jonas Hector seine Karriere beenden würde. Spätestens in diesem Moment war aber klar, dass Pacarada eine gute Chance auf den Stammplatz hat. Zumal Steffen Baumgart den Abwehrspieler von St. Pauli als besten Linksverteidiger der zweiten Liga adelte. Zwar wurden die Kölner Verantwortlichen nicht müde zu betonen, dass der 29-Jährige den ehemaligen Kapitän nicht eins-zu-eins ersetzen würde, doch Pacarada ist auf der linken Abwehrseite eine feste Größe, hat sich festgespielt und läuft aktuell nicht Gefahr, diese Position zu verlieren. Der Nationalspieler des Kosovo ist einer der Dauerbrenner der Mannschaft, hat nur gegen Hoffenheim eine Viertelstunde nicht gespielt. Einzig Marvin Schwäbe und Jeff Chabot standen insgesamt länger auf dem Platz. Das spiegelt sich auch im aktuellen Marktwert wider. Pacarada steigerte seinen Wert von 2.3 Millionen Euro zu Saisonbeginn auf 3.9 Millionen.

Luca Waldschmidt: Keller versprach namhafte Neuverpflichtungen und präsentierte Luca Waldschmidt. Der ehemalige Nationalspieler weckte trotz seiner doch schon lang anhaltenden Formkrise große Hoffnungen bei der Kölner Anhängerschaft. Baumgart würde den Offensivspieler schon aus der Krise holen und die Wolfsburger Leihgabe das Offensivspiel der Kölner variabler machen. In der Vorbereitung deutete Waldschmidt an, dass er in die Rolle reinwachsen kann. Er harmonierte mit Selke und Uth, bereitete Tore vor, erzielte einige selbst. Von dieser Form ist der 27-Jährige allerdings weit entfernt. Waldschmidt kommt bislang erst auf einen Treffer. Es wirkt so, als habe Baumgart die richtige Position für den Offensivmann nicht gefunden. Meist spielte Waldschmidt auf der linken Seite. Dem Vernehmen nach soll die Kaufoption bei rund vier Millionen Euro liegen. Der Marktwert ist in den vergangenen Wochen unter die drei Millionen gerutscht.

Jacob Christensen: Der junge Däne kam vom FC Nordsjælland, dem Inbegriff eines Entwicklungsvereins. Die Erwartungen waren groß. Auch, wenn absolut klar war, dass der 22-Jährige einen Ellyes Skhiri nicht würde ersetzen können. Die Erwartungshaltung hing sicherlich mit der nicht erfüllten Ankündigung von Keller zusammen, einen routinierten Sechser verpflichten zu wollen. Der Sportdirektor wich zwar später von der Aussage ab, dennoch war die Hoffnung groß, Christensen könnte zumindest mittelfristig eine größere Rolle spielen. Davon ist der junge Däne weit entfernt. Bislang kam der Sechser nur im DFB-Pokal zum Einsatz. Baumgart betonte, dass dem Mittelfeldspieler noch die nötige Intensität fehlt. Aktuell fehlt Christensen wegen einer Knieverletzung.

Carstensen mit der höchsten Marktwertsteigerung

Jonas Nickisch und Philipp Pentke: Die Torhüter zwei und drei wurden genau als diese auch verpflichtet. Die Rollen sind klar verteilt. Sollte sich Marvin Schwäbe nicht verletzen, wird Pentke ausschließlich auf der Bank seinen Platz finden. Diese Rolle hat der 38-Jährige kommentarlos akzeptiert. Vermutlich auch, weil er genau weiß, dass das seine letzte Chance auf Bundesliga-Luft ist. Nickisch wurde dagegen als Nummer drei verpflichtet. Der junge Keeper soll bei der U21 Spielpraxis sammeln. Bemerkenswert: Torwart-Talent Jonas Urbig wurde verständlicherweise in die 2. Bundesliga verliehen, um dort Spielpraxis zu sammeln. Er soll künftig die Nummer zwei in Köln sein, Nickisch hat also nicht die Perspektive, mehr beim FC zu erreichen.

Rasmus Carstensen: Kaum eine Neuverpflichtung wurde mit so viel Skepsis begrüßt wie der Däne. Und das, obwohl auch Faride Alidou nicht mit dem großen „Hallo“ am Geißbockheim seine Zelte aufschlug. Die Fragezeichen tauchten beim Blick in die bisherige Karriere des Abwehrspielers auf. Denn bei seinem letzten Klub Genk kam der Däne kaum zum Einsatz. Dabei passt Carstensen perfekt ins Offensivspiel von Steffen Baumgart. So sehr, dass er auch auf der rechten Außenbahn offensiv spielt. Es scheint nur eine Frage der Zeit bis Carstensen Benno Schmitz auf der rechten Verteidigerposition ablöst. Der 22-Jährige kommt in den bisherigen acht Pflichtspielen bislang auf sieben Einsätze, davon fünf von Beginn an. Einmal fehlte der Abwehrspieler gesperrt. Carstensen ist einer der Top-Flankengeber beim FC. Allerdings kommen viele Hereingaben noch nicht bei Selke und Co. an. Defensiv hat der Däne noch Verbesserungspotenzial. Auch für Carstensen wurde eine Kaufoption vereinbart. Diese soll bei rund 1.5 Millionen Euro liegen. So viel war der Däne bei seinem Wechsel laut gool.ai auch wert. Mittlerweile berechnet das Online-Portal seinen Wert auf mehr als vier Millionen Euro.

