In Leipzig chancenlos, beim FC Leistungsträger

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In Leipzig chancenlos, beim FC Leistungsträger

Jeff Chabot und Eric Martel durchliefen einige Jahre die Leipziger Nachswuchsteams, auch Benno Schmitz und Davie Selke spielten bereits für RB. Richtig durchsetzen konnte sich bei den Sachsen keiner der Spieler. Sie alle gehören nun beim FC zum Stammpersonal.

Für Eric Martel, Jeff Chabot, Davie Selke und Benno Schmitz geht es am Samstag an alte Wirkungstätte. Sie alle waren bei den Sachsen früher oder später ohne Chance auf viel Einsatzzeit, beim FC sind sie aber mittlerweile absolute Leistungsträger. Sowohl für Spieler als auch für den FC hat sich diese Entwicklungen mehr als gelohnt. Selke, Martel und Chabot: bei RB chancenlos, beim FC Leistungsträger

Es gibt aktuell wohl nur wenige Gründe, warum die RB-Verantwortlichen bewundernd, vielleicht ein wenig neidisch Richtung Köln schauen würden. Es ist zumindest vorstellbar, dass der ein oder andere Leipzig-Vertreter die Faust in der Tasche machen musste, als am Dienstag die Nachricht aufploppte, Jeff Chabot stehe auf dem Wunschzettel einiger Bundesliga-Topklubs und eine mögliche Ablöse von rund 15 Millionen Euro kolportiert wurde. Wenn dem so ist, ist es auch nicht ausgeschlossen, dass der Innenverteidiger sogar ins Visier der Bullen geraten ist. Was wiederum eine gewisse Komik mit sich tragen würde. Denn Jeff Chabot ist nur eins von vielen Beispielen, woran es Leipzig beim nicht erstaunlichen, aber dennoch einmaligen Aufstieg hapert: der eigenen Nachwuchsarbeit. Denn für den Kölner Abwehrchef wird das Spiel gegen Leipzig eine Art Heimreise. Chabot, in Hanau geboren und in Hessen aufgewachsen, wechselte im Alter von 16 Jahren in die Talentschmiede von RB, von der sich der Verein einiges versprach.

Kaum Einsatzchancen für Chabot und Martel

Drei Jahre spielte der Abwehrspieler für den Leipziger Nachwuchs, wurde in dieser Zeit Junioren-Nationalspieler und hoffte auf den baldigen Durchbruch. Tatsächlich wollte Chabot seinen Vertrag für die U23 verlängern, doch die Reserve wurde – wie bei vielen anderen Bundesligisten auch – aufgelöst. Chabot war gerade 19, Chancen auf Einsätze bei den Profis rechnete er sich nicht aus. Und so verließ der Innenverteidiger RB zum Nulltarif Richtung Niederlande. Dort sammelte der Abwehrspieler die Spielpraxis, die er sich erhofft hatte. Über den Umweg Italien landete Chabot bekanntlich in Köln. Auch Eric Martel durchlief die RB-Schmiede. Zumindest einige Jahre. Als 15-Jähriger wechselte der Mittelfeldspieler aus Regensburg nach Sachsen. Martel wurde wie Chabot in Leipzig Junioren-Nationalspieler, wurde dann um Spielpraxis zu sammeln an Austria Wien verliehen. Nach seiner Rückkehr teilte man auch Martel mit, dass er nur mit wenig Spielzeit rechnen dürfe. Den Sechser zog es für rund eine Millionen Euro weiter Richtung Köln. Dort ist der 21-Jährige ein absoluter Leistungsträger, eine Säule der Kölner Mannschaft.

Martel und Chabot sind nur zwei Beispiele von vielen Bundesliga-Spielern, die den Durchbruch bei anderen Klubs schafften. Ein Problem, dass Leipzig schon seit vielen Jahren begleitet. RB hat Millionen in das Nachwuchsleistungszentrum investiert, dauerhaft hat es kein Eigengewächs in die Profimannschaft von RB geschafft. In der aktuellen Eigengewächs-Statistik im Profikader belegt Leipzig mit zwei Spielern den letzten Platz. Beide Akteure standen zwar bereits im Profikader, hatten aber noch nicht eine Einsatzminute. In der gleichen Statistik liegt der FC mit sieben Eigengewächsen auf Rangt vier, gemeinsam mit den Bayern. Lange diente die rasante Entwicklung der Profimannschaft als möglicher Grund für die nicht vorhandenen Eigengewächse im Profikader. Doch nach acht Jahren NLZ Leipzig zählt das Argument wohl nicht mehr, für einen Klub, der sich die Entwicklung der Nachwuchskicker auf die Fahne geschrieben hat. Auch deswegen hat der bei RB mittlerweile geschasste Max Eberl im Sommer Manuel Baum als neuen Chef des NLZs nach Leipzig gelotst.

Zentrale Achse beim FC

Neben Chabot und Martel blicken aber auch Benno Schmitz und Davie Selke auf eine Leipziger Vergangenheit zurück. Schmitz ging dabei einen anderen, aber einen durchaus bekannten Weg. Der bei den Bayern ausgebildete Abwehrspieler wechselte 2014 zu RB Salzburg, bevor es zwei Jahre später nach Leipzig ging. In seiner ersten Spielzeit in der Bundesliga kam der Abwehrspieler noch auf starke 17 Einsätze, auch zwei Mal gegen den FC. In der zweiten Spielzeit in Leipzig waren es ganze zwei. Der Wechsel 2018 nach Köln somit verständlich, wenn nicht sogar folgerichtig. Ein Jahr zuvor hatte auch Davie Selke die Leipziger schon wieder verlassen. Dabei wollte der Stürmer ursprünglich gar nicht zu RB wechseln, für ihn ging es um die Vertragsverlängerung. Doch Bremen benötigte Geld, Leipzig einen jungen Stürmer. Nachdem der Angreifer aber bei den Bullen nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinauskam, ging es weiter Richtung Berlin.

