Der FC hat sich mit dem 1:0-Erfolg รผber Kaiserslautern zum Herbstmeister gekrรถnt und sich die gute Ausgangsposition fรผr die Rรผckrunde erarbeitet, die man sich gewรผnscht hatte. Auf dem Erfolg ausruhen will sich der FC aber nicht und sieht die Lage durchaus realistisch. Der 1. FC Kรถln รผbt sich in Zurรผckhaltung.
Nach einem eher mรครigen Start in die Saison stehen die Geiรbรถcke am Ende der Hinrunde auf dem ersten Tabellenplatz. Doch von รberheblichkeit oder รbermut ist der FC weit entfernt, denn alle Beteiligten wissen um die eng beieinander liegende Tabellensituation und blicken eher demรผtig auf den Erfolg. Der 1. FC Kรถln รผbt sich in Zurรผckhaltung.

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Als FC-Trainer Gerhard Struber vor einigen, ja jetzt schon Monaten, vor die Presse trat, da war der Trainer des 1. FC Kรถln schmallippig, antwortete kurz angebunden, wirkte ein wenig beleidigt. Der Coach hatte offenbar den medialen Umgang mit sich, mit der Mannschaft, vielleicht auch mit dem Verein vermutlich als falsch, als unfair empfunden. Mรถglicherweise hatte der neue Kรถlner Trainer aber auch ein wenig die Wucht falsch eingeschรคtzt, die ihm nach der Pleiten-Serie entgegen geschwappt war. Damals hatte der FC wieder ein Pflichtspiel gewonnen. „In so Krisenmomenten kann man natรผrlich jammern oder ins Tal der Trรคnen fallen oder man sieht das ganze als mรถgliche Chance“, sagte Gerhard Struber, der ein „gefรผhltes Erdbeben“ damals auf sich hat zukommen sehen, doch man sei mit der Mannschaft, dem Trainerteam und dem Management nรคher zusammengerรผckt.
Die richtigen Stellschrauben, ohne „Magic Moment“
Der FC, vor allem der Trainer fand zwei, drei Ansatzpunkte, bewegte ganz offensichtlich die richtigen Stellschrauben und fรผhrte die Geiรbรถcke in eine ganz andere Richtung. Und das ohne den „Magic Moment“. Sicherlich verpรผrte Struber dann auch am Sonntagnachmittag so etwas wie Genugtuung. Wie sollte er auch nicht nach neun ungeschlagenen Spielen in Folge, verbunden mit einer beeindruckenden Aufholjagd, die dann auch noch in der Herbstmeisterschaft endete. Doch lieร sich der Trainer diese stille Freude nach dem 1:0-Erfolg รผber den 1. FC Kaiserslautern nicht anmerken. Jedenfalls klangen sie gar nicht nach „Das habe ich doch von Anfang an gesagt“. „Der FC ist ein emorionaler Verein und die vergangenen Wochen und Monate waren auch hin und wieder schon eine emotionale Herausfoderung“, sagte Struber. „Die Mannschaft hat sich davon befreit. Jetzt heiรt es volle Fahrt voraus.“
Wie bewertet ihr die FC-Profis?
Und die Kรถlner haben sich nicht nur befreit, sie haben sich im Hรถchsttempo sogar eine besonders gute Ausgangsposition fรผr die Rรผckrunde, die fรผr den FC am 18. Januar mit dem Auswรคrtsspiel beim HSV beginnt, erarbeitet. Nach der Krise haben die Geiรbรถcke die Hinrunde als Spitzenreiter beendet, รผberwintern also ganz oben. Und das mit der ersten Serie von 19 Punkten in Folge seit 20 Jahren, mit dem vierten Auswรคrtssieg in Folge und nun dem vierten Herbstmeistertitel in der 2. Bundesliga. Kein Team stand im Unterhaus รถfter nach der Hinrunde an der Spitze. Die Kรถlner haben sicherlich nicht immer wirklich schรถn gespielt, waren sicher auch nicht immer die bessere Mannschaft und haben auch erst im letzten Spiel des Jahres erstmals in dieser Saison gegen ein Team aus der bis dahin oberen Tabellenhรคlfte gewonnen, doch steht ein Spitzenreiter nach einer kompletten Hinrunde sicherlich nicht zu unrecht ganz oben.
Es bleibt weiterhin denkbar knapp
Und doch war in diesem Moment des Erfolgs nicht viel Platz fรผr รผbermรครigen Stolz oder Luftschlรถsser, die einen Panoramablick auf die Bundesliga bieten. „Auf die Tabelle wรผrde ich jetzt nicht soviel geben, auch wenn es jetzt natรผrlich eine schรถne Momentaufnahme ist“, sagte Christian Keller, der vor einigen Wochen wohl noch ganz anders in die Zukunft des Vereins aber auch seine geschaut haben dรผrfte. „Den Mini-Titel โHerbstmeisterโ, den nehmen wir auch sehr gerne mit. Aber am Schluss wissen wir ja alle, dass die Tabelle so eng beieinander ist, dass das jetzt gar keine Aussagekraft hat.“ Und tatsรคchlich geht es auch weiterhin beeindruckend eng zu. Zwischen Rang eins und Platz sechs liegen zum Ende der Hinrunde drei Zรคhler, zu Platz neun sind es fรผnf Punkte. Spannender war es selten.
Von daher klang auch Strubers Marschroute eher wie eine Vorgabe, fast schon Warnung an seine Mannschaft: „Es ist ein Moment, den wir genieรen und den ich meinen Jungs gรถnne. Aber das ist nichts, worauf man sich ausruhen kannโ, sagte der Coach. Und die hat seine Mannschaft offenbar erreicht: „Die Herbstmeisterschaft ist natรผrlich schรถn, aber wir werden uns darauf nicht ausruhen, wir werden weiterhin Vollgas geben. In der Vorbereitung werden wir gucken, dass wir alles noch mal aufarbeiten und schauen, was wir noch besser machen kรถnnen“, sagte Marvin Schwรคbe. Und die beginnt schon wieder in zehn Tagen.
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