„Das hat dann auch was mit mir zu tun“

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„Das hat dann auch was mit mir zu tun“

Auf den Befreiungsschlag folgte am Samstag ein Debakel. 0:6 unterlagen die Kölner RB. Dementsprechend war die Stimmung beim FC. Die Stimmen zum Leipzig-Spiel.

„Von uns allen waren es zu viele Fehler. Das, was der Trainer gesagt hat, bleibt im Kreis, kann sich aber jeder denken. Wir wollten den Derby-Aufschwung mitnehmen, das hat nicht geklappt. Dienstag ist aber ein ganz anderes Spiel. Wir müssen uns kurz schütteln, dann wartet ein richtig geiles Spiel auf uns.“ 

Davie Selke

„Wir waren RB in keiner Weise gewachsen – unabhängig davon, ob wir Fehler gemacht haben und die haben wir gemacht. Wir legen vier Tore direkt vor. Das sind Fehler, die dürfen nicht passieren. Um RB Paroli bieten zu können, müssen wir anders auftreten. Die Sachen, die wir über einen langen Zeitraum gut machen, müssen wir auch heute gut machen. Und davon haben wir heute sehr wenig gut gemacht. Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht. Das tut schon weh. Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Das hat dann auch was mit mir zu tun. Ich muss Lösungen anbieten und die waren heute nicht gut genug. Deswegen bin ich derjenige, der sagt, wie es gehen kann. Und so geht es auf keinen Fall. Wir sehen gerade, dass die ersten Sechs wegziehen. Das Problem mit der Qualität haben die ersten Sechs nicht und die letzten Acht schon. Wir gehören zu den unteren Acht, gegen die wir uns durchsetzen müssen. Wir haben es gegen Leverkusen gesehen. Nur haben meine Jungs da ordentlich gespielt. Heute waren wir noch klarer unterlegen. Heute haben wir die Fehler gemacht, die du nicht machen darfst. Ich bin derjenige, der vorne steht und die Lösungen vorgeben muss. Heute waren die Lösungen nicht gut genug. Mit der Mannschaft gehe ich um wie immer. Wir müssen ganz klar gucken, was geht und was nicht geht. Man sollte schon mutig sein. Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. So darfst du nicht auftreten. Du darfst nicht den Kopf hängen lassen. Das sind wir nicht. Ich stehe für einen anderen Fußball. Ich nehme die Jungs auch gleich wieder in den Arm. Den Kopf runternehmen, das ist nicht die Art und Weise. Es sind meine Jungs.“

Steffen Baumgart

„Leipzig war die klar bessere Mannschaft. Sie hatten gute Lösungen mit dem Ball, wir haben es nicht geschafft, Zugriff zu bekommen. Sie haben es anders als erwartet gespielt. Wir waren von einer Viererkette ausgegangen. Wir haben es dann vor dem Anpfiff besprochen, es aber nicht geschafft Druck drauf zu bekommen. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben individuelle Fehler gemacht und haben völlig verdient verloren. Der Trainer war in der Halbzeit schon nicht so gut drauf. Er hat uns schon gesagt, dass wir da durch müssen. Heute haben wir richtig einen auf den Deckel bekommen Aber was in der Kabine war, bleibt in der Kabine. Jeder kann sich vorstellen, dass der Trainer nach so einem Spiel nicht gut drauf ist. Das sind wir Spieler aber auch nicht. Wir müssen das Spiel schnell abhaken, weil wir am Dienstag ein extrem wichtiges Spiel haben, für das wir unsere Kräfte sammeln müssen.“

Florian Kainz

„Wir haben heute eine Top-Leistung gezeigt und ein wirklich gutes Spiel auf den Platz gebracht. Wir hatten heute das Spiel, was wir gebraucht haben. Nach vielen Arbeitssiegen hatten wir heute ein Spiel, wo wir in den Flow kommen. Und wir haben gefühlt, dass wir das schaffen können. Ich freue mich heute sehr für die Jungs. Die Dinge sind aber nah beieinander. Vor drei Wochen hatten wir drei Spiele in Folge nicht gewonnen, in den letzten Spielen haben wir uns schon auch immer wieder schwergetan. Es freut mich, dass wir heute auch mal durchgezogen haben. Ohne Gas rauszunehmen und ohne groß was zuzulassen. Wir haben uns den Sieg über 90 Minuten mehr als verdient.“

Marco Rose

„Wir haben Leipzig permanent zu Torchancen eingeladen. Dabei haben sie noch nicht einmal alle ihrer Chancen genutzt. Wir haben heute einiges gemacht, was du dir in der Bundesliga einfach nicht erlauben kannst. Das sollte ein deutliches Ausrufezeichen für jeden Spieler sein, dass du so nicht Bundesliga spielen kannst. Wir müssen uns ordentlich schütteln, dann muss es ein klares Fazit unter diesem Spiel finden. Es gab einige Aktionen, eklatante Fehler, die ich in diesem Ausmaß von unserer Mannschaft noch nicht gesehen habe.“

Thomas Kessler

Alles zum Spiel

Einzelkritik

So bewerten wir die FC-Profis gegen Leipzig

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So bewerten wir die FC-Profis gegen Leipzig

Nach dem überzeugenden Sieg über Gladbach erlebte der FC gegen Leipzig ein Debakel. Dabei konnte kein Feldspieler eine ordentliche Leistung abrufen. Das zeigen auch die Noten.

In der vergangenen Woche lobte FC-Trainer Steffen Baumgart noch eine überragende Halbzeit gegen Gladbach, nun erlebte er genau das Gegenteil bei RB. Gegen den Champions-League-Teilnehmer hatte Köln nicht den Hauch einer Chance. Die Einzelkritik der FC-Profis gegen Leipzig

Ungewohnt deutlich wurde FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem Spiel gegen Leipzig. Auch, weil Köln gegen RB nicht den Hauch einer Chance hatte. Baumgart monierte unter anderem, dass gerade die Spieler, die über einen langen Zeitraum stabil gewesen seien, nicht an ihre Leistungen anknüpfen konnten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Defensive durch die Bank weg schlechte Noten kassiert hat. Vor allem durch individuelle Fehler machten sich die Geißböcke das Leben schwer. Auch in der Offensive wollte nicht viel gelingen. Einzig Luca Waldschmidt bäumte sich sichtlich gegen die Niederlage, hatte aber Pech bei seinem Pfostentreffer.