Mal abgesehen von Benno Schmitz gibt es beim FC nun also eine zentrale Achse, die sich bei den Bullen nicht durchsetzen konnte, beim FC aber zu den absoluten Leistungsträgern gehört, Schmitz ist immerhin Stammspieler. Das Online-Portal transfermarkt.de schätzt alleine die Marktwerte von Chabot und Martel auf insgesamt 16.5 Millionen Euro – die beiden Akteure kosteten den FC gerade einmal rund drei Millionen. Sowohl für Spieler als auch für den Klub haben sich die Entwicklungen also mehr als gelohnt.

 

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1:3-Pleite: Finkgräfe-Treffer reicht U21 nicht

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1:3-Pleite: Finkgräfe-Treffer reicht U21 nicht

Die U21 hat das Nachholspiel gegen die U23 des SC Paderborn verloren. Bei den Ostwestfalen kassierte das Team von Evangelios Sbonias eine 1:3-Niederlage und verpasste den Sprung auf Rang drei. Immerhin traf Max Finkgräfe mit einem sehenswerten Freistoß.

Max Finkgräfe überzeugt auch weiterhin in der U21 der Kölner. Im Nachholspiel gegen den SC Paderborn trug sich der Youngster wie schon am Wochenende in die Torschützenliste ein. Finkgräfe trifft per direkt verwandeltem Freistoß bei U21-Niederlage. Das Spiel wurde verlegt, weil sich zum eigentlichen Datum der Begegnung mit Justin Diehl ein FC-Profi auf Länderspielreise befunden hat.

Die U21 startete mit Damion Downs, Justin Diehl und Max Finkgräfe in der Offensive. Florian Dietz stand dagegen nicht im Kader. Der Angreifer könnte wohl eine Option für den Profikader am Samstagabend gegen Leipzig sein. Für die Mannschaft von Evangelios Sbonias bestand die Chance auf den dritten Platz, entsprechend offensiv stellte der Coach auf. Doch schon die Anfangsphase gehörte den Hausherren. Paderborn machte weitestgehend das Spiel, erspielte sich allerdings zunächst keine zwingende Chancen. Auch der FC war nicht sonderlich gefährlich. Nach einer guten Viertelstunde tauchte Justin Diehl erstmals in Strafraum-Nähe auf, sein Schuss verfehlte das Tor aber deutlich. Mitte der ersten Halbzeit belohnte sich Paderborn für die Feldüberlegenheit. Moritz Flotho nutzte einen Fehler von Jonas Nickisch zur absolut verdienten Paderborner Führung. Doch der FC fand die richtige Antwort – und das sehenswert. Max Finkgräfe verwandelte einen Freistoß direkt. Schon am vergangenen Wochenende hatte der 19-Jährige ein Traumtor erzielt.

Finkgräfe trifft per Freistoß zum 1:1

Der Ausgleich gab den Kölnern aber nicht den erhofften Auftrieb. Paderborn war weiterhin die dominante Mannschaft, der FC tat sich im Nachholspiel schwer. So dauerte es keine 120 Sekunden im zweiten Durchgang und die Ostwestfalen schlugen erneut zu. Joel Vega Zambrano traf aus kurzer Distanz, wieder machte Nickisch nicht die beste Figur. Dafür rettete der Kölner Keeper anschließend einige Male stark. Denn Paderborn machte weiterhin das Spiel und kam zu weiteren Möglichkeiten. Unter anderem kam Niclas Nadj zu einem starken Abschluss. Ilyas Ansah, der in dieser Saison auch schon drei Mail bei den Profis zum Einsatz kam, erhöhte in der Schlussphase auf 1:3. Dem FC fiel dagegen nicht mehr besonders viel ein. Köln kassiert nach zuletzt drei ungeschlagenen Spielen in Serie einen Dämpfer und rutscht auf den fünften Rang ab. Am kommenden Samstag steht bereits das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Dann ist der FC zu Gast beim Tabellenvorletzten, der SSvg Velbert.

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Eric Martel – das Paradebeispiel für einen Entwicklungsklub

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Eric Martel – das Paradebeispiel für einen Entwicklungsklub

Eric Martel ist seit anderthalb Jahren Spieler des 1. FC Köln. Mit seinen 21 Jahren ist er jetzt schon Leistungsträger des FC und ein großes Kölner Versprechen. Martel gehört zu den wertvollsten Spielern des FC.

Neben Luca Waldschmidt, Florian Kainz und Jeff Chabot gehörte auch der Sechser zu den besten Spielern im Derby. Zweifelsohne ist er eins der größten Versprechen im Kader des 1. FC Köln: Warum Eric Martel für den FC so wichtig ist.

Ein wenig erinnerte er dann doch an Ellyes Skhiri, obwohl die Diskussion um den nach Frankfurt abgewanderten Mittelfeldspieler doch langsam mal beendet sein sollte und er ein ganz anderer Typ Fußballer ist. Aber Eric Martel hatte im Derby gegen Gladbach viel von dem Tunesier. Der U21-Nationalspieler spielte so unscheinbar, dass er weder übermaßen positiv noch besonders negativ auffiel. Dabei war der Sechser auch am Sonntag wieder einer der besten Kölner. Martel lief 12.7 Kilometer und damit am meisten aller Spieler im Derby und kam auf eine starke Passquote von mehr als 90 Prozent – ebenfalls der Bestwert. Und wenn der Mittelfeldspieler eine bessere Zweikampfquote aufweisen würde, wäre der Vergleich mit Skhiri mehr als nur vertretbar. Wenn überhaupt hatte der Sechser beim Gegentor Nico Elvedi aus den Augen verloren. „Wir wussten, dass die Gladbacher die Ecken auf den kurzen Pfosten bringen. Da stand ich vielleicht einen Meter zu weit weg“, gab Martel am Mittwoch nach dem Training zu.