Alidou noch nicht angekommen

Faride Alidou: Eigentlich wollte der FC Benedict Hollerbach vom SV Wehen Wiesbaden verpflichten. Der Deal stand wohl auch kurz vor dem Abschluss – bis zur drohenden Transfersperre. Die Kölner Verantwortlichen haben lange nach einer Alternative gesucht und Faride Alidou gefunden. Der schnelle Außenspieler ist beim FC noch nicht angekommen, feierte am vergangenen Wochenende gegen Leverkusen sein Startelf-Debüt – und das im Sturm. Zu sehen war er im Grunde nicht. Genauso wenig wie bei den vier Kurzeinsätzen zuvor. Auch für Alidou hat der FC eine Kaufoption vereinbart. Frankfurt hat allerdings eine Rückkaufoption. Dass der FC den Außenspieler halten wird, ist nach dem jetzigen Leistungsstand mehr als unwahrscheinlich. Die erhoffte Verstärkung ist Alidou bislang nicht.

Dominique Heintz: Der Abwehrspieler ist wieder zurück am Geißbockheim. Nach einer zuletzt eher schweren Phase ist Heintz beim FC der Backup in der Innenverteidigung. Auf wirklich viel Einsatzzeit wird der Routinier wohl nicht kommen. Stand jetzt sind Jeff Chabot und Timo Hübers in der Innenverteidigung gesetzt. Baumgart betonte zuletzt, das Luca Kilian die Nummer drei sei.

Acht Neuzugänge, kaum Kosten – eigentlich eine gute Bilanz für den Kölner Transfersommer. Eigentlich, denn die Leistungsbilanz spricht eine ganz andere Sprache.

Die Online-Plattform Gool.ai berechnet die Marktwerte rein nach Leistungsparametern. Vom gespielten Pass über den Torschuss bis hin zur Passgenauigkeit oder der Einleitung von Großchancen werden alle Daten pro Spiel erfasst. Diese fließen in die Gesamtbewertung mit ein. Das Unternehmen bezieht ihre Berechnung im Gegensatz zu anderen Anbietern nur auf die Leistungsparameter. Bei transfermarkt.de fließen beispielsweise auch die Meinungen der User in den Marktwert mit ein.

Das sind die Marktwerte der FC-Profis (Stand 19.10.)

Der FC so schwach wie 17/18 – und doch auch wieder nicht

,
Startseite » Profis » Seite 578

Der FC so schwach wie 17/18 – und doch auch wieder nicht

Ein Punkt aus sieben Spielen – so schlecht ist der FC bislang nur in der Abstiegssaison 17/18 in die Spielzeit gestartet. Viel erinnert an die Horror-Spielzeit vor sechs Jahren. Doch es gibt auch Unterschiede.

Die Erinnerungen an die Horror-Spielzeit 2017/2018 sind noch präsent, die Parallelen zu damals aktuell groß. Der FC scheint so schwach wie 17/18 zu sein – und doch auch wieder nicht.

„Die Mannschaft hat Bock darauf, diese Situation gemeinsam mit dem Trainer durchzustehen“, „In der Länderspielpause werden wir alles abschütteln, was negativ ist“, „Es ist einfach eine unglaublich schwierige Phase. Wir nutzen unsere Chancen nicht und machen hinten Fehler. Aber wir haben Leben in der Truppe, wir geben uns nicht auf“ – die Durchhalteparolen der FC-Profis wirken so vertraut und sind doch schon sechs Jahre alt. Als sich der FC vor ziemlich genau sechs Jahren in die Länderspielpause verabschiedete, war die Situation rund um das Geißbockheim mehr als nur brisant. Der Abstiegskampf war ausgerechnet in der Europacup-Saison auf einmal ein bedrohliches Szenario. Nicht nur die Aussagen und die Stimmungslage erinnern erschreckend stark an die aktuelle Situation in Köln: ein Punkt aus sieben Spielen, dazu eine Torbilanz von 2:15 – der sechste Abstieg der Vereinsgeschichte nahm sehr früh in der Saison Konturen an. Auch damals spielten die Kölner in einigen Begegnungen gar nicht schlecht, waren in der Offensive aber zu nachlässig, in der Defensive zu anfällig. Die Parallelen sind besorgniserregend, erschreckend, vor allem aber groß.