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FC zurück auf dem Boden der Tatsachen

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FC zurück auf dem Boden der Tatsachen

Nach dem Derbysieg am vergangenen Wochenende ist der 1. FC Köln unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Bei RB kassierten die Kölner eine auch in dieser Höhe verdiente Klatsche.

Viel wurde über die Negativ-Serie von Steffen Baumgart gegen Leipzig und seinen Kumpel Marco Rose diskutiert, sie hat am Samstagabend einen bitteren Höhepunkt erfahren. Die Euphorie nach dem Derbysieg über Gladbach war für Köln jedenfalls nur von Kurzer Dauer. Der 1. FC Köln kassiert eine bittere 0:6-Niederlage bei RB Leipzig und liegt nun wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Beim 0:6 nach Toren von Timo Werner, Lois Openda (2), David Raum, Benjamin Sesko und Christoph Baumgartner unterliefen den Kölnern erschreckend viele individuelle Fehler. Zu allem Überfluss sah Mathias Olesen zehn Minuten nach seiner Einwechslung die Gelb-Rote Karte. Der einzige Lichtblick war das Comeback von Mark Uth.

Wie erwartet und eigentlich auch folgerichtig blieb Steffen Baumgart komplett bei der Erfolgself vom Derby, Marco Rose stellte dagegen vor allem taktisch um, setzte auf eine Dreierkette. Personell stand vor allem auch Timo Werner mal wieder in der Startelf. Die erste Chance hatte aber Leipzigs 60-Millionen-Euro-Stürmer Lois Openda, der von Benjamin Henrichs geschickt wurde, aus spitzem Winkel aber an Marvin Schwäbe scheiterte. Genauso wie Xavi Simons, der es von der Sechzehnerlinie versuchte. Der FC stand dagegen ungewöhnlich tief, lauerte auf Fehler, die Balleroberung und Umschaltmomente. Die Fehler machte aber der FC und das in einem viel zu hohen Maße. Den ersten machte Eric Martel. Der Sechser bekam den Ball gegen Amadou Haidara nicht unter Kontrolle, stoppte den Gegenspieler mit einer verunglückten Ringereinlage, die Schiedsrichter Benjamin Brand mit einem Strafstoß ahndete. Diesen verwandelte ausgerechnet der bis dahin blasse Werner souverän.

FC mit zu vielen individuellen Fehlern

RB hatte das Spiel im Griff, ließ so gut wie gar nichts in der eigenen Hälfte zu und setzte wenige, dann aber sehr gefährliche Spitzen. Der FC sorgte wenn überhaupt bei Standards für einen Hauch von Gefahr, mehr aber auch nicht. Nach einer halben Stunde brach Maina über die rechte Seite durch, Waldschmidt nahm den Ball direkt und setzte ihn an den Pfosten. RB ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Der FC wirkte verunsichert, machte weiterhin unerklärliche individuelle Fehler und lud Leipzig damit ein. Nach einem Fehlpass von Chabot spielte Xavi Simons Openda perfekt in den Lauf und der Angreifer vollendete mit einem satten Schuss kaltschnäuzig. Leart Pacarada spielte ebenfalls einen haarsträubenden Fehlpass, Henrichs flankte in den Strafraum, in dem David Raum gegen drei (!) Kölner Abwehrspieler leichtes Spiel und nickte den Ball an den Pfosten. Von dort sprang er an den geschlagenen Schwäbe, der zum 0:3 aus Kölner Sicht traf. Und als wäre das noch nicht genug, erhöhte Openda mit einer starken Einzelleistung zum 4:0-Halbzeitstand. Zuvor hatte Simons nahezu im Alleingang die Kölner Defensive ausgehebelt.

Comeback von Uth einziger Kölner Höhepunkt

Baumgart wechselte bereits zur Halbzeit, nahm den verwarnten Chabot sowie Maina vom Platz und brachte Luca Kilian sowie Faride Alidou. Doch das Bild änderte sich nicht. So prüfte Werner mit seinen zweiten und dritten Abschlüssen den Kölner Keeper innerhalb weniger Minuten. Auf der anderen Seite spielte Dejan Ljubicic einen scharfen Ball in den Strafraum, aber Davie Selke vergab aus kürzester Distanz. Doch auch weiterhin dominierte RB das Spiel und vor allem den FC nach Belieben, war aber nicht mehr so zielstrebig wie noch im ersten Abschnitt. Chancen erarbeitete sich Leipzig aber weiterhin. So brachte Henrichs eine Flanke in den Strafraum, Openda traf den Ball nicht richtig. Leipzig hatte zu diesem Zeitpunkt mindestens einen Gang runtergeschaltet, tat nicht mehr als nötig.

Das brauchte RB auch nicht. Denn der FC schwächte sich auch noch selbst. Nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung sah Mathias Olesen die Gelb-Rote Karte. Vor allem die zweite Verwarnung war hart, aber vertretbar. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff durften dann die eingewechselten Benjamin Sesko und Christoph Baumgartner auch noch mal und erhöhten auf den 6:0-Endstand. „Der Trainer war in der Halbzeit schon nicht so gut drauf“, sagte Kainz. „Er hat uns schon gesagt, dass wir da durch müssen. Heute haben wir richtig einen auf den Deckel bekommen.“ Das einzige Kölner Highlight war das Comeback von Mark Uth – es hat schon schönere gegeben.

1. FC Köln: Schwäbe – Carstensen, Chabot (45. Kilian), Hübers, Pacarada – Martel, Ljubicic – Waldschmidt (70. Olesen), Kainz (70. Huseinbasic), Maina (45. Alidou) – Selke (77. Uth); Tore: 1:0 Werner (15.), 2:0 Openda (40.), 3:0 Raum (45.), 4:0 Openda (45.), 5:0 Sesko (89.), 6:0 Baumgartner (90.) – Gelb-Rot: Mathias Olesen (80.)