Martel ist Teil der Achse mit Einsatzgarantie

Schon vor dem Derby hatte Steffen Baumgart betont, wie wichtig die Rückkehr des Sechsers als Stabilisator sei. Auch deswegen war der Kölner Trainer gegen Leverkusen von seiner eigenen Marschroute, Rekonvaleszenten Zeit zu geben, abgewichen und hatte Martel wenige Tage nach seiner Rückkehr gegen Bayer in die Startelf gepackt. Der Defensivspieler hatte sich eine Reizung an der Ferse zugezogen. Am Sonntag überzeugte er auf der Doppelsechs mit Dejan Ljubicic. „Ich denke, das harmoniert mit uns ganz gut. Er eher offensiv, ich eher defensiv. Ich denke, dass wir das ganz gut zusammen machen“, sagte Martel. Der 21-Jährige ist längst ein wichtiger Teil der Mannschaft, Leistungsträger, ein Teil der Achse, die von Baumgart eine – zumindest öffentlich – unausgesprochene Stammplatzgarantie zugeteilt bekommen hat.

Diese rasante Entwicklung war bei der Verpflichtung vor einem guten Jahr so nicht abzusehen. Martel kam zwar auch, um die Vakanz, die durch den Abgang von Salih Özcan entstanden ist, zu schließen. Dass der 21-Jährige aber bereits in seiner ersten, erst recht aber in der zweiten Saison eine so elementare Rolle beim FC einnehmen würde, war aber nicht zu erwarten. Das spiegelt sich auch im Marktwert des Straubingers wider. Der FC verpflichtete den Sechser für knapp eine Millionen Euro, der Marktwert lieg laut gool.ai mittlerweile bei 5.8 Millionen Euro. Das Online-Portal prognostiziert den Wert für den kommenden Sommer auf rund sieben und für 2025 auf knapp zehn Millionen. Die Werte sind allerdings dynamisch, berechnen sich nach jedem Spiel, nach jedem Leistungsattribut neu. Neben Jan Thielmann und Dejan Ljubicic ist Martel wohl das größte sportliche und/oder wirtschaftliche Versprechen der Kölner.

Für Martel ein besonderes Spiel

So führt wohl auch am Samstag im sogenannten Topspiel gegen Leipzig (18.30 Uhr, Sky) kein Weg an Martel vorbei. Der Sechser ist gesetzt, erwartet aber ein schweres Spiel. „Die spielen seit Jahren oben mit. Dieses Jahr wieder und darum wird es ein ganzes Stück Arbeit für uns. Wir werden wieder alles raushauen“, sagte Martel, der besonders motiviert sein dürfte. Martel war zwar vor seinem Engagement in Köln an Austria Wien ausgeliehen, durchlief bei RB seit 2017 die Nachwuchsteams und stand bei Leipzig unter Vertrag. „Das ist dann noch einmal ein besonderer Ansporn für mich.“ Bei den Sachsen unterschrieb Martel seinen ersten Profikontrakt. „Es ist noch ein langer Weg, aber ich werde alles dafür tun, meinen Traum vom Bundesliga-Spieler zu verwirklichen“, sagte der Youngster damals. Im Dezember 2020 feierte er für RB sein Profidebüt im DFB-Pokal, allerdings als Innenverteidiger und nur in den letzten zwei Minuten.

Der Traum von der Bundesliga führte über Österreich, über Austria Wien. „Eric ist ein vielversprechendes RBL-Talent. Er hat zuletzt dauerhaft mit unserem Profiteam trainiert und sich vor Weihnachten erste Einsatzminuten im DFB-Pokal gegen Augsburg verdient“, sagte der damalige RB-Sportvorstand Markus Krösche. „Wir trauen ihm in Zukunft viel zu. Wichtig ist für ihn jetzt, dass er Spielpraxis sammeln kann.“ Die sammelte Martel, wurde als Youngster bereits zum Stammspieler und Leistungsträger. RB traute dem Spieler dann wohl doch nicht mehr so viel zu, teilte Martel mit, er würde wenig Spielzeit erhalten. Der Wechsel nach Köln in die Bundesliga war insofern nur ein logischer Schritt. Zum FC kam Martel ebenfalls mit dem Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Entweder ging diese Entwicklung schneller als gedacht oder sie lässt auf einen großen FC-Spieler hoffen.

 

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Nach Derbysieg: Hat der FC seine Zehn gefunden?

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Nach Derbysieg: Hat der FC seine Zehn gefunden?

Viel wurde über die Positionen der Zehn und der Acht diskutiert. Gegen Gladbach spielte der FC mit Florian Kainz auf der linken Seite und Luca Waldschmidt im Zentrum – und das erfolgreich. Steffen Baumgart hält sich die Positionen aber auch weiterhin offen.

Beim 3:1-Erfolg der Kölner über Gladbach spielte Florian Kainz auf der Außenbahn und Luca Waldschmidt auf der Zehn. Die Umstellung ging auf und entfachte erneut die Rollen-Diskussion beim 1. FC Köln: Waldschmidt und Kainz – die Suche nach der Zehn

Über die Matchwinner des Derbys am Sonntag wird es wohl kaum zwei Meinungen geben. Florian Kainz, der nicht nur bei seinen beiden verwandelten Elfmetern die Verantwortung des Teams übernahm sowie Luca Waldschmidt, der sich so lange mühte, bis er sich selbst für seine starke Leistung belohnte. Die beiden Offensivspieler ragten aus einer starken Kölner Mannschaft ausgerechnet im Derby heraus. Unterschiedliche Meinungen gab es in dieser Saison allerdings, welcher der beiden Akteure auf welcher Position wohl besser aufgehoben sei. So spielte der etatmäßige Linksaußen Florian Kainz meist im Zentrum hinter den Spitzen, Luca Waldschmidt, der wohl die meisten Spiele seiner Karriere als hängende Spitze oder Stürmer absolvierte, agierte dagegen meist auf der linken Seite. Eine Position, die er selten, aber ebenfalls schon gespielt hat.