Der fünftschlechteste Saisonauftakt der Bundesliga-Geschichte

Und doch dann auch wieder nicht. Und das sicher nicht wegen der noch schwächeren Tordifferenz, die den damaligen Auftakt zum aktuell fünftschlechtesten der Bundesliga-Geschichte gemacht hat. Die Konstellation war eine andere. Der FC befand sich im fünften Jahr mit Peter Stöger eigentlich im siebten Himmel. Die Kölner hatten den Europapokal erreicht, reisten durch Europa und träumten von mehr. Und das nicht wegen der die-Kölner-gewinnen-einmal-und-träumen-von-der-Champions-League-Mär. Nein, der FC hatte sich unter Peter Stöger sukzessive verbessert – vom Aufsteiger über die Plätze 12, 9, zu 5. Es gab wenig Anlass, mit Sorge in die Spielzeit zu starten. Zumal die Kölner Kassen nach dem Modeste-Transfer gefüllt wie nie zuvor schienen. Und doch hatte man das Gefühl, dass Trainer und Mannschaft den Zenit erreicht, ihn sogar überschritten haben könnten. Ein nicht definierbarer Schatten mischte sich unter das Europapokal-Glück.

Im Gegensatz zur aktuellen Saison war das Auftaktprogramm für einen Europacup-Teilnehmer ein Machbares. Offenbar aber nur auf dem Papier. Denn der FC machte relativ wenig aus dem, was man dem Trainer zu Beginn der Spielzeit zur Verfügung gestellt hatte. Rund 35 Millionen hatten die FC-Bosse im Sommer in neue Spieler investiert. Nur wollte das neue Konstrukt so gar nicht funktionieren. Köln kassierte Pleite um Pleite, verlor gegen Gladbach, Augsburg und Hamburg – allesamt Mannschaften, die sich eigentlich mindestens auf Augenhöhe hätten befinden sollen. Die Serie wurde zu einer Krise, so dass Claudio Pizarro im zarten Alter von 38 Jahren noch aus der Vertragslosigkeit geholt wurde. Steffen Baumgart und Christian Keller lehnen einen vertragslosen Spieler aktuell ab. Vor allem, weil die Integration des neuen Spielers wohl zu lange dauern würde. Falls die Beiden einen Beleg für ihre These benötigen, der Peruaner wäre ein gutes Beispiel. Ein Tor schoss der Champions-League-Sieger von 2013 für die Geißböcke. Auch Pizarro konnte dem FC nicht helfen.

Fehlendes Vertrauen zwischen Stöger und Schmadtke

Die Krise lag aber sicher nicht an einer grundsätzlich mangelnden Qualität des Kaders. Der FC war eigentlich breit aufgestellt. Dachte man zumindest. Allerdings erwiesen sich gleich mehrere Transfers als Fehleinkäufe, die zudem noch mit sehr lukrativen Verträgen ausgestattet wurden. Eigentlich breit aufgestellt, denn zeitweilig fehlten mehr als ein Dutzend Spieler gleichzeitig verletzt. Eine herbe Belastung, zumal diese für die Kölner mit dem Europapokal gleich doppelt so groß war. Zwar hat der FC in dieser Saison mit deutlich weniger Verletzten zu kämpfen, durch den dünnbesetzten Kader wiegen diese allerdings ähnlich schwer. Und doch muss Köln nicht an mehreren Fronten gegen die Misere ankämpfen und das Lazarett scheint sich noch rechtzeitig lichten zu können. Zudem hält Baumgart an seinem Spielsystem fest, spielt weiterhin attraktiven Fußball, bei dem man durchaus das Gefühl hat, er kann auch wieder erfolgreich sein.

Den größten Unterschied zu damals macht aber sicherlich die Stimmung am und um das Geißbockheim. Steffen Baumgart erhält von der Kölner Führung vollste Rückendeckung. Die FC-Bosse vertrauen ihrem „Entwickler“ blind. Das gleiche gilt für das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft. Das Gebilde ist intakt. Der Coach betonte erst zuletzt, dass dazwischen kein Blatt passen würde. Vor sechs Jahren war das Verhältnis zwischen Peter Stöger und Jörg Schmadtke bereits gestört. Das Duo, das aus dem FC wieder einen soliden Bundesligisten gemacht hatte, wollte nicht mehr funktionieren, nicht mehr zusammenfinden. Es kam zum Zerwürfnis, das mit dem Abschied von Schmadtke aus Köln einherging. Der FC hatte in dieser Zeit viel von einem Chaos-Klub, das Gebilde war fragil. „Am Ende zählen nur Punkte, um der Krise zu entgehen“, sagte Peter Stöger vor ziemlich genau sechs Jahren. Immerhin eine weitere Parallele zu heute.