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Gegnercheck: Starkes Umschaltspiel, überragende Chancenverwertung

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Gegnercheck: Starkes Umschaltspiel, überragende Chancenverwertung

Nach dem Derbysieg am vergangenen Sonntag ist der FC am Abend zu Gast bei RB Leipzig. Eine denkbar schwere Aufgabe. Denn RB spielt einen gefährlichen und erfolgreichen Tempofußball.

Auf den FC wartet auch am neunten Spieltag ein dicker Brocken. Für die Geißböcke geht es am Abend zum Duell gegen RB Leipzig. Eine schwere Aufgabe. Das zeigt auch unser Gegnercheck zu RB Leipzig.

Am Ende hat gar nicht so viel gefehlt und Steffen Baumgart hätte seinen ersten Sieg als Trainer gegen RB Leipzig gefeiert. Vor knapp 15 Monaten war der FC zu Gast in Leipzig, wehrte sich mit aller Macht gegen den selbst ernannten Titelkandidaten und als sich dieser durch eine Rote Karte von Dominik Szboszlai selbst schwächte, witterten die Kölner ihre Chance. Am Ende fehlte die Durchschlagskraft, um drei Punkte aus Sachsen mit nach Köln zu nehmen. Es blieb beim 2:2-Unentschieden. Für den damaligen Leipziger Trainer Domenico Tedesco war es der Anfang vom Ende. Nach dem fünften Spieltag und Platz elf war Schluss. RB verpflichtete Marco Rose und holte damit die RB-DNA zurück. Denn der gebürtige Leipziger brachte die eigentliche Spielidee der Sachsen mit: ein aggressives Pressing sowie ein schnelles und besonders gefährliches Umschaltspiel. Das hat der Trainer bis heute beibehalten. „Sie werden eine sehr sehr gute Mannschaft auf dem Platz haben, eine Mannschaft mit sehr viel Geschwindigkeit“, glaubt auch Baumgart.

Leipzig mit überragender Chancenverwertung

Tatsächlich suchen die Leipziger nach Balleroberung umgehend den direkten Weg in die gefährliche Zone. Dabei kommen ihnen die schnellen Offensivspieler natürlich zu Gute. Allen voran Lois Openda, der in den bisherigen acht Ligaspielen bereits sechs Tore erzielte. Und noch ein weiterer Ansatzpunkt dürfte Steffen Baumgart durchaus bekannt vorkommen. Auch Leipzig setzt den Gegner früh unter Druck, stresst ihn und versucht, ihm keine Luft zum Atmen zu lassen. Allerdings ist das Leipziger Spiel nicht so laufintensiv wie das Kölner. Zudem suchen die Bullen deutlich seltener den Abschluss als der FC. Allerdings macht die RB-Offensive dieses vermeintliche Defizit durch eine überragende Torquote wieder wett. Während der FC gerade einmal fünf Prozent seiner Chancen in Tore ummünzt, ist bei RB jeder fünfte Schussversuch ein Treffer. Nur Stuttgart mit dem überragenden Serhou Guirassy sowie die Leverkusener Offensiv-Maschinerie sind in dieser Statistik minimal erfolgreicher.

Rose spielt in aller Regel ein kompaktes 4-2-2-2-System, wobei die beiden Sechser in der Rückwärtsbewegung die Räume extrem eng machen. Obwohl sich die Leipziger Defensive nicht immer sattelfest zeigt, hat RB erst sieben Gegentore kassiert. Einzig Frankfurt hat sich noch weniger Treffer gefangen. Dabei gehen fünf der Gegentore auf die Konten von Bayern München und Bayer Leverkusen. In der Vorwärtsbewegung kommt vor allem David Raum eine besondere Aufgabe entgegen. Der bislang schnellste Leipziger Akteur schaltet sich immer wieder in die Offensivbewegung ein. Im Schnitt spielt Leipzig 40 Prozent seiner Angriffe über die linke Seite. Raum ist in der gesamten Bundesliga der Spieler mit den meisten Flanken aus dem Spiel heraus. 35 Hereingaben brachte der Nationalspieler. Auf Rang drei liegt in dieser Statistik Leart Pacarada mit 25 Hereingaben.

Beeindruckende Transferpolitik

Zwar hat Leipzig mit Akteuren wie Dominik Szoboszlai, Josko Gvardiol und Christopher Nkunku zahlreiche starke Spieler verloren, RB hat sich aber auch extrem gut verstärkt. Alleine die jungen Offensivkräfte Openda und Xavi Simons deuten schon jetzt die enorme Qualität des Kaders an. Insgesamt hat RB mehr als 150 Millionen Euro in neue Spieler investiert und das in Akteure, die vornehmlich zwischen 20 und 23 Jahre alt sind. Unter anderem knapp 30 Millionen in den Innenverteidiger Castello Junior Lukeba, der mit seinen 20 Jahren erst vor zehn Tagen sein Debüt für die französische Nationalmannschaft feierte sowie 20 Millionen in den hoch veranlagten slowenischen Stürmer Benjamin Sesko, der wettbewerbsübergreifend auf fünf Tore kommt. Dennoch hat RB ein Plus von rund 100 Millionen Euro auf dem Transfermarkt erzielt. Zudem sind zahlreiche Leistungsträger wie Dani Olmo oder Emil Forsberg geblieben, die der Mannschaft Stabilität und Kreativität verleihen.

Der Vergleich:

Der Kaderwert spricht deutlich für die Gastgeber. Leipzig erreicht laut Gool.ai einen Kaderwert von rund 450 Millionen Euro, der FC liegt aktuell bei rund 80 Millionen Euro. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (9.5 Mio), gäbe es in Leipzig eine interne Liste der wertvollsten Spieler, würde sich der Österreicher auf Rang 17 (!) einsortieren. Der wertvollste Spieler von RB ist Openda, dessen Wert Gool.ai auf mehr als 62 Millionen Euro berechnet.

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Routine statt Talente

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Routine statt Talente

Max Finkgräfe und Damion Downs gehörten am vergangenen Wochenende nicht zum Kader der Profis und werden auch gegen Leipzig nicht spielen. FC-Trainer Steffen Baumgart setzt auf Erfahrung. Der Kader gibt das aktuell aber auch her.