FC: Baumgarts Plan ging gegen Gladbach auf

Auf den ersten Blick also eine ungewöhnliche Maßnahme. Allerdings eine, die eindeutig in den Kompetenzen des Trainers liegt. Dennoch wurde unter den Fans und in den Sozialen Medien über die Rolle der beiden Akteure diskutiert. Kein Wunder, beide blieben in den ersten sieben Saisonspielen weitestgehend blass, weit hinter den Erwartungen der Fans, aber wohl auch des Vereins zurück. Gerade der neue Kapitän Florian Kainz suchte seine Form, konnte nicht an die Leistungen des Endspurts der vergangenen Spielzeit anknüpfen. „Wo ich Leute aufstelle, das entscheide wirklich ich“, sagte Baumgart einige Tage vor dem Leverkusen-Spiel. „Er (Kainz, Anm. d. Red.) hat diese Position in den letzten neun Spielen der Rückrunde gespielt. Davon haben wir acht sehr erfolgreich gestaltet. Da hat er die meisten Tore vorbereitet, nicht über die linke Seite. Dass er über die Außenbahnen gut vorbereiten kann, wissen wir.“ Nur, dass Kainz in dieser Saison bislang noch genau kein Tor vorbereitet hat. Immerhin kam der 31-Jährige bis zum Gladbach-Spiel auf 21 Flanken (3 pro Spiel) und 10 Torschussvorlagen (1,4 pro Spiel).

Das Puzzle mit oder um Kainz schien jedenfalls nicht so recht zu passen. Auch Baumgart suchte nach der richtigen Position, setzte den Österreicher gegen Bremen sogar auf der Sechs ein – das Experiment misslang. Auch die Rolle von Luca Waldschmidt war alles andere als glücklich. „Bei Luca ist es wichtig, dass wir eine klare Position für ihn finden, auf der er seine Stärken wie in der Vorbereitung einbringen kann“, sagte Christian Keller noch in der vergangenen Woche dem „Express„.

Ausgerechnet gegen Leverkusen begann Kainz dann auf der linken Seite und der Versuch ging gehörig daneben. Allerdings sicher nicht, weil Baumgart das Team doch umstellte. Vielmehr, weil Leverkusen den FC überrannte und Köln so gut wie gar nicht in der Offensive stattfand. Gegen Gladbach spielte Kainz erneut auf der Außenbahn, Waldschmidt hinter der Spitze – und der Plan ging dieses Mal ganz offensichtlich auf. Die beiden Akteure zeigten auf ihren vermeintlichen Stammpositionen ihre bislang beste Saisonleistung. Kainz brachte fünf Hereingaben und vier Torschussvorlagen, schoss drei Mal aufs Tor und traf zwei Mal. Luca Waldschmidt, der bislang auf vier Flanken in der Saison kommt, brachte gegen Gladbach keine einzige, dafür suchte er acht Mal den Torabschluss, fast so viel wie in allen Spiel zuvor (10) und traf zum entscheidenden 3:1.

Weitere Offensiv-Optionen beim FC

Überhaupt überzeugte Köln auf ganzer Linie. Und das nicht etwa, wie Baumgart vehement betonte, weil Gladbach so schlecht gewesen sei, vielmehr weil der FC gerade in der ersten Halbzeit überragend gespielt habe. Angetrieben eben von den beiden Offensivspielern Luca Waldschmidt und Florian Kainz. Kein Wunder also, dass die Positionen-Diskussion in die nächste Runde geht, obwohl die Leistung nicht zwingend mit der Formation auf dem Rasen zusammen hängen muss.

Dieser Diskussion schob der Trainer dann am Dienstag ohnehin erneut einen Riegel vor. Baumgart betonte, dass es nicht passieren werde, dass ihm vermeintliche Experten erklären, wie sein Fußball auszusehen habe – und damit auch nicht bei den Personalien in der Offensive. „Wir hatten jetzt zum ersten Mal einen kompletten Kader. Und zwar nicht nur auf dem Trainingsplatz, sondern so, dass alle wieder einigermaßen in Form sind“, sagte Baumgart. „Es wird sicherlich weiter eine Option sein, mit Luca auf der Zehn und Kainzi auf der Acht zu spielen. Es wird aber genauso eine Option sein, dass Kainzi wieder auf die Zehn rückt und Luca als zweite Sturmspitze spielt.“ Baumgart wird sich also auch weiterhin nicht auf genaue Positionen seiner Akteure festlegen.

Zumal mit Mark Uth und mittelfristig Jan Thielmann zwei weitere Optionen für die Offensive zurückkehren. Nur eine Sache ist beim Baumgartschen Offensiv-Fußball sicher: „Es wird nicht passieren, dass ich einen Bus parke“, sagte der Trainer.

 

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Comeback von Jan Thielmann: Steffen Baumgart bremst die Euphorie

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Comeback von Jan Thielmann: Steffen Baumgart bremst die Euphorie

Seit vergangener Woche ist Jan Thielmann wieder im Mannschaftstraining. An einen Einsatz denkt FC-Trainer Steffen Baumgart aber noch nicht.

Das Lazarett des 1. FC Köln lichtet sich, der Kader wird wieder breiter. FC-Trainer Steffen Baumgart kann nahezu aus dem Vollen schöpfen. Auf einen Spieler will der Trainer aber vorerst weiterhin verzichten. Jan Thielmann: Baumgart bremst die Euphorie, der Kölner Trainer will den Youngster langsam an die Mannschaft heranführen.

Jan Thielmann ist aktuell wieder in seinem Element. Trotz des bescheidenen Wetters war dem 21-Jährigen am Dienstag der Spaß ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder – seit Sommer hat der Kölner Youngster an seinem Comeback gearbeitet, seit der vergangenen Woche befindet sich der Offensivspieler wieder im Mannschaftstraining. Den nächsten Einsatz des Kölner Eigengewächses können nicht nur viele Fans kaum noch erwarten. „Dass er immer Vollgas gibt und immer dabei ist, ist glaube ich klar. Jan ist einer der ganz wenigen Spieler, die man nicht einbremsen kann – das ist aber auch sein Problem“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart, der damit auch durchblicken ließ, dass es mit einem Comeback seines Musterschülers auf dem Platz wohl noch ein wenig dauern kann.

Baumgart: „Mit der Einsicht ist das so eine Sache“

Im Sommer hatte sich der Youngster im Rahmen der Vorbereitung auf die U21-EM verletzt. Eine bittere Verletzung, denn Thielmann hatte immer wieder betont, wie groß der Traum von der Kontinentalmeisterschaft sei. So wie Baumgart nun bestätigte, handelte es sich bei der Verletzung nicht nur um eine muskuläre. Davon hatte der Klub im Sommer gesprochen, Thielmann lief allerdings eine Zeit an Krücken, mit dick einbandagiertem Knie. „Wenn man aus so einer langen Verletzung kommt, und es war eine Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung, dann sollten wir Vorsicht walten lassen“, sagte der Coach. Und: „Jan kann das leider nicht. Er ist da positiv verrückt. Wir müssen ihn da leider ein wenig einbremsen.“ So würde der Youngster am liebsten bereits gegen Leipzig wieder im Kader stehen.

Dazu wird es nach aller Wahrscheinlichkeit aber nicht kommen. Thielmann ist erst vergangene Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, der Trainer betonte schon in mehreren Situationen, dass er seine Rekonvaleszenten langsam wieder an die Mannschaft heranführen wird. Zudem ist der aktuelle Kader gut besetzt – auf jeden Fall quantitativ. Aktuell befinden sich nur Philipp Pentke und Jacob Christensen im Reha-Training. Luca Waldschmidt und Timo Hübers trainierten am Dienstag zwar individuell, doch auch dort erwartet der Trainer noch diese Woche die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Kein Wunder also, dass der gerade erst genesene Thielmann nicht umgehend die größte Rolle in Baumgarts Planungen spielt. „Wir müssen berücksichtigen, dass Jan eine ganz andere Leidenszeit hat als alle anderen“, sagte Baumgart daher. „Wir führen jeden Tag das gleiche Gespräch. Aber mit der Einsicht ist das so eine Sache“, so der Trainer weiter.

Dabei wäre der 21-Jährige, der immerhin schon die 100-Pflichtspiel-Marke der Kölner geknackt hat, sicherlich eine weitere Bereicherung für die Offensive. Gerade auf der rechten Außenbahn, auf der sich Faride Alidou noch nicht als die erhoffte Verstärkung herausgestellt hat. Thielmann gilt schon lange als großes Talent der Kölner. Nicht umsonst haben die Geißböcke mit dem Youngster erst kürzlich den Vertrag bis 2026 verlängert. Experten prophezeien Thielmann eine große Entwicklung – wenn er sich nicht schwerer verletzt. Aber gerade die Verletzungen waren in der Vergangenheit immer wieder ein Problem. In der vergangenen Spielzeit litt der Förener lange unter einer Viruserkrankung und fiel dann immer wieder mit Muskelverletzungen aus. Der Verein versucht mit diversen Gegenmaßnahmen, der Verletzungsanfälligkeit entgegenzuwirken. Ein verfrühter Einsatz wäre kontraproduktiv. Auch deswegen muss sich Thielmann weiter in Geduld üben.

 

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Mark Uth und der verpasste Moment

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Mark Uth und der verpasste Moment

Viele Fans haben am Sonntag mit einem Comeback von Mark Uth gerechnet, der Spieler wohl auch. Zur Rückkehr des Derbyhelden ist es nicht gekommen. „Es wäre für ihn und für uns der richtige Moment gewesen. Jetzt ist der Moment verpasst“, sagte Steffen Baumgart.

Manchmal schreibt der Fußball die schönsten Geschichten. Eine wäre sicherlich die des Rückkehrers Mark Uth als Derbyheld gewesen. Der gebürtige Kölner hat auf einen Einsatz gegen Gladbach gehofft, es blieb ihm nur die Rolle des Zuschauers. Mark Uth bleibt ohne Einsatz im Derby.

Gefühlt war Mark Uth am Sonntagnachmittag der Erste im gesamten Kölner Stadion, der mit geballter Faust die Führung der Geißböcke feierte. Die Freude, die Erleichterung waren dem Offensivspieler anzusehen. Uth weiß als gebürtiger Kölner natürlich um die Bedeutung des Derbys, lebt die Leidenschaft mit. Nicht umsonst betonte FC-Trainer Steffen Baumgart Uth sei „durch und durch Köln“. Der Stürmer selbst hatte noch im September betont, dass es ein Traum für ihn sei, mit der Mannschaft den Derbysieg in der Kabine zu feiern. Den Derbysieg fuhren die Geißböcke ein, aktiv beitragen konnte der 32-Jährige dazu nicht. Uth saß 90 Minuten auf der Bank, wurde nicht mehr eingewechselt. „So wie das Spiel gelaufen ist, hatte ich gar nicht vor, irgendwelche Wechsel zu machen“, sagte Baumgart am Dienstag. „Ich wollte es über die Ziellinie bringen. Auch die letzten beiden Wechsel kamen ja aus Verletzungsgründen zu Stande.“ So wurden in der Schlussphase Luca Kilian für Timo Hübers und Steffen Tigges für Davie Selke eingewechselt.

Baumgart: „Jetzt ist der Moment verpasst“

Und so blieb Uth nur die undankbare Rolle des Zuschauers. Dass der 32-Jährige auch das erlösende 3:1 durch Luca Waldschmidt von der Bank aus feierte, war mehr als selbstverständlich. „Wer Mark gesehen hat der weiß, dass er sich bei jeder Aktion mit gefreut hat“, sagte der Trainer, der schon in der vergangenen Woche erklärt hatte, dass Uth auch neben dem Platz, auch während seiner Leidenszeit ein wichtiger Faktor für die Mannschaft gewesen ist. Und die Leidenszeit war lang. Nahezu eine komplette Saison hatte Uth verpasst, sich im Sommer wieder heran gearbeitet, um dann von der nächsten Verletzung im ersten Pflichtspiel erneut ausgebremst zu werden. Erst im Testspiel gegen Reusrath gab der Angreifer ein erfolgreiches Comeback.

Auch deswegen hatten nicht wenige mit dem Einsatz gegen die Fohlen gerechnet und viele Fans hatten ins Geheim auch ein wenig damit geliebäugelt, dass ausgerechnet Uth zum Derbyhelden avancieren würden. Der gebürtige Kölner, der in der jüngeren Vergangenheit immer und immer wieder vom Verletzungspech verfolgt gewesen ist, sollte die Wende einleiten. Ein romantischer Gedanke. Einer, der sich nicht erfüllte. „Es wäre für ihn und für uns der richtige Moment gewesen. Jetzt ist der Moment verpasst“, sagte Baumgart fast schon nachdenklich.