Mit einer beeindruckenden Leistung hat der FC am vergangenen Wochenende das Derby gegen Gladbach verdient gewonnen. Und das, weil die vermeintlichen Leistungsträger diese Leistung auch endlich abriefen. Nicht im Kader standen dagegen die Nachwuchshoffnungen Max Finkgräfe und Damion Downs beim 1. FC Köln: Baumgart setzt auf Routine statt Talente.

Ein direkt verwandelter Freistoß am Mittwoch, ein Seitfallzieher zur Kölner Führung am vergangenen Samstag – würde sich Max Finkgräfe nicht schon längst im Dunstkreis der Kölner Profis befinden, spätestens seit den letzten beiden Einsätzen für die U21 läge wohl der Fokus der FC-Bosse auf dem Youngster. Der 19-Jährige feierte in dieser Saison allerdings schon sein Profidebüt, kam sogar schon zu vier Bundesliga-Einsätzen und trug zumindest im Testspiel gegen Reusrath die Kapitänsbinde. Es gibt wenig Zweifel daran, dass man beim FC große Stücke auf den Youngster hält. Auch Damion Downs erhielt bereits seine Minuten in der Bundesliga, gilt ebenfalls als großer Hoffnungsträger. Spielern wie Downs und Finkgräfe soll die Zukunft in Köln gehören. Eben die Zukunft. Schon gegen Gladbach standen die beiden Youngsters nicht im Kader, auch gegen Leipzig sind sie nicht dabei. Die beiden spielen aktuell wieder für die U21, am Samstag gegen Velbert.

Plätze im Kader sind begrenzt

„Das sind normale Abläufe, weil die Jungs noch immer zur U21 gehören“, erklärte Baumgart zu Beginn der Woche und betonte, dass kein Spieler suspendiert oder nach „unten“ geschoben worden sei. Der Gedanke des Kölner Trainers ist also auch weiterhin, dass die Youngsters sich eher bei viel Spielpraxis in der Reserve entwickeln, als mit wenigen Minuten bei den Profis. Der Fokus liegt bei den Nachwuchsspielern eben weiterhin auf der Entwicklung. Schon Ende September hatte Baumgart gefordert, dass man in der Krise nicht alle Hoffnungen auf den Nachwuchs legen solle. „Wir sollten nicht die kleinsten Strohhalme greifen, sondern die, die ein bisschen dicker sind“, erklärte der Trainer nach der 1:2-Niederlage gegen Bremen, obwohl Downs nur wenige Minuten auf dem Feld stand und dort einen besseren Eindruck hinterließ als andere Angreifer. Nicht umsonst forderten viele Kölner Anhänger mehr Einsatzzeit der Youngsters. „Ich glaube nicht, dass er schon so weit ist, dass er uns in 90 Minuten Bundesliga dahin bringt, wo wir hinwollen. Jetzt müssen die ran, die wirklich die Erfahrung haben“, sagte der Coach damals.

Dabei wird es dem Trainer mutmaßlich nicht ausschließlich um die Leistungssteuerung der Nachwuchshoffnungen gehen. Es geht möglicherweise auch um ein inneres Gleichgewicht, Unruhe im Profikader kann der Klub gerade jedenfalls nicht gebrauchen. Der ist nach der anhaltenden Verletzungsmisere zu Beginn der Spielzeit, die mit acht Ausfällen gegen Leverkusen vorerst ihren Höhepunkt erreichte, wieder sehr gut gefüllt. Baumgart kann aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Philipp Pentke und Jacob Christensen sind alle Spieler wieder an Bord. Florian Dietz stand am Mittwoch nicht im Kader der U21, nahm dafür am Training der Profis teil, im Kader für die Begegnung gegen Leipzig steht er allerdings nicht. So wie in der Vorwoche trifft es ebenfalls Sargis Adamyan und Dimitrios Limnios, die auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Gerade für Adamyan, der sich große Hoffnungen auf den Durchbruch in dieser Spielzeit gemacht hat, eine besonders bittere Situation.

Baumgart hat wenig Grund seinen Kader umzustellen

Für die Youngsters müssten weitere Routiniers weichen. Das ist nicht der Fall. Große Veränderungen sind auch in der Startformation nicht zu erwarten. Getreu dem Motto „never change a winning Team“ hat Baumgart nach der „überragenden“ Leistung gegen Gladbach wenig Grund, umzustellen. Auch, wenn der Coach am Donnerstag die Chancenverwertung und die Erarbeitung jener Chancen als Schwachstelle der Kölner ausmachte, die es zu verbessern gelte. Gegen Gladbach ging der Plan mit den Routiniers auf. Auch, weil Florian Kainz, Luca Waldschmidt und Co. erstmals in dieser Saison das Leistungsniveau erreichten, dass von ihnen gefordert wurde. Gegen Leipzig erwartet den FC aber nun eine ganz andere Hausnummer.

So könnte der FC in Leipzig spielen

 

Rekord-Transfers

Keller über das Potenzial, die Wahrnehmung und die Zukunft des FC

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Keller über das Potenzial, die Wahrnehmung und die Zukunft des FC

Im aktuellen FC-Podcast äußerte sich Christian Keller unter anderem zu seiner Arbeit in Köln, dem Potenzial und seiner Vision. Und er erwähnte den wohl kuriosesten Transfer seiner Amtszeit.

Christian Keller steht seit einigen Wochen bei vielen Fans in der Kritik. Der Sportdirektor des 1. FC Köln wurde für seinen Sparkurs und seine Transferpolitik kritisiert. Im hauseigenen Podcast des Klubs äußerte sich Keller über das Potenzial, die Wahrnehmung und die Zukunft des FC.

Christian Keller ist ganz offensichtlich nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Der Sportdirektor des 1. FC Köln geht seine Aufgaben meist pragmatisch, aber sachlich an – zumindest in der Außendarstellung. Auch während der Krise zum Saisonauftakt mit sieben sieglosen Spielen in Serie blieb der 44-Jährige ruhig und sachlich. Selbst als die Kritik an seinem Sparkurs, seiner Transferpolitik und damit auch an seiner Person wuchs. „Ich weiß aus jahrelanger eigenen Erfahrung, dass die Innenperspektive oft deutlich anders aussieht, als das, wie man es von außen wahrnimmt. Du hast als Verantwortlicher nicht die Möglichkeit, das alles, was draußen diskutiert oder kolportiert wird, zu kommentieren oder richtig zu stellen“, sagte der Sportdirektor nun allgemein im Podcast des 1. FC Köln. „Es liegt dir oft auf der Zunge, dass du sagen möchtest ,das stimmt nicht‘ oder dass es anders ist. Aber das geht dann gerade nicht, weil man keine Vertragsdetails offen legen kann.“ Gerade wenn es Verschwiegenheitserklärungen in den Gesprächen gäbe oder ein seriöses Arbeiten nicht möglich sei, wenn Dinge nach Außen kämen.