Uth wird seine Chance erhalten

Möglicherweise wollte der Trainer das Gleichgewicht nicht durcheinander bringen, vermutlich hat er auch geahnt, dass Luca Waldschmidt sein Glück erzwingen wollte und ließ ihn auf dem Platz. Der Angreifer dankte es dem Trainer mit dem Tor in der Schlussminute. „So wie die Jungs das gemacht haben, war es kein Grund für mich irgendwie zu wechseln“, wiederholte Baumgart. „Dass dieser Moment für Mark der richtige gewesen wäre, das tut mir leid. Da habe ich mir auch lange Gedanken drüber gemacht, allerdings erst nach dem Spiel.“ Aber: „Wir haben schon den Fokus auf ihn gesetzt und er ist nicht dabei. Er ist aber ein Ausnahmespieler für uns“, sagte der Trainer. „Jetzt ist es wichtig, dass er dabei ist, wie er dabei ist.“

Zumal Uth mit Sicherheit zu seinen Chancen kommen wird. Möglicherweise schon am kommenden Samstag gegen Leipzig. Denn was die Scorerpunkte angeht, gehört RB zu Uths Lieblingsmannschaften. Gegen Leipzig war Uth vier Mal selbst erfolgreich und bereitete zudem zwei Tore vor. Das vermeintliche Topspiel am Samstagabend könnte also der nächste Moment für Uth werden.

 

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Medienbericht: An Jeff Chabot sind offenbar Bundesliga-Klubs interessiert

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Medienbericht: An Jeff Chabot sind offenbar Bundesliga-Klubs interessiert

Trotz der Kölner Krise überzeugt Jeff Chabot auch in dieser Spielzeit wieder. Das ist offenbar nicht unbeachtet geblieben. So soll der Innenverteidiger laut einem Medienbericht auf dem Zettel einiger Bundesligisten stehen. Konkret wird der Artikel aber nicht.

Neben den beiden Torschützen Luca Waldschmidt und Florian Kainz überragte im Derby am Sonntag vor allem ein Innenverteidiger: Jeff Chabot zeigte wieder einmal eine beeindruckende Leistung. Und das nicht zum ersten Mal. Der Abwehrspieler ist trotz der Krise einer der Gewinner der bisherigen Saison. Das weckt Interesse. Laut einem Medienbericht sind einige Bundesliga-Klubs an Jeff Chabot interessiert.

Wie „Sport1“ berichtet, haben neben Teams aus der Premier-League auch einige Top-Klubs der Bundesliga den Spieler auf dem Zettel. Um welche Vereine es sich dabei handelt, nennt das Online-Portal des TV-Senders nicht. Fakt ist aber, dass Chabot bereits seit der vergangenen Saison einer der besten Innenverteidiger der Liga ist. Der 25-Jährige hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in seiner Premierensaison für die Kölner in der vergangenen Spielzeit einen Stammplatz erarbeitet. Das Interesse anderer Klubs kommt also alles andere als überraschend und war nur eine Frage der Zeit.

Im Winter 22 war Chabot von Sampdoria Genua ausgeliehen worden. Der Abwehrspieler kam in der Rückrunde allerdings nur zu vier Einsätzen, davon zwei in der Startelf. „Ich habe erst einmal gebraucht, um mich an die Liga, das Tempo zu gewöhnen“, sagte Chabot im Sommer in einem Sky-Interview. In der vergangenen Saison steigerte sich Chabot und wurde zum Stammspieler, auch aufgrund der Verletzung von Luca Kilian. Nicht nur das, der Innenverteidiger war absoluter Leistungsträger, mit erstaunlich wenigen Ausreißern nach unten. Und er war einer der zweikampfstärksten Abwehrspieler der Liga. Der FC verpflichtete Chabot im Früh-Sommer fest.

An die Leistung der vergangenen Saison konnte der 25-Jährige trotz der Krise in der neuen Spielzeit nahtlos anknüpfen. Aktuell kommt der 25-Jährige auf eine Zweikampfquote von rund 66 Prozent – er gewinnt zwei von drei seiner Duelle. Zudem kommen nahezu neun von zehn Pässen zu seinen Mitspielern. In dieser Saison stand Chabot in allen Spielen der Kölner auf dem Platz, wurde nur aufgrund einer muskulären Verletzung gegen Frankfurt vorzeitig ausgewechselt. Chabot hält gemeinsam mit Timo Hübers die FC-Defensive zusammen. Nicht umsonst haben die Kölner trotz des Tabellenplatzes erst 15 Gegentore kassiert. Der Vertrag des Abwehrspielers läuft noch bis 2026, der Marktwert liegt laut Experten bei rund fünf Millionen Euro. Mögliche Kölner Abgänge wären nicht von einer möglichen Transfersperre betroffen. Aktuell ist es aber trotz der klammen Kassen und gerade wegen der drohenden Sanktion eher unwahrscheinlich, dass die Kölner ihren Abwehrchef ziehen lassen werden.

 

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Personal-update beim 1. FC Köln: Hübers und Waldschmidt trainieren individuell

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Personal-update beim 1. FC Köln: Hübers und Waldschmidt trainieren individuell

Mit der Euphorie des Derbysiegs ist der FC am Dienstag in die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei RB Leipzig gestartet. Luca Waldschmidt und Timo Hübers nahmen nicht am Mannschaftstraining teil, ein Ausfall droht aber nicht.

Die Erleichterung war den FC-Spielern unmittelbar nach dem Derby ins Gesicht geschrieben. Drei wichtige Punkte und ein emotionaler Erfolg, der noch einmal zusätzliche Motivation freigelegt haben dürfte, waren Balsam auf der geschundenen FC-Seele. Doch der Blick richtet sich in Köln bereits auf die kommende Aufgabe gegen Leipzig. Am Dienstag startete der FC in die Vorbereitung. Timo Hübers und Luca Waldschmidt trainieren individuell, dafür steigt Meiko Wäschenbach wieder ins Training ein.

Der 3:1-Erfolg über Gladbach hat dem FC ein wenig Luft verschafft. Zumindest haben sich die Kölner in der Tabelle auf den 16. Platz verbessert. Möglicherweise hat der Triumph auch Energien freigesetzt. Unterm Strich stehen aber auch nach dem emotionalen Erfolg eben erst vier Punkte nach acht Spieltagen auf dem Konto und damit auch nach wie vor nicht mehr als der Abstiegskampf. Und so richteten die Spieler bereits wenige Minuten nach dem Derbysieg den Fokus auf die kommende Partie in Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr). „Wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Leipzig“, sagte Kölns Kapitän Florian Kainz, der mit seinen beiden verwandelten Elfmetern maßgeblich zum Kölner Erfolg beigetragen hat.

Wäschenbach wieder im Mannschaftstraining

Am Dienstag ist der FC in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Leipzig gestartet – und das erneut mit gut gefülltem Kader. Nachdem in der vergangenen Woche bereits Linton Maina, Benno Schmitz und Jan Thielmann wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind folgte am Dienstag Meiko Wäschenbach. Der Youngster hatte sich Mitte September eine Muskelverletzung zugezogen. Somit befinden sich „nur“ noch Philipp Pentke und Jacob Christensen im Reha-Training. Dagegen trainierten Luca Waldschmidt und Timo Hübers am Dienstag individuell. Hübers war gegen Gladbach wenige Minuten vor Spielende mit muskulären Problemen ausgewechselt worden. Laut Baumgart sei der Wechsel am Sonntag aber noch rechtzeitig erfolgt. Genauso wie bei Davie Selke, der aber am Dienstag wieder trainierte. Auch Waldschmidt leidet laut Vereinsangaben nur unter einer kleinen Blessur. „Wenn sie drauf sind, sind sie drauf. Wenn nicht, dann nicht“, sagte Baumgart am Dienstag nach dem Training. „Ich gehe aber davon aus, dass sie die Woche wieder ins Training einsteigen.“

Auch gegen Leipzig wird Baumgart also nahezu aus dem Vollen schöpfen können – sofern in dieser Woche keine weiteren Verletzungen dazu kommen.

 

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Luca Waldschmidt und das erzwungene Glück

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Luca Waldschmidt und das erzwungene Glück

Mit seinem Treffer in der Schlussminute sorgte Luca Waldschmidt im Derby für die Entscheidung. Es war ein Treffer, den sich der Offensivspieler hart erarbeitet hat.

Für Luca Waldschmidt lief die Saison bislang alles andere als rund. Als Königstransfer verpflichtet, blieb der 27-Jährige bislang hinter den Erwartungen zurück. Am Sonntag erzwang der Offensivspieler sein Glück. Luca Waldschmidt sorgte mit seinem Treffer für die Entscheidung.

Es hätte nicht viel gefehlt und Luca Waldschmidt wäre im siebten von acht Pflichtspiel-Einsätzen für den FC ohne Tor geblieben. In der letzten Minute der regulären Spielzeit machte der Offensivspieler im Derby mit seinem 3:1 den Deckel drauf. Es hätte aber auch nicht viel gefehlt und Luca Waldschmidt hätte den FC gegen Gladbach bereits vor dem Wechsel vorentscheidend auf Kurs gebracht. Waldschmidt traf aus rund 20 Metern aber nur den Innenpfosten. Der Ball entschied sich den Weg die Linie entlang aus dem Tor zu nehmen. Bemerkenswert: Es war bereits der vierte Torabschluss des 27-Jährigen, der bei seinen bisherigen Spielen für die Kölner auf insgesamt zehn Abschlüsse gekommen war. Streng genommen führte bereits sein erster Torschuss zur Kölner Führung. Aber nur, weil der gebürtige Siegener Manu Koné den Ball aus kurzer Distanz an die Hand schoss und Florian Kainz den anschließenden Elfmeter sicher verwandelte. Einen Scorerpunkt verdiente sich Waldschmidt somit wahrlich nicht.

Waldschmidt wechselte mit großen Erwartungen zum FC

Und dennoch war dem ehemaligen Nationalspieler früh anzumerken, dass er unbedingt diesen Treffer erzwingen wollte. Auch Waldschmidt stand zuletzt in der Kritik. Nach den bisherigen Leistungen konnten sich jedenfalls nicht viele Fans vorstellen, dass der FC die kolportierte feste Ablösesumme von rund vier Millionen Euro für den Angreifer an den VfL Wolfsburg bezahlen würde – wenn er denn kann. So aber schoss sich Waldschmidt in die Top-15 der Bundesligaspieler mit den meisten Abschlüssen. „Ich hatte genug Schüsse heute. Es hat sich einiges aufgestaut“, erklärte der Offensivmann. Das entlud sich dann in der Schlussminute, als Waldschmidt mit seinem starken linken Fuß sehenswert zum 3:1-Endstand traf. „Ich hatte viele Bälle heute auf rechts, das hat mich genervt“, sagte er mit einem Augenzwinkern. „Es war schön, dass er am Ende dann auf dem linken Fuß lag.“

Der Saisonauftakt war auch für den Wolfsburger Leihspieler alles andere als einfach. Waldschmidt war im Sommer mit großen Erwartungen gekommen. Nur wenige Tage vor seiner Vorstellung am Geißbockheim hatte Christian Keller in einer Medienrunde bekannt gegeben, dass der FC wohl auch große Namen verpflichten würde. Der Sportdirektor sprach eben von Waldschmidt. Schnell avancierte der Siegener zum Königstransfer und die Vorbereitung war vielversprechend. Nach dem siebten Spieltag standen auf der Haben-Seite des Angreifers allerdings gerade einmal zehn Torabschlüsse, ein Treffer. „Bei Luca ist es wichtig, dass wir eine klare Position für ihn finden, auf der er seine Stärken wie in der Vorbereitung einbringen kann“, erklärte Keller in der vergangenen Woche dem „Express„.