Keller: „Wir wussten fast bis Ende Mai nicht, ob wir Spieler verpflichten dürfen“

Ins Detail wollte der Sportdirektor zum Beispiel nicht beim Transfer von Kristian Pedersen gehen, obwohl dieser für ihn besonders gewesen sei. „Der Transfer von Kristian Pedersen war für mich ein Transfer der neuen Art. Den ich so vorher noch nicht hatte und der hat sich über mehrere Wochen gezogen. Das lag nicht an Kristian“, sagte der Sportdirektor geheimnisvoll. Tatsächlich waren im Juli in einem britischen Forum Gerüchte über einen Transfer des Dänen Richtung Swansea City aufgetaucht. Keller betonte damals wiederholt und glaubhaft, dass er von den Transferabsichten der Waliser nichts wisse. Am Deadline Day vollzogen die Parteien dann doch den Wechsel. Keller machte auch keinen Hehl daraus, dass ihm gerade der Deadline Day gar nicht passt. „Wenn ich den Begriff Deadline Day schon höre, bekomme ich fast einen Anfall. Warum soll ich am letzten Tag Ding erledigen, die ich schon lange zuvor hätte erledigen können“, sagte der Sportdirektor. „Ich habe die Dinge gerne zu Trainingsbeginn eingetütet.“

Das war Keller in diesem Sommer nicht gelungen. Die Transfersperre kam dazwischen. „Wir wussten fast bis Ende Mai nicht, ob wir Spieler verpflichten dürfen und daran war gekoppelt, dass einiges anders gelaufen ist, als wir es eigentlich geplant hatten“, sagte der 44-Jährige, der noch einmal wiederholte, dass man durchaus bereit war, weitere Spieler zu verpflichten – zumindest in der Theorie. „Hätten wir im Sommer einen Stürmer geholt, hätten sich viele Fans gefreut – zu recht. Wenn wir uns egal auf welcher Position verstärken können, dann muss man es natürlich machen. Aber wenn du es nicht machen kannst, weil dir die wirtschaftlichen Hände gebunden sind, dann geht es dementsprechend nicht.“

Keller: „Das Potenzial ist riesig“

Keller äußerte sich zudem zu seiner Zukunftsvision und den Zielen mit dem FC. „Ich habe mir mit den Geschäftsführer-Kollegen und dem Vorstand zusammen schon vorgenommen, wo wir den FC hinbringen wollen. Das ist jetzt nicht an einen Zeitpunkt, sondern eher an ein „Zielerreichen“ geknüpft, wo wir für den jeweiligen Bereich hinwollen, um dann hoffentlich irgendwann mit voller Überzeugung und breiter Brust sagen zu können, dass wir sagen können, jetzt schöpft der FC sein Potenzial aus. Und das Potenzial ist riesig“, sagte der Sportdirektor und nannte auch direkt Beispiele. „Das beginnt mit der Historie des FC als erster deutscher Meister. Der FC ist Gründungsmitglied der Bundesliga und war wesentlich daran beteiligt, dass es eine Bundesliga gibt. Wir wissen, welche Titel noch folgten, welche tollen Spieler der FC in seiner Historie hatte“, so Keller. „Diese Tradition und diese Herkunft verpflichtet, mehr daraus zu machen. Wenn wir im Hier und Jetzt sehen, wie viele Menschen der FC anzieht. Das Stadion ist im Normalfall immer voll. Wir haben über 130.000 Mitglieder, Millionen von Sympathisanten in ganz Deutschland. Wir haben eine Stadtgesellschaft, die versucht, den Klub durch dick und dünn zu tragen. Und dann haben wir hier den viertgrößten Standort in Deutschland.“

Dazu verfolgt der Sportdirektor auch weiterhin seine Ziele. Auch wenn er weiß, dass sie nicht jedermann schmecken. „Die spannende Frage ist doch, ob man mit dem Auf und Ab, das den FC über 30 Jahre lang begleitet hat, so weitermachen will oder – und das hat man mir gesagt – man will sich wieder dem annähern, wo man hergekommen ist. Nämlich, dass wir vor vielen Jahren, vor Jahrzehnten dem Potenzial eher gerecht geworden sind“, erklärte Keller. „Und dafür braucht es halt einige Veränderungen. Wichtig ist dabei aber auch, dass man einen Fußballklub nicht nur auf der Grundlage von Rationalitäten führt. Ich glaube, dass es auch in unserem Setting möglich ist, den FC perspektivisch und mit viel System nach vorne zu entwickeln, ohne, dass die Emotion darunter leidet.“ Aber: „Man kann Erfolg nicht planen. Unsere Aufgabe im Management ist es, die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg zu erhöhen.“

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Tore, Bilanz, Übertragung: Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leipzig

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Tore, Bilanz, Übertragung: Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leipzig

Mit der Begegnung gegen RB Leipzig bestreitet der 1. FC Köln am Samstag das vermeintliche Topspiel des Spieltags. Alles Wissenswerte rund um die Begegnung gibt es hier.

Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen RB geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Leipzig.

Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und RB Leipzig?

Erst zum 13. Mal treffen der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag in der Bundesliga aufeinander. Die Bilanz spricht ganz klar für Leipzig. RB gewann 5 der Partien, der FC setzte sich in 2 Spielen durch. 5 Begegnungen endeten demnach unentschieden. Auch die Torbilanz spricht mit 22:14 für den Gastgeber.

Wer zeigt die Begegnung des 1. FC Köln gegen Leipzig?

Das Spiel beginnt am Samstag um 18.30 Uhr und ist damit da sogenannte Topspiel des Spieltags. Damit ist Sky der übertragende Anbieter. Zusammenfassungen gibt es unter anderem im ZDF-Sportstudio.

Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen Leipzig?

Beide Kölner Siege endeten 2:1. Im April 2021 bezwang der FC Leipzig im Heimspiel und sammelte wichtige Zähler im Abstiegskampf. Beide Kölner Tore erzielte Jonas Hector. Im Februar 2018 gelang den Kölnern ein 2:1-Auswärtssieg.

Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen Leipzig?

Im November 2019 kassierte der 1. FC Köln in Leipzig eine 1:4-Klatsche. Bereits nach 37 Minuten lag Köln 0:3 hinten. Rafael Czichos verkürzte noch vor dem Wechsel. Das 4:1 erzielte Emil Forsberg mit seinem zweiten Treffer. Auch Timo Werner traf damals.

Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen RB?

Die meisten Tore erzielte Mark Uth. Vier Mal war er erfolgreich, aber nie für den FC. Immerhin gab Uth eine seiner zwei Torvorlagen gegen RB im Kölner Dress. In den bisherigen Duellen war für Köln Yuya Osako der beste Torschütze. Der Japaner war bereits drei Mal gegen Leipzig erfolgreich. Zwei Tore erzielte Jonas Hector.

Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen Leipzig?

Jonas Hector kommt auf insgesamt elf Duelle gegen RB Leipzig. Péter Gulácsi stand auf der anderen Seite ebenfalls bei elf Spielen gegen den FC auf dem Platz.

Wie hoch liegen die Kaderwerte vom FC und von Leipzig?

Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des 1. FC Köln auf gut 80 Millionen Euro. Der FC liegt damit im unteren Drittel der Liga. Leipzigs Marktwert berechnet das Portal auf 450 Millionen Euro. Loïs Openda ist wertvollster Spieler der Bullen mit einem Marktwert von gut 62 Millionen Euro. Wertvollster FC-Profi ist Dejan Ljubicic mit rund neun Millionen Euro.

Wie sieht der Kader der Kölner aus?

Tor: Marvin Schwäbe, Matthias Köbbing – Abwehr: Benno Schmitz, Ramus Carstensen, Jeff Chabot, Dominique Heintz, Timo Hübers, Luca Kilian, Leart Pacarada – Mittelfeld: Eric Martel, Mathias Olesen, Denis Huseinbasic, Dejan Ljubicic, Faride Alidou, Florian Kainz (C), Linton Maina – Angriff: Mark Uth, Davie Selke, Steffen Tigges, Luca Waldschmidt

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Florian Kainz und die kuriose Elfmeter-Vorahnung

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Florian Kainz und die kuriose Elfmeter-Vorahnung

Mit seinen zwei verwandelten Elfmetern avancierte Florian Kainz zum Matchwinner gegen Gladbach. Als hätte er es geahnt, hat der Mittelfeldspieler diese noch am Tag vor dem Derby trainiert.

Zwei Mal brachte Florian Kainz den FC mit verwandelten Strafstößen gegen Gladbach in Führung. Zwar verschoss der Kölner Kapitän auch einen, die Wiederholung verwandelte der Österreicher aber wieder souverän. Und das kommt nicht von ungefähr. Der Kölner Spielführer trainierte am Tag vor dem Derby den Schuss vom Punkt. Aber war da nicht etwas beim 1. FC Köln: Florian Kainz und die Elfmeter?

Den ersten Trost erhielt Florian Kainz ausgerechnet vom Schiedsrichter. Jenem Schiedsrichter, der gerade seinem Elfmeter die Gültigkeit verwehrt hatte. Als der Kölner Kapitän enttäuscht, leer auf den Boden starrte, klopfte ihm der Unparteiische Daniel Schlager aufmunternd auf die Brust. Florian Kainz hatte sich an jenem Abend im Januar 22 den Ball an die Ferse des anderen Fußes geschossen, von dort aus senkte er sich in einer seltsamen Flugkurve Richtung Tornetz. Doch der Treffer entsprach nicht den Regularien, Schlager konnte ihn nicht zählen lassen, der FC schied im Elfmeterschießen im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV aus. Ein bitterer Moment für den FC, der das Viertelfinale verpasste, für Trainer Steffen Baumgart, dessen großer Traum vom Finale in Berlin geplatzt war, aber vor allem für Florian Kainz, der sichtbar angeschlagen über den Platz schlich. „Die Nacht wird nicht schön werden. Das ist für mich persönlich eine schwierige Geschichte, aber ich werde damit umgehen können. Es wird weitergehen“, sagte Kainz damals.

Kainz übernimmt Verantwortung

Es ging natürlich weiter. Für den FC, für Kainz. Und mittlerweile ist der Österreicher Kapitän der Kölner, im Grude also in der Pflicht Verantwortung auf dem Feld zu übernehmen. Genau das wurde dem Mittelfeldspieler aber als große Bürde ausgelegt. Seine Formschwäche mit dem Amt in Verbindung gebracht. „Das Amt ist zwar medial ein Riesenthema, seit Jonas bekannt gegeben hat, dass er aufhört. Andererseits wird mir von der Vereinsseite überhaupt kein Druck gemacht“, sagte Kainz nun auf der Vereinshomepage der Kölner. „Wir haben insgesamt eine super Mannschaft – super Führungsspieler. Ich versuche, Verantwortung zu übernehmen und voranzugehen, aber es lastet nicht allein auf mir“, so Kainz weiter. „Aber bei uns geht es um die Mannschaft. Wie wir zusammenstehen und mit solchen Zeiten umgehen, bestätigt, was der Trainer uns von Beginn an sagt. Dass es ums Team geht und nicht um einzelne Personen.“ 

Als einzelne Person stand Kainz gegen Gladbach aber am Punkt und das genau drei Mal, wohlwissend, welche Bedeutung eine Kölner Führung und die bei Versuch zwei und drei auch noch in Überzahl haben würde. Wohlwissend, dass alleine im Stadion rund 50.000 Fans die Augen auf ihn gerichtet hatten. „Es geht dabei auch um Verantwortung. Es ist ja abgesprochen, dass ich schießen darf. Darüber freue ich mich, weil es eine Bestätigung für mich ist“, so der 31-Jährige. So nahm sich Kainz den Ball traf zum 1:0 und verschoss beim Stand von 1:1 zunächst den zweiten Strafstoß. Möglicherweise hat sich in diesem Moment der ein oder andere Fan einen anderen Schützen gewünscht, der Kopf wird sicherlich eine Rolle gespielt haben. Unter anderem bit sich Davie Selke an. Aber: „Es war meine Aufgabe. Ich habe mich auf die Situation konzentriert und versucht, in meinen Abläufen zu bleiben und den Ball reinzuschießen“, sagte der FC-Kapitän, der mittlerweile in der Bundesliga schon sieben Mal vom Punkt getroffen hat – insgesamt drei Mal gegen die Fohlen.

Kainz hatte Elfmeter am Tag vor dem Derby trainiert

Und Kainz war im Grunde auch prädestiniert für die Aufgabe. Zum einen, weil Experten sagen, dass es genau eben jene Pflichttypen wie Kainz braucht, um sich dieser Verantwortung beim Strafstoß zu stellen. Zum anderen, weil der Mittelfeldspieler offenbar geahnt hat, dass die Elfmeter eine Rolle würden spielen können. Beim Abschlusstraining am Tag vor dem Derby hatte Kainz die Schüsse vom Punkt noch einmal explizit trainiert. „Ich schieße oft unter der Woche nach dem Training alleine noch zwei, drei Elfmeter. Ich nehme mir Marvin oder Köbbi und teste meinen Schuss. Das mache ich regelmäßig. Aber so viele Elfmeter – speziell im Abschlusstraining – schieße ich normalerweise nicht“, erklärte der 31-Jährige und gab an, nicht zu wissen, warum er es ausgerechnet vor dem Derby getan hat.

Wie wichtig genau dieses Training ist, beschrieb Professor Daniel Memmert von der Sporthochschule Köln schon mehrfach in seinen Büchern. „Elfmeterschießen ist eine definierte Aufgabe, und die kann man trainieren, die Ausführung, die Abläufe“, sagte der Wissenschaftler einst der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen. „Automatisierungstraining hilft, weil unbewusste Prozesse ablaufen können. Diese sind relativ stabil und stressresistent.“ Diese Stressresistenz bewies Kainz, als er dann die Wiederholung seines zweiten Elfmeters souverän verwandelte und den FC somit auf Kurs brachte. Der Fehlversuch aus Hamburg war in diesem Moment nicht präsent.

So könnte der FC in Leipzig spielen

 

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Rose und Baumgart: nur die Bilanz steht zwischen den beiden

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Rose und Baumgart: nur die Bilanz steht zwischen den beiden

Steffen Baumgart und Marco Rose sind seit dem Abschluss des Trainer-Lehrgangs befreundet. Am Samstagabend stehen sich die beiden Coaches einmal mehr gegenüber. Bislang ist der Leipziger Trainer der eindeutige Punktsieger. Baumgarts einziger direkter Erfolg liegt 17 Jahre zurück.

Im Duell des 1. FC Köln gegen RB Leipzig kommt es zum Wiedersehen der beiden Freunde. Seit acht Jahren halten die beiden Trainer regelmäßig Kontakt. Nur die Bilanz steht zwischen den Trainern. 1. FC Köln: Rose und Baumgart – das Duell der Freunde.

Es hätte nicht viel gefehlt und es wäre möglicherweise gar nicht erst zu dieser besonderen Freundschaft gekommen. Als sich Steffen Baumgart erstmals für den DFB-Fußballlehrer-Lehrgang bewarb, wurde der Kölner Coach abgelehnt. Das ist nicht ungewöhnlich, da sich wie bei vielen interessanten Ausbildungen oder Stellen oft mehr Menschen bewerben, als Plätze zur Verfügung stehen. Und so brauchte es einen zweiten Anlauf damit Baumgart die Sportschule Hennef besuchen dürfte. Möglicherweise wäre die Freundschaft zu seinem „Kommilitonen“ Marco Rose also gar nicht zu Stande gekommen. Baumgart betonte mal, dass es zu einigen Trainern weiterhin Kontakt gebe, zu anderen nicht mehr. Zu Rose ist der Kontakt geblieben.

Duell zwischen Rose und Baumgart geht an Rose

Und so frotzeln die beiden Übungsleiter seit einigen Jahren durch die Stadien der Liga. Mal zanken sie sich freundschaftlich über einen Anti-Wutball, mal parlieren sie über den heißen Draht der zwischen Ihnen besteht, mal wird der gespielte Beef auch offenkundig vor der Kamera ausgetragen. „Ich habe gerade gesagt, wie scheiße du bist“, sagte „Baumi“, wie „Rosi“ ihn nennen würde, mal bei einem Sky-Interview zu seinem Kumpel, als dieser sich verspätet zu den Interview-Partnern gesellte.

Trotz der heftigen Worte und während des Spiels auch einiger Wortgefechte, vielleicht aber gerade wegen der Frotzeleien merkt man den beiden Trainern die gegenseitigen Sympathien an. Der Ärger wirkt alles andere als ernst. „Rosi ist, wie er ist. Wenn ich ihn am Spielfeldrand oder in Interviews sehe, dann muss ich sagen, genauso kenne ich ihn. Er hat die Hände in der Tasche, wirkt ein wenig lässig, ist aber trotzdem total fokussiert. Unser Job ist ernst genug, da darf man auch den Spaß nicht verlieren“, sagte der Kölner Coach mal in einem Interview dem Westfalen-Blatt. Und doch hätte Baumgart sehr viel Grund sich über den vier Jahre jüngeren Leipziger bitter zu ärgern. Denn der Kölner Coach verliert nicht besonders gerne, gewinnt deutlich lieber. Gegen Rose scheint das für den Kölner Trainer fast schon ein Ding der Unmöglichkeit.

Baumgart nur einmal der Sieger

Die bisherigen Duelle als Trainer konnte Rose meist für sich entscheiden oder sie endeten remis. Weder mit seinem Ex-Klub Paderborn, noch mit dem FC, weder gegen Dortmund, noch Gladbach noch Leipzig konnte Baumgart gegen seinen Kumpel gewinnen. Mittlerweile stehen sich die beiden Trainer in dieser Funktion zum sechsten Mal gegenüber. Die Hoffnung, dass es ausgerechnet am Samstagabend klappen könnte, wird durch Baumgarts bisherige Negativ-Serie gegen Leipzig nicht genährt. Der Kölner Coach hat in der Bundesliga noch nie gegen RB – wie auch gegen die Bayern – gewonnen. Immerhin schnupperte der FC in den vergangenen beiden Duellen gegen Leipzig an der Überraschung.