Starke Werte des 27-Jährigen

Am Sonntag begann Waldschmidt einmal mehr auf der linken Seite, wechselte aber ab und an die Position mit Florian Kainz im Zentrum. Vor allem aber war Waldschmidt der Inbegriff des unbedingt Wollens. Er kam auf 60 Ballkontakte, lief für einen Offensivspieler überragende 12.5 Kilometer. Dazu kam der 27-Jährige schließlich auf acht Torabschlüsse und eine starke Passquote von 82 Prozent. Vor allem aber erzielte der Angreifer das wichtige 3:1 und das aus dem Spiel heraus – in der bisherigen Saison eine Seltenheit beim FC. „Es tut gut, dass wir uns endlich mal für den Aufwand belohnt haben“, sagte Waldschmidt zum Erfolg der Mannschaft. Passender hätte diese Aussage aber auch in Bezug auf seine Leistung nicht sein können.

Und doch bleibt ein Schönheitsfehler

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Und doch bleibt ein Schönheitsfehler

Die Freude über den Derbysieg war nicht nur bei den Fans groß. FC-Trainer Steffen Baumgart lobte die Leistung seines Teams. Doch ein Schönheitsfehler bleibt – der FC lässt nach wie vor zu viele gute Chancen aus.

Mit einer beeindruckenden Leistung hat der 1. FC Köln das Derby gegen Gladbach verdient gewonnen. In nahezu allen Statistiken waren die Kölner den Fohlen überlegen. Auch in den Torschüssen lag der FC klar vorne – und doch mussten die Geißböcke lange zittern. Trotz des Erfolgs: es bleibt ein dicker Schönheitsfehler beim 1. FC Köln: Der FC hat weiterhin Probleme mit der Chancenverwertung.

Nein, Steffen Baumgart wollte es nicht glauben. Der Kölner Trainer rollte mit den Augen, fasste sich an den Kopf, den er anschließend schüttelte. Baumgart kennt natürlich die Gesetzmäßigkeiten seines Geschäfts. Vermutlich hatte er bereits irgendwo im Hinterkopf, dass sich der Chancenwucher rächen könnte. Zu diesem Zeitpunkt führte der FC bereits 1:0, hätte aber wohl deutlich höher führen müssen. Timo Hübers, bei einer Ecke sträflich freigelassen, setzte den Ball übers statt ins Tor. Jeff Chabot kam ebenfalls nach einer Ecke zum Kopfball, traf aber nur die Latte. Dejan Ljubicic ließ seinen Gegenspieler Marvin Friedrich links liegen, sein Schlenzer wurde von Borussen-Keeper Moritz Nicolas so gerade noch zur Ecke geklärt. Einzig Florian Kainz traf in die Maschen. Das allerdings vom Punkt nach einem Handspiel von Manu Koné.

FC lässt zu viele Chancen liegen

Unmittelbar vor dem Seitenwechsel zog dann Luca Waldschmidt ab und verursachte mit seinem Schuss die Reaktion des Trainers. Waldschmidt traf den Innenpfosten, der Ball wollte aber ebenfalls nicht ins Tor. Und so ging der FC mit einer knappen Führung in die Halbzeit. „Wenn du zwei Mal die Latte triffst und noch gute Möglichkeiten im Strafraum hast, dann wäre ein weiteres Tor beruhigender gewesen“, sagte Baumgart. Und so kam es, wie es kommen musste. Nico Elvedi erzielte per Kopf den Ausgleich. Im Grunde aus dem Nichts und doch irgendwie seltsam erwartbar. „Es war auch wichtig, dass wir nach dem 1:1 nicht eingebrochen sind“, sagte Waldschmidt, der so etwas wie der Inbegriff des Nichteinbrechens war. Immer wieder versuchte es Waldschmidt, suchte die Lücke und/oder den Abschluss, war dabei aber meist glücklos.

Und nicht nur er. Leart Pacarada legte von der Linie zurück auf Davie Selke, der irgendwo zwischen Schaltzentrale und Koordination den entscheidenden Tick zu lange brauchte. Dann legte Kainz auf Selke ab, der dieses Mal von Friedrich geblockt wurde. Möglicherweise hätte der Kölner Kapitän besser Waldschmidt zugespielt, der ebenfalls mitgelaufen war. Selten hätte das Baumgartsche Mantra von viel Leistung, aber wenig Ertrag so gut gepasst. Die Kölner spielten 200 Pässe mehr, flanken drei Mal so viel wie die Borussen, hatten 60 Prozent Ballbesitz und liefen sieben Kilometer mehr. Vor allem aber schossen die Kölner 23 Mal auf das gegnerische Tor, die Borussia ganze fünf Mal.

Baumgart: „Dann gehen dir schon Sachen durch den Kopf“

Die Kölner verbesserten sich mit ihren 23 Schüssen auf Rang vier der Torschuss-Rangliste, belegen aber immer noch den letzten Platz bei der Chancenverwertung mit gerade einmal 5,3 Prozent. Dagegen ist bei Leverkusen und Stuttgart jeder fünfte Schuss ein Treffer. „Wir waren giftig, haben mit dem Ball einen guten Fußball gespielt“, sagte auch Kainz. Nur fehlten wieder einmal die Tore, genauso wie in vielen Fällen gerade über die Flügel auch der finale Pass. „Wir müssen uns vielleicht den Vorwurf gefallen lassen, dass wir im letzten Drittel nicht die Überzeugung hatten, auf das zweite und dritte Tor zu gehen“, sagte Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung. „Wir sind im Prozess und arbeiten an gewissen Dingen.“

So stand es nach 77 Minuten noch immer 1:1. „Nach dem Ausgleich war das Spiel ausgeglichen. Dann gehen dir schon Sachen durch den Kopf“, gab Baumgart zu. So brauchte es auch eine Rote Karte und einen wiederholten Elfmeter, um auf Erfolgskurs zu kommen. Wohlgemerkt eine berechtigte Rote Karte, ein zu recht wiederholter Elfmeter – vor allem aber Ereignisse, nach denen am Ende des Tages niemand mehr fragen wird. „Wir hatten das Spielglück aber auch auf unserer Seite. Es war ein extrem wichtiger Sieg für uns alle“, sagte einer der Matchwinner – Florian Kainz.

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