Als Spieler gab es sie. Die Erfolgserlebnisse gegen Rose – wenn auch wenige. Tatsächlich standen sich die beiden einst in der zweiten Liga, aber auch in der Bundesliga gegenüber. Baumgart als Stürmer von Union Berlin und Energie Cottbus, Rose als Abwehrspieler des FSV Mainz. Sechs Mal trafen die beiden Kontrahenten aufeinander. Rose gewann mit Mainz vier der Spiele, eins endete remis, einmal setzte sich Baumgart mit Energie Cottbus in der Bundesliga gegen Mainz durch, Baumgart wurde zwei Minuten vor Spielende eingewechselt. Zum Zweitliga-Auftakt der Spielzeit 2003/2004 brachte der Stürmer Union Berlin gegen Mainz, eben mit Rose, auch in Führung. Doch auch da ging der heutige Kölner Trainer als Verlierer vom Platz. Diese Serie soll am Samstagabend enden.

So könnte der FC in Leipzig spielen

 

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Das sagt Steffen Baumgart über das Personal, Leipzig und Jan Thielmann

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Das sagt Steffen Baumgart über das Personal, Leipzig und Jan Thielmann

Mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach ist dem FC ein Befreiungsschlag gelungen. Nun wollen die Kölner gegen Leipzig nachlegen. Auf der Pressekonferenz äußerte sich Steffen Baumgart zum Gegner und seinem Personal.

Nach dem Derbysieg über Gladbach steht dem FC eine schwere Aufgabe bevor. Am Samstagabend steht das Spiel bei RB Leipzig auf dem Spielplan. Das sagt Steffen Baumgart auf der PK vor dem Leipzig-Spiel

Der Derbysieg gegen Gladbach hat beim FC für Erleichterung gesorgt – über den Berg sind die Kölner damit aber natürlich nicht. „Wir haben den ersten Sieg eingefahren. Das freut uns, aber mehr ist es dann auch nicht. Wir haben trotzdem acht Spiele und vier Punkte und das ist zu wenig“, sagte Steffen Baumgart am Donnerstag auf der Pressekonferenz. „Wie müssen gucken, dass wir weitere Punkte sammeln. Wir versuchen, gegen Leipzig an die Leistung anzuknüpfen, um dann gegen eine sehr sehr gute Mannschaft erfolgreich sein zu können.“ Eine sehr gute Mannschaft, die Baumgart anders einordnet als den Derbygegner. „Man darf die Mannschaften nicht miteinander vergleichen. Wir haben mutig agiert, haben viele Räume gefunden, die unser Spiel gerade in der ersten Halbzeit sehr gut haben aussehen lassen. Ich glaube nicht, dass wir das gleiche Spiel gegen Leipzig haben werden“, sagte der 51-Jährige. „Gegen Leipzig wird es vielleicht nicht so einfach, die ein oder andere Torchance zu bekommen. Bei dem starken Umschaltspiel von RB müssen wir darauf achten, dass wir klar sind.“

Baumgart erwartet ein intensives Spiel

Einen großen Qualitätsverlust zum Vorjahr will Baumgart beim Gegner nicht ausgemacht haben – trotz der zahlreichen prominenten Abgänge. „Ich werde nicht alle aufzählen, die dazu gekommen sind. Weil die, die dazu gekommen sind, sind jetzt auch nicht blind“, sagte Baumgart. „Sie werden trotz der Belastung, die wir ja im vergangenen Jahr selbst erfahren haben, eine sehr sehr gute Mannschaft auf dem Platz haben, eine Mannschaft mit sehr viel Geschwindigkeit.“ Das zeigte Leipzig am Mittwoch eindrucksvoll in der Champions League beim 3:1 gegen Belgrad. Dass Baumgart keinen Bus parken werde, sagte der Trainer schon am Dienstag. Dennoch: „Wir müssen darauf achten, dass wir nicht die ersten Torchancen schon zulassen, sonst liegst du ganz schnell hinten.“

Dem will der Trainer mit dem Baumgartschen Fußball entgegen treten – offensiv, attraktiv, mit hoher Intensität. „Am Ende geht es darum, dass wir unseren Fußball spielen wollen, dass wir in unsere Abläufe kommen, dass wir gucken, wo wir erfolgreich sein können“, sagte der Trainer. „Wir haben einiges aufzuholen, wir haben noch einiges zu verbessern – sprich Torchancen erarbeiten, sprich Torchancen auch nutzen.“ Denn trotz des 3:1-Erfolgs haperte es bei den Kölnern einmal mehr an der Chancenverwertung. So viele Chancen wird der FC gegen Leipzig voraussichtlich nicht bekommen. Erfolgreich will Baumgart dennoch sein.

Baumgart: „Das tut ihm weh. Da ist er auch sauer auf mich“

Der Kölner Coach kann dabei aus dem Vollen schöpfen. Einzig Philipp Pentke und Jacob Christensen fehlen weiterhin. Aber auch Jan Thielmann wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zum Einsatz kommen. „Jetzt muss ich vorsichtig sein, nicht, dass er doch im Kader ist. Der einzige, bei dem ich selbst auf der Bremse stehe, ist Jan“, sagte der Trainer, der dem Youngster ein überragendes Training bescheinigte. „Jan immer Jemand ist, über den wir uns Gedanken machen. Weil Jan schon viele muskuläre Verletzungen hatte. Da sind wir vielleicht ein bisschen vorsichtiger. Deswegen entscheide ich bei Jan ein wenig kurzfristig. Was Leistung, Einstellung und Training angeht, brauchen wir uns bei ihm gar keine Gedanken machen“, erklärte der Coach. Baumgart wolle lieber noch eine Woche warten. „Das tut ihm weh. Da ist er auch sauer auf mich. Aber da zögere ich ein wenig mehr“, so Baumgart weiter.      